Polen · 4.9.2026

Breslau Städtetrip: 32 Sehenswürdigkeiten zwischen Rynek, Zwergen und Jahrhunderthalle

Vratislavský Rynek s gotickou radnicí a měšťanskými domy pod modrou oblohou

Aktualizováno 23.9.2026

Von Dresden bist du in gut drei Stunden da, von Berlin in knapp vier, und trotzdem fahren die meisten Deutschen an Breslau vorbei, weiter nach Krakau oder gleich an die Ostsee. Schade eigentlich. Wrocław, wie die Stadt heute heißt, liegt auf zwölf Inseln in der Oder, hat einen der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas, eine Betonkuppel auf der UNESCO-Liste und mehr als tausend kleine Bronzezwerge, die zwischen Hauswänden und Laternenmasten auf dich warten. Für einen Breslau Städtetrip am Wochenende ist das fast zu viel. Wir haben deshalb 32 Sehenswürdigkeiten und Tipps sortiert und dazu gepackt, was du vor der Abfahrt wissen willst: Anreise mit Auto und Bahn aus Deutschland, Parken, Hotels mit Preisen in Euro, ein Programm für Kinder und eines für Regentage.

Breslau Städtetrip auf einen Blick

  • Nah an Deutschland: von Görlitz rund 170 km, von Dresden rund 270 km, von Berlin rund 345 km. Direkte Eurocity-Züge fahren ab Berlin in etwa vier Stunden.
  • Der Rynek gehört zu den größten mittelalterlichen Marktplätzen Europas, mitten darauf steht das gotische Rathaus. Von hier aus orientierst du dich in der ganzen Altstadt.
  • Die Jahrhunderthalle von 1911 bis 1913 steht seit 2006 auf der UNESCO-Welterbeliste. Ihre Kuppel hat innen 69 Meter Durchmesser.
  • Rund 1.040 Zwerge sind inzwischen über die Stadt verteilt. Der erste kam 2001 als Erinnerung an die Orange Alternative.
  • Der Zoo ist der älteste auf heutigem polnischem Gebiet, sein Afrykarium ist das beste Familienziel der Stadt.
  • Das Panorama von Racławice ist ein Rundgemälde von 15 × 114 Metern, das du von innen betrachtest.
  • Zwei Tage reichen für die Altstadt und die Jahrhunderthalle, mit Zoo und Hydropolis plane drei ein.
Der Rynek in Breslau mit dem gotischen Rathaus und Bürgerhäusern unter blauem Himmel
Der Breslauer Rynek mit dem gotischen Rathaus. Foto: Wikimedia Commons, CC BY 3.0

Breslau oder Wrocław: warum die Stadt mehrere Namen hat

Die Namen erzählen die Geschichte der Stadt. Die ältesten Urkunden verweisen auf die Form Wrocisław, daraus wurde das polnische Wrocław und das tschechische Vratislav. Das deutsche Breslau entstand später durch Lautverschiebung. Bis 1945 war die Stadt deutsch, nach dem Krieg wurden die deutschen Bewohner vertrieben, und es kamen Polen, viele von ihnen selbst aus Lemberg (Lwiw) umgesiedelt. Sie brachten einen Teil der Lemberger Sammlungen mit, und genau deshalb hängt heute das Panorama von Racławice in Breslau. Für viele Familien in Deutschland ist die Stadt deshalb auch ein Stück eigener Geschichte, und du wirst in Museen und auf Gedenktafeln immer wieder auf beide Sprachen stoßen.

Heute leben in Breslau rund 670.000 Menschen, damit ist es nach Warschau und Krakau die drittgrößte Stadt Polens. Die Stadt liegt in der Schlesischen Tiefebene an der Oder und vier ihrer Nebenflüsse. Es gibt so viele Flussarme, dass man sie Miasto Stu Mostów nennt, die Stadt der hundert Brücken.

Für die Planung wichtig: Das Zentrum ist kompakt. Rynek, Dominsel und Universität schaffst du zu Fuß an einem Vormittag, während Jahrhunderthalle, Zoo und Hydropolis weiter draußen liegen und mit der Straßenbahn angefahren werden. Auf Straßenschildern und im Nahverkehr steht fast überall nur der polnische Name, deshalb nennen wir die Orte unten polnisch und setzen den deutschen Namen dazu, wo es einen gibt.

32 Breslau Sehenswürdigkeiten für deinen Städtetrip

Du bist auf dem Weg nach Krakau oder an die Masurischen Seen, oder du suchst ganz einfach ein Ziel fürs verlängerte Wochenende? Breslau lohnt sich in beiden Fällen, für eine Nacht genauso wie für drei. Das hier solltest du gesehen haben.

Der Breslauer Rynek mit dem Alten Rathaus aus der Vogelperspektive
Das Alte Rathaus steht mitten auf dem Platz, nicht an seinem Rand. Foto: Maksym Kozlenko, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert

1. Rynek (Großer Ring)

Der Hauptplatz gehört zu den größten mittelalterlichen Marktplätzen Europas. Das Besondere daran: In der Mitte steht nicht nur das Rathaus, sondern ein ganzer Block von Häusern, sodass du den Platz eher wie einen Rundweg umrundest. Die bunten Bürgerhäuser ringsum wurden nach dem Krieg zu großen Teilen wieder aufgebaut, die Wirkung ist trotzdem überwältigend. Am schönsten ist es hier früh am Morgen, bevor die Terrassen öffnen, und am Abend, wenn die Fassaden angestrahlt werden.

2. Altes Rathaus

Das gotische Rathaus in der Mitte des Rynek hat einen reich verzierten Ostgiebel und eine astronomische Uhr. Drinnen zeigt ein Museum bürgerliche Kunst, und im Keller liegt mit der Piwnica Świdnicka (Schweidnitzer Keller) eine der ältesten Bierkneipen Europas.

Bronzene Zwerge auf einem Gehweg in Breslau
Die Zwerge sind etwa dreißig Zentimeter groß und verstecken sich gern am Fuß der Häuser. Foto: Aw58, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

3. Die Breslauer Zwerge

Das bekannteste Spiel der Stadt. Kleine Bronzefiguren von zwanzig bis dreißig Zentimetern Höhe sitzen auf Gehwegen, neben Haustüren und auf Simsen, jeder Zwerg mit eigenem Beruf und eigener Geschichte. Der erste, Papa Krasnal, kam 2001 in die Świdnicka-Straße, als Erinnerung an die Orange Alternative, eine antikommunistische Bewegung der Achtzigerjahre, die den Zwerg als Symbol für friedlichen, spöttischen Widerstand nutzte. Im August 2005 folgten die ersten fünf kleinen Figuren nach Entwürfen von Tomasz Moczek, und seitdem ist ihre Zahl auf rund 1.040 gewachsen.

Die Zwergenjagd ist das beste Kinderprogramm der Stadt, und Erwachsene machen erstaunlich schnell mit. Zwergenkarten bekommst du in den Touristeninformationen, außerdem gibt es eine App.

4. Plac Solny (Salzring)

Der Salzplatz liegt direkt neben dem Rynek, und heute werden hier Blumen verkauft, auch nachts. Die Stände leuchten bis in die Dunkelheit, und es ist einer der wenigen Orte in der Altstadt, an dem auch nach Mitternacht noch etwas los ist.

5. Elisabethkirche und Aussicht vom Turm

Die gotische Kirche wenige Schritte vom Rynek hat einen begehbaren Turm, und von oben hast du den besten Blick über die Dächer der Altstadt, auf den Rynek und die Oder. Der Turm ist gut 91 Meter hoch, die Aussichtsterrasse liegt auf rund 75 Metern, hinauf führen mehr als dreihundert Stufen. Einen Aufzug gibt es nicht, also Kondition einpacken.

6. Jaś i Małgosia (Hänsel und Gretel)

Zwei kleine Häuser neben der Elisabethkirche, verbunden durch einen Torbogen, die ihren Spitznamen nach Hänsel und Gretel bekommen haben. Nach dem Rynek ist das die meistfotografierte Ecke der Stadt.

Die Dominsel Ostrów Tumski mit den Türmen der Kathedrale St. Johannes der Täufer über der Oder
Die Dominsel von der Oder aus, mit den beiden Domtürmen über den Dächern. Foto: Barbara Maliszewska, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 PL, verkleinert

7. Ostrów Tumski (Dominsel)

Der älteste Teil Breslaus und sein geistliches Zentrum. Die Dominsel gehört zum historischen Stadtensemble, das Polen 1994 zum nationalen Geschichtsdenkmal erklärt hat. Kirchen, Priesterseminare, gotische Backsteinfassaden und eine Stimmung, die mit dem Trubel am Rynek nichts zu tun hat. Hier gehen die Leute langsamer, und selbst im Hochsommer findest du Ecken ohne Reisegruppen.

8. Kathedrale St. Johannes der Täufer

Die Doppelturmkirche ist das Wahrzeichen der Dominsel, und auf einen der Türme fährst du bequem mit dem Aufzug. Die Aussicht ist anders als von der Elisabethkirche: mehr Fluss, mehr Grün, und die Altstadt liegt dir gegenüber.

9. Dombrücke und Gaslaternen

Die grüne Brücke verbindet die Dominsel mit dem Rest der Stadt und hängt voller Liebesschlösser. Das eigentliche Erlebnis kommt aber mit der Dämmerung: Die Gaslaternen auf der Dominsel zündet bis heute jeden Abend ein Laternenanzünder von Hand an. Das gibt es in Europa nur noch an ganz wenigen Orten, und es lohnt sich, dafür den Abend einzuplanen.

10. Universität und Aula Leopoldina

Das Hauptgebäude der Universität Breslau steht direkt an der Oder und versteckt die Aula Leopoldina, einen barocken Festsaal mit Fresken, Skulpturen und Stuck, der zu den schönsten Innenräumen Polens gehört. Zur Besichtigung gehört meist auch der Mathematische Turm mit Aussicht. Der Name erinnert an Kaiser Leopold I., auf den die Gründung der Hochschule zurückgeht.

11. Panorama Racławicka (Panorama von Racławice)

Ein riesiges Rundgemälde von 15 × 114 Metern, das Jan Styka und Wojciech Kossak zusammen mit weiteren Malern 1893 und 1894 geschaffen haben. Es zeigt die Schlacht bei Racławice vom 4. April 1794 während des Kościuszko-Aufstands. Ursprünglich hing es in Lemberg, nach dem Krieg kam es zusammen mit einem Teil der Ossolineum-Sammlungen nach Breslau, wurde aber erst Jahrzehnte später ausgestellt: Für das Publikum geöffnet wurde es hier am 14. Juni 1985.

Du stehst auf einer Plattform in der Mitte, das Bild umgibt dich rundum, und im Vordergrund geht es in echtes Gelände mit Erde, Gras und Gegenständen über, sodass die Grenze zwischen Malerei und Wirklichkeit verschwimmt. Tickets reservierst du am besten vorab, eingelassen wird in Zeitfenstern.

Die Jahrhunderthalle in Breslau mit dem Multimediabrunnen
Vor der Jahrhunderthalle startet abends der Multimediabrunnen. Foto: Paju, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert

12. Hala Stulecia (Jahrhunderthalle)

Die Betonkuppel entstand 1911 bis 1913 nach Plänen des Stadtbaurats Max Berg zur Hundertjahrfeier der Befreiungskriege, daher der Name. Zur Bauzeit war sie der größte Bau ihrer Art weltweit: 69 Meter Innendurchmesser und 42 Meter Höhe, ganz aus Stahlbeton. 2006 kam sie auf die UNESCO-Welterbeliste als Pionierwerk der modernen Architektur. Seit der Renovierung passen bis zu zehntausend Menschen hinein, und bis heute finden hier Konzerte, Sportveranstaltungen und Kongresse statt. Wenn gerade nichts los ist, kannst du die Halle und eine Ausstellung zu ihrer Geschichte besichtigen.

13. Multimediabrunnen und Pergola

Direkt neben der Jahrhunderthalle liegt ein großer Brunnen, an dem in der Saison mehrmals täglich eine Show aus Wasser, Licht und Musik läuft. Die Abendvorstellung mit Lichtprojektion ist kostenlos und der beste Abschluss für einen Sommertag. Um den Brunnen spannt sich die Pergola, ein halbelliptischer Säulengang aus Beton, über den Kletterpflanzen wachsen.

14. Japanischer Garten

Nur ein paar Schritte von der Jahrhunderthalle entfernt liegt der Garten, der für die Jahrhundertausstellung 1913 angelegt und später mit Hilfe japanischer Gärtner erneuert wurde. Teiche, kleine Brücken, Ahornbäume und Ruhe. Der Eintritt kostet etwas, und in der Saison stehst du hier auch mal in der Schlange.

15. Zoo Wrocław

Der älteste Zoo auf heutigem polnischem Gebiet, eröffnet 1865, und mit mehr als tausend Tierarten einer der artenreichsten in Europa. Er ist weitläufig, gut gepflegt und füllt problemlos einen ganzen Tag. Er liegt gegenüber der Jahrhunderthalle, beides lässt sich also gut an einem Tag verbinden.

16. Afrykarium

Das Afrykarium gehört zum Zoo und ist gleichzeitig der größte Familienmagnet der ganzen Stadt. Der Komplex widmet sich den Wasserlebensräumen Afrikas: riesige Becken mit Haien und Rochen, ein Tunnel unter der Wasseroberfläche, Flusspferde, die du unter Wasser beobachten kannst, Pinguine und Korallenriffe. Plane hier mindestens zwei Stunden ein und kauf die Tickets vorab, denn in der Saison und an Wochenenden ist es oft ausverkauft.

17. Hydropolis

Ein interaktives Wassermuseum in einem unterirdischen Reinwasserbehälter aus dem 19. Jahrhundert. Großformatige Projektionen, ein originalgroßer Nachbau des Tauchboots Trieste und Ausstellungen über Ozeane und über das Wasser in der Stadt. Das beste Programm für einen Regentag, und es funktioniert auch für Erwachsene.

18. Wyspa Słodowa (Malzinsel)

Eine Insel in der Oder, nur wenige Minuten vom Zentrum, auf der man sich ins Gras und auf die Stufen am Wasser setzt. Eine Sehenswürdigkeit ist das nicht, eher der Ort, an dem du siehst, wie Breslau wirklich lebt, vor allem am frühen Abend.

19. Dzielnica Czterech Wyznań (Viertel der vier Konfessionen)

Auf wenigen Straßen stehen hier eine katholische Kirche, eine evangelische Kirche, eine orthodoxe Kathedrale und die Synagoge Zum Weißen Storch. Heute ist das zugleich das lebendigste Kneipen- und Restaurantviertel im Zentrum, mit Bars in den Innenhöfen.

20. Synagoge Zum Weißen Storch

Die restaurierte Synagoge aus dem 19. Jahrhundert hat den Krieg überstanden und ist heute ein Kulturzentrum mit Ausstellungen und Konzerten. Du betrittst sie über einen Innenhof, und genau deshalb laufen die meisten Besucher an ihr vorbei.

21. Alter Jüdischer Friedhof

Ein verwunschener, zugewachsener Friedhof mit Grabsteinen aus dem 19. Jahrhundert, der heute als Museum unter freiem Himmel funktioniert. Unter den Gräbern findest du auch bekannte Namen aus der deutsch-jüdischen Geschichte der Stadt, etwa das von Ferdinand Lassalle. Ein stiller und eindringlicher Ort, nicht weit vom Zentrum.

22. Nadodrze

Das ehemalige Arbeiterviertel jenseits des Flusses hat sich von einer verfallenen Ecke der Stadt in ein Viertel mit Ateliers, Werkstätten und Wandbildern verwandelt. Hierher gehst du, wenn du den Rynek schon durch hast und sehen willst, wie Breslau abseits der Postkarte aussieht.

23. Sky Tower

Das höchste Gebäude Breslaus, gut 200 Meter hoch, hat im 49. Stock eine Aussichtsetage, von der du die ganze Stadt überblickst und bei klarem Wetter sogar die Sudeten am Horizont siehst. Ein schneller Stopp für eine halbe Stunde.

24. Seilbahn Polinka

Eine kleine Kabinenseilbahn über die Oder, die die Technische Universität gebaut hat, um zwei ihrer Campusteile zu verbinden. Sie fährt auch für die Öffentlichkeit, kostet ungefähr so viel wie ein normales Nahverkehrsticket (du brauchst allerdings ein eigenes Ticket) und ist damit die günstigste Aussichtsfahrt der Stadt.

25. Stadtgraben und Promenada Staromiejska

Rund um die Altstadt zieht sich ein grüner Gürtel auf den früheren Befestigungen, mit dem Stadtgraben, Bänken und alten Bastionen. Das ist der angenehmste Weg vom Rynek zur Universität oder zum Bahnhof.

26. Hauptbahnhof Wrocław Główny

Der neugotische Bau aus den Jahren 1855 bis 1857 sieht eher aus wie ein Schloss als wie ein Bahnhof. Nach der Renovierung vor der Fußball-EM 2012 gehört er zu den schönsten Bahnhöfen Polens. Wer mit dem Zug aus Berlin oder Dresden kommt, sieht ihn als Erstes, und selbst wer mit dem Auto da ist, sollte kurz vorbeischauen.

27. Muzeum Narodowe (Nationalmuseum)

Die wichtigste Galerie der Stadt, mit schlesischer Kunst des Mittelalters, gotischen Skulpturen und polnischer Malerei. Das Panorama von Racławice ist eine Abteilung des Museums, deshalb lohnt sich ein Blick auf die kombinierten Tickets.

28. Maria-Magdalena-Kirche und Büßerbrücke

Die gotische Kirche hat zwischen ihren beiden Türmen einen Steg hoch über der Straße, die Büßerbrücke (Mostek Pokutnic). Du steigst über eine enge Wendeltreppe hinauf und hast oben einen dichten, fast greifbaren Blick auf die Dächer, anders als von den anderen Türmen.

29. Werkbundsiedlung WuWa

Eine modernistische Mustersiedlung aus dem Jahr 1929, entstanden für die Werkbund-Ausstellung „Wohnung und Werkraum“ als Blick auf das Wohnen der Zukunft. Sie ist die Breslauer Schwester der Stuttgarter Weißenhofsiedlung. Für Architekturfans einer der spannendsten Orte der Stadt, alle anderen können ihn ruhig auslassen.

30. Weihnachtsmarkt

Der Breslauer Weihnachtsmarkt auf dem Rynek gehört zu den schönsten in Polen, und der beleuchtete Platz voller Holzbuden ist der wichtigste Grund, im Winter herzukommen. Er wird oft mit den großen Märkten in Deutschland verglichen, und aus Sachsen oder Berlin ist er ein gut machbares Adventswochenende mit einem ganz anderen Gefühl als der Dresdner Striezelmarkt.

31. Cafés, Milchbars und polnische Küche

Breslau hat eine starke Café-Szene und gleichzeitig noch seine Milchbars (bar mleczny), einfache Kantinen aus sozialistischen Zeiten, in denen du Pierogi, Żurek und Kotlet schabowy für ein paar Złoty bekommst. Probier beides, der Kontrast gehört zum Erlebnis.

32. Flohmärkte und Hala Targowa (Markthalle)

Die Backstein-Markthalle an der Piaskowa-Straße, nicht weit von der Dominsel, wurde 1906 bis 1908 gebaut, und innen tragen parabelförmige Stahlbetonbögen das Dach, für die damalige Zeit eine technische Pionierleistung. Verkauft werden Lebensmittel, Blumen und Kleinkram. An Wochenenden gibt es in Breslau außerdem Flohmärkte. Wo und wann sie gerade stattfinden, wechselt, frag am besten in der Touristeninformation am Rynek nach.

So teilst du Breslau auf: Am ersten Tag die Innenstadt zu Fuß, also Rynek, Elisabethkirche, Universität, Dominsel und am Abend die Wyspa Słodowa. Am zweiten Tag mit der Straßenbahn nach Osten zur Jahrhunderthalle, zum Japanischen Garten und in den Zoo. Panorama und Hydropolis schiebst du je nach Wetter ein, beides ist drinnen.

Anreise zum Breslau Städtetrip aus Deutschland

Aus Ostdeutschland ist Breslau näher als viele deutsche Städtereiseziele. Von Görlitz aus fährst du über die A4 fast immer geradeaus. Ungefähre Entfernungen mit dem Auto bis zum Rynek:

VonEntfernungReine Fahrzeit
Görlitzca. 170 kmrund 2 Stunden
Dresdenca. 270 kmgut 3 Stunden
Berlinca. 345 kmknapp 4 Stunden
Leipzigca. 375 kmgut 4 Stunden

Aus München, Frankfurt oder Hamburg sind es jeweils zwischen 650 und 730 Kilometer, das ist eher eine Etappe auf einer Rundreise als ein Wochenendtrip. Mit dem Zug fahren direkte Eurocity-Verbindungen der Deutschen Bahn von Berlin nach Breslau, etwa vier Stunden und mehrmals täglich. Von Dresden kommst du mit dem Trilex bis Görlitz und von dort mit den Koleje Dolnośląskie weiter, insgesamt meist in dreieinhalb bis vier Stunden. Der beliebte Kulturzug zwischen Berlin und Breslau fährt seit Ende 2025 nicht mehr. Die Bahn ist trotzdem die bequemste Variante, weil der Hauptbahnhof nah am Zentrum liegt und du in Breslau ohnehin kaum ein Auto brauchst. Fliegen lohnt sich vor allem aus West- und Süddeutschland: Der Flughafen liegt rund zehn Kilometer westlich der Stadt, die Buslinie 106 bringt dich in etwa 45 Minuten zum Hauptbahnhof. Welche Direktflüge aus Deutschland gerade angeboten werden, schaust du am besten direkt bei den Airlines nach. Fernbusse fahren ebenfalls, unter anderem aus Berlin und Dresden.

In der Stadt fährst du mit Straßenbahn und Bus, Tickets gibt es an Automaten in den Fahrzeugen und in der App. Das Zentrum ist größtenteils Fußgängerzone und lässt sich gut zu Fuß erkunden, die Straßenbahn brauchst du vor allem zur Jahrhunderthalle, in den Zoo und zum Hydropolis.

Parken in Breslau

Das Zentrum ist gebührenpflichtige Parkzone, und rund um den Rynek ist Parken teuer und fast immer voll. Am vernünftigsten ist es, das Auto in einer Tiefgarage an einem Einkaufszentrum oder auf einem Parkplatz am Rand der Innenstadt abzustellen und ab da zu Fuß weiterzugehen. Wer außerhalb wohnt, nutzt die Park-and-Ride-Parkplätze an den Straßenbahnhaltestellen. Beim Hotel lohnt es sich, vorher nach einem eigenen Parkplatz zu fragen, das spart dir die Suche.

Wann du fährst und wie lange dein Breslau Städtetrip dauern sollte

  • Mai bis September: das beste Wetter, der Brunnen an der Jahrhunderthalle läuft, auf der Wyspa Słodowa ist Leben, und am Rynek sind die Terrassen offen.
  • Advent: Der Weihnachtsmarkt ist für sich schon ein Grund für die Reise, rechne am Wochenende aber mit ausgebuchten Hotels.
  • Frühling und Herbst: das beste Verhältnis von Preis und Ruhe, die Museen haben ganz normal geöffnet.
  • Januar und Februar: am günstigsten, aber die Attraktionen im Freien fallen weg. Dann retten dich Hydropolis, Panorama und Afrykarium.

Zwei Tage reichen für die Innenstadt und die Jahrhunderthalle. Wenn du mit Kindern kommst und Zoo, Afrykarium und Hydropolis schaffen willst, plane drei ein. Für ein verlängertes Wochenende hat Breslau die ideale Größe: groß genug, dass dir nicht langweilig wird, und klein genug, dass du alles zu Fuß schaffst.

Wo du in Breslau übernachtest

Am besten wohnst du in der Stare Miasto, also rund um den Rynek und die Świdnicka-Straße. Von hier erreichst du alles Wichtige zu Fuß, die Straßenbahn fährt in zwanzig Minuten zur Jahrhunderthalle, und abends hast du jede Menge Auswahl zum Essen. Günstiger sind das Viertel Nadodrze nördlich des Flusses und die Gegend um den Hauptbahnhof, von dort bist du mit der Straßenbahn in zehn Minuten am Rynek.

  • Backpacker: ein Bett im Schlafsaal eines Hostels im Zentrum ab etwa 70 bis 110 Zł (rund 16 bis 25 €) pro Nacht. Breslau ist eine Studentenstadt, Hostels gibt es viele, und die meisten haben eine Küche.
  • Mittelklasse: ein Drei-Sterne-Hotel oder Apartment nahe am Rynek ab etwa 270 bis 420 Zł (rund 62 bis 97 €) für ein Doppelzimmer mit Frühstück. Für dieses Geld wohnst du in Breslau richtig gut.
  • Gehoben: ein Vier-Sterne-Hotel direkt am Rynek oder ein Designhotel in einem historischen Haus ab etwa 500 bis 800 Zł (rund 115 bis 185 €) pro Nacht.

Die Preise gelten für ein normales Wochenende außerhalb der Adventszeit. Während des Weihnachtsmarkts und großer Kongresse steigen die Preise bis aufs Doppelte, dann lohnt es sich, eine Straßenbahnhaltestelle weiter draußen zu wohnen. Aktuelle Preise und freie Zimmer vergleichst du über unser Angebot an Unterkünften in Breslau.

Breslau mit Kindern

  • Zwergenjagd mit Karte, die auch Kinder begeistert, die sich sonst für keine Sehenswürdigkeit interessieren.
  • Afrykarium und Zoo als Programm für den ganzen Tag.
  • Hydropolis, weil man dort anfassen und ausprobieren darf.
  • Multimediabrunnen an der Jahrhunderthalle.
  • Seilbahn Polinka für eine kurze Fahrt über den Fluss.
  • Wyspa Słodowa zum Austoben am Wasser.

Was du in Breslau bei Regen machen kannst

Für schlechtes Wetter ist Breslau gut gerüstet: Panorama von Racławice, Hydropolis, Afrykarium, Aula Leopoldina, Nationalmuseum und Hala Targowa, dazu Cafés und Milchbars. Du kannst ohne Weiteres einen ganzen Tag verbringen, ohne nass zu werden.

Ausflüge von Breslau

  • Schloss Fürstenstein (Książ), das drittgrößte Schloss Polens, etwa eine Stunde südwestlich.
  • Świdnica (Schweidnitz) mit der hölzernen Friedenskirche, die auf der UNESCO-Liste steht.
  • Krzeszów (Grüssau) mit seiner barocken Klosteranlage.
  • Kotlina Kłodzka (Glatzer Kessel) mit der Felsenstadt auf dem Szczeliniec und kleinen Kurorten.
  • Karkonosze, also das polnische Riesengebirge, rund zwei Stunden von Breslau.

Wenn du eine längere Reise planst, hilft dir unser Überblick über die Sehenswürdigkeiten in Polen und die schönsten Orte in Polen. Mit Kindern lohnt sich auch ein Blick auf unseren Überblick über Spaßbäder in Polen, denn einer der größten Aquaparks des Landes steht genau in Breslau.

Häufige Fragen zum Breslau Städtetrip

Sind Breslau und Wrocław dieselbe Stadt?Ja. Wrocław ist der heutige polnische Name, Breslau der deutsche, der bis 1945 offiziell war und im deutschen Sprachgebrauch bis heute üblich ist. Beide gehen auf die alte Namensform Wrocisław zurück. Auf Schildern, Fahrplänen und im Navi findest du die Stadt nur als Wrocław.

Wie komme ich von Berlin oder Dresden nach Breslau?Mit dem Auto sind es von Berlin rund 345 Kilometer und knapp vier Stunden, von Dresden rund 270 Kilometer und gut drei Stunden, von Görlitz rund 170 Kilometer. Ab Berlin fahren direkte Eurocity-Züge in etwa vier Stunden, ab Dresden geht es mit Umstieg in Görlitz in dreieinhalb bis vier Stunden. Den Kulturzug gibt es seit Ende 2025 nicht mehr.

Wie viele Zwerge gibt es in Breslau?Rund 1.040. Der erste, Papa Krasnal, kam 2001 als Erinnerung an die antikommunistische Orange Alternative, im August 2005 folgten die ersten fünf kleinen Figuren, und seitdem kommen ständig neue dazu. Zwergenkarten gibt es in den Touristeninformationen, außerdem eine App.

Warum steht die Jahrhunderthalle auf der UNESCO-Liste?Max Berg baute sie von 1911 bis 1913, und zur Bauzeit war sie mit einem Innendurchmesser von 69 Metern der größte Stahlbetonbau ihrer Art weltweit. 2006 wurde sie als Pionierwerk der modernen Architektur in die Welterbeliste aufgenommen.

Wie viele Tage braucht man für Breslau?Zwei Tage reichen für die Innenstadt, die Dominsel und die Jahrhunderthalle. Wenn du mit Kindern reist und Zoo, Afrykarium und Hydropolis schaffen willst, plane drei Tage ein. Ein Tagesausflug aus Görlitz oder Dresden geht auch, dann aber nur mit Rynek und Dominsel.

Was ist das Panorama von Racławice?Ein Rundgemälde von 15 mal 114 Metern, das Jan Styka und Wojciech Kossak 1893 und 1894 gemalt haben. Es zeigt die Schlacht bei Racławice von 1794, und du stehst in der Mitte, umgeben von Malerei und echtem Gelände im Vordergrund. In Breslau ist es seit 1985 zu sehen, Tickets gibt es für feste Zeitfenster.

Was kann man in Breslau mit Kindern machen?Zwerge mit der Karte suchen, in den Zoo und ins Afrykarium gehen, das Hydropolis besuchen, mit der Seilbahn Polinka fahren und am Abend die Show am Multimediabrunnen der Jahrhunderthalle anschauen. Das Afrykarium buchst du am besten vorab, in der Saison ist es oft ausverkauft.

Wo parkt man in Breslau und braucht man dort ein Auto?Ein Auto brauchst du in der Stadt nicht. Das Zentrum ist größtenteils Fußgängerzone, und zur Jahrhunderthalle, in den Zoo und zum Hydropolis kommst du bequem mit der Straßenbahn. Parken rund um den Rynek ist teuer und voll, stell das Auto lieber in eine Tiefgarage, auf einen Park-and-Ride-Parkplatz oder frag im Hotel nach einem Stellplatz.

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