Tschechien · 30.6.2026

Budweis Städtetrip: 17 Tipps vom Schwarzen Turm bis zur Budvar-Brauerei

Aktualizováno 23.9.2026

Den Namen kennt in Deutschland fast jeder, meist allerdings vom Bieretikett. Wer von Passau, Linz oder München nach Krumau fährt, rauscht an Budweis oft einfach vorbei, und das ist schade. Die südböhmische Hauptstadt, tschechisch České Budějovice, hat einen der größten Marktplätze Mitteleuropas, einen Renaissance-Turm mit Rundblick bis zum Böhmerwald, eine Brauerei mit Führungen auf Deutsch und eine Altstadt, die so kompakt ist, dass du sie an einem halben Tag zu Fuß abläufst. Für einen Budweis Städtetrip spricht außerdem die Lage: Aus Linz bist du mit dem Zug in rund zwei Stunden da, aus Passau mit dem Auto in etwa zwei Stunden.Budweis war jahrhundertelang eine zweisprachige Stadt, und mit Österreich verbindet sie sogar die Eisenbahngeschichte: Von hier fuhr die Pferdeeisenbahn nach Linz, eine der ersten öffentlichen Bahnstrecken auf dem Kontinent. Wir haben 17 Tipps zusammengestellt, vom Marktplatz mit Samsonbrunnen über das gotische Salzhaus und die Fleischbänke bis zu den Teichen am Stadtrand. Dazu erfährst du, wie du aus Deutschland und Österreich anreist, wo du parkst, was ein Tag in Kronen und Euro kostet und welche Ausflüge sich von hier lohnen.

Budweis Städtetrip auf einen Blick

  • Mittelpunkt: der Přemysl-Ottokar-II.-Platz, einer der größten Marktplätze Tschechiens, mit Samsonbrunnen, Irrstein und barockem Rathaus.
  • Bester Ausblick: der Schwarze Turm, 225 Stufen, Eintritt 80 Kronen (gut 3 €), Kinder 40 Kronen.
  • Bier: Führung durch die Brauerei Budějovický Budvar, täglich auch auf Deutsch (Reservierung nötig), danach die Bierhallen in den Fleischbänken und im Salzhaus.
  • Zeitbedarf: Die Altstadt schaffst du in einem halben Tag, entspannt planst du einen ganzen Tag oder ein Wochenende ein.
  • Anreise: von Linz rund 100 Kilometer, von Passau gut 130 und von München gut 300 Kilometer mit dem Auto; direkte Züge fahren ab Linz.
  • Budget: ab etwa 900 Kronen (rund 37 €) pro Person und Tag inklusive Eintritt, Essen und Bier.

Anreise nach Budweis aus Deutschland und Österreich

Bevor es um die Altstadt geht, kurz zur Anreise. Budweis liegt näher an Bayern und Oberösterreich als an Prag, und das merkst du an den Verbindungen.

Mit dem Zug

Die bequemste Variante ohne Auto führt über Linz. Von dort fahren direkte Züge nach Budweis, der EuroCity „Jižní expres“ braucht knapp zwei Stunden, die Regionalzüge „Donau Moldau“ etwa zwei Stunden und zwanzig Minuten; tagsüber fährt etwa alle ein bis zwei Stunden ein Zug. Aus München fährst du also zuerst nach Linz und steigst dort um. Aus Passau gibt es keine direkte Bahnverbindung, auch hier geht es über Linz, insgesamt bist du rund viereinhalb Stunden unterwegs. Der Hauptbahnhof Budweis ist schön renoviert und liegt nur ein paar Minuten zu Fuß vom Zentrum: Du läufst die Lannova třída entlang und stehst auf dem Marktplatz.

Mit dem Bus

Direkte Fernbusse aus Süddeutschland nach Budweis sind selten, ein Blick auf die aktuellen Fahrpläne von FlixBus und RegioJet lohnt sich trotzdem. Gut ausgebaut ist die Strecke aus Prag: Beide Anbieter fahren mehrmals täglich, die Fahrt dauert rund zwei bis zweieinhalb Stunden und ist meist die günstigste Variante. Wenn du Budweis also mit einem Prag-Trip verbindest, ist der Bus ideal. Der Busbahnhof liegt direkt am Einkaufszentrum Mercury, von dort bist du in zehn Minuten in der Altstadt.

Mit dem Auto

Mit dem Auto ist Budweis vor allem aus Bayern und Oberösterreich ein klassisches Wochenendziel. Von Linz sind es rund 100 Kilometer (etwa eineinhalb Stunden), von Passau gut 130 Kilometer (rund zwei Stunden), von Regensburg etwa 240 und von München gut 300 Kilometer, also drei bis vier Stunden. Auf tschechischen Autobahnen wie der D3 rund um Budweis brauchst du eine elektronische Vignette, die du vorab auf der offiziellen Seite edalnice.gov.cz kaufst; sie ist an dein Kennzeichen gebunden. Kommst du über Linz, brauchst du für die österreichische Autobahn und Schnellstraße zusätzlich die österreichische Vignette.In der Altstadt selbst wird es eng, der historische Kern ist größtenteils Fußgängerzone. Stell das Auto am besten in einem der Parkhäuser ab (etwa am Mercury oder an der Dvořákova) oder auf den Parkplätzen am Senovážné oder Mariánské náměstí, von dort läufst du rund zehn Minuten. Alternativ parkst du auf einem Park-and-Ride-Platz am Stadtrand und fährst mit dem Bus hinein.
💡 Tipp: Ohne Auto bist du in Budweis völlig entspannt unterwegs. Die ganze Altstadt und die Uferwege schaffst du zu Fuß, nach Hluboká kommst du in ein paar Minuten mit Bus oder Zug. Das Auto vermisst du eigentlich nur beim Ausflug nach Holašovice.

17 Tipps für deinen Budweis Städtetrip

Schon Lust bekommen? Wir fahren regelmäßig nach Budweis, weil wir hier Familie haben, und kennen die Stadt inzwischen ziemlich gut. Die Tipps sind so sortiert, dass du sie grob als Spaziergang ablaufen kannst: erst der Marktplatz und die Gassen rundherum, dann das Ufer, am Ende die Ziele am Stadtrand.

1. Přemysl-Ottokar-II.-Platz

Fang dort an, wo die Stadt angefangen hat. Der Přemysl-Ottokar-II.-Platz gehört zu den größten Marktplätzen Tschechiens, er ist fast quadratisch mit einer Seitenlänge von rund 133 Metern, und ringsum stehen über vierzig historische Häuser mit Laubengängen. Benannt ist er nach dem böhmischen König, der Budweis im 13. Jahrhundert gegründet hat. Setz dich auf einen Kaffee, leg den Kopf in den Nacken und schau dich um; an diesen Platz kommst du im Lauf des Tages ohnehin immer wieder zurück, weil von hier aus alle Wege abgehen.
Blick vom Schwarzen Turm auf den Přemysl-Ottokar-II.-Platz in Budweis
Der Přemysl-Ottokar-II.-Platz vom Umgang des Schwarzen Turms. Mit rund 133 Metern Seitenlänge ist er einer der größten Tschechiens. Foto: Jakub Hałun / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

2. Schwarzer Turm

Der gut 72 Meter hohe Schwarze Turm (Černá věž), gebaut zwischen 1550 und 1577, ist das Wahrzeichen der Stadt und zugleich der beste Aussichtspunkt. Unten gotisch, oben Renaissance, diente er als Glockenturm und Feuerwache; bis zur Einführung des Telefons wohnte oben ein Türmer mit seiner Familie. Zum Umgang in 46 Metern Höhe führen 225 überwiegend hölzerne Stufen, und bei klarem Wetter siehst du bis zum Schloss Hluboká und zu den Kämmen des Böhmerwalds. Der Eintritt kostet 80 Kronen für Erwachsene (gut 3 €) und 40 Kronen für Kinder, seit 2025 gibt es außerdem ein Familienticket für 200 Kronen (zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder). Geöffnet ist von April bis Oktober, 10:00 bis 18:00 Uhr, im April bis Juni sowie im September und Oktober montags geschlossen, im Juli und August täglich; im Winter bleibt der Turm zu.
💡 Tipp: Geh gleich nach der Öffnung oder am späten Nachmittag hinauf. Die Treppe ist schmal, und tagsüber staut es sich darauf. Oben wartet dafür der schönste Blick auf die roten Dächer und den Platz unter dir.
Der Schwarze Turm in Budweis von der Hroznová-Gasse aus
Der Schwarze Turm von der Hroznová-Gasse aus, hinauf geht es über 225 Stufen. Foto: Jitka Erbenová / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

3. Samsonbrunnen

Mitten auf dem Platz steht der barocke Samsonbrunnen aus den Jahren 1721 bis 1727. Laut der Stadtenzyklopädie ist er der größte Brunnen Tschechiens, das Becken hat innen einen Durchmesser von 15 Metern. Die Figur des starken Samson, der einen Löwen bändigt, steht auf einem Sockel mit vier Atlanten, die eine steinerne Muschel tragen. Gespeist wurde der Brunnen früher mit Moldauwasser aus dem städtischen Wasserturm. Heute ist er das klassische Fotomotiv und der Treffpunkt, um den sich das Leben auf dem Platz dreht.
Samsonbrunnen auf dem Marktplatz in Budweis
Der Samsonbrunnen, der Treffpunkt mitten auf dem Marktplatz. Foto: Txllxt TxllxT / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

4. Irrstein

Ein paar Meter vom Brunnen entfernt, in Richtung Hotel Zvon, suchst du im Pflaster den Irrstein (Bludný kámen), einen unscheinbaren Stein mit einem eingemeißelten Kreuz. Hier soll früher der Richtblock gestanden haben: Die Stadtchronisten berichten, dass 1470 oder 1478 zehn junge Männer auf einmal hingerichtet wurden, weil keiner verraten wollte, wer von ihnen den Stadtrichter getötet hatte. Daraus wurde eine Sage, und nach ihr verirrt sich jeder, der nach 21 Uhr unwissentlich über den Stein geht, und irrt bis zum Morgen durch die Gassen. Die Einheimischen erzählen dir die Geschichte gern; rechne aber damit, dass der Stein wirklich klein ist und du eine Weile suchen musst.

5. Rathaus

Das barocke Rathaus an der Südseite des Platzes, erbaut 1727 bis 1730, gehört zu den schönsten Gebäuden der Stadt. Seine drei Türmchen mit Zwiebelhauben erinnern an das Stadtwappen. Auf der Attika stehen vier allegorische Figuren der Tugenden, Gerechtigkeit, Weisheit, Tapferkeit und Klugheit, dazwischen fantasievolle Wasserspeier; beides sind heute Kopien, die Originale stehen in der Eingangshalle. In der Saison kannst du über das Touristeninformationszentrum, das direkt im Rathaus sitzt, auch eine Führung durch die Innenräume buchen.

6. St.-Nikolaus-Dom

Gleich neben dem Schwarzen Turm steht der St.-Nikolaus-Dom, gegründet nach 1265 als Pfarrkirche. Nach einem Brand bekam er Mitte des 17. Jahrhunderts seine barocke Gestalt, zur Kathedrale wurde er erst mit der Gründung des Bistums Budweis Ende des 18. Jahrhunderts. Das Kirchenschiff kannst du in der Regel kostenlos betreten, drinnen ist es still und angenehm kühl, ideal für eine Pause zwischen Platz und Turm.

7. Salzhaus

Das spätgotische Salzhaus von 1531 am Piaristenplatz lehnt mit seiner Rückseite an der alten Stadtmauer und gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden der Stadt. Wahrscheinlich war es zuerst ein Kornspeicher, später Zeughaus und schließlich Salzlager, daher der Name. Achte auf die drei in Stein gemeißelten Gesichter an der Fassade, um die sich eine eigene Sage rankt. Nach einer aufwendigen Sanierung, die 2019 als Denkmal des Jahres ausgezeichnet wurde, sitzt darin heute ein Restaurant mit eigenem Bier: Gebraut wird in einem Haus an der Ecke České und Hroznová, und das Bier fließt durch eine Leitung unter dem Pflaster des Platzes ins Salzhaus.
Das Salzhaus auf dem Piaristenplatz in Budweis
Das Salzhaus am Piaristenplatz, früher das städtische Salzlager. Foto: Radim Havlíček / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

8. Fleischbänke

Die wohl bekannteste Bierhalle von Budweis steckt in den ehemaligen Metzgerläden aus dem 16. Jahrhundert. In den Fleischbänken (Masné krámy) an der Krajinská, seit 1953 ein Wirtshaus, sitzt du unter Gewölben an langen Tischen, bekommst Budvar vom Fass und ehrliche südböhmische Küche. Das Haus ist eine Institution; rechne damit, dass es mittags und abends voll ist, eine Reservierung lohnt sich.
Die beleuchteten Fleischbänke in Budweis
Die Fleischbänke: Aus den mittelalterlichen Metzgerläden ist heute ein Wirtshaus geworden. Foto: Anaj7 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

9. Rabensteiner Turm und Eiserne Jungfrau

Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind zwei Türme gut erhalten. Der Rabensteiner Turm aus dem 14. Jahrhundert an der Westseite der Altstadt (Zugang von der Panská) wurde im 19. Jahrhundert zu Wohnungen umgebaut; seit 2020 betreibt hier das Kultur- und Kreativzentrum Rabenštejnská 2020 Ausstellungen und Veranstaltungen. Im Südwesten steht die Eiserne Jungfrau (Železná panna), ein weiterer Turm der gotischen Befestigung, benannt nach dem Folterwerkzeug, das der Sage nach darin stand. Seit 2005 zeigt sie eine Ausstellung über Přemysl Ottokar II., den Gründer der Stadt. Beide liegen auf einem Rundgang am Rand der Altstadt.

10. Piaristenplatz und Dominikanerkloster

Der ruhige Gegenpol zum großen Marktplatz. Am Piaristenplatz stehen die Kirche Mariä Opferung und das gotische Dominikanerkloster, der Kern, um den die Stadt herumgewachsen ist. Jeden Donnerstag und Samstag von 6 bis 12 Uhr ist hier Markt mit Obst, Gemüse, Gebäck, Wurst und Honig, und überhaupt verirren sich hierher weniger Touristen, sodass du die Gotik in Ruhe genießen kannst.

11. Brauerei Budějovický Budvar (Führung)

Budějovický Budvar ist der Stolz der Stadt, und die Brauereiführung gehört zum Besten, was du hier unternehmen kannst. Dass der Name „Budweiser“ von hier stammt, weißt du spätestens seit dem jahrzehntelangen Markenstreit mit dem US-Konzern Anheuser-Busch. Die Führung dauert laut Brauerei 70 bis 80 Minuten, du siehst das Sudhaus, die Lagertanks und die Abfüllung und probierst am Ende das unpasteurisierte Lagerbier (ab 18 Jahren). Sie kostet 290 Kronen (rund 12 €), ermäßigt 220 Kronen, und läuft nur mit Reservierung. Für Einzelbesucher gibt es feste Termine: auf Deutsch täglich um 14:20 Uhr, im Juli und August zusätzlich um 10:20 Uhr. Die Brauerei liegt außerhalb des Zentrums, gut zwei Kilometer nordöstlich; hin kommst du mit dem Stadtbus, dem Rad oder zu Fuß.
💡 Tipp: Reservier deinen Termin rechtzeitig über die Website der Brauerei oder telefonisch, pro Führung ist die Gruppe auf 30 Personen begrenzt und die deutschen Termine sind in der Saison schnell voll. Nach der Führung gehst du am besten gleich in der Brauereigaststätte Budvarka zu Mittag essen. Achtung: Bis Ende November 2026 fährt die Buslinie 2 laut Brauerei wegen Bauarbeiten nicht bis zur Brauerei.
Gelände der Brauerei Budějovický Budvar mit Bierkästen
Das Gelände der Brauerei Budějovický Budvar, hier beginnen die Führungen. Foto: Czeva / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

12. Südböhmisches Museum und Museum der Pferdeeisenbahn

Das Südböhmische Museum in seinem repräsentativen Gebäude an der Dukelská führt dich durch Natur, Archäologie und Geschichte der Region, einschließlich der Gründung der Stadt; geöffnet ist es ganzjährig von Dienstag bis Sonntag. Für Leser aus Österreich und Bayern besonders spannend ist das Museum der Pferdeeisenbahn (Muzeum koněspřežky) an der Mánesova. Es erinnert an die Pferdeeisenbahn von Budweis nach Linz, eine der ersten öffentlichen Eisenbahnen auf dem Kontinent. Das kleine Museum hat allerdings nur von Mai bis September geöffnet. Beide sind ein guter Plan, wenn es draußen gerade regnet.

13. Aleš-Südböhmische Galerie: Wortner-Haus

Kunstfreunde sollten die Aleš-Südböhmische Galerie nicht auslassen, eine der größten Galerien ihrer Art in Tschechien. Ihr Hauptsitz ist in Hluboká, in Budweis hat sie das Wortner-Haus gleich beim Schwarzen Turm, mit wechselnden Ausstellungen und Konzerten. Direkt am Marktplatz findest du außerdem die Galerie für zeitgenössische Kunst und Architektur im Haus der Kunst.

14. Park Stromovka

Gut einen Kilometer vom Zentrum, am anderen Ufer der Moldau, liegt der Park Stromovka, mit 68 Hektar der größte Park der Stadt, eher ein Waldpark als ein gepflegter Stadtgarten. Es gibt einen Lehrpfad, eine Discgolf-Anlage, Radwege und im Sommer viel Platz für ein Picknick. Ideal, wenn du genug vom Pflaster hast und kurz ins Grüne willst, ohne weit zu fahren.

15. Ufer der Maltsch und Sokol-Insel

Ein Spaziergang an der Maltsch (Malše) gehört zum Schönsten, was Budweis zu bieten hat: Brücken, Bänke, Reste der Stadtbefestigung und Ruhe am Wasser. So kommst du bis zur Sokol-Insel (Sokolský ostrov) am Zusammenfluss von Maltsch und Moldau, mit Schwimmstadion, Café und in der Saison einem Verleih für Ruder- und Tretboote. Im Sommer starten in Budweis auch kommentierte Bootsfahrten auf Maltsch und Moldau.

16. Wasserturm

Etwa einen Kilometer nördlich des Marktplatzes, an der Mánesova, steht der Wasserturm (Vodárenská věž), ein technisches Denkmal. Das Wasserwerk entstand in den 1720er-Jahren und versorgte unter anderem den Samsonbrunnen mit Moldauwasser. Seine heutige neugotische Form und die Höhe von 44,3 Metern bekam der Turm beim Umbau 1882. Seit 2015 ist das Gelände mit einem Lehrpfad zur Geschichte der Budweiser Wasserversorgung öffentlich zugänglich. Wichtig für deine Planung: Wegen einer technischen Stilllegung nimmt der Betreiber bis Ende 2026 keine Reservierungen für Turmführungen an, Gruppenführungen sind erst wieder ab dem 2. Januar 2027 buchbar. Es lohnt sich trotzdem, wenn du auf dem Weg zum Pferdeeisenbahn-Museum etwas weniger Abgegriffenes als den Marktplatz sehen willst.

17. Teiche von Vrbné

Am nordwestlichen Stadtrand liegt das Naturschutzgebiet Vrbenské rybníky, vier Teiche mit Wiesen und Erlenbruchwald, heute Teil eines Vogelschutzgebiets und ein echtes Paradies für Vogelbeobachter. Hindurch führt der Lehrpfad „Po hrázích Vrbenských rybníků“ (Über die Dämme der Vrbné-Teiche), rund vier Kilometer lang mit zehn Stationen, den du auch mit Kindern entspannt schaffst. Mit dem Stadtbus fährst du bis zur Haltestelle České Vrbné, von dort sind es noch etwa 850 Meter bis zum Start am Damm des Nový Vrbenský rybník.
💡 Tipp: Nimm ein Fernglas mit und komm früh am Morgen oder gegen Abend, dann ist am Wasser am meisten los. Vogelbeobachtung und Ruhe abseits des Pflasters sind ein schöner Gegenpol zum trubeligen Zentrum.

Budvar-Brauerei und wo du in Budweis isst

Budweis ist durch und durch eine Bierstadt, Essen und Trinken gehören hier zum Programm. Neben der Führung bei Budvar (siehe Tipp 11) gehst du am besten in die legendären Fleischbänke oder ins Salzhaus, wo das hauseigene Lagerbier zwischen historischen Mauern gezapft wird. Beide liegen ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt.Für Frühstück und Kaffee hat die Stadt eine überraschend lebendige Szene, beliebt sind etwa das Café Datel, das Praži Café und das gemütliche Kavárna Pokoj. Für ein ordentliches Mittag- oder Abendessen probierst du eines der Restaurants in der Altstadt; reservieren solltest du vor allem am Wochenende, dann ist in der Stadt viel los. Richtig gut isst du gerade in den Fleischbänken: eine ehrliche Portion und Budvar direkt von der Quelle, eine bessere Kombination findest du in Budweis kaum. Mittags bieten viele Wirtshäuser ein günstiges Tagesmenü (polední menu) an, das ist in Tschechien die preiswerteste Art, warm zu essen.
💡 Tipp: Donnerstags und samstags ist vormittags Markt auf dem Piaristenplatz. Hol dir dort südböhmischen Käse oder frisches Gebäck und mach ein Picknick auf der Sokol-Insel oder in der Stromovka.

Ausflüge rund um Budweis (Hluboká, Holašovice)

Budweis ist eine hervorragende Basis, das Beste aus Südböhmen hast du von hier in Reichweite. Einen Überblick über die ganze Region findest du in unserem Artikel über Südböhmen, für das ganze Land in unserer Übersicht der Tschechien Sehenswürdigkeiten. Geführte Ausflüge und Tickets in der Umgebung findest du bei GetYourGuide →
  • Schloss Hluboká nad Vltavou (Frauenberg, gut 11 km), das märchenhaft weiße Schloss im Stil der englischen Tudorgotik ist eines der schönsten in Tschechien. Du bist mit Bus oder Zug in wenigen Minuten dort, in der Saison auch mit dem Schiff auf der Moldau. Plan einen halben Tag ein.
  • Holašovice (gut 17 km), das Dorf im Stil des Bauernbarocks steht auf der UNESCO-Welterbeliste, ein Ensemble malerischer Höfe rund um den Dorfanger mit Teich. Ein schöner Halt unterwegs, am besten mit dem Auto oder dem Rad.
  • Český Krumlov (Krumau, rund 26 km), eines der schönsten Ziele in Tschechien, mit Schloss und Altstadt über einer Moldauschleife. Für eine gründliche Besichtigung reservierst du dir einen ganzen Tag.
  • Zoo Ohrada und Dívčí Kámen, der Zoo bei Hluboká ist ideal für Familien mit Kindern, die romantische Burgruine Dívčí Kámen (Maidstein) liegt über dem Zusammenfluss der Moldau mit dem Křemžský potok, knapp 20 Kilometer südwestlich der Stadt.
  • Kloster Zlatá Koruna (Goldenkron, gut 20 km), eines der am besten erhaltenen gotischen Klöster Mitteleuropas, malerisch im Moldautal auf dem Weg nach Krumau. Du erreichst es mit dem Auto oder mit dem Zug auf der Strecke nach Krumau, die Besichtigungsrouten sind etwa von April bis Oktober geöffnet.
Wenn du danach noch weiter in die Berge willst: Der Böhmerwald beginnt nur eine knappe Stunde südwestlich, Tipps dafür haben wir in unserem Artikel über die Böhmerwald Sehenswürdigkeiten gesammelt.Unterkunft in Hluboká nad Vltavou →Schloss Hluboká nad Vltavou mit Garten

Was kostet ein Budweis Städtetrip?

Budweis gehört zu den günstigeren Städten Tschechiens, und im Vergleich zu Deutschland oder Österreich merkst du das vor allem beim Essen und beim Bier. Bezahlt wird in Tschechischen Kronen (CZK), Karten werden fast überall akzeptiert. Die Euro-Beträge sind grob mit 24 Kronen pro Euro umgerechnet, schau vor der Reise auf den aktuellen Kurs. Ein ungefähres Tagesbudget pro Person, wenn du auf eigene Faust unterwegs bist:
PostenUngefähr pro Tag (1 Person)
Unterkunft (Hostel / Pension, pro Person)500–1.200 Kč (ca. 20–50 €)
Essen (Mittagessen im Wirtshaus, Frühstück, Kaffee)250–450 Kč (ca. 10–19 €)
Eintritt (Schwarzer Turm 80 Kč, Budvar-Führung 290 Kč)100–400 Kč (ca. 4–17 €)
Verkehr in der Stadt / Ausflug (Stadtbus, Zug nach Hluboká)50–150 Kč (ca. 2–6 €)
Gesamtca. 900–2.200 Kč (ca. 37–90 €) / Tag
Sparen kannst du, wenn du im Hostel übernachtest und mittags das Tagesmenü im Wirtshaus nimmst. Die Altstadt selbst kostet fast nichts: Marktplatz, Dom und Spaziergang am Ufer sind gratis. Die Anreise ist in der Tabelle nicht enthalten; mit dem Auto kommen für Strecken über tschechische Autobahnen noch die Vignette und das Parken dazu. Unterkunft in Budweis finden →

Wo übernachten in Budweis?

Die meisten übernachten direkt in der Altstadt rund um den Přemysl-Ottokar-II.-Platz. Von dort gehst du zu Fuß zum Schwarzen Turm, zu den Bierhallen und an die Maltsch und musst abends nirgendwohin mehr fahren. Günstiger schläfst du etwas außerhalb des Zentrums bei der Sokol-Insel und in Bahnhofsnähe.

  • Am günstigsten: ein Bett im Hostel oder in einer einfachen Unterkunft im Zentrum ab etwa 400 bis 700 Kronen (ca. 17–29 €) pro Person und Nacht.
  • Mittelklasse: ein Doppelzimmer in einer Pension oder einem Drei-Sterne-Hotel am Platz ab etwa 1.400 bis 2.200 Kronen (ca. 58–92 €) mit Frühstück.
  • Mit dem Auto: Hotels am Rand der Altstadt mit eigenem Parkplatz. Im historischen Kern ist Parken gebührenpflichtig und in der Saison knapp.
  • Mit Kindern oder für mehrere Tage: Ferienwohnungen bei der Sokol-Insel, von dort bist du schnell auf dem Radweg an der Moldau und in Hluboká.

Während der Agrarmesse Země živitelka Ende August und der großen Festivals ist die Stadt lange im Voraus ausgebucht. Aktuelle Preise und Verfügbarkeit vergleichst du über unsere Unterkünfte in Budweis.

Wohin als Nächstes

Häufige Fragen zum Budweis Städtetrip

Was kann man in Budweis an einem Tag machen? Du schaffst das Wichtigste: den Přemysl-Ottokar-II.-Platz mit Samsonbrunnen und Irrstein, den Aufstieg auf den Schwarzen Turm, den St.-Nikolaus-Dom, das Salzhaus, die Fleischbänke und einen Spaziergang an der Maltsch. Wenn du früh startest, passt auch die Budvar-Führung um 14:20 Uhr auf Deutsch hinein oder ein Nachmittagsausflug nach Hluboká.Was kostet der Eintritt zum Schwarzen Turm in Budweis? Erwachsene zahlen 80 Kronen (gut 3 €), Kinder 40 Kronen, das Familienticket für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder kostet 200 Kronen. Bis zum Umgang in 46 Metern Höhe sind es 225 Stufen. Geöffnet ist von April bis Oktober von 10:00 bis 18:00 Uhr, außerhalb von Juli und August montags geschlossen; im Winter bleibt der Turm zu.Gibt es bei Budvar Brauereiführungen auf Deutsch? Ja. Für Einzelbesucher gibt es täglich eine deutsche Führung um 14:20 Uhr, im Juli und August zusätzlich um 10:20 Uhr, immer nur mit Reservierung. Die Tour dauert 70 bis 80 Minuten, führt durch Sudhaus, Lagerkeller und Abfüllung und endet mit einer Kostprobe des unpasteurisierten Lagers. Sie kostet 290 Kronen (rund 12 €), ermäßigt 220 Kronen.Wo parkt man in Budweis am besten? Die Altstadt ist größtenteils Fußgängerzone, direkt am Marktplatz parkst du nicht. Praktisch sind die Parkhäuser am Einkaufszentrum Mercury und an der Dvořákova sowie die Parkplätze am Senovážné und Mariánské náměstí, von denen du in rund zehn Minuten im Zentrum bist. Günstiger ist ein Park-and-Ride-Platz am Stadtrand mit dem Stadtbus ins Zentrum.Was ist der Irrstein in Budweis und wo finde ich ihn? Der Irrstein ist ein unscheinbarer Stein mit Kreuz im Pflaster des Marktplatzes, nahe dem Samsonbrunnen in Richtung Hotel Zvon. Der Sage nach stand hier der Richtblock, an dem im 15. Jahrhundert zehn junge Männer hingerichtet wurden, und wer nach 21 Uhr unwissentlich darübergeht, verirrt sich bis zum Morgen in der Stadt. Er ist wirklich klein, du musst also eine Weile suchen.Wie komme ich von Linz, Passau oder München nach Budweis? Aus Linz fahren direkte Züge in knapp zwei bis zweieinhalb Stunden, mit dem Auto sind es rund 100 Kilometer. Von Passau fährst du mit dem Auto gut 130 Kilometer (etwa zwei Stunden), mit der Bahn geht es über Linz. Aus München sind es gut 300 Kilometer mit dem Auto, mit dem Zug fährst du ebenfalls über Linz. Bahnhof und Busbahnhof liegen nur ein paar Minuten zu Fuß vom Zentrum.Welche Ausflüge lohnen sich von Budweis aus? Am nächsten liegen Schloss Hluboká nad Vltavou (gut 11 Kilometer, ein paar Minuten mit Bus oder Zug) und das UNESCO-Dorf Holašovice (gut 17 Kilometer). Für einen ganzen Tag lohnt sich Krumau (Český Krumlov, rund 26 Kilometer). Für Familien ist der Zoo Ohrada bei Hluboká ideal.Braucht man in Budweis ein Auto? Nein. Die ganze Altstadt und das Ufer erkundest du bequem zu Fuß, nach Hluboká kommst du mit Bus oder Zug. Das Auto ist vor allem für Holašovice praktisch, wohin öffentliche Verkehrsmittel schlechter fahren.Wann ist die beste Reisezeit für Budweis? Am besten von April bis Oktober, dann ist der Schwarze Turm geöffnet, Boote und Saisonangebote laufen. Der Hochsommer ist am lebendigsten, aber auch am vollsten; im Mai, Juni und September ist es angenehm und ruhiger. Im Dezember lohnt sich ein Besuch wegen des Weihnachtsmarkts auf dem Marktplatz.Wie viele Tage sollte man für Budweis einplanen? Für die Stadt selbst reicht ein Tag, entspannt sind zwei. Wenn du Ausflüge nach Hluboká, Holašovice und Krumau dazunimmst, füllst du locker ein verlängertes Wochenende, und langweilig wird es dir nicht.

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