Zypern · 28.7.2026

Famagusta und Varosha: So besuchst du die Geisterstadt auf Zypern

Opuštěné hotely čtvrti Varosha ve Famagustě na Kypru

Aktualizováno 27.9.2026

Es gibt Orte, über die man vorher viel liest und die einen trotzdem kalt erwischen. Famagusta und Varosha gehören für uns dazu. Auf der einen Seite eine gotische Kathedrale, der die Osmanen ein Minarett aufgesetzt haben, dahinter venezianische Mauern, die seit fast 500 Jahren stehen. Ein paar Kilometer weiter südlich eine ganze Hotelküste, die seit 1974 niemand mehr bewohnt: leere Balkone, zerbrochene Scheiben, und direkt davor liegen Leute am Strand und cremen sich ein. Varosha war Anfang der Siebzigerjahre eines der begehrtesten Seebäder am Mittelmeer. Dann wurde es innerhalb eines Tages geräumt, eingezäunt und fast fünfzig Jahre lang verschlossen.

Heute darfst du einen Teil davon zu Fuß oder mit dem Rad durchqueren, ohne Eintritt und ohne Führung. Damit das klappt, solltest du vorher ein paar Dinge wissen: Famagusta liegt im Norden der Insel, also jenseits der Grünen Linie, und dort gelten eigene Regeln für Mietwagen, Versicherung und Einreise. In diesem Artikel erklären wir dir, wie du von Larnaka oder Ayia Napa aus hinkommst, was du beim Grenzübertritt mit einem deutschen oder österreichischen Ausweis beachten musst, was in Varosha erlaubt ist und was nicht, und welche Sehenswürdigkeiten in der Altstadt und rund um Famagusta den Tag vollmachen.

Famagusta und Varosha auf einen Blick

  • Lage: an der Ostküste im Norden Zyperns, gut 60 Kilometer Luftlinie östlich von Nikosia. Der türkische Name der Stadt ist Gazimağusa, der griechische Ammochostos.
  • Varosha ist teilweise offen: seit dem 8. Oktober 2020, Eintritt frei, du bewegst dich auf markierten Wegen. Autos bleiben draußen.
  • Öffnungszeiten Varosha: April bis August 8:00 bis 19:30 Uhr, September und Oktober bis 18:00 Uhr, November bis März bis 17:00 Uhr.
  • Zeitbedarf: für Varosha 1,5 bis 3 Stunden, für Famagusta mit Altstadt und Salamis ein ganzer Tag.
  • Die Highlights: Varosha, die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee, der Othello-Turm, die venezianische Stadtmauer und die antike Stadt Salamis.
  • Grenze: Personalausweis oder Reisepass reicht, ein Visum brauchst du als Deutscher oder Österreicher nicht.
  • Mietwagen: nur, wenn dein Vermieter im Süden die Fahrt in den Norden erlaubt. Am Übergang schließt du eine nordzyprische Haftpflicht ab, Schäden am Mietwagen selbst deckt sie nicht.
  • Geld: Türkische Lira (TRY), Euro werden aber fast überall genommen.
  • Beste Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober. Im Hochsommer sind es oft über 35 °C.
Verlassene Hotelhochhäuser an der Küste von Varosha in Famagusta auf Zypern
Die leeren Hotelhochhäuser von Varosha direkt am Meer. Foto: Pexels

Famagusta und Varosha: warum sich der Weg in den Norden lohnt

Famagusta (türkisch Gazimağusa) ist mit rund 40.000 Einwohnern eine der größeren Städte im Norden Zyperns und hat den tiefsten Naturhafen der Insel. Im Mittelalter, unter den Lusignans, den Genuesen und den Venezianern, war sie der wichtigste Hafen Zyperns und ein Umschlagplatz für Waren aus der Levante. Aus dieser Zeit stammt die Altstadt: Sie wird von einer rund 3,5 Kilometer langen venezianischen Stadtmauer umschlossen, die im Wesentlichen im 15. und 16. Jahrhundert ihre heutige Form bekam. Drinnen findest du gotische Kirchen, die zu Moscheen umgebaut wurden, Ruinen, zwischen denen Katzen schlafen, und enge Gassen mit kleinen Cafés.

Der Grund, warum die meisten Besucher kommen, liegt aber südlich der Mauern: Varosha, das moderne Viertel der Stadt. Anfang der Siebzigerjahre wurde hier ein Hotelhochhaus nach dem anderen hochgezogen, entlang der John-F.-Kennedy-Avenue reihten sich King George, Asterias, Florida und Argo. Das Argo soll das Lieblingshotel von Elizabeth Taylor gewesen sein, und auch Richard Burton, Raquel Welch und Brigitte Bardot werden als Gäste genannt. Wer damals im Sommer ein Zimmer wollte, musste Monate im Voraus buchen. Unter den Urlaubern waren viele Briten, Franzosen, Skandinavier und Deutsche.

Was in Varosha passiert ist

Im Juli 1974 putschte die griechische Militärjunta zusammen mit zyprischen Nationalisten gegen Präsident Makarios, wenige Tage später landeten türkische Truppen auf der Insel. Als die türkische Armee im August auf Famagusta vorrückte, flohen die griechisch-zyprischen Bewohner innerhalb weniger Stunden nach Süden, nach Paralimni, Deryneia und Larnaka. Die ganze Stadt Famagusta hatte damals schätzungsweise 39.000 Einwohner, die große Mehrheit davon griechische Zyprer. Sie rechneten damit, in ein paar Tagen zurückzukommen, und ließen Möbel, Kleidung und Autos zurück. Zurück kam keiner. Die Armee zäunte Varosha ein und sperrte es ab, und so blieb es fast ein halbes Jahrhundert: ein militärisches Sperrgebiet, in dem die Häuser langsam verfielen und über die Jahre auch geplündert wurden.

Politisch ist Varosha bis heute ein Pulverfass. Die Resolution 550 des UN-Sicherheitsrats von 1984 nennt jeden Versuch, das Viertel mit anderen Menschen als seinen früheren Bewohnern zu besiedeln, „unzulässig“ und fordert, das Gebiet unter UN-Verwaltung zu stellen. Die teilweise Öffnung im Oktober 2020 haben die EU und die Vereinten Nationen scharf kritisiert, die Republik Zypern sieht darin einen Bruch der UN-Beschlüsse. Wenn du zwischen den verfallenen Häusern entlanggehst, denk daran, dass diese Straßen für Tausende Familien kein Lost Place sind, sondern ihr Zuhause, das sie nie wiedersehen durften. Leise sein, nichts mitnehmen und keine albernen Posen für Instagram – das ist das Mindeste.

Varosha, das verlassene südliche Viertel von Famagusta mit leeren Hotels
Varosha, das verlassene Südviertel von Famagusta. Foto: OSCE Parliamentary Assembly, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Varosha besuchen: so funktioniert es heute

Viele Artikel im Netz sind an dieser Stelle veraltet und sprechen noch vom Blick durch den Stacheldraht. Das stimmt so nicht mehr. Seit dem 8. Oktober 2020 ist ein Teil von Varosha zwischen dem früheren Offiziersclub und dem Hotel Golden Sands für Besucher geöffnet, 2021 kam eine zweite Öffnungsphase dazu. Seitdem sind Hunderttausende hier durchgelaufen, an Wochenenden ist es entsprechend voll.

Der Eintritt ist frei. Der Eingang liegt etwa 1,6 Kilometer südöstlich der Altstadt, in der Nähe von Palm Beach, direkt davor gibt es einen Parkplatz. Mit dem Auto darfst du nicht hinein. Du gehst zu Fuß oder leihst dir am Eingang ein Fahrrad oder einen E-Scooter, bezahlt wird meistens mit Karte. Wie viel das kostet, schwankt, und bei der hohen Inflation der Lira ändern sich die Preise ständig.

ZeitraumÖffnungszeiten
April bis August8:00 bis 19:30 Uhr
September und Oktober8:00 bis 18:00 Uhr
November bis März8:00 bis 17:00 Uhr

Was in Varosha erlaubt ist und was nicht

  • Nur auf den markierten Wegen bleiben. Die Hauptachsen sind die frühere Kennedy-Avenue (Kennedy Caddesi) und die Demokrasi Caddesi.
  • Kein Betreten der Gebäude. Nach fünfzig Jahren ohne Instandhaltung kann jederzeit etwas einstürzen.
  • Eingezäunte und gesperrte Bereiche sind tabu. Das Gebiet steht weiterhin unter militärischer Kontrolle.
  • Drohnen sind verboten. Das ist kein Kavaliersdelikt, du bewegst dich in einem militärischen Bereich.
  • Keine Soldaten, Wachposten oder militärischen Anlagen fotografieren. Laut Auswärtigem Amt gilt auf der ganzen Insel in der Nähe von Militäreinrichtungen und der Pufferzone ein striktes Fotografierverbot, das nicht immer gut ausgeschildert ist.
  • Autos bleiben am Eingang. Drinnen fährst du nur Rad oder Scooter.

Für den Rundgang ohne Strandpause brauchst du etwa 1,5 bis 2 Stunden, mit Baden und Fotos auch drei. Schatten gibt es kaum, im Sommer kommst du deshalb am besten gleich um acht Uhr oder erst am späten Nachmittag. Am Strand von Varosha gilt: Bleib in den freigegebenen Abschnitten und schwimm nicht nach Süden Richtung Pufferzone. Das Auswärtige Amt warnt ausdrücklich davor, die seeseitige Verlängerung der Demarkationslinie schwimmend oder mit dem Boot zu überqueren.

💡 Tipp: Nimm genug Wasser und eine Kopfbedeckung mit. Innerhalb von Varosha gibt es keine Läden und keine Kioske, nur leere Straßen und aufgeheizten Asphalt. Etwas zu trinken bekommst du erst wieder am Eingang.

Wie du nach Famagusta kommst

Aus Deutschland und Österreich fliegst du am einfachsten nach Larnaka oder Paphos im Süden der Insel, je nach Saison gibt es Direktflüge aus mehreren deutschen Städten, zum Beispiel aus Frankfurt, München, Düsseldorf oder Berlin, und ab Wien. Die reine Flugzeit liegt bei etwa dreieinhalb bis vier Stunden. Von Larnaka sind es auf der Straße gut 55 Kilometer bis Famagusta, ungefähr eine Stunde Fahrt ohne Wartezeit an der Grenze. Aus dem Badeort Ayia Napa sind es sogar nur rund 18 Kilometer. Von Paphos musst du fast 170 Kilometer quer über die Insel einplanen, das sind gut zweieinhalb Stunden. Was du im Süden unterwegs noch mitnehmen kannst, haben wir in unserem Überblick über die Zypern Sehenswürdigkeiten zusammengestellt.

Es gibt auch Flüge über die Türkei zum Flughafen Ercan im Norden. Davon raten wir ab: Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die Regierung der Republik Zypern die Einreise über Flug- oder Seehäfen im Norden grundsätzlich als strafbare illegale Einreise betrachtet. Ercan ist außerdem nicht ins internationale ICAO-System eingebunden. EU-Bürger dürfen die Demarkationslinie zwar unabhängig vom Einreiseort überqueren, aber wer ganz sicher gehen will, landet im Süden und fährt über einen der offiziellen Übergänge.

Der Grenzübertritt

Die nächsten Übergänge nach Famagusta sind Deryneia (türkisch Boğaz), nur wenige Kilometer südlich von Varosha und die einfachste Wahl aus Ayia Napa oder Protaras, und Strovilia (Akyar) im britischen Stützpunktgebiet Dhekelia an der Straße von Larnaka. Beide sind für Autos geöffnet, in Nikosia gehst du am Übergang in der Ledra-Straße zu Fuß hinüber. Laut Auswärtigem Amt reicht Deutschen dafür der Personalausweis oder der Reisepass, auch ein vorläufiger Ausweis oder ein Kinderreisepass ist in Ordnung. Ein Visum brauchst du nicht. Kontrolliert wird in beiden Richtungen, gestempelt wird der Pass im Norden in der Regel nicht, das Dokument wird nur gescannt. Meistens geht es schnell, an Sommerwochenenden kann es an den Autospuren aber länger dauern.

Beim Rückweg in den Süden gelten die EU-Regeln für die Grüne Linie: Waren für den persönlichen Bedarf darfst du bis zu einem Wert von 260 Euro mitnehmen, dazu höchstens 40 Zigaretten und einen Liter Spirituosen. Gefälschte Markenware aus dem Norden ist verboten und wird bei Stichproben beschlagnahmt. Und ganz wichtig für Salamis und die Strände: Aus dem Norden darfst du keinerlei Antiquitäten ausführen, und das Auswärtige Amt zählt dazu ausdrücklich auch Steine, Tonscherben, Fossilien und alles, was alt aussieht. Also bitte keine Scherbe als Andenken einstecken.

💡 Tipp: Das ist der häufigste Fehler bei einem Zypern-Urlaub. Viele Vermieter im Süden verbieten die Fahrt in den Norden, und selbst wenn sie es erlauben, gilt deine Versicherung aus dem Süden jenseits der Grünen Linie nicht. Am Übergang musst du deshalb eine nordzyprische Kfz-Haftpflicht für die Dauer deines Aufenthalts abschließen. Das Auswärtige Amt betont: Diese Versicherung deckt keine Schäden am Mietwagen selbst. Kläre also vor der Buchung schriftlich mit dem Vermieter, ob du hinüberfahren darfst und was im Schadensfall passiert, sonst zahlst du bei einem Unfall womöglich alles selbst. Die Versicherungsschalter sind nicht rund um die Uhr besetzt, auch wenn die Übergänge selbst durchgehend offen sind.

Zwei weitere rechtliche Punkte solltest du im Hinterkopf haben. Die Bundesrepublik erkennt die „Türkische Republik Nordzypern“ nicht an, die deutsche Botschaft in Nikosia kann dir im Norden deshalb nur sehr eingeschränkt helfen, wenn etwas schiefgeht. Und falls dich ein Makler auf ein Ferienhaus mit Meerblick anspricht: Der Kauf von Immobilien im Norden ist wegen oft ungeklärter Eigentumsverhältnisse riskant, die Behörden der Republik Zypern verfolgen das laut Auswärtigem Amt strafrechtlich. Schließ außerdem eine Auslandsreisekrankenversicherung ab, die den Norden ausdrücklich einschließt. Auf die europäische Krankenversicherungskarte solltest du dich dort nicht verlassen.

Geld und Bezahlen

Im Norden zahlst du mit Türkischer Lira (TRY), in Restaurants, Hotels und bei Fahrradverleihen kommst du mit Euro aber problemlos durch, oft allerdings zu einem schlechteren Kurs. Wegen der Inflation ändern sich Lira-Preise schnell, konkrete Zahlen aus Reiseführern sind meist nach ein paar Monaten überholt. Die Eintrittspreise der Sehenswürdigkeiten liegen umgerechnet im niedrigen einstelligen Eurobereich. Etwas Bargeld dabeizuhaben, schadet nicht.

Famagusta Sehenswürdigkeiten: was du nicht verpassen solltest

Lala-Mustafa-Pascha-Moschee

Das Wahrzeichen der Altstadt und eines der merkwürdigsten Bauwerke im ganzen Mittelmeerraum. Ursprünglich war das die gotische Kathedrale des heiligen Nikolaus, gebaut zwischen 1298 und 1312 im Stil der französischen Hochgotik und oft mit der Kathedrale von Reims verglichen. Hier wurden die Lusignan-Könige symbolisch auch zu Königen von Jerusalem gekrönt. Nach der Eroberung durch die Osmanen 1571 wurde die Kirche zur Moschee, an die Westfassade kam ein Minarett. Ihren heutigen Namen trägt sie erst seit 1954, nach dem osmanischen Feldherrn, der Famagusta belagert hatte.

Der Eintritt ist frei, es ist aber eine aktive Moschee: Schuhe aus, Schultern und Knie bedeckt, und während der Gebetszeiten bleibst du draußen. Genau der Kontrast macht den Besuch aus: außen reich verzierte gotische Portale und Fensterrosen, innen ein vollkommen leerer, weiß getünchter Raum mit Teppichen.

Lala-Mustafa-Pascha-Moschee in Famagusta, früher die gotische Nikolauskathedrale
Die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee, früher die Kathedrale des heiligen Nikolaus. Foto: A.Savin, Wikimedia Commons, Free Art License

Othello-Turm

Die wuchtige Zitadelle mit Wassergraben bewachte früher die Einfahrt in den alten Hafen. Gebaut haben sie die Lusignans im 14. Jahrhundert, die Venezianer bauten sie gegen Ende des 15. Jahrhunderts um und ersetzten die eckigen Türme durch runde, die Kanonenkugeln besser standhielten. Über dem Eingang siehst du noch den Markuslöwen und die Jahreszahl 1492. Den Namen hat der Turm von Shakespeares „Othello“, dessen Handlung in einer Hafenstadt auf Zypern spielt. Famagusta nennt das Stück nicht beim Namen, die Tradition verortet es aber hierher. Über steinerne Treppen kommst du auf die Wehrgänge und schaust über den Hafen und die Altstadt.

Venezianische Stadtmauer

Die Befestigung umschließt die Altstadt auf rund 3,5 Kilometern und zählt zu den am besten erhaltenen im östlichen Mittelmeer. Am eindrucksvollsten ist die Martinengo-Bastion an der Nordwestecke, die als eines der Meisterwerke des Festungsbaus der Renaissance gilt. Am schönsten läufst du die Mauern am frühen Abend ab, wenn der Sandstein gelblich zu leuchten beginnt.

Martinengo-Bastion in der venezianischen Stadtmauer von Famagusta
Die Martinengo-Bastion, Teil der venezianischen Befestigung von Famagusta. Foto: A.Savin, Wikimedia Commons, Free Art License

Antike Stadt Salamis

Rund 6 Kilometer nördlich der Stadt, mit dem Auto etwa eine Viertelstunde, liegt Salamis, eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Zyperns. Die Stadt war über Jahrhunderte eines der wichtigsten Stadtkönigtümer der Insel, unter den Römern ließen die Kaiser Trajan und Hadrian ihre öffentlichen Bauten erneuern. Erhalten sind ein Theater, Thermen, das Gymnasion mit Säulenhalle und Säulenreihen an den alten Straßen, verteilt über ein Gelände, auf dem du stundenlang herumlaufen kannst.

Plane für die Besichtigung 2 bis 3 Stunden ein, das Areal ist weitläufig und fast ohne Schatten. Der Eintritt ist niedrig, umgerechnet ein paar Euro, wird aber in Lira berechnet und ändert sich mit der Inflation.

Säulenreihe in der antiken Stadt Salamis auf Zypern
Säulen im antiken Salamis. Foto: George Groutas, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Kloster des heiligen Barnabas

Nur ein kurzes Stück von Salamis entfernt steht das Kloster, das einem der Schutzpatrone Zyperns geweiht ist. Der Überlieferung nach wurde hier der Apostel Barnabas begraben, sein Grab liegt in einer kleinen Kapelle ganz in der Nähe. Die heutigen Klostergebäude stammen im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert, seit 1974 leben hier keine Mönche mehr, und das Kloster ist ein Museum für Ikonen und archäologische Funde. Ein ruhiger Stopp, den du gut mit Salamis zu einem Vormittag verbinden kannst.

Strände in Famagusta und Umgebung

Golden Beach auf der Karpas-Halbinsel

Der Golden Beach ist ein mehrere Kilometer langer Strand aus feinem, goldenem Sand mit Dünen dahinter und ohne Hotelburgen. Er liegt in einem Naturschutzgebiet auf der Karpas-Halbinsel, dem wildesten Teil der Insel, wo bis heute halbwilde Esel frei herumlaufen. Von Famagusta sind es gut 100 Kilometer, knapp zwei Stunden Fahrt, rechne also mit einem Tagesausflug.

Golden Beach auf der Karpas-Halbinsel im Norden Zyperns
Golden Beach auf der Karpas-Halbinsel. Foto: Michal Klajban, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Glapsides Beach

Der stadtnächste Strand, nördlich von Famagusta, lebhaft und vor allem bei den Studenten der örtlichen Universität beliebt. Feiner Sand, das Wasser wird langsam tiefer, und in der Saison gibt es eine Strandbar mit Musik und einen Verleih für Wassersport. Wenn du einfach baden willst, ohne weit zu fahren, ist das die bequemste Wahl.

Silver Beach und Bafra

Der Silver Beach ist kleiner und ruhiger und wegen seiner felsigen Abschnitte bei Schnorchlern beliebt. Bafra liegt weiter nördlich an der Küste Richtung Karpas, dort sind in den letzten Jahren große Resorts entstanden, die Küste ist aber immer noch breit und ruhiger als im Süden der Insel rund um Ayia Napa. Beide eignen sich gut für Familien.

Wann du nach Famagusta fahren solltest

Im östlichen Mittelmeer ist es fast das ganze Jahr warm, aber der Sommer ist hier wirklich heiß. Im Juli und August klettern die Temperaturen oft über 35 °C, und der Rundgang durch Varosha oder das Gelände von Salamis wird dann zur Hitzeprobe, weil es an beiden Orten praktisch keinen Schatten gibt.

Am besten passen April bis Juni und September bis Oktober. Die Temperaturen sind angenehm, das Meer ist schon oder noch warm, und es sind deutlich weniger Menschen unterwegs. Der Oktober ist ideal, wenn du den Sommer verlängern willst, während es zu Hause schon herbstlich wird. Im Winter kannst du ohne Gedränge Besichtigungen machen, zum Baden ist das Meer dann aber frisch. Beachte, dass es laut Auswärtigem Amt im Mittelmeer von August bis November zu schweren Herbststürmen kommen kann, und behalte im Sommer die Waldbrandlage im Blick.

Wo du in Famagusta übernachten kannst

Die Auswahl reicht von kleinen Pensionen in der Altstadt bis zu großen Resorts am Meer. Das Salamis Bay Conti Resort liegt direkt an einem Sandstrand nördlich der Stadt, gleich bei den Ausgrabungen von Salamis, und ist eine gute Basis, wenn du am Wasser wohnen willst. Ganz in der Nähe, ebenfalls in Richtung Salamis, liegt das einfachere und günstigere Oscar Park Hotel. Das Merit Cyprus Gardens ist ein großes Ferienresort mit viel Grün, liegt aber ein ganzes Stück weiter nördlich bei İskele, rund 18 Kilometer von der Altstadt entfernt, dort brauchst du für Ausflüge ein Auto.

Am stimmungsvollsten übernachtest du aber direkt innerhalb der Mauern. In der Altstadt gibt es mehrere kleine Hotels und Pensionen, und der Morgenkaffee mit Blick auf die Lala-Mustafa-Pascha-Moschee ist die Übernachtung allein schon wert.

Unterkünfte in Famagusta finden →

💡 Tipp: Wenn du nur eine Woche auf Zypern bist und dich nicht mit Mietwagenbedingungen und Versicherung herumschlagen willst, kannst du Famagusta auch als Tagesausflug von Ayia Napa oder Protaras machen. Bei organisierten Touren kümmert sich der Veranstalter um den Transport und den Grenzübertritt, den Ausweis musst du trotzdem dabeihaben.

Wohin als Nächstes

Wann es auf Zypern am angenehmsten ist, zeigt Zypern Wetter.

Häufige Fragen zu Famagusta und Varosha

Kann man Varosha besuchen? Ja. Seit dem 8. Oktober 2020 ist ein Teil von Varosha für Besucher geöffnet, der Eintritt ist frei und du bewegst dich auf markierten Wegen. Der größte Teil des Viertels bleibt aber gesperrt, und die Gebäude darfst du nicht betreten. Geöffnet ist von 8:00 Uhr bis 17:00, 18:00 oder 19:30 Uhr, je nach Jahreszeit.

Kostet Varosha Eintritt? Nein, der Eintritt ist frei. Bezahlen musst du nur, wenn du dir am Eingang ein Fahrrad oder einen E-Scooter leihst, meistens geht das mit Karte. Das Auto bleibt auf dem Parkplatz vor dem Eingang.

Darf ich in Varosha eine Drohne fliegen lassen? Nein. Drohnen sind in Varosha verboten, das Gebiet steht unter militärischer Kontrolle. Das Verbot wird ernst genommen und kann damit enden, dass deine Ausrüstung beschlagnahmt wird. Fotografiere auch keine Soldaten, Wachposten oder militärischen Anlagen.

Kann ich mit dem Mietwagen aus Südzypern nach Famagusta fahren? Nur, wenn dein Vermieter es ausdrücklich erlaubt, viele Vermieter im Süden schließen es aus. Die Versicherung aus dem Süden gilt im Norden nicht, deshalb schließt du am Übergang eine nordzyprische Kfz-Haftpflicht ab. Laut Auswärtigem Amt deckt sie keine Schäden am Mietwagen selbst, kläre die Bedingungen also vorher schriftlich.

Reicht für Nordzypern der Personalausweis? Ja. Laut Auswärtigem Amt können Deutsche mit Personalausweis oder Reisepass in den Norden einreisen, ein Visum ist nicht nötig. Kontrolliert wird an den Übergängen wie Deryneia oder Strovilia in beiden Richtungen, meist geht das schnell. Reise aber über die Flughäfen im Süden an, denn die Republik Zypern betrachtet die Einreise über Ercan oder die Häfen im Norden als illegal.

Wie viel Zeit brauche ich für Famagusta? Für Varosha allein rechnest du mit 1,5 bis 3 Stunden. Wenn du noch die Altstadt und das antike Salamis dazunimmst, füllen Famagusta und die Umgebung locker einen ganzen Tag, gut auch zwei.

Womit bezahlt man in Nordzypern? Offizielle Währung ist die Türkische Lira. In touristischen Betrieben werden Euro aber fast überall angenommen, oft zu einem etwas schlechteren Kurs. Wegen der Inflation ändern sich Lira-Preise schnell, ältere Angaben aus Reiseführern stimmen deshalb oft nicht mehr.

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