Aktualizováno 23.9.2026
Wer aus Bayern kommt, hat den höchsten Punkt des Böhmerwalds oft schon gesehen, ohne es zu wissen: Es ist der Große Arber mit seinen weißen Radarkuppeln, 1.456 Meter hoch und in Niederbayern. Das überrascht viele, die bei „Böhmerwald“ an Tschechien denken. Denn die höchsten Berge im Böhmerwald stehen fast alle auf dem Grenzkamm oder knapp dahinter in Bayern, und der höchste Gipfel auf tschechischer Seite, der Plöckenstein, schafft es in der Gesamtwertung erst auf Platz drei. Spitze Felsgrate oder Gletscher gibt es hier keine. Dafür endlose, runde Rücken, Hochmoore, eiszeitliche Karseen und Wälder, in denen du stundenlang keinem Menschen begegnest.
In diesem Überblick stellen wir dir 14 Gipfel vor, sortiert nach Höhe: mit Zahlen, die wir auf tschechischer Seite mit den Daten des Vermessungsamts ČÚZK abgeglichen haben, mit der Angabe, auf welcher Seite der Grenze sie liegen, und vor allem mit dem, was für deine Tourenplanung zählt. Wo fährt eine Seilbahn, wo steht ein Aussichtsturm, und wo darfst du gar nicht hinauf? Drei der hohen Berge liegen nämlich in streng geschützten Kernzonen der beiden Nationalparks, auf ihren Gipfel führt kein Weg.
Die höchsten Berge im Böhmerwald auf einen Blick
- Höchster Berg im Böhmerwald: Großer Arber (Velký Javor), 1.456 m, in Bayern.
- Höchster Berg im tschechischen Böhmerwald: Plöckenstein (Plechý), 1.378 m, direkt auf der Grenze zu Österreich.
- Gipfel mit Aussichtsturm: Poledník (1.315 m), Pancíř (1.214 m) und Špičák (1.202 m), alle auf tschechischer Seite.
- Bequem mit der Bahn hinauf: Großer Arber mit der Gondelbahn, Špičák und Pancíř mit Sesselliften. Am Hochficht (Smrčina) laufen die Lifte nur im Winter.
- Achtung, gesperrt: Plattenhausenriegel (Blatný vrch, 1.376 m), Velká Mokrůvka (1.370 m) und Jezerní hora (1.344 m) liegen in Kernzonen, markierte Wege auf den Gipfel gibt es nicht.
- Drei Länder: Den Böhmerwald teilen sich Tschechien, Bayern und Österreich. Die beiden höchsten Gipfel, Arber und Rachel, sind bayerisch.

Böhmerwald oder Bayerischer Wald: Wo die höchsten Berge stehen
Ohne diese Unterscheidung ergibt die Liste keinen Sinn. Šumava ist der tschechische Name des Böhmerwalds, eines rund 120 Kilometer langen Mittelgebirgskamms, über den die Grenze zwischen Tschechien und Bayern und im Süden auch Österreich verläuft. Auf bayerischer Seite spricht man meist vom Bayerischen Wald, genauer vom Hinteren Bayerischen Wald, zu dem auch Arber, Rachel und Lusen gehören. Geologisch ist es ein einziges Gebirge, und für Tschechen gehört der Arber ganz selbstverständlich zur Šumava. Der Vordere Bayerische Wald jenseits des Regentals zählt dagegen nicht dazu.
Für deine Planung heißt das zweierlei. Erstens: Die beiden höchsten Gipfel, Großer Arber und Großer Rachel, liegen in Bayern, von München bist du in gut zwei Stunden am Fuß des Arbers. Die Grenze ist heute keine Hürde mehr, viele Wanderwege laufen einfach über den Kamm hinüber. Zweitens: Wenn du bequem hinauf willst, hast du die Wahl zwischen der Gondelbahn am Arber und den Sesselliften am Špičák und am Pancíř bei Železná Ruda, gleich hinter Bayerisch Eisenstein. Der Plöckenstein dagegen ist der höchste Berg im tschechischen und im österreichischen Böhmerwald zugleich, denn er steht genau auf der Grenze zum Mühlviertel.
Die Anfahrt ist kurz. Nach unseren Routenberechnungen sind es von München rund 200 Kilometer bis Bayerisch Eisenstein, von Regensburg knapp 130, von Nürnberg gut 230 Kilometer bis Železná Ruda. Zum Plöckenstein im Süden fährst du von Passau rund 90 Kilometer bis Nová Pec am Lipno-Stausee. Aus Dresden sind es über Pilsen gut 310 Kilometer bis Železná Ruda, aus Berlin rund 510. Bayerisch Eisenstein ist außerdem ein Grenzbahnhof, an dem sich die Waldbahn aus Plattling und die tschechische Strecke aus Pilsen über Klatovy treffen.
💡 Tipp: Dir geht es weniger um Höhenmeter als um Seen, Moore und die schönsten Ausflugsziele? Dann schau in unseren Überblick Böhmerwald Sehenswürdigkeiten, dort findest du konkrete Touren und Orte auf der tschechischen Seite.
Die 14 höchsten Berge im Böhmerwald
Sortiert haben wir streng nach Höhe, vom höchsten Gipfel abwärts. Aufgenommen sind die Hauptgipfel, die du auf der Karte findest und die als eigene Berge gelten. Reine Nebengipfel wie der Kleine Rachel oder der Kleine Arber fehlen, sonst wäre die Liste doppelt so lang. Zu jedem Berg steht die Höhe, die Lage zur Grenze und das Wichtigste: ob du hinaufkommst und was du oben siehst. Die Höhen der tschechischen Gipfel haben wir mit den amtlichen Höhenpunkten des ČÚZK abgeglichen, die der bayerischen und österreichischen mit den dortigen Karten.
| # | Berg | Höhe | Lage | Zugang |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Großer Arber / Velký Javor | 1.456 m | Bayern (D) | Gondelbahn + zu Fuß |
| 2 | Großer Rachel / Roklan | 1.453 m | Bayern (D) | zu Fuß |
| 3 | Plöckenstein / Plechý | 1.378 m | Grenze CZ/Österreich | zu Fuß |
| 4 | Plattenhausenriegel / Blatný vrch | 1.376 m | Grenze CZ/Bayern | gesperrt (Kernzone), nur saisonal über den Grenzsteig |
| 5 | Lusen / Luzný | 1.373 m | Bayern (D), an der Grenze | zu Fuß |
| 6 | Velká Mokrůvka / Moorberg | 1.370 m | Grenze CZ/Bayern | gesperrt (Kernzone) |
| 7 | Boubín | 1.362 m | Tschechien | zu Fuß, Turm seit 2025 gesperrt |
| 8 | Jezerní hora / Seewand | 1.344 m | Tschechien | Gipfel gesperrt (Naturreservat) |
| 9 | Hochficht / Smrčina | 1.338 m | Österreich, Gipfelplateau reicht nach CZ | Sessellift (nur Winter), zu Fuß |
| 10 | Dreisesselberg / Třístoličník | 1.333 m | Bayern (D), an der Grenze | zu Fuß, Straße bis unter den Gipfel |
| 11 | Poledník / Mittagsberg | 1.315 m | Tschechien | zu Fuß, Turm seit 2025 gesperrt |
| 12 | Großer Osser / Ostrý | 1.293 m | Bayern (D), direkt an der Grenze | zu Fuß |
| 13 | Pancíř | 1.214 m | Tschechien | Sessellift, Aussichtsturm |
| 14 | Špičák | 1.202 m | Tschechien | Sessellift, Aussichtsturm |
1. Großer Arber / Velký Javor, 1.456 m (höchster Berg im Böhmerwald, Bayern)
Der „König des Bayerischen Waldes“. Der Große Arber (tschechisch Velký Javor) ist mit 1.456 m der höchste Berg im Böhmerwald wie im Bayerischen Wald, außerdem der höchste Berg Bayerns außerhalb der Alpen. Mit einer Schartenhöhe von über 1.000 Metern überragt er die ganze Umgebung, du erkennst ihn schon von weitem an den zwei Radarkuppeln der Luftraumüberwachung. Unterhalb des Gipfels steht die Arberkapelle, am Hauptgipfel das Gipfelkreuz von 1913. Hinauf bringt dich im Sommer die Gondelbahn von der Talstation auf rund 1.050 m bis kurz unter den Gipfel, damit schaffen das auch Familien mit kleinen Kindern. Zu Fuß startest du am schönsten am Großen Arbersee. Bei Föhn reicht der Blick bis zu den Alpen.
2. Großer Rachel / Roklan, 1.453 m (Bayern)
Nur drei Meter fehlen zum Arber. Der Große Rachel (tschechisch Roklan) wird meist mit 1.453 m angegeben, die bayerische Vermessung führt heute 1.452 m. Er ist der höchste Berg im Nationalpark Bayerischer Wald und liegt südwestlich des tschechischen Modrava. Der Gipfel ist felsig, oben stehen ein Holzkreuz und eine kleine Hütte der Bergwacht. Die Rundsicht reicht vom Osser und Arber im Nordwesten bis zum Dreisessel im Südosten. Rund 400 Meter tiefer liegt der eiszeitliche Rachelsee, allein schon ein lohnendes Ziel. Der kürzeste Aufstieg vom Parkplatz Gfäll dauert etwa anderthalb Stunden. Achtung: Die Zufahrt dorthin ist von Mitte Mai bis Anfang November tagsüber gesperrt, dann fährst du mit dem Igelbus. Von tschechischer Seite ist ein direkter Aufstieg nicht mehr möglich, der alte Ausgangspunkt liegt in der Kernzone.
3. Plöckenstein / Plechý, 1.378 m (höchster Berg im tschechischen Böhmerwald)
Endlich der tschechische Rekordhalter. Der Plöckenstein (Plechý, 1.378 m) ist der höchste Berg im tschechischen Böhmerwald und zugleich des Mühlviertels in Oberösterreich, denn der Gipfel liegt genau auf der Grenze. Unter ihm fällt eine steile Karwand zum dunklen Plöckensteiner See (Plešné jezero) ab, in der Wand steht das 14,5 Meter hohe Denkmal für den Dichter Adalbert Stifter. Die klassische, wirklich schöne Tour führt über den Dreisessel und das Dreiländereck. Eine Bahn gibt es nicht, hier geht es nur zu Fuß, aber der Weg lohnt sich.
4. Plattenhausenriegel / Blatný vrch, 1.376 m (Grenze CZ/Bayern, gesperrt)
Den Plattenhausenriegel (tschechisch Blatný vrch) kennt kaum jemand, obwohl er zu den höchsten Bergen im Böhmerwald gehört. Er ist ein langer Rücken quer zur Grenze: Der höhere Südgipfel liegt in Bayern und wird in den meisten Karten mit 1.376 m geführt, die aktuelle bayerische Topografische Karte nennt 1.372 m. Der niedrigere Nordgipfel auf tschechischer Seite misst laut ČÚZK 1.368 m. Der Haken: Der ganze Berg liegt in der strengsten Schutzzone beider Nationalparks. Markierte Wege gibt es keine, erreichbar ist er nur über den unmarkierten Grenzsteig auf deutscher Seite, und das nur vom 15. Juli bis 15. November. Am Nordhang liegt das Hochmoor Blatenská slať, das höchstgelegene Moor des Böhmerwalds.
5. Lusen / Luzný, 1.373 m (Bayern, an der Grenze)
Den Lusen (Luzný, 1.373 m) verwechselst du mit keinem anderen Berg: Sein Gipfel ist komplett von einem riesigen Blockmeer aus Granit bedeckt, als hätte jemand eine Wagenladung Felsbrocken darüber ausgekippt. Der Sage nach war es der Teufel, der hier einen Goldschatz vergraben hat. Der Lusen liegt im Nationalpark Bayerischer Wald, die Grenze verläuft rund 300 Meter nördlich des Gipfels. Die meisten steigen von Waldhäuser bei Neuschönau auf, über den Sommerweg mit der steilen Steintreppe „Himmelsleiter“ oder über den Winterweg, in etwa anderthalb Stunden. Knapp unter dem Gipfel steht das Lusenschutzhaus. Von tschechischer Seite gibt es heute keinen regulären markierten Aufstieg, das Tal unter dem Lusen ist wegen der Auerhühner gesperrt. Das Kraxeln über die Blöcke zum Kreuz ist ein kleines Abenteuer.
6. Velká Mokrůvka / Moorberg, 1.370 m (Grenze CZ/Bayern, gesperrt)
Jetzt kommt eine Enttäuschung. Die Velká Mokrůvka (deutsch Moorberg, 1.370 m) ist laut ČÚZK mit 1.370,4 m der höchste Punkt der Region Pilsen. Ihr Gipfel liegt an der Grenze zwischen dem Plattenhausenriegel und dem Lusen, mitten in der streng geschützten ersten Zone des Nationalparks Šumava. Ein markierter Weg führt nicht hinauf, und der Gipfel ist gesperrt. Näher kommst du nur auf dem deutschen Wanderweg von Finsterau zum Lusen, der durch den Sattel südlich des Berges auf rund 1.290 m führt. In der Liste steht sie der Vollständigkeit halber. Nach der Höhe gehört sie zur Spitze, für Wanderer ist sie tabu. Bitte respektier das, hier liegt das Herz der Wildnis.

7. Boubín, 1.362 m (Tschechien, Urwald)
Eine Legende des Böhmerwalds. Der Boubín (1.362 m, früher deutsch Kubany) ist berühmt für den Kubany-Urwald (Boubínský prales) an seinem Fuß, der schon seit 1858 unter Schutz steht. Auf dem Gipfel steht ein 21 Meter hoher Holzturm, 2004 gebaut und 2005 eröffnet. Seit Juli 2025 ist er wegen Bauschäden gesperrt, ein Ersatz ist noch nicht in Sicht. Der Weg auf den Gipfel lohnt sich wegen des Urwalds trotzdem. Er gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen, am bequemsten erreichst du ihn von Kubova Huť, das mit 995 m den höchstgelegenen Bahnhof Tschechiens hat. Rund fünf Kilometer sind es von dort bis zum Gipfel. Eine prima Wahl für einen Familienausflug mit Belohnung oben.
8. Jezerní hora / Seewand, 1.344 m (Tschechien, Gipfel gesperrt)
Die Jezerní hora (deutsch Seewand oder Hohe Seewand, 1.344 m laut ČÚZK) ist der höchste Berg im Nordwesten des Böhmerwalds und liegt rund fünf Kilometer nordwestlich von Železná Ruda. In ihre Flanken haben die Eiszeitgletscher zwei Kare gegraben, in denen die beiden bekanntesten Karseen des Böhmerwalds liegen: der Schwarze See (Černé jezero) und der Teufelssee (Čertovo jezero). Gerade wegen dieser außergewöhnlichen Natur liegt der Gipfel im Nationalen Naturreservat und ist gesperrt, ein markierter Weg führt nicht hinauf. Am nächsten kommst du ihm auf der roten Markierung vom Teufelssee zum Sattel Rozvodí. Die Schönheit des Berges erlebst du ohnehin am besten von unten, zu beiden Seen führen gut markierte Wege von Železná Ruda.
💡 Tipp: Auf die Seewand selbst kommst du nicht, aber die Wanderung zum Schwarzen See und zum Teufelssee darunter gehört zum Schönsten im nördlichen Böhmerwald. Beide Seen lassen sich von Železná Ruda aus zu einer Runde verbinden, und von Bayerisch Eisenstein bist du in wenigen Minuten am Start.
9. Hochficht / Smrčina, 1.338 m (Österreich, Gipfelplateau reicht nach Tschechien)
Der Hochficht (tschechisch Smrčina, 1.338 m) steht auf der österreichisch-tschechischen Grenze oberhalb des Lipno-Stausees. Der Gipfelfels mit Kreuz liegt nur rund 50 Meter von der Grenze entfernt in Oberösterreich, der nördliche Rand des Gipfelplateaus reicht auf tschechisches Gebiet, laut ČÚZK auf gut 1.332 m. Auf österreichischer Seite liegt das große Skigebiet Hochficht mit Sesselliften bis unter den Gipfel. Wichtig für den Sommer: Dann stehen die Lifte in der Regel still, und du gehst zu Fuß, etwa auf dem Nordwaldkammweg oder über die Aussichtsfelsen Stinglfelsen und Schönbergfelsen. Von oben schaust du über den Lipno-Stausee und die Kämme des Böhmerwalds. Die tschechische Seite des Berges gehört zur Kernzone des Nationalparks.
10. Dreisesselberg / Třístoličník, 1.333 m (Bayern, am Dreiländereck)
Der Dreisesselberg (Třístoličník, 1.333 m) ist berühmt für seine bizarren Granitfelsen, die das Bayerische Landesamt für Umwelt als eines von „Bayerns schönsten Geotopen“ ausgezeichnet hat. Den Namen verdankt er der Sage von drei Königen, die sich hier auf drei steinernen Sesseln trafen, und dem nahen Dreiländereck, an dem noch heute die Grenzen von Bayern, Österreich und Tschechien zusammenlaufen. Der Gipfel liegt ganz in Bayern, knapp an der Grenze, der höchste Punkt auf tschechischem Boden ist nur ein Grenzeck auf gut 1.302 m. Das Besondere: Bis zum Dreisesselhaus auf 1.312 m führt eine öffentliche Straße, du kannst also fast bis oben fahren. Von tschechischer Seite gehst du am besten von Nové Údolí hinauf, und oft verbindet man den Dreisessel mit dem Plöckenstein.
11. Poledník / Mittagsberg, 1.315 m (Tschechien, Aussichtsturm)
Der Poledník (1.315 m) erzählt eine Geschichte aus dem Kalten Krieg. Hier stand eine geheime Abhöranlage der tschechoslowakischen Armee, die den Funkverkehr tief in Westdeutschland hinein belauschen sollte. Nach 1989 verfiel das Gelände, die Gebäude wurden abgerissen, nur der Turm blieb und dient seit 1998 als Aussichtsturm, 37 Meter hoch. Von oben blickst du über die Hochebenen im Herzen des Böhmerwalds bis zum Bayerischen Wald, bei klarer Sicht sogar bis zu den Alpen. Geöffnet ist der Turm laut Nationalparkverwaltung im Mai nur am Wochenende und von Juni bis Ende Oktober täglich. Hinauf geht es auf einer längeren Wanderung durch tiefe Wälder, am einfachsten auf der roten Markierung von Prášily, rund 8,5 Kilometer pro Richtung.
12. Großer Osser / Ostrý, 1.293 m (Bayern, direkt an der Grenze)
Der Osser (Ostrý, 1.293 m) ist ein auffälliger Doppelgipfel im Lamer Winkel: der Große Osser direkt an der Grenze und westlich davon ganz in Bayern der Kleine Osser (1.266 m). Die Tschechen nennen die beiden liebevoll „Brüste der Mutter Gottes“, in Lam heißt der Berg „Matterhorn des Bayerwaldes“. Anders als die meisten runden Böhmerwaldkuppen hat er wirklich eine spitze Silhouette. Direkt am Gipfel steht das Osserschutzhaus, über dessen Terrasse die Grenze läuft, und die letzten rund 50 Höhenmeter zum Gipfelfels sind leichte Kraxelei. Der Rundblick reicht über den Böhmerwald, zum nahen Arber und bei Fernsicht bis zu den Alpen. Ausgangspunkte: Lam, Lohberg und Lambach auf bayerischer Seite oder Hamry auf tschechischer.
13. Pancíř, 1.214 m (Tschechien, Sessellift und Aussichtsturm)
Der Pancíř (1.214 m) über Železná Ruda gehört zu den Anfängen des Wandertourismus im Böhmerwald. Schon 1880 stand hier ein hölzerner Aussichtsturm, gebaut vom Österreichischen Touristenklub. Heute steht oben eine Berghütte mit Aussichtsturm aus dem Jahr 1923, und vor allem fährt eine Sesselbahn hinauf: Sie startet unten im Ort Špičák, Parkplatz Kaskády, und läuft mit einer Mittelstation an der Hofmanova bouda knapp drei Kilometer bis zum Gipfel. Im September und Oktober fährt sie nur an einzelnen Wochentagen, schau vorher auf den aktuellen Fahrplan. Ein prima Ziel, wenn du Aussicht ohne große Anstrengung willst, oder für die Kammwanderung vom Pancíř hinüber zum Špičák.
14. Špičák, 1.202 m (Tschechien, Sessellift und Aussichtsturm)
Der Špičák (1.202 m) nördlich von Železná Ruda ist das ganze Jahr beliebt, im Winter als Skigebiet, im Sommer als Ausflugsberg mit Bikepark. Auf den Gipfel fährt eine Vierersesselbahn, und seit Juli 2014 steht oben ein Aussichtsturm. Die Pancíř-Bahn startet übrigens nicht hier oben, sondern unten im Ort, beide Berge verbindet aber ein markierter Kammweg. Einen bequemeren Gipfel findest du im Böhmerwald kaum, ideal, wenn du mit Kindern unterwegs bist oder wenig Zeit hast. Und für Bayern liegt er praktisch vor der Haustür, von Bayerisch Eisenstein sind es nur wenige Kilometer.
Höchster Berg im Böhmerwald auf tschechischer Seite: Plöckenstein und Boubín
Wer in Tschechien nach dem höchsten Berg der Šumava fragt, meint meistens den höchsten auf tschechischer Seite, und das ist eindeutig der Plöckenstein (1.378 m). Er steht auf der Grenze zu Österreich, unter ihm liegt der dunkle Plöckensteiner See, und der Aufstieg über das Dreiländereck gehört zu den schönsten Touren im ganzen Böhmerwald. Hinauf geht es nur zu Fuß, eine Bahn gibt es nicht. Plane einen ganzen Tag ein und zieh feste Schuhe an.
Gleich danach kommt in der Beliebtheit der Boubín (1.362 m). Der zweithöchste tschechische Gipfel ist er nicht, vor ihm liegen noch die gesperrten Grenzberge Plattenhausenriegel und Velká Mokrůvka. Aber er ist der höchste tschechische Gipfel mit Aussichtsturm und leichtem Zugang, und unter ihm liegt der berühmte Urwald. Wenn du einen „typischen“ Böhmerwaldberg mit sicherer Belohnung oben suchst, nimm den Boubín. Der Plöckenstein ist etwas für geübtere Wanderer, der Boubín passt für alle.
💡 Tipp: Plöckenstein und Dreisessel lassen sich wunderbar zu einer Runde über das Dreiländereck verbinden. Starte früh am Morgen: Nachmittags wird es auf den Gipfeln voll, und der letzte Zug ab Nové Údolí wartet nicht auf dich.
Böhmerwald Gipfel mit Aussichtsturm, Seilbahn oder nur zu Fuß
Beim Planen interessiert dich wahrscheinlich vor allem das: Wo komme ich wirklich hin, und wo sehe ich oben etwas? Wir haben die Gipfel danach sortiert, wie leicht du hinaufkommst.
Mit Aussichtsturm (Belohnung garantiert)
- Boubín (1.362 m): 21 Meter hoher Holzturm, seit Juli 2025 allerdings gesperrt; leichter Zugang von Kubova Huť.
- Poledník (1.315 m): ehemaliger Militärturm, heute Aussichtsturm über den Hochebenen (Mai am Wochenende, Juni bis Oktober täglich).
- Pancíř (1.214 m): Turm an der Berghütte, dazu eine Sesselbahn.
- Špičák (1.202 m): Aussichtsturm von 2014 direkt an der Bergstation der Sesselbahn.
Mit der Bahn hinauf (auch mit Kindern, ohne Schinderei)
- Großer Arber: Gondelbahn auf den höchsten Berg im Böhmerwald.
- Špičák und Pancíř: zwei getrennte Sesselbahnen, beide Talstationen im Ort Špičák bei Železná Ruda, oben verbindet sie ein Kammweg.
- Hochficht / Smrčina: österreichisches Skigebiet mit Sesselliften, im Sommer in der Regel ohne Liftbetrieb.
Nur zu Fuß (für Wanderer)
- Plöckenstein: über das Dreiländereck, eine Tagestour, aber die schönste.
- Großer Rachel, Lusen, Dreisessel: wunderschön, jeweils von bayerischer Seite (Rachel mit Abstecher zum Rachelsee, zum Dreisesselhaus führt sogar eine Straße).
- Osser: spitzer Doppelgipfel an der Grenze, von Lam, Lohberg oder Hamry.
Gesperrt (hier darfst du nicht hin)
- Plattenhausenriegel / Blatný vrch (1.376 m): Kernzone beider Nationalparks, kein markierter Weg, nur saisonal über den unmarkierten deutschen Grenzsteig (15. 7. bis 15. 11.).
- Velká Mokrůvka (1.370 m): erste Zone des Nationalparks Šumava, kein Weg, Betreten verboten.
- Jezerní hora (1.344 m): Nationales Naturreservat über dem Schwarzen See und dem Teufelssee, kein markierter Weg auf den Gipfel.
💡 Tipp: Für Touren auf die Böhmerwald-Gipfel lohnt sich ein fester Standort, je nachdem, welche Berge du willst: Bayerisch Eisenstein oder Železná Ruda für Arber, Osser, Špičák und Pancíř, der Nationalpark rund um Neuschönau und Spiegelau für Rachel und Lusen, der Lipno-Stausee für Plöckenstein, Dreisessel und Hochficht. Mehr zur Gegend um den Lipno findest du in unseren Südböhmen Sehenswürdigkeiten. Unterkunft im Böhmerwald finden →
Wohin als Nächstes
- Böhmerwald Sehenswürdigkeiten: konkrete Ausflüge, Seen und Tipps für den tschechischen Böhmerwald.
- Höchste Berge Tschechiens: die wichtigsten Gipfel des ganzen Landes, von der Schneekoppe bis zum Jeschken.
- Gebirge in Tschechien: unser Überblick über alle tschechischen Gebirge.
Und falls du im Böhmerwald neben der Aussicht noch etwas erleben willst, etwa eine geführte Tour auf den Spuren des Luchses oder durch den Urwald, schau dir die Ausflüge und Erlebnisse bei GetYourGuide an →
Häufige Fragen zu den höchsten Bergen im Böhmerwald
Welcher ist der höchste Berg im Böhmerwald? Der höchste Berg im Böhmerwald ist der Große Arber (tschechisch Velký Javor) mit 1.456 m. Er liegt in Bayern bei Bayerisch Eisenstein und Bodenmais und ist zugleich der höchste Berg des Bayerischen Waldes. Im Sommer fährt eine Gondelbahn bis kurz unter den Gipfel.
Welcher ist der höchste Berg im Böhmerwald in Tschechien? Der höchste Berg im tschechischen Teil ist der Plöckenstein (Plechý) mit 1.378 m, direkt auf der Grenze zu Österreich. Unter ihm liegt der eiszeitliche Plöckensteiner See, hinauf geht es nur zu Fuß, am schönsten über das Dreiländereck.
Gehört der Große Arber zum Böhmerwald oder zum Bayerischen Wald? Zu beiden. Geologisch ist es ein Gebirge, das auf tschechischer Seite Šumava beziehungsweise Böhmerwald heißt und auf bayerischer Seite meist Bayerischer Wald. Der Arber gehört zum Hinteren Bayerischen Wald, der Teil desselben Grenzgebirges ist, und gilt deshalb als höchster Berg im Böhmerwald.
Wie viele Tausender hat der Böhmerwald? Sehr viele. Allein auf tschechischer Seite zählt die Liste der tschechischen Tausender rund 290 Gipfel über 1.000 Meter, Nebengipfel eingerechnet, deutlich mehr als in jedem anderen tschechischen Gebirge. Eigenständige Hauptgipfel sind es viel weniger, hier stellen wir die 14 wichtigsten vor.
Liegen die höchsten Berge im Böhmerwald in Tschechien oder in Bayern? Die beiden höchsten Gipfel, der Große Arber (1.456 m) und der Große Rachel (1.453 m), liegen in Bayern. Der höchste tschechische Gipfel, der Plöckenstein (1.378 m), kommt erst auf Platz drei.
Auf welche Gipfel im Böhmerwald fährt eine Seilbahn? Eine Gondelbahn fährt auf den Großen Arber in Bayern, Sesselbahnen fahren auf den Špičák und auf den Pancíř bei Železná Ruda. Am Hochficht in Österreich gibt es Sessellifte, die aber in der Regel nur im Winter laufen. So kommst du auch mit Kindern ohne große Anstrengung nach oben.
Welche Gipfel im Böhmerwald haben einen Aussichtsturm? Aussichtstürme stehen auf dem Boubín, dem Poledník, dem Pancíř und dem Špičák, alle auf tschechischer Seite. Der Turm am Boubín ist seit Juli 2025 gesperrt. Am leichtesten erreichst du den Turm am Špičák. Der Turm am Poledník ist im Mai nur am Wochenende und von Juni bis Oktober täglich geöffnet.
Welche hohen Gipfel im Böhmerwald sind gesperrt? Drei der höchsten Berge liegen in Kernzonen, ihr Gipfel ist nicht zugänglich: der Plattenhausenriegel (Blatný vrch, 1.376 m), die Velká Mokrůvka (1.370 m) und die Jezerní hora (1.344 m) über dem Schwarzen See und dem Teufelssee. Auf den Plattenhausenriegel kommst du nur vom 15. Juli bis 15. November über den unmarkierten Grenzsteig auf deutscher Seite.
Kann man von tschechischer Seite auf den Rachel oder den Lusen steigen? Direkt nicht. Die alten Zugänge von tschechischer Seite führen durch Kernzonen des Nationalparks Šumava und sind gesperrt. Auf beide Gipfel gehst du von Bayern aus, auf den Rachel am kürzesten vom Parkplatz Gfäll, auf den Lusen von Waldhäuser, jeweils in rund anderthalb Stunden.
Was ist die schönste Wanderung auf die höchsten Berge im Böhmerwald? Ein Klassiker ist die Runde über den Dreisessel, das Dreiländereck und den Plöckenstein mit Rückweg am Plöckensteiner See. Sie verbindet den höchsten tschechischen Gipfel mit den Granitfelsen an der Grenze. Für einen gemütlicheren Tag nimm den Boubín ab Kubova Huť.
Wo übernachtet man am besten für Touren auf die Böhmerwald-Gipfel? Je nach Ziel eignen sich Bayerisch Eisenstein oder Železná Ruda (Arber, Osser, Špičák, Pancíř), die Nationalparkorte rund um Neuschönau und Spiegelau (Rachel, Lusen) oder der Lipno-Stausee (Plöckenstein, Dreisessel, Hochficht). Buch am besten früh, vor allem im Sommer und an Wochenenden.
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