Kroatien · 29.8.2026

Kap Kamenjak: 18 Tipps für Istriens wilde Südspitze

Skalnaté pobřeží mysu Kamenjak s tyrkysovou vodou, plavci a lodí v zátoce

Aktualizováno 17.9.2026

Irgendwann südlich von Pula hört die Straße einfach auf. Kein Ortsschild mehr, keine Promenade, kein Hotelriegel – nur eine Schranke, dahinter Schotterpisten zwischen niedrigen Sträuchern und dreißig Kilometer zerklüftete Küste, in die sich Bucht an Bucht gefressen hat. Das Kap Kamenjak ist einer der letzten Flecken an der kroatischen Adria, an dem dich niemand zu einer Liege mit Preisschild lotst, und genau deshalb fahren Leute Jahr für Jahr wieder hin. Wir haben 18 Tipps, was du am Kap Kamenjak sehen und machen kannst – von den schönsten Buchten über eine Bar im aufgelassenen Steinbruch bis zu den Klippen, von denen gesprungen wird. Dazu das Praktische: was der Eintritt kostet, wie du aus Deutschland mit dem Auto hinkommst und was hier verboten ist.

Kurz gefasst: das Wichtigste zum Kap Kamenjak

  • Das Kap Kamenjak ist kein Nationalpark, auch wenn es die halbe Reisewelt so schreibt. Es ist ein geschütztes Landschaftsgebiet, und das seit 1966.
  • Zu Fuß und mit dem Rad kommst du gratis rein, bezahlt wird nur die Einfahrt mit dem Fahrzeug – kassiert wird an der Schranke hinter Premantura, und zwar pro Fahrzeug, nicht pro Person.
  • Die Halbinsel ist 9,5 km lang, 400 bis 1.600 Meter breit, und ihre zerfetzte Küstenlinie bringt es auf rund 30 Kilometer.
  • Infrastruktur gibt es hier keine. Fast nirgends Schatten, keine Duschen, kein Laden, nur ein paar Saisonbars. Wasser und Essen nimmst du mit.
  • Badeschuhe sind Pflichtausrüstung, kein Nice-to-have. Die Buchten sind steinig und felsig, Sand suchst du vergeblich.
  • Basislager ist Premantura, das letzte Dorf vor der Schranke, 12 Kilometer von Pula entfernt.
  • Über 550 Pflanzenarten wachsen hier, darunter fünf Orchideenarten, die es sonst nirgends auf der Welt gibt.
  • Aus München sind es rund 615 Kilometer über Salzburg, Villach und Rijeka – gut sechseinhalb Stunden reine Fahrzeit plus Vignetten und kroatische Streckenmaut.
Felsküste am Kap Kamenjak mit türkisem Wasser, Schwimmern und einem Boot in der Bucht
Die Felsküste des Kap Kamenjak mit den Buchten, in die von den Klippen gesprungen wird. Foto: Stefan Dreisiebner, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Kap Kamenjak: was dich an Istriens Südspitze erwartet

Das Kap Kamenjak, auf Kroatisch Rt Kamenjak, ist die südlichste Spitze Istriens. Unterhalb des Dorfes Premantura schiebt sich die Halbinsel neuneinhalb Kilometer weit ins Meer und endet in einem Zipfel, hinter dem nur noch offene Adria und eine Handvoll Inselchen liegen. Die Fläche ist mit knapp vier Quadratkilometern überschaubar – aber weil die Küste in Dutzende Buchten und Landzungen zerbrochen ist, kommen am Ufer rund dreißig Kilometer zusammen.

Gleich zu Beginn eine Richtigstellung, weil sie fast überall fällig ist: Das Kap Kamenjak ist kein Nationalpark. Kroatien hat acht davon, und dieser hier gehört nicht dazu. Kamenjak ist seit 1966 ein geschütztes Landschaftsgebiet – eine andere, mildere Schutzkategorie, verwaltet von der öffentlichen Einrichtung Javna ustanova Kamenjak. In der Praxis heißt das: Du darfst rein, du darfst baden, du darfst radeln, aber es gelten Regeln, an die sich hier tatsächlich alle halten.

Spannender als der Status ist ohnehin das, was hier wächst. Auf diesem kleinen Stück Land wurden über 550 Pflanzenarten gezählt, darunter fünf endemische Orchideenarten, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen. Deshalb gilt: nichts pflücken, nichts ausgraben und keinen Meter neben die markierten Wege fahren.

Informationstafel mit der Karte des geschützten Landschaftsgebiets Rt Kamenjak
Die Karte an der Einfahrt. In allen Sprachen steht dort „geschützte Landschaft“, nirgends „Nationalpark“. Foto: Einaz80, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, verkleinert

Anreise: mit dem Auto aus Deutschland ans Kap Kamenjak

Istrien ist für deutsche Urlauber die naheliegendste Adria-Ecke überhaupt, und das liegt schlicht an der Fahrzeit. Die klassische Route führt von München über Salzburg, Villach, den Karawankentunnel, Ljubljana und Rijeka nach Pula – und von dort noch einmal zwölf Kilometer nach Premantura. Die Etappen im Einzelnen: München–Salzburg rund 145 km, Salzburg–Villach rund 181 km, Villach–Rijeka rund 209 km, Rijeka–Pula rund 108 km.

Als Gesamtstrecken bis Premantura kommst du auf ungefähr:

  • München: rund 615 km, gut 6,5 Stunden reine Fahrzeit
  • Nürnberg: rund 785 km, etwa 8,5 Stunden
  • Frankfurt am Main: rund 1.010 km, etwa 10,5 Stunden
  • Berlin: rund 1.200 km, etwa 12,5 Stunden
  • Düsseldorf: rund 1.230 km, etwa 12,5 Stunden
  • Hamburg: rund 1.390 km, etwa 14 Stunden

Das sind reine Fahrzeiten ohne Pausen und ohne die Staus, die sich an Ferienwochenenden vor dem Karawankentunnel und an der kroatischen Grenze aufbauen. Wer aus dem Norden oder Westen kommt, übernachtet sinnvollerweise einmal unterwegs – oder fliegt: Pula wird im Sommer saisonal direkt aus mehreren deutschen Flughäfen angeflogen, die Flugzeit liegt bei anderthalb Stunden, und einen Mietwagen brauchst du für Kamenjak trotzdem.

Maut und Vignetten auf der Strecke: In Österreich brauchst du eine Vignette (Stand 2026: 1 Tag 9,60 €, 10 Tage 12,80 €, 2 Monate 32,00 €), dazu kommt der Karawankentunnel mit 9 € pro Fahrt. In Slowenien gilt die E-Vignette (Klasse 2A: 7 Tage 16 €, 1 Monat 32 €); die Küstenschnellstraßen H5 und H6 sind seit Januar 2026 vorübergehend mautfrei. Kroatien hat keine Vignette, dort wird streckenbezogen an Mautstationen kassiert – als Faustregel gelten rund 8 € pro 100 Autobahnkilometer, und das istrische Ypsilon rechnet noch einmal separat ab. Bezahlt wird in Kroatien seit 2023 in Euro. Alle Preise vor der Abfahrt kurz gegenprüfen, sie ändern sich jährlich.

Eintritt am Kap Kamenjak: Preise, Schranke und Öffnungszeiten

Das System ist simpel: Fußgänger und Radfahrer kommen kostenlos rein, motorisierte Fahrzeuge zahlen. Kassiert wird an der Schranke am Beginn der Halbinsel hinter Premantura, abgerechnet wird pro Fahrzeug und nicht pro Person, mit eigenen Sätzen für Auto, Motorrad und Wohnmobil. In der warmen Jahreshälfte ist die Schranke besetzt, im Winter steht sie offen.

Zu den Preisen: In der Hauptsaison vom 15. Juni bis 15. September zahlst du pro Tag ungefähr 20 € fürs Auto, 8 € fürs Motorrad und 50 € fürs Wohnmobil, in der Nebensaison davor und danach etwa die Hälfte – laut offizieller Preisliste 10 € fürs Auto, 5 € fürs Motorrad und 40 € fürs Wohnmobil. Für längere Aufenthalte gibt es Mehrtagestickets, und wer online über kamenjak.hr vorbucht, bekommt 10 % Rabatt. Weil sich Preise und Saisonfenster jedes Jahr verschieben, schaust du den aktuellen Stand am besten direkt auf kamenjak.hr nach, wo du das Ticket auch gleich kaufen kannst. Tagsüber ist die Halbinsel offen, nach Einbruch der Dunkelheit soll niemand mehr drin sein – Laternen gibt es hier nämlich keine einzige.

So machst du es clever: Lass das Auto in Premantura stehen – vor der Schranke kannst du kostenlos parken – und nimm ein Rad. Du sparst dir die Einfahrt komplett, die Halbinsel ist flach, und du kommst auf Wege, auf die du mit dem Auto ohnehin nicht willst. Fahrradverleihe gibt es in Premantura mehrere, alle direkt an der Zufahrt. Mit dem Auto lohnt sich die Einfahrt vor allem dann, wenn du kleine Kinder und den halben Hausstand dabeihast.

18 Tipps: was du am Kap Kamenjak sehen und machen kannst

1. Die Bucht Njive

Eine der ersten Buchten hinter der Schranke und gleichzeitig eine der bequemsten. Eine breite Bucht mit flachen Steinplatten, auf denen ein Handtuch tatsächlich liegen bleibt, und mit sanftem Einstieg ins Wasser. Hier sind die meisten Leute unterwegs, weil es am nächsten zur Einfahrt ist – und trotzdem ist das meilenweit von dem entfernt, was anderswo als volle Strandbucht durchgeht.

2. Die Bucht Polje

Eine weite Bucht an der Ostseite der Halbinsel, windgeschützt und mit flachem Wasser. Die beste Wahl, wenn du mit kleinen Kindern anrückst: Man steht hier lange, und Strömung gibt es keine.

Kieselbucht mit glasklarem Wasser am Kap Kamenjak
Eine typische Bucht am Kap Kamenjak. Kiesel, flache Felsplatten und Wasser, durch das du bis auf den Grund siehst. Foto: Jarba, CC BY 3.0, Wikimedia Commons, verkleinert

3. Die Bucht Debeljak

Eine steinige Bucht mit markanten flachen Felsplatten, die als natürliche Liegen funktionieren. Das Wasser ist hier gleich ab dem Ufer tiefer – eine der besseren Stellen zum Schnorcheln auf der ganzen Halbinsel.

4. Kolumbarica und die Safari Bar

Der meistfotografierte Ort am ganzen Kap. Die Bucht Kolumbarica klemmt zwischen Klippen, und darüber thront die Safari Bar, zusammengezimmert aus Treibholz, Netzen und alten Booten, hineingebaut in den Hang eines ehemaligen Steinbruchs. Gesessen wird in Hängematten und auf Holzplattformen über dem Meer, dazu läuft Reggae. Touristisch ist das durchaus – aber es funktioniert, und an diese Stelle passt es besser als jedes weiß gedeckte Restaurant.

5. Klippenspringen in der Kolumbarica

Genau hier wird gesprungen. Die Felsen über der Bucht haben mehrere Absätze, von ein paar Metern bis rund fünfzehn Meter, und in der Saison bildet sich davor eine Schlange von Mutigen. Niemand kontrolliert hier Tiefe oder Grund. Schwimm hin und schau dir an, was unter dir liegt, bevor du springst. In jeder Saison verletzt sich hier jemand.

6. Die Bucht Portić

Eine kleine, schön eingefasste Bucht mit türkisem Wasser, zu der ein Pfad hinunterführt. Hier ist es meistens ruhig, weil man sie von der Piste aus nicht sieht.

7. Pinižule und Kršine

Zwei kleinere Buchten an der Westseite, wo du dich in den Schatten niedriger Kiefern verkriechen kannst. Die Westseite der Halbinsel liegt offen zum Meer – wenn es weht, stehen hier Wellen, und genau das macht sie zum besten Platz, um mal in bewegtem Wasser zu schwimmen.

Felsküste an der Bucht Pinižule am Kap Kamenjak
Pinižule. Bei Südwind knallen die Wellen hier herein, und das Baden verlagert sich auf die andere Seite des Kaps. Foto: Einaz80, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, verkleinert

8. Plovanija und Školjić

Buchten am südlichen Ende in Richtung Kapspitze. Je weiter du auf der Halbinsel nach unten fährst, desto weniger Leute und desto ruppiger die Landschaft – diese beiden sind deshalb oft fast leer.

9. Die Kapspitze und der Blick auf den Kvarner

Das Ende der Halbinsel, wo der Weg aufhört und der Blick aufs offene Meer geht, bei guter Sicht bis zu den Inseln des Kvarner. Hier wächst nur noch niedriges, vom Wind schief gedrücktes Buschwerk – und hier hast du den besten Sonnenuntergang am ganzen Kap Kamenjak.

10. Die Insel Fenoliga und die Dinosaurierspuren

Vor dem südlichen Zipfel liegen mehrere Inselchen, und auf einem davon, Fenoliga, haben sich Abdrücke im Fels erhalten, die als Dinosaurierspuren gelten. Das ist keine organisierte Attraktion: Es kostet nichts, es gibt keinen Stand und keinen Aufpasser. Man paddelt mit dem Kajak oder Boot hin und sucht die Stellen nach Beschreibung. Nimm es als Bonus für Neugierige, nicht als Hauptgrund der Fahrt.

Der Leuchtturm Porer von der Spitze des Kap Kamenjak aus gesehen
Der Leuchtturm Porer vom Ende der Halbinsel. Er steht auf einer Felseninsel zwei Kilometer vor dem Festland. Foto: Fabio Lanzi, CC BY 3.0, Wikimedia Commons, verkleinert

11. Schnorcheln

Das Wasser rund ums Kap Kamenjak ist klar und der Grund felsig, also gibt es hier deutlich mehr zu sehen als an jedem Sandstrand. Die besten Abschnitte liegen an den steileren Ufern, etwa bei Debeljak und an der Westseite. Bring deine eigene Maske mit – einen Verleih gibt es auf der Halbinsel nicht.

12. Mit dem Kajak um die Halbinsel

Die beste Art, das Kap Kamenjak als Ganzes zu sehen. Von Premantura starten Verleihe und geführte Touren, die die Küste abfahren, an den Inselchen anhalten und zu Höhlen paddeln, an die du vom Land aus nicht herankommst. Rechne mit einem halben Tag.

13. Die Meereshöhlen

In den Klippen der Südseite stecken durchgehende Höhlen und Überhänge, zu denen du schwimmen oder mit dem Kajak paddeln kannst. Die bekannteste ist die Höhle, in die man hineinschwimmt und drinnen auf den Fels steigt. Ohne ortskundige Begleitung such sie vorsichtig – und schwimm nie allein hinein.

Flacher Strand mit Liegen in Medulin in der Nähe des Kap Kamenjak
Medulin. Die flache Bucht mit kompletter Infrastruktur, in die man ausweicht, wenn Kamenjak den kleinen Kindern zu ruppig ist. Foto: Silverije, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, verkleinert

14. Windsurfen und Kitesurfen in Medulin

Östlich vom Kap beginnt die flache Bucht von Medulin, und die Bedingungen dort sind für Anfänger ideal. Von Premantura sind es rund elf Kilometer und keine zwanzig Minuten Fahrt. Surfschulen gibt es sowohl in Premantura als auch in Medulin.

15. Radfahren und Laufen auf der Halbinsel

Das Kap Kamenjak ist von einem Netz aus Schotterpisten und Pfaden durchzogen, das du an einem Vormittag komplett abfahren kannst. Das Gelände ist flach, ein normales Trekkingrad reicht völlig. Am schönsten fährst du außen herum und hältst in den Buchten, die dir unterwegs ins Auge fallen.

16. Sonnenuntergang in Premantura

Das Dorf selbst ist klein – eine Kirche, ein paar Konobas, ein Plätzchen –, aber weil es auf der Westseite der Halbinsel liegt, siehst du von seinem Rand die Sonne ins Meer fallen. Nach einem Tag auf den Felsen ist das der einfachste Schlusspunkt.

17. Die Bucht Radovica

Eine kleine Bucht an der Südwestseite, an der die meisten vorbeifahren, weil eine Abzweigung von der Hauptpiste hinführt und man sie von nirgendwo sieht. Der Einstieg geht über flache Platten, der Grund fällt schnell ab, und selbst im August ist hier Ruhe. Schatten: null. Deshalb kommen die Leute eher am Nachmittag.

18. Dražice und die Landzungen an der Ostseite

Eine Kette winziger Buchten zwischen Njive und der Kapspitze, zu denen du über den Küstenpfad zu Fuß hinkommst. Sie sind nicht ausgeschildert und tragen auf der Karte keinen Namen – exakt der Grund, warum hier Platz ist. Die Einstiege sind felsig, und bei Südwind schlagen die Wellen herein, dann wechselst du besser auf die andere Seite.

Essen und Trinken am Kap Kamenjak

Auf der Halbinsel gibt es weder einen Laden noch ein Restaurant im üblichen Sinn. Was existiert, sind Saisonbars, die ungefähr von Juni bis September aufmachen:

  • Die Safari Bar über der Kolumbarica, gebaut aus Treibholz und Palmwedeln, mit Schaukeln und Hängematten zwischen den Bäumen. Der bekannteste Ort am Kap und der einzige, an dem du einen ganzen Nachmittag im Schatten verbringen kannst.
  • Die Bar an der Bucht Njive mit einfachem Getränke- und Snackangebot, direkt am meistbesuchten Strandabschnitt.
  • Restaurants und Konobas in Premantura, gleich vor der Schranke. Hier isst du normal, kaufst Eis und füllst Wasser nach, bevor du reinfährst.

Duschen, Trinkwasser und Mülleimer gibt es auf der Halbinsel nicht. Nimm so viel Wasser mit, wie du den ganzen Tag brauchst, und deinen Müll wieder mit zurück nach Premantura.

Was du ans Kap Kamenjak mitnehmen musst

Das ist vermutlich der wichtigste Absatz des ganzen Artikels, denn Kamenjak funktioniert nicht wie ein normaler Strand:

  • Badeschuhe. Keine Empfehlung, sondern Pflicht. Grund und Ufer sind steinig und scharfkantig, und Seeigel gibt es hier auch.
  • Viel Wasser und Essen. In den Buchten kaufst du nichts, Bars stehen nur an wenigen Stellen.
  • Sonnenschirm oder Plane. Schatten existiert praktisch nicht, die Kiefern sind niedrig und licht.
  • Bargeld. Kleinere Bars und die Schranke nehmen nicht zwingend Karte.
  • Müllbeutel. Mülleimer stehen fast nirgends, und was du mitbringst, nimmst du wieder mit.

Achtung, Wind. Wenn die Bora bläst, ist die Westseite der Halbinsel unbrauchbar und das Meer gefährlich. An so einem Tag fährst du in die Buchten an der Ostseite, etwa nach Polje, wo Ruhe herrscht. Die kroatischen Wetterdienste geben den Wind nach Richtungen an – ein Blick darauf lohnt sich, bevor du losfährst.

Unterkunft: wo du in der Nähe vom Kap Kamenjak schläfst

Auf dem Kap Kamenjak selbst darfst du weder zelten noch übernachten. Gesucht wird in Premantura oder in der Umgebung:

  • Premantura: Apartments und Privatzimmer direkt an der Zufahrt zur Halbinsel. Die beste Wahl, wenn du wegen Kamenjak kommst.
  • Campingplätze bei Premantura: große Plätze direkt am Meer an der Ostseite, unter Wohnmobilfahrern beliebt – Arena Stupice und Arena Runke liegen beide am Ortsrand.
  • Medulin: größerer Badeort mit mehr Restaurants und Stränden, rund elf Kilometer entfernt.
  • Pula: Stadt mit Amphitheater und Abendprogramm, 12 Kilometer und etwa zwanzig Minuten Fahrt.

Die Unterkünfte rund ums Kap Kamenjak lassen sich auf einer einzigen Karte vergleichen – über Stay22.

Ausflüge rund um das Kap Kamenjak

  • Pula mit dem römischen Amphitheater, einem der besterhaltenen der Welt, liegt zwanzig Minuten entfernt.
  • Der Nationalpark Brijuni, eine Inselgruppe mit Titos früherer Residenz und einem Safaripark, wird per Boot von Fažana aus angefahren.
  • Rovinj, die schönste Stadt Istriens, ist 52 Kilometer und knapp eine Stunde nach Norden entfernt.
  • Medulin und Nesactium für Archäologie und ruhigere Strände.

Wann du ans Kap Kamenjak fahren solltest

Die Saison folgt der istrischen: Juni und September sind am besten, weil es warm ist, das Meer durchgewärmt und in den Buchten Platz. Juli und August bedeuten Andrang an der Schranke – aber weil das Gebiet so groß ist, bleibt Kamenjak selbst dann erheblich leerer als ein gewöhnlicher istrischer Strand. Wenn du in der Hauptsaison kommst, fahr früh am Morgen rein oder erst nach vier Uhr nachmittags.

Außerhalb der Saison ist die Halbinsel offen und kostenlos, und die Landschaft ist eine andere, aber nicht weniger schöne: blühende Orchideen im Frühjahr, leere Pfade, Wind. Zum Baden taugt das allerdings nicht.

Häufige Fragen zum Kap Kamenjak

Ist das Kap Kamenjak ein Nationalpark?Nein, auch wenn es oft so geschrieben wird. Kamenjak ist seit 1966 ein geschütztes Landschaftsgebiet, also eine mildere Schutzkategorie als ein Nationalpark. Kroatien hat acht Nationalparks, und Kamenjak gehört nicht dazu.

Was kostet der Eintritt am Kap Kamenjak?Zu Fuß und mit dem Rad ist der Zutritt kostenlos. Für die Einfahrt mit einem motorisierten Fahrzeug wird in der warmen Jahreshälfte an der Schranke hinter Premantura kassiert, und zwar pro Fahrzeug, nicht pro Person. In der Hauptsaison vom 15. Juni bis 15. September zahlst du pro Tag rund 20 € fürs Auto, 8 € fürs Motorrad und 50 € fürs Wohnmobil, in der Nebensaison etwa die Hälfte. Online gebucht gibt es 10 % Rabatt. Preise und Saisonfenster ändern sich jährlich, die aktuelle Liste steht auf kamenjak.hr.

Wie lange fährt man mit dem Auto von Deutschland ans Kap Kamenjak?Aus München sind es rund 615 Kilometer über Salzburg, Villach, den Karawankentunnel, Ljubljana und Rijeka – gut sechseinhalb Stunden reine Fahrzeit. Aus Nürnberg rund 785 km, aus Frankfurt rund 1.010 km, aus Berlin rund 1.200 km, aus Hamburg rund 1.390 km. Von Pula bis Premantura, dem letzten Dorf vor der Schranke, sind es dann noch 12 Kilometer und etwa zwanzig Minuten. Ohne Auto fährt die Buslinie 28 von Pula nach Premantura, sie braucht gut vierzig Minuten.

Wie sind die Strände am Kap Kamenjak?Steinig und felsig, Sand gibt es keinen. Die Küste ist in Dutzende kleiner Buchten zerbrochen, und in den meisten steigst du über flache Felsplatten ins Wasser. Badeschuhe sind hier praktisch Pflicht.

Ist das Kap Kamenjak für Familien mit Kindern geeignet?Ja, aber mit Vorbereitung. Am besten funktionieren die flachen, geschützten Buchten an der Ostseite, zum Beispiel Polje. Rechne damit, dass es hier keinen Schatten, keine Duschen und keinen Laden gibt – Wasser, Essen und Sonnenschirm musst du selbst mitbringen.

Darf man am Kap Kamenjak campen, und sind Hunde erlaubt?Campen und Übernachten sind im gesamten geschützten Gebiet verboten, ebenso offenes Feuer. Campingplätze gibt es in Premantura und Umgebung, gleich hinter der Schutzgebietsgrenze. Hunde darfst du mitnehmen, aber an der Leine: Auf der Halbinsel weiden Schafe, die von einem Hirtenhund bewacht werden.

Was muss man ans Kap Kamenjak mitnehmen?Badeschuhe, viel Trinkwasser, Essen, einen Sonnenschirm oder eine Plane wegen des fehlenden Schattens, Bargeld für Schranke und kleinere Bars sowie einen Beutel für den eigenen Müll. Eine Schnorchelmaske lohnt sich, weil der Grund felsig ist und es dort einiges zu sehen gibt.

Wo ist die Safari Bar am Kap Kamenjak und wie hoch sind die Klippen?Die Safari Bar liegt über der Bucht Kolumbarica im südlichen Teil der Halbinsel. Sie ist aus Treibholz und alten Booten in den Hang eines ehemaligen Steinbruchs gebaut, und gesessen wird in Hängematten über dem Meer. Gleichzeitig ist das der Ort, an dem von den Klippen gesprungen wird – die Absätze reichen von ein paar Metern bis rund fünfzehn Meter, und Tiefe und Grund kontrolliert hier niemand.

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