Polen · 4.9.2026

Kolberg Urlaub: 17 Tipps, Anreise aus Deutschland und die Sache mit der Bornholm-Fähre

Maják v Kolobřehu z červených cihel nad přístavem

Aktualizováno 24.9.2026

Von Berlin aus bist du in gut drei Stunden da, und trotzdem fühlt sich Kolberg nicht wie ein Wochenendziel an, sondern wie ein richtiger Kurort: Sole aus der Erde, Moorbäder in den Sanatorien, ein Kurpark mit Musikpavillon und davor ein breiter Sandstrand mit Seebrücke. Wer einen Kolberg Urlaub plant, bekommt also zwei Dinge auf einmal, Ostsee und Kur, und das Programm hört nicht auf, wenn es drei Tage lang regnet. Wir haben 17 Tipps für Kołobrzeg zusammengestellt, dazu die Anreise aus Deutschland, Preise in Złoty mit Euro-Werten, Ideen für Kinder und eine ehrliche Antwort auf die Frage, die fast jeder stellt: Eine direkte Fähre nach Bornholm fährt von hier nicht mehr.

Kolberg Urlaub auf einen Blick

  • Kolberg ist ein Kurort, nicht nur ein Badeort. Behandelt wird mit Sole und Moor, und Kurgäste kommen schon seit dem 19. Jahrhundert, damals war Kolberg eines der großen deutschen Ostseebäder.
  • Der Leuchtturm ist 26 Meter hoch, 108 Stufen führen zur Aussichtsplattform, der Eintritt kostet 15 Złoty.
  • Eine direkte Fähre nach Bornholm gibt es seit 2020 nicht mehr. Aus Deutschland fährst du am einfachsten ab Sassnitz auf Rügen direkt nach Rønne.
  • Die Seebrücke ist 220 Meter lang und nach der in Międzyzdroje die zweitlängste in der Woiwodschaft Westpommern. Von Ende April bis Ende September kostet sie Eintritt.
  • Der Strand ist breit, feinsandig und flach, einer der besten Abschnitte der ganzen polnischen Küste.
  • Von Berlin sind es rund 275 km, von Hamburg etwa 530 km und von Dresden knapp 470 km.
  • In der Stadt leben gut 40.000 Menschen, es gibt also Geschäfte, Restaurants und Programm auch abseits des Strandes.
Roter Backsteinleuchtturm von Kolberg über dem Hafen
Der Kolberger Leuchtturm steht auf den Mauern einer alten Festung. Foto: Tomasz Lerczak, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Kolberg: Salz, Festung und tausend Jahre Geschichte

Dass die Stadt einmal deutsch war, merkst du schon am Namen: Auf den Schildern steht Kołobrzeg, im Kopf vieler deutscher Urlauber heißt sie weiter Kolberg. Die Geschichte reicht aber viel weiter zurück. Schon im 9. Jahrhundert gab es an der Mündung der Persante, polnisch Parsęta, eine slawische Siedlung, die von den Salzquellen lebte, und im Jahr 1000 wurde hier im Zusammenhang mit dem Akt von Gnesen ein Bistum gegründet, das allerdings nur wenige Jahre bestand. Das Salz wurde jahrhundertelang bis ins Binnenland verkauft und machte die Stadt reich.

Aus der Salzstadt wurde im 19. Jahrhundert ein Seebad. Die ersten Badegäste kamen um 1800, nach dem Schleifen der Festungswerke 1872 blühte der Kurbetrieb richtig auf, und um 1880 gehörte Kolberg zu den größten deutschen Ostseebädern, mit See-, Sol- und Moorbädern. Im März 1945 wurde die Stadt bei den Kämpfen um die Festung Kolberg zum größten Teil zerstört. Geblieben ist die Sole: Sie wird bis heute bei Atemwegserkrankungen und zum Inhalieren eingesetzt, dazu kommt Moor. Genau das unterscheidet Kolberg von den meisten Ostseeorten. Es gibt Kurhäuser, Sanatorien und ein Programm, das auch im November läuft.

17 Tipps für deinen Kolberg Urlaub: was du sehen und machen kannst

Die folgenden Tipps reichen vom Leuchtturm über den Mariendom bis zu den ruhigen Stränden im Osten. Du musst nicht alles abhaken. Für einen ersten Eindruck reichen zwei Tage, danach kannst du dir die Liste nach Wetter und Laune einteilen.

Backsteinleuchtturm in Kolberg auf der Bastion der ehemaligen Festung
Der Leuchtturm steht auf der Bastion der ehemaligen Festung an der Mündung der Parsęta. Foto: Andrzej Otrębski, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert

1. Leuchtturm

Das meistfotografierte Gebäude der Stadt. Der heutige Backsteinturm ist 26 Meter hoch, das Leuchtfeuer liegt 36 Meter über dem Meer und ist rund 30 Kilometer weit zu sehen. Er steht auf dem Fort Münde (Fort Ujście) aus dem 18. Jahrhundert, gebaut wurde er gleich nach dem Krieg 1945, nachdem der Vorgänger gesprengt worden war. Ein Navigationslicht gibt es an dieser Stelle aber schon seit 1666. Über 108 Stufen kommst du auf die Aussichtsplattform, von oben siehst du Hafen, Seebrücke und Strand. Der Eintritt kostet 15 Złoty (rund 3,50 €), ermäßigt 10 Złoty, und im Hochsommer ist bis 21 Uhr geöffnet. Das Mineralienmuseum, das früher im Sockel untergebracht war und in älteren Reiseführern noch auftaucht, gibt es dort nicht mehr.

Seebrücke in Kolberg mit bemaltem Schriftzug Kołobrzeg
Am Eingang zur Seebrücke steht ein bemalter Schriftzug, vor dem sich eine Schlange fürs Foto bildet. Foto: Zala, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert

2. Seebrücke

220 Meter lang, 9 Meter breit und etwa 4,5 Meter über dem Wasser, am Ende mit einem zweistöckigen Kopf, an dem kleine Ausflugsschiffe anlegen können. Anders als der Name Molo vermuten lässt, ist sie nicht aus Holz, sondern aus Stahlbeton. Morgens gehen hier die Angler raus, abends die Spaziergänger, und von hier kommen die schönsten Fotos vom Strand und die besten Sonnenuntergänge. Es ist die zweitlängste Seebrücke in Westpommern, länger ist nur die in Międzyzdroje. Von Ende April bis 30. September kostet die Seebrücke zwischen 10 und 22 Uhr Eintritt, 9 Złoty (rund 2 €). Mit dem Beleg über die bezahlte Kurtaxe aus deiner Unterkunft zahlst du nur 2 Złoty, also heb den Zettel auf.

3. Hafen und Ufer der Parsęta

Fischerei- und Yachthafen an der Flussmündung, wo die Boote liegen und die Ausflugsschiffe ablegen. Am Ufer reihen sich Restaurants und Fischbuden. Weil hier noch gefischt wird, bekommst du frischen Fisch oft direkt vom Kutter.

4. Schiffsausflug

Vom Hafen legen Ausflugsschiffe ab, darunter auch nachgebaute Segelschiffe, und fahren etwa eine Stunde an der Küste entlang. Das ist eine typische Seebad-Attraktion, aber mit Kindern funktioniert sie, und du siehst den Strand einmal vom Wasser aus.

Gotischer Mariendom in Kolberg
Der Mariendom ist eines der ältesten erhaltenen Bauwerke der Stadt. Foto: NeonFor, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert

5. Mariendom (Basilika Mariä Himmelfahrt)

Die gotische Backsteinkirche im Zentrum stammt aus dem 14. Jahrhundert, ist heute Konkathedrale und eine der wichtigsten Kirchen im Norden Polens. 1945 lag sie in Trümmern, wiederaufgebaut wurde sie ab 1957. Innen lohnen sich vor allem die Ausstattungsstücke aus dem Mittelalter: der siebenarmige Leuchter von 1327, der hölzerne Kronleuchter der Familie Schlieffen von 1523 und das bronzene Taufbecken von 1355. Achte auch auf die Pfeiler, die sichtbar schief stehen. Der Boden unter der Kirche hat schon im Mittelalter nachgegeben, deshalb wurde sie mehrmals umgebaut.

Neugotisches Rathaus in Kolberg nach Entwurf von Karl Friedrich Schinkel
Das Rathaus entwarf im 19. Jahrhundert Karl Friedrich Schinkel. Foto: Aw58, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert

6. Rathaus

Neugotisches Rathaus, gebaut um 1830 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel, ausgeführt von Ernst Friedrich Zwirner, dem späteren Baumeister des Kölner Doms. Es sieht fast aus wie eine kleine Burg und hat 1945 die Kämpfe überstanden. Heute sitzen darin eine Galerie für Gegenwartskunst und die Touristeninformation. Der Platz davor ist das Zentrum der Stadt, hier hört Kolberg auf, nur Strand zu sein.

7. Museum des polnischen Militärs

Eines der größten Militärmuseen Polens (Muzeum Oręża Polskiego), mit einer Freiluftausstellung aus Panzern, Geschützen und Flugzeugen und einem Innenteil zur Geschichte der polnischen Armee und zu den Kämpfen um Kolberg im März 1945. Das Museum erzählt die Geschichte aus polnischer Sicht, und genau das macht es für deutsche Besucher interessant. Für Geschichtsfans ist es ein halber Tag, für alle anderen reicht der Außenbereich mit den Panzern und Flugzeugen.

8. Weg der drei Forts

Kolberg war jahrhundertelang eine preußische Festungsstadt, und Reste der Befestigungen liegen bis heute über das Stadtgebiet verteilt. Der markierte Weg der drei Forts (Szlak Trzech Fortów) verbindet sie und lässt sich zu Fuß oder mit dem Rad machen. Ein guter Grund, den Strand für ein paar Stunden hinter dir zu lassen.

9. Kurpark Stefan Żeromski

Der grüne Gürtel zwischen Zentrum und Meer ist über 30 Hektar groß und wurde im 19. Jahrhundert als Kurpark angelegt: Alleen, Bänke, ein Musikpavillon und rundherum die Kurhäuser. Hier merkst du am deutlichsten, dass Kolberg ein Kurort ist. Man kommt zum Spazierengehen her, nicht zum Sonnenbaden.

10. Gradierwerk und Sole-Inhalation

Im Kurviertel stehen frei zugängliche Gradierwerke, also Holzgerüste mit Schwarzdornreisig, über die Sole rieselt und dabei verdunstet. Du gehst drumherum und atmest die salzige Luft ein. Das ist die kostenlose Version dessen, wofür Kurgäste in die Sanatorien kommen, und für Kinder mit Atemwegsproblemen lohnt es sich wirklich.

11. Strandpromenade

Die Promenade über dem Strand verbindet die Seebrücke, das Kurviertel und die östlichen Abschnitte. In der Saison ist sie die Flaniermeile der Stadt mit Cafés und Buden, und abends wird hier spaziert, bis es dunkel ist.

12. Stadtstrand

Der Kolberger Strand zieht sich über gut zehn Kilometer, und weil das Wasser langsam tiefer wird, ist er ideal für Familien mit Kindern. Direkt am Zentrum ist er breit und sandig, mit Rettungsschwimmern und Liegenverleih. Er gehört zu den besten der polnischen Küste und ist groß genug, dass du auch im August noch einen Platz findest.

13. Die Strände im Osten Richtung Podczele

Je weiter du vom Zentrum nach Osten gehst, desto leerer wird es. Die Abschnitte bei Podczele sind breiter und naturbelassener, dahinter kommen nur noch Dünen und Wald. Wenn du Ruhe suchst, ist das die richtige Richtung.

14. Ökopark Wschodni

Ein Schutzgebiet am östlichen Stadtrand mit Lehrpfad, Salzwiesen und Vogelbeobachtungsständen. Hier wachsen Salzpflanzen, die es in Polen sonst nirgends gibt. Du kommst am Strand entlang zu Fuß oder mit dem Rad hin, und es ist der stillste Ort in der Umgebung.

15. Oceanarium

Geöffnet ist täglich von 9:30 bis 18:00 Uhr, der Eintritt kostet 50 Złoty (rund 12 €) für Erwachsene und 40 Złoty für Kinder ab zwei Jahren, Jugendliche und Rentner, Kinder unter zwei Jahren sind frei. Zu sehen sind Aquarien mit Meeres- und Süßwasserarten, darunter Rochen, Haie, Muränen und Piranhas. Es ist kein riesiger Komplex, aber für einen verregneten Vormittag mit Kindern eine sichere Sache.

16. Muzeum 6D und Miasto Myszy

Zwei klassische Familienattraktionen im Zentrum. Das Muzeum 6D ist eine interaktive Ausstellung über das Leben der Fischer um 1913, in der alles angefasst werden darf, und die Führung vom Band gibt es auch auf Deutsch. In der Miasto Myszy (Mäusestadt) wohnen über 500 lebende Mäuse in einer märchenhaften Kulisse. Beides ist reine kommerzielle Unterhaltung, aber wenn es den dritten Tag regnet, bist du dankbar dafür.

17. Radtouren an der Küste

Kolberg liegt am Ostseeküstenradweg, auf dem du nach Westen und nach Osten am Meer und an den Dünen entlang fahren kannst. Fahrradverleihe gibt es in der Stadt genug, und mit dem Rad siehst du deutlich mehr als nur den Stadtstrand.

Fähre von Kolberg nach Bornholm: was heute gilt

Das ist die häufigste Frage rund um Kolberg, und die Antwort ist leider kurz: Seit 2020 gibt es von Kolberg keine direkte Verbindung nach Bornholm mehr. Der Katamaran Jantar der Reederei Kołobrzeska Żegluga Pasażerska, der Fußgänger und Radfahrer im Sommer in gut vier Stunden nach Nexø brachte, fuhr zuletzt 2019. Eine neue Autofähre nach Rønne wurde 2024 angekündigt, ist aber bis heute nicht gestartet.

Für dich als Urlauber aus Deutschland ist das halb so schlimm, denn die einfachste Route liegt ohnehin auf dem Weg: Von Sassnitz-Mukran auf Rügen fährt die Bornholmslinjen direkt nach Rønne, die Überfahrt dauert gut drei Stunden. Aus Polen geht es alternativ ab Świnoujście (Swinemünde) mit der Fähre nach Ystad in Schweden und von dort mit der Schnellfähre nach Rønne. Wer unbedingt ab Kolberg übers Meer will, findet nur mehrtägige Törns mit Motorjachten, die über Nacht nach Nexø fahren. Das ist eher eine kleine Kreuzfahrt als eine Fähre. Prüf vor der Planung die aktuellen Fahrpläne bei den Reedereien, Saisonlinien auf der Ostsee ändern sich oft.

Anreise nach Kolberg aus Deutschland

VonEntfernungReine Fahrzeit
Berlin275 kmgut 3 Stunden
Dresden468 kmrund 5 Stunden
Hamburg533 kmrund 5,5 Stunden
Stettin (Szczecin)132 kmgut 1,5 Stunden

Mit dem Auto fährst du aus Berlin über die A11 zur Grenze und dann auf den polnischen Schnellstraßen S3 und S6 fast bis vor die Stadt. Die Schnellstraßen kosten für Pkw nichts, mautpflichtig sind in Polen nur einige Autobahnabschnitte, etwa die A2 ab Frankfurt (Oder). Aus München oder Frankfurt am Main sind es dagegen deutlich über 800 Kilometer, das ist eher eine Strecke für zwei Tage oder für den Zug. Mit der Bahn geht es über Stettin: erst von Berlin nach Szczecin, dort steigst du in einen polnischen Zug nach Kołobrzeg um. Der Bahnhof liegt nah am Zentrum, zum Kurviertel und zum Strand gehst du zu Fuß. Direkte Sommerzüge aus Berlin gab es in einzelnen Jahren, schau also in die aktuelle Fahrplanauskunft.

Parken im Kurviertel und am Strand kostet in der Saison Gebühren, und mittags ist oft alles voll. Die meisten Unterkünfte haben eigene Parkplätze, das lohnt sich bei der Buchung zu prüfen.

Kolberg oder Łeba? Kolberg ist größer, städtischer und hat die ganze Kur-Infrastruktur, damit überstehst du auch drei Regentage. Łeba weiter östlich ist kleiner, wilder und hat die Wanderdünen. Wenn du mit kleinen Kindern oder außerhalb der Hauptsaison fährst, ist Kolberg die bessere Wahl. Und von Berlin aus ist es gut zwei Stunden näher.

Beste Reisezeit für einen Urlaub in Kolberg

In der Hauptsaison von Juni bis August liegt die Lufttemperatur meist zwischen 20 und 25 Grad, das Meer hat 18 bis 22 Grad. Es ist die Ostsee, Baden ist also kurz und erfrischend, kein Ganztagesprogramm.

  • Juli und August: am wärmsten, voller Strand, höchste Preise. Über 20 Grad hat das Meer trotzdem selten.
  • Juni und September: der beste Kompromiss, leerere Strände und günstigere Unterkünfte.
  • Mai und Oktober: zum Baden zu kalt, aber Kurprogramm, Spaziergänge auf der Seebrücke und Radtouren laufen voll.
  • Winter: Kolberg macht anders als kleinere Badeorte nicht zu. Die Sanatorien arbeiten das ganze Jahr, und ein Winterspaziergang am Strand bei Sturm ist ein Erlebnis für sich.

Wo übernachten in Kolberg

  • Kurviertel am Park und an der Promenade: die beste Lage, Hotels mit Spa und Pool, die höchsten Preise.
  • Zentrum rund ums Rathaus: günstiger, näher an Geschäften und Restaurants, zum Strand zehn Minuten zu Fuß.
  • Osten Richtung Podczele: ruhiger, neuere Apartments, weiter weg vom Trubel.
  • Campingplätze und Hütten in der Umgebung für alle, die mit dem Wohnmobil kommen.

Richtpreise pro Nacht in der Hauptsaison:

  • Backpacker: ein Zimmer in einer Pension oder ein Privatzimmer im Osten der Stadt ab etwa 120 bis 180 Złoty (rund 30 bis 40 €). Hostels gibt es in Kolberg kaum, üblicher ist ein günstiges Zimmer mit eigenem Eingang.
  • Mittelklasse: ein Apartment oder ein Drei-Sterne-Hotel zehn Minuten vom Strand ab etwa 300 bis 450 Złoty (rund 70 bis 105 €) fürs Doppelzimmer.
  • Kurhotel: ein Haus mit Spa, Pool und Anwendungen direkt an der Promenade ab etwa 550 bis 900 Złoty (rund 130 bis 210 €) pro Nacht, meist mit Halbpension.

Außerhalb von Juli und August sinken die Preise um etwa ein Drittel, und die Kurhotels bieten dann Pakete über mehrere Nächte an, die noch günstiger kommen. Viele Häuser haben eigene deutsche Seiten und Preislisten. Dazu kommt die Kurtaxe (opłata uzdrowiskowa), die pro Nacht über die Unterkunft abgerechnet wird. Den Beleg brauchst du für den ermäßigten Eintritt auf die Seebrücke.

Unterkünfte in Kolberg kannst du auf einer Karte über Stay22 vergleichen. Hilfreich ist auch unser Überblick über Wellness in Polen, denn Kolberg ist dafür das typische Beispiel an der Ostsee.

Kolberg Urlaub mit Kindern

  • Breiter Strand, der flach ins Wasser geht, mit Rettungsschwimmern. Das ist der Hauptgrund, warum Familien herkommen.
  • Oceanarium und Miasto Myszy für den Regentag.
  • Aufstieg auf den Leuchtturm, weil geklettert wird und oben die Aussicht als Belohnung wartet.
  • Schiffsausflug für eine Stunde.
  • Gradierwerk, vor allem für Kinder mit Allergien und Atemwegsproblemen.
  • Panzer und Flugzeuge im Freigelände des Militärmuseums.

Ausflugsziele rund um Kolberg

  • Ustronie Morskie und Sianożęty, ruhigere Strände ein Stück weiter östlich.
  • Mrzeżyno und Dźwirzyno im Westen, kleinere Badeorte mit Dünen.
  • Trzęsacz mit der Kirchenruine, die Stück für Stück von der Steilküste ins Meer rutscht. Knapp eine Stunde mit dem Auto.
  • Stettin als große Stadt mit Programm, gut anderthalb Stunden Fahrt und ein guter Zwischenstopp auf dem Weg aus Berlin.
  • Koszalin (Köslin) mit dem Gollen (Góra Chełmska), gut 40 Kilometer östlich. Auf dem Berg über der Stadt steht ein Aussichtsturm, von dem du die Küste und den Jamno-See siehst.
  • Kajaktour auf der Parsęta, wenn du einen Tag ohne Strand willst. Die Verleihe setzen dich flussaufwärts ab, und du paddelst zurück nach Kolberg.

Häufige Fragen zum Kolberg Urlaub

Gibt es eine Fähre von Kolberg nach Bornholm?Nein. Die direkte Verbindung zwischen Kolberg und Bornholm gibt es seit 2020 nicht mehr, der saisonale Katamaran nach Nexø fuhr zuletzt 2019. Aus Deutschland kommst du am einfachsten ab Sassnitz-Mukran auf Rügen nach Bornholm, die Bornholmslinjen fährt von dort direkt nach Rønne. Aus Polen führt der Weg über Świnoujście mit der Fähre nach Ystad in Schweden und weiter mit der Schnellfähre nach Rønne. Eine neue Linie ab Kolberg wurde 2024 angekündigt, hat aber bisher weder Starttermin noch Fahrplan, prüf die aktuellen Verbindungen deshalb direkt bei den Reedereien.

Wie komme ich aus Deutschland nach Kolberg?Am schnellsten mit dem Auto: Von Berlin sind es rund 275 Kilometer und gut drei Stunden reine Fahrzeit über die A11 und die polnischen Schnellstraßen S3 und S6, von Hamburg etwa 530 und von Dresden knapp 470 Kilometer. Mit der Bahn fährst du über Stettin und steigst dort in einen polnischen Zug nach Kołobrzeg um, der Bahnhof liegt nah am Zentrum.

Warum ist Kolberg ein Kurort?Wegen der Sole. Die Stadt hat große Salzvorkommen und ist seit dem 19. Jahrhundert ein Kurort, in dem mit Sole und Moor vor allem die Atemwege behandelt werden. Schon um 1880 gehörte Kolberg zu den größten deutschen Ostseebädern. Deshalb arbeiten die Sanatorien das ganze Jahr, und das Programm endet nicht mit der Badesaison.

Kann man auf den Leuchtturm in Kolberg steigen?Ja. Der Turm ist 26 Meter hoch und steht auf dem ehemaligen Fort Münde, 108 Stufen führen auf die Aussichtsplattform. Der Eintritt kostet 15 Złoty, ermäßigt 10 Złoty. Von oben siehst du Hafen, Seebrücke und Strand.

Wie sind die Strände in Kolberg?Breit, sandig und flach abfallend, sie gehören zu den besten der polnischen Küste. Am Zentrum gibt es den Strand mit allem Service und Rettungsschwimmern, je weiter du nach Osten Richtung Podczele gehst, desto ruhiger und naturbelassener wird es.

Was kann man in Kolberg mit Kindern bei Regen machen?Das Oceanarium mit Rochen und Haien, die Mäusestadt Miasto Myszy mit über 500 lebenden Mäusen und das interaktive Muzeum 6D, dessen Führung es auch auf Deutsch gibt. Dazu kommen der Leuchtturm und das Militärmuseum. Genau hier hat Kolberg einen Vorteil gegenüber kleineren Orten wie Łeba: Es ist größer und hat genug Programm auch für mehrere Regentage.

Wann ist die beste Reisezeit für Kolberg?Juni und September, dann sind die Strände leerer und die Preise niedriger. Im Juli und August ist es am wärmsten, aber auch am teuersten und am vollsten. Außerhalb der Saison hat Kolberg den Vorteil, dass es dank der Kurhäuser nicht zumacht.

Wie warm ist die Ostsee in Kolberg?Nicht besonders. Auch in der Hauptsaison liegt die Wassertemperatur meist um die 20 Grad, und bei auflandigem Wind wird es kälter. Rechne mit einem Urlaub am Wasser, nicht im Wasser, und damit, dass das Baden kurz ausfällt.

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