Sizilien Rundreise mit dem Mietwagen: Route, Stopps und Tipps von Palermo bis Taormina
Aktualizováno 27.9.2026
Morgens stehst du zwischen griechischen Säulen, mittags badest du in einer Bucht, die eher nach Karibik aussieht als nach Mittelmeer, und am Abend siehst du vom Balkon aus den Ätna rauchen. Genau deshalb ist eine Sizilien Rundreise mit dem Mietwagen die beste Art, die größte Insel des Mittelmeers kennenzulernen: Kaum eine andere Region Europas wechselt auf so wenigen Kilometern so oft die Kulisse. Barockstädte, Salinen, Vulkanlandschaft, grüne Berge im Norden und fast wüstenhaft trockene Hügel im Süden. Wir sind die Insel von Palermo bis Taormina abgefahren und haben hier aufgeschrieben, welche Stopps sich wirklich lohnen, wann du fahren solltest, worauf du beim Mietwagen achten musst und wo du übernachtest.
Sizilien Rundreise auf einen Blick
Keine Zeit für den ganzen Artikel? Hier sind die Highlights, sortiert danach, was du dir von deinem Urlaub erhoffst.
Städte und Geschichte
Palermo – laute, widersprüchliche Hauptstadt mit dem Teatro Massimo, den Quattro Canti und Straßenmärkten.
Syrakus und Ortigia (UNESCO) – barocke Gassen, ein Dom, der in einen griechischen Tempel hineingebaut wurde, und ein großer Archäologiepark.
Taormina – das Postkartenstädtchen mit antikem Theater und Blick auf Meer und Ätna.
Cefalù – normannischer Dom und ein Aufstieg auf den Felsen La Rocca mit Panorama.
Agrigent – Tal der Tempel (UNESCO) – eines der größten Ausgrabungsgelände im Mittelmeerraum mit den am besten erhaltenen griechischen Tempeln.
Ragusa und Modica (UNESCO) – die Barockstädte des Val di Noto.
Strände und Küste
San Vito Lo Capo – feiner Sand und türkisfarbenes Wasser, einer der schönsten Strände Italiens.
Mondello – der Stadtstrand von Palermo mit hellem Sand und azurblauem Meer.
Torre Salsa – langer, wilder Strand unter weißen Klippen, ohne Liegen und ohne Gedränge.
Lido di Noto – Buchten mit klarem Wasser und entspannter Stimmung.
Isola Bella (Taormina) – kleine Insel unterhalb von Taormina, ideal zum Schnorcheln.
Liparische Inseln (Stromboli, Vulcano) – schwarze Strände und Vulkanatmosphäre.
Natur
Ätna – der höchste aktive Vulkan Europas, mit Seilbahn bis auf rund 2.500 Meter.
Naturreservat Zingaro – das erste Naturschutzgebiet Siziliens, mit Küstenpfad und türkisfarbenen Buchten.
Vendicari – Küstenreservat mit Lagunen, Flamingos und naturbelassenen Stränden.
Scala dei Turchi – die schneeweiße „Treppe“ aus weichem Mergel über dem Meer.
Alcantara-Schlucht – Basaltwände und ein eiskalter Fluss, durch den du waten kannst.
Ägadische Inseln – Favignana, Levanzo, Marettimo: Ruhe, Schnorcheln, kaum Menschenmassen.
Madonie und Nebrodi – das bergige, grüne Sizilien fast ohne Touristen.
Archäologie und Antike
Auf Sizilien haben Griechen, Römer, Araber und Normannen ihre Spuren hinterlassen, und zwar über Jahrtausende. Überall auf der Insel stößt du auf antike Tempel, mittelalterliche Burgen und barocke Kirchen.
Tal der Tempel (UNESCO) – der Concordia-Tempel gehört zu den besterhaltenen griechischen Tempeln überhaupt.
Neapolis (Syrakus) – Archäologiepark mit dem Ohr des Dionysios und dem griechischen Theater.
Segesta – ein einsamer dorischer Tempel mitten in den Hügeln.
Selinunt – einer der größten Archäologieparks Europas, mit dorischen Tempeln direkt über dem Meer.
Erice – mittelalterliches Bergstädtchen in den Wolken über Trapani.
Villa Romana del Casale (UNESCO) – römische Villa mit den schönsten Mosaiken Italiens.
Warum sich eine Sizilien Rundreise lohnt und für wen
Wer Sizilien nur als weitere Mittelmeerinsel mit Strand abhakt, verpasst das Beste. Hier liegen Gegensätze direkt nebeneinander: griechische Antike neben arabischem Erbe, Barockfassaden ein paar Kilometer von Lavafeldern entfernt, volle Städte und daneben Küstenabschnitte, an denen den ganzen Tag niemand vorbeikommt. UNESCO-Stätten, ein aktiver Ätna, einige der schönsten Strände Italiens und eine Küche, für die du wiederkommen willst – das alles bekommst du auf einer Insel, die nur etwas kleiner ist als Brandenburg. Wer gern selbst fährt, abends an einem anderen Ort ankommt und sich tagsüber treiben lässt, ist hier genau richtig. Wer eine Woche Liege und Pool sucht, findet das zwar auch, nutzt die Insel aber nur zur Hälfte.
Beste Reisezeit für die Sizilien Rundreise
Sizilien hat klassisches Mittelmeerklima: heiße, trockene Sommer und milde Winter. Wenn es dir vor allem ums Baden geht, bist du von Juni bis September auf der sicheren Seite, dann erreicht das Meer bis zu 27 Grad. Gleichzeitig klettert das Thermometer aber auf 30 bis 35 Grad, in den Städten ist es dann drückend und Besichtigungen in der Mittagssonne machen wenig Spaß. Dazu kommt, dass im Juli und August auch die Italiener Ferien machen – Unterkünfte und Strände sind dann am vollsten.
Wir selbst fahren am liebsten im Mai, Juni, September und Oktober. Dann hat es angenehme 22 bis 30 Grad, das Meer ist schon oder noch warm genug, und es sind deutlich weniger Menschen unterwegs. Im Frühling blüht die ganze Insel, im Herbst passen warmes Wasser und erträgliche Temperaturen zum Wandern perfekt zusammen. Der Winter mit etwa 12 bis 17 Grad ist keine Badesaison, für Städte ohne Gedränge aber ideal – und eine gute Gelegenheit, dem deutschen Grau zu entkommen. Baden kannst du ungefähr von Mai bis Oktober, in warmen Jahren auch länger.
Wassertemperatur auf Sizilien
Mai: 18–21 °C
Juni: 21–24 °C
Juli: 24–26 °C
August: 26–27 °C
September: 24–26 °C
Oktober: 22–24 °C
Lufttemperatur
Mai: 22–26 °C
Juni: 25–30 °C
Juli: 30–35 °C
August: 30–37 °C
September: 26–30 °C
Oktober: 22–26 °C
Anreise nach Sizilien aus Deutschland
Am schnellsten geht es mit dem Flugzeug nach Palermo oder Catania. Beide Flughäfen werden aus mehreren deutschen Großstädten direkt angeflogen, auch von Billigfliegern, manche Verbindungen allerdings nur im Sommer. Welche Route gerade läuft, siehst du am zuverlässigsten direkt bei den Airlines. Palermo ist praktischer für den Westen der Insel, Catania ist das Tor zum Ätna und zur Ostküste. Für eine Sizilien Rundreise lohnt sich fast immer ein Gabelflug: an einem Flughafen landen, vom anderen zurückfliegen. Das spart dir einen halben Tag Rückfahrt und viele überflüssige Kilometer, denn zwischen den beiden Städten liegen gut 200 Kilometer.
Die zweite Möglichkeit ist die Anreise mit dem eigenen Auto quer durch Italien und dann mit der Fähre von Villa San Giovanni nach Messina. Die Fähren über die Meerenge pendeln sehr häufig und nehmen Autos problemlos mit. Du solltest dir aber klarmachen, was das bedeutet: Ab München sind es bis Villa San Giovanni rund 1.560 Kilometer, ab Frankfurt gut 1.900. Das rechnet sich vor allem dann, wenn du Sizilien mit einem Roadtrip durch das italienische Festland verbindest und zwei, drei Wochen Zeit hast.
Ohne Auto lernst du auf Sizilien genau eine Stadt kennen. Busse und Züge gibt es, aber sie sind langsam, und an Orte wie Zingaro oder die kleineren Strände bringen sie dich nicht. Nimm den Mietwagen am besten direkt am Flughafen – dort ist die Auswahl am größten und die Preise sind meist in Ordnung.
In den großen Städten wie Palermo oder Catania ist der Verkehr stellenweise chaotisch, außerhalb davon fährt es sich entspannt. Wir empfehlen ein kleines Auto wegen der engen Gassen und der knappen Parkplätze, am besten mit Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung – kleine Kratzer auf sizilianischen Parkplätzen sind eher die Regel als die Ausnahme. Einen internationalen Führerschein brauchst du nicht, der deutsche EU-Führerschein reicht.
Die Entfernungen sind überschaubar. Von den Autobahnen kosten die Strecken Messina–Catania (A18) und Messina–Palermo (A20) Maut, die Querverbindung Palermo–Catania (A19) ist mautfrei. In den Städten zahlst du fürs Parken meist in den blauen Zonen (strisce blu), und in den Altstädten gibt es fast überall ZTL-Zonen (Zona a Traffico Limitato), in die du ohne Genehmigung nicht hineinfahren darfst. Die Kameras sind gnadenlos, und der Strafzettel kommt Monate später per Post nach Deutschland – oft zusammen mit einer Bearbeitungsgebühr der Mietwagenfirma.
Übernachten auf der Sizilien Rundreise
Das Angebot reicht von Stadtapartments über familiengeführte Pensionen bis zu Agriturismi auf dem Land. Für eine Rundreise gilt: Wechsle die Unterkunft mit der Region. Das ist viel angenehmer, als jeden Abend Hunderte Kilometer zurückzufahren. Die Preise sind vor allem außerhalb von Juli und August freundlich, und oft landest du in kleinen B&Bs, in denen sich die Besitzer persönlich um dich kümmern.
Für Badeurlaub eignen sich kleinere Orte wie San Vito Lo Capo oder Cefalù, für Kultur eher die historischen Städte Syrakus und Taormina. Konkrete, von uns geprüfte Unterkünfte nennen wir weiter unten bei den einzelnen Orten. Suchen und vergleichen kannst du hier: Unterkünfte auf Sizilien →.
TIPP: Am einfachsten buchst du deine Unterkunft über Booking – so ist sie in ein paar Minuten gefunden und reserviert.
Wie ist das Meer auf Sizilien?
Das Meer rund um Sizilien gehört zu den schönsten Italiens, ist aber je nach Küste sehr unterschiedlich. Im Westen und Norden findest du vor allem Sandstrände mit flachem Einstieg, perfekt für Familien mit Kindern. Der Osten hat häufiger Kies- oder Felsstrände, dafür mit auffallend klarem Wasser. Der Süden ist eine Mischung aus beidem und meist weniger touristisch.
Das türkiseste Wasser findest du bei San Vito Lo Capo, im Zingaro-Reservat und auf den Ägadischen Inseln. Die vulkanische Herkunft der Insel zeigt sich an schwarzem Sand, vor allem rund um den Ätna und auf den Liparischen Inseln.
Palermo – laut, widersprüchlich und voller Leben
Palermo ist die Hauptstadt Siziliens und eine der ursprünglichsten Städte Italiens – für uns der Pflichtstart jeder Sizilien Rundreise im Westen. Auf den ersten Blick wirkt sie chaotisch, fast rau, aber wenn du ihr ein, zwei Tage gibst, steckt sie dich mit ihrer Energie an. Die Altstadt gehört zu den größten Europas und ist vollgepackt mit Sehenswürdigkeiten, Märkten und versteckten Ecken.
Lass die Kathedrale von Palermo, das monumentale Teatro Massimo und die barocke Kreuzung Quattro Canti nicht aus. Das eigentliche Erlebnis sind aber die Märkte Ballarò, Vucciria und Capo, auf denen du das beste sizilianische Streetfood probierst: Arancine, Panelle und Sfincione. Palermo ist ein super Standort für Ausflüge in den Westen: Monreale, Mondello und Cefalù liegen in der Nähe, und auch zu den Ägadischen Inseln oder nach Trapani kommst du von hier leicht. Rechne mit wildem Verkehr und bleib abends lieber auf den Hauptstraßen.
💡 Unterkunftstipp: Das stilvolle und sehr gut bewertete BB 22 Palace → liegt mitten in der Altstadt und hat viel vom Flair des alten Palermo.
Mondello – Karibikstrand am Stadtrand von Palermo
Mondello ist der schönste Strand rund um Palermo und wird oft zu den besten Stadtstränden Italiens gezählt. Feiner heller Sand, türkisfarbenes Wasser und ein flacher Einstieg erinnern eher an die Karibik als ans Mittelmeer. Der Ort liegt am Stadtrand von Palermo, du kommst mit dem Bus oder mit dem Auto hin.
In der Hochsaison stehen in Mondello Liegen und Schirme dicht an dicht – früh am Morgen oder außerhalb des Sommers ist es dagegen ruhig. Rundherum ragen Berge auf, dahinter liegt ein elegantes Villenviertel, und an der Promenade findest du jede Menge Restaurants, Cafés und Eisdielen. Ideal, wenn du Stadtbesichtigung und Baden verbinden willst.
💡 Unterkunftstipp:Villa Mondello Rooms → bietet ruhige Zimmer nicht weit vom Strand und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Castellammare del Golfo – Hafen, Strände und Aussichtspunkte
Castellammare del Golfo ist eine hübsche Hafenstadt zwischen Palermo und Trapani, die mit ihrer Lage, den Ausblicken und der freundlichen Atmosphäre punktet. Die Altstadt zieht sich rund um den Hafen, und abends füllt sich die Promenade mit Restaurants und Cafés.
Größter Trumpf ist der lange Sandstrand Spiaggia Plaja, der sich mehrere Kilometer am Golf entlangzieht, dazu die Aussichtspunkte oberhalb der Stadt mit Blick über die ganze Bucht. Castellammare ist ein idealer Ausgangspunkt für Scopello, das Zingaro-Reservat und Segesta, und im Vergleich zu den bekannteren Badeorten geht es hier gemächlicher zu. Passt als kurzer Stopp genauso wie für ein paar Tage mit Ausflügen in die Umgebung.
💡 Unterkunftstipp: Das Hotel Cetarium → liegt direkt am Hafen, hat ein tolles Frühstück und seit Jahren sehr gute Bewertungen.
Scopello – kleines Dorf mit berühmten Felsnadeln
Scopello ist ein winziges Dorf am Rand des Zingaro-Reservats und einer der fotogensten Orte Siziliens. Berühmt ist es vor allem für die alte Thunfischfabrik Tonnara di Scopello, vor der sich die spektakulären Felsnadeln, die Faraglioni, aus dem Meer erheben – genau das Motiv, das du von Postkarten aus Westsizilien kennst.
Das Dorf selbst hast du in ein paar Minuten gesehen: ein kleiner Platz, ein paar Cafés, Restaurants und eine Bäckerei. Es ist aber ein perfekter Zwischenstopp auf der Fahrt an der Küste entlang und Ausgangspunkt für die umliegenden Buchten, die du zu Fuß erreichst. Ohne Auto kommst du allerdings nur schwer hin.
💡 Unterkunftstipp:Tenute Plaia Agriturismo → bietet schöne Zimmer mitten in der Natur, nicht weit von Scopello.
Naturreservat Zingaro – das wilde Sizilien ohne Zivilisation
Das Zingaro ist das allererste Naturschutzgebiet Siziliens (gegründet 1981) und einer der schönsten Naturorte der Insel. Es erstreckt sich entlang einer dramatischen Steilküste zwischen Scopello und San Vito Lo Capo. Der Hauptweg verläuft mehrere Kilometer oberhalb des Meeres und führt immer wieder hinunter in türkisfarbene Buchten wie Cala dell’Uzzo oder Cala Marinella – jede hat ihren eigenen Charakter und kristallklares Wasser.
Im Reservat gibt es keine Hotels, keine Restaurants und keine Läden – und genau deshalb lohnt es sich. Ideal zum Wandern, Schnorcheln und Baden fernab der Massen. Wasser und Proviant musst du selbst mitbringen. Der Eintritt ist überschaubar, und selbst im Hochsommer ist hier nie so viel los wie in den klassischen Badeorten.
TIPP: Wenn dich ein Ort oder eine Attraktion besonders interessiert und du eine Besichtigung planst, kauf die Tickets am besten vorab online HIER. So sparst du dir die Warteschlangen und kannst den Tag in Ruhe planen.
💡 Tipp: Am besten übernachtest du im nahen San Vito Lo Capo → – von dort ist das Reservat mit dem Auto und sogar zu Fuß schnell erreichbar.
San Vito Lo Capo – Strand wie aus dem Bilderbuch
San Vito Lo Capo hat einen der schönsten Strände ganz Siziliens: einen langen Streifen feinen, hellen Sandes mit flachem Einstieg ins Meer, auch für Familien mit Kindern ideal. Der Ort liegt an der Nordwestspitze der Insel und ist von Bergen umgeben – der Sonnenuntergang mit dem Monte Monaco im Hintergrund bleibt hängen.
Das Städtchen ist klein, überschaubar und ganz auf Baden und Erholung ausgerichtet. Bekannt ist es für das Couscous-Festival, das an die arabischen Einflüsse erinnert, und die Restaurants gehören zu den besten der Gegend – setz auf Fisch und Meeresfrüchte. In der Hochsaison ist es voll, außerhalb des Sommers bleibt die Stimmung angenehm entspannt.
💡 Unterkunftstipp: Das I Mori Hotel → hat moderne Zimmer, eine tolle Lage und seit Jahren sehr gute Bewertungen.
Du bist in der Nähe von Trapani und suchst den nächsten Stopp? Erice ist ein verwunschenes mittelalterliches Städtchen auf rund 750 Metern über Trapani. Wegen der Höhe ist es hier kühler, und oft hängt Nebel über den Dächern, was dem Ort etwas Geheimnisvolles gibt. Enge Steingassen, kleine Plätze und Stadtmauern wirken wie aus einem Märchen.
Wahrzeichen ist das Castello di Venere, erbaut an der Stelle eines antiken Tempels – von den Mauern aus hast du einen atemberaubenden Blick über die ganze Westküste und die Salinen bei Trapani. Erice ist perfekt für einen langsamen Spaziergang und zum Probieren des Mandelgebäcks, auf das die Konditoreien hier stolz sind. Hinauf kommst du mit dem Auto oder mit der Seilbahn aus Trapani.
💡 Unterkunftstipp: Das Hotel Elimo → liegt mitten in der Altstadt – und Erice genießt du am meisten nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Tagesausflügler weg sind.
Erice, eines der schönsten Bergstädtchen Siziliens
Segesta – antiker Tempel in völliger Stille
Segesta gehört zu den eindrucksvollsten antiken Stätten Siziliens. Der einsame dorische Tempel steht inmitten grüner Hügel und wirkt monumental und friedlich zugleich. Er stammt aus der Stadt der Elymer, und das Spannende daran: Er wurde nie fertiggestellt.
Oberhalb des Tempels liegt ein antikes Theater mit Panoramablick, in dem bis heute Sommeraufführungen stattfinden. Anders als in Agrigent drängen sich hier selten Massen, sodass du die Atmosphäre voll auskosten kannst. Eintritt wird fällig, einen Parkplatz gibt es direkt am Gelände. Das schönste Licht hast du früh am Morgen oder gegen Abend.
💡 Unterkunftstipp:Case di Segesta → bietet ruhige Zimmer auf dem Land, gleich in der Nähe der Ausgrabung.
Selinunt – einer der größten Archäologieparks Europas
Selinunt an der Südwestküste ist einer der größten Archäologieparks Europas, und trotzdem verirren sich viel weniger Besucher hierher als nach Agrigent. Einst war es eine der reichsten griechischen Städte Siziliens, gegründet im 7. Jahrhundert v. Chr. Im Jahr 409 v. Chr. eroberten und zerstörten die Karthager die Stadt. Danach lebte sie unter karthagischer Herrschaft in bescheidenem Umfang weiter, bis sie 250 v. Chr. im Ersten Punischen Krieg endgültig aufgegeben wurde.
Heute läufst du ganz frei zwischen den Ruinen herum: monumentale dorische Tempel, eine Akropolis auf einer Anhöhe direkt über dem Meer und ein weites Trümmerfeld, das du zu Fuß oder mit einem kleinen Elektrozug erkundest. Das Gelände ist wirklich groß, plane also mindestens zwei Stunden ein und nimm Wasser und eine Kopfbedeckung mit, denn Schatten gibt es kaum. Der reguläre Eintritt kostet laut der Parkverwaltung 14 € (Stand September 2026).
💡 Unterkunftstipp: Übernachten kannst du direkt am Park im Badeort Marinella di Selinunte → – von dort bist du in ein paar Minuten bei den Tempeln.
Trapani – Stadt des Salzes und der Inseln
Trapani ist eine Hafenstadt und das wichtigste Tor zu den Ägadischen Inseln. Die Altstadt ist kompakt und wie gemacht für einen Abendspaziergang. Die Umgebung ist berühmt für ihre Salinen und Windmühlen, die bei Sonnenuntergang am schönsten sind – die Salzfelder sind bis heute in Betrieb und prägen eine einzigartige Landschaft.
Für den Westen der Insel liegt Trapani ideal: Hier gibt es einen Flughafen, einen Hafen und gute Straßenverbindungen. Die Stadt ist nicht von Touristen überlaufen, wirkt authentisch und ist ein hervorragender Standort für Ausflüge nach Erice, auf die Ägadischen Inseln oder nach Marsala. Dazu kommen viele gute Fischrestaurants und Couscous nach trapanesischer Art.
💡 Unterkunftstipp: Das Room of Andrea Hotel → bietet moderne Zimmer, eine tolle Lage und ausgezeichnete Bewertungen.
Marsala – Wein, Salz und die Lagune Stagnone
Marsala liegt an der Westspitze der Insel, und die meisten verbinden den Namen vor allem mit dem gleichnamigen Dessertwein, der hier hergestellt wird und direkt in den historischen Kellereien der Stadt probiert werden kann. Das kompakte Zentrum mit hellen Gebäuden und weiten Plätzen lässt sich angenehm und ohne Gedränge erkunden.
Die größte Attraktion ist aber die Umgebung: die Lagune Stagnone mit Salinen und alten Windmühlen, die sich bei Sonnenuntergang wunderschön rosa färben. Mitten in der Lagune liegt die kleine Insel Mozia (Motya) mit den Resten einer phönizischen Siedlung, zu der du mit einem kleinen Boot übersetzt. In Marsala landete 1860 auch Garibaldi mit seinem „Zug der Tausend“ – hier weht also auch ein Stück italienische Geschichte.
💡 Unterkunftstipp: Ruhige und gut bewertete Unterkünfte in Marsala → findest du im Zentrum genauso wie an der Lagune Stagnone.
Ägadische Inseln – die ruhige Alternative ohne Massen
Die Ägadischen Inseln gehören zu den am wenigsten touristischen Archipelen rund um Sizilien. Die größte, Favignana, ist flach – leih dir ein Fahrrad und fahr die Buchten ab. Das kleinere Levanzo ist verschlafen und fast autofrei, das wildere Marettimo lieben Wanderer und Naturfans.
Die Inseln sind bekannt für kristallklares Wasser und beste Bedingungen zum Schnorcheln. Die Fähren und Tragflügelboote legen in Trapani ab, die Überfahrt dauert nur ein paar Dutzend Minuten. Plane 1 bis 3 Tage ein – es gibt die nötige touristische Infrastruktur, aber Massentourismus ist das definitiv nicht. Wenn die Zeit knapp ist, geht auch ein Tagesausflug mit dem Boot.
💡 Unterkunftstipp: Auf Favignana gehört das Cave Bianche Hotel → mit Pool und hervorragenden Bewertungen zu den besten Adressen.
Monreale – normannisches Meisterwerk über Palermo (UNESCO)
Monreale liegt nur ein paar Kilometer von Palermo entfernt, fühlt sich aber völlig anders an. Der Hauptgrund für den Besuch ist der Dom von Monreale (UNESCO), einer der bedeutendsten normannischen Bauten Europas. Das Innere ist buchstäblich mit goldenen Mosaiken überzogen, die biblische Szenen zeigen – auf einer Fläche von über 6.000 Quadratmetern.
An den Dom schließt sich ein Kreuzgang mit Hunderten verzierten Säulen an, von denen keine der anderen gleicht. Die Stadt liegt hoch über der Küste, der Blick reicht bis Palermo und darüber hinaus. Touristen sind hier meist weniger unterwegs als unten in der Stadt. Ein idealer Halbtagesausflug, den du gut mit Palermo kombinieren kannst.
💡 Unterkunftstipp: Die gut bewertete Locanda Re Ruggero → direkt in Monreale bietet Ruhe und eine ausgezeichnete Lage.
Agrigent – Tal der Tempel (UNESCO)
In Agrigent liegt eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Europas, das Valle dei Templi auf der UNESCO-Liste. Das Gelände erstreckt sich am Rand der modernen Stadt und umfasst mehrere monumentale griechische Tempel aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Es ist weitläufig und hervorragend erhalten.
Am bekanntesten ist der Concordia-Tempel, einer der am besten erhaltenen griechischen Tempel überhaupt; daneben lohnen der Juno- und der Heraklestempel einen Blick. Plane für den Rundgang mindestens zwei bis drei Stunden ein, das schönste Licht hast du früh morgens oder zum Sonnenuntergang. Das reguläre Ticket für den Tempelhügel kostet laut der Parkverwaltung 14 €, das archäologische Museum kostet extra. Die Stadt selbst ist eher unspektakulär – der Grund für die Anreise ist das Ausgrabungsgelände.
💡 Unterkunftstipp: Das Villa Athena Resort → liegt direkt am Gelände, und von den Zimmern und vom Restaurant siehst du auf die Tempel.
Scala dei Turchi – weiße Treppe über dem Meer
Die Scala dei Turchi ist einer der meistfotografierten Orte Siziliens: schneeweiße Klippen aus weichem Kalkmergel, die stufenförmig ins Meer abfallen und wie eine riesige Treppe aussehen. Der Name bedeutet „Treppe der Türken“ und erinnert an die Überfälle sarazenischer Piraten, die hier der Legende nach bei Sturm Schutz suchten.
Die weißen Klippen stehen in herrlichem Kontrast zum tiefblauen Meer. Auf den Mergel selbst darfst du seit 2020 nicht mehr steigen, ein Zaun markiert den Mindestabstand, und der Zugang zum Strand darunter ist inzwischen kontingentiert und kostenpflichtig. Die Regeln haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert, schau also vorher auf der Website der Gemeinde Realmonte nach. Schöne Blicke hast du auch von den Nachbarstränden und Aussichtspunkten. Das schönste Licht gibt es am Nachmittag und bei Sonnenuntergang, wenn die Klippen golden leuchten. In der Saison ist viel los.
Torre Salsa ist ein Naturschutzgebiet mit einem der schönsten und am wenigsten besuchten Strände im Süden Siziliens. Der lange Sandstrand zieht sich unter weißen Klippen entlang und wirkt wild und unberührt. Das Wasser ist sauber, oft gibt es Wellen.
Hin kommst du über eine Schotterpiste und einen kurzen Abstieg, was einen Teil der Besucher abschreckt – deshalb ist selbst im Sommer genug Platz. Strandbars oder Liegen gibt es nicht, bring also alles selbst mit. Perfekt für Naturfans, lange Strandspaziergänge und Vogelbeobachtung.
Punta della Mola – unscheinbares Juwel bei Syrakus
Die Punta della Mola ist ein wenig bekannter Küstenabschnitt für alle, die Ruhe abseits der Hauptrouten suchen. Sie liegt auf der Halbinsel Maddalena südlich von Syrakus, am Meeresschutzgebiet Plemmirio. Die Küste besteht aus Felsen, kleinen Buchten und offenem Meer mit klarem Wasser, ideal zum Baden und Schnorcheln.
Weil hier kaum gebaut wurde, genießt du echte Ruhe – keine großen Badeorte, keine Massen. Ein toller Stopp für ein paar Stunden während der Rundreise und eine spannende Alternative zu den bekannteren Stränden. In der Umgebung gibt es auch schöne Aussichtspunkte über die Küste.
💡 Unterkunftstipp: Das angenehme und ruhige La Casa di Giò → passt zu einem langsameren Reisetempo.
Syrakus – die antike Metropole Siziliens (UNESCO)
Syrakus gehört zu den historisch bedeutendsten Städten Siziliens und steht auf der UNESCO-Liste. In der Antike war es eine der mächtigsten Städte des Mittelmeers, Rivalin Athens und Heimat des Mathematikers Archimedes. Die meisten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich im Archäologiepark Neapolis – das berühmte Ohr des Dionysios, das griechische Theater und das römische Amphitheater.
Das Zentrum ist lebendig, aber nicht übertrieben touristisch, und Geschichte begegnet dir hier auf Schritt und Tritt. Plane mindestens einen ganzen Tag ein, damit du den Archäologiepark und das historische Herz auf der Insel Ortigia schaffst. Dazu gibt es hervorragende Fischrestaurants.
💡 Unterkunftstipp: Das sehr gut bewertete Grande Albergo Alfeo → liegt in Gehweite der Altstadt.
Ortigia – das historische Herz von Syrakus
Ortigia ist eine kleine Insel, auf der das historische Zentrum von Syrakus liegt – die größte Dichte an Sehenswürdigkeiten, engen Gassen und stimmungsvollen Plätzen. Wahrzeichen ist der Dom, der direkt auf den Fundamenten des antiken Athena-Tempels steht; die Säulen des ursprünglichen Tempels siehst du bis heute im Inneren.
Ein Spaziergang durch Ortigia gehört zu den schönsten Erlebnissen im Osten Siziliens – Märkte, Cafés, Restaurants und kleine Läden. Tagsüber ist die Insel lebhaft, abends romantisch und ruhiger. Du willst Syrakus richtig erleben? Dann wohn direkt auf Ortigia. Hier gibt es auch ein paar Badestellen und die berühmte Arethusa-Quelle, in der Papyrus wächst.
💡 Unterkunftstipp: Die stilvollen Ortigia Luxury Suites → bieten moderne Zimmer in historischem Ambiente und eine Bewertung von über 9/10.
Noto – die Barockperle des Val di Noto (UNESCO)
Noto gilt als schönste Barockstadt Siziliens und ist UNESCO-Welterbe. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 wurde sie im 18. Jahrhundert an neuer Stelle in einheitlichem Barockstil wieder aufgebaut. Die Hauptstraße Corso Vittorio Emanuele ist gesäumt von Palästen und Kirchen aus honigfarbenem Kalkstein, der bei Sonnenuntergang golden leuchtet.
Größter Blickfang ist die Kathedrale San Nicolò über einer breiten Freitreppe. Noto ist wie gemacht für einen gemütlichen Bummel und einen Kaffee auf der Piazza; abends werden die Fassaden zusätzlich angestrahlt. Der Besuch ist kurz, aber intensiv – und vergiss das Eis und die traditionellen Konditoreien nicht.
💡 Unterkunftstipp: Die sehr gut bewerteten Seven Rooms Villadorata → liegen direkt an der Hauptstraße in einem historischen Palast.
Vendicari und Marzamemi – Lagunen, Flamingos und ein Fischerdorf
An der Südostspitze der Insel zwischen Noto und Portopalo liegen zwei Orte, die sich wunderbar ergänzen. Das Naturreservat Vendicari schützt Feuchtgebiete, Sanddünen und ruhige Strände wie Calamosche oder Eloro. Im Frühling und Herbst rasten in den Lagunen Zugvögel, darunter Flamingos und Reiher, und über den Stränden stehen eine alte Thunfischfabrik und der mittelalterliche Turm Torre Sveva.
Ein paar Kilometer weiter liegt Marzamemi, ein malerisches Fischerdorf mit arabischen Wurzeln. Herzstück ist die kleine Piazza Regina Margherita mit alten Fischerhäusern und Restaurantterrassen, auf denen frischer Fisch und Meeresfrüchte serviert werden. Genau der richtige Ort für einen langsamen Abend am Meer nach einem Tag im Reservat.
💡 Unterkunftstipp: Am Meer übernachten kannst du direkt in Unterkünften in Marzamemi →, von dort ist das Reservat mit dem Auto nur einen Katzensprung entfernt.
Taormina – die berühmteste Stadt Siziliens
Taormina ist die bekannteste und meistbesuchte Stadt Siziliens. Sie liegt auf einem Felsen hoch über dem Meer und bietet Ausblicke auf die Küste und auf den Ätna. Die größte Attraktion ist das antike Theater Teatro Antico (auch Teatro Greco) – einer der schönsten Ausblicke ganz Italiens, bis heute finden hier im Sommer Festivals statt.
Die Altstadt besteht aus eleganten Geschäften und Restaurants entlang der Hauptstraße Corso Umberto. Taormina ist sehr touristisch, hat sich seinen Charme aber bewahrt – komm früh am Morgen oder am Abend, dann sind weniger Menschen unterwegs und das Licht ist am schönsten. Mit der Seilbahn fährst du hinunter nach Mazzarò, von dort sind es nur ein paar Minuten zu Fuß zur Isola Bella.
💡 Unterkunftstipp: Das elegante Hotel Villa Belvedere → hat traumhafte Ausblicke und eine der besten Lagen der Stadt.
Isola Bella – die kleine Insel unterhalb von Taormina
Die Isola Bella ist eine kleine Insel, die über eine schmale Landzunge mit dem Festland verbunden ist, direkt unterhalb von Taormina – eines der meistfotografierten Motive der Gegend. Der Strand besteht eher aus Kieseln, aber das Wasser ist außergewöhnlich klar und großartig zum Schnorcheln.
In der Saison ist es voll, morgens oder außerhalb des Sommers hast du hier deine Ruhe. Die Insel ist ein Naturreservat, die Natur ist entsprechend gut erhalten. Du kommst mit der Seilbahn aus Taormina bis Mazzarò und gehst das letzte Stück zu Fuß, oder du fährst mit dem Auto und steigst über Treppen ab – die perfekte Ergänzung zum Stadtbesuch. Liegen und Schirme kannst du direkt am Strand mieten.
💡 Unterkunftstipp: Das sehr angenehme La Plage Resort → liegt direkt am Strand.
Ätna – der höchste aktive Vulkan Europas
Der Ätna ist der höchste aktive Vulkan Europas (derzeit rund 3.400 Meter, die Höhe ändert sich mit jedem größeren Ausbruch) und eines der großen Symbole Siziliens. Er ist aktiv, für Besucher aber gut zugänglich, solange du dich an die Regeln hältst. Der häufigste Ausgangspunkt ist das Rifugio Sapienza auf der Südseite, bis dorthin fährst du mit dem Auto. Von hier geht es mit der Seilbahn auf rund 2.500 Meter oder zu Fuß zu den kleineren Kratern.
Die höher gelegenen Bereiche sind aus Sicherheitsgründen nur mit Guide zugänglich. Auch im Sommer ist es oben deutlich kälter als an der Küste, pack also warme Kleidung, feste Schuhe und eine Sonnenbrille ein. Die Landschaft aus schwarzen Lavafeldern und Kratern vergisst du nicht, und den Ausflug kannst du gut mit einer Weinprobe an den Hängen des Vulkans verbinden. Wie du den Berg ohne Tour organisierst, erklären wir ausführlich im Artikel Ätna auf eigene Faust.
💡 Tipp: Zu den Gipfelkratern kommst du ohne Guide nicht hinauf – eine geführte Tour mit Bergführer findest du bei GetYourGuide →. Übernachten kannst du im Etna Boutique Hotel →, einem idealen Standort für den Aufstieg.
Alcantara-Schlucht – Naturschauspiel am Fuß des Ätna
Die Alcantara-Schlucht ist ein Canyon, den ein Fluss in erkaltete Lava gegraben hat. Die steilen Basaltwände erinnern an riesige Orgelpfeifen, und das Wasser bleibt auch im Hochsommer eiskalt (um 8 bis 10 Grad) – an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung.
Du kannst hier im Neoprenanzug durchs Wasser waten, baden oder die Schlucht einfach von oben bewundern. Es gibt mehrere Zugänge, einige davon sind kostenpflichtig und haben einen Neoprenverleih. Nimm Wasserschuhe und ein Handtuch mit. Wenn du einen Kontrast zu den Baudenkmälern und ein bisschen Adrenalin suchst, liegst du mit der Alcantara genau richtig.
Cefalù ist eines der schönsten Städtchen an der Nordküste und vereint eine kompakte Altstadt, einen langen Sandstrand und eine dramatische Felskulisse. Wahrzeichen ist der normannische Dom von Cefalù (UNESCO) mit prächtigen Mosaiken im Inneren.
Durch die engen Gassen der Altstadt ziehen sich Restaurants, Cafés und kleine Läden, und der Strand liegt direkt am Zentrum – die ideale Kombination aus Kultur und Baden. Über der Stadt ragt der Felsen La Rocca auf, zu dem ein Wanderweg mit tollen Aussichten führt (der Aufstieg dauert etwa 30 bis 40 Minuten). Cefalù ist beliebt, wirkt aber nicht so überlaufen wie Taormina.
💡 Unterkunftstipp: Das hervorragend bewertete Hotel Kalura → hat einen schönen Meerblick und eine ruhige Lage nicht weit vom Zentrum.
Madonie – das bergige Sizilien ohne Touristen
Das Madonie-Gebirge in der Nähe von Cefalù gehört zu den am wenigsten besuchten Gegenden Siziliens, obwohl die Natur großartig ist. Die Landschaft besteht aus Bergdörfern, Wäldern und Weiden, und hier stehen die höchsten Gipfel der Insel nach dem Ätna, darunter der Pizzo Carbonara (1.979 m).
Die Madonie sind wie gemacht zum Wandern, Radfahren und langsamen Reisen. Im Sommer ist es hier angenehmer als an der Küste – eine gute Flucht vor der Hitze. Die touristische Infrastruktur ist minimal, und genau das macht die Gegend so authentisch. Du triffst hier auch auf traditionelle Handwerker und regionale Produkte.
💡 Unterkunftstipp: Das urige Agriturismo Bergi → liegt mitten in den Bergen.
Nebrodi – der grünste Teil der Insel
Der Naturpark Nebrodi ist das größte Schutzgebiet Siziliens, und im Vergleich zu den trockenen Teilen der Insel ist es hier überraschend grün. Die Landschaft besteht aus Wäldern, Weiden, Seen und Bergdörfern. Bekannt ist die Gegend für traditionellen Käse und Wurstwaren, vor allem vom schwarzen Nebrodi-Schwein.
Touristen triffst du hier kaum, ein ideales Ziel für ruhige Tage und Wanderungen. Die Straßen sind schmal, bieten aber schöne Ausblicke. Es gibt einige Seen (zum Beispiel den Biviere di Cesarò) und viele endemische Pflanzen- und Tierarten – ein Paradies für Vogelfreunde.
Enna liegt genau im geografischen Zentrum Siziliens und ist mit über 900 Metern die höchstgelegene Provinzhauptstadt Italiens. Dank der Lage hat sie Panoramablicke bis zum Meer. Die Altstadt ist ruhig und wenig touristisch, Wahrzeichen ist das Castello di Lombardia, eine der größten mittelalterlichen Burgen Italiens mit sechs erhaltenen Türmen.
Enna ist ein idealer Zwischenstopp auf der Fahrt durchs Landesinnere – authentische Atmosphäre und sizilianischer Alltag ohne Schminke. Die schönsten Aussichten hast du von der Rocca di Cerere (Felsen der Ceres). Außerdem ist die Stadt ein guter Ausgangspunkt zur Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina mit ihren berühmten römischen Mosaiken.
💡 Unterkunftstipp: Das angenehme Hotel Federico II → im Zentrum hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Villa Romana del Casale – die schönsten römischen Mosaiken (UNESCO)
Nahe Piazza Armerina im Inselinneren versteckt sich die Villa Romana del Casale, eine weitläufige römische Villa aus dem 4. Jahrhundert auf der UNESCO-Liste. Berühmt ist sie für Mosaiken auf über 3.500 Quadratmetern, die zu den am besten erhaltenen römischen Mosaiken der Welt gehören.
Die Böden zeigen Jagdszenen, Mythologie und Alltagsleben. Am bekanntesten ist das Bild der Mädchen in „antiken Bikinis“ beim Sport, das um die Welt ging. Über den Mosaiken verlaufen erhöhte Stege, sodass du alles schön von oben betrachten kannst. Der reguläre Eintritt kostet laut der Parkverwaltung 14 €. Die Villa ist ein idealer Stopp auf der Fahrt durchs Landesinnere und lässt sich leicht mit Enna kombinieren.
Messina verbindet Sizilien mit dem italienischen Festland, und die meisten Reisenden fahren einfach durch – schade, denn die Stadt hat einiges zu bieten. Wahrzeichen ist der Dom von Messina mit seiner berühmten astronomischen Uhr, einer der größten ihrer Art. Mittags setzt sie sich in Bewegung und lockt jede Menge Zuschauer an.
Die Innenstadt wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1908 weitgehend neu aufgebaut und wirkt deshalb moderner als andere sizilianische Städte. Messina ist quirlig und authentisch, ohne Massentourismus, und über die Meerenge hast du schöne Blicke nach Kalabrien. Sehenswert ist auch der Orionbrunnen (Fontana di Orione). Gut für einen kurzen Stopp oder als logistischer Knotenpunkt, wenn du mit dem eigenen Auto und der Fähre anreist.
💡 Unterkunftstipp: Das gut bewertete Hotel Messenion → bietet moderne Zimmer und eine gute Lage.
Catania – das authentische Tor zum Ätna
Catania ist die zweitgrößte Stadt Siziliens und der ideale Ausgangspunkt für den Ätna. Sie ist roh, laut und sehr authentisch. Die Altstadt ist aus dunklem Lavastein gebaut, was ihr ein unverwechselbares Gesicht gibt, und gehört als Barockstadt des Val di Noto zum UNESCO-Welterbe.
Herzstück ist die Piazza del Duomo mit der Kathedrale Sant’Agata und dem berühmten Elefantenbrunnen (Fontana dell’Elefante), den die Einheimischen „u Liotru“ nennen – das Symbol der Stadt. Gleich daneben tobt der Fischmarkt La Pescheria, ein Erlebnis für sich. Von hier führt die prächtige Via Etnea mit dem Ätna am Ende der Achse. Lass auch das römische Amphitheater an der Piazza Stesicoro nicht aus, das ein Stück unterhalb des Straßenniveaus liegt.
Catania ist keine polierte Postkarte wie Taormina – sondern lebendig, ein bisschen abgenutzt und echt. Genau deshalb lohnt sich ein, zwei Tage hier, um den sizilianischen Alltag aufzusaugen. Und weil hier der Flughafen liegt, passt Catania perfekt als erster oder letzter Stopp deiner Rundreise.
💡 Unterkunftstipp: Das stilvolle Romano House → liegt im Zentrum nicht weit von der Via Etnea. Weitere Optionen findest du bei den Unterkünften in Catania →.
Ragusa und Modica – das barocke Herz des Val di Noto (UNESCO)
Ragusa und Modica sind zwei Barockstädte im Südosten, beide auf der UNESCO-Liste. Ragusa teilt sich in eine jüngere Oberstadt und das zauberhafte alte Ragusa Ibla, zu dem du über Hunderte Stufen zwischen historischen Häusern hinabsteigst. Wahrzeichen ist der Dom San Giorgio mit seiner mächtigen Kuppel – eine der schönsten Barockkirchen Siziliens.
Modica liegt ein Stück weiter und zieht sich die Hänge einer Schlucht hinauf – besonders eindrucksvoll ist der Blick auf die beleuchtete Stadt nach Einbruch der Dunkelheit. Berühmt ist sie für ihre Schokolade (cioccolato di Modica), die nach einer traditionellen „aztekischen“ Methode kalt verarbeitet wird und deshalb körnig bleibt. Probier sie direkt in einer der historischen Konditoreien.
💡 Unterkunftstipp: In Ragusa Ibla ist das Antica Badia Relais → in einem historischen Palast eine hervorragende Wahl.
Liparische Inseln – Vulkanarchipel im Norden (UNESCO)
Die Liparischen (Äolischen) Inseln sind ein Vulkanarchipel nördlich von Sizilien und stehen auf der UNESCO-Liste. Die größte Insel Lipari dient als Basis, das schwefelige Vulcano lockt mit Schlammbad und schwarzen Stränden, und der Stromboli ist ein aktiver Vulkan, der regelmäßig glühende Lava auswirft – eine geführte Abendtour oder der Blick auf die Eruptionen vom Boot aus gehören zu den stärksten Erlebnissen in ganz Italien. Aktuell darfst du ohne Guide nur bis auf rund 290 Meter steigen; was gerade erlaubt ist, steht in unserem Artikel zur Stromboli-Besteigung.
Das ruhigere Salina ist grün und bekannt für den Malvasia-Wein, Panarea ist schick, und Filicudi und Alicudi sind die Flucht aus der Zivilisation schlechthin. Auf die Inseln kommst du mit Fähre oder Tragflügelboot ab Milazzo (in der Saison teils auch ab Messina oder Palermo). Plane mindestens 2 bis 3 Tage ein – für einen einzigen Tagesausflug ist der Weg eigentlich zu schade.
💡 Tipp: Die geführte Tour auf den Stromboli und die Bootsfahrt zu den Eruptionen reservierst du am besten vorab über GetYourGuide →. Übernachten kannst du auf Lipari – zum Beispiel im Hotel Tritone →.
Was kostet eine Sizilien Rundreise?
Sizilien gehört zu den günstigeren Regionen Italiens, vor allem außerhalb von Juli und August. Viel sparst du, wenn du isst, wo die Einheimischen essen – sizilianisches Streetfood ist billig und hervorragend. Grobes Tagesbudget für zwei Personen (ohne Flug):
Posten
Sparsam
Mittel
Unterkunft (2 Pers.)
40–60 €
70–120 €
Essen und Getränke
25–35 €
50–80 €
Mietwagen + Benzin
30–45 €
40–60 €
Eintritte und Aktivitäten
10–20 €
25–45 €
Gesamt / Tag
~105–160 €
~185–305 €
💡 Tipp: Der größte Posten ist in der Saison die Unterkunft. Wenn du die Reise auf Mai, Juni oder September legst, bekommst du fürs gleiche Geld ein deutlich besseres Zimmer – und entgehst Hitze und Massen.
Sizilien Rundreise: wie viele Tage und welche Route?
Sizilien ist größer, als es auf der Karte aussieht – die Fahrten dauern länger, als du denkst. Damit dein Urlaub kein Wettrennen hinterm Steuer wird, empfehlen wir:
7 Tage: eine Ecke der Insel – entweder der Westen (Palermo, Trapani, San Vito Lo Capo, Erice, Segesta) oder der Osten (Catania, Taormina, Ätna, Syrakus, Noto).
10 Tage: die große Runde mit den Highlights – Palermo → Cefalù → Agrigent → Syrakus/Ortigia → Taormina → Ätna.
14 Tage: einmal komplett um die Insel, inklusive Ägadischer oder Liparischer Inseln und ein paar Tagen zum Faulenzen am Meer.
💡 Tipp: Flieg in eine Stadt und aus der anderen zurück (zum Beispiel Palermo hin, Catania zurück). So sparst du dir einen halben Tag Rückweg und siehst mehr.
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★ Unser Tipp
Ab Catania: Tagesausflug zum Ätna und nach Taormina
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Häufige Fragen zur Sizilien Rundreise (FAQ)
Wann ist die beste Reisezeit für eine Sizilien Rundreise?Am schönsten sind Mai, Juni, September und Oktober: 22 bis 30 Grad, warmes Meer und deutlich weniger Touristen. Zum Baden sind Juli und August am sichersten, dann musst du aber mit Hitze und vollen Stränden rechnen. Für Städtereisen ist auch der milde Winter schön.
Braucht man auf Sizilien einen Mietwagen?Für eine Rundreise ja, das Auto ist praktisch Pflicht. Busse und Züge sind langsam und bringen dich nicht in die Natur (Zingaro, kleinere Strände). Nimm ein kleines Auto wegen der engen Gassen und achte auf die ZTL-Zonen in den Altstädten. Die Autobahnen A18 und A20 sind mautpflichtig, die A19 zwischen Palermo und Catania nicht.
Wie viele Tage braucht man für eine Sizilien Rundreise?Für eine Ecke der Insel reichen 7 Tage, für die große Runde mit den wichtigsten Highlights solltest du 10 Tage einplanen und für eine komplette Umrundung inklusive Inseln idealerweise 14 Tage.
Ist Sizilien für den Urlaub mit Kindern geeignet?Auf jeden Fall. Wähle die West- und Nordküste mit Sandstränden und flachem Einstieg ins Meer, zum Beispiel San Vito Lo Capo, Mondello oder Cefalù. Die heißesten Wochen im August meidest du mit Kindern besser.
Kann man den Ätna ohne Guide besteigen?Teilweise. Zu den unteren Kratern kommst du allein, und mit der Seilbahn fährst du auf rund 2.500 Meter. Für die Gipfelkrater brauchst du aber einen autorisierten Bergführer. Zieh dich auch im Sommer warm an – oben ist es deutlich kälter als an der Küste.
Welche Strände auf Sizilien sind die schönsten?Zu den schönsten gehören San Vito Lo Capo, Mondello, die Buchten im Zingaro-Reservat, die Isola Bella bei Taormina und der wilde Strand von Torre Salsa. Das türkiseste Wasser findest du im Westen und auf den Ägadischen Inseln.
Ist Sizilien sicher für Touristen?Ja, für normale Urlauber ist Sizilien sicher. Es gilt die übliche Vorsicht wie in jeder Großstadt: Pass in Menschenmengen und auf Märkten auf deine Sachen auf und lass keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen.
Wie kommt man aus Deutschland nach Sizilien?Am schnellsten mit dem Flugzeug nach Palermo oder Catania, beide Flughäfen werden aus mehreren deutschen Städten direkt angeflogen, teils nur saisonal. Alternativ fährst du mit dem Auto durch Italien und nimmst die Fähre von Villa San Giovanni nach Messina – ab München sind das rund 1.560 Kilometer, das lohnt sich vor allem, wenn du Sizilien mit einer Italien-Rundreise verbindest.
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