Tschechien · 30.8.2026

Tschechisches Erzgebirge: 21 Wanderungen und Ausflugsziele auf der böhmischen Seite

Aktualizováno 24.9.2026

Das Erzgebirge kennst du wahrscheinlich von der sächsischen Seite: Fichtelberg, Oberwiesenthal, Seiffen, Schwibbögen im Fenster. Der Kamm hört an der Grenze aber nicht auf. Er fällt nach Süden steil ins Egertal ab, und genau dort, im tschechischen Erzgebirge, liegen der höchste Gipfel des ganzen Gebirges, die höchstgelegene Stadt Mitteleuropas, Stollen aus dem UNESCO-Welterbe und Hochmoore mit Holzstegen, auf denen du an einem Wochentag mehr Birkhühner als Menschen triffst. Viele Sachsen fahren nur zum Tanken und Einkaufen nach Boží Dar hinüber. Wir finden, das ist schade.

Deshalb haben wir 21 Ziele auf der böhmischen Seite zusammengetragen, vom Keilberg (Klínovec) und Boží Dar im Westen über die alten Bergwerke bis zu den Talsperren und stillen Hochflächen im Osten, wo kaum jemand hinfährt. Zu jedem Ziel findest du eine konkrete Wanderung mit Länge, Höhenmetern und Schwierigkeit, dazu Hinweise zum Parken und zu Eintrittspreisen. Und weil das böhmische Erzgebirge in jeder Jahreszeit funktioniert, sagen wir dir auch ehrlich, wo es oben am Kamm pfeift, wo du mit dem Kinderwagen nicht weiterkommst und wo du ohne Reservierung vor verschlossener Stollentür stehst.

Tschechisches Erzgebirge auf einen Blick

  • Höchster Punkt: der Keilberg (Klínovec, 1.244 m) mit steinernem Aussichtsturm, Eintritt 60 Kč (rund 2,50 €).
  • Mit Kindern: Boží Dar (Gottesgab), das Gottesgaber Hochmoor, der Christkindl-Weg (Ježíškova cesta) und der Pleßberg (Plešivec) mit Hochseilgarten.
  • Für Geschichtsfans: die Montanregion mit UNESCO-Status, also Jáchymov (Stollen Nr. 1), die Grube Mauritius, der Stollen Johannes und der Kupferhübel (Mědník).
  • Für Ruhe: Lesná (Ladung), Měděnec (Kupferberg), der Haßberg (Jelení hora) und die Talsperren Fláje und Přísečnice.
  • Im Winter: Skifahren am Keilberg und in Boží Dar, Langlauf auf der Erzgebirgsmagistrale (Krušnohorská magistrála).
  • Wann fahren: im Sommer zum Wandern und in die Stollen, im Winter zum Ski- und Langlauf. Das Gebirge funktioniert das ganze Jahr.
Bewaldete Bergrücken aus der Vogelperspektive
Foto: Marcin Jozwiak / Pexels

Wann und wie du ins tschechische Erzgebirge kommst

Das tschechische Erzgebirge lohnt sich das ganze Jahr über, jede Saison hat aber ihren eigenen Charakter. Sommer und Frühherbst (Juni bis Oktober) sind die beste Zeit für Wanderungen, Aussichtstürme und Stollenführungen, die meisten Schaubergwerke haben ungefähr von Mai bis Oktober geöffnet. Der Winter gehört Abfahrt und Langlauf: Auf dem Kamm bleibt der Schnee lange liegen, und die Erzgebirgsmagistrale verbindet auf böhmischer Seite viele Kilometer gespurter Loipen. Frühling und Spätherbst sind am ruhigsten, dafür musst du mit Matsch auf unbefestigten Wegen rechnen und damit, dass ein Teil der Attraktionen zu hat.

Aus Deutschland bist du am bequemsten mit dem Auto da, und das Erzgebirge ist das Gebirge Tschechiens, das am nächsten an Sachsen liegt. Von Chemnitz nach Boží Dar sind es rund 70 Straßenkilometer (gut eine Stunde), von Dresden und von Leipzig jeweils etwa 145 Kilometer (knapp zwei Stunden). Aus Berlin und aus München rechnest du mit gut 320 Kilometern und dreieinhalb bis vier Stunden, aus Nürnberg mit rund 240 Kilometern. Für den Osten des Gebirges um Krupka und Cínovec (Zinnwald) liegt Dresden quasi vor der Tür: Bis Cínovec sind es rund 55 Kilometer. Mit dem Zug kommst du nach Karlovy Vary (Karlsbad), Chomutov (Komotau) oder Teplice, dort geht es mit Regionalzügen und Bussen weiter, etwa nach Boží Dar oder Jáchymov. Ohne Auto klappt es, aber du musst mehr planen und bist zwischen den einzelnen Zielen weniger flexibel.

Bezahlt wird in tschechischen Kronen (Kč). Die Euro-Beträge in diesem Artikel sind grob mit etwa 25 Kč pro Euro umgerechnet und nur zur Orientierung gedacht. Wenn du über die tschechische Autobahn D8 von Dresden anreist, brauchst du eine elektronische Vignette. Auf den Landstraßen über die Grenzübergänge am Kamm, etwa bei Oberwiesenthal oder Zinnwald, nicht.

💡 Tipp: Parken in Boží Dar kostet Geld. Auf dem großen City-Parkplatz zahlst du 100 Kč für drei Stunden (rund 4 €) und 200 Kč für den ganzen Tag (rund 8 €), direkt im Ort ist das Parken Anwohnern vorbehalten. Wenn du mehrere Touren von hier aus planst, lohnt es sich, gleich in Boží Dar zu übernachten und das Auto stehen zu lassen. Unterkünfte in Boží Dar und Umgebung findest du hier →

21 Wanderungen und Ausflugsziele im tschechischen Erzgebirge

Wir haben die Ziele grob von Westen nach Osten sortiert und von den bekanntesten zu den echten Geheimtipps. Such dir aus, ob du Gipfel und Aussicht willst, lieber unter die Erde gehst oder deine Ruhe am Wasser suchst. Bei jedem Tipp steht eine konkrete Route mit Länge und Höhenmetern, und die haben wir entlang des tatsächlichen Wegs anhand von Höhendaten gemessen, nicht am Schreibtisch geschätzt.

1. Keilberg (Klínovec, 1.244 m): das Dach des Erzgebirges

Der höchste Berg des ganzen Erzgebirges steht nicht in Sachsen, sondern gleich hinter der Grenze: Der Keilberg ist rund 30 Meter höher als der Fichtelberg gegenüber. Oben steht ein steinerner Aussichtsturm von 1884, der nach Jahren des Verfalls restauriert wurde und wieder offen ist. Bei klarem Wetter schaust du weit über Böhmen und hinüber zum Fichtelberg und nach Oberwiesenthal. Der Eintritt kostet 60 Kč (rund 2,50 €), Kinder unter sieben sind frei. Geöffnet ist im April und Oktober etwa von 9 bis 17 Uhr, von Mai bis September bis 19 Uhr. Hinauf wanderst du von Boží Dar in knapp einer Stunde (rund 3,9 km) oder fährst mit dem Sessellift. Im Sommer läuft hier außerdem der Trailpark Klínovec mit vier Abfahrtsstrecken für Mountainbiker, einer der besten in Tschechien.

Route: Boží Dar (1.028 m) → Keilberg (1.244 m) auf markiertem Weg und denselben Weg zurück
Strecke: 7,8 km · Höhenmeter: 232 m · Schwierigkeit: mittel
rund 2,5 Stunden Gehzeit; hinauf kommst du auch mit dem Lift aus Jáchymov oder aus Loučná

2. Boží Dar (Gottesgab): die höchstgelegene Stadt Mitteleuropas

Auf 1.028 Metern gilt Boží Dar als höchstgelegene Stadt Mitteleuropas, und für das westliche Erzgebirge ist es die beste Basis. Die meisten Deutschen kennen den Ort von den Märkten und Tankstellen an der Grenze, dabei steckt mehr dahinter. Es gibt das Christkindl-Postamt (Ježíškova pošta), an das Kinder ihre Wunschzettel schicken, Restaurants, Verleihe und das Skigebiet Novako. Hier wurde auch der Volksdichter Anton Günther geboren, dessen Lieder auf der sächsischen Seite bis heute gesungen werden. Die Atmosphäre ist gemütlich-bergig, Familien und Paare fühlen sich gleichermaßen wohl, und alles andere aus unserer Liste hast du von hier aus in Reichweite.

Route: Runde von Boží Dar auf den Gottesgaber Spitzberg (Božídarský Špičák, 1.116 m) und zurück
Strecke: 8,3 km · Höhenmeter: 141 m · Schwierigkeit: leicht
flach zwischen den Mooren, nur das letzte Stück auf den Spitzberg steigt an; der Ort selbst liegt schon auf 1.028 m, hoch hinauf musst du also nirgends

💡 Tipp: Von Boží Dar startet der Christkindl-Weg (Ježíškova cesta), ein Erlebnispfad für Familien in zwei Varianten: die kurze Runde misst 5,6 km, die lange 12,9 km. Das Aufgabenheft für unterwegs gibt es für 50 Kč in der Touristeninformation. Die kurze Runde schaffst du auch mit dem Kinderwagen.

3. Gottesgaber Hochmoor: auf Holzbohlen über das Moor

Eine der schönsten leichten Touren im ganzen Gebirge. Das Gottesgaber Hochmoor (Božídarské rašeliniště) ist mit gut 1.160 Hektar das größte Moor im Erzgebirge und steht als nationales Naturreservat unter Schutz. Der Lehrpfad von gut drei Kilometern führt auf einem hölzernen Bohlenweg mitten hindurch, unterwegs stehen zwölf Infotafeln, und mit etwas Glück siehst du den Rundblättrigen Sonnentau. Die Strecke ist flach, familientauglich und zum großen Teil auch mit dem Kinderwagen machbar. Eintritt verlangt hier niemand. Am schönsten ist es im Abendlicht, wenn das Moor still wird.

Route: Runde auf dem Bohlenweg durch das Gottesgaber Hochmoor ab Boží Dar
Strecke: 3,1 km · Höhenmeter: 16 m · Schwierigkeit: leicht
die flachste Tour im ganzen Gebirge, sie bewegt sich zwischen 974 und 994 m; die Beschilderung nennt 3,2 bis 3,4 km, die gemessene Runde ist ein paar Dutzend Meter kürzer; großenteils auch mit Kinderwagen

Weite Moorlandschaft unter dramatischem Himmel
Foto: Raulling / Pexels

4. Jáchymov (St. Joachimsthal): Radonbad, Taler und Grube Svornost

Eine Bergbau- und Kurstadt mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Hier wurde aus dem Silber der Gruben der Joachimstaler geprägt, kurz Taler, von dem sich das Wort „Dollar“ ableitet. Später entstand in Jáchymov das erste Radonbad der Welt. Die Grube Svornost (Einigkeit) gehört zu den am längsten arbeitenden Bergwerken Mitteleuropas, aus ihr kommt bis heute das radonhaltige Wasser für das Kurbad, als Besucher kommst du aber nicht hinein. Zugänglich ist dafür der Stollen Nr. 1 mit rund 250 Metern alter Gänge, die Führung dauert etwa 45 Minuten und kostet Eintritt. Wer sich für Geschichte interessiert, sollte auch die Königliche Münze (heute Museum) und den Lehrpfad Jáchymovské peklo (Joachimsthaler Hölle, 8,5 km) nicht auslassen. Er erinnert an die politischen Häftlinge, die nach 1945 in den Uranlagern rund um die Stadt schuften mussten.

Route: Jáchymov, Marktplatz (652 m) → Stollen Nr. 1 (767 m) und zurück
Strecke: 4,0 km · Höhenmeter: 118 m · Schwierigkeit: leicht
die Stadt selbst ist allerdings ziemlich hügelig; der Lehrpfad Jáchymovské peklo misst 8,5 km

5. Měděnec und der Kupferhübel (Mědník): ein Berg voller Stollen

Der Kupferhübel (Mědník, 910 m) über dem Dorf Měděnec (Kupferberg) ist buchstäblich durchlöchert. Am Südhang liegt der Stollen Marie Pomocná (Mariahilf), in der Saison laufen dort jede volle Stunde Führungen, und im Berg hat es rund 6 °C, also nimm eine Jacke mit. Für Abenteuerlustige gibt es abends auch eine zweistündige Befahrung mit Leitern und einem engen Schacht, die musst du aber als ganze Gruppe mindestens zwei Tage vorher buchen. Oben auf dem Gipfel steht eine Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, und ein Stück weiter findest du die Felsformation Sfingy (Sphinxe) mit schöner Aussicht. Das ist ein ruhiger Teil des mittleren Erzgebirges, in den sich die Massen nicht verirren.

Route: Měděnec (844 m) → Kupferhübel (910 m) → Sfingy → zurück ins Dorf
Strecke: 2,8 km · Höhenmeter: 93 m · Schwierigkeit: leicht
der kürzeste Gipfel der ganzen Liste, in einer Stunde erledigt

6. Loučná pod Klínovcem und der Blick zum Fichtelberg

Das kleine Bergstädtchen unter dem Keilberg hieß früher Böhmisch Wiesenthal, und das sagt schon alles: Oberwiesenthal liegt direkt gegenüber, nur der Grenzbach Polava (Pöhlbach) trennt die beiden Orte, und über dir thront der Fichtelberg (1.215 m), Sachsens höchster Berg. Im Winter ist Loučná Skistandort, im Sommer Ausgangspunkt für Kammwanderungen. Von hier kommst du zu Fuß zur verlassenen Siedlung Königsmühle: ein paar Hausruinen im Wald, die von der Vertreibung der deutschen Bewohner nach dem Krieg erzählen. Sie liegt rund 2 km südöstlich von Loučná am Rand des Naturreservats Horská louka u Háje, und seit 2012 treffen sich dort jedes Jahr Schnitzer, Musiker und Land-Art-Künstler. Der Weg dorthin ist kurz und entspannt, nur das letzte Stück durch die Schlucht ist bei Nässe rutschig.

Route: Loučná pod Klínovcem (865 m) → verlassene Siedlung Königsmühle und zurück
Strecke: 5,2 km · Höhenmeter: 210 m · Schwierigkeit: leicht
es geht durch ein Bachtal auf und ab, die Höhenmeter verteilen sich auf Hin- und Rückweg; das letzte Stück durch die Schlucht ist bei Nässe rutschig

7. Mückentürmchen (Komáří vížka) und die längste Sesselbahn ohne Zwischenstation

Im Osten des Gebirges, über Krupka (Graupen), bringt dich eine Sesselbahn aus dem Ortsteil Bohosudov (Mariaschein) hinauf zum Mückentürmchen (807 m) auf dem Mückenberg. Mit 2.348 Metern ist sie laut Betreiber die längste einteilige Personenseilbahn Mitteleuropas, die Fahrt dauert rund eine Viertelstunde, und seit 2013 steht die Bahn unter Denkmalschutz. Erwachsene zahlen 170 Kč für die einfache Fahrt (rund 7 €) und 240 Kč hin und zurück (rund 10 €), Kinder von 5 bis 15 Jahren 130 bzw. 180 Kč. Oben erwarten dich der alte Glockenturm der Bergleute, ein Berggasthaus, das seit 1857 Wanderer bewirtet, und der Blick über das Böhmische Mittelgebirge. Gut kombinieren lässt sich das mit dem Lehrpfad „Po stopách horníků“ (Auf den Spuren der Bergleute) aus Krupka, an dem auch der Stollen Starý Martin zugänglich ist.

Route: Talstation der Sesselbahn in Krupka (332 m) → Mückentürmchen (807 m) zu Fuß und zurück
Strecke: 7,4 km · Höhenmeter: 507 m · Schwierigkeit: anspruchsvoller
der steilste Aufstieg im Artikel; 507 m sind die Summe aller Anstiege hin und zurück, der reine Höhenunterschied liegt bei 475 m. Die Sesselbahn ist 2,3 km lang und überwindet laut Betreiber 480 Höhenmeter, zu Fuß lohnt sich also eher nur eine Richtung

💡 Tipp: Die Sesselbahn fährt saisonal und nur bei passendem Wetter, bei starkem Wind oder Gewitter steht sie still. Schau vorher auf die aktuellen Betriebszeiten, damit du nicht umsonst unten wartest. Radfahrer können ihr Rad mit hinaufnehmen.

8. Hřebečná (Hengstererben) und die Zinngrube Mauritius

In der ehemaligen Bergmannssiedlung Hřebečná liegt die Grube Mauritius, eines der bekanntesten Zinnbergwerke im Erzgebirge. Abgebaut wurde hier seit dem 16. Jahrhundert, bis Anfang des 17. Jahrhunderts holte man mindestens 8.000 Tonnen Zinn aus dem Berg. Besichtigen kannst du den Stollen Kryštof, der nach 272 Metern von Hand gehauenem Gang in eine riesige Abbaukammer von bis zu 25 Metern Höhe mündet. Führungen gibt es von Anfang Mai bis Mitte Oktober, und du solltest unbedingt reservieren. Drinnen hat es rund 6 °C, warme Kleidung gehört also ins Gepäck. Ebenfalls zur UNESCO-Montanregion gehört der Stollen Johannes aus dem 16. Jahrhundert mit weiten unterirdischen Kammern. Er liegt allerdings nicht nebenan, sondern in Zlatý Kopec (Goldenhöhe), rund acht Kilometer von Boží Dar und gut zehn Straßenkilometer von Hřebečná entfernt. Auch dort gilt: vorher buchen.

Route: Abertamy (Abertham, 894 m) → Hřebečná und Grube Mauritius (960 m) und zurück
Strecke: 5,6 km · Höhenmeter: 142 m · Schwierigkeit: leicht
die Führung unter Tage geht dann über Treppen und durch niedrige Gänge, drinnen hat es rund 6 °C

9. Plattenberg (Blatenský vrch) und Wolfsgruben: Aussicht über eingestürzten Gruben

Über Horní Blatná (Bergstadt Platten) steht auf dem Plattenberg (1.043 m) einer der ältesten Aussichtstürme des Gebirges. Er stammt von 1913 und gehörte ursprünglich zu einem Berghotel, das nach dem Krieg verfiel und abgerissen wurde. Der Eintritt ist eher symbolisch. Am Westhang darunter liegen die Wolfsgruben (Vlčí jámy): tiefe Einbrüche und Spalten, die der Zinnbergbau hinterlassen hat. Heute führt ein sicherer Lehrpfad hindurch, und für uns gehört das zu den fotogensten Ecken der ganzen Gegend. Beides verbindest du zu einer kurzen, leichten Runde, auf den befestigten Abschnitten geht auch ein Kinderwagen.

Route: Horní Blatná (894 m) → Wolfsgruben → Plattenberg (1.043 m) → zurück
Strecke: 3,2 km · Höhenmeter: 153 m · Schwierigkeit: leicht
kurze Runde mit nur einem durchgehenden Anstieg zum Turm

10. Lesná (Ladung): Stille, Felsen und weite Blicke

Ein Tipp für alle, die Ruhe suchen: Lesná im östlichen Teil des böhmischen Erzgebirges wird seit Jahren unterschätzt. Die Siedlung auf 914 Metern ist der höchstgelegene Ort im Bezirk Most und besteht heute nur noch aus einer Handvoll Häuser. Du findest hier das Krušnohorský lidový dům, ein Erzgebirgshaus mit historischen Innenräumen (Eintritt auf Spendenbasis), ein Bildungszentrum mit Spielplatz, Geopark und Arboretum (frei zugänglich) und kurze Spaziergänge zu den Aussichtsfelsen Medvědí skála und Eduardova skála. Menschen triffst du hier erstaunlich wenige.

Route: Lesná (891 m) → Eduardova skála (910 m) → Medvědí skála (924 m) → zurück
Strecke: 9,0 km · Höhenmeter: 134 m · Schwierigkeit: mittel
lang, aber fast flach; wer es kürzer mag, geht nur zu einem der beiden Felsen

11. Klíny (Göhren): Adrenalin und Ausblicke über dem Tal

Der Sportort Klíny im Osten ist im Winter ein Skigebiet und verwandelt sich im Sommer in ein Outdoor-Zentrum. Die Sesselbahn fährt ungefähr von Mai bis Oktober (im Juli und August täglich) und bringt dich samt Rad in den Bikepark Klíny, mit Strecken von Grün und Blau für Familien über Rot bis Schwarz für Könner. Den größten Nervenkitzel bietet die Zipline: Auf der ersten Strecke fliegst du 1.400 Meter über das Šumenské údolí an den Gegenhang, laut Betreiber die längste in Tschechien, und auf einer zweiten, 800 Meter langen Strecke geht es zurück. Dazu kommen eine Sommerrodelbahn, ein Hochseilgarten und Aussichtspunkte über dem Tal des Flájský potok (Flöha). Eine gute Wahl, wenn du mit Teenagern unterwegs bist, die Bewegung und ein bisschen Spannung wollen. Preise und Öffnungszeiten prüfst du am besten direkt auf der Website des Areals.

Route: Klíny (777 m) → Talgrund des Šumenské údolí und wieder hinauf
Strecke: 3,8 km · Höhenmeter: 112 m · Schwierigkeit: leicht
zu Fuß; Bikepark, Zipline (1,4 km) und Sommerrodelbahn sind eigene, kostenpflichtige Attraktionen und haben mit dieser Route nichts zu tun

12. Talsperre Fláje (Fleyh): die einzige Pfeilerstaumauer Tschechiens

Die Talsperre Fláje bei Český Jiřetín (Georgendorf) staut die junge Flöha, die ein paar Kilometer weiter nach Sachsen fließt. Sie hat als einzige in Tschechien eine Pfeilerstaumauer mit hohlen Pfeilern, eine technische Rarität aus dem Jahr 1963. Am Infozentrum gibt es einen kostenlosen Parkplatz, und nach vorheriger Anmeldung über das Reservierungssystem kannst du an einer Führung durch die Staumauer teilnehmen. Das Infozentrum hat von Mai bis Oktober von Mittwoch bis Sonntag geöffnet, im Winter nur am Wochenende. Ein Stück oberhalb des Stausees liegt der Aussichtspunkt Puklá skála (rund 1,5 km, rechne mit 20 Minuten Gehzeit) mit Blick auf das Wasser. Die Umgebung eignet sich für entspannte Spaziergänge und im Winter für Langlauf.

Route: Parkplatz an der Staumauer Fláje → Aussichtspunkt Puklá skála und zurück
Strecke: 3,0 km · Höhenmeter: 79 m · Schwierigkeit: leicht
auf befestigtem Weg über dem Wasser, ein sanfter Anstieg zum Aussichtspunkt

13. Talsperre Přísečnice (Preßnitz) und der Haßberg

Die ruhige Talsperre Přísečnice bei Chomutov ist ein Trinkwasserspeicher, Baden ist hier also verboten. Unter ihrem Wasser liegt übrigens die alte Bergstadt Preßnitz, die für den Stausee in den 1970er-Jahren abgerissen wurde. Die Landschaft rundherum ist wunderbar zum Wandern. Von der Talsperre aus steigst du auf den Haßberg (Jelení hora, 993 m), einen Basaltkegel aus Nephelinit mit großartigem Rundblick. Das letzte Stück ist steiler und bei Nässe rutschig, feste Schuhe also nicht vergessen.

Route: Kryštofovy Hamry (Christophhammer, 682 m) → Haßberg (993 m) und zurück
Strecke: 7,3 km · Höhenmeter: 317 m · Schwierigkeit: mittel
das Schlussstück des Aufstiegs ist steiler und bei Nässe rutschig, feste Schuhe mitnehmen

14. Cínovec (Zinnwald): Hochmoor und Baden auf dem Kamm

Den Grenzort Cínovec kennen viele Dresdner, denn er liegt an der alten Fernstraße von Teplice nach Sachsen, die in Zinnwald-Georgenfeld über die Grenze führt. Die Autobahn D8 läuft weiter östlich über Petrovice. Cínovec hat ein kleines Skigebiet und ist Ausgangspunkt für das Zinnwalder Hochmoor (Cínovecké rašeliniště). Parken kannst du an der Kreuzung Cínovecká slať direkt an der Grenze. Hier verläuft ein Lehrpfad (insgesamt rund 14 km lang, du kannst aber auch nur das kürzere Stück zum Moor gehen), und gleich hinter der Grenze schließt das Georgenfelder Hochmoor mit seinem Bohlenweg an, das du von der sächsischen Seite vielleicht schon kennst. Im Sommer kannst du im naturbelassenen Dlouhý rybník mitten in der Moorlandschaft baden. Zusammen mit Moldava und der Talsperre Fláje wird daraus eine Tagesrunde durch das östliche Erzgebirge.

Route: Cínovecká slať → Georgenfelder Hochmoor → Dlouhý rybník → zurück
Strecke: 7,8 km · Höhenmeter: 76 m · Schwierigkeit: leicht
die ganze Tour bleibt zwischen 813 und 884 m, sie ist also eher ein langer Spaziergang als ein Aufstieg

15. Pleßberg (Plešivec): Aussichtsturm, Sagenpfad und Hochseilgarten

Der gut erreichbare Tausender Pleßberg (Plešivec, 1.028 m) südöstlich von Abertamy ist ein Familienklassiker. Es gibt einen Hochseilgarten mit Riesenschaukel, einen Spielplatz und Abfahrtsstrecken, und von hier startet der Pfad der Erzgebirgssagen (Stezka krušnohorských pověstí) mit geschnitzten Holzfiguren und einem Aussichtspunkt bei der Švýcárna. Auf dem Gipfel stehen ein Aussichtsturm und ein Restaurant. Sessellift und Hochseilgarten kosten Eintritt, der Pfad selbst ist frei zugänglich.

Route: Abertamy (894 m) → Pleßberg (1.028 m) und zurück
Strecke: 5,4 km · Höhenmeter: 254 m · Schwierigkeit: mittel
durchgehender Anstieg im Wald; hinauf fährt auch ein Sessellift ab dem Hochseilgarten

16. Rotavské varhany: die Basaltorgel im Wald

Ein Naturdenkmal gut einen Kilometer östlich von Rotava (Rothau): Basaltsäulen, die beim Abkühlen der Lava zu regelmäßigen fünf- und sechseckigen Formen erstarrt sind und aussehen wie Orgelpfeifen. Sichtbar wurden sie erst, als hier früher Stein gebrochen wurde, einzelne Säulen sind bis zu zwölf Meter hoch. Ein kurzer, leichter Spaziergang (rund 2 km, eine halbe Stunde), den du auch mit dem Rad schaffst. In der Nähe, bei Jindřichovice (Heinrichsgrün), liegt der gefüllte Basaltsteinbruch Kernberg mit klarem Wasser.

Route: Rotava → Rotavské varhany und zurück
Strecke: 4,0 km · Höhenmeter: 84 m · Schwierigkeit: leicht
rund 2 km pro Richtung, geht auch mit dem Rad

17. Aussichtsturm Pajndl auf dem Peindlberg (Tisovský vrch)

Über Nejdek (Neudek) im westlichen Erzgebirge erhebt sich der Peindlberg (Tisovský vrch, 977 m), den die Tschechen nach dem deutschen Namen einfach Pajndl nennen. Auf dem Gipfel steht ein wuchtiger Aussichtsturm aus Granitquadern, 1897 vom Neudeker Erzgebirgsverein gebaut, rund 24 Meter hoch und heute Kulturdenkmal. Von oben siehst du Nejdek und den Westen des Erzgebirges, bei guter Sicht auch den Tillenberg (Dyleň) an der bayerischen Grenze. Der Aufstieg durch den Wald ist nicht lang, nur das letzte Stück zieht an. Eine weniger bekannte Alternative zum oft vollen Keilberg.

Route: Nejdek (562 m) → Peindlberg mit Aussichtsturm Pajndl (977 m) und zurück
Strecke: 8,8 km · Höhenmeter: 418 m · Schwierigkeit: anspruchsvoller
nach dem Mückentürmchen die zweitschwerste Tour im Artikel; 400 Höhenmeter sind kein Spaziergang, rechne mit etwa drei Stunden

18. Anton-Günther-Weg: über den Kamm von Horní Blatná nach Boží Dar

Wenn du das böhmische Erzgebirge auf dem Kamm durchwandern willst, nimm den Anton-Günther-Weg (Cesta Antona Günthera). Benannt ist er nach dem Volksdichter und Liedermacher aus Boží Dar, dessen Lieder viele Erzgebirger auf der sächsischen Seite bis heute mitsingen können. Die Route verbindet Horní Blatná mit Boží Dar und misst rund 16 Kilometer. Sie führt an den schönsten Stellen des westlichen Erzgebirges vorbei: am Plattenberg, an den Wolfsgruben, an Mooren und Aussichtstürmen. Daneben gibt es auf deutscher Seite einen längeren, grenzüberschreitenden Anton-Günther-Wanderweg, falls dir das nicht reicht.

💡 Tipp: Du kannst die Strecke in Etappen aufteilen. Horní Blatná und Boží Dar haben beide Busanschluss, du musst also nicht zurück zum Auto laufen.

Route: Horní Blatná (894 m) → Wolfsgruben → Plattenberg (1.043 m) → Ryžovna (Seifen) → Boží Dar (1.028 m)
Strecke: 16 bis 17 km laut Beschilderung · Höhenmeter: 213 m auf der gemessenen Linie (13,5 km) · Schwierigkeit: mittel
lange, aber sanfte Kammwanderung; anstrengend ist die Länge, nicht der Anstieg; der höchste Punkt ist der Plattenberg

19. Moldaubahn: mit dem Zug über den Teplitzer Semmering

Eines der technischen Juwele des Gebirges erlebst du am besten vom Zugfenster aus. Die Moldaubahn (Moldavská horská dráha), auch Teplitzer Semmering genannt, verbindet Most (Brüx) mit dem Grenzort Moldava (Moldau). Der Abschnitt ab Louka u Litvínova steht seit 1998 unter Denkmalschutz. Bis 1945 fuhren die Züge weiter bis Freiberg in Sachsen, und seit Jahren wird darüber verhandelt, die fehlenden Kilometer bis Holzhau wieder aufzubauen. Die eingleisige Strecke ist 26,6 km lang und überwindet rund 557 Höhenmeter, von 225 m in Most bis 782 m in Moldava, vorbei an Viadukten und Panoramaabschnitten. Die Fahrt lässt sich schön mit Cínovec oder der Talsperre Fláje verbinden. Fahrpläne und saisonale Ausflugsfahrten prüfst du vorher.

Route: mit dem Zug von Most nach Moldava; zu Fuß geht es weiter von Moldava nach Cínovec
Strecke: 26,6 km mit dem Zug / 10,2 km zu Fuß · Höhenmeter: 557 m steigt die Bahn (Most 225 m → Moldava 782 m) / 289 m auf dem Fußweg · Schwierigkeit: leicht
im Zug null Anstrengung; der Fußweg von Moldava nach Cínovec ist eine gemütliche Kammwanderung

20. Burg Loket (Elbogen): das Tor zum westlichen Erzgebirge

Knapp hinter dem Westrand des Gebirges, schon im Landschaftsschutzgebiet Kaiserwald (Slavkovský les), steht auf einem Granitsporn, um den sich die Eger (Ohře) windet, eine der malerischsten Burgen Tschechiens. Burg Loket ist das ganze Jahr täglich geöffnet, meist von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt mit Begleittext kostet für Erwachsene 145 Kč (an der Kasse auch 7 €), mit Führung 175 Kč (10 €). Unter der Burg drängt sich das historische Städtchen, und am Fluss entlang führen schöne Spazierwege. Ein idealer Stopp auf dem Weg von Karlovy Vary ins Gebirge.

Route: Loket (426 m) → Svatošské skály (Hans-Heiling-Felsen) entlang der Eger
Strecke: 5,5 km einfach · Höhenmeter: 66 m · Schwierigkeit: leicht
flach am Fluss entlang, zurück geht es mit dem Boot oder dem Zug; die Burg selbst hat dann viele Treppen

21. Tal der Teplá: Flussschleifen im Vorland

Noch ein Tipp für alle, die es im Vorland ruhig mögen. Südlich von Karlovy Vary, im Kaiserwald, hat sich die Teplá (Tepl) ein schluchtartiges Tal gegraben und zieht unter bewaldeten Hängen enge Schleifen. Zwischen dem Karlsbader Stadtteil Doubí und Březová ist das ein entspannter Spaziergang am Wasser, den du leicht mit einem Besuch in Karlovy Vary verbindest, dem Tor zum westlichen Erzgebirge.

Route: Karlovy Vary-Doubí → Březová durch das Tal der Teplá
Strecke: 5,3 km einfach · Höhenmeter: 179 m · Schwierigkeit: leicht
am Wasser entlang, nur gegen Ende leicht ansteigend

UNESCO-Montanregion auf der böhmischen Seite: Bergwerke und Stollen

Seit dem 6. Juli 2019 steht die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří auf der UNESCO-Welterbeliste. Das ist kein einzelner Ort, sondern ein Verbund aus Bergbaulandschaften auf sächsischer und böhmischer Seite, die Jahrhunderte des Abbaus von Silber, Zinn, Kobalt und Uran dokumentieren. Freiberg, Annaberg-Buchholz oder Schneeberg kennst du vielleicht schon. So gehst du den tschechischen Teil an, wenn dich die Unterwelt reizt:

  • Stollen Nr. 1 in Jáchymov: der zugänglichste Einstieg ins Thema, rund 250 m Gänge mit Führung (etwa 45 Minuten).
  • Grube Mauritius (Hřebečná) und Stollen Johannes (Zlatý Kopec): große Zinngrube und gut erhaltener Stollen mit mächtigen Kammern, Führungen von Mai bis Oktober nur mit Reservierung.
  • Stollen Marie Pomocná (Kupferhübel/Měděnec): kurze, aber stimmungsvolle Führung im mittleren Teil des Gebirges.
  • Stollen Starý Martin (Krupka): im Osten, lässt sich mit der Sesselbahn zum Mückentürmchen kombinieren.
  • Wolfsgruben und Plattner Kunstgraben (Blatenský vodní příkop): sichtbare Spuren des Bergbaus an der Oberfläche, der 13 km lange Graben von 1540 ist Nationales Kulturdenkmal, beides frei zugänglich über Lehrpfade.

💡 Tipp: Unter Tage ist es das ganze Jahr über kalt (rund 6 °C) und feucht. Nimm auch im Sommer eine Fleecejacke oder Jacke und feste Schuhe mit. Stollenführungen gibt es meist nur in der Saison (ungefähr Mai bis Oktober), und bei vielen ist eine Reservierung vorab Pflicht.

Tschechisches Erzgebirge mit Kindern und im Winter

Mit kleineren Kindern greifst du am besten zu leichten Touren mit Attraktionen: der Christkindl-Weg und das Gottesgaber Hochmoor bei Boží Dar, der Hochseilgarten und der Sagenpfad am Pleßberg, das Bildungszentrum mit Spielplatz in Lesná. Fast alle haben flache Abschnitte, und einen Teil schaffst du auch mit dem Kinderwagen. Größere Kinder freuen sich über den Bikepark und die Lifte am Keilberg, am Pleßberg oder in Klíny und über die Fahrt mit der Sesselbahn zum Mückentürmchen.

Im Winter wird das Gebirge zum Revier für Abfahrt und Langlauf. Pisten findest du am Keilberg (das größte Skigebiet im Erzgebirge), in Boží Dar (Novako), am Pleßberg, in Klíny und in Cínovec. Für Langläufer ist die Erzgebirgsmagistrale (Krušnohorská lyžařská magistrála) das Rückgrat: zwei Kammabschnitte, im Westen von Bublava (Schwaderbach) bis Horní Halže bei Měděnec, im Osten von Lesná bis zum Hohen Schneeberg (Děčínský Sněžník). Über freie Flächen ist sie mit langen Holzstangen markiert, damit du auch im Nebel die Spur findest, und stellenweise folgt sie dem historischen Kammweg. Weil der Kamm hoch liegt, hält sich der Schnee oft länger als in vielen anderen tschechischen Mittelgebirgen.

💡 Tipp: Wenn du am Wochenende zum Skifahren oder Langlaufen kommen willst, buch deine Unterkunft rechtzeitig. Am Keilberg und in Boží Dar sind die Betten in der Saison schnell weg. Unterkünfte am Keilberg →

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Häufige Fragen zum tschechischen Erzgebirge

Was sind die schönsten Ausflugsziele im tschechischen Erzgebirge? Zu den beliebtesten gehören der Aufstieg auf den Keilberg (Klínovec, 1.244 m) mit Aussichtsturm, Boží Dar als höchstgelegene Stadt Mitteleuropas, das Gottesgaber Hochmoor mit seinem Bohlenweg, die Bergwerke in Jáchymov und Hřebečná aus dem UNESCO-Welterbe und die Fahrt mit der langen Sesselbahn zum Mückentürmchen bei Krupka. Wenn du Ruhe suchst, fahr nach Lesná, Měděnec oder an die Talsperren Fláje und Přísečnice.

Was ist der höchste Berg im Erzgebirge? Der höchste Berg des gesamten Erzgebirges ist der Keilberg (Klínovec) auf der tschechischen Seite mit 1.244 Metern, rund 30 Meter höher als der Fichtelberg. Oben steht ein steinerner Aussichtsturm mit Blick weit über Böhmen und hinüber nach Sachsen. Der Eintritt kostet 60 Kč, rund 2,50 €.

Welche Ausflugsziele im tschechischen Erzgebirge eignen sich für Kinder? Am besten leichte Touren mit Attraktionen: der Christkindl-Weg und das Gottesgaber Hochmoor bei Boží Dar, der Hochseilgarten und der Sagenpfad am Pleßberg oder das Bildungszentrum mit Spielplatz in Lesná. Die meisten Wege haben flache Abschnitte, und einen Teil schaffst du auch mit dem Kinderwagen.

Was kostet die Sesselbahn zum Mückentürmchen? Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene 170 Kč (rund 7 €), hin und zurück 240 Kč (rund 10 €), Kinder von 5 bis 15 Jahren zahlen 130 bzw. 180 Kč. Mit 2.348 Metern ist die Bahn von Krupka-Bohosudov laut Betreiber die längste einteilige Personenseilbahn Mitteleuropas, die Fahrt dauert etwa 15 Minuten. Sie fährt saisonal und nicht bei Sturm, prüf die Betriebszeiten vorher.

Kann man die Bergwerke im tschechischen Erzgebirge das ganze Jahr besichtigen? Meistens nicht. Stollen wie Mauritius, Johannes oder Stollen Nr. 1 sind in der Regel nur in der Saison offen, ungefähr von Mai bis Oktober, und oft musst du vorher reservieren. Drinnen hat es das ganze Jahr rund 6 °C, nimm warme Kleidung und feste Schuhe mit.

Was gehört im tschechischen Erzgebirge zum UNESCO-Welterbe? Seit 2019 steht die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří auf der Welterbeliste der UNESCO. Dazu gehören Bergbaulandschaften auf sächsischer und böhmischer Seite, die Jahrhunderte des Abbaus von Silber, Zinn und anderen Erzen dokumentieren. Auf tschechischer Seite zählen unter anderem Jáchymov, die Gegend um Abertamy, Boží Dar und Horní Blatná, Krupka und der Kupferhübel bei Měděnec dazu, mit Gruben, Stollen, Kunstgräben und ganzen Bergstädten.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern im tschechischen Erzgebirge? Für Wanderungen, Aussichtstürme und Stollenführungen sind Sommer und Frühherbst ideal, also Juni bis Oktober. Der Winter gehört dem Ski- und Langlauf auf der Erzgebirgsmagistrale. Frühling und Spätherbst sind am ruhigsten, dafür musst du mit Matsch und geschlossenen Saisonattraktionen rechnen.

Kommt man ohne Auto ins tschechische Erzgebirge? Ja, aber mit etwas Planung. Mit dem Zug fährst du nach Karlovy Vary, Chomutov oder Teplice, von dort geht es mit Bussen und Regionalzügen weiter, zum Beispiel nach Boží Dar oder Jáchymov. Zwischen den einzelnen Zielen in den Bergen ist das Auto aber bequemer und flexibler.

Wo kann man im tschechischen Erzgebirge Ski fahren? Die wichtigsten Skigebiete sind der Keilberg (das größte im Erzgebirge), Boží Dar mit Novako, der Pleßberg, Klíny und Cínovec. Für Langläufer führt die Erzgebirgsmagistrale in zwei Abschnitten über den Kamm, mit Stangenmarkierung für Nebeltage. Dank der Höhe hält sich der Schnee dort oft länger als in vielen anderen tschechischen Mittelgebirgen.

Welche Talsperren im tschechischen Erzgebirge lohnen sich? Am spannendsten ist Fláje mit der einzigen Pfeilerstaumauer Tschechiens, die du nach Anmeldung auch von innen besichtigen kannst. Dazu kommt die stille Talsperre Přísečnice (Trinkwasserspeicher, Baden verboten) mit dem Aufstieg auf den Haßberg. Baden kannst du dagegen im Sommer im Dlouhý rybník bei Cínovec.

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