Aktualizováno 27.9.2026
Bunte Kolonialhäuser, Balkone voller Blumen und eine Stadtmauer, hinter der gleich die Hochhäuser von Bocagrande in den Himmel wachsen: Cartagena de Indias und Umgebung haben uns so überrascht, dass wir uns wie Alice im Wunderland vorkamen. Die Stadt gehört zu den schönsten Kolonialstädten Südamerikas und verbindet Geschichte mit modernem Großstadtleben. Und kaum fährt man ein Stück aus der Stadt hinaus, liegen da feinsandige Strände, über deinem Kopf fliegen Papageien, und in einem kleinen Vulkan kannst du ein Schlammbad nehmen. Wir zeigen dir, was du in der Stadt sehen solltest und welche Ausflüge sich lohnen.
Cartagena de Indias und Umgebung: Wo liegt die Stadt?
Cartagena liegt an der Nordküste Kolumbiens direkt am Karibischen Meer, und für uns ist die Stadt ein kleines Phänomen. Innerhalb der Stadtmauern stehen prächtige Kolonialbauten und mächtige Festungsanlagen, gleich daneben ragen Wolkenkratzer auf. Die ummauerte Altstadt steht auf der Liste des UNESCO-Welterbes und erzählt bis heute von der Zeit, als Cartagena einer der wichtigsten Stützpunkte des spanischen Kolonialreichs war. Aus Deutschland kommst du übrigens nicht ohne Umsteigen hin: Nonstop fliegt Lufthansa von Frankfurt nur nach Bogotá, von dort sind es noch rund anderthalb Stunden Inlandsflug an die Karibik. Alternativ steigst du zum Beispiel in Madrid, Amsterdam, Panama-Stadt oder Miami um. Vergiss nicht, dich innerhalb von 72 Stunden vor der Einreise online über das Formular Check-Mig der kolumbianischen Migrationsbehörde zu registrieren.
Cartagena de Indias als Ausgangspunkt
Rund um Cartagena de Indias findest du Sandstrände, kleine karibische Inseln, Hügel und Trockenwälder, deshalb ist die Stadt ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Darum geht es in diesem Artikel nicht nur um die Altstadt, sondern genauso um die Umgebung. Leuchtendes Plankton oder einen Schlammvulkan, in dem man baden kann, gibt es nur an wenigen Orten der Welt, und hier hast du beides in Reichweite.
Wann ist die beste Reisezeit für Cartagena?
Am schönsten ist es in Cartagena von Dezember bis April, dann regnet es kaum und ein Wind vom Meer macht die Hitze erträglich. Warm ist es das ganze Jahr: Die Tageshöchstwerte liegen fast jeden Monat bei 31 bis 32 °C, nachts kühlt es kaum unter 23 °C ab. Von Mai bis November ist Regenzeit, am nassesten ist der Oktober. Meistens handelt es sich aber um kurze, heftige Schauer und nicht um tagelangen Dauerregen. Für uns aus Deutschland passt das gut: Wenn es zu Hause grau und kalt ist, hat Cartagena Hochsaison. Rechne dann allerdings mit höheren Preisen, vor allem um Weihnachten, Neujahr und Ostern, wenn auch viele Kolumbianer an die Küste fahren.

Wie sicher ist Cartagena?
Cartagena de Indias ist eine der meistbesuchten Städte Kolumbiens, in der Altstadt sind ständig Einheimische und Touristen unterwegs, und wir haben uns dort sicher gefühlt. Die meisten Reisenden bewegen sich in der Altstadt, in Getsemaní und Bocagrande, wo auch abends viel los ist. Normale Vorsicht gilt trotzdem: Achte in Menschenmengen auf deine Sachen, lauf nachts nicht allein durch leere Gassen und bestell Taxis lieber per App. Am meisten genervt haben uns die Straßenhändler, die ziemlich hartnäckig sein können. Viele Einheimische leben davon, Touristen anzusprechen, und wollen dir Souvenirs, Massagen, Streetfood oder Bootstouren verkaufen. Ein freundliches, aber bestimmtes „No, gracias“ hilft meistens.
12 Tipps für Cartagena de Indias und Umgebung
Genug der Vorrede. In der Gegend um Cartagena haben wir wahrscheinlich die meiste Zeit unserer Kolumbienreise verbracht und es hat uns dort richtig gut gefallen. Wir haben echte Abenteuer erlebt, aber auch ein paar anstrengende Momente, und beides gehört für uns zum Reisen dazu. Was solltest du in Cartagena de Indias gesehen haben und welche Ausflüge lohnen sich? Die ersten 7 Tipps sind Sehenswürdigkeiten in der Stadt, die weiteren 5 sind Abenteuer in der Umgebung. Vorab kurz, was Cartagena ausmacht:
- Ausgehen und Nachtleben: Cartagena ist eine lebhafte Stadt, die nachts erst richtig aufwacht. In der Altstadt und in Getsemaní reiht sich eine Bar an die nächste, getanzt wird Salsa, gemischt mit afrikanischen Rhythmen.
- Strände und Baden: Die Stadt hat eigene Strände, die schöneren Naturstrände zum Schnorcheln und Tauchen liegen aber in der Umgebung. Dazu gehört fast immer eine Bootsfahrt.
- Geschichte und Kolonialflair: Wer Geschichte mag, taucht zwischen Stadtmauern, Museen und verwinkelten Gassen in die Kolonialzeit ein.
1. Castillo San Felipe de Barajas
Die Festung auf dem Hügel San Lázaro ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Cartagenas. Gebaut und immer wieder erweitert wurde sie zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert, sie sollte die Stadt vor Piraten und Angriffen anderer Kolonialmächte schützen. Du kannst über die weitläufigen Mauern laufen, durch einen Teil der unterirdischen Gänge kriechen und hast von oben einen tollen Blick über die Stadt bis zum Meer. Komm am besten gleich morgens, mittags brennt die Sonne auf die Steinmauern, und Schatten gibt es kaum.
2. Die Altstadt von Cartagena (Ciudad Amurallada)
Die ummauerte Altstadt von Cartagena gehört zum UNESCO-Welterbe, und ein Spaziergang durch sie ist einfach wunderschön. Durch enge Kopfsteinpflastergassen läufst du an bunten Häusern mit blumengeschmückten Holzbalkonen vorbei, und hinter jeder Ecke wartet ein neues Fotomotiv. Mitten in der Altstadt steht die Kathedrale Santa Catalina de Alejandría, deren Bau schon Ende des 16. Jahrhunderts begann und die zu den ältesten Kathedralen Amerikas zählt.
Hier sind meistens die meisten Touristen unterwegs und mit ihnen auch Straßenverkäufer, die einfach alles anbieten. Pass also auf deine Sachen auf und stell dich darauf ein, dass dich ständig jemand anspricht.

3. Plaza Santo Domingo
Die Plaza Santo Domingo ist ein schöner Ort für eine Pause und um die Atmosphäre aufzusaugen. Rundherum gibt es Cafés und Restaurants, in denen du lokale Spezialitäten probieren oder einen kühlen Cocktail trinken kannst. Der Blickfang des Platzes ist die liegende Frauenfigur des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero, die Einheimische „La Gorda Gertrudis“ nennen, vor der Kulisse der Kirche Santo Domingo, einer der ältesten der Stadt. Überhaupt fühlt man sich hier kaum wie in Südamerika, so sehr erinnern die Kolonialbauten an Spanien.
4. Palacio de la Inquisición
Das Tribunal der Inquisition kam 1610 nach Cartagena, der barocke Palast, in dem es saß, wurde 1770 fertiggestellt. Heute ist hier ein Museum untergebracht, das die Geschichte der Inquisition in Kolumbien und ihren Einfluss auf die Gesellschaft zeigt. Die Ausstellung zeigt Folterinstrumente und erzählt von den Prozessen, die in dieser dunklen Zeit hier geführt wurden.
5. Das moderne Viertel Bocagrande
Bocagrande ist das moderne Gesicht Cartagenas, mit Luxushotels, Hochhäusern und Stränden. Hier fühlst du dich eher wie in Miami als in einer Kolonialstadt. Wir empfehlen dir, hier eine Unterkunft möglichst weit oben zu nehmen: Der Blick über die Bucht und der Kontrast zwischen Altstadt und Skyline sind großartig. Außerdem hast du den Strand direkt vor der Tür.
Beliebt ist auch der Strand von Castillogrande am Ende der Halbinsel, der ruhiger ist und den du mit dem Stadtbus, dem Taxi oder zu Fuß gut erreichst.
6. Kloster Santa Cruz de la Popa
Von keinem anderen Ort hast du so einen Rundumblick über Cartagena und die Umgebung. Oben auf dem Cerro de la Popa steht ein Kloster, das Augustiner 1607 gegründet haben und das der Virgen de la Candelaria geweiht ist. Hier oben ist es angenehm ruhig, du kannst den Kreuzgang und die Kapelle besichtigen und weit über die Karibikküste schauen. Hinauf fährst du am besten mit dem Taxi, der Weg zu Fuß führt durch Viertel, die wir dir nicht empfehlen würden.
7. Getsemaní – das kulturelle Herz Cartagenas
Das Viertel Getsemaní liegt gleich neben der ummauerten Altstadt und sprüht vor Farben und Leben. Früher wohnten hier Handwerker, Arbeiter und Versklavte, heute ist es ein lebendiges Viertel mit Künstlerflair und Straßen voller Street Art. Treffpunkt ist die Plaza de la Trinidad, auf der abends Einheimische und Reisende zusammenkommen. Es gibt ein spannendes Nachtleben, Kulturzentren, kleine Galerien und viele Ecken, in denen Kunst an den Wänden hängt.

8. Islas del Rosario – Koralleninseln in der Karibik
Jetzt geht es aus der Stadt hinaus. Rund 35 Kilometer südwestlich von Cartagena liegt die Inselgruppe Islas del Rosario, bekannt für ihre Korallenriffe und das türkisblaue Wasser, ideal zum Schnorcheln und Tauchen. Das Boot vom Hafen braucht je nach Anbieter etwa eine Stunde. Touren gibt es in der Stadt an jeder Ecke, meist als Tagesausflug mit Badestopps und Mittagessen. Frag vorher genau nach, was im Preis enthalten ist, denn Hafengebühr und Parkeintritt werden oft erst vor Ort extra kassiert.
9. Volcán del Totumo – der Schlammvulkan
Ein Bad im Schlamm mitten in einem kleinen Vulkan ist wirklich ein Erlebnis, und ich garantiere dir, du hast danach Schlamm bis hinter den Ohren. Der Volcán del Totumo liegt nordöstlich von Cartagena, auf der Straße sind es gut 50 Kilometer, also rund eine Stunde Fahrt. Der Kegel ist nur rund 25 Meter hoch, oben steigst du über eine Holztreppe in den Krater. Ausbrechen tut hier nichts, trotzdem gilt der Ort den Einheimischen als besonders, und viele glauben an die heilende Wirkung des Schlamms. Deshalb kommen Touristen wie Einheimische hierher, um sich zu entspannen und die wohltuende Wirkung des Schlammbads zu genießen. Weil der Schlamm so dicht ist, gehst du darin übrigens nicht unter, sondern schwebst wie im Toten Meer.

Wie kommst du zum Volcán del Totumo?
Am günstigsten fährst du mit dem Bus Richtung Barranquilla bis zum Dorf Loma de Arena, dort bringen dich Mototaxis für wenig Geld direkt zum Vulkan (mach am besten gleich aus, dass sie auf dich warten und dich wieder zurückbringen). Bequemer geht es mit einer Tour, die fast jede Agentur in Cartagena anbietet. Der Eintritt kostet rund 20.000 Pesos, also etwa fünf Euro. Rechne mit Trinkgeld für die Helfer vor Ort, die dich massieren, fotografieren oder deine Sachen bewachen, und nimm dafür Bargeld in kleinen Scheinen mit.
Und wo wäschst du dich danach?
Das fragt sich wohl jeder als Erstes. Wenn du von Kopf bis Fuß voller Schlamm bist (und das wirst du sein, wenn du erst mal drin warst), setzt dich so schnell kein Bus- oder Autofahrer rein. Gleich neben dem Vulkan liegt eine Lagune, in der du dich abwaschen kannst. Pass aber auf: Dort warten einheimische Frauen, die dir unbedingt beim Waschen helfen wollen und hinterher Geld dafür verlangen.
Wir haben mehrmals gesagt, dass wir das nicht wollen, trotzdem haben sie uns mit Wasser aus einem Eimer übergossen und uns an der Hand ins Wasser geführt. Mich haben sie ehrlich gesagt kaum gewaschen, nur mit dem Eimer Wasser ins Gesicht gekippt. Als wir ihnen dann sagten, dass wir kein Geld haben (wir mussten uns das Bargeld für die Rückfahrt aufheben), haben sie uns ausgelacht, aber das war völlig in Ordnung.
10. Playa Blanca und echtes Karibikgefühl
Etwa eine Stunde von Cartagena entfernt liegt auf der Halbinsel Barú die Playa Blanca, die als einer der schönsten Strände der kolumbianischen Karibik gilt. Mit feinem weißem Sand und türkisfarbenem Wasser ist sie genau der richtige Ort, um einfach in der Sonne zu liegen. Du kannst dir Liegen mieten oder frischen Fisch und Meeresfrüchte direkt am Strand essen. Hin kommst du mit dem Boot vom Hafen oder über die Brücke auf die Halbinsel mit Taxi oder Tour. Am Wochenende und in der Hochsaison wird es hier voll.
Nationalpark Corales del Rosario y San Bernardo
Dieser Nationalpark schützt eines der größten Korallengebiete Kolumbiens und ist ein Paradies für alle, die Natur und Unterwasserwelt lieben. Tauchen, Schnorcheln und Ausflüge in unberührte Natur gehören hier zum Programm. Außerdem kannst du hier gut Vögel und Meerestiere beobachten.
Leuchtendes Plankton und Abenteuer bei Nacht
Wusstest du, dass du rund um Cartagena leuchtendes Plankton sehen kannst? Biolumineszentes Plankton sind winzige Meeresorganismen, die durch eine chemische Reaktion Licht erzeugen. Sobald du dich im Wasser bewegst, entsteht ein zartes, blaugrünes Leuchten (als hättest du Zauberkräfte und hinter jeder Bewegung zöge sich ein Lichtschweif wie von einem Kometen). Am besten klappt das in mondlosen Nächten. In Cartagena kannst du verschiedene Bootstouren buchen und so zum Beispiel wie wir einen Tag an der Playa Blanca mit einer Nachttour zum Plankton verbinden.

11. San Basilio de Palenque
Wenn dich die Kolonialgeschichte Südamerikas interessiert, solltest du einen Ausflug nach San Basilio de Palenque machen. Das Dorf ist einer der bedeutendsten historischen Orte Kolumbiens, und die UNESCO hat seinen Kulturraum mit Musik, Heilkunst, Bräuchen und eigener Sprache in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.
Palenque liegt etwa 50 Kilometer Luftlinie südöstlich von Cartagena, auf der Straße sind es knapp 60. Gegründet haben es entflohene afrikanische Sklaven um den Anführer Benkos Biohó, und es gilt als erstes freies Dorf Amerikas, das die spanische Krone Anfang des 18. Jahrhunderts anerkennen musste. Heute leben hier ihre Nachfahren, die noch immer Palenquero sprechen, eine Kreolsprache mit afrikanischen Wurzeln. So erlebst du mitten in Kolumbien ein Stück Afrika mit seiner Kultur.
12. San Andrés – das Karibikparadies
San Andrés ist genau der Ort, an den du dich beamen möchtest, wenn du an Urlaub unter Palmen denkst. Kristallklares Wasser, weiße Sandstrände und Korallenriffe laden zum Tauchen und Schnorcheln ein. Ein Tagesausflug ist es allerdings nicht: Die Insel liegt rund 700 Kilometer von Cartagena entfernt vor der Küste Nicaraguas, von Cartagena fliegst du gut eine Stunde. Bei der Ankunft zahlst du eine Touristenkarte, die Tarjeta de Turismo. San Andrés ist aber nicht nur Meer, sondern auch eine bunte Mischung karibischer Kulturen, und weil hier auch viele Kolumbianer aus dem ganzen Land Urlaub machen, ist die Stimmung richtig lebendig.

Die bewegte Geschichte Cartagenas
Gegründet hat Cartagena der Spanier Pedro de Heredia im Jahr 1533, besiedelt war die Gegend aber schon Jahrtausende vorher. Die Geschichte der Stadt ist ziemlich wild. Cartagena war einer der wichtigsten Häfen für den Handel mit Edelmetallen und versklavten Menschen, und das Gold lockte Piraten an, allen voran Francis Drake, der die Stadt 1586 plünderte. Genau deshalb ist sie so stark befestigt.
Die Reste der spanischen Befestigungen und Wahrzeichen wie das Castillo San Felipe de Barajas prägen bis heute das Stadtbild und zeigen, wie wichtig Cartagena früher war.
Sklavenhandel in Cartagena
Dank seiner strategischen Lage in der Karibik wurde Cartagena im 16. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Häfen des spanischen Kolonialreichs in Südamerika. Die Spanier brauchten Arbeitskräfte für ihre riesigen Plantagen und Minen, vor allem nachdem die indigene Bevölkerung durch eingeschleppte Krankheiten und Zwangsarbeit dramatisch geschrumpft war. Deshalb richteten sie den Blick auf Afrika.
Den Handel übertrug die Krone über Lizenzen, die sogenannten Asientos, an Händler, und im 17. Jahrhundert wurde Cartagena zu einem der wichtigsten Sklavenmärkte der Neuen Welt. Tausende Menschen kamen auf Schiffen direkt in den Hafen von Cartagena, die meisten aus West- und Zentralafrika. Sie wurden unter entsetzlichen Bedingungen transportiert, angekettet und dicht gedrängt unter Deck, wo sie wochenlang auf offenem Meer überleben mussten. Viele starben unterwegs an Krankheiten, Unterernährung oder Misshandlung.
Nach der Ankunft wurden die Menschen auf den Sklavenmarkt an der heutigen Plaza de los Coches gebracht, die bis heute zu den wichtigsten historischen Orten der Stadt gehört. Auf diesem Platz wurden sie zur Schau gestellt und wie Ware verkauft.
Gekauft haben sie spanische Plantagenbesitzer, Minenbetreiber und Händler, die Arbeitskräfte für die Goldminen in Antioquia, die Tabakfelder und andere schwere körperliche Arbeit brauchten. Manche Versklavte wurden auch an die Kirche verkauft und mussten in Klöstern und kirchlichen Gebäuden arbeiten.
Der Geist der Vergangenheit
Die Zeit des Sklavenhandels ist in Cartagena bis heute spürbar. Die historischen Plätze und Festungen stehen für einen Reichtum, der mit unermesslichem Leid und Blut bezahlt wurde. Gleichzeitig prägt das afrikanische Erbe die Kultur der Stadt, man hört und sieht es in der Musik, im Tanz, in der Küche und im Glauben der Menschen. Cartagena ist damit ein lebendiger Beweis für eine Geschichte voller Gegensätze, in der sich die Schönheit und der Reichtum der Stadt mit der Erinnerung an dunkle Zeiten und an den Kampf um Freiheit und Menschenwürde verbinden.
Häufige Fragen zu Cartagena de Indias und Umgebung (FAQ)
Was kann man in Cartagena de Indias und Umgebung sehen?
In der Stadt selbst lohnen sich vor allem die ummauerte Altstadt mit der Kathedrale und der Plaza Santo Domingo, der Palacio de la Inquisición, das Castillo San Felipe de Barajas, das Kloster auf dem Cerro de la Popa, das bunte Viertel Getsemaní und das moderne Bocagrande mit seinen Hochhäusern. In der Umgebung warten der Schlammvulkan El Totumo, die Islas del Rosario, die Playa Blanca auf Barú mit leuchtendem Plankton bei Nacht und das Dorf San Basilio de Palenque.
Welche Ausflüge ab Cartagena lohnen sich?
Am beliebtesten ist eine Bootstour zu den Islas del Rosario, oft kombiniert mit einem Stopp an der Playa Blanca. Ein halber Tag reicht für den Schlammvulkan El Totumo, gut 50 Straßenkilometer nordöstlich der Stadt. Wer sich für Geschichte und afrokolumbianische Kultur interessiert, fährt nach San Basilio de Palenque. Für San Andrés brauchst du dagegen einen Flug und mehrere Tage.
Welche Strände bei Cartagena sind die schönsten?
Zu den schönsten Stränden gehören die Playa Blanca auf der Halbinsel Barú und die Strände der Islas del Rosario mit weißem Sand und klarem Wasser. Direkt in der Stadt liegen die Strände von Bocagrande und Castillogrande. Sie sind bequem erreichbar, aber meist voller und nicht so schön wie die Naturstrände in der Umgebung.
Ist Cartagena de Indias gefährlich für Touristen?
Cartagena gilt als eine der sichereren Städte Kolumbiens, und in der Altstadt, in Getsemaní und in Bocagrande haben wir uns wohlgefühlt. Taschendiebstahl kommt trotzdem vor, vor allem im Gedränge und nachts. Achte auf deine Sachen, meide abends leere Gassen und abgelegene Viertel und bestell Taxis lieber per App. Vor der Reise lohnt sich ein Blick in die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Wann ist die beste Reisezeit für Cartagena?
In Cartagena ist es das ganze Jahr tropisch heiß, mit Tageshöchstwerten um 31 bis 32 °C. Am besten reist du von Dezember bis April, dann ist es trocken und ein Wind vom Meer kühlt etwas. Von Mai bis November ist Regenzeit, der nasseste Monat ist der Oktober. Denk daran, dass um Weihnachten, Neujahr und Ostern Hochsaison ist und die Preise dann steigen.
Wie komme ich von Cartagena zum Schlammvulkan El Totumo?
Am einfachsten mit einer Tour, die fast jede Agentur in Cartagena anbietet und bei der der Transport inklusive ist. Auf eigene Faust fährst du mit dem Bus Richtung Barranquilla bis Loma de Arena und nimmst von dort ein Mototaxi zum Vulkan. Der Eintritt kostet rund 20.000 Pesos, also etwa fünf Euro. Nimm zusätzlich Bargeld für Trinkgelder mit, denn für Massage, Fotos und Hilfe beim Waschen wird vor Ort bezahlt.
Wo kann man bei Cartagena leuchtendes Plankton sehen?
Das biolumineszente Plankton siehst du vor allem bei Nachttouren auf der Halbinsel Barú rund um die Playa Blanca. Du kannst eine Tour direkt aus Cartagena buchen oder eine Nacht an der Playa Blanca übernachten und den Ausflug vor Ort organisieren. Am stärksten leuchtet das Wasser in dunklen Nächten ohne Mond.
Gibt es Direktflüge von Deutschland nach Cartagena?
Nein, aus Deutschland fliegst du nicht nonstop nach Cartagena. Am häufigsten fliegt man mit Lufthansa nonstop von Frankfurt nach Bogotá und steigt dort in einen Inlandsflug an die Karibik um, der rund anderthalb Stunden dauert. Andere Umsteigeverbindungen führen zum Beispiel über Madrid, Amsterdam, Panama-Stadt oder Miami. Registriere dich außerdem innerhalb von 72 Stunden vor der Einreise online über das Formular Check-Mig.
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