Kolumbien · 13.10.2026

Kolumbien Sicherheit: Ist Kolumbien sicher? 10 Regeln für deine Reise

Kolumbie bezpečnost

Aktualizováno 13.10.2026

„Und, war das nicht gefährlich?“ Keine Frage haben wir nach unserer Rückkehr öfter gehört. Kolumbien Sicherheit ist das Thema, das fast jeden beschäftigt, der eine Reise zwischen Kolonialstädten, Regenwald und Karibikstränden plant, und zwar zu Recht. Kolumbien gehört zu unseren Lieblingsländern, gerade weil hier (noch) nicht alle hinfahren. Es ist aber auch ein Land mit viel Armut, und das sieht man an der Kriminalität. Überfälle, Taschendiebstahl und Raub gehören zum Alltag. Deshalb erzählen wir dir, wie wir uns in fünf Wochen im Land gefühlt haben, was das Auswärtige Amt aktuell sagt und mit welchen 10 Sicherheitsregeln du dich in Kolumbien vor Diebstahl schützt. Ist Kolumbien also sicher?

Haben wir uns in Kolumbien sicher gefühlt?

Die ehrliche Antwort: ja, fast immer. Wir hatten keine schlechten Erfahrungen. Das heißt natürlich nicht, dass niemandem etwas passieren kann. Ein paar Regeln solltest du einhalten, damit du dir die meisten Probleme sparst, bevor sie überhaupt entstehen.

Was Reisende nach Kolumbien zieht, ist klar: die Natur, das türkisblaue Karibische Meer, die hohen Anden und Menschen, die dir unglaublich herzlich begegnen. Kolumbien öffnet sich immer stärker für den Tourismus und tut einiges für die Sicherheit seiner Besucher. Polizei siehst du deshalb an fast jeder Ecke. In Bogotá und anderen Großstädten ist außerdem die Touristenpolizei (Policía de Turismo) unterwegs, vor allem rund um die Sehenswürdigkeiten und in den Altstädten.

TIPP: Kolumbien Sehenswürdigkeiten: die schönsten Orte im ganzen Land, die wie von einem anderen Planeten wirken

Die dunkle Geschichte Kolumbiens

Bei Gefahr denkt jeder zuerst an bewaffnete Überfälle, Diebstahl und Gewalt. Das alles gibt es in bestimmten Regionen Kolumbiens leider bis heute. Du solltest wissen, dass hier mehr als ein halbes Jahrhundert lang ein bewaffneter Konflikt herrschte, der in abgelegenen Gegenden nie ganz zu Ende gegangen ist. Viele Menschen im Land besitzen Waffen. Auch wir sind in Medellín in eine Gegend geraten, in die ich auf keinen Fall zurück möchte und die Touristen meiden sollten.

Zum Hintergrund: Ab den Sechzigerjahren kämpften die linken Guerillas FARC und ELN gegen den Staat, gegen sie rechte Paramilitärs und mittendrin die Drogenkartelle. Das Medellín-Kartell zerfiel nach dem Tod von Pablo Escobar 1993, das Cali-Kartell kurz darauf. Die große Wende kam mit dem Friedensabkommen mit der FARC, unterzeichnet 2016. Danach kamen die Touristen in Scharen zurück. Ganz verschwunden ist die Gewalt aber nicht. Auf dem Land sind weiter die ELN, Splittergruppen der früheren FARC und kriminelle Organisationen aktiv, die sich den Kokainhandel und den illegalen Goldabbau aufteilen. Laut Auswärtigem Amt sind die Friedensgespräche mit den bewaffneten Gruppen seit September beendet. Touristen bekommen von diesen Konflikten selten etwas mit, weil sie sich weit weg von den üblichen Reisezielen abspielen. Deshalb warnt das Auswärtige Amt vor bestimmten Regionen und nicht vor dem ganzen Land.

Kolumbien Sicherheit – Medellín
Kolumbien Sicherheit – Medellín

Als wir Angst hatten

In den ganzen fünf Wochen hatten wir keine größeren Probleme. Klar wollte man uns ein paar Mal übers Ohr hauen (falsches Wechselgeld, überhöhte Preise, und einmal hat sich jemand von hinten an uns gedrängt und wollte uns den Rucksack klauen). Bis auf einen einzigen Moment haben wir uns aber immer sicher gefühlt.

Dieser Moment war in Medellín. Wir liefen durch eine Straße voller Müll, und im Müll lagen Menschen, bei denen wir nicht wussten, ob sie noch leben. Ringsum ein riesiger Straßenmarkt mit gestohlener Ware aller Art und Drogen. Überall der Gestank von (hoffentlich) toten Tieren. In dem Moment haben wir nur noch daran gedacht, wie wir so schnell wie möglich wegkommen.

Wer in Südamerika unterwegs war und dem nichts passiert ist, sagt dir: alles halb so wild. Wer ausgeraubt wurde, erzählt eine andere Geschichte. Ein Risiko gibt es immer und überall. Was du selbst tun kannst, ist dich gut vorzubereiten.

TIPP: Medellín: Was du sehen solltest und worauf du aufpassen musst

Kolumbien Sicherheitslage aktuell: Was sagt das Auswärtige Amt?

Für Kolumbien gilt eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts. Gewarnt wird vor Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Venezuela in den Departamentos Norte de Santander und Cesar, von einer ganzen Reihe weiterer Regionen rät das Amt dringend ab. Bewaffnete Gruppen sind in vielen ländlichen Gebieten aktiv, und in den Großstädten ist die Straßenkriminalität hoch, oft mit Schuss- oder Stichwaffen und laut Auswärtigem Amt nicht nur nachts, sondern auch tagsüber auf belebten Straßen. Wenn du dich in eine der Regionen bewegst, von denen abgeraten wird, dann nur tagsüber und nur auf den Hauptstraßen.

Zu den riskantesten Gegenden zählt das Auswärtige Amt vor allem diese:

  • Grenze zu Venezuela: ganz Norte de Santander einschließlich der Straßen Cúcuta–Ocaña und Cúcuta–Tibú (Region Catatumbo), dazu die Grenzgebiete in Cesar sowie die Departamentos Arauca, Vichada und Guainía.
  • Grenze zu Ecuador: die Departamentos Putumayo und Nariño (Ausnahme: die Stadt Pasto und der Grenzübergang Ipiales).
  • Pazifikküste: Chocó (außer Bahía Solano und dem Küstenstreifen zwischen dem Nationalpark Utría und Punta Arusi), Valle del Cauca mit Buenaventura (außer Cali bei Anreise mit dem Flugzeug), Cauca einschließlich der Panamericana und Nariño.
  • Abgelegenes Landesinnere: Huila, der Süden von Tolima, der Osten und Süden von Meta (außer der Tourismusregion Caño Cristales), Guaviare (außer San José del Guaviare), Caquetá, der Süden von Córdoba und Bolívar sowie ländliche Gebiete im Norden von Antioquia.

Die klassische Route durch Kolumbien (Cartagena, Santa Marta und Tayrona, Medellín, die Kaffeeregion mit Salento und Bogotá) berührt diese Gebiete nicht. Worauf das Auswärtige Amt aber auch in den Städten hinweist, sind Demonstrationen und Straßenblockaden. Sie kommen häufig vor, können in Gewalt umschlagen und Straßen lahmlegen. Wenn du auf eine Demo stößt, mach einen großen Bogen darum. Die Lage ändert sich schnell, deshalb lies die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts kurz vor dem Abflug noch einmal durch. Für Österreicher und Schweizer gelten die Hinweise des BMEIA bzw. des EDA.

Kolumbien Sicherheit: Wie gefährlich ist das Land wirklich?

Ob ein Land sicher ist, hängt nicht nur an der Kriminalität. Genauso zählen Gesundheit und Naturgefahren. Schauen wir uns also an, welche Risiken dich in Kolumbien erwarten.

Gesundheit und Gesundheitsrisiken

Zu Hause bist du gewohnt, dass medizinische Versorgung überall verfügbar ist. In Kolumbien hängt sie stark vom Ort ab. In den großen Städten, allen voran in Bogotá, gibt es gute Krankenhäuser und gut ausgestattete Kliniken. Auf dem Land und in kleinen Dörfern wird es deutlich schlechter, auch Medikamente bekommst du dort nicht immer. Besorg dir alles Wichtige deshalb am besten gleich nach der Ankunft in Bogotá oder bring eine gut sortierte Reiseapotheke mit. Behandlungen zahlst du vor Ort, fast immer schon vor dem Eingriff. Ohne Auslandskrankenversicherung mit ausreichender Deckung und Rücktransport geht es also nicht.

Die meisten Krankheiten übertragen in Kolumbien Mücken, zum Beispiel Denguefieber, Zika oder Chikungunya. Am höchsten ist das Risiko an der Küste und allgemein unterhalb von etwa 1.700 Metern. Schütz dich mit einem wirksamen Mückenschutz (am besten vor Ort gekauft, das Mittel von zu Hause hat bei uns kaum gewirkt) und trag helle, lange Kleidung. Bogotá, Cartagena, Medellín und San Andrés gelten laut Auswärtigem Amt als malariafrei.

TIPP: Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung vorgeschrieben. Das Auswärtige Amt empfiehlt aber Hepatitis A und Gelbfieber, je nach Reise auch Hepatitis B, Tollwut, Dengue und Chikungunya, und deine Standardimpfungen nach STIKO (inklusive Tetanus) sollten aktuell sein. Gegen Malaria gibt es keine Impfung für Reisende, dafür Tabletten zur Vorbeugung oder zur Notfallbehandlung, je nach Route. Lass dich rechtzeitig reisemedizinisch beraten. Gut zu wissen: Gegen Dengue kann man sich inzwischen ebenfalls impfen lassen.

Gelbfieber solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen. In den letzten Jahren sind die Fälle gestiegen, auch in Gegenden, in denen es früher kaum vorkam. Wegen des ausgerufenen Gesundheitsnotstands verlangt die Nationalparkverwaltung Parques Nacionales Naturales de Colombia in einigen Schutzgebieten, unter anderem im Nationalpark Tayrona, einen Impfnachweis, und die Impfung muss mindestens zehn Tage vor dem Besuch erfolgt sein. Die Regel gilt, bis das kolumbianische Gesundheitsministerium sie aufhebt, also prüf den aktuellen Stand vor der Reise. Wer kurzfristig eine Impfung braucht: Am Flughafen El Dorado in Bogotá bekommst du sie laut Auswärtigem Amt kostenlos. Und Pflicht wird der Nachweis, wenn du aus Brasilien, Angola, der DR Kongo oder Uganda einreist oder dort länger als zwölf Stunden umsteigst. Den Internationalen Impfpass solltest du auch dabeihaben, wenn du von Kolumbien aus in ein Land weiterfliegst, das die Gelbfieberimpfung verlangt.

Rechne auch mit der Höhe. Bogotá liegt auf rund 2.600 Metern, am ersten Tag nach der Landung kann dir also schwindlig werden, oder du bekommst schlechter Luft. Mach langsam, trink viel Wasser und warte mit dem Alkohol.

Kolumbien Sicherheit – Impfungen
Kolumbien Sicherheit – Impfungen

Naturkatastrophen in Kolumbien

Unter den Naturgefahren begegnet dir in Kolumbien am ehesten ein Erdbeben. Das Land liegt in einer seismisch aktiven Zone und hat rund 25 aktive Vulkane, ein Beben oder ein Ausbruch kann also praktisch jederzeit kommen. Am 10. August hat ein schweres Erdbeben den Westen getroffen, in Chocó, Quindío, Caldas, Risaralda und Valle del Cauca kann es laut Auswärtigem Amt noch Einschränkungen geben, also auch in der Kaffeeregion. Der Vulkan Puracé bei Popayán ist seit August aktiv. Den Norden Kolumbiens trifft manchmal extreme Dürre, auch in touristischen Gegenden, bei starkem Regen dagegen Erdrutsche. In den Regenzeiten (etwa Mitte April bis Mitte Juni sowie Oktober und November) können Erdrutsche Straßen auch mal für mehrere Tage sperren. An der Karibikküste im Norden und auf den Inseln San Andrés und Providencia besteht außerdem von Juni bis November ein gewisses Hurrikanrisiko.

ACHTUNG: Pass auch an den Stränden auf, an denen du schwimmen willst. An vielen gibt es starke Strömungen, die dich weit aufs Meer hinausziehen können, und laut Auswärtigem Amt sind sie selbst für gute Schwimmer gefährlich. Das betrifft vor allem die unbewachten Strände im Nationalpark Tayrona.

Kriminalität in Kolumbien

Die Kriminalität ist das Risiko, das dich auf einer Kolumbienreise am ehesten trifft. Diebstahl, Raub und bewaffnete Überfälle kommen häufig vor. Am höchsten ist die Kriminalität in den Zentren der Großstädte wie Bogotá, Medellín, Cali oder Cartagena. Jede Großstadt hat Ecken, um die du als Tourist einen großen Bogen machen solltest.

Riskante und gefährliche Gegenden in Kolumbien

Neben einzelnen gefährlichen Vierteln in den Großstädten gibt es ganze Gegenden, in denen die Kriminalität höher ist. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Taganga und Umgebung: Taganga ist ein kleiner Ort an der Karibikküste (leider ein beliebter Ausgangspunkt für den Nationalpark Tayrona), und an den Stränden außerhalb des Ortes werden immer wieder Touristen überfallen. Das wussten wir damals nicht und waren trotzdem dort, zum Glück ist nichts passiert.
  • Das Grenzgebiet zu Venezuela: Hier sind Diebstähle, Überfälle und Fallen auf der Straße häufig, die dich zum Anhalten zwingen sollen (zum Beispiel ein platter Reifen), dazu viele bettelnde Kinder, die ein Auto nicht einfach weiterfahren lassen. Früher galt Cúcuta als der Übergang, den man nehmen sollte. Heute warnt das Auswärtige Amt vor dem Grenzgebiet und rät vom ganzen Departamento Norte de Santander dringend ab, einen Grenzübertritt nach Venezuela auf dem Landweg planst du also besser gar nicht. Gefährlich sein können auch die Grenzgebiete zu Ecuador und Panama.
  • Das Viertel La Candelaria in Bogotá: La Candelaria ist ein hübsches Kolonialviertel, nach Einbruch der Dunkelheit kommt es hier aber häufig zu Überfällen. Tagsüber ist es voller Touristen und Polizei, da kannst du es dir in Ruhe anschauen. Bleib nur nicht bis in die Dunkelheit.
  • Treks in der Sierra Nevada de Santa Marta: Die Ciudad Perdida, die „Verlorene Stadt“, darfst du nur mit einer lizenzierten Agentur besuchen. Auf eigene Faust solltest du dich dort nicht auf den Weg machen.

Dazu kommen Häfen wie Buenaventura und Tumaco an der Pazifikküste, in denen bewaffnete Gruppen aktiv sind. Die Sierra de la Macarena ist dagegen ein Sonderfall: Vom Osten und Süden des Departamentos Meta rät das Auswärtige Amt ab, die Tourismusregion um Caño Cristales nimmt es aber ausdrücklich aus. Seit dem Frühjahr gibt es zudem eine Serie von Bomben- und Drohnenanschlägen auf Polizei- und Militäreinrichtungen, auch in Städten wie Cali, Cúcuta und Popayán, und in vielen ländlichen Gebieten liegen Landminen, schon wenige Meter abseits befestigter Straßen.

Gefährlich sind auch bestimmte Strecken, vor allem mit Nachtbussen. Fahr deshalb lieber immer tagsüber. Berüchtigt sind etwa Popayán–San Agustín, Popayán–Pasto oder Bucaramanga–Santa Marta, wo Nachtbusse überfallen wurden. Die ersten beiden führen außerdem durch Cauca und Huila, von denen das Auswärtige Amt ohnehin dringend abrät. Das Amt empfiehlt, im ganzen Land nachts gar nicht über Land zu fahren, weder mit dem Bus noch mit dem Auto, und Inlandsflüge sind die zuverlässigste Art, größere Strecken zurückzulegen.

TIPP: Wo wächst der Kaffee, der wirklich Kraft hat? Schau dir das Dorf Salento an, mitten zwischen Kaffeefincas und gleich neben den höchsten Palmen der Welt.

Kolumbien Sicherheit – La Candelaria in Bogotá
Kolumbien Sicherheit – La Candelaria

Scopolamin, falsche Taxis und Dating-Apps

Das sind drei Maschen, von denen man zu Hause kaum etwas hört. Scopolamin (escopolamina, vor Ort auch Burundanga) ist eine Droge, nach der das Opfer willenlos tut, was man ihm sagt. Es hebt Geld am Automaten ab, gibt sein Handy her oder lässt die Täter in sein Zimmer, und hinterher erinnert es sich an nichts. Laut Auswärtigem Amt haben solche Überfälle vor allem in Bogotá, Medellín und Cartagena stark zugenommen, und Überdosen endeten schon tödlich. Die Täter mischen die Droge in Essen, Getränke, Süßigkeiten oder Zigaretten oder pusten sie dem Opfer ins Gesicht. Lass dein Glas deshalb nie unbeaufsichtigt und nimm nichts von Fremden an.

Die zweite Masche ist der sogenannte „paseo millonario“, eine Express-Entführung. Du steigst in ein Taxi, das du auf der Straße herangewunken hast, nach ein paar Blocks steigen Komplizen zu und fahren dich von Geldautomat zu Geldautomat, bis nichts mehr geht. Laut Auswärtigem Amt passiert das sogar in regulären gelben Taxis am Flughafen Bogotá. Winke deshalb kein Taxi auf der Straße heran. Bestell es per App (Uber, Cabify, DiDi oder InDrive), nimm eines vom offiziellen Taxistand oder lass es dir vom Hotel rufen.

Die dritte Masche läuft über Dating-Apps. Das Auswärtige Amt (und genauso das britische Außenministerium) warnt, dass Kriminelle, oft in Gruppen, alleinreisende Touristen über Dating-Plattformen zu Treffen locken und sie dort ausrauben oder betäuben. Triff dich beim ersten Date nur an einem belebten öffentlichen Ort und nimm niemanden, den du gerade erst kennengelernt hast, mit in deine Unterkunft.

Wo du in den Städten sicherer übernachtest

Mit der Wahl der Unterkunft tust du schon viel für deine Sicherheit. Abends kommst du vom Essen zurück, und es macht einen riesigen Unterschied, ob du durch eine beleuchtete Straße voller Cafés läufst oder durch ein leeres Viertel hinter der Markthalle. Als sicherere Viertel für Touristen gelten allgemein diese:

  • Bogotá: Chapinero (Zona G und Quinta Camacho), die Gegend um die Zona Rosa und Usaquén im Norden der Stadt. La Candelaria ist schön für einen Tag, zum Übernachten aus unserer Sicht eher nicht.
  • Medellín: El Poblado und Laureles. Rund um den Parque Lleras in El Poblado ist abends viel los, aber genau dort sind auch die meisten Taschendiebe unterwegs.
  • Cartagena: die Altstadt innerhalb der Stadtmauern und das benachbarte Getsemaní, am Meer dann Bocagrande.
  • Santa Marta und Tayrona: das belebtere Zentrum von Santa Marta oder eine Unterkunft direkt am Parkeingang. Taganga als Basis empfehlen wir nicht.

Konkrete Hotels, die wir empfehlen können, findest du in unseren Reiseführern zu Bogotá, Medellín, Cartagena und zum Tayrona-Nationalpark.

Ist Kolumbien sicher? 10 Regeln, an die du dich halten solltest

Aus unseren eigenen Erfahrungen, aber auch aus den Erfahrungen und Tipps anderer Reisender haben wir ein paar Sicherheitsregeln zusammengestellt, mit denen du deutlich sicherer unterwegs bist (die meisten gelten übrigens für ganz Südamerika). Denk dabei immer daran, dass Kolumbien riesig und sehr vielfältig ist: Im Großstadtdschungel lauern ganz andere Gefahren als im echten Dschungel.

1. Lass teuren Schmuck und teure Ausrüstung zu Hause

Dass du nicht von hier bist, kannst du kaum verbergen. Die Einheimischen erkennen es sofort, am Aussehen, aber genauso an Kleidung und Ausrüstung. Als Allererstes würde ich dir deshalb raten, keinen teuren Schmuck, keine teure Uhr und nichts mitzunehmen, womit du auf den ersten Blick auffällst.

Je besser du ins Straßenbild passt, desto kleiner ist die Chance, dass dich jemand bemerkt und ausrauben will. Trag die teure Kamera nicht um den Hals, und wenn du fotografieren willst, dann unauffällig (ich habe gehört, dass manche sogar Klebeband auf ihre Geräte kleben, damit sie kaputt und weniger wertvoll aussehen).

2. Bleib immer aufmerksam

Auch wenn dich eine Kirche oder ein Aussichtspunkt gerade völlig in den Bann zieht: Lass deine Sachen nie unbeaufsichtigt. Steck das Handy nicht in die Gesäßtasche. Halt im Gedränge deine Taschen fest und lass niemanden zu nah an dich heran. Es kann auch passieren, dass jemand eine Situation inszeniert, um dich abzulenken, während ein anderer zugreift.

Berüchtigt sind auch Diebe auf Motorrädern, die dir im Vorbeifahren die Tasche entreißen (wenn du sie kommen siehst, geh weiter von der Straße weg und halt deine Sachen fest). In den Großstädten ist ein quer getragener Beutel, den man nicht so leicht abstreifen kann, besser als ein Rucksack, oder du trägst den Rucksack vorne.

Kolumbien Sicherheit – Bleib immer aufmerksam
Kolumbien Sicherheit – Bleib immer aufmerksam

3. Verteil dein Geld auf mehrere Stellen

Trag Papiere und das ganze Geld nie an einem Ort. Verteil das Geld auf mehrere Stellen und steck deinen Pass nicht ins Portemonnaie. Ideal ist ein flacher Brustbeutel oder Geldgürtel direkt am Körper, darin die nötigen Dokumente, Geld und Handy, während im normalen Portemonnaie nur ein bisschen Bargeld steckt. Bei einem Überfall gibst du einfach schnell das Portemonnaie her und hoffst, dass die Täter schnell verschwinden. Mach auf jeden Fall Kopien von Reisepass und Personalausweis und speicher sie auch digital. Den Originalpass lässt du in der Stadt am besten im Hotelsafe und hast unterwegs eine Kopie dabei.

4. Sei nachts und im Dunkeln nicht zu Fuß unterwegs

Am besten bist du nachts gar nicht allein unterwegs. Es macht einen großen Unterschied, ob du in einer Großstadt bist oder in einem kleinen Dorf, wo es verhältnismäßig ruhig ist. Wenn dich aber ein Dieb nachts allein sieht, ist das Risiko ungleich höher. In den größeren Städten fällt dir bestimmt auf, dass viele Läden und Hotels vergittert sind (die werden wissen, warum).

5. Informier dich vorher, welche Orte und Viertel du meiden solltest

Für mich ist das die allerwichtigste Regel, und an die solltest du dich immer halten. Find jedes Mal vorher heraus, wo du als Tourist sicher unterwegs bist und wo nicht. Such so viel wie möglich im Internet heraus und frag dann trotzdem noch in deiner Unterkunft und bei Leuten auf der Straße, ob es in der Nähe Ecken gibt, um die du einen großen Bogen machen solltest.

Unwissenheit schützt hier nicht, und leider passieren auch heute noch schlimme Dinge. Wenn dir ein Ort komisch vorkommt und du dich dort nicht wohlfühlst, hör auf dein Bauchgefühl und geh nicht hin.

Aufmerksam sein musst du auf Reisen überall auf der Welt, ob in Kolumbien oder in Berlin. Taschendiebe gibt es schlicht überall. Du musst keine Angst haben, aber halt dir einen Plan B bereit. Wenn du dich an die Regeln hier hältst, ist das Risiko gering.

Kolumbien Sicherheit – Informier dich vorher
Kolumbien Sicherheit – Informier dich vorher

TIPP: Wie ist Kolumbiens Hauptstadt Bogotá? Tipps für die Stadt und die Umgebung

6. Heb Geld nur an „sicheren“ Automaten ab

Wenn du nicht gerade tausend Euro in bar mitnimmst und gleich nach der Ankunft tauschst, musst du früher oder später zum Geldautomaten. Heb in größeren Städten ab, denn in Dörfern sind die Automaten manchmal leer, oder es gibt gar keine. Aber nicht einfach irgendwo an einer belebten Straße. Geh lieber in ein Einkaufszentrum oder ein Gebäude, wo es nicht nur Kameras gibt, sondern auch deutlich weniger Diebe als auf der Straße. Am besten tagsüber, wenn die Bank oder der Laden geöffnet ist und du drinnen abheben kannst. Schau dir vorher den Karteneinschub und das Tastenfeld an, ob dort etwas Ungewöhnliches angebracht ist.

Das abgehobene Geld verteilst du dann wieder unauffällig auf mehrere Stellen, möglichst so, dass dich niemand dabei sieht. Einen Touristen am Geldautomaten kann sich nämlich jeder aussuchen. Hilfe von Fremden, die dir am Automaten etwas erklären wollen, lehnst du immer ab.

7. Taxi nur per App oder über das Hotel

Winke auf der Straße kein Taxi heran, auch nicht tagsüber (warum, steht oben bei den Express-Entführungen). Apps wie Uber, Cabify, DiDi oder InDrive haben den Vorteil, dass die Fahrt aufgezeichnet wird, du den Fahrer vorher siehst und nicht über den Preis verhandeln musst. Am Flughafen steigst du nur am offiziellen Taxistand ein, nie bei jemandem, der dich in der Ankunftshalle anspricht. Gerade wenn du nach dem langen Flug aus Frankfurt oder München müde in Bogotá landest, ist eine vorher organisierte Fahrt Gold wert.

8. Nimm nichts von Fremden an

Kein Essen, kein Getränk, keine Zigarette, keinen Kaugummi und auch keinen Flyer. Wegen Scopolamin lässt du dein Glas in der Bar keine Sekunde unbeaufsichtigt. Und wenn du dich plötzlich komisch fühlst, sag es sofort jemandem, dem du vertraust, und geh zum Arzt.

9. Lass das Handy auf der Straße in der Tasche

Die Kolumbianer haben dafür ein Sprichwort: „no dar papaya“, also niemandem eine Gelegenheit bieten. Das Handy in der Hand an der Straßenecke ist genau diese Papaya. Wenn du Navigation brauchst, geh in einen Laden oder ein Café, schau dir den Weg dort an und steck das Handy dann wieder weg.

10. Zwischen den Städten tagsüber, lange Strecken mit dem Flugzeug

Nachtbusse sind billig und sparen dir eine Hotelnacht, aber genau dort kommt es zu Überfällen. Kurze Strecken fährst du tagsüber, für lange (zum Beispiel von Bogotá an die Karibikküste) lohnt sich der Flug. Es gibt viele Inlandsverbindungen, und statt einen ganzen Tag im Bus zu sitzen, bist du inklusive Weg zum Flughafen in ein paar Stunden am Ziel.

Abzocke und Diebstahl gehören zum Alltag

Bestohlen wirst du nicht nur, wenn dir jemand die Tasche klaut. Ständig versuchen Händler, dir auf andere Art Geld abzunehmen. Sie verlangen zum Beispiel ein Vielfaches des normalen Preises, geben falsch heraus oder behaupten, sie hätten kein Wechselgeld. Wenn du in Dollar zahlen willst, wird es oft ebenfalls teurer.

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So lässt du dich in Kolumbien nicht abzocken:

Keine Sorge, uns ist das auch oft passiert. Sogar gleich nach der Landung am Flughafen, als wir uns in der Flughafenbäckerei Frühstück kaufen wollten. Für zwei Arepas (Maisfladen) haben wir ungefähr zehn Dollar bezahlt (ich konnte die Preise in Pesos noch nicht umrechnen und war nach fünfzig Stunden Anreise völlig fertig). Wie lässt du dich also nicht abzocken?

Zur Orientierung: Für einen Euro bekommst du derzeit rund 3.600 kolumbianische Pesos (COP), für einen Dollar ungefähr 3.350 COP. 1.000 COP sind also knapp 30 Cent. Die Preise haben viele Nullen, 50.000 COP entsprechen etwa 14 €. Zähl vor dem Bezahlen die Nullen auf dem Schein, da verrechnet man sich am leichtesten.

  • Zahl nicht in Dollar, wenn es nicht unbedingt sein muss.
  • Informier dich, wie der Peso zum Dollar und zum Euro steht.
  • Rechne jeden Preis kurz um, damit du merkst, ob jemand mehr verlangt, als er eigentlich dürfte.
  • Hab immer Kleingeld dabei, falls man dir „leider“ nicht herausgeben kann.
  • Trau dich zu widersprechen, wenn jemand viel zu viel verlangt. Handeln ist hier völlig normal.
  • Versuch immer zu handeln, auch wenn dir der Preis gar nicht hoch vorkommt. Meistens geht er noch ein bisschen runter.
  • Wenn du mit Karte zahlst und das Terminal dir die Zahlung in Euro oder Dollar anbietet, wähl Pesos. Und lass die Karte nicht aus den Augen.
Kolumbien Sicherheit – Lass dich nicht abzocken
Kolumbien Sicherheit – Lass dich nicht abzocken

Vor dem Abflug: Einreise, Check-MIG, Versicherung und Krisenvorsorgeliste

Für einen touristischen Aufenthalt bis 90 Tage brauchst du als Deutscher kein Visum. Einreisen kannst du nur mit dem Reisepass (oder vorläufigen Reisepass), der Personalausweis reicht nicht. Der Pass sollte noch mindestens sechs Monate gültig sein, und der Beamte am Flughafen kann ein Rück- oder Weiterreiseticket und einen Nachweis sehen wollen, dass du genug Geld für den Aufenthalt hast. Vor der Ankunft und vor der Abreise füllst du das Online-Formular Check-MIG auf der Website von Migración Colombia aus (frühestens 72 Stunden und spätestens eine Stunde vor dem Flug), und die Bestätigung zeigst du laut Auswärtigem Amt schon beim Check-in in Deutschland vor. Das Formular ist kostenlos. Will eine Website Geld dafür, bist du bei einem Vermittler gelandet. Reis nur über einen offiziellen Grenzübergang ein, ohne Einreisestempel im Pass kann die Ausreise kompliziert werden.

  • Auslandskrankenversicherung: mit ausreichender Deckung für die gesamte Reise und Rücktransport. In Privatkliniken zahlst du die Behandlung im Voraus.
  • Eintrag in die Krisenvorsorgeliste: die freiwillige Registrierung beim Auswärtigen Amt (ELEFAND). Passiert etwas (Erdbeben, Unruhen), weiß die Botschaft, dass du im Land bist, und kann dich erreichen.
  • Kopien deiner Dokumente: einen Scan vom Pass hast du im Handy und in deinen E-Mails, damit du ihn bei Verlust schnell findest.
  • Impfpass: wenn du in den Tayrona oder andere Nationalparks willst, in denen die Gelbfieberimpfung kontrolliert wird.

Notfälle: Was tun, wenn etwas passiert?

Es kann sein, dass man dich trotz allem ausraubt und du Papiere und Ausrüstung verlierst. Das ist nicht schön, kommt aber leider vor. Bewahr deshalb deinen Personalausweis getrennt vom Reisepass auf. Für die Einreise nach Kolumbien gilt er zwar nicht, als Identitätsnachweis bei der Botschaft hilft er aber enorm. Hab außerdem immer ein bisschen Bargeld griffbereit, das du bei einem Überfall schnell hergeben kannst. Die einheitliche Notrufnummer in Kolumbien ist die 123 (Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst).

  • Wenn du überfallen wirst: Wehr dich nicht (die Täter können bewaffnet sein) und gib ihnen schnell das vorbereitete Bargeld.
  • Wenn dir der Rucksack mit allem geklaut wird: Wenn du versichert bist, geh zur Polizei und lass dir eine Anzeige ausstellen, die du später für die Versicherung brauchst. Danach entscheidest du, ob du dir neue Sachen besorgst oder nach Hause fliegst.
  • Wenn du deine Papiere verlierst: Melde den Verlust bei der Polizei und geh mit der Bestätigung zur Deutschen Botschaft in Bogotá. Wer länger im Ausland lebt, beantragt dort einen neuen Pass, der in Deutschland hergestellt und an die Botschaft geschickt wird. Wer nur im Urlaub ist und schnell nach Hause muss, bekommt in der Regel einen Reiseausweis als Passersatz, der nur für die Rückreise gilt. Wichtig: Einen Pass, den du einmal als verloren gemeldet hast, darfst du nicht mehr benutzen, auch wenn er wieder auftaucht. Laut Auswärtigem Amt wird man damit an der Grenze abgewiesen.
  • Wenn du den Verdacht hast, dass man dir Scopolamin verabreicht hat: Such so schnell wie möglich ärztliche Hilfe, sperr deine Karten (in Deutschland aus dem Ausland über den Sperr-Notruf +49 116 116) und ändere die Passwörter für Onlinebanking und E-Mail.

Deutsche Botschaft in Kolumbien (Adresse)

Calle 110 No. 9-25, piso 11, Torre Empresarial Edificio Pacífic P. H.

Bogotá

Telefon: +57 601 4232600 (Montag bis Donnerstag 7:15 bis 16:30 Uhr, Freitag 7:30 bis 13:30 Uhr)

Schriftlich erreichst du die Botschaft über das Kontaktformular auf bogota.diplo.de.

Notfallnummer außerhalb der Dienstzeiten (nur bei akuten Notfällen wie schweren Unfällen oder Todesfällen): +57 320 8653717

Melde dich vor einem Besuch telefonisch oder über das Kontaktformular an. Österreicher und Schweizer wenden sich an die Vertretung ihres eigenen Landes.

Kolumbien Sicherheit – Hilfe im Notfall
Kolumbien Sicherheit – Hilfe im Notfall

Zum Schluss

Reisen ist etwas Wunderbares. Du lernst dabei ein Stück Welt kennen und auch dich selbst. Ich hoffe, alle deine Reisen verlaufen sicher und du genießt dein Abenteuer ins Unbekannte mindestens so sehr wie wir. Unterwegs können dir alle möglichen Krisensituationen begegnen, mit denen du vielleicht erst einmal nicht weißt, wohin.

Wir leben aber in einer Zeit, in der man so ziemlich alles herausfinden kann, immer mehr Menschen Englisch sprechen und die Welt einfach offen ist. Behalt einen kühlen Kopf und genieß das echte Reisen mit allem, was dazugehört.

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Was wir anders machen würden

Die Straße in Medellín, in der wir Angst hatten, würden wir uns heute sparen. Nicht, weil sie uns ganz Kolumbien verleidet hätte, sondern weil eine Frage an der Rezeption am Morgen gereicht hätte: Wo besser nicht lang? Diese paar Sätze mit dem Rezeptionisten sind für uns die beste Sicherheitsmaßnahme, die es in Kolumbien gibt.

Die erste Arepa würden wir auf der Straße kaufen, nicht in der Flughafenbäckerei. Wir würden mehr dort essen, wo die Einheimischen essen: in einfachen Lokalen mit Menu del día, auf Märkten, an den Ständen an der Ecke. Das beste Essen in Kolumbien findest du unserer Meinung nach nicht über eine Liste, sondern indem du in eine Straße abbiegst, in die dich nichts Bestimmtes zieht.

Und wir würden uns nicht hetzen. Kolumbien ist riesig, und Strecken über Land dauern lange. Lieber drei Regionen in Ruhe und tagsüber als sechs im Eiltempo mit Nachtbussen. Das ist sicherer und auch angenehmer.

Das Handy kannst du in Kolumbien sowieso nicht ständig in der Hand haben, also sieh es als Vorteil. Weniger Fotos von der Straße, mehr Umschauen und mehr Zeit mit Menschen, die hier wirklich herzlich sind.

Häufige Fragen zu Kolumbien und Sicherheit (FAQ)

Ist Kolumbien sicher für Touristen?

Kolumbien ist längst nicht mehr das Land der Achtziger- und Neunzigerjahre und hat sich weit für Touristen und Reisende geöffnet. Das Auswärtige Amt hat trotzdem eine Teilreisewarnung ausgesprochen und rät von etlichen Regionen dringend ab. In Großstädten wie Bogotá, Medellín oder Cartagena gibt es viele Taschendiebe und Räuber, und es lohnt sich, vorher herauszufinden, welche Viertel du meiden solltest. Riskant sind vor allem die Grenzgebiete zu Venezuela und Ecuador, die Pazifikküste und abgelegene Regionen im Landesinneren. Die klassische Route mit Cartagena, Santa Marta, Medellín, Kaffeeregion und Bogotá liegt außerhalb dieser Gebiete. Mit etwas Vorsicht und Vorbereitung ist Kolumbien sicher genug, um deinen Urlaub dort richtig zu genießen.

Welche Impfungen brauche ich für Kolumbien?

Bei direkter Einreise aus Deutschland ist keine Impfung Pflicht, sinnvoll sind aber einige, je nachdem, wohin du fährst. Das Auswärtige Amt empfiehlt Hepatitis A und Gelbfieber, je nach Reise auch Hepatitis B, Tollwut, Dengue und Chikungunya, dazu aktuelle Standardimpfungen inklusive Tetanus. Die Nationalparkverwaltung verlangt in einigen Parks, unter anderem im Tayrona, einen Nachweis der Gelbfieberimpfung, die mindestens zehn Tage vor dem Besuch erfolgt sein muss. Pflicht ist der Nachweis außerdem, wenn du über Brasilien, Angola, die DR Kongo oder Uganda anreist. Gegen Malaria gibt es keine Impfung, für Regionen mit Malariarisiko besprich mit einem Reisemediziner Tabletten zur Vorbeugung oder Notfallbehandlung.

Worauf muss man in Kolumbien achten?

Pass vor allem auf Taschendiebe und Räuber auf, von denen es in den Großstädten viele gibt. Reis möglichst tagsüber, meide gefährliche Viertel und die Grenzregionen. Nimm von Fremden nichts zu essen oder zu trinken an (wegen der Droge Scopolamin), bestell Taxis per App und lass das Handy auf der Straße in der Tasche. Vorsicht auch beim Bezahlen in der Landeswährung, beim Geldabheben am Automaten und mit deinem Gepäck.

Ist Bogotá sicher?

Allgemein gilt: In den großen Städten ist es weniger sicher als auf dem Land. In Bogotá bewegst du dich am besten rund um die Sehenswürdigkeiten und ziehst keine unnötige Aufmerksamkeit auf dich. Das Viertel La Candelaria meidest du abends und nachts besser, weil dort viele Diebe unterwegs sind und es oft zu Überfällen kommt. Zum Übernachten sind Chapinero oder Usaquén im Norden der Stadt angenehmer. Frag in deiner Unterkunft nach, welche Ecken in der Umgebung du lieber meiden solltest.

Ist Cartagena sicher?

Cartagena de Indias gehört zu den meistbesuchten Städten Kolumbiens. Die Altstadt innerhalb der Mauern ist abends voller Menschen, und die Touristenpolizei ist unterwegs. Trotzdem gibt es auch hier viel Straßenkriminalität, laut Auswärtigem Amt nehmen außerdem Überfälle mit Scopolamin zu. Trag Wertsachen also nicht offen zur Schau und nimm außerhalb des Zentrums nach Einbruch der Dunkelheit ein Taxi per App. Rechne mit Straßenhändlern, die dir an jeder Ecke etwas verkaufen wollen. Wenn du mit einer lokalen Agentur einen Ausflug an die Strände oder auf die Karibikinseln buchst, kläre vorher alle wichtigen Punkte (Rückfahrt, Kontakte, Leistungen, Essen unterwegs, genaues Programm).

Ist Medellín sicher?

Medellín hat sich in den letzten Jahren zu einer der fortschrittlichsten Städte Lateinamerikas gewandelt. Viertel wie El Poblado und Laureles gelten für Touristen als sicherer und sind voller Cafés, Restaurants und Nachtleben. Auch hier gelten aber die Grundregeln: Lauf nachts nicht allein durch Viertel, die du nicht kennst. In die Randbezirke am Hang wie die Comunas 1 (Popular), 2 (Santa Cruz), 3 (Manrique), 8 (Villa Hermosa) oder das Viertel 12 de Octubre gehst du nicht auf eigene Faust, die Fahrt mit Metro und Metrocable darüber hinweg ist in Ordnung. In der Comuna 13 (San Javier) bleibst du auf der touristischen Route, am besten mit einer geführten Tour. Vorsicht auch bei Verabredungen über Dating-Apps.

Brauche ich ein Visum für Kolumbien und was ist Check-MIG?

Für einen touristischen Aufenthalt bis 90 Tage brauchst du als Deutscher kein Visum, einreisen kannst du aber nur mit Reisepass, nicht mit dem Personalausweis. Der Pass sollte noch mindestens sechs Monate gültig sein. Vor der Ankunft und vor der Abreise musst du das Online-Formular Check-MIG auf der Website von Migración Colombia ausfüllen, frühestens 72 Stunden und spätestens eine Stunde vor dem Flug. Das Formular ist kostenlos.

Taxi oder Uber in Kolumbien: Was ist sicherer?

Ein auf der Straße herangewunkenes Taxi ist riskant, das Auswärtige Amt rät wegen Express-Entführungen davon ab. Sicherer ist eine Fahrt per App (Uber, Cabify, DiDi, InDrive) oder ein Taxi, das dir das Hotel ruft. Am Flughafen steigst du nur am offiziellen Taxistand ein.

Was ist Scopolamin und wie schützt du dich davor?

Scopolamin (vor Ort Burundanga) ist eine Droge, nach der das Opfer willenlos tut, was der Täter sagt, zum Beispiel Geld am Automaten abhebt, und sich hinterher an nichts erinnert. Sie steckt in Essen, Getränken oder Zigaretten oder wird ins Gesicht gepustet. Nimm nichts von Fremden an, lass dein Glas nie unbeaufsichtigt und geh bei Verdacht sofort zum Arzt.

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