Sri Lanka · 21.2.2025

Schildkröten-Auffangstation Sri Lanka: woran du eine ethische Station erkennst

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Aktualizováno 27.9.2026

An der Südwestküste zwischen Bentota, Hikkaduwa und Galle stehen am Straßenrand handgemalte Schilder: „Turtle Hatchery“, „Turtle Conservation“, manchmal auch „Schildkröten“ auf Deutsch. Wer eine Schildkröten-Auffangstation auf Sri Lanka besucht, will in aller Regel helfen und dabei Meeresschildkröten aus der Nähe sehen. Genau diese gute Absicht ist aber das Geschäftsmodell vieler Stationen. Etliche kaufen Eier von Leuten, die sie nachts illegal am Strand ausgraben, und halten die frisch geschlüpften Tiere in Becken fest, bis zahlende Gäste sie ins Meer setzen dürfen. Für die Schildkröten ist das oft schädlicher, als wenn es die Station gar nicht gäbe. Meeresschildkröten ziehen seit mehr als 100 Millionen Jahren durch die Ozeane, und manche Bestände sind in den letzten Jahrzehnten regional um bis zu 90 % eingebrochen. In diesem Artikel zeigen wir dir, woran du eine gute Station erkennst und wo du die Tiere so erlebst, dass es ihnen nützt.

Warum Meeresschildkröten unsere Hilfe brauchen

Von den sieben Arten der Meeresschildkröten führt die Weltnaturschutzunion IUCN sechs als gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht, bei der siebten, der Wallriffschildkröte, reichen die Daten für eine Einstufung nicht aus. Die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) gilt als vom Aussterben bedroht, vor allem weil ihr Panzer jahrhundertelang als „Schildpatt“ gehandelt wurde. Der Suppenschildkröte, auch Grüne Meeresschildkröte genannt (Chelonia mydas), setzen das massenhafte Einsammeln der Eier und die Verschmutzung der Meere zu.

Eine der größten Gefahren ist die Fischerei: Allein an Langleinen landen nach Schätzungen von Meeresbiologen jedes Jahr Hunderttausende Meeresschildkröten als Beifang, dazu kommen Stell- und Schleppnetze, in denen viele ertrinken. Tausende weitere sterben an Plastik, das sie für Futter halten. Viele Arten fressen Quallen, und eine Plastiktüte, die im Wasser treibt, sieht einer Qualle zum Verwechseln ähnlich. Dazu verschwinden Niststrände, weil direkt am Sand Hotels und Resorts gebaut werden, und das Licht der Anlagen lockt frisch geschlüpfte Tiere landeinwärts statt Richtung Meer.

Wilderer und Schildkrötenstationen, die mehr schaden als helfen

Weltweit gibt es unzählige Rettungs- und Auffangstationen, die sich um Meeresschildkröten und andere bedrohte Tiere kümmern, um Elefanten, Orang-Utans oder Koalas. Nicht jede davon hilft den Tieren wirklich. Manche leisten großartige Arbeit (etwa die in Köln gegründete Turtle Foundation, die Niststrände auf den Kapverden und in Indonesien schützt), andere nutzen die Schildkröten vor allem als Touristenattraktion. Wie es in vielen Stationen hinter den Kulissen aussieht und was man dir dort nicht erzählt, liest du hier.

Auf Sri Lanka betrifft das übrigens nicht nur Schildkröten. Das bekannte Elefantenwaisenhaus in Pinnawala bei Kegalle hat mit einer Auffangstation heute wenig zu tun: Es hält die weltweit größte Herde von Elefanten in Gefangenschaft, züchtet selbst Nachwuchs und lässt die Tiere nicht wieder frei. Tierschutzorganisationen kritisieren seit Jahren, dass Bullen angekettet werden und die Tiere für Fotos und das tägliche Baden im Fluss vor Publikum herhalten müssen. Wenn du Elefantenwaisen sehen willst, fahr lieber zum Elephant Transit Home am Rand des Udawalawe-Nationalparks. Die Wildschutzbehörde zieht dort seit 1995 verwaiste Jungtiere mit möglichst wenig Menschenkontakt auf und wildert sie später in Nationalparks aus. Besucher schauen nur zu den Fütterungszeiten von einer Plattform aus zu, anfassen ist tabu.

Schildkröten-Auffangstation Sri Lanka: wohin das Geld der Touristen fließt und wie der Schutz der Meeresschildkröten funktioniert

Schildkröten als Touristenattraktion

Du zahlst am Eingang umgerechnet ein paar Euro, freust dich darauf, etwas über die Tiere zu lernen und sie aus der Nähe zu sehen, und gehst davon aus, dass das Eintrittsgeld in den Schutz fließt. In vielen Stationen passiert leider das Gegenteil.

An vielen Küstenorten fehlt es an Umweltbildung und an Alternativen zum schnellen Geld, und für manche Familien ist ein Nest voller Eier schlicht ein Nebenverdienst. Nachts werden Nester am Strand ausgegraben und die Eier an private Stationen verkauft, nicht selten in einer Plastiktüte, die am Lenker eines Mopeds baumelt. Eine Studie von Rajakaruna und Kollegen, die sieben Stationen im Distrikt Galle untersucht hat, nennt einen Preis von 8 bis 15 Rupien pro Ei (Stand 2013), also Centbeträge.

Der Teufelskreis der Wilderei

Solange Stationen Eier ankaufen, lohnt sich das illegale Sammeln, und der Handel geht weiter. Dazu kommt, dass viele Eier beim Ausgraben, beim Transport und beim erneuten Vergraben Schaden nehmen, und aus einem Teil davon schlüpft nie ein Tier. Die Jungtiere, die es schaffen, landen in Becken, bis Touristen gegen Aufpreis eines davon ins Meer setzen dürfen. Und genau da liegt das nächste Problem.

Babyschildkröten mit schlechten Chancen

Ein frisch geschlüpftes Tier hat nur den Dottervorrat aus dem Ei. Mit dieser Energie krabbelt es über den Strand und schwimmt dann rund 24 Stunden fast ohne Pause aufs offene Meer hinaus, weg von den Raubfischen an der Küste. Jede Stunde im Becken kostet Kraft, die ihm draußen fehlt: Schon nach sechs Stunden Haltung schwimmen Schlüpflinge messbar langsamer, und nach ein, zwei Tagen im Becken sinken ihre Chancen im Meer deutlich. Die Schutzvereinbarung IOSEA empfiehlt deshalb, Jungtiere so bald wie möglich nach dem Schlupf freizulassen. Viele Stationen setzen sie außerdem tagsüber aus, wenn der Sand glühend heiß ist. Das empfindliche Tier kann sich verbrennen, trocknet aus und ist für Möwen und Krebse leichte Beute.

So sieht es zum Beispiel auf Sri Lanka oder in Mexiko aus. In beiden Ländern ist der Handel mit Schildkröteneiern verboten, trotzdem wechseln jedes Jahr Tausende Eier auf dem Schwarzmarkt den Besitzer, und ein guter Teil der Nachfrage kommt von privaten Stationen.

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Meeresschildkröten auf Sri Lanka: wohin das Geld der Touristen in Auffangstationen fließt

So erkennst du eine gute Schildkröten-Auffangstation auf Sri Lanka

Das klingt alles ziemlich deprimierend, aber es liegt zu einem guten Teil an uns Reisenden. Jede Station lebt vom Eintritt und von Spenden. Ob sie Eier von Wilderern kauft oder Nester am Strand schützt, entscheiden letztlich die Gäste, die vorher nachlesen und fragen, was sie mit ihrem Geld eigentlich unterstützen. Hier sind die Punkte, an denen du eine gute Schildkröten-Auffangstation auf Sri Lanka und anderswo erkennst, und weiter unten ein paar Orte, an denen Schutz ernst genommen wird.

  • In den Becken schwimmen nur kranke und verletzte Tiere: Eine Station, die wirklich hilft, pflegt vor allem Schildkröten, die zum Beispiel von einer Schiffsschraube verletzt wurden oder sich in einem Netz verfangen haben, und entlässt sie wieder, sobald sie gesund sind.
  • Jungtiere gehen sofort ins Meer: Frisch geschlüpfte Schildkröten gehören nicht in ein Becken, in dem sie warten, bis ein Tourist für das Freilassen bezahlt. Sie verbrauchen dort ihre Energiereserven, und Fachleute gehen davon aus, dass der Weg über den eigenen Strand wichtig ist, damit sich das Tier die Küste einprägt und als erwachsenes Weibchen zur Eiablage zurückfindet. Das ist das wichtigste Kriterium überhaupt, und du erkennst es auf den ersten Blick.
  • Kein Streicheln, kein Herumtragen: Wer würde eine kleine Schildkröte nicht gern in die Hand nehmen und ein Foto machen? Für die Tiere ist das purer Stress. Eine Auffangstation ist kein Streichelzoo, sondern soll Tieren helfen, die Hilfe brauchen.
  • Freigelassen wird nachts oder ganz früh am Morgen: Seriöse Projekte lassen Schlüpflinge so schnell wie möglich laufen, am besten nachts, wenn der Sand kühl ist und weniger Fressfeinde unterwegs sind. Organisiert eine Station tagsüber große „Zeremonien“, bei denen Touristen gegen Geld Babyschildkröten aussetzen, ist das eine Show und kein Artenschutz.
  • Die Station arbeitet mit den Menschen vor Ort: Richtig wichtig ist Aufklärung, vor allem bei Kindern, und ein Einkommen für die Leute, die früher Eier gesammelt haben. Die besten Projekte stellen ehemalige Eiersammler als Nestwächter an. So lohnt sich der Schutz mehr als die Wilderei, und auch Souvenirs aus Schildpatt verschwinden aus den Läden.

TIPP: Hast du Lust auf eine Reise nach Sri Lanka und willst dort Meeresschildkröten sehen? Uns hat die Insel so gut gefallen, dass wir ungefähr einen Monat geblieben sind und sie gründlich bereist haben. Unsere Favoriten findest du hier: Sri Lanka Sehenswürdigkeiten: 12 Highlights für deine Rundreise.

Gute Schildkröten-Auffangstation auf Sri Lanka erkennen: Schutz der Meeresschildkröten statt Touristenshow

10 wichtige Orte, an denen Meeresschildkröten ihre Eier ablegen 🌍🐢

Meeresschildkröten legen Tausende Kilometer durch den Ozean zurück, um an den Strand zurückzukehren, an dem sie selbst geschlüpft sind, und dort ihre Eier abzulegen. Einige dieser Strände sind für das Überleben ganzer Bestände entscheidend. Wenn du Schildkröten sehen oder ihren Schutz unterstützen willst, lohnt sich ein Blick auf genau diese Orte, von Sri Lanka bis in die Karibik.

Tortuguero, Costa Rica – das Reich der Suppenschildkröten

Tortuguero ist einer der wichtigsten Nistplätze für Meeresschildkröten in der Karibik. Jedes Jahr kommen hier ungefähr von Juni bis Oktober Tausende Suppenschildkröten an Land, um ihre Eier in den dunklen Vulkansand zu legen. Die Strände im Nationalpark sind streng geschützt, nachts darfst du nur mit einem zugelassenen Guide an den Strand. Auf so einer Tour erlebst du, wie ein Weibchen mit enormer Anstrengung eine Grube gräbt und Dutzende Eier hineinlegt. Hier forscht übrigens seit Jahrzehnten die Sea Turtle Conservancy, eine der ältesten Organisationen ihrer Art.

TIPP: Auf Sri Lanka gibt es noch viel mehr zu sehen als Schildkröten. Im Hochland warten Teeplantagen, Wasserfälle und Berge rund um Ella, dazu Felsenfestungen wie der Löwenfelsen von Sigiriya.

Rekawa, Sri Lanka

Rekawa liegt an der Südküste, knapp zehn Straßenkilometer östlich von Tangalle, und ist einer der wenigen Orte auf Sri Lanka, an denen Meeresschildkrötenschutz ernst genommen wird. Hier gibt es keine Becken: Die Nester bleiben am Strand, wo sie das Weibchen angelegt hat, und werden bis zum Schlupf bewacht. Das Projekt entstand in den 1990er-Jahren aus dem Turtle Conservation Project und wird heute von der Dorfgemeinschaft betrieben, viele Nestwächter haben früher selbst Eier gesammelt. Abends führen sie Besucher in kleinen Gruppen an den Strand, wenn gerade ein Weibchen an Land kommt, ohne Taschenlampe und ohne Blitz. Eine Garantie gibt es nicht, und die Jungtiere finden allein ihren Weg ins Meer, ohne dass Touristen nachhelfen. Vom Flughafen Colombo sind es rund 220 Straßenkilometer, über den Southern Expressway gut drei Stunden. Weitere Niststrände gibt es an der Südküste zum Beispiel um Dikwella und Matara.

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Strand an der Südküste von Sri Lanka, wo Meeresschildkröten ihre Eier ablegen

Raine Island, Australien – der größte Nistplatz der Welt

Raine Island am nördlichen Great Barrier Reef ist so etwas wie die Hauptstadt der Meeresschildkröten. Hier liegt der größte bekannte Nistplatz der Suppenschildkröte, in einer einzigen Saison wurden schon mehr als 64.000 Weibchen gezählt, bis zu 20.000 gleichzeitig am Strand. Leider ist die winzige Insel für die Tiere gefährlich: Nester werden bei Flut überschwemmt und die Eier ertrinken, erwachsene Tiere stürzen über kleine Kliffe oder bleiben zwischen Felsen stecken. Im Raine Island Recovery Project wurden deshalb Zehntausende Kubikmeter Sand bewegt, um den Strand anzuheben, und Zäune gebaut, die Abstürze verhindern. Besuchen kannst du die Insel als Tourist nicht, das Projekt zeigt aber gut, wie viel Aufwand echter Schutz bedeutet.

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Ascension, Atlantik – eine Schildkröten-Oase mitten im Ozean

Die abgelegene britische Insel mitten im Atlantik, auf halbem Weg zwischen Südamerika und Afrika, hat nur rund 800 Einwohner und ist ein überraschendes Paradies für Suppenschildkröten. Die Jagd auf Schildkröten ist hier schon seit 1930 verboten, heute überwachen die Behörden die Niststrände genau. Ascension ist einer der wenigen Orte, an denen der Bestand wächst: Seit Beginn der Zählungen in den 1970er-Jahren hat sich die Zahl der Nester etwa versechsfacht, auf rund 24.000 im Jahr. In Zeiten wie diesen eine seltene gute Nachricht!

Poilão, Guinea-Bissau – die heilige Insel der Schildkröten

Poilão im Bijagós-Archipel ist für die Bewohner der Nachbarinsel Canhabaque ein heiliger Ort und zugleich der wichtigste Nistplatz der Suppenschildkröte im östlichen Atlantik. Im Schnitt werden hier pro Saison rund 25.000 Nester gezählt, im Rekordjahr 2020 schätzten Forschende sogar gut 62.000. Weil die Insel traditionell kaum betreten werden durfte, blieben die Schildkröten lange ungestört. Heute gehört sie zum Meeresnationalpark João Vieira e Poilão, in dem die Naturschutzbehörde des Landes seit 2007 gemeinsam mit internationalen Forschungsteams die Nester überwacht.

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Sipadan, Malaysia – Korallenparadies mit Schildkröten

Sipadan vor der Küste von Sabah gilt als einer der besten Tauchplätze der Welt, und nicht nur Taucher lieben die Insel, sondern auch die Meeresschildkröten. Neben den Weibchen, die hier nisten, schwimmen Dutzende Schildkröten im glasklaren Wasser um die Riffwand. Weil die Insel streng geschützt ist, darf seit 2004 niemand mehr auf ihr übernachten, die Resorts wurden auf die Nachbarinseln Mabul und Kapalai verlegt. Tauchen und Schnorcheln geht nur mit einer der begrenzten Tagesgenehmigungen, die die Parkverwaltung über lizenzierte Tauchbasen vergibt.

Lamu, Kenia

Das Lamu-Archipel an der Nordküste Kenias ist Lebensraum mehrerer Meeresschildkrötenarten, darunter die Suppenschildkröte, die Echte Karettschildkröte und die Oliv-Bastardschildkröte. Der Lamu Marine Conservation Trust markiert hier Schildkröten, bewacht Nester und hat nach eigenen Angaben schon mehr als 100.000 Jungtiere sicher ins Meer gebracht. Er arbeitet eng mit Schulen und Fischern zusammen. Wenn du dich engagieren willst, frag direkt beim Projekt nach, welche Möglichkeiten es gerade für Besucher gibt. Weiter südlich, in Watamu, betreibt Local Ocean Conservation eine Rettungsstation für Schildkröten, die sich in Fischernetzen verfangen haben.

Chagar Hutang, Malaysia – ein verborgener Schatz der Forschung

Die Bucht Chagar Hutang an der Nordspitze der Insel Redang ist seit 2005 ein Schildkrötenschutzgebiet, an den Strand dürfen nur Forschende der Sea Turtle Research Unit (SEATRU) und ihre Freiwilligen. Jedes Jahr kommen hier Suppenschildkröten und Echte Karettschildkröten an Land, um ihre Eier in den weißen Sand zu legen. Wenn du mithelfen willst, kannst du dich bei SEATRU für das Freiwilligenprogramm bewerben und bei der Überwachung der Nester mitarbeiten.

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Florida, USA

An den Stränden Floridas zählen Biologen jedes Jahr weit über 100.000 Schildkrötennester, was den Bundesstaat zu einem der wichtigsten Nistgebiete Nordamerikas macht. 2025 waren es laut der Wildtierbehörde FWC rund 101.000 Nester der Unechten Karettschildkröte und gut 66.000 der Suppenschildkröte. Dazu kommt die seltene Lederschildkröte, die 2025 mit rund 2.000 Nestern sogar einen Rekord aufstellte. Organisationen wie die Sea Turtle Conservancy, 1959 gegründet und heute in Gainesville zu Hause, schützen die Tiere und klären Urlauber auf, etwa darüber, nachts am Strand kein Licht zu machen.

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São Tomé, São Tomé und Príncipe

Der kleine Inselstaat im Golf von Guinea ist Heimat von fünf Arten der Meeresschildkröten, vier davon nisten regelmäßig an seinen Stränden, darunter die vom Aussterben bedrohte Echte Karettschildkröte. Lange wurden die Tiere hier gejagt und gegessen. Das Programa Tatô hat viele ehemalige Jäger als Schutzhelfer gewonnen und bietet geführte Touren zur Schildkrötenbeobachtung an, so bringt der Schutz den Küstendörfern heute mehr ein als die Jagd.

Häufige Fragen zu Meeresschildkröten und Auffangstationen auf Sri Lanka (FAQ)

Wo kann man Meeresschildkröten sehen?

Meeresschildkröten leben in tropischen und subtropischen Meeren auf der ganzen Welt. Gute Chancen hast du auf Sri Lanka, in Indonesien, auf den Malediven, auf Hawaii, am Great Barrier Reef in Australien, in Costa Rica, Mexiko oder auf den Seychellen. Auf Sri Lanka siehst du sie beim Schnorcheln etwa in Hikkaduwa und an der Ostküste, nistende Weibchen am ehesten bei einer geführten Nachtwanderung in Rekawa. In Europa nistet die Unechte Karettschildkröte vor allem in Griechenland, auf Zypern und in der Türkei.

Wann schlüpfen Meeresschildkröten auf Sri Lanka?

An der Südküste Sri Lankas nisten Meeresschildkröten das ganze Jahr über, die Suppenschildkröten in Rekawa haben ihre stärksten Monate in der feuchteren Jahreszeit. Ein Weibchen legt pro Saison mehrmals Eier, meist 80 bis 120 pro Gelege. Je nach Sandtemperatur schlüpfen die Jungtiere nach etwa 45 bis 70 Tagen, fast immer nachts. Ob du gerade einen Schlupf erlebst, ist Glückssache, und eine Station, die ihn dir „auf Bestellung“ zeigt, hält die Tiere höchstwahrscheinlich in Becken fest.

Wo kann man mit Meeresschildkröten schwimmen?

Mit Meeresschildkröten schnorcheln kannst du an vielen Orten, auch in Europa: In der Bucht von Laganas auf Zakynthos, auf Kreta oder an der türkischen Südküste um Dalyan begegnest du mit etwas Glück der Unechten Karettschildkröte. Weiter weg sind Sri Lanka, Indonesien, Malaysia, Hawaii, Costa Rica und Mexiko bekannt dafür. Halte Abstand, fass die Tiere nicht an und füttere sie nicht, auch wenn das mancherorts als Attraktion angeboten wird.

Wie schlafen Meeresschildkröten?

Meeresschildkröten atmen mit Lungen und müssen deshalb regelmäßig zum Luftholen auftauchen. Im Schlaf verlangsamt sich ihr Stoffwechsel stark, sodass sie mehrere Stunden unter Wasser bleiben können. Meist ruhen sie versteckt zwischen Korallen, in Höhlen oder unter Felsvorsprüngen, wo sie vor Fressfeinden und Strömung geschützt sind.

Welche Organisationen schützen Meeresschildkröten?

Es gibt viele Organisationen, die sich für Meeresschildkröten einsetzen. Zu den bekanntesten gehören:
Turtle Foundation – in Köln gegründet, schützt Niststrände auf der Kapverden-Insel Boa Vista und in Indonesien.
Sea Turtle Conservancy – eine der ältesten Organisationen, gegründet 1959, aktiv unter anderem in Florida und Tortuguero.
WWF – weltweit bekannt, schützt neben Meeresschildkröten viele weitere bedrohte Arten.
Turtle Conservation Project und Nature Friends of Rekawa – lokale Projekte auf Sri Lanka, die Nester direkt am Strand schützen und ehemalige Eiersammler als Nestwächter beschäftigen.

Ist das Elefantenwaisenhaus Pinnawala ethisch?

Nein, aus Sicht des Tierschutzes eher nicht. Pinnawala wurde 1975 als Waisenhaus gegründet, ist heute aber eine staatliche Zoo-Einrichtung mit der weltweit größten Herde von Elefanten in Gefangenschaft, eigener Zucht und ohne Auswilderung. Kritisiert werden unter anderem Ketten, der Einsatz von Treiberhaken und die Rolle der Tiere als Fotomotiv. Die bessere Wahl ist das Elephant Transit Home am Udawalawe-Nationalpark: Dort werden Waisen seit 1995 für ein Leben in freier Wildbahn aufgezogen und später in Nationalparks ausgewildert, Besucher sehen nur bei den Fütterungen aus der Distanz zu.

Darf man auf Sri Lanka Babyschildkröten freilassen?

Viele Stationen bieten es gegen Aufpreis an, sinnvoll ist es aber nicht. Meeresschildkröten und ihre Eier stehen auf Sri Lanka unter Schutz, das Sammeln der Eier ist verboten. Für die Jungtiere ist jede Stunde im Becken verlorene Energie, und ein Aussetzen am Tag auf heißem Sand macht sie zur leichten Beute. Wenn dir eine Station ein „Freilassen“ gegen Geld verkauft, ist das ein klares Warnsignal. Besser: an einer geführten Nachtwanderung in Rekawa teilnehmen und die Tiere ihren Weg allein finden lassen.

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