Aktualizováno 27.9.2026
Die meisten Inseln, die man von Deutschland aus in vier Flugstunden erreicht, verkaufen sich über ihre Strände. Madeira nicht. Hier stehst du morgens auf einem Grat in fast 1.900 Metern Höhe, unter dir liegt ein Wolkenmeer, aus dem nur die schwarzen Vulkanspitzen ragen. Ein paar Stunden später läufst du durch einen Lorbeerwald, in dem knorrige, jahrhundertealte Bäume aus dem Nebel auftauchen, und abends sitzt du in einem Fischerdorf und isst gegrillten Degenfisch. Wenn du wissen willst, welche Madeira Sehenswürdigkeiten sich lohnen, wenn dich vor allem Berge, Aussichtspunkte und Levadas interessieren, bist du hier richtig.
Madeira Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
- Das größte Erlebnis: der Grat zwischen Pico do Arieiro und Pico Ruivo, am besten zum Sonnenaufgang über den Wolken.
- Auch ohne Wanderschuhe: Cabo Girão, Funchal mit der Seilbahn, Monte Palace und der Aussichtspunkt Balcões.
- Wasser und Norden: die Naturpools von Porto Moniz und Seixal, der Wasserfall Véu da Noiva.
- Die Magie der Insel: der neblige Lorbeerwald von Fanal und die Levadas 25 Fontes und Caldeirão Verde.
- Ohne Mietwagen wird es mühsam, rechne mit etwa 30 bis 50 € pro Tag.
- Neu seit 2026: Für die offiziellen PR-Wanderwege brauchst du eine Online-Reservierung und zahlst eine Gebühr, meist 4,50 €.
Beste Reisezeit und unterwegs mit dem Mietwagen
Von Deutschland aus ist Madeira schnell erreicht: Je nach Saison gibt es Direktflüge nach Funchal unter anderem ab Düsseldorf, München, Hamburg, Hannover und Stuttgart, geflogen wird rund vier Stunden. Welche Verbindung gerade ab deinem Flughafen geht, siehst du im aktuellen Flugplan. Den Beinamen Insel des ewigen Frühlings trägt Madeira zu Recht, übers Jahr liegen die Temperaturen meist zwischen etwa 17 und 25 °C, du kannst also auch im Januar fliegen, wenn es zu Hause grau ist. Zum Wandern und für die Aussichtspunkte sind uns Mai und Juni sowie September und Oktober am liebsten: Es ist warm, die Tage sind lang, und die Gipfel liegen öfter frei. Der Sommer ist am trockensten, im Süden und in Funchal aber auch am vollsten. Der Norden ist grundsätzlich feuchter und grüner als der sonnige Süden, und das Wetter kann sich alle paar Kilometer ändern. Mehr dazu steht in unserem Artikel Madeira Wetter.
Ohne Auto kommst du an die spannendsten Orte nur schwer heran. Busse fahren vor allem die Küste entlang, zu den Aussichtspunkten in den Bergen kommst du damit praktisch nicht. Ein Mietwagen kostet grob 30 bis 50 € pro Tag, für eine Woche solltest du etwa 250 bis 350 € einplanen. Die Straßen sind gut ausgebaut, aber schmal, kurvig und voller Tunnel, wer aus dem Flachland kommt, braucht am ersten Tag gute Nerven. Vom Flughafen nach Funchal fährt der Aerobus, laut aktuellem Tarif kostet die Fahrt beim Fahrer 6,70 € (nur bar), mit vorab aufgeladener Giro-Karte 5,55 €. Ein Taxi liegt bei etwa 35 €.
💡 Tipp: Fahr früh am Morgen in die Berge. Ab zehn oder elf Uhr ziehen meist Wolken über die Grate, und von der großen Aussicht bleibt eine weiße Wand. Zum Pico do Arieiro lohnt es sich, noch im Dunkeln zum Sonnenaufgang zu fahren, zwei Stunden später siehst du dort womöglich gar nichts mehr.
Flüge und Termine vergleichst du über Kayak →. Welche Ecke der Insel sich als Basis eignet, erklären wir im Artikel Madeira wo übernachten.
22 Madeira Sehenswürdigkeiten, die sich wirklich lohnen
Wir haben die Orte so sortiert, dass du sie sinnvoll zu Tagestouren verbinden kannst: von Funchal über die Berge in den Norden und Westen. Zu jedem Ziel steht, was dich erwartet und was es kostet. Eintritte und Parkgebühren ändern sich 2026 teils mitten in der Saison, nimm die Preise als Richtwerte.
1. Funchal: Altstadt, Markthalle, Seilbahn nach Monte und Korbschlitten
Die Hauptstadt ist das Herz der Insel. Fang in der Altstadt (Zona Velha) an, wo in der Rua de Santa Maria fast jede Haustür bemalt ist, geh durch die Markthalle Mercado dos Lavradores mit ihren Bergen exotischer Früchte und wirf einen Blick in die Kathedrale Sé. Danach steigst du in die Seilbahn nach Monte: Die Gondel schwebt über die Dächer der Stadt, unter dir liegt die ganze Bucht. Laut Betreiber kostet die einfache Fahrt 16 €, hin und zurück 22 €. Von Monte kannst du dich im Korbschlitten wieder bergab bringen lassen, zwei Männer in Weiß steuern ihn durch die steilen Gassen. Seit Mai 2026 zahlst du dafür 30 € für eine Person und 40 € zu zweit, die Fahrt dauert rund zehn Minuten.
💡 Tipp: Seilbahn und Korbschlitten sind Klassiker, die Markthalle besuchst du aber besser vormittags, nachmittags packen viele Händler schon zusammen. Und wenn dir jemand Obst zum Probieren anbietet, frag vorher nach dem Preis, der fällt manchmal überraschend hoch aus.
2. Pico do Arieiro und Pico Ruivo: das Dach der Insel
Der Pico do Arieiro (1.818 m) ist der höchste Punkt, den du mit dem Auto erreichst. Schon vom Parkplatz aus hast du das Panorama der Grate vor dir, und nirgends auf Madeira kommst du so leicht zu einem Sonnenaufgang über den Wolken. Von hier startet der berühmte Höhenweg PR1 zum Pico Ruivo (1.862 m), dem höchsten Berg der Insel: rund 7 Kilometer in eine Richtung, hin und zurück vier bis sechs Stunden, mit vielen Stufen, Tunneln und ausgesetzten Stellen. Auf den Pico Ruivo kommst du auch kürzer und entspannter, und zwar vom Parkplatz Achada do Teixeira aus.
💡 Tipp: Nach dem Waldbrand im August 2024 war der PR1 fast zwei Jahre gesperrt und ist erst seit Ende April 2026 wieder offen. Prüf vor der Tour den aktuellen Zustand des Weges und reservier deinen Slot, für den kompletten PR1 zahlst du 10,50 € statt der üblichen 4,50 €. Nimm Stirnlampe, mehrere Schichten und genug Wasser mit, oben ist es deutlich kälter und oft windig.


3. Cabo Girão: Aussichtsplattform mit Glasboden
Mit rund 580 Metern gehört Cabo Girão zu den höchsten Meeresklippen Europas. Oben steht der Skywalk, eine Plattform mit Glasboden, durch den du senkrecht hinunter auf winzige Felder am Meer und die Brandung schaust. Ein kurzer, aber eindrucksvoller Stopp gleich bei Câmara de Lobos und einer der Aussichtspunkte, die fast jeder mitnimmt. Der Eintritt ist inzwischen nicht mehr symbolisch: Erwachsene zahlen 5 €, Kinder bis 12 Jahre kommen gratis hinein, das Ticket gibt es vor Ort oder online über das Regierungsportal SIMplifica. Parkplätze liegen direkt nebenan.
4. Fanal: der neblige Lorbeerwald wie aus einem Märchen
Eine Hochebene auf etwa 1.150 Metern mitten im Lorbeerwald Laurisilva, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Die verdrehten Stinklorbeerbäume sind nach Angaben der Einheimischen teils über 500 Jahre alt. Zieht Nebel auf, und das passiert oft, wird Fanal zu einer geheimnisvollen, fast gespenstischen Kulisse, für die Fotografen extra früh aufstehen. Der Ort selbst kostet nichts, am Waldrand gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz, der sich in der Saison am Vormittag füllt. Von Funchal brauchst du über die Hochebene Paul da Serra gut eine Stunde, eher eineinviertel. Das Wetter ist hier Glückssache, für Nebelstimmung ist der frühe Morgen am besten.
💡 Tipp: In Fanal ist Nebel ausnahmsweise ein Plus, ohne ihn verliert der Wald die Hälfte seines Zaubers. Halt dir im Plan einen flexiblen Tag frei und fahr los, wenn die Vorhersage „bewölkt im Norden“ sagt.

5. Ponta de São Lourenço: die kahle Ostspitze der Insel
Hier zeigt sich ein ganz anderes Madeira: kein Wald, sondern kahle, rostrot gefärbte Vulkanklippen, die ins türkisblaue Meer abfallen. Durch die Landschaft führt der beliebte Wanderweg PR8, hin und zurück etwa 7 Kilometer und zweieinhalb bis drei Stunden, fast ohne Schatten. Für uns einer der fotogensten Spaziergänge der Insel und ein toller Ort für den Sonnenuntergang.
💡 Tipp: Nimm eine Kopfbedeckung und viel Wasser mit, auf dem Kamm gibt es keinen Schutz vor Sonne oder Wind. Als PR-Weg fällt auch der PR8 unter das Reservierungssystem, die Gebühr liegt bei 4,50 €.

6. Porto Moniz: Naturpools im Lavagestein
An der Nordwestspitze der Insel hat die Lava Naturpools in die Küste geformt, in die bei jeder Welle Meerwasser schwappt. Du badest also im Atlantik, bist aber vor der Brandung geschützt. Es gibt zwei Varianten: die kostenlosen Becken beim Restaurant Cachalote und die ausgebaute städtische Anlage mit Duschen und Umkleiden, für die Erwachsene 3 € zahlen. Beim Parken gehen die Angaben auseinander, rechne in der Saison damit, dass die nahen Plätze ab dem späten Vormittag voll sind. Schon die Anfahrt gehört zu den schönsten Abschnitten der Nordküste.
7. Seixal: schwarzer Strand und Pools unter Wasserfällen
Nur ein Stück östlich von Porto Moniz liegt Seixal mit seinem schwarzen Vulkanstrand und weiteren Naturpools, den Poças das Lesmas. Hier blickst du auf grüne Steilwände, von denen nach Regen Wasserfälle herabstürzen. Für den Zugang zu den Pools verlangt die Gemeinde seit 2024 2,50 €, damit werden die Rettungsschwimmer bezahlt. Parkplätze gibt es oberhalb an einer sehr steilen Straße, sie sind schnell belegt. Es ist ruhig hier, deutlich weniger los als rund um Funchal, ein idealer Stopp auf einer Tour durch den Norden.

8. Levadas 25 Fontes und Caldeirão Verde: die bekanntesten Wasserwege
Levadas sind alte Bewässerungskanäle, an denen fast ebene Pfade über die ganze Insel führen, du läufst also neben dem Wasser mitten durch den Wald. Die zwei berühmtesten: 25 Fontes (PR6) in der Gegend von Rabaçal endet an einem Becken, in das unzählige kleine Quellen rinnen (rund 11 Kilometer), und die Levada do Caldeirão Verde (PR9) bringt dich durch mehrere Tunnel zu einem Wasserfall, der in einen grünen Kessel fällt (etwa vier bis fünf Stunden). Für beide brauchst du eine Reservierung.
💡 Tipp: Für den Caldeirão Verde gehört eine Stirnlampe in den Rucksack, der Weg führt durch Tunnel. Und brich zu beiden Levadas früh auf: Die Parkplätze, etwa in Queimadas am Caldeirão Verde, sind in der Saison am Vormittag voll. Es gibt noch viel mehr Levadas als diese zwei, mehr dazu weiter unten.

9. Câmara de Lobos: das Fischerdorf, das Churchill malte
Bunte Fischerboote, steile Gassen und ein Hafen, in den sich Winston Churchill verliebt hat, er kam 1950 zum Malen hierher. Heute ist Câmara de Lobos ein angenehmes Städtchen, um Fisch zu essen und die berühmte Poncha zu probieren, den Inselcocktail aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitrone. Es liegt nur rund 9 Kilometer westlich von Funchal (mit dem Auto etwa eine Viertelstunde) und direkt auf dem Weg zum Cabo Girão, beides lässt sich also gut verbinden. Geparkt wird auf kostenpflichtigen Stellplätzen (etwa 1,50 bis 2 € pro Stunde). In der Saison sind sie schnell belegt, dann stellst du das Auto am Ortsrand ab und gehst zu Fuß hinunter.
10. Curral das Freiras: das Nonnental zwischen steilen Gipfeln
Das Dorf liegt tief unten in einem Talkessel, rundum eingerahmt von steilen Gipfeln. Wie ein Krater sieht er aus, entstanden ist er aber vor allem durch Erosion und Erdrutsche im Vulkangestein. Seinen Namen „Nonnenstall“ verdankt der Ort dem Klarissenkloster von Funchal, dem das Land seit dem späten 15. Jahrhundert gehörte. Als französische Freibeuter 1566 Funchal überfielen, flüchteten die Nonnen hierher. Am schönsten schaust du vom Aussichtspunkt Eira do Serrado hinunter (von Funchal etwa 20 bis 25 Minuten mit dem Auto). Dort gibt es einen kostenlosen Parkplatz, von dem aus du in wenigen Minuten auf die Plattform läufst. Das Tal ist stolz auf seine Esskastanien, probier den Kastanienlikör oder die Kastaniensuppe.
11. Santana: die typischen Dreieckshäuser
Im Norden stößt du auf die Casas de Colmo, winzige bunte Häuschen mit einem Strohdach, das fast bis zum Boden reicht, das Symbol des alten Madeira. Ein paar davon sind für Besucher hergerichtet, und zwar direkt im Zentrum von Santana neben dem Rathaus (Núcleo de Casas Típicas, von außen kostenlos zu besichtigen, geöffnet etwa 9 bis 19 Uhr). Von Funchal fährst du über die Berge rund 45 Minuten. Ein kurzer, aber fotogener Stopp, den du leicht mit dem Pico Ruivo oder der Nordküste kombinierst.

12. Monte Palace: Tropengarten hoch über Funchal
Oberhalb von Funchal, genau dort, wo dich die Seilbahn aus Punkt 1 absetzt, liegt der Monte Palace Tropical Garden: ein Terrassengarten voller Teiche, Wasserfälle, japanischer Ecken und Sammlungen aus aller Welt. Laut offizieller Website zahlen Erwachsene 18 €, Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen nichts. Geöffnet ist täglich, von April bis September 9 bis 19 Uhr, im Winterhalbjahr bis 18 Uhr. Am besten verbindest du den Garten mit Funchal und der Seilbahnfahrt.
13. Ponta do Sol: die sonnigste Ecke der Insel
Ein gemütliches Städtchen im Süden, eingezwängt zwischen Klippen, mit Kieselstrand und dem Ruf, der sonnigste Ort Madeiras zu sein. Es ist eine ruhige Basis für die Westhälfte der Insel (von Funchal über die Schnellstraße knapp eine halbe Stunde, am Strand gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz) und bei digitalen Nomaden beliebt. Durch die Hügel ringsum führt die hübsche Levada do Moinho mit der Levada Nova, die kürzere Runde schaffst du in zwei bis drei Stunden. Ideal für einen langsamen Nachmittag am Meer.
14. Véu da Noiva: der „Brautschleier“ an der Steilküste
Einer der schönsten Wasserfälle des Nordens, der sich über die Klippe hinunter zum Meer zieht. Bequem siehst du ihn vom Aussichtspunkt Miradouro do Véu da Noiva an der Küstenstraße zwischen Seixal und São Vicente: anhalten, Foto machen, weiterfahren. Gleich daneben gibt es meist auch ein Café mit Aussicht.
💡 Tipp: Verwechsle ihn nicht mit der Cascata dos Anjos bei Ponta do Sol, die direkt auf die alte Küstenstraße fällt. Unter ihr durchzufahren ist auch ein Erlebnis, nach starkem Regen ist die Straße aber oft gesperrt.
15. Machico: die erste Siedlung und ein Strand mit hellem Sand
Im Osten liegt Machico, wo die portugiesischen Entdecker 1419 an Land gingen und das später Sitz einer der beiden ersten Kapitanien der Insel wurde. Es hat einen der wenigen Sandstrände mit hellgelbem, importiertem Sand, einen ruhigen alten Ortskern, und die Halbinsel São Lourenço ist nicht weit. Ein guter Stopp auf dem Weg vom Flughafen oder in den Osten der Insel.
16. Balcões und Ribeiro Frio: ein Aussichtspunkt für alle
Wenn du keine anstrengende Tour willst, aber trotzdem eine große Aussicht, ist der Aussichtspunkt Balcões (PR11) ideal. Von Ribeiro Frio läufst du auf einer gemütlichen Levada in etwa 30 Minuten hin (rund 1,5 Kilometer pro Richtung) und blickst dann auf die zentralen Gipfel. In Ribeiro Frio gibt es außerdem alten Lorbeerwald und eine Forellenzucht. Perfekt auch mit Kindern oder älteren Mitreisenden.
17. São Vicente: grünes Tal und Lavahöhlen
Ein hübsches Städtchen im Norden mit weißer Kirche in einem engen, grünen Tal und einer kleinen Kapelle, die direkt in einen Felsen an der Flussmündung gebaut ist. Bekannt ist es vor allem für die Grutas de São Vicente, Lavahöhlen, durch die früher Führungen gingen. Wichtig für 2026: Die Höhlen und das Vulkanzentrum sind seit Jahren auf unbestimmte Zeit geschlossen, nachdem im Gestein Risse entdeckt wurden. Einen Termin für die Wiedereröffnung gibt es bisher nicht, schau vor dem Besuch auf der Website nach. Als Stopp auf der Nordroute lohnt sich São Vicente trotzdem.
18. Ponta do Pargo: der Leuchtturm an der Westspitze
Ganz im Westen steht der Leuchtturm Farol da Ponta do Pargo auf fast 300 Meter hohen Klippen. Es ist still hier, der Blick über den Atlantik ist weit und die Sonnenuntergänge sind großartig. Touristen gibt es wenige, weil die Fahrt von Funchal fast eine Stunde dauert. Passt gut in eine Rundfahrt durch den Westen der Insel.
19. Madeirawein: Verkostung in Funchal
Berühmt geworden ist die Insel auch durch den gleichnamigen Likörwein Madeira, der durch Wärme reift und nach dem Öffnen noch monatelang gut bleibt. Am einfachsten probierst du ihn mitten in Funchal in der historischen Blandy’s Wine Lodge an der Avenida Arriaga. Laut Website kostet die 30-minütige Lodge Tour mit zwei Weinen 17 €, die längere Premium Tour mit drei Weinen 23 €, Führungen gibt es auch auf Deutsch. Probieren kannst du die trockenen Sorten Sercial und Verdelho und die süßen Bual und Malvasia.
💡 Tipp: Madeira gehört zu den wenigen Weinen, denen das Öffnen nicht schadet, deshalb ist er ein praktisches und haltbares Mitbringsel. Eine Flasche bekommst du auch im normalen Supermarkt, für einen Bruchteil dessen, was die Souvenirläden verlangen.
20. Jardim Botânico: der Botanische Garten über Funchal
Neben Monte Palace hat Funchal noch den offiziellen Botanischen Garten (Jardim Botânico da Madeira) am Hang über der Stadt. Geometrische Beete mit Sukkulenten bilden hier bunte Mosaike, dazu kommen eine Sammlung endemischer Pflanzen und ein weiter Blick ins Tal. Seit Januar 2026 kostet der Eintritt 10 €, Kinder von 6 bis 12 Jahren zahlen 3 €, geöffnet ist täglich etwa von 9 bis 18 Uhr. Du kommst mit dem Auto, dem Bus, dem Taxi oder mit der Seilbahn von Monte hierher.
21. Achadas da Cruz: eine der steilsten Seilbahnen Europas
Im Nordwesten, nicht weit von Porto Moniz, fährt eine kleine Seilbahn fast senkrecht die Steilwand hinunter zum Meer. Sie überwindet rund 450 Höhenmeter, am Anfang mit etwa 98 Prozent Steigung, und setzt dich unten auf der Fajã da Quebrada Nova ab, einem schmalen Streifen Felder direkt am Ozean. Eine Fahrt mit Adrenalin, die trotzdem wenig kostet: Laut Gemeinde Porto Moniz zahlst du hin und zurück 5 €, gefahren wird etwa von 8 bis 19 Uhr mit Mittagspause. Oben hast du außerdem einen Aussichtspunkt über die Nordküste.
22. Praia da Calheta: Strand mit goldenem Sand
Natürliche Sandstrände hat Madeira kaum, also hat man im Städtchen Calheta im Südwesten zwei künstlich angelegt, den goldenen Sand hat man aus Marokko und vom portugiesischen Festland herangeschafft. Wellenbrecher schützen die Buchten, das Wasser ist ruhig und auch für Familien mit Kindern geeignet, ringsum gibt es Bars, Restaurants und einen Verleih für Ausrüstung. Ein guter Stopp, wenn du zu Bergen und Levadas auch einen Tag am Meer willst.

Madeira Levadas und Wanderungen: das solltest du wissen
Levadas sind die Spezialität der Insel: ein Netz aus Bewässerungskanälen, deren Bau im 16. Jahrhundert begann, insgesamt mehr als 2.000 Kilometer lang, und an vielen von ihnen entlang führen Wanderpfade. Ein großer Teil ist flach und entspannt, du musst also kein Bergprofi sein, um sie zu genießen. Ein paar Tipps dazu:
- Leichtere Varianten: Balcões (PR11), der erste Abschnitt der Levada do Caldeirão Verde, die Levada do Rei.
- Anspruchsvoller: PR1 Arieiro–Ruivo (Grat, Stufen, Tunnel), PR6 25 Fontes, PR9 Caldeirão Verde auf ganzer Länge.
- Im Rucksack: Stirnlampe (für die Tunnel), Regenjacke, feste Schuhe. Auch im Sommer kannst du in den Bergen nass werden und frieren.
💡 Tipp, wichtig für 2026: Seit dem 1. Januar 2026 brauchst du für die offiziellen, klassifizierten Wanderwege (die PR-Wege, darunter auch die bekanntesten Levadas) eine Reservierung für einen bestimmten Tag und ein 30-minütiges Startfenster, gebucht wird ausschließlich über das regionale Portal SIMplifica. Die Gebühr liegt meist bei 4,50 € pro Person, für den kompletten PR1 bei 10,50 €. Kinder unter 12 Jahren zahlen nichts, müssen aber in der Buchung stehen. Reservier vorab, vor Ort am Wegbeginn lässt sich das nicht nachholen, und bei Kontrollen drohen Bußgelder.

Madeira Sehenswürdigkeiten mit Kindern
Ein klassisches Strandziel ist Madeira nicht, Kindern gefällt es hier trotzdem. Such dir einfach Orte ohne Abgründe und lange Aufstiege aus:
- Funchal: die Seilbahn nach Monte (die Gondelfahrt ist schon ein Erlebnis), die Markthalle mit Obst, die Promenade am Meer.
- Porto Moniz und Seixal: Baden in Naturpools, geschützt vor den Wellen.
- Balcões (PR11): ein kurzer, gemütlicher Spaziergang zum Aussichtspunkt, oft setzen sich dort Vögel auf die Hand.
- Santana: märchenhafte Dreieckshäuser, ein schneller und fotogener Stopp.
- Machico: ein ruhiger Sandstrand, an dem das Wasser langsam tiefer wird.
- Wale und Delfine beobachten: Bootsausflüge ab Funchal oder Machico.
💡 Tipp: Den Höhenweg PR1 und lange Levadas mit Tunneln und Steilhängen hebst du dir mit kleinen Kindern besser für später auf, nimm lieber Balcões oder die Pools. Ausflüge und Tickets kannst du über GetYourGuide → buchen.
Was kostet das? (Budget)
Madeira ist nicht die günstigste Insel, mit etwas Planung bleibt die Reise aber bezahlbar, vor allem, wenn du selbst frühstückst und dich an die Orte hältst, die nichts oder fast nichts kosten. Die größten Posten sind Unterkunft, Mietwagen und Essen, die Eintritte fallen dagegen kaum ins Gewicht.
Ein großer Teil der besten Madeira Sehenswürdigkeiten, die Aussichtspunkte, die Levadas (abgesehen von der PR-Gebühr), die Naturpools beim Cachalote in Porto Moniz oder Fanal, ist kostenlos oder fast kostenlos. Am meisten sparst du beim Essen, wenn du im Supermarkt einkaufst (zum Beispiel bei Continente) und wenigstens das Frühstück in der Unterkunft machst. Unterkünfte vergleichst du über das Angebot in Funchal →.
Wo übernachten auf Madeira?
Die meisten wohnen in Funchal, weil hier die meisten Ausflüge starten, die Auswahl am größten ist und abends etwas los ist. Wer nah an Levadas und Bergen sein will, nimmt Ribeira Brava oder Santana, wer Sonne sucht, fährt in den Süden nach Ponta do Sol oder Calheta.
- Am günstigsten: ein Hostelbett oder eine einfache Pension in Funchal ab etwa 25 bis 45 € pro Person und Nacht.
- Mittelklasse: ein Doppelzimmer im Hotel mit Meerblick ab etwa 80 bis 130 € mit Frühstück.
- Quinta: ein traditionelles Landgut, das zur Unterkunft umgebaut wurde, ein Madeira-Klassiker, etwas teurer.
- Mit Mietwagen: frag nach einem eigenen Parkplatz. Die Straßen in Funchal sind steil und eng, und einen Stellplatz zu finden ist mühsam.
Aktuelle Preise und freie Zimmer vergleichst du über das Unterkunftsangebot auf Madeira. Welche Orte als Basis wofür taugen, steht ausführlich in Madeira wo übernachten.
Wohin als Nächstes
- Was man auf Madeira unternehmen kann
- Portugal Sehenswürdigkeiten
- Madeira Wetter
- Madeira wo übernachten
Wann du welche Wanderung am besten machst, steht in Madeira beste Reisezeit.
Häufige Fragen zu den Madeira Sehenswürdigkeiten
Ausflüge und Tickets auf Madeira
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Funchal: Katamaranfahrt zu Delfinen und Walen
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Preise und Bewertungen sind Richtwerte (Quelle GetYourGuide), die aktuellen siehst du nach dem Klick.
Welche Madeira Sehenswürdigkeiten schaffe ich in wenigen Tagen? Nimm eine Mischung: einen Tag Berge (Pico do Arieiro zum Sonnenaufgang), einen Tag Norden (Porto Moniz, Seixal, Fanal, Wasserfall Véu da Noiva) und einen Tag Funchal mit Seilbahn nach Monte und Cabo Girão. So siehst du Gipfel, Lorbeerwald, Küste und Stadt.
Welche Sehenswürdigkeiten auf Madeira gehen ohne anstrengende Wanderung? Eine ganze Menge: Cabo Girão mit Glasboden, der Aussichtspunkt Balcões (PR11) nach nur 30 Minuten auf bequemem Weg, Funchal und Monte Palace, die Naturpools in Porto Moniz, Santana oder Curral das Freiras vom Aussichtspunkt Eira do Serrado. Große Ausblicke bekommst du hier auch ohne Tagestouren.
Brauche ich auf Madeira einen Mietwagen? Praktisch ja. Busse fahren vor allem an der Küste, zu den Aussichtspunkten in den Bergen und zu den Levadas kommst du damit kaum. Ein Mietwagen kostet grob 30 bis 50 € pro Tag. Rechne mit schmalen, kurvigen Straßen und vielen Tunneln.
Kosten die Levadas auf Madeira Eintritt und muss ich reservieren? Seit dem 1. Januar 2026 ja, und zwar für die offiziellen, klassifizierten PR-Wege, zu denen auch die bekanntesten Levadas gehören. Du buchst vorab online über das Portal SIMplifica einen Tag und ein 30-minütiges Startfenster. Die Gebühr liegt meist bei 4,50 € pro Person, für den kompletten PR1 bei 10,50 €. Kinder unter 12 Jahren zahlen nichts, müssen aber in der Buchung stehen.
Wann ist die beste Reisezeit für Madeira? Für Aussichtspunkte und Wanderungen Mai bis Juni und September bis Oktober: warm, lange Tage und öfter freie Gipfel. Der Sommer ist am trockensten, aber am vollsten. Dank des milden Klimas, nicht umsonst heißt Madeira Insel des ewigen Frühlings, kannst du aber praktisch das ganze Jahr fahren.
Wo sind die schönsten Naturpools auf Madeira? Am bekanntesten sind die Lavapools in Porto Moniz (kostenlos beim Restaurant Cachalote, die städtische Anlage für 3 €) und das ruhigere Seixal mit schwarzem Strand und Pools unter grünen Steilwänden (2,50 €). Beide liegen im Nordwesten der Insel.
Kann man auf Madeira im Meer baden? Eher eingeschränkt, die Küste ist meist felsig und das Meer unruhig. Besser badest du in den Naturpools (Porto Moniz, Seixal) oder an den wenigen Stränden wie Machico (heller, importierter Sand) oder Calheta. Für einen klassischen Strandurlaub mit langen Sandstränden ist Madeira nicht gemacht.
Lohnen sich Seilbahn und Korbschlitten in Monte? Die Seilbahn von Funchal nach Monte auf jeden Fall, die Aussicht auf die Bucht ist großartig (einfach 16 €, hin und zurück 22 €). Die Fahrt im Korbschlitten (30 € für eine Person, 40 € zu zweit) ist eher ein touristischer Klassiker und führt nur über ein kurzes Stück. Sieh sie als Spaß, nicht als Verkehrsmittel.
Was kann man auf Madeira bei Regen machen? Setz auf Programm unter Dach und auf den Süden, wo das Wetter meist besser ist: Funchal (Markthalle, Kathedrale, Museen, Weinprobe bei Blandy’s), Monte Palace oder der neblige Fanal, dem das Wetter sogar guttut. Die Lavahöhlen von São Vicente sind derzeit geschlossen. Im Norden lohnt es sich zu warten, dort wechselt das Wetter schnell.
Wie viele Tage sollte ich für Madeira einplanen? Ideal sind fünf bis sieben Tage. Dann schaffst du Berge, Norden, Westen und Funchal ohne Stress und hast Puffer für Nebeltage, an denen du die Aussichtspunkte verschieben musst. Für die wichtigsten Madeira Sehenswürdigkeiten reichen auch vier Tage, dann wird es aber knapp.
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