Aktualizováno 27.9.2026
Du gehst über einen hellen Strand, bückst dich – und hast plötzlich eine Handvoll Popcorn in der Hand. Nur dass es knirscht, nicht nach Butter riecht und viel älter ist als du. Genau das passiert am Popcorn Beach auf Fuerteventura, der offiziell Playa del Bajo de la Burra heißt und ein paar Kilometer westlich von Corralejo an der Nordküste liegt. Von Weitem wirkt er wie eine ganz normale, etwas steinige Bucht. Aus der Nähe siehst du, dass der Boden nicht aus Sand besteht, sondern aus Millionen kleiner, weißer Knollen. Essen kannst du sie nicht, und Kieselsteine sind es auch nicht. Was steckt dahinter, wie kommst du hin und was solltest du vor Ort unbedingt lassen?
Popcorn Beach Fuerteventura: warum sich der Abstecher lohnt
Zum Baden fährt hier kaum jemand hin. Der Popcorn Beach ist ein Ort zum Schauen und Fotografieren: schwarzes Lavagestein, dazwischen die hellen, fast leuchtenden Knollen und davor der tiefblaue Atlantik, der gegen die Felsen schlägt. Wir waren vor allem vom Kontrast begeistert, der in keinem Reel so richtig rüberkommt. Wenn du es einrichten kannst, komm zum Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang. Dann ist das Licht weich, die Farben werden kräftiger, und du teilst den Strand mit deutlich weniger Leuten als am Mittag.

Was ist das „Popcorn“, das du nicht mitnehmen darfst?
Die Frage stellt sich jeder, der zum ersten Mal hier steht. Die weißen Körnchen sind Rhodolithe, auf Spanisch rodolitos. Das sind Kalkrotalgen, die frei am Meeresboden leben und sich mit einem harten Kalkskelett umgeben. Solange sie leben, sind sie rötlich; sterben sie ab, bleichen sie aus und werden weiß. Wellen und Strömung rollen die verästelten Knollen über lange Zeit hin und her und spülen sie schließlich an Land, wo sie sich zu dem hellen Teppich sammeln, der aussieht, als hätte jemand eine Riesentüte Popcorn ausgekippt. Zu Stein geworden sind sie übrigens nicht, auch wenn man das oft liest: Es ist das Kalkgerüst einer Alge, kein Fossil.
Rhodolithe wachsen extrem langsam. Die Tourismusbehörde der Insel nennt rund einen Millimeter pro Jahr; ein faustgroßes Stück hat also locker ein paar Hundert Jahre auf dem Buckel, manche Rhodolithbänke sind noch viel älter. Im Meer bieten sie kleinen Tieren Unterschlupf und binden Kohlenstoff. Kurz gesagt: Sie sind ein empfindlicher Teil des Ökosystems an der Nordküste und keine Deko.
Bitte keinen einzigen Krümel einstecken
Das Mitnehmen der Rhodolithe ist verboten. Die Gemeinde La Oliva, zu der der Strand gehört, beruft sich dabei auf das Naturerbe-Gesetz, das das Sammeln von Naturelementen und ihre Verwendung als Dekoration untersagt. Wer erwischt wird, riskiert ein Bußgeld; eine feste Summe nennen die offiziellen Stellen allerdings nicht. Wie ernst die Lage ist, zeigen die Zahlen: Laut Gemeinde verschwanden, als der Strand in den sozialen Netzwerken viral ging, über 120 Kilo Rhodolithe in gut einem Monat. Die Umwelteinheit der Lokalpolizei hat Ende 2025 sogar Rhodolithe aus Vorgärten eingesammelt und zurück an die Küste gebracht, und nach einer Aufklärungskampagne haben Leute von der Insel im Frühjahr 2026 mehr als eine Tonne freiwillig zurückgegeben. Spiel also ruhig mit den Füßen im „Popcorn“ und mach dein Foto, aber lass jedes Stück genau da, wo es liegt. Nur so bleibt der Strand für alle, die nach dir kommen, das, was er ist.
TIPP: Du willst von Corralejo aus mit der Fähre rüber auf die Nachbarinsel? Wir haben dir die 20 schönsten Lanzarote Ausflugsziele zusammengestellt.
Wo liegt der Popcorn Beach und wie kommst du hin?
Der offizielle Name ist Playa del Bajo de la Burra, direkt daneben liegt die Playa de El Hierro, unter der die Gemeinde La Oliva den Strand ebenfalls führt. Auf Spanisch hörst du oft auch Playa de las Palomitas. Der Popcorn Beach liegt rund dreieinhalb Kilometer Luftlinie westnordwestlich vom Zentrum von Corralejo, auf halbem Weg zum Fischerdörfchen Majanicho. Aus Deutschland landest du am Flughafen Fuerteventura bei Puerto del Rosario, den viele Airlines direkt ab Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin anfliegen. Vom Flughafen sind es bis zum Strand gut 40 Straßenkilometer, erst über die FV-1 nach Norden durch die Dünen, dann durch Corralejo.
Am einfachsten geht es mit dem Mietwagen. Am Westrand von Corralejo endet der Asphalt, und von dort führt eine unbefestigte Küstenpiste Richtung Majanicho. Nach gut drei Kilometern Schotter bist du am Strand; ab dem Zentrum von Corralejo sind es insgesamt rund fünf Kilometer und etwa zehn Minuten. Ein normaler Kleinwagen schafft das, fahr aber langsam und weich um die Schlaglöcher herum. Viele Vermieter schließen Schäden auf unbefestigten Wegen von der Versicherung aus, schau also vorher in deine Bedingungen. Gib ins Navi am besten direkt „Playa del Bajo de la Burra“ ein, denn manche Apps schicken dich sonst über Lajares und Majanicho einmal außen herum.
Geparkt wird direkt am Strand auf einer freien, unbefestigten Fläche an der Piste, Gebühren gibt es keine. Zur Mittagszeit und am Wochenende kann es dort eng werden. Stell dich nur auf bereits befahrene Stellen und nicht in die Randbereiche. Ein Bus fährt nicht bis zum Strand. Ohne Auto nimmst du den Bus bis Corralejo und gehst von dort zu Fuß die Küste entlang: knapp fünf Kilometer pro Richtung, rechne mit einer guten Stunde. Schatten gibt es unterwegs keinen, und der Weg führt teils über Geröll, also lieber feste Schuhe statt Flip-Flops.

Wann du zum Popcorn Beach fahren solltest und was dich vor Ort erwartet
Der Norden der Insel ist windiger als die geschützten Buchten im Süden, und die Wellen fallen hier oft deutlich höher aus. Rechne nicht mit Infrastruktur: keine Bar, keine Liegen, keine Duschen, keine Rettungsschwimmer. Nimm dir also Wasser, einen kleinen Snack und Sonnencreme mit. Zum Baden ist der Popcorn Beach eigentlich nicht gemacht, der Einstieg ist steinig, und vor Ort warnen Schilder vor Strömung und Felsen unter der Wasserlinie. Komm lieber für einen Spaziergang, den Blick aufs Meer und Fotos. Am schönsten ist es früh am Morgen und in der Stunde vor Sonnenuntergang, wenn das tiefe Licht die weißen Rhodolithe regelrecht aufleuchten lässt.
TIPP: Wenn du von Corralejo aus einen Tag auf Lanzarote verbringst, plan den Timanfaya Nationalpark mit ein. Wie du hinkommst und was du dort nicht verpassen solltest, steht in unserem Artikel.
Was du rund um den Popcorn Beach auf Fuerteventura unternehmen kannst
Wer nach Fuerteventura fliegt, landet früher oder später in Corralejo ganz im Norden. Dort gibt es schöne Strände, eine gute Infrastruktur und Wellen zum Surfen. Und was lässt sich rund um Corralejo und den Popcorn Beach sonst noch machen? Das hier haben wir abgefahren, und es hat uns richtig gut gefallen:
- Direkt von der Playa del Bajo de la Burra aus kannst du die Küste entlang zu weiteren „Popcorn“-Buchten Richtung Majanicho laufen, einem kleinen Fischerdorf, das wirkt, als wäre die Zeit dort stehen geblieben.
- Corralejo liegt gleich um die Ecke: der alte Ortskern am Hafen, jede Menge Restaurants und vor allem der Naturpark Dunas de Corralejo, ein riesiges Dünenfeld mit türkisfarbener Küste, das zu den schönsten Ecken der Insel gehört.
- Vom Hafen in Corralejo fährst du mit dem Boot auf die Isla de Lobos mit leichten Wanderwegen und Ausblicken auf Fuerteventura und Lanzarote. Für die Insel brauchst du vorab eine kostenlose Besuchsgenehmigung, die du online über das Portal LobosPass des Cabildo beantragst.
- Wenn du auch einen Vulkan hochsteigen willst, lohnt sich die kurze Wanderung auf den Calderón Hondo bei Lajares. Oben schaust du in einen Krater und hast den ganzen Norden der Insel vor dir liegen.
- Surfst oder kitest du, bietet die Nordküste zwischen El Cotillo und Corralejo je nach Wind richtig gute Bedingungen.
TIPP: Wenn dir der Popcorn Beach gefallen hat, fahr auch in den wilden Südwesten: Wie du ohne Geländewagen zum Cofete Strand kommst, haben wir separat aufgeschrieben.
Übernachten in der Nähe vom Popcorn Beach
Die beste Basis für den Popcorn Beach ist Corralejo : Du bist in ein paar Minuten am Strand und hast trotzdem alles, was du brauchst. Wenn es etwas ruhiger sein darf, bist du nach einer knappen halben Stunde Fahrt in El Cotillo, wo die Abende entspannter sind und die Wellen gut. Für ein kleines Budget reicht eine einfache Pension oder ein Apartment im Zentrum von Corralejo; wenn du dir etwas gönnen willst, nimm ein Hotel mit Meerblick am südlichen Ortsrand.

🏠 UNTERKUNFTSTIPP: In Corralejo haben wir in einem tollen Dachapartment namens Falco 3 gewohnt. Es war nicht nur super ausgestattet, sondern hatte auch einen luxuriösen Whirlpool auf der Dachterrasse, den wir während des Aufenthalts nutzen konnten.
Aktuelle Preise und freie Zimmer vergleichst du über unser Unterkunftsangebot in Corralejo.
Was du zum Popcorn Beach mitnehmen solltest
Im Norden weht fast immer Wind, eine Windjacke ist auch im Sommer keine schlechte Idee, vor allem direkt am Wasser. Halte dich an das Sammelverbot für Rhodolithe: Jedes Stück, das in einer Tasche landet, fehlt dem Strand für immer, ganz abgesehen vom Bußgeld. Park nur auf den bereits befahrenen Flächen und fahr auf dem Schotter langsam; die kleinen „Popcorn“-Knollen verstecken sich leicht im Staub, und es ist kein schönes Gefühl, sie mit den Reifen zu zermahlen. Handyempfang hast du meistens, eine Offline-Karte herunterzuladen lohnt sich trotzdem.
TIPP: Schau vor dem Ausflug auf die Wind- und Wellenvorhersage. An Tagen mit starkem Nordwind und hohem Swell spritzt die Gischt bis weit auf den Strand, dann bleibst du besser oben auf den Felsen und hältst Abstand zur Wasserlinie.
Popcorn Beach Fuerteventura: häufige Fragen (FAQ)
Was du sonst noch auf der Insel sehen solltest, steht in Fuerteventura Sehenswürdigkeiten, und wann Wind und Wellen am ruhigsten sind, in Fuerteventura Wetter.
Wo liegt der Popcorn Beach auf Fuerteventura?
Der Popcorn Beach heißt offiziell Playa del Bajo de la Burra und liegt an der Nordküste von Fuerteventura in der Gemeinde La Oliva, rund dreieinhalb Kilometer Luftlinie westnordwestlich von Corralejo, auf dem Weg zum Fischerdorf Majanicho. Direkt daneben liegt die Playa de El Hierro. Ins Navi gibst du am besten „Playa del Bajo de la Burra“ ein.
Wie komme ich zum Popcorn Beach?
Am einfachsten mit dem Mietwagen: Am Westrand von Corralejo endet der Asphalt, von dort geht es gut drei Kilometer über eine unbefestigte Küstenpiste Richtung Majanicho bis zum Strand. Ab dem Zentrum von Corralejo sind es rund fünf Kilometer und etwa zehn Minuten. Ein normales Auto reicht, fahr aber langsam und prüf vorher, ob deine Mietwagenversicherung Schotterpisten abdeckt.
Wo kann man am Popcorn Beach parken?
Direkt am Strand gibt es eine freie, unbefestigte Parkfläche an der Piste, Gebühren fallen keine an. Mittags und am Wochenende wird es voll. Stell dich nur auf bereits befahrene Stellen, damit keine Rhodolithe unter die Reifen geraten.
Kommt man ohne Auto zum Popcorn Beach?
Ein Bus fährt nicht bis zum Strand. Du kannst aber mit dem Bus nach Corralejo fahren und von dort zu Fuß die Küste entlang laufen: knapp fünf Kilometer pro Richtung, rechne mit einer guten Stunde. Nimm feste Schuhe, Wasser und Sonnenschutz mit, Schatten gibt es unterwegs keinen.
Was ist das Popcorn am Popcorn Beach?
Die weißen Knollen sind Rhodolithe: Kalkrotalgen, die frei am Meeresboden leben und ein hartes Kalkskelett bilden. Lebend sind sie rötlich, abgestorben bleichen sie weiß aus. Brandung und Strömung rollen sie rund und spülen sie an Land. Sie wachsen nur etwa einen Millimeter pro Jahr, ein größeres Stück ist also mehrere Hundert Jahre alt.
Darf man Popcorn vom Popcorn Beach mitnehmen?
Nein. Das Sammeln der Rhodolithe verbietet das Naturerbe-Gesetz, auf das sich die Gemeinde La Oliva beruft, und es drohen Bußgelder. Schon in gut einem Monat verschwanden laut Gemeinde über 120 Kilo, weshalb es inzwischen Aufklärungskampagnen gibt und die Lokalpolizei gesammelte Rhodolithe zurück an die Küste bringt. Fotos ja, Souvenirs nein.
Kann man am Popcorn Beach baden?
Möglich ist es, aber zum entspannten Schwimmen ist der Strand nicht gemacht: Der Einstieg ist steinig, die Wellen sind oft hoch, und Schilder warnen vor Strömung und Felsen unter der Wasserlinie. Rettungsschwimmer gibt es keine. Die meisten kommen zum Schauen und Fotografieren, zum Baden fährst du besser an die Strände in den Dünen von Corralejo.
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