Aktualizováno 24.9.2026
Früh um sechs auf der Lysá hora: Unter dir liegt eine weiße Decke, aus der nur noch der Rücken des Radhošť und ein paar Fichtenspitzen herausragen, und im Südosten zeichnet sich die Hohe Tatra gegen den Himmel ab. Für genau solche Momente fahren wir in die tschechischen Beskiden. In diesem Artikel geht es nicht um jede Sehenswürdigkeit der Region, sondern um die schönsten Orte in den Beskiden: Plätze, an denen du stehen bleibst, die Kamera hebst und für einen Moment vergisst, wie früh der Wecker geklingelt hat.
Die schönsten Orte in den Beskiden auf einen Blick
- Viel Wow mit wenig Anstrengung: Pustevny mit den Holzbauten Maměnka und Libušín, die Radegast-Statue, der Soláň.
- Sonnenaufgang über dem Nebelmeer: Lysá hora, Velký Javorník, das Glockentürmchen auf Horečky.
- Wasser und Felsen: Satina-Wasserfälle, Stauseen Šance und Morávka, Pulčínské skály und Čertovy skály.
- Holzarchitektur: die Holzkirchen in Bílá und auf dem Gruň, Glockentürmchen auf den Kämmen.
- Beste Reisezeit: Ende September bis Mitte Oktober (Nebel und Herbstfarben) und der erste Schnee im Januar.
- Aussichtstürme für Fotos: Velký Javorník, Súkenická auf dem Čarták bei der Bumbálka, Miloňová, Bílá hora.
- Geschichte und Burgen: Štramberk, die Burgruine Hukvaldy, Brumov, Lukov und die Burgstelle Rožnov.
- Bei schlechtem Wetter: Walachisches Freilichtmuseum in Rožnov, Tatra-Museum in Kopřivnice, die Schlösser Vizovice und Vsetín.
Die schönsten Orte in den Beskiden: wann sie am schönsten sind
Wer nur im Hochsommer kommt, sieht die Beskiden grün und oft ein wenig diesig. Die Landschaft zeigt sich erst dann von ihrer fotogensten Seite, wenn Ende September und Anfang Oktober die Buchen rot und golden werden und sich morgens die Täler mit Inversionsnebel füllen. Dann ragen die Kämme wie Inseln aus einem Meer aus Watte, und selbst ein unscheinbarer Hügel wird zum Aussichtspunkt.
Die zweite große Zeit beginnt im Januar und Februar, sobald richtig Schnee liegt. Die verschneite Kapelle auf dem Radhošť, Raureif am Geländer des Baumwipfelpfads Valaška oder der zugefrorene Stausee Šance sehen dann völlig anders aus als im Sommer. Und der Mai hat seinen eigenen Reiz: sattgrüne Wiesen und Wege, auf denen du noch fast allein unterwegs bist.
Die Beskiden liegen ganz im Osten Tschechiens, zwischen Ostrava und der slowakischen Grenze. Mit dem Auto sind es bis Pustevny von Dresden rund 480 Kilometer (gut fünfeinhalb Stunden), von Leipzig knapp 590, von Berlin rund 640 und von München gut 700 Kilometer. Für die tschechischen Autobahnen brauchst du eine digitale Vignette. Wer nur ein Wochenende hat, sollte deshalb lieber einen langen Aufenthalt mit mehreren Morgenstunden auf dem Kamm planen als einen Tagesausflug. Einen breiteren Überblick über Museen, Städte und Ausflugsziele der Region findest du in unserem Artikel über die Sehenswürdigkeiten der Beskiden in Tschechien, die polnische Seite des Gebirges beschreiben wir unter Beskiden Polen.
💡 Tipp: Inversionen kannst du vorhersehen. Wenn es in Ostrava und Frýdek-Místek grau, feucht und windstill ist, liegt über etwa 900 Metern oft strahlender Himmel und unter dir das Nebelmeer. Schau dir am Vorabend die Wolkenvorhersage an und brich noch im Dunkeln zum Kamm auf.

Die 24 schönsten Orte in den Beskiden im Überblick
Unsere 24 Orte haben wir so sortiert, dass du sie zu Runden verbinden kannst. Zuerst kommen die bequem erreichbaren Klassiker rund um Pustevny und den Radhošť, dann Gipfel und Wasser, danach die weiter entfernten Felsen, Holzkirchen, Burgen und Museen.
1. Pustevny: Maměnka und Libušín
Der Sattel Pustevny auf 1.018 Metern ist der bekannteste Ort der Beskiden und hat die fotogensten Gebäude im ganzen Gebirge. Die Holzhäuser Maměnka und Libušín entwarf der Architekt Dušan Jurkovič Ende des 19. Jahrhunderts: geschnitzte Giebel, rote Details, walachische Ornamente, ein bisschen Märchen und ein bisschen Jugendstil. Libušín brannte im März 2014 fast vollständig aus, wurde originalgetreu wiederaufgebaut und ist seit 2020 wieder geöffnet. Hinauf bringt dich ein Zweier-Sessellift aus Trojanovice, der auch im Sommer fährt, oder du fährst mit dem Auto über Prostřední Bečva bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz direkt am Sattel. Ein idealer Start also, auch wenn du keine großen Touren gehen willst.
💡 Fototipp: Die Maměnka fotografierst du am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag, bevor oder nachdem die Tagesgäste da sind. Das schönste Licht auf dem Holz ist warm und schräg, also direkt nach Betriebsbeginn des Sessellifts oder ab etwa vier Uhr nachmittags.
2. Die Radegast-Statue
Auf halbem Weg zwischen Pustevny und dem Radhošť steht das berühmteste Fotomotiv der Beskiden: die Steinstatue des slawischen Gottes Radegast nach einem Entwurf des Bildhauers Albín Polášek. Kaum ein Objekt im Gebirge wird öfter fotografiert. Von Pustevny sind es auf dem bequemen Kammweg rund zwei Kilometer, also gut eine halbe Stunde zu Fuß. Die Figur vor Kämmen und Himmel ist ein Klassiker, der immer funktioniert. Und falls dir der Name bekannt vorkommt: Nach ihm heißt auch eine der bekanntesten tschechischen Biermarken.
3. Lysá hora bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang
Mit 1.324 Metern ist die Lysá hora der höchste Gipfel der tschechischen Beskiden und die beste Adresse für Inversionen. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zur slowakischen Hohen Tatra und zum Altvatergebirge (Jeseníky). Der Aufstieg ist anstrengender, als die Höhe vermuten lässt: Von Ostravice sind es knapp 900 Höhenmeter, von Malenovice fast 800, und selbst vom hoch gelegenen Parkplatz Visalaje noch gut 500. Die Aussicht belohnt dich trotzdem für jeden Meter, und oben gibt es mehrere Berghütten und einen Imbiss, in denen du dich aufwärmen kannst. Du kannst auch zum Sonnenuntergang aufsteigen, oben übernachten und den Sonnenaufgang gleich mitnehmen. Zelten ist allerdings nur auf dem offiziellen Notbiwakplatz unter der Bezruč-Hütte erlaubt, und zwar für eine Nacht zwischen 18 und 9 Uhr, ohne Feuer.

💡 Fototipp: Geh im Dunkeln mit Stirnlampe los und plane so, dass du 20 bis 30 Minuten vor Sonnenaufgang oben bist. Das beste Licht hält nur wenige Minuten nach der Dämmerung, dann steigt die Sonne höher und der Nebel beginnt sich zu heben.
4. Baumwipfelpfad Stezka Valaška
Der Baumwipfelpfad liegt ein paar Hundert Meter von der Bergstation des Sessellifts auf Pustevny entfernt, unterhalb des Gipfels Tanečnice. Er führt knapp 400 Meter auf Stegen durch den Wald und endet an einem 22 Meter hohen, stufenförmigen Holzturm, auf dem sich der Weg noch einmal gut 200 Meter nach oben windet. Von oben blickst du auf den Kamm mit dem Radhošť und hinunter ins Tal, dazu gibt es einen gläsernen Skywalk und eine Hängebrücke. Für Kinder ist das ein Abenteuer, für Fotografen ein schöner Blick von oben auf die Baumkronen, besonders im Herbst, wenn der Wald bunt ist.
5. Radhošť und die Kapelle der Heiligen Kyrill und Method
Der Radhošť (1.129 m) ist der heilige Berg der Beskiden. Auf dem Gipfel stehen die hölzerne Kapelle der Heiligen Kyrill und Method von 1898 und eine Statuengruppe der beiden Slawenapostel. Vom Radegast führt der Kammweg ohne große Steigung hierher, und die Kapelle unter frischem Schnee gehört zu den schönsten Winterbildern im ganzen Gebirge. Gleich daneben steht eine Berghütte, in der du dich vor dem Wind verstecken kannst.
6. Die Satina-Wasserfälle
Die bekanntesten Wasserfälle der Beskiden verstecken sich in einer felsigen Schlucht des Baches Satina oberhalb von Malenovice, am Fuß der Lysá hora. Groß sind sie nicht, aber der ganze Winkel mit Moos, Wurzeln und kleinen Kaskaden hat eine wunderbar verwunschene Atmosphäre und ist vor allem leicht zu erreichen. Am meisten Wasser führen sie nach Regen und im Frühjahr zur Schneeschmelze. Los geht es am Parkplatz am oberen Ende von Malenovice, dann folgst du der gelben Markierung, bis nach gut einem Kilometer der kurze Abstecher in die Schlucht abzweigt. Hin und zurück sind es knapp drei Kilometer.
7. Mazácký Grúnik und die Mazák-Felsen
Ein weniger bekannter Aussichtspunkt am Südwesthang der Lysá hora oberhalb von Ostravice, den du über die Oberen und Unteren Mazák-Felsen (Horní a Dolní mazácké skály) erreichst. Von diesen Felsköpfen hast du einen der schönsten Blicke hinunter ins Tal der Ostravice und hinüber auf den gegenüberliegenden Smrk, und es ist hier deutlich ruhiger als auf den Hauptwegen. Rund um den Aussichtspunkt liegt ein Naturreservat mit urwaldartigem Tannen-Buchen-Wald, bleib also auf den markierten Wegen.
8. Smrk und die Wasserfälle des Bučací potok
Der Smrk (1.276 m) ist der zweithöchste Berg der Beskiden und hat den Ruf, einen der steilsten Aufstiege im ganzen Gebirge zu haben. Von Ostravice aus lohnt sich unterwegs ein Abstecher zu den Bučací-Wasserfällen in einem Kessel an der Nordflanke: Die ganze Kaskade ist rund 40 Meter hoch, direkt am markierten Gipfelweg liegt sie aber nicht, sondern ein Stück abseits an einem Forstweg. Der Smrk ist wilder und stiller als das touristische Pustevny, hier suchst du Landschaft und Einsamkeit.

9. Velký Javorník
Der höchste Gipfel der Veřovické vrchy (918 m) trägt einen 26 Meter hohen Holzaussichtsturm von 2013 und eine Berghütte. Der Aufstieg ist leicht, und von oben hast du den ganzen Hauptkamm der Beskiden mit Radhošť und Lysá hora wie auf dem Präsentierteller vor dir. Weil er so gut erreichbar ist, ist der Velký Javorník ideal für den Sonnenuntergang, wenn du nicht den ganzen Tag auf Tour sein willst.
10. Štramberk und der Turm Trúba
Das Städtchen am Fuß der Beskiden steht als Ganzes unter Denkmalschutz und wird wegen seiner an den Hang geschmiegten Holzhäuschen „mährisches Bethlehem“ genannt. Darüber ragt der runde Turm Trúba auf, das markanteste Überbleibsel der mittelalterlichen Burg. Vom Umgang oben siehst du über das ganze Städtchen und die umliegenden Hügel. Und ja, hier werden die berühmten Štramberské uši gebacken, süße Lebkuchen-Hörnchen in Form von Ohren, die du unbedingt probieren solltest.

11. Die Stauseen Šance und Morávka
Zwei Stauseen, die sich an einem ruhigen Morgen in perfekte Spiegel verwandeln. Šance im Tal der Ostravice hat einen gepflegten Bereich mit Bänken und Parkplatz, Morávka ist kleiner und wilder. An beiden spiegeln sich die bewaldeten Hänge im Wasser, am besten bei Windstille und früh am Tag. Zur Staumauer der Šance fährst du mit dem Auto auf der Straße von Ostravice Richtung Bílá und parkst ein paar Meter vom Damm entfernt. Die Morávka liegt ein Stück weiter nordöstlich, jenseits des Massivs der Lysá hora, und am einfachsten erreichst du sie mit dem Auto über den gleichnamigen Ort.
12. Kněhyně und Čertův mlýn (Höhle)
Das Nationale Naturreservat zwischen Kněhyně und Čertův mlýn verbirgt die pseudokarstische Kněhyně-Höhle und merkwürdige Felsformationen, darunter den „Čertův stůl“ (Teufelstisch), eine tonnenschwere Steinplatte auf kleineren Blöcken, knapp hundert Meter südlich des Gipfels Čertův mlýn. Die Höhle ist verschlossen, weil sie ein wichtiges Winterquartier für Fledermäuse ist. Das wilde Reservat mit Blockfeldern und altem Wald ist aber ein Traum, wenn du geheimnisvolle Stimmung magst. Wichtig: Auf den Gipfel der Kněhyně selbst führt seit Jahren kein markierter Weg mehr, und im Reservat darfst du dich nur auf markierten Wegen bewegen. Lass die Kněhyně also aus und steig auf den Čertův mlýn (1.206 m): Vom Sattel Pustevny bist du auf markiertem Weg in etwa anderthalb Stunden oben.
13. Aussichtstürme und Aussichtspunkte in den Beskiden
Die Beskiden sind mit Aussichtstürmen regelrecht übersät, und jeder zeigt dir einen anderen Ausschnitt der Landschaft. Zu den schönsten gehören:
- Súkenická auf dem Čarták (952 m), gut einen Kilometer vom Grenzübergang Bumbálka, mit Blick auf den Hauptkamm direkt an der slowakischen Grenze.
- Miloňová (846 m) über Velké Karlovice, ein 24 Meter hoher Holzturm mit Schindeldach und der walachischen Landschaft zu deinen Füßen.
- Soláň, der „Berg der Maler“ mit offenen Wiesen statt Turm und weitem Blick auf die Vsetínské vrchy und die Javorníky. Nicht verwechseln: Das Berghotel Čarták auf dem Soláň ist ein Hotel, kein Aussichtsturm.
- Jurkovič-Aussichtsturm über Rožnov, ein architektonisches Juwel nach Motiven von Dušan Jurkovič.
- Bílá hora zwischen Štramberk und Kopřivnice, ein 43 Meter hoher Turm in Form einer DNA-Spirale mit Aussichtsplattform in 26 Metern Höhe.
- Panorama auf der Kabátice bei Chlebovice, ein Stahlturm mit Blick auf den Stausee Olešná und Frýdek-Místek.
- Bezručova vyhlídka über Kopřivnice, eine 13 Meter hohe Holzaussicht auf dem Kamm der Brdy. Achtung: Sie ist seit Juli 2024 aus Sicherheitsgründen gesperrt, eine Sanierung ist geplant.
- Aussicht Malenovice, eine hölzerne Terrasse mit zwei Stegen an der Wallfahrtskirche des heiligen Ignatius von Loyola, mit Blick auf die Beskidengipfel.
Auf den meistbesuchten Turm, den Aussichtsturm auf dem Velký Javorník, kommst du nicht mit dem Auto. Du parkst in Bordovice oder in Veřovice am Fußballplatz und gehst in etwa einer Stunde auf markiertem Weg hinauf (vom Parkplatz Pod Javorníkem bei Frenštát sind es rund 3,8 Kilometer).
14. Velké Karlovice und der Soláň
Hier schlägt das Herz der Walachei. Der Soláň ist ein Hügel mit hölzernem Glockentürmchen, geschnitzten Figuren und einer kleinen Galerie, der seit jeher Maler angezogen hat. Velké Karlovice darunter ist ein weit verstreutes Bergdorf mit Wiesen und Holzhäusern, in dem die Landschaft weiche, malerische Linien hat. Wenn du die walachische Postkartenidylle suchst, bist du hier richtig.
15. Die Holzkirchen in Bílá und auf dem Gruň
Die hölzerne Sakralarchitektur der Beskiden ist ein Kapitel für sich. Im Dorf Bílá steht die Kirche des heiligen Friedrich (sv. Bedřich) mit Schindeldach, die an eine nordische Stabkirche erinnert. Auf dem Gruň, einem Weiler von Staré Hamry, findest du in einsamer Berglage die Holzkirche Maria Hilfe der Christen. Beide sehen am schönsten aus, wenn Schnee auf den Dächern liegt oder der Herbstwald sie einrahmt. Zu beiden kommst du mit dem Auto: Bílá liegt im obersten Tal der Ostravice, von hier sind es auf der Straße rund zehn Kilometer zum Gruň. Ins Innere kommst du nur zu Gottesdiensten, Konzerten oder besonderen Öffnungszeiten, prüf die aktuellen Zeiten also vorher.
Außerdem gibt es in der Gegend viele schöne Holzchalets, in denen du übernachten kannst (wie auf dem Foto).

16. Pulčínské skály und Čertovy skály
Ganz im Süden, schon im benachbarten Gebirge Javorníky, warten Felsenstädte. Die Pulčínské skály gelten als größte Felsenstadt im mährischen Teil der Javorníky: ein Labyrinth aus Sandsteinblöcken, die Felsgruppe Zámčisko und Reste einer Felsenburg. Die nahen Čertovy skály (Teufelsfelsen) bei Lidečko bilden eine mächtige Sandsteinwand, rund 150 Meter lang und bis zu 25 Meter hoch, an der auch Kletterer üben. Für Fotos von Fels und Wald ist weiches Licht im Nebel ideal. Die Teufelsfelsen stehen direkt am Nordrand von Lidečko, parken kannst du unterhalb. Zu den Pulčínské skály fährst du bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz am Ortsrand von Pulčín und gehst von dort auf der roten und dann blauen Markierung, die ganze Runde durch die Felsenstadt ist rund vier Kilometer lang.
17. Das Glockentürmchen auf Horečky und die Glockentürme der Beskiden
Über Frenštát pod Radhoštěm steht auf dem kleinen Rücken Horečky ein zierliches hölzernes Glockentürmchen, ein Kultort für den Sonnenuntergang mit Blick auf die Stadt und die Kämme dahinter. Ähnliche Türmchen findest du auch hinter der Miloňová oder auf dem Soláň. Sie alle machen aus einer gewöhnlichen Aussicht ein poetisches Bild mit Vordergrund.
18. Bílý Kříž und der Grenzkamm
Der Bergsattel an der tschechisch-slowakischen Grenze mit ein paar Hütten und Blick auf die Lysá hora und die Gipfel der Javorníky. Von hier führt die rote Markierung als Kammweg entlang der Grenze bis zur Bumbálka, eine der schönsten Wanderungen an der Grenze: offene Wiesen, weite Blicke und Ruhe, weit weg vom Trubel auf Pustevny. Mit dem eigenen Auto kommst du nicht hinauf, die Zufahrt ist für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Am nächsten parkst du in Visalaje und gehst von dort auf der blauen Markierung zu Fuß oder fährst mit dem Rad (etwa eine Stunde).
19. Walachisches Freilichtmuseum in Rožnov
Eines der ältesten Freilichtmuseen Mitteleuropas, gegründet 1925, das größte seiner Art in Tschechien und einer der meistbesuchten Orte der Walachei. Es besteht aus drei Arealen: dem Holzstädtchen (Dřevěné městečko), dem Mühlental (Mlýnská dolina) und dem Walachischen Dorf (Valašská dědina), in denen Blockhäuser, Mühlen und altes Handwerk lebendig werden. Am schönsten ist es im Herbst, wenn bunter Wald die Schindeldächer einrahmt, und im Advent, wenn die Weihnachtsbeleuchtung angeht. Es liegt mitten in Rožnov pod Radhoštěm und lässt sich gut mit einem Ausflug nach Pustevny verbinden.
20. Burgruine Hukvaldy
Eine der größten Burgruinen Mährens thront auf einem Hügel über dem Geburtsort des Komponisten Leoš Janáček, der Mauerring ist über einen Kilometer lang. Unterhalb der Burg liegt ein Wildgehege mit Damhirschen und Mufflons und die bekannte Bronzestatue der Füchsin Schlaukopf aus Janáčeks Oper. Die weitläufigen Mauern und Basteien besichtigst du von April bis Oktober mit einer Eintrittskarte, vom Burgturm hast du einen schönen Blick über das Vorland bis zu den Beskidenkämmen. Am besten verbindest du einen Spaziergang durch das Wildgehege mit dem Burgbesuch.
21. Burgen und Ruinen in den Beskiden und der Walachei
Rund um die Beskiden und in der Walachei verstecken sich viele wenig bekannte Burgruinen, die vor allem Geschichtsfans und Liebhaber ruhiger Ausflüge schätzen:
- Burg Brumov, einst eine königliche Burg über der Stadt Brumov-Bylnice im Süden der Walachei.
- Ruine Lukov, eine weitläufige Burg in den Hostýnské vrchy unweit von Zlín.
- Felsenburg Čeladná auf dem Kozinec, Reste einer kleinen Wachburg auf einem schmalen Felsgrat südlich von Čeladná.
- Ruine Klenov, Überreste einer Burg auf dem Felsgipfel Zámčisko im Bezirk Vsetín, nahe dem Stausee Bystřička.
- Ruine Šostýn, Wälle und Mauerreste über Kopřivnice.
- Burg Rožnov, Umfassungswälle auf dem Hügel Hradisko direkt über Rožnov pod Radhoštěm.
Die meisten sind frei zugänglich. Rechne eher mit einem kurzen Spaziergang durch den Wald als mit monumentalen Ruinen.
22. Schlösser in der Walachei: Vizovice und Vsetín
Für ein bisschen walachische Noblesse fährst du zu zwei Schlössern. Das barocke Schloss Vizovice gehört architektonisch zu den stilreinsten in Mähren, mit reich ausgestatteten Innenräumen und Garten, und die Stadt ist für ihren Slivovitz berühmt. Im Schloss Vsetín über der Stadt sitzt heute das Museum der Region Walachei mit einer Ausstellung über das Leben in der Gegend und einem Aussichtsturm. Beide passen gut in einen Regentag, an dem die Kämme nicht locken.
23. Museen und Heimatmuseen in den Beskiden
Wenn das Wetter nicht mitspielt, haben die Beskiden auch ein paar richtig gute Museen:
- Tatra-Museum in Kopřivnice, eine Sammlung legendärer Personen- und Rennwagen des traditionsreichen Autoherstellers.
- Zdeněk-Burian-Museum in Štramberk, Werke des weltbekannten Malers der Urzeit und der Abenteuerromane.
- Ethnografisches Museum im MUZ-IC in Bystřice, eine Ausstellung über das traditionelle Leben in den Schlesischen Beskiden (Těšínské Beskydy).
Bei kleineren Museen prüfst du die Öffnungszeiten am besten vorher.
24. Kletterparks und Erlebnisse für die ganze Familie
Mit Kindern oder wenn du Adrenalin suchst, lohnt sich einer der Seilgärten in den Beskiden:
- Tarzanie in Trojanovice-Ráztoka, der größte Berg-Kletterpark Tschechiens, direkt unterhalb der Talstation des Sessellifts nach Pustevny.
- GibonPark in Rožnov pod Radhoštěm, Seilparcours und Freizeitgelände in einem Waldpark.
- Achtung bei älteren Tipps: Das Seillabyrinth Opičárna in Ostravice ist seit 2024 geschlossen, auch wenn es in manchen Reiseführern noch auftaucht.
- Ptačí ráj in Velké Karlovice (Vogelparadies), eine Kinderwelt in den Baumkronen beim Grandhotel Tatra.
Sie sind die ideale Ergänzung zu einer Wanderung, wenn du mit der Familie in die Berge fährst.
Die schönsten Aussichtspunkte und Fotospots
Wenn du wenig Zeit hast und auf Nummer sicher gehen willst, setz auf diese Plätze:
- Lysá hora in der Morgendämmerung, die zuverlässigste Inversion und die größte Fernsicht (Tatra, Altvatergebirge).
- Medvědí skála und die Mazák-Felsen, ein dramatischer Blick ins Tal der Ostravice auf das Massiv des Smrk.
- Baumwipfelpfad Valaška, der Blick von oben auf die bunten Baumkronen.
- Glockentürmchen auf Horečky, Sonnenuntergang mit hölzernem Vordergrund.
- Aussichtsturm Velký Javorník, der ganze Beskidenkamm in einem Bild, ohne anstrengenden Aufstieg.
- Wasserfläche des Stausees Šance, gespiegelte Hänge an windstillen Morgen.
💡 Tipp: Das beste Licht hast du in der „goldenen Stunde“ direkt nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Mittags ist der Kontrast hart und der Nebel längst weg, steh für die wichtigsten Bilder also früh auf oder bleib bis zum Abend.
Wenn du Fotografieren mit einer Nacht in den Bergen verbinden willst, lohnt sich ein Quartier direkt in den Beskiden: So stehst du morgens auf dem Kamm, bevor die Tagesgäste aus dem Tal ankommen. Unterkunft in den Beskiden finden →

Die schönsten Orte der Beskiden im Winter
Im Winter verschiebt sich die Rangliste ein wenig, denn Schnee macht selbst aus Orten eine Kulisse, die im Sommer eher alltäglich wirken. Unsere Favoriten:
- Die Kapelle auf dem Radhošť und die Maměnka auf Pustevny unter frischem Schnee, märchenhafte Holzarchitektur.
- Lysá hora mit Raureif und Inversion, im Winter ist die Fernsicht oft am klarsten.
- Die Holzkirchen in Bílá und auf dem Gruň mit verschneiten Dächern.
- Stausee Šance mit zugefrorener Oberfläche und Raureif an den Bäumen.
💡 Tipp: Für die Winterkämme packst du Gamaschen und Grödel (Microspikes) ein, denn auf festgetretenen Wegen ist es oft tückisch glatt, vor allem auf der Lysá hora und dem Radhošť. Und denk daran, dass es früh dunkel wird: Plan den Rückweg so, dass du ihn noch bei Tageslicht schaffst.
Wohin als Nächstes
- Beskiden Tschechien Sehenswürdigkeiten, alle Tipps für Ausflüge und Attraktionen, nicht nur Landschaft.
- Berge der Beskiden, ein Überblick über Gipfel, Touren und Höhenmeter.
- Unterkünfte in den Beskiden, wo du nah an den Kämmen übernachtest.
- Tschechien Sehenswürdigkeiten, die schönsten Landschaften und Orte quer durch ganz Tschechien.
Planst du neben den Wanderungen auch den Sessellift, einen Besuch im Walachischen Freilichtmuseum oder eine andere Attraktion mit Eintritt? Erlebnisse und Tickets in den Beskiden →
Häufige Fragen zu den schönsten Orten in den Beskiden
Welche sind die schönsten Orte in den Beskiden? Zu den landschaftlich schönsten Orten gehören Pustevny mit den Holzbauten Maměnka und Libušín, die Radegast-Statue auf dem Kamm, die Lysá hora bei Sonnenaufgang, die Satina-Wasserfälle, der Soláň mit Velké Karlovice, der Stausee Šance und die Felsenstädte Pulčínské skály und Čertovy skály. Welcher Ort dir am besten gefällt, hängt davon ab, ob du Aussicht, Wasser oder Architektur suchst.
Wann sind die Beskiden am schönsten zum Fotografieren? Am fotogensten ist die Zeit von Ende September bis Mitte Oktober, wenn sich der Wald färbt und morgens Inversionsnebel in den Tälern liegt. Die zweite Hochsaison sind Januar und Februar, wenn Schnee auf der Kapelle am Radhošť und auf der Maměnka liegt. In beiden Fällen fotografierst du am besten in der goldenen Stunde nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang.
Wo hat man in den Beskiden die beste Aussicht? Am weitesten siehst du von der Lysá hora (1.324 m), bei klarer Sicht bis zur Hohen Tatra und zum Altvatergebirge. Ohne anstrengenden Aufstieg bieten der Aussichtsturm auf dem Velký Javorník und der Kammweg zwischen Pustevny und dem Radhošť eine großartige Rundumsicht.
Wie kommt man ohne Wanderung nach Pustevny? Aus Trojanovice fährt ein Zweier-Sessellift nach Pustevny, auch im Sommer. So kommst du ohne Aufstieg hinauf, ideal mit Kindern oder wenn du deine Kräfte fürs Fotografieren sparen willst. Alternativ fährst du mit dem Auto oder Bus über Prostřední Bečva aus dem Tal der Rožnovská Bečva bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz am Sattel.
Gibt es Wasserfälle in den Beskiden? Ja. Am bekanntesten sind die Satina-Wasserfälle in einer Felsschlucht oberhalb von Malenovice, leicht erreichbar über markierte Wege. Am Smrk liegen die höheren Bučací-Wasserfälle, zu denen du von Ostravice aus einen kurzen Abstecher abseits des markierten Weges machst. Am meisten Wasser führen sie im Frühjahr und nach Regen.
Lohnen sich die Beskiden im Winter? Auf jeden Fall, denn Schnee macht selbst aus gewöhnlichen Orten eine Kulisse. Am schönsten sind die verschneite Kapelle auf dem Radhošť, die Holzbauten auf Pustevny und die Kirchen in Bílá und auf dem Gruň. Für vereiste Kämme brauchst du Grödel, und rechne damit, dass es früh dunkel wird.
Wo fotografiert man in den Beskiden am besten den Sonnenuntergang? Beliebt sind Orte mit hölzernem Vordergrund und Blick auf die Kämme: das Glockentürmchen auf Horečky über Frenštát, der Soláň und der Aussichtsturm auf dem Velký Javorník. Alle sind leicht zu erreichen, sodass du den Abstieg noch in der Dämmerung schaffst.
Wie schwer ist der Aufstieg auf die Lysá hora? Er gehört zu den anstrengenderen Touren in den Beskiden: Von Ostravice sind es knapp 900 Höhenmeter, von Malenovice fast 800, nur vom Parkplatz Visalaje gut 500. Rechne mit einigen Stunden Gehzeit und im Winter mit Eis. Dafür bekommst du die beste Aussicht im Gebirge und häufig Inversionen. Oben gibt es Berghütten und einen Imbiss.
Welche Felsenstädte in den Beskiden lohnen sich? Im Süden, wo die Beskiden in die Javorníky übergehen, findest du die Pulčínské skály, die größte Felsenstadt im mährischen Teil der Javorníky mit einem Labyrinth aus Sandsteinblöcken, und die nahen Čertovy skály bei Lidečko, eine mächtige Sandsteinwand von rund 150 Metern Länge und bis zu 25 Metern Höhe.
Wo übernachtet man in den Beskiden nah an den Kämmen? Für frühe Fotos lohnt sich eine Unterkunft direkt in den Bergen, etwa rund um Ostravice, Malenovice, Pustevny oder in Velké Karlovice. So bist du morgens vor den Tagesgästen auf dem Kamm und erwischst Inversion und Sonnenaufgang. Wild zelten ist im Landschaftsschutzgebiet verboten, erlaubt ist es nur auf ausgewiesenen Notbiwakplätzen wie dem unter der Bezruč-Hütte auf der Lysá hora.
Was kann man in den Beskiden mit Kindern oder bei Regen machen? Mit Kindern sind die Kletterparks Tarzanie in Trojanovice und GibonPark in Rožnov eine gute Wahl, dazu der Baumwipfelpfad Valaška und das Vogelparadies Ptačí ráj in Velké Karlovice. Bei Regen gehst du ins Walachische Freilichtmuseum in Rožnov, ins Tatra-Museum in Kopřivnice oder in die Schlösser Vizovice und Vsetín.
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