Aktualizováno 28.9.2026
Sieben Inseln, alle aus Feuer geboren, und zwei davon sind bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Die Vulkane der Liparischen Inseln nördlich von Sizilien sind der Grund, warum viele überhaupt hierherkommen: Auf Stromboli fliegt nachts alle paar Minuten glühende Lava in den Himmel, auf Vulcano steigst du in einer knappen Stunde an den Rand eines dampfenden Kraters. Wir zeigen dir, wo du Lava wirklich zu sehen bekommst, zu welchen Uhrzeiten dich die Ampel auf den Krater von Vulcano lässt, wie weit du auf Stromboli hinaufdarfst und was davon in der Saison 2026 gilt. Uns begeistert vor allem, wie nah hier alles beieinanderliegt: morgens stehst du über einem rauchenden Krater, abends schaust du vom Boot aus der Lava zu, und dazwischen reicht es noch für ein Mittagessen auf einer dritten Insel.
Vulkane der Liparischen Inseln auf einen Blick: Vulkanisch sind alle sieben Inseln, aktiv aber nur zwei: Stromboli (explodiert etwa alle 10 bis 20 Minuten, am eindrucksvollsten im Dunkeln) und Vulcano (rauchender Gran Cratere und schwefelige Fumarolen). Lava siehst du am sichersten bei einer abendlichen Bootstour vor Stromboli. Auf Stromboli darfst du 2026 ohne Guide bis auf 290 Meter, mit Guide bis auf 400 Meter, der Gipfel ist gesperrt. Der Krater von Vulcano kostet keinen Eintritt, du darfst aber nur bei grüner Ampel hinauf und vom 1. April bis 20. Oktober nur morgens (6:30 bis 10:30 Uhr) und am späten Nachmittag (16:00 bis 19:30 Uhr). Das Schlammbad auf Vulcano ist seit dem 11. April 2026 wieder geöffnet.
Welche Vulkane der Liparischen Inseln sind aktiv?
Vulkanischen Ursprungs sind alle Inseln des Archipels. Sie liegen im tektonisch unruhigen Bogen zwischen Ätna und Vesuv, und weil sie für die Vulkanforschung so wichtig sind, stehen sie seit 2000 auf der Welterbeliste der UNESCO. Aktiv sind aber nur zwei:
- Stromboli: ein ständig tätiger Schichtvulkan, den Seeleute den „Leuchtturm des Mittelmeers“ nennen. Der Gipfel liegt auf 924 Metern, doch der größere Teil des Bergs, rund zwei Drittel, steckt unter Wasser. Der italienische Zivilschutz führt ihn im September 2026 auf der Warnstufe Gelb.
- Vulcano: ein aktiver Vulkan in einer ruhigen Fumarolenphase, der letzte Ausbruch dauerte von 1888 bis 1890. Der Rand des Gran Cratere della Fossa liegt auf 391 Metern, der Krater selbst misst rund 600 Meter im Durchmesser. Nach der Gaskrise von 2021 bis 2023 steht er seit Dezember 2023 wieder auf Grün.
- Lipari, Salina, Panarea, Filicudi, Alicudi: erloschene oder schlafende Vulkane. Auf Salina steht sogar der höchste Gipfel des Archipels, der Monte Fossa delle Felci (962 m). Vor Panarea blubbern bis heute Fumarolen am Meeresgrund.
Übrigens stammt das Wort Vulkan genau von hier. Die Insel Vulcano ist nach Vulcanus benannt, dem römischen Gott des Feuers und der Schmiedekunst, der unter ihr seine Werkstatt gehabt haben soll. Aus dem Namen einer einzigen Insel wurde so das Wort für alle Feuerberge der Welt.
Stromboli: der Vulkan, der nie Pause macht
Nach Stromboli ist eine ganze Ausbruchsart benannt, die strombolianische Eruption: rhythmische, vergleichsweise schwache Explosionen, die glühende Lavafetzen, Asche und Steine auswerfen. Sie wiederholen sich etwa alle 10 bis 20 Minuten, und das seit Jahrtausenden ohne echte Unterbrechung. Die Explosionen kommen aus mehreren Schloten auf einer Kraterterrasse in rund 700 Metern Höhe, ganz oben an der steilen Feuerrutsche Sciara del Fuoco. Im Dunkeln wird daraus ein Schauspiel, an dem man sich nicht sattsehen kann: rote Fontänen vor dem Nachthimmel und glühende Brocken, die über die Sciara bis ins Meer rollen.
Ruhiger ist der Vulkan 2026 nicht geworden. Laut dem Wochenbulletin des Vulkanologischen Instituts INGV vom September 2026 zeigt er in beiden Kraterbereichen die übliche strombolianische Aktivität, und im August 2026 ist mehrmals etwas Lava aus den Kratern in die Sciara übergelaufen. Der Zivilschutz hält die Warnstufe Gelb. Neben den gewöhnlichen Explosionen gibt es mehrmals im Jahr stärkere Ausbrüche und alle paar Jahre einen Paroxysmus, der Gesteinsbrocken auch in tiefere Lagen schleudern kann.
Wie weit du 2026 auf Stromboli hinaufdarfst
Bis zu den Gipfelkratern darfst du nach den heftigen Ausbrüchen von 2019, 2022 und 2024 nicht mehr hinauf. Es gilt die Verordnung des Bürgermeisters von Lipari Nr. 16 vom 5. Mai 2025, eine neuere haben wir bis September 2026 nicht gefunden. Sie kann sich je nach Aktivität aber jederzeit ändern, also prüf sie vor der Reise noch einmal:
- Seite des Hauptorts Stromboli: ohne Guide bis auf 290 Meter (über die Strada vicinale Parroco und den Maultierpfad Mulattiera Salvatore di Losa), mit einem zugelassenen Vulkanführer bis auf 400 Meter.
- Seite von Ginostra: ohne Guide nur bis auf 130 Meter, mit Guide bis auf 400 Meter zum Aussichtspunkt Punta dei Corvi.
- Der Sentiero Natura zur Sciara ist seit den Erdrutschen und Überschwemmungen im Herbst 2024 gesperrt, bis die Verwaltung des Schutzgebiets ihn gesichert hat.
- Über 290 Metern sind ein Helm und eine Staubmaske Pflicht. Beides verteilen die Guides, die auch einen Blick auf deine Schuhe werfen.
Wenn die Aktivität es zulässt, starten die geführten Touren meist am späten Nachmittag, damit die Gruppe in der Dämmerung am Aussichtspunkt steht, wenn die Explosionen am besten zu sehen sind. Rechne mit fünf bis sechs Stunden für Aufstieg, Beobachtung und den Abstieg mit Stirnlampe im Dunkeln. Pro Guide dürfen höchstens 25 Personen mit, und über 290 Metern dürfen gleichzeitig nicht mehr als 75 Wanderer unterwegs sein. Wer gegen die Verordnung verstößt, zahlt 500 Euro, und das gilt schon, wenn du ohne Guide über die erlaubte Marke gehst. Für Schwangere und Menschen mit Herz-, Atem- oder Gelenkproblemen ist die Tour nicht geeignet. Routen, Ausrüstung und wie du einen guten Guide findest, beschreiben wir ausführlich in unserem Artikel über die Stromboli-Besteigung.
Ganz ehrlich: Wer nicht unbedingt von diesem Aufstieg träumt, verpasst nicht viel. Vom Aussichtspunkt auf 400 Metern siehst du die Krater ungefähr aus demselben Winkel wie von 290 Metern, nur ein Stück näher. Für uns ergibt es am meisten Sinn, nachmittags auf eigene Faust vom ehemaligen Observatorium (Osservatorio, etwa 100 m ü. M.) über den Maultierpfad bis zur 290-Meter-Grenze zu gehen und abends aufs Boot zu steigen.
💡 Tipp: Am bequemsten und zuverlässigsten siehst du die Ausbrüche bei einer abendlichen Bootstour unter die Sciara del Fuoco. Die Boote legen in der Dämmerung im Hafen Scari ab, als grobe Orientierung zahlst du 45 bis 65 Euro pro Person. Ab Lipari und ab Milazzo gibt es außerdem Tagesausflüge mit einem Stopp vor Stromboli nach Einbruch der Dunkelheit. Die Boote halten Abstand zur Küste unter der Sciara, denn wenn Lava ins Meer trifft, können Steine mehrere hundert Meter weit fliegen. Buch die Tour vorab über GetYourGuide →, in der Hochsaison sind die Plätze schnell weg.
Vulcano: Krater, Fumarolen und Schwefelschlamm
Vulcano riechst du, bevor du vom Schiff steigst: Über der ganzen Insel hängt der typische Schwefelgeruch nach faulen Eiern. Lass dich davon nicht abschrecken, denn gerade hier liegen einige der spannendsten Naturschauspiele des Archipels. Das Highlight ist die Wanderung auf den Gran Cratere della Fossa. Vom Einstieg ein kurzes Stück hinter dem Hafen Porto di Levante brauchst du bis zum Kraterrand etwa 40 bis 45 Minuten, hin und zurück insgesamt ungefähr zwei Stunden. Oben blickst du in einen aktiven Krater, aus dessen Wänden Fumarolen Dampf zischen. Bei klarer Sicht siehst du von hier alle übrigen Liparischen Inseln. Der Aufstieg ist kostenlos, Eintritt wird keiner verlangt.
Der Krater war von Herbst 2021 bis Frühjahr 2023 wegen erhöhter Gasemissionen gesperrt. Seit April 2023 ist er wieder offen, allerdings mit einer Ampel am Weg. Sie schaltet je nach Windrichtung, denn der Wind entscheidet, wohin die Gase aus den Fumarolen ziehen. Bei Grün darfst du los. Bei Rot oder ausgeschalteter Ampel ist der Weg zu und der Aufstieg verboten.
Wann dich die Ampel hinauflässt
Die Regeln für den Aufstieg hat die Gemeinde Lipari erlassen (Verordnung Nr. 17 vom 23. April 2023, das Regelwerk wurde auf der Website der Gemeinde zuletzt im Oktober 2025 aktualisiert). In der Saison 2026 gilt:
| Zeitraum | Wann du dich oberhalb der Kraterzone aufhalten darfst |
|---|---|
| 1. April bis 20. Oktober | 6:30 bis 10:30 Uhr und 16:00 bis 19:30 Uhr |
| 21. Oktober bis 31. März | 7:30 bis 16:30 Uhr |
Die Zeiten gelten für den Aufenthalt oben, nicht für den Start am Hafen, rechne also den Abstieg mit ein. Außerdem schreibt die Verordnung vor, dass du nicht allein hinaufgehen darfst (für den Fall einer Rettung müsst ihr mindestens zu zweit sein), dass du den markierten Weg nicht verlässt, und der Aufstieg wird per Kamera überwacht. Den ganzen Kraterrand zu umrunden, wie man das früher gemacht hat, geht heute nicht mehr, die erlaubte Route ist fest abgesteckt. Die Gemeinde verlangt ausdrücklich feste Schuhe, Wasser, etwas zu essen und ein Handy. Am besten bewährt hat sich bei uns, gleich um 6:30 Uhr loszugehen: Es ist noch kühl, oben ist niemand, und das Morgenlicht bringt die gelben Schwefelkrusten richtig zum Leuchten.
Vulcano hat noch mehr zu bieten. Dem Strand Spiaggia delle Sabbie Nere mit feinem schwarzem Vulkansand setzt 2026 die Erosion zu: Ein örtlicher Verein weist darauf hin, dass das Meer ihn in zwei Teile getrennt hat, zwischen denen rund zwanzig Meter Wasser liegen. Am Strand Acque Calde bei Porto di Levante steigen Fumarolen direkt vom Meeresgrund auf, du badest also in warmen Bläschen. Den Teil der Bucht direkt über den stärksten Austritten hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren wegen der Gase aber zeitweise fürs Baden gesperrt, und nachts war der Strand geschlossen, halte dich also an die Schilder. An der Nordspitze der Insel wartet das Valle dei Mostri, eine Gruppe von Lavabrocken, die Wind und Wetter zu Tiergestalten geformt haben, und gleich daneben die Halbinsel Vulcanello. Sie tauchte 183 v. Chr. als eigene kleine Insel aus dem Meer auf und wurde erst im 16. Jahrhundert durch eine Landbrücke mit Vulcano verbunden, damit ist sie das jüngste Stück des Archipels.
💡 Tipp: Das berühmte Schlammbad (Pozza dei Fanghi, auch Laghetto di Fanghi) bei Porto di Levante hat wilde Jahre hinter sich. Wegen vulkanischer Gase und baulicher Mängel war es ab 2020 geschlossen, am 1. Juni 2025 öffnete es nach fünf Jahren wieder, und zehn Tage später stellten es die Carabinieri sicher, weil sich am 8. Juni ein Urlauber im Schlamm die Beine verbrannt hatte. Seit dem 11. April 2026 ist es wieder geöffnet, nachdem die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme aufgehoben und der Betreiber Geoterme die Sicherheitsauflagen erfüllt hat. Der Eintritt lag laut Preisliste des Betreibers 2025 bei 5 Euro für Erwachsene, die Preise für 2026 hat er noch nicht veröffentlicht. Weil sich der Betrieb schon mehrmals von einem Tag auf den anderen geändert hat, plan deine Reise nicht allein ums Schlammbad herum. Das Wasser ist nicht überall gleich warm, an manchen Stellen deutlich heißer. Und der schwarze Sand an der Sabbie Nere wird glühend heiß, Badeschuhe oder Flip-Flops sind Pflicht.
Erloschene und schlafende Vulkane: Lipari, Salina und Panarea
Ausbrüche siehst du heute nur auf Stromboli, Rauch nur auf Vulcano, doch die feurige Vergangenheit steht jeder Insel ins Gesicht geschrieben. Die übrigen Inseln sind erloschene oder schlummernde Vulkane, und genau sie erklären, warum es hier schwarze und weiße Strände gibt und warum das Meer an manchen Stellen sprudelt.
Lipari, die Insel aus Bimsstein und Obsidian
Die größte und am dichtesten besiedelte Insel des Archipels ist ebenfalls rein vulkanisch. Ihre letzten Ausbrüche liegen erst im Mittelalter, ungefähr zwischen dem 8. und dem 13. Jahrhundert: Der Kegel des Monte Pilato hat damals mächtige Schichten aus weißem Bimsstein ausgeworfen, und ein Lavastrom erstarrte zu glänzend schwarzem Obsidian, den Rocche Rosse. Die hellen Bimshänge und die dunklen Obsidianströme an der Nordostküste oberhalb von Canneto und Acquacalda sind bis heute sichtbare Spuren dieses Kapitels. Bims wurde hier noch bis Anfang des 21. Jahrhunderts abgebaut.
Salina, die Insel der Zwillingskrater
Salina ist aus sechs Vulkanen zusammengewachsen, heute prägen sie aber zwei markante erloschene Gipfel: der Monte Fossa delle Felci (962 m, höchster Punkt des ganzen Archipels) und der Monte dei Porri (860 m). Daher kommt auch der alte griechische Name der Insel, Didyme, also „Zwilling“. Der letzte Ausbruch ist rund 13.000 Jahre her und hat im Westen den halbrunden Krater von Pollara hinterlassen. Die Hänge sind längst grün, mit Weinbergen und Kapernsträuchern, und so wirkt Salina wie das genaue Gegenteil des kahlen Vulcano. Auf den Fossa delle Felci führt eine schöne Wanderung ohne Einschränkungen, du brauchst nur ordentliche Schuhe.
Panarea und das sprudelnde Meer
Panarea ist die kleinste der Liparischen Inseln und gilt geologisch als eine der ältesten. Der Vulkan über dem Meeresspiegel ist seit Zehntausenden Jahren still, ganz aufgehört hat die Aktivität aber nicht. Zwischen Panarea und den vorgelagerten Felsen Bottaro, Dattilo und Lisca Bianca sowie am Strand von Calcara steigen unterseeische Fumarolen und heiße Gase vom Grund auf. Über den Perlenketten aus Bläschen zu schnorcheln, die aus dem flachen Wasser nach oben steigen, ist schon für sich ein Erlebnis. Ganz im Westen liegen Filicudi, einer der ältesten Vulkankegel des Archipels, und das jüngere Alicudi, beide weit abgelegen und nur von wenigen Urlaubern besucht.
Ein bisschen Geschichte: wie die Vulkane die Inseln geprägt haben
Die alten Griechen verlegten hierher den Sitz des Windgottes Aiolos, von dem der Archipel seinen italienischen Namen Isole Eolie hat. Vulcano war für sie die heilige Insel Hiera, und den Rauch aus dem Krater hielten sie für den Qualm aus der Esse des Schmiedegottes, den die Römer Vulcanus nannten. Angelockt hat der Vulkan die Menschen aber schon in der Jungsteinzeit, und zwar ganz handfest: Schwarzer Obsidian aus Lipari, scharf wie eine Rasierklinge, wurde in den ganzen Mittelmeerraum gehandelt, und die Insel war damit reich, lange bevor die Griechen kamen.
Auch die moderne Vulkanologie hat hier gleich zwei Paten. Den Ausbruch von Vulcano 1888 bis 1890, bei dem der Krater Asche rund zehn Kilometer hoch schleuderte und Vulkanbomben bis nach Lipari flogen, beschrieben Giuseppe Mercalli und Orazio Silvestri. Seitdem heißt dieser explosive Ausbruchstyp weltweit „vulkanianisch“. Stromboli wiederum stand Pate für die strombolianische Eruption.
Stromboli kann aber auch die Zähne zeigen. Der Paroxysmus vom 11. September 1930 forderte Todesopfer, und ein Teil der Bewohner verließ danach die Insel. 1950 machte Roberto Rossellinis Film Stromboli mit Ingrid Bergman sie berühmt. Ende Dezember 2002 rutschte an der Sciara ein Hang ab, und ein Tsunami beschädigte Häuser an der Küste, im April 2003 folgte ein weiterer Paroxysmus. Im Juli 2019 tötete eine Explosion einen Wanderer am Hang, im Mai 2022 brannte bei Dreharbeiten für eine Fernsehserie ein großer Teil der Vegetation oberhalb des Orts ab, und seitdem spülen Starkregen von den verbrannten Hängen immer wieder Schlamm in die Gassen. Die letzte große Überschwemmung kam im Oktober 2024, ihretwegen ist der Sentiero Natura bis heute gesperrt. Auf der UNESCO-Liste stehen die Liparischen Inseln seit 2000 genau deshalb: als Lehrbuch vulkanischer Prozesse.
Beste Reisezeit für die Vulkane der Liparischen Inseln
Am angenehmsten sind das Frühjahr (April bis Juni) und der Frühherbst (September bis Oktober): Zum Wandern ist es nicht zu heiß, das Meer ist warm und es sind weniger Leute unterwegs. Vom 1. April bis 20. Oktober ist der Krater von Vulcano zwischen 10:30 und 16:00 Uhr gesperrt, geh also früh morgens oder am späten Nachmittag. Vom 21. Oktober bis Ende März darfst du durchgehend von 7:30 bis 16:30 Uhr hinauf, dafür fahren weniger Fähren und ein Teil der Unterkünfte und Lokale hat geschlossen. Die Ausbrüche von Stromboli kannst du das ganze Jahr sehen, du brauchst nur eine klare Nacht und für die Bootstour eine einigermaßen ruhige See. Uns gefallen September und Anfang Oktober am besten: Das Meer ist so warm wie im ganzen Jahr nicht, und auf den Krater gehst du noch in angenehmer Morgenkühle. Aus Deutschland sind die Flüge nach Catania und Palermo im Frühjahr und Herbst außerdem meist günstiger als in den Sommerferien. Monat für Monat gehen wir das in unserem Artikel zum Wetter auf den Liparischen Inseln durch.
💡 Tipp: Die abendlichen Bootstouren vor Stromboli und die geführten Aufstiege sind in der Hochsaison oft Tage im Voraus ausgebucht. Reservier sie, sobald dein Reisedatum feststeht, und plan einen Puffertag ein: Vulkan und Meer haben das letzte Wort, und bei schlechtem Wetter fallen Bootsfahrten aus.
Anreise zu den Vulkanen und wo du übernachtest
Aus Deutschland fliegst du am besten nach Catania, alternativ nach Palermo. Von dort geht es mit Mietwagen oder Bus zum Hafen Milazzo an der Nordküste Siziliens: ab dem Flughafen Catania sind es knapp 150 Kilometer, ab Palermo gut 230 Kilometer. In Milazzo legen die Tragflügelboote zu den Inseln ab. Nach Vulcano brauchst du etwa 45 bis 50 Minuten, nach Lipari rund eine Stunde. Stromboli liegt am weitesten draußen: Direkt dauert die Überfahrt gut eine Stunde, mit Zwischenstopps oder Umstieg auf Lipari deutlich länger. Verbindungen, Fahrzeiten und Preise erklären wir ausführlich im Artikel zur Anreise auf die Liparischen Inseln. Wer ohnehin mit dem Auto über Sizilien fährt, kann die Inseln gut in eine Sizilien-Rundreise einbauen.
Rechne damit, dass bei der Planung noch ein dritter Vulkan mitredet: der Ätna. Wenn er Asche spuckt, wird der Flughafen Catania geschlossen, über den die meisten auf die Inseln anreisen. Zuletzt war das am 26. und 27. September 2026 der Fall. Lass dir deshalb zwischen Landung und letztem Boot ab Milazzo einen Puffer und plan die Rückfahrt von den Inseln nicht auf den letzten Drücker vor dem Abflug. Wenn du Lust auf den Ätna selbst hast, findest du alles Nötige in unserem Artikel Ätna auf eigene Faust.
Wenn du die Vulkane in Ruhe erleben willst, übernachte direkt auf der Insel. Auf Vulcano findest du Unterkünfte nur ein paar Schritte vom Kraterweg →, auf Stromboli probier es mit Pensionen direkt im Ort unter dem Vulkan →, von wo du abends nur ein paar Minuten zu den Ausbrüchen hast. Wer an einem Ort bleiben und beide Vulkane als Ausflug machen will, nimmt Lipari. Nach Vulcano sind es von dort mit dem Boot nur etwa zehn Minuten.
Übernachten auf Vulcano
Auf Vulcano wohnst du am besten bei Porto di Levante oder Porto di Ponente, von dort gehst du zu Fuß zum Einstieg des Kraterwegs und zum Schlammbad. So schaffst du den Aufstieg schon um 6:30 Uhr, bevor die ersten Ausflugsboote anlegen.
- Hotel Conti: ein paar Gehminuten vom Hafen am schwarzen Strand in der Bucht von Ponente, Zimmer mit eigenem Eingang, Klimaanlage und eine Terrasse mit Meerblick.
- Hotel Faraglione: 200 Meter vom Hafen und vom Schlammbad, zum Einstieg des Kraterwegs läufst du etwa zehn Minuten. Einfache Zimmer, Frühstück und ein Restaurant mit einheimischer Küche.
- Therasia Resort Sea and SPA: die Luxusvariante auf der Halbinsel Vulcanello mit Blick auf die Nachbarinseln, Spa, eigenem Meerzugang und Shuttle ins Zentrum und zum Hafen.
Übernachten auf Stromboli
Auf Stromboli wohnst du im Ort im Nordosten (Scari, San Vincenzo, Ficogrande, Piscità). Der Vorteil liegt auf der Hand: Tagsüber kannst du bis zur 290-Meter-Grenze wandern, abends mit dem Guide hinauf oder aufs Boot, und danach gehst du zu Fuß ins Bett, ohne Stress wegen des letzten Boots zurück nach Lipari.
- Hotel Ossidiana Stromboli Center: 150 Meter vom Hafen am Vulkanstrand bei Scari, Zimmer und Apartments mit Kochnische, Frühstücksbuffet im Speisesaal mit Meerblick.
- La Sirenetta Park Hotel: 100 Meter vom Ufer, Außenpool, Garten und ein Restaurant mit Schwerpunkt auf Fisch, im Sommer sitzt du auf der Dachterrasse.
- La Sciara Resort Hotel: Vier-Sterne-Hotel mit saisonalem Pool und Garten, in der Nähe der Strände Piscità, Ficogrande und Punta Lena.
Lipari als Basis für beide Vulkane
Von Lipari fahren die meisten Boote in alle Richtungen, du schaffst also an einem Morgen den Krater auf Vulcano und an einem anderen Tag einen Tagesausflug mit abendlichem Stopp vor Stromboli.
- Hotel Tritone Lipari: Außenpool, schallisolierte Zimmer mit Balkon oder Terrasse, Frühstück auf der Terrasse mit Meerblick, 500 Meter zum Strand Portinente.
- Hotel Carasco: direkt am Meer, 300 Meter vom Zentrum und vom Platz an der Marina Corta, mit Pool und Restaurant. Das Hotel organisiert auch Bootsausflüge durch den Archipel und zu den Vulkanen.
Sicherheit an den Vulkanen: Darauf solltest du achten
- Auf Stromboli über 290 Meter nur mit Guide (auf der Seite von Ginostra schon über 130 Metern): Helm und Staubmaske sind Pflicht (die Guides geben sie aus), dazu feste Wanderschuhe und eine Stirnlampe, denn der Abstieg ist im Dunkeln.
- Auf Vulcano gilt die Ampel und die Beschilderung: Geh nie allein hinauf und betritt keine Fumarolenfelder. Grün heißt nicht, dass keine Gase da sind, sondern nur, dass die Konzentration vertretbar ist. Wer Atemwegs- oder Herzprobleme hat und wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, sollte wegen des Schwefelwasserstoffs besonders vorsichtig sein.
- Wandere morgens oder am späten Nachmittag, nicht in der Mittagshitze: Vulkangelände ist locker, scharfkantig und hat keinen Schatten. Nimm mindestens anderthalb Liter Wasser pro Person mit.
- Silberschmuck läuft in der schwefeligen Luft von Vulcano schwarz an, lass ihn lieber in der Unterkunft.
- Drohnen haben über den Kratern von Stromboli nichts zu suchen: Über dem Vulkan sind Hubschrauber von Rettungskräften und Forschern unterwegs.
Was wir anders machen würden
Vulkane verleiten dazu, jeden Tag eine Tour einzuplanen. Wir würden es beim nächsten Mal gemütlicher angehen. Für den Krater auf Vulcano reicht ein Morgen, den Rest des Tages kannst du ruhig am schwarzen Strand liegen und dich in Acque Calde von den Bläschen wärmen lassen. Stromboli heben wir uns für einen einzigen Abend auf, ohne mitzuzählen, ob wir vom Boot aus zehn oder dreißig Explosionen sehen. Die erste vergisst man sowieso nicht.
Die schönsten Momente auf den Inseln hatten wir ohnehin nicht an den Aussichtspunkten. Das war ein früher Abend in den kaum beleuchteten Gassen unter dem Vulkan, eine Granita in einer Bar, über die nirgends etwas stand, ein Glas süßer Malvasia aus Salina zum Abendessen. Probier auch Gerichte, die du nicht kennst, Kapern aus Salina oder Thunfisch, der jedes Mal anders zubereitet wird. Und wenn oben am Krater der Wind auffrischt und Dampf aus den Fumarolen quillt, steck das Handy für einen Moment weg. Das Foto zeigt ohnehin nicht, wie es zischt und nach Schwefel riecht.
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Stromboli: Wanderung zum Sonnenuntergang an die Sciara del Fuoco
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Häufige Fragen zu den Vulkanen der Liparischen Inseln
Ist Vulcano ein aktiver Vulkan?
Ja. Vulcano gilt als aktiver Vulkan, der letzte Ausbruch dauerte von 1888 bis 1890. Heute zeigt sich die Aktivität vor allem durch Fumarolen und Gasaustritte, nicht durch Explosionen. Die Warnstufe des italienischen Zivilschutzes steht seit Dezember 2023 wieder auf Grün.
Ist der Krater auf Vulcano gesperrt?
Nicht dauerhaft, und der Aufstieg ist kostenlos. Der Gran Cratere war von 2021 bis April 2023 zu und ist seitdem wieder offen, gesteuert von einer Ampel, die nach Windrichtung und Gasen schaltet: Bei Rot oder ausgeschalteter Ampel ist der Weg gesperrt. Vom 1. April bis 20. Oktober darfst du von 6:30 bis 10:30 Uhr und von 16:00 bis 19:30 Uhr hinauf, vom 21. Oktober bis 31. März von 7:30 bis 16:30 Uhr. Allein darfst du nicht gehen, ihr müsst mindestens zu zweit sein. Bis zum Kraterrand brauchst du etwa 40 bis 45 Minuten.
Kann man auf den Stromboli steigen?
Nur zum Teil. Nach der Verordnung der Gemeinde Lipari vom Mai 2025, die auch in der Saison 2026 gilt, darfst du vom Ort Stromboli aus ohne Guide bis auf 290 Meter und mit einem zugelassenen Vulkanführer bis auf 400 Meter, von Ginostra aus ohne Guide nur bis auf 130 Meter. Die Gipfelkrater sind seit den Ausbrüchen ab 2019 gesperrt, Verstöße kosten 500 Euro. Die Ausbrüche siehst du aber hervorragend bei einer abendlichen Bootstour unter die Sciara del Fuoco.
Wo kann man auf Stromboli Lava sehen?
Am sichersten vom Boot aus vor der Sciara del Fuoco, der Feuerrutsche an der Nordwestflanke, oder bei einer geführten Abendwanderung bis auf 400 Meter. Du brauchst dafür eine klare Nacht. Die Explosionen kommen bei normaler Aktivität etwa alle 10 bis 20 Minuten, mehrmals im Jahr gibt es stärkere Ausbrüche und alle paar Jahre einen Paroxysmus.
Warum stinkt es auf Vulcano so?
Hinter dem Geruch nach faulen Eiern steckt Schwefelwasserstoff (H₂S) aus den Fumarolen, also aus vulkanischen Dampf- und Gasaustritten. Du riechst ihn auf der ganzen Insel, und das ist völlig normal.
Ist das Schlammbad auf Vulcano geöffnet?
Ja, seit dem 11. April 2026 wieder. Die Pozza dei Fanghi war ab 2020 geschlossen, öffnete im Juni 2025 kurz und wurde nach dem Unfall eines Urlaubers von den Carabinieri sichergestellt. 2025 kostete der Eintritt 5 Euro für Erwachsene. Weil sich der Betrieb schon mehrmals von einem Tag auf den anderen geändert hat, prüf den aktuellen Stand kurz vor der Reise.
Welcher Vulkan der Liparischen Inseln ist am aktivsten?
Ganz klar Stromboli. Er ist ein ständig tätiger Schichtvulkan, der seit Jahrtausenden mehrmals pro Stunde ausbricht.
Wann ist die beste Reisezeit für die Vulkane der Liparischen Inseln?
Am angenehmsten sind April bis Juni und September bis Oktober: Zum Wandern ist es nicht zu heiß, das Meer ist warm und es ist weniger los. Vom 1. April bis 20. Oktober ist der Krater auf Vulcano zwischen 10:30 und 16:00 Uhr gesperrt, geh also früh morgens oder am späten Nachmittag.
Wie hoch ist der Vulkan Stromboli?
Über den Meeresspiegel ragt er 924 Meter auf (Gipfel Vancori), die aktiven Krater liegen auf einer Terrasse in rund 700 Metern Höhe. Der größte Teil des Vulkans steckt aber unter Wasser, vom Meeresgrund gemessen ist er über 2.700 Meter hoch.
Wann ist der Stromboli das letzte Mal ausgebrochen?
Eigentlich bricht Stromboli ständig aus, kleinere Explosionen gibt es alle paar Minuten. Im August 2026 ist zudem mehrmals Lava aus den Kratern in die Sciara del Fuoco übergelaufen. Von den großen Ereignissen sind die Paroxysmen im Juli und August 2019 und die Phasen mit Lavaströmen 2022 und 2024 zu nennen.
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