Matterhorn: die besten Aussichtspunkte, Besteigung und die Geschichte des Bergs
Aktualizováno 27.9.2026
Du musst kein Bergsteiger sein, um das Matterhorn zu erkennen. Diese schiefe, scharf geschnittene Pyramide kennt man von Postkarten, Kalendern, Schokoladenverpackungen und Tausenden Instagram-Bildern, und trotzdem ist der erste echte Blick darauf etwas anderes. Du steigst in Zermatt aus dem Zug, gehst ein paar Schritte die Bahnhofstrasse hinauf, und plötzlich steht sie da über den Holzdächern: 4.478 Meter Fels auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien, vermutlich der meistfotografierte Berg der Welt. Uns hat dieser Moment ehrlich gesagt kurz sprachlos gemacht.In diesem Artikel geht es nur um den Berg selbst. Wir zeigen dir, von welchen Aussichtspunkten du das Matterhorn am besten siehst und was die Bahnen dorthin 2026 kosten, warum der Gipfel am Vormittag so oft in einer Wolke verschwindet, was eine Besteigung wirklich verlangt und wie die Erstbesteigung von 1865 in einer Katastrophe endete. Wie du nach Zermatt kommst, wo du schläfst und was es im Dorf sonst noch gibt, steht in unserem Artikel über die Zermatt Sehenswürdigkeiten, das Wetter Monat für Monat im Beitrag Zermatt Wetter.
Das Matterhorn auf einen Blick
Was es ist: eine frei stehende Felspyramide mit 4.478 m Höhe auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien (italienisch Monte Cervino).
Beste Aussichtspunkte: Gornergrat (3.089 m), die Spiegelseen Stellisee und Riffelsee, das Matterhorn Glacier Paradise und Sunnegga.
Wann der Gipfel frei ist: am sichersten früh am Morgen, ab etwa zehn Uhr bilden sich oft Wolken um die Spitze.
Besteigung: nur für erfahrene Alpinisten mit Bergführer; der Normalweg führt über den Hörnligrat.
Erstbesteigung: 14. Juli 1865 durch Edward Whymper und seine Seilschaft, beim Abstieg stürzten vier Männer tödlich ab.
Ausgangsort: das autofreie Zermatt; eine Retourfahrt zu den Aussichtspunkten kostet im Sommer 2026 zwischen 30 und 132 CHF.
Was das Matterhorn eigentlich ist
Das Matterhorn ist ein Gipfel der Walliser Alpen auf der Grenze zwischen der Schweiz und Italien, hoch über Zermatt im Kanton Wallis. Mit 4.478 Metern ist es weder der höchste Berg der Alpen noch der höchste der Schweiz. Den Titel hält gleich nebenan das Monte-Rosa-Massiv mit der Dufourspitze (4.634 m), von der außerhalb der Bergsteigerszene kaum jemand spricht. Berühmt macht das Matterhorn also nicht die Höhe, sondern die Form: eine einzelne Felspyramide mit vier steilen Wänden, die grob in die vier Himmelsrichtungen zeigen, und die aus dem umliegenden Gelände ragt, als hätte sie jemand herausgemeißelt.Welchen Namen du benutzt, hängt davon ab, von wo du schaust. Auf der Schweizer Seite heißt der Berg Matterhorn, auf der italienischen Monte Cervino, auf Französisch Le Cervin, und die Zermatter sagen im Dialekt einfach „ds Hore“, das Horn. Die Staatsgrenze verläuft genau über den Grat, der Gipfel ist also buchstäblich halb schweizerisch und halb italienisch. Wer sich fragt, ob das Matterhorn in der Schweiz oder in Italien liegt: Die richtige Antwort lautet „in beiden“.
💡 Tipp: Verwechsle das Matterhorn nicht mit dem Klein Matterhorn. Das ist ein benachbarter, deutlich niedrigerer Gipfel, zu dem eine Seilbahn fährt und den jeder ohne Kletterausrüstung erreicht. Auf das große, echte Matterhorn führt keine Bahn, dort kommen nur Bergsteiger hinauf.
Wie das Matterhorn entstanden ist
Die kantige Form ist weder Zufall noch das Werk eines einzigen Prozesses. Die Alpen und mit ihnen das Matterhorn begannen sich vor rund 50 bis 60 Millionen Jahren zu heben, als die afrikanische und die eurasische Platte kollidierten und die Gesteine eines alten Meeres zwischen sich zusammenschoben. Ein Detail, das auch Laien fasziniert: Der Gipfelaufbau besteht aus „afrikanischem“ Gestein, vor allem Gneis, das bei der Kollision über die Gesteine der europäischen Seite geschoben wurde. Geologen sprechen von der Dent-Blanche-Decke. Vereinfacht gesagt stehst du also unter einer Bergspitze, die einmal zum afrikanischen Kontinent gehörte, während der Sockel bis etwa zur Höhe der Hörnlihütte europäisch ist.Die typische Pyramide mit den vier Wänden hat dann aber das Eis herausgearbeitet. In den Eiszeiten schliffen Gletscher von mehreren Seiten gleichzeitig an den Graten und schärften die Wände nach und nach zu dem einsamen Horn, das du heute siehst. Das Matterhorn gilt als Lehrbuchbeispiel für einen Karling, einen Gipfel, den drei bis vier Gletscherkare von allen Seiten geformt haben.
Die besten Aussichtspunkte aufs Matterhorn
Die gute Nachricht für alle, die nicht klettern: Du musst nicht auf den Berg, um ihn zu erleben. Rund um Zermatt bringt dich ein dichtes Netz aus Seilbahnen und Zahnradbahnen auf Aussichtspunkte direkt gegenüber der Nordwand, und einige der schönsten Spots erreichst du sogar zu Fuß. Hier sind die Aussichtspunkte, die sich für uns gelohnt haben, grob nach Beliebtheit sortiert.
1. Gornergrat: die klassische Postkarte
Wenn du nur für einen Aussichtspunkt Zeit hast, fahr hierher. Die Gornergrat Bahn fährt seit 1898 vom Zentrum Zermatts hinauf und gilt als erste elektrisch betriebene Zahnradbahn der Schweiz. Nach gut einer halben Stunde steigst du auf 3.089 Metern aus, und vor dir öffnet sich ein Panorama, bei dem man unwillkürlich stehen bleibt: auf der einen Seite das Matterhorn, auf der anderen das Monte-Rosa-Massiv mit dem höchsten Gipfel der Schweiz, unter dir der riesige Gornergletscher. Laut Bahn siehst du von oben das Matterhorn und 28 weitere Viertausender. Die Retourfahrt Zermatt–Gornergrat kostet im Sommer 2026 132 CHF, im Winter 102 CHF.
2. Matterhorn Glacier Paradise (Klein Matterhorn): Europas höchste Bergstation
Die Seilbahn Matterhorn Glacier Ride bringt dich zur höchstgelegenen Bergbahnstation Europas, die Aussichtsplattform auf dem Klein Matterhorn liegt auf 3.883 Metern. Von dort blickst du auf 38 Viertausender und 14 Gletscher in drei Ländern (Schweiz, Italien, Frankreich). Im Berg steckt der Gletscher-Palast, rund 15 Meter tief ins Eis gegraben, mit Eisskulpturen und einer Eisrutsche. Nimm auch im Hochsommer warme Kleidung mit, du stehst fast auf 4.000 Metern, und die dünne Luft merkst du beim ersten Treppensteigen. Die Retourfahrt ab Zermatt kostet 2026 je nach Saison 120 bis 132 CHF, im Winter 104 CHF.
3. Stellisee: die perfekte Spiegelung
Das ist das zweite ikonische Matterhorn-Foto, der Berg, der sich in einem Bergsee spiegelt. Der Stellisee liegt nur wenige Hundert Meter von der Bergstation Blauherd entfernt, hinauf kommst du über Sunnegga. Bei Windstille und früh am Morgen liegt auf dem ruhigen Wasser ein makelloses Spiegelbild des Gipfels. Der Stellisee ist der berühmteste der Seen am 5-Seenweg, zu dem wir gleich noch kommen.
4. Riffelsee: die Spiegelung auf dem Weg vom Gornergrat
Der zweite Spiegelsee ist der Riffelsee unterhalb des Gornergrats, ein paar Minuten von der Haltestelle Rotenboden der Zahnradbahn. Steig eine Station vor dem Gipfel aus, geh ein paar Minuten zum See hinunter, und du hast das Matterhorn samt Spiegelbild, oft mit deutlich weniger Menschen als an der Hauptplattform. Die ideale Kombination: mit der Bahn ganz hinauf auf den Gornergrat, dann zu Fuß am Riffelsee vorbei bergab. Nicht verwechseln mit dem Riffelsee im Tiroler Pitztal, der in der Suche gern mit auftaucht.
5. Der 5-Seenweg
Eine gemütliche Runde oberhalb von Sunnegga, die fünf Bergseen verbindet: Stellisee, Grindjisee, Grünsee, Moosjisee und Leisee. Von mehreren siehst du das Matterhorn, in zwei davon kann man an warmen Tagen sogar baden. Der Grindjisee, versteckt zwischen Fels und einem kleinen Lärchenwald, ist oft die ruhigere Alternative zum vollen Stellisee. Die Route ist technisch einfach und gehört zu den schönsten Halbtagswanderungen rund um Zermatt.
6. Sunnegga: schnell und bequem
Der schnellste Matterhorn-Blick überhaupt. Die unterirdische Standseilbahn Sunnegga Express bringt dich in wenigen Minuten aus dem Dorf auf 2.288 Meter. Mit Kindern oder wenn die Zeit knapp ist, ist das die beste Wahl: an der Station liegt der Leisee mit Spielplatz, und direkt gegenüber steht das Matterhorn. Mit 30 bis 33 CHF retour im Sommer 2026 ist Sunnegga der mit Abstand günstigste Aussichtspunkt.
7. Rothorn und Schwarzsee: der Blick aus einem anderen Winkel
Das Rothorn (3.103 m) zeigt dir den ganzen Berg aus größerer Entfernung, das Matterhorn passt hier samt Nachbargipfeln ins Bild. Der Schwarzsee (2.552 m) liegt dagegen am nächsten am Fuß des Bergs, mit einer kleinen Kapelle am Ufer, und von hier gehen die Bergsteiger zur Hörnlihütte los. Beide Orte sind ideal, wenn du den Massen am Gornergrat ausweichen willst.
💡 Tipp: Bergbahnen und Ausflüge rund um Zermatt buchst du in der Hochsaison besser vorab. Tickets und Touren findest du gesammelt hier: Ausflüge und Bergbahnen in Zermatt →
Wann das Matterhorn wolkenfrei ist
Das unterschätzen die meisten Besucher, und dann stehen sie oben auf der Plattform vor einer grauen Wand. Die Faustregel ist einfach: morgens klar, nachmittags Wolken. Der Gipfel „näht“ sich gern seine eigene Wolke. Feuchte Luft steigt im Lauf des Vormittags an den Wänden auf, kühlt ab, und um die Spitze bildet sich Dunst, oft schon ab etwa zehn Uhr. Die typische Wolkenfahne auf der Leeseite gehört zum Matterhorn wie die schiefe Spitze.Unser Rat ist deshalb eindeutig: Fahr morgens zu den Aussichtspunkten, am besten mit der ersten Bahn. Du hast dann nicht nur die größte Chance auf einen freien Gipfel, sondern auch weniger Leute um dich und ein Morgenlicht, das dem Berg richtig gut steht. Und wenn du die perfekte Spiegelung im Stellisee oder Riffelsee willst, ist es frühmorgens meist windstill und das Wasser glatt.
Ganz ehrlich: Die Matterhorn Besteigung ist keine Wanderung, sondern eine ernsthafte Hochtour mit Kletterei. Das ist kein Berg, den man „mal eben“ hochgeht. Wenn dir alpine Erfahrung, Steigeisen- und Pickeltechnik und die Kondition für einen langen Tag in großer Höhe fehlen, ist dieser Gipfel nichts für dich, und das ist völlig in Ordnung. Die allermeisten Menschen bewundern das Matterhorn von unten.Der mit Abstand häufigste Weg ist der Hörnligrat, der Schweizer Normalweg. Er führt von der Hörnlihütte (3.260 m) über den Nordostgrat direkt zum Gipfel, gut 1.200 Höhenmeter, teils mit Fixseilen gesichert, aber mit brüchigem Fels und echter Steinschlaggefahr. Von der italienischen Seite kommt der Liongrat (Cresta del Leone) ab dem Rifugio Carrel. Beide Routen gelten als ZS+ (ziemlich schwierig, international etwa AD+) mit Kletterstellen im III. Grad (UIAA) und verlangen sicheres Gehen und Sichern in ausgesetztem Gelände. Der Aufstieg ab der Hütte dauert üblicherweise vier bis sechs Stunden, der Abstieg etwa genauso lang, du bist also den ganzen Tag unterwegs. Seriöse Bergführerbüros in Zermatt verlangen vorher eine Eingehtour, etwa auf das Riffelhorn oder die Breithorn-Überschreitung, und Erfahrung auf mehreren Viertausendern.Das Matterhorn hat vier markante Wände und vier Grate: Neben Hörnli- und Liongrat gibt es den längeren und schwierigeren Zmuttgrat und den Furggengrat, die nur sehr erfahrene Alpinisten angehen. Einen besonderen Ruf hat die Nordwand, eine der sechs großen Nordwände der Alpen. Durchstiegen wurde sie erstmals 1931 von den Münchner Brüdern Franz und Toni Schmid, die bis zum Wandfuß und wieder zurück mit dem Fahrrad gefahren waren. Ihre Route heißt bis heute Schmid-Route.
💡 Tipp: Etwa auf halber Höhe des Hörnligrats, auf 4.003 m, steht die Solvayhütte, ein vom Schweizer Alpen-Club betreutes Notbiwak. Zum Übernachten oder für eine Pause mit Getränk ist sie nicht gedacht: Die zehn Notlager sind nur für den Fall da, dass eine Seilschaft vom Wetter oder einem Unfall überrascht wird.
Die große Mehrheit derer, die auf dem Matterhorn stehen, geht mit einem Bergführer, und genau das raten wir dir dringend. Am Hörnligrat führt ein Bergführer nur einen einzigen Gast, er kennt die Verhältnisse und erhöht deine Chancen, heil zurückzukommen, enorm. Für das Führerhonorar nennen Bergführerbüros aktuell grob 1.500 bis gut 2.000 Euro, dazu kommen Hütte mit Halbpension (ab rund 150 CHF pro Person, und du zahlst auch für deinen Bergführer), Bahn zum Schwarzsee und Leihmaterial. Die Saison für Besteigungen läuft je nach Verhältnissen etwa von Mitte Juli bis Mitte September, und für die Hütte brauchst du in der Hochsaison eine Reservierung mit großem Vorlauf.Eine ehrliche Warnung: Das Matterhorn gehört zu den Bergen mit den meisten Todesopfern in den Alpen. Seit 1865 sind hier mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen, und fast jeden Sommer kommen neue dazu, meist nach einem plötzlichen Wetterumschwung, einem Sturz oder aus Erschöpfung. Wenn das Wetter kippt, drehen auch erfahrene Seilschaften um. Der Berg läuft dir nicht weg.
Die Erstbesteigung von 1865
Das Matterhorn war einer der letzten großen Alpengipfel, die sich wehrten. Zuerst oben stand am 14. Juli 1865 eine Seilschaft um den englischen Bergsteiger Edward Whymper. Sie war von Zermatt aus über den Hörnligrat gestiegen, während auf der italienischen Seite Jean-Antoine Carrel mit seinen Leuten über den Liongrat unterwegs war. Vom Gipfel aus sahen Whymper und seine Begleiter die Italiener weit unter sich, Carrel erreichte die Spitze erst drei Tage später. Mit diesem Wettlauf endete das „goldene Zeitalter“ des Alpinismus.Der Ruhm hielt nur wenige Stunden. Beim Abstieg kam es zur Katastrophe: Der wenig erfahrene Douglas Hadow rutschte aus und riss drei Männer mit, alle vier, Hadow, Reverend Charles Hudson, der junge Lord Francis Douglas und der Bergführer Michel Croz, stürzten über die Nordwand in die Tiefe. Whymper und die beiden Zermatter Bergführer Peter Taugwalder Vater und Sohn überlebten nur, weil das Seil zwischen ihnen riss. Die Leiche von Lord Douglas wurde nie gefunden. Das gerissene Seil liegt heute im Matterhorn Museum in Zermatt und gehört zu den eindringlichsten Ausstellungsstücken, die du in den Alpen sehen kannst.Weitere Premieren ließen nicht lange auf sich warten. Schon 1871 stand mit der Britin Lucy Walker die erste Frau auf dem Gipfel, der Überlieferung nach im langen Rock, wie es damals üblich war. 1877 folgte mit Anna Voigt aus Frankfurt am Main die erste deutsche Bergsteigerin. Heute stehen jeden Sommer Tausende Menschen oben, aber der Respekt, den sich das Matterhorn 1865 verschafft hat, ist geblieben.
Matterhorn fotografieren: unsere Tipps
Fotografiert wird das Matterhorn von allen, aber ein wirklich gutes Bild braucht ein bisschen Planung. Das hat bei uns und bei anderen funktioniert:
Geh früh am Morgen los. Freier Gipfel, glattes Wasser für die Spiegelung, warmes Licht, alles spielt für dich. Nach zehn Uhr riskierst du Wolken.
Für die Spiegelung zum Stellisee oder Riffelsee. Windstille und ruhiges Wasser sind entscheidend. Selbst eine Pfütze nach dem Regen gibt einen überraschend guten Spiegeleffekt.
Goldene Stunde und Alpenglühen. Bei Sonnenaufgang färbt sich die Spitze rosa, vom Gornergrat oder vom Riffelsee aus ist das unvergesslich. Deshalb lohnt es sich, in Zermatt zu übernachten.
Such dir einen Vordergrund. Eine Lärche, die Kapelle am Schwarzsee, die alten Holzstadel im Hinterdorf: Ein Vordergrund gibt dem Bild Tiefe, sonst bleibt der Berg nur ein „Zahn am Himmel“.
Die Kirchbrücke in Zermatt. Der klassische Blick aufs Matterhorn über den Dächern des Dorfs, ganz ohne Bergbahn erreichbar.
Wie du zum Matterhorn kommst
Ausgangspunkt für alles rund ums Matterhorn ist Zermatt (rund 1.610 m). Das Dorf ist autofrei: Mit dem Auto kommst du nur bis Täsch ein paar Kilometer weiter unten, dort stellst du es ins Parkhaus (ab etwa 16 CHF pro Tag) und fährst die letzten zwölf Minuten mit dem Shuttlezug. Von Stuttgart sind es rund 440 Straßenkilometer bis Täsch, von München rund 480, von Frankfurt rund 650. Mit der Bahn geht es aus Deutschland meist über Basel und Bern durch den Lötschberg-Basistunnel nach Visp, dort steigst du in die Matterhorn Gotthard Bahn nach Zermatt um. Fliegen lohnt sich aus Süddeutschland kaum; aus dem Norden kannst du nach Zürich oder Genf fliegen und dort in den Zug steigen. Das Deutschlandticket gilt in der Schweiz übrigens nicht.Von Zermatt aus führt ein Netz aus Zahnradbahnen und Seilbahnen zu den Aussichtspunkten (Gornergrat Bahn, Sunnegga, Matterhorn Express, Glacier Ride). Du kannst aber auch zu Fuß gehen, und das empfehlen wir ausdrücklich: Es lohnt sich, auf den Wegen ist wenig los, und die Bahnen sind wirklich teuer. Im Dorf selbst geht man zu Fuß oder fährt mit den kleinen Elektrotaxis.Den kompletten praktischen Guide zum Dorf, also Anreise im Detail, Unterkünfte, Spartipps und was es sonst noch zu sehen gibt, findest du im Artikel Zermatt Sehenswürdigkeiten: 17 Highlights rund ums Matterhorn.
💡 Tipp: Du willst mit Blick auf den Berg schlafen und ihn im Morgenrot erwischen? Unterkünfte in Zermatt sind in der Saison früh ausgebucht, schau dir die Unterkünfte in Zermatt an → und buche rechtzeitig.
Matterhorn Seilbahn Preise 2026
Zermatt ist nicht billig, es gehört zu den teuersten Orten der Alpen überhaupt. Hier die offiziellen Preise für eine Retourfahrt ab Zermatt für Erwachsene im Sommer 2026, laut Zermatt Bergbahnen und Gornergrat Bahn. Die Bergbahnen arbeiten mit Saisonpreisen, im Juni und ab Mitte September ist es etwas günstiger als im Juli und August. Der Franken steht aktuell etwas über dem Euro, rechne also grob mit gut 1 € pro CHF:
Ausflug / Bahn
Zielhöhe
Retour Sommer 2026 (Erwachsene)
Gornergrat (Zahnradbahn)
3.089 m
132 CHF (≈ 140 €)
Matterhorn Glacier Paradise
3.883 m
120–132 CHF (≈ 125–140 €)
Rothorn (über Sunnegga)
3.103 m
81–89 CHF (≈ 85–95 €)
Sunnegga Express
2.288 m
30–33 CHF (≈ 32–35 €)
Schwarzsee (Matterhorn Express)
2.552 m
67 CHF im Hochsommer (≈ 70 €)
Wenn du mehrere Fahrten planst, schau dir den regionalen Peak Pass oder die Swiss Half Fare Card an. Mit Halbtax, GA oder Swiss Travel Pass zahlst du auf den Zermatter Bergbahnen und am Gornergrat die Hälfte, aber nicht null, anders als auf vielen Strecken im Tal. Rechne also nach, was sich für dich lohnt.
💡 Tipp: Sunnegga hat mit Abstand das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: Für einen Bruchteil des Gornergrat-Preises hast du das Matterhorn direkt vor dir und einen See für die Spiegelung gleich dazu. Wenn du sparen musst, fang hier an.
Wo du in Zermatt übernachtest
Zermatt ist autofrei, du kommst also mit dem Zug aus Täsch, wo das Auto im Parkhaus bleibt. Im Dorf selbst zu schlafen ist teuer, spart dir aber Zeit und Fahrten, gerade wenn du morgens mit der ersten Bahn los willst. Günstigere Alternativen sind Täsch und Randa ein paar Minuten talabwärts.
Am günstigsten: ein Hostelbett oder eine einfache Pension in Täsch ab grob 60 bis 100 CHF pro Person und Nacht.
Mittelklasse: ein Doppelzimmer in Zermatt mit Frühstück ab grob 200 bis 350 CHF.
Mit Matterhornblick: Zimmer auf der Südseite kosten Aufpreis, aber der Blick am Morgen ist es wert.
Praktischer Rat: Die Schweiz ist teuer, ein Apartment mit kleiner Küche spart beim Essen mehr, als du denkst.
Preise und Bewertungen sind Richtwerte (Quelle GetYourGuide), aktuelle Angaben siehst du nach dem Klick.
Wie hoch ist das Matterhorn?
Das Matterhorn ist 4.478 Meter hoch. Der höchste Berg der Schweiz ist es nicht, das ist die benachbarte Dufourspitze im Monte-Rosa-Massiv mit 4.634 m. Wegen seiner scharfen Pyramidenform gehört das Matterhorn aber zu den bekanntesten Bergen der Welt.Liegt das Matterhorn in der Schweiz oder in Italien?
In beiden Ländern. Das Matterhorn steht über Zermatt im Kanton Wallis, die Grenze zu Italien verläuft genau über den Grat, der Gipfel ist also halb schweizerisch und halb italienisch. Auf Italienisch heißt der Berg Monte Cervino, der Ort auf der italienischen Seite ist Breuil-Cervinia.Wo ist der beste Aussichtspunkt aufs Matterhorn?
Das klassische Postkartenmotiv hast du vom Gornergrat (3.089 m). Für die perfekte Spiegelung im See fährst du zum Stellisee (über Sunnegga und Blauherd) oder zum Riffelsee unterhalb des Gornergrats. Am höchsten kommst du am Matterhorn Glacier Paradise (3.883 m). Kostenlos und ohne Bahn geht es an der Kirchbrücke mitten in Zermatt.Fährt eine Seilbahn auf das Matterhorn?
Nein, auf den Gipfel des Matterhorns führt keine Bahn, dort kommen nur Bergsteiger hinauf. Die Seilbahn fährt auf das benachbarte, niedrigere Klein Matterhorn (Matterhorn Glacier Paradise, 3.883 m), die höchstgelegene Bergbahnstation Europas, von wo du den Berg zum Greifen nah hast. Die Retourfahrt kostet im Sommer 2026 120 bis 132 CHF.Wann ist das Matterhorn wolkenfrei?
Am sichersten früh am Morgen. Um den Gipfel bilden sich oft schon ab etwa zehn Uhr Wolken. Fahr deshalb mit der ersten Bahn zu den Aussichtspunkten, dann hast du einen freien Gipfel, Morgenlicht und weniger Leute. Vorher lohnt ein Blick auf die Webcams.Kann man das Matterhorn ohne Erfahrung besteigen?
Nein. Die Besteigung über den Hörnligrat ist eine ernsthafte, anspruchsvolle Hochtour (ZS+, Kletterstellen im III. Grad) in ausgesetztem Gelände mit brüchigem Fels. Du brauchst alpine Erfahrung, Erfahrung auf mehreren Viertausendern, sehr gute Kondition und praktisch immer einen Bergführer. Für normale Wanderer ist der Gipfel nicht geeignet, der Weg zur Hörnlihütte dagegen schon.Was kostet eine Matterhorn Besteigung mit Bergführer?
Am Hörnligrat führt ein Bergführer nur einen Gast. Für das Führerhonorar nennen Bergführerbüros grob 1.500 bis gut 2.000 Euro, eine vorgeschaltete Eingehtour kostet extra. Dazu kommen die Hörnlihütte mit Halbpension (ab rund 150 CHF pro Person, auch für den Bergführer), die Bahn zum Schwarzsee und Leihmaterial. Buchen solltest du mit großem Vorlauf.Wer hat das Matterhorn als Erster bestiegen?
Als Erste stand am 14. Juli 1865 die Seilschaft von Edward Whymper über den Hörnligrat auf dem Gipfel. Beim Abstieg stürzten vier Mitglieder über die Nordwand tödlich ab, weil das Seil zu den Überlebenden riss. Die Italiener um Jean-Antoine Carrel erreichten den Gipfel drei Tage später über den Liongrat.Warum ist das Matterhorn nicht mehr auf der Toblerone?
Die Dreiecksform der Toblerone gilt seit 1908 als vom Matterhorn inspiriert, auch wenn die Familie Tobler selbst eine andere Geschichte erzählte. Seit Mondelez einen Teil der Produktion 2023 nach Bratislava verlegt hat, darf die Verpackung nach den Schweizer „Swissness“-Regeln das Matterhorn nicht mehr zeigen. Statt des Bergs ist dort jetzt ein stilisierter Gipfel abgebildet.Wie viele Tage sollte man für das Matterhorn einplanen?
Wenn es dir um Aussicht und Fotos geht, reichen zwei bis drei Tage in Zermatt, dann schaffst du den Gornergrat, einen der Spiegelseen und das Matterhorn Glacier Paradise. Plane einen Puffer fürs Wetter ein: Ist der erste Morgen bewölkt, hast du noch einen zweiten Versuch.
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