Schönste Wanderungen in den Beskiden: 9 Touren mit Fernblick in Tschechien
Aktualizováno 2.10.2026
Wer „Beskiden“ hört, denkt meist an Polen. Der Karpatenbogen beginnt aber schon in Tschechien, ganz im Osten zwischen Ostrava und der slowakischen Grenze, und genau dort liegen einige der schönsten Wanderungen der Beskiden, die in Deutschland kaum jemand kennt. Die Kämme ziehen sich hier über Dutzende Kilometer, die Wege laufen oben auf dem Rücken entlang, und von Aussichtstürmen, Almwiesen und Kahlschlägen schaust du an klaren Tagen bis zur Hohen Tatra, zur Kleinen Fatra und hinüber ins Industriegebiet um Katowice. Wir haben neun Touren ausgesucht, bei denen die Aussicht das einzige Kriterium war, nicht die Gipfelhöhe.Jede Tour ist gleich aufgebaut: Länge, Höhenmeter, Gehzeit, eine Tabelle mit den Wegpunkten und Kilometern, der Verlauf nach Markierungsfarben, Anfahrt und Parken, Einkehr und ein paar Dinge am Wegrand. Dazu schreiben wir bei jeder Route ganz konkret, was du von wo siehst, denn darum geht es in dieser Auswahl. Am Ende folgt ein Kapitel über die Jahreszeiten, also wann die Touren am schönsten sind und wann das Licht für Fotos passt.
Schönste Wanderungen in den Beskiden auf einen Blick
Wie viele Touren: neun, zwischen 9 und 24 km lang, verteilt auf die Mährisch-Schlesischen Beskiden mit den Veřovické vrchy, den tschechischen Teil der Schlesischen Beskiden, die Vsetínské vrchy und die Javorníky an der slowakischen Grenze.
Bestes Panorama: der Aussichtsturm auf der Velká Čantoryje (995 m, rund 29 Meter hoch) und der ganze Grenzkamm der Javorníky bis zum kleinen Turm auf dem Stratenec.
Längste Streckenwanderung: die Überschreitung der Javorníky vom Grenzübergang Bumbálka, 20,6 km und 810 Höhenmeter im Aufstieg, immer auf der tschechisch-slowakischen Grenze. Noch länger ist nur die Runde über Prašivá und Ropička mit 24,3 km.
Kürzeste Tour: die Runde vom Stausee Bystřička über den Vsacký Cáb, ungefähr 9 km.
Am besten mit dem Zug: Ostravice, Kunčice pod Ondřejníkem, Veřovice und Frenštát pod Radhoštěm. Ein Auto brauchst du vor Ort wirklich nicht.
Wann losgehen: in der zweiten Oktoberhälfte wegen der Farben und der Inversionen, Ende Mai und im Juni wegen der blühenden Bergwiesen.
Worauf du achten musst: auf die Kněhyně und den Travný führt kein markierter Weg, beide Gipfel liegen in streng geschützten Zonen.
Wie wir die schönsten Wanderungen in den Beskiden ausgewählt haben
Die tschechischen Beskiden haben eine Eigenschaft, die viele Wanderer überrascht: Die höchsten Gipfel sind nicht automatisch die mit der besten Aussicht. Ein großer Teil der Kämme ist mit Fichten bewachsen, und der Blick öffnet sich eher von Weiden, Lichtungen, Sätteln und Aussichtstürmen als vom Vermessungspunkt ganz oben. Deshalb findest du in dieser Auswahl auch Berge, die knapp über 900 Meter hoch sind, dafür aber ein Panorama über drei Länder haben.Wir halten uns an drei Regeln. Erstens: Die Route muss markiert sein, also von A nach B oder als Runde auf den Wegzeichen des Tschechischen Touristenklubs (KČT) verlaufen. Zweitens: Die Aussicht muss verlässlich sein und darf nicht von einer einzigen frischen Schneise abhängen, die in zehn Jahren wieder zugewachsen ist. Drittens: Du musst ohne Auto hinkommen, am besten mit dem Zug.Die tschechischen Markierungen sind leicht zu lesen, wenn du einmal das System kennst: ein farbiger Streifen zwischen zwei weißen, an Bäumen und Pfählen. Rot läuft über die Kämme und ist das Rückgrat der Fernwege, Blau ist meist die zweitwichtigste Verbindung, Grün und Gelb sind in der Regel Zubringer aus den Tälern. Auf dem Kamm der Javorníky und über Nýdek gehst du auf der roten Markierung buchstäblich auf der Staatsgrenze, rechts und links von dir liegen zwei verschiedene Länder.Noch ein Wort zur Abgrenzung, weil sie auf Karten gern durcheinandergerät: In diesem Artikel geht es um die tschechische Seite. Die Babia Góra, Szczyrk und der Hauptwanderweg der polnischen Beskiden gehören zu einer anderen Geschichte, die wir in Beskiden Polen erzählen. Nur auf der Čantoryje berühren sich beide Welten, denn der Gipfel liegt direkt auf der Grenze.
💡 Tipp: Schau vor der Abfahrt in die Vorhersage, ob eine Inversion kommt. Liegt über Ostrava und dem Beskidenvorland Nebel und darüber ein Hochdruckgebiet, sind die Kämme über 800 Meter meist über der Nebeldecke, und die Fernsicht ist die beste des ganzen Jahres.
Neun Touren: die schönsten Wanderungen in den Beskiden
Du suchst die schönsten Wanderungen in den tschechischen Beskiden? Vielleicht kennst du den einen oder anderen Tipp schon, vielleicht hast du längst deine eigenen Lieblingsecken. Hier sind unsere.
1. Nýdek – Velká Čantoryje – Beskydské sedlo – Velký Sošov – Nýdek
Eckdaten: 17 km · rund 790 Höhenmeter hinauf und hinunter · etwa 5 bis 6 Stunden · mittelschwer · Start und Ziel Nýdek bei Třinec · Rundweg.
Wegpunkt
Kilometer
Nýdek, Dorfplatz
0,0 km
Dziol
1,9 km
Denkmal für Jiří Třanovský
2,7 km
Velká Čantoryje, Aussichtsturm (995 m)
5,2 km
Beskydské sedlo (660 m)
7,9 km
Velký Sošov
10,5 km
Nýdek, Dorfplatz
17,0 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Vom Dorfplatz in Nýdek steigst du auf der roten Markierung zum Dziol hinauf, wo der Weg das Dorf verlässt und in den Wald führt. An der Kreuzung unterhalb der Hütte wechselst du auf Gelb, das dich bis zur Hütte bringt, von dort sind es nur noch ein paar Minuten zum Gipfel mit dem Turm. Zurück geht es auf Rot über den Grenzkamm, über den Sattel Beskydské sedlo zum Velký Sošov, und erst danach steigst du auf Blau ins Tal der Hluchová ab und folgst ihr zurück nach Nýdek. Verlaufen kannst du dich am ehesten im Beskydské sedlo, wo sich tschechische und polnische Markierungen kreuzen. Prüf dort die Richtung am Wegweiser.Was du von oben siehst: Der Aussichtsturm auf der Velká Čantoryje steht auf der tschechischen Seite des Gipfels und ist rund 29 Meter hoch, der Eintritt kostet eine kleine Gebühr, bezahlen kannst du in Kronen, Złoty oder mit Karte. Nach Norden blickst du über das Teschener Land bis Ostrava und in den Ballungsraum Katowice, im Süden liegt der Hauptkamm der Mährisch-Schlesischen Beskiden mit der Lysá hora, im Osten der polnische Teil der Schlesischen Beskiden. Bei guter Sicht tauchen auch die Kleine Fatra und die Tatra auf. Der Kammabschnitt zum Sošov bietet danach abwechselnd Durchblicke nach Polen und auf die tschechische Seite, und das ist für uns das Schönste an der ganzen Tour.Anfahrt und Parken: Mit dem Bus bis zur Haltestelle Nýdek, náměstí, aus Třinec oder aus Bystřice. Mit dem Auto parkst du am Dorfplatz oder in der Nähe des Restaurants Nýdečanka. Die Runde bringt dich an denselben Ort zurück.Einkehr und Wasser: Die Hütte auf der Čantoryje ein Stück unterhalb des Gipfels und die Gasthäuser direkt in Nýdek, wo es die gorolischen Fladen (gorolské placky) gibt, eine Spezialität der Goralen im Teschener Land. Auf dem Kamm zwischen Gipfel und Sošov gibt es nichts, füll dein Wasser in Nýdek oder an der Hütte auf.Unterwegs: Beim Aufstieg passierst du das Denkmal für Jiří Třanovský, einen evangelischen Pfarrer und Verfasser eines Gesangbuchs, das in der Region über Jahrhunderte gesungen wurde. Der Gipfel ist zugleich Grenzpunkt, du kannst also mit einem Fuß in Polen stehen. Ein Stück westlich des Gipfels liegt ein Naturschutzgebiet mit ursprünglicher Beskidenvegetation.
Eckdaten: 24,3 km · mittelschwer, aber lang · rechne mit 7 bis 8 Stunden · Start und Ziel Komorní Lhotka · Kammrunde über dem Teschener Land.
Wegpunkt
Kilometer
Komorní Lhotka
0,0 km
Komorní Lhotka, Sauna
1,1 km
Hütte Prašivá (706 m)
3,9 km
Kotař
7,0 km
Hütte Ropička (918 m)
9,9 km
Pod Velkým Lipovým (1003 m)
11,4 km
Sattel Gutské sedlo
17,1 km
Řeka
18,5 km
Hütte Godula (737 m)
23,1 km
Komorní Lhotka
24,3 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Aus Komorní Lhotka geht es nach Südwesten auf der gelben Markierung los, vorbei an der Sauna hinauf zur Prašivá. Ab der Hütte bleibst du auf dem Kamm, über den Kotař und die Ropička bis unter den Velké Lipové, den höchsten Teil des ganzen Rückens. Der Abstieg führt über den Sattel Gutské sedlo ins Dorf Řeka und von dort über die Hütte Godula zurück zum Ausgangsort. Abkürzen kannst du jederzeit: Entlang des ganzen Kamms zweigen Markierungen nach Vyšní Lhoty, Raškovice und Smilovice ins Tal ab.Was du von oben siehst: Dieser Kamm hat seine besten Blicke nach Norden. Von der Prašivá und vom Kotař aus liegt das ganze Teschener Land vor dir, Frýdek-Místek und dahinter das Ostrauer Becken, bei gutem Wetter reicht der Blick bis zur Oder. Vom Abschnitt unter dem Velké Lipové und dem Javorový (1031 m) schaust du dagegen über das Tal der Morávka auf das Massiv des Travný und auf die Lysá hora. Von der Godula hast du einen schönen Blick zurück auf den ganzen Kamm, den du gerade überschritten hast, und das ist immer der beste Abschluss eines Tages.Anfahrt und Parken: Mit dem Bus nach Komorní Lhotka aus Třinec oder Frýdek-Místek, mit dem Auto parkst du im Ortszentrum. Da es eine Runde ist, wartet das Auto am selben Ort auf dich. Die kürzere Variante von Vyšní Lhoty auf die Prašivá schaffst du in einer Stunde, sie geht sogar mit dem Kinderwagen.Einkehr und Wasser: Auf der Strecke liegen gleich drei Berghütten: Prašivá, Ropička und Godula. Die Hütte auf der Prašivá steht seit 1921 auf einem Vorgipfel in gut 700 Metern Höhe und hat ein Restaurant. Die Öffnungszeiten solltest du vorher prüfen, außerhalb der Hauptsaison ist unter der Woche oft geschlossen.Unterwegs: Die kleine Holzkirche des heiligen Antonius von Padua bei der Hütte Prašivá stammt aus dem Jahr 1640 und gehört zu den ältesten Bauten dieser Art in der Region. Der Kamm ist außerdem klassische goralische Weidelandschaft, du triffst also auf Sennhütten (salaše) und Schafherden.
💡 Tipp: Wenn dir die Aussicht wichtiger ist als die Kilometer, geh nur das Stück Vyšní Lhoty – Prašivá – Kotař und zurück. Damit hast du den aussichtsreichsten Teil des Kamms in weniger als der halben Zeit.
3. Bocanovice – Kozubová – Návsí
Eckdaten: ungefähr 13,1 km · rund 550 Höhenmeter im Aufstieg · 4 Stunden · leicht bis mittelschwer · Start Bocanovice, Ziel Návsí · Streckenwanderung.
Wegpunkt
Kilometer
Bocanovice
0,0 km
Bocanovice, Schule
0,5 km
Malá Kykula
3,8 km
Sattel unter der Malá Kykula
4,3 km
Kozubová, Sennhütte
5,4 km
Kozubová (982 m)
6,0 km
Nad Milíkovem
8,4 km
Návsí, Varcop
10,7 km
Návsí
13,1 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Von Bocanovice steigst du auf der grünen Markierung an der Schule vorbei über die Malá Kyčera und die Malá Kykula in den Sattel unter dem Gipfel. Von dort ist es noch etwa ein Kilometer bis zur Sennhütte und zum Gipfel der Kozubová. Den Abstieg nimmst du auf Blau über die Kreuzung Nad Milíkovem und Varcop nach Návsí, von wo der Zug fährt. Die Markierung verläuft hier stellenweise auf Asphalt zwischen verstreuten Höfen, achte deshalb genauer auf die Zeichen als anderswo.Was du von oben siehst: Die Kapelle der heiligen Anna auf dem Gipfel hat einen 18 Meter hohen, schlanken Turm, der als Aussichtsturm ausgebaut ist. Vom Umgang überblickst du fast das ganze tschechisch-polnisch-slowakische Grenzland im Norden und Osten, also die Jablunkauer Furche, die Schlesischen Beskiden und die slowakischen Kysuce. Von den Weiden rund um die Sennhütte öffnet sich der Blick nach Süden auf den Kamm mit dem Velký Polom, und zwar auch ohne dass du auf den Turm steigst.Anfahrt und Parken: Die ideale Zugtour. Bocanovice und Návsí liegen an der Strecke von Český Těšín nach Čadca in der Slowakei, ein Auto brauchst du also gar nicht. Wer doch mit dem Auto kommt, lässt es in Návsí stehen und macht aus der Tour eine Runde über Milíkov.Einkehr und Wasser: Die gemauerte Touristenhütte auf der Kozubová von 1989 steht direkt bei der Kapelle, ihre Vorgängerin von 1929 ist 1973 abgebrannt. Unterwegs gibt es sonst nichts, versorg dich in Bocanovice oder erst oben am Gipfel.Unterwegs: Die steinerne Kapelle der heiligen Anna wurde 1936 und 1937 gebaut und ist bis heute ein Wallfahrtsort. Zum Namen des Bergs gibt es mehrere Theorien: Eine führt ihn auf eine Sennhütte eines Besitzers namens Kozub zurück, eine andere auf das Wort „kozub“, das im Slowakischen Feuerstelle bedeutet, was an die Feuer der Hirten an den Hängen erinnern soll.
4. Ostravice – Smrk – Ostravice
Eckdaten: 13 km · 845 Höhenmeter hinauf und hinunter · 5 Stunden · anspruchsvoller, es geht auf den zweithöchsten Gipfel des Gebirges · Start und Ziel Bahnhof Ostravice · Rundweg.
Wegpunkt
Kilometer
Ostravice, Bahnhof
0,0 km
Pod Smrčkem
2,7 km
Nad Hlubčankou
4,6 km
Smrk (1276 m)
5,6 km
Smrk, Sattel
6,6 km
Nad Hlubčankou
8,9 km
Ostravice, Bahnhof
13,0 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Vom Bahnhof gehst du zuerst auf Blau Richtung Kunčice, dann wird aus der Markierung ein Forstweg, der auf die rote Route trifft. Sie ist die Hauptverbindung zwischen Ostravice und Čeladná und führt bis auf den Gipfel. Zurück gehst du über den Sattel unterhalb des Gipfels und wieder auf Rot hinunter. Wer einen anderen Weg will, kann auch auf Gelb vom Stausee Šance aufsteigen, das sind etwa 6 km in eine Richtung.Was du von oben siehst: Der Smrk ist bewaldet, und gerade deshalb ist jeder Durchblick so viel wert. Von den Lichtungen und den Hangkanten über der Hlubčanka schaust du über das Tal der Ostravice direkt auf die Lysá hora mit ihrem Sendeturm, im Nordwesten liegt der Rücken des Ondřejník mit der Skalka und dahinter das Beskidenvorland. Vom Sattel zwischen Smrk und Malý Smrk öffnet sich der Blick nach Süden ins Einzugsgebiet der Bílá Ostravice.Anfahrt und Parken: Mit dem Zug aus Frýdek-Místek über Frýdlant nad Ostravicí direkt bis Ostravice. Aus Frenštát steigst du in Frýdlant um, denn Ostravice liegt an einer eigenen Stichstrecke. Am Bahnhof und am Gemeindeamt parkst du kostenlos, Busse halten auch im Ortszentrum.Einkehr und Wasser: Unterwegs gibt es nichts, Essen und Wasser musst du mitnehmen. Nach der Rückkehr hat in Ostravice die kleine Brauerei Beskydský pivovárek mit Küche geöffnet.Unterwegs: Im Massiv des Smrk liegen die Wasserfälle des Bučací potok, einige der größten Kaskadenfälle in diesem Teil der Karpaten mit einer Gesamthöhe von rund 40 Metern. Sie liegen allerdings in einem Naturschutzgebiet abseits der markierten Wege, deshalb empfehlen wir den Abstecher nicht. Im Januar 2006 ging hier eine Lawine ab, die als erster tödlicher Lawinenunfall in den Beskiden gilt. Das sagt einiges über den winterlichen Charakter dieses Bergs.
Eckdaten: 16,6 km, ohne den Abstecher auf den Gipfel des Ondřejník 13,9 km · 680 Höhenmeter hinauf und hinunter · 5 Stunden · mittelschwer · Start und Ziel Bahnhof Kunčice pod Ondřejníkem (475 m) · Rundweg.
Wegpunkt
Kilometer
Kunčice pod Ondřejníkem, Bahnhof
0,0 km
Skalka (964 m)
3,5 km
Ondřejník, Sattel
6,3 km
Ondřejník, Gipfel
7,4 km
Hütte Ondřejník
10,0 km
Opálená
13,8 km
Kunčice pod Ondřejníkem, Bahnhof
16,6 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Vom Bahnhof steigst du auf Blau zur Skalka auf, dem höchsten Punkt des ganzen Rückens. Weiter geht es über den Kamm zum Sattel, von dem ein unmarkierter Pfad auf den eigentlichen Gipfel des Ondřejník abzweigt. Wer ihn auslässt, spart 2,7 km. Zurück geht es auf Grün an der Hütte Ondřejník vorbei und über die Opálená wieder hinunter ins Dorf.Was du von oben siehst: Der Ondřejník ist ein vorgelagerter Rücken, und genau das ist sein Vorteil. Von der Skalka und von den Wiesen um die Hütte blickst du auf den ganzen Radhošť-Kamm mit Radhošť, Pustevny und Kněhyně und über das Tal auf die Lysá hora und den Smrk. Im Norden und Westen liegt dir das Beskidenvorland zu Füßen, Frenštát und bei guter Sicht die Mährische Pforte. Seit den großen Borkenkäfer-Einschlägen nach 2015 sind die Hänge kahler und die Aussicht deutlich weiter als früher.Anfahrt und Parken: Mit dem Zug aus Frenštát, Čeladná oder Frýdek-Místek, die Haltestelle liegt direkt unter der Route. Parken kannst du am Bahnhof oder an der Straße, kostenlos.Einkehr und Wasser: Das Blockhaus Ondřejníček mit Restaurant, die Gaststätte Opálená am Skilift und die Brauerei Ogar ein Stück vom Bahnhof entfernt. Hungrig bleibst du auf dieser Tour ganz sicher nicht.Unterwegs: Das Naturschutzgebiet Skalka mit einem Tannen-Buchen-Bestand, der bis zu 180 Jahre alt ist und stellenweise Urwaldcharakter hat, Blockfelder, um die sich die Sage vom Räuber Ondráš rankt, eine Antoniuskapelle und die Startwiesen der Gleitschirmflieger. Die Hütte Ondřejník steht seit 1906 und 1907.Beskiden, Skalka
6. Veřovice – Velký Javorník – Frenštát pod Radhoštěm
Eckdaten: ungefähr 10,6 km · rund 470 Höhenmeter im Aufstieg · 3,5 Stunden · leicht · Start Bahnhof Veřovice, Ziel Frenštát pod Radhoštěm · Streckenwanderung zwischen zwei Bahnhöfen.
Wegpunkt
Kilometer
Veřovice, Bahnhof
0,0 km
Parkplatz am Fußballplatz
0,5 km
Unterstand Hájenka
1,7 km
Stausee an der Jičínka
2,3 km
Padolí
2,6 km
Velký Javorník, Aussichtsturm (918 m)
4,9 km
Frenštát pod Radhoštěm, Marktplatz
10,6 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Vom Bahnhof Veřovice gehst du auf Gelb an den Gleisen entlang und dann durch das Tal der Jičínka am Unterstand Hájenka und am kleinen Stausee vorbei. An der Kreuzung Padolí wechselst du auf Blau, das dich in Serpentinen durch den Wald auf den Gipfel mit dem Aussichtsturm bringt. Der Abstieg nach Frenštát läuft auf Grün, ist etwa 6 km lang und verliert rund 510 Höhenmeter. Die Markierungen sind hier dicht, verlaufen kannst du dich praktisch nicht.Was du von oben siehst: Der Aussichtsturm auf dem Velký Javorník ist ein reiner Holzbau, rund 25 Meter hoch und seit 2013 offen, mit zwei Plattformen. Von der oberen schaust du direkt auf den Radhošť-Kamm mit der Kapelle auf dem Radhošť, links auf die Lysá hora und näher auf den Rücken des Ondřejník. Im Nordwesten liegt das ganze Umland von Frenštát vor dir, die Mährische Pforte und bei guter Sicht der Rand des Niederen Gesenkes. Auf der unteren Plattform ist der Blick enger, dafür ohne Wind.Anfahrt und Parken: Veřovice und Frenštát liegen an derselben Bahnstrecke, die Tour ist also wie gemacht für den Zug. Mit dem Auto parkst du am Fußballplatz in Veřovice, musst dann aber denselben Weg zurück oder die Tour als Runde ab Frenštát planen, die 13 km lang ist und 580 Höhenmeter hat.Einkehr und Wasser: Die Touristenhütte direkt am Gipfel, die ganzjährig außer montags geöffnet hat, aber keine Übernachtung anbietet. In Frenštát und Veřovice gibt es normale Gasthäuser und Restaurants.Unterwegs: Verwechsle diesen Velký Javorník (918 m in den Veřovické vrchy) nicht mit dem Velký Javorník in den Javorníky, der 1071 m hoch ist und gut 30 Kilometer weiter südöstlich an der slowakischen Grenze liegt. Auf dem Weg von Frenštát kommst du an der Quelle Mařenčina studánka und an einer Lourdes-Kapelle vorbei.
7. Dolní Bečva – Radhošť – Na Kamenném – Dolní Bečva
Eckdaten: 12,5 km · 690 Höhenmeter im Aufstieg · 4,5 Stunden · mittelschwer · Start und Ziel Dolní Bečva · Rundweg.
Wegpunkt
Kilometer
Dolní Bečva, Gemeindeamt
0,0 km
Dolní Rozpité
2,2 km
Abzweig Richtung Hotel Radegast
2,6 km
Kapelle auf dem Radhošť (1129 m)
5,1 km
Radhošť, Kamm
6,0 km
Pod Radhoštěm
7,1 km
Siedlung Na Kamenném
9,6 km
Dolní Bečva
12,5 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Aus dem Zentrum von Dolní Bečva steigst du auf Gelb über Dolní Rozpité auf, wo die Route auf einen unmarkierten Forstweg wechselt und unterhalb des Gipfelplateaus wieder auf die Markierung trifft. Oben stehst du an der Kapelle der Heiligen Kyrill und Method, von dort kannst du auf Blau über den Kamm Richtung Pustevny weitergehen, das sind nur 4 km. Der Abstieg läuft auf Grün über die Siedlung Na Kamenném zurück ins Dorf.Was du von oben siehst: Der Radhošť ist nach dem Smrk der höchste Punkt dieser Auswahl und der offenste von allen. Von der Kapelle und von der Radegast-Statue auf dem Kamm blickst du nach Süden ins Tal der Rožnovská Bečva und auf die Vsetínské vrchy, nach Osten den Kamm entlang zu den Javorníky, nach Norden auf den Ondřejník und die Mährische Pforte. Bei außergewöhnlich guter Sicht sieht man die Tatra und in ganz seltenen Fällen sogar den Schneeberg in Niederösterreich, rund 260 Kilometer entfernt. Der Kammabschnitt nach Pustevny ist einer der wenigen Orte in den Beskiden, an denen du gleichzeitig nach beiden Seiten schaust.Anfahrt und Parken: Mit dem Bus bis zur Haltestelle Dolní Bečva, obecní úřad. Im Zentrum gibt es mehrere Parkplätze, am Gemeindeamt, an der Kirche und am Supermarkt Jednota. Die Runde bringt dich an denselben Ort zurück, mit dem Auto ist das also kein Problem.Einkehr und Wasser: Das Hotel Radegast etwa 300 Meter unterhalb des Gipfels, unterwegs mehrere kleine Quellen. In Dolní Bečva findest du danach eine Auswahl an Gasthäusern am Dorfplatz.Unterwegs: Die Kapelle von 1896 bis 1898 gilt als höchstgelegener Kirchenbau Tschechiens, auf dem Gipfel steht außerdem ein Kreuz von 1805, auf dem Kamm Richtung Pustevny die Statue des slawischen Gottes Radegast von Albín Polášek aus dem Jahr 1930. Über den Radhošť laufen die Grenzen zweier Regionen und zweier Bezirke und sogar die europäische Wasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzem Meer.
Eckdaten: 20,6 km · 810 Höhenmeter im Aufstieg, 720 im Abstieg · 7 Stunden · anspruchsvoll, lange Kammwanderung · Start Grenzübergang Bumbálka, Ziel Frňovské oberhalb von Velké Karlovice · Streckenwanderung.
Wegpunkt
Kilometer
Bumbálka, Grenzübergang
0,0 km
Trojačka
0,5 km
Lemešná
6,5 km
Velký Javorník (1071 m)
12,5 km
Aussichtsturm Stratenec
16,0 km
Frňovské
20,6 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Die ganze Tour bleibt auf der roten Markierung, die hier direkt auf der tschechisch-slowakischen Staatsgrenze verläuft. Von der Bumbálka bist du schnell auf der Trojačka, danach folgt ein langer, sanft gewellter Kamm über die Lemešná auf den Velký Javorník. Dahinter zweigst du auf Gelb zum Aussichtsturm Stratenec ab und kehrst wieder auf Rot Richtung Frňovské zurück. Wegweiser gibt es genug, aber der Kamm ist lang und Abstiege ins Tal sind selten, plan die Tour deshalb nicht an einem kurzen Wintertag.Was du von oben siehst: Das ist das beste Panorama dieses Artikels, weil du den ganzen Tag auf beide Seiten der Grenze schaust. Im Süden und Osten liegen die slowakischen Berge, die Kysucké Beskydy und bei guter Sicht die Kleine Fatra, im Norden und Westen die Vsetínské vrchy und der Hauptkamm der Mährisch-Schlesischen Beskiden mit Radhošť und Lysá hora. Der kleine Holzturm auf dem Stratenec, gut 1.050 Meter hoch, hat einen Rundumblick und ist zugleich der beste Platz für die Brotzeit.Anfahrt und Parken: Mit dem Bus bis zur Haltestelle Bílá, Bumbálka, am Grenzübergang gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Zurück aus Velké Karlovice fahren Zug und Bus, lass das Auto also lieber unten stehen und fahr mit dem Bus hinauf.Einkehr und Wasser: Eine Imbissstube an der Bumbálka am Start und nach einem Abstecher auch die Hütte Kasárne auf der slowakischen Seite. Auf dem Kamm gibt es Quellen, verlassen kannst du dich darauf aber nicht, nimm mindestens zwei Liter mit.Unterwegs: Der Kamm der Javorníky ist eine Weidelandschaft mit verstreuten Sennhütten und bekannten Naturschutzgebieten. Der Aussichtsturm Stratenec ist ein kleiner Holzturm von rund 7 Metern, er steht knapp hinter der Grenze auf slowakischem Gebiet der Gemeinde Papradno.
Eckdaten: ungefähr 9 km · rund 400 Höhenmeter im Aufstieg · 3 Stunden · leicht · Start und Ziel am Stausee Bystřička · Rundweg in den Vsetínské vrchy.
Wegpunkt
Kilometer
Stausee Bystřička
0,0 km
Dušná, Haltestelle
1,0 km
Hütte Vsacký Cáb (840 m)
4,5 km
Kreuzung Ptáčnice (810 m)
6,0 km
Santov
7,5 km
Stausee Bystřička
9,0 km
Der Weg Abschnitt für Abschnitt: Vom Stausee gehst du über Dušná auf Rot und Gelb bergauf, die letzten Kilometer zur Hütte auf Asphalt. Ab dem Cáb bleibst du auf Gelb über den Kamm, über die Kreuzung Ptáčnice zum Santov, und steigst von dort zurück zum Stausee ab. Die ganze Strecke ist auch mit dem Rad befahrbar, allein bist du auf dem Kamm also eher selten.Was du von oben siehst: Die Vsetínské vrchy sind niedriger und weicher als der Hauptkamm der Beskiden, die Aussicht kommt hier von Weiden, nicht von Felsen. Vom Santov und von den Wiesen rund um den Cáb blickst du nach Norden über das Tal der Bystřička auf den Radhošť-Kamm und den Soláň, im Süden liegt das Hügelland der Vizovická vrchovina. Am schönsten ist es am frühen Abend, wenn die Wiesen leuchten und sich die Kämme dahinter in Blautönen staffeln.Anfahrt und Parken: Mit dem Zug nach Bystřička an der Strecke Valašské Meziříčí – Vsetín, vom Bahnhof sind es ein paar Minuten zum Stausee. Der Parkplatz am Stausee kostet Gebühr und ist in der Hauptsaison schon am Vormittag voll.Einkehr und Wasser: Die Hütte Vsacký Cáb ist ganzjährig geöffnet und dient im Winter auch den Skifahrern. Auch das Gasthaus auf dem Santov hat das ganze Jahr über geöffnet. Prüf die Öffnungszeiten trotzdem, außerhalb der Saison werden sie kürzer.Unterwegs: Der Stausee Bystřička von 1912 gehört zu den ältesten in Mähren, im Sommer wird darin gebadet. Rund um den Cáb wird gern Langlauf gemacht, weil der Schnee hier länger liegt als in den Tälern ringsum.
Wann die schönsten Wanderungen in den Beskiden wirklich am schönsten sind
Aussicht ist keine feste Größe. Dieselbe Tour sieht im Augustdunst und an einem Oktobermorgen aus wie zwei verschiedene Orte, der Zeitpunkt entscheidet also mindestens genauso viel wie die Wahl der Route.Herbstinversion, also Oktober und November. Die beste Zeit des Jahres für alle Touren über 800 Meter. Wenn im Flachland Nebel liegt und darüber ein Hoch steht, ragen die Kämme von Čantoryje, Radhošť, Kozubová und Javorníky über eine geschlossene weiße Decke, und die Sicht reicht oft Hunderte Kilometer weit. Es lohnt sich, die Vorhersage im Blick zu behalten und auch unter der Woche loszufahren.Farben, also die zweite Oktoberhälfte. Die Buchenwälder an der Prašivá, am Ondřejník und im Tal der Jičínka färben sich kupferrot, die Fichtenkämme bleiben dunkel, und der Kontrast ist so stark wie sonst nie im Jahr. In dieser Zeit sind die Touren Nummer 2 und 5 am schönsten.Blühende Weiden, also Ende Mai und Juni. Die goralische und walachische Weidelandschaft auf der Kozubová, auf dem Kamm der Javorníky und rund um den Vsacký Cáb ist dann voller blühender Wiesen. Gleichzeitig sind die Tage am längsten, sodass du auch eine Kammwanderung von zwanzig Kilometern ohne Hetze schaffst.Sonnenaufgänge. Am besten funktionieren sie dort, wo du oben oder knapp unter dem Gipfel übernachten kannst, etwa im Hotel Radegast am Radhošť. Ob die Hütten auf der Čantoryje und der Prašivá gerade Zimmer vermieten, fragst du vorher an, die Hütte auf dem Velký Javorník bietet keine Übernachtung. Im Dunkeln mit Stirnlampe aus dem Tal aufzusteigen, lohnt sich vor allem auf der Kozubová, wo der Aufstieg kurz ist und die Markierung über Asphalt läuft.Schnee, also Januar und Februar. Verschneite Kämme sind am schönsten, aber auch am anspruchsvollsten. Auf dem Smrk und in den Kammlagen musst du mit Verwehungen, Eis und deutlich kürzeren Tagen rechnen. Die sicherste Winterwahl aus dieser Liste sind der Ondřejník und der Vsacký Cáb, die anspruchsvollste der Smrk und die Überschreitung der Javorníky.Wann das Licht zum Fotografieren am besten ist: in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang und in der letzten vor Sonnenuntergang, wenn sich die Kämme staffeln und die typische blaue Tiefenwirkung entsteht. Mittags ist der Dunst am stärksten und das Panorama verschwimmt. Auf die Westseiten der Kämme (Ondřejník, Velký Javorník, Vsetínské vrchy) gehst du besser nachmittags, auf die Ost- und Nordseiten (Čantoryje, Kozubová, Prašivá) dagegen morgens.
Vergleich: Rundwanderungen und Streckentouren in den Beskiden auf einen Blick
Tour
Länge
Aufstieg
Art
Wichtigste Aussicht
Nýdek – Čantoryje – Nýdek
17 km
790 m
Runde
Tatra, Kleine Fatra, Ostrauer Becken
Komorní Lhotka – Prašivá – Godula
24,3 km
ungefähr 900 m
Runde
Teschener Land, Lysá hora, Travný
Bocanovice – Kozubová – Návsí
13,1 km
ungefähr 550 m
Strecke
Dreiländereck Tschechien, Polen, Slowakei
Ostravice – Smrk – Ostravice
13 km
845 m
Runde
Lysá hora, Ondřejník
Kunčice – Skalka – Ondřejník
16,6 km
680 m
Runde
Radhošť-Kamm, Mährische Pforte
Veřovice – Velký Javorník – Frenštát
ungefähr 10,6 km
470 m
Strecke
Radhošť, Lysá hora, Ondřejník
Dolní Bečva – Radhošť – Dolní Bečva
12,5 km
690 m
Runde
Vsetínské vrchy, Javorníky, Tatra
Bumbálka – Stratenec – Frňovské
20,6 km
810 m
Strecke
slowakische Berge, Kleine Fatra
Bystřička – Vsacký Cáb – Santov
ungefähr 9 km
ungefähr 400 m
Runde
Soláň, Radhošť-Kamm
Praktisches: Anreise, Ausrüstung und Übernachtung
Anreise. Die tschechischen Beskiden liegen ganz im Osten des Landes, für die meisten Deutschen ist das eine Tagesreise. Mit dem Auto sind es nach Frenštát pod Radhoštěm aus Dresden rund 470 km (gut fünf Stunden), aus Leipzig und Berlin rund 570 bis 610 km (etwa sechseinhalb Stunden), aus München oder Nürnberg rund 660 km (sieben Stunden und mehr), aus Wien nur knapp 300 km. Für die tschechischen Autobahnen brauchst du eine digitale Vignette, die du vorab auf dem offiziellen Portal e-dalnice.cz kaufst. Bezahlt wird vor Ort in Kronen (Kč), 100 Kč sind grob 4 €, Karten nehmen fast alle Hütten und Gasthäuser.Vor Ort mit Bahn und Bus. Die Beskiden gehören zu den tschechischen Gebirgen, die am besten mit dem Zug erreichbar sind. Die Strecke von Frýdlant nad Ostravicí über Čeladná, Kunčice pod Ondřejníkem und Frenštát nach Veřovice bedient den Ondřejník, den Velký Javorník und den Radhošť-Kamm, von Frýdlant zweigt die Stichstrecke nach Ostravice ab. Die Strecke von Český Těšín nach Čadca setzt dich an der Kozubová ab, in den Vsetínské vrchy fährt die Bahn von Valašské Meziříčí nach Vsetín. Busse fahren zur Bumbálka, nach Nýdek und nach Dolní Bečva, am Wochenende allerdings seltener, prüf also auch die Rückfahrt.Parken. An den Bahnhöfen in Ostravice und Kunčice pod Ondřejníkem parkst du kostenlos, ebenso an der Bumbálka. Gebührenpflichtige Parkplätze gibt es vor allem an touristischen Hotspots, zum Beispiel am Stausee Bystřička oder in Trojanovice. Die Preise ändern sich mit der Saison, den aktuellen Tarif siehst du vor Ort.Ausrüstung. Knöchelhohe Schuhe, denn die Wege in den Beskiden sind nach Regen sehr schlammig und voller Wurzeln. Der Wind auf den Kämmen ist auch im Sommer spürbar, nimm eine Schicht mehr mit. Wasser kannst du auf dem Kamm außer an den Hütten nirgends zuverlässig auffüllen, zwei Liter pro Person sind das Minimum. Von Mai bis Oktober musst du mit Zecken rechnen.Wo übernachten. Wenn du einen Sonnenaufgang erleben oder zwei Touren an einem Wochenende verbinden willst, lohnt sich eine Nacht direkt in den Bergen. Eine gute Basis ist Ostravice und Umgebung → für die Touren unter der Lysá hora und am Smrk oder Frenštát pod Radhoštěm → für den Radhošť-Kamm, den Ondřejník und den Velký Javorník. Für die östlichen Touren um Čantoryje und Kozubová ist Třinec und Nýdek → am logischsten, für die Überschreitung der Javorníky dann Velké Karlovice →.
💡 Tipp: Am schönsten sind die Beskiden-Wanderungen oft als Kombination aus Zug und Streckentour statt als Runde. Du steigst an einem Bahnhof aus, an einem anderen wieder ein, musst nicht denselben Weg zurück und nicht überlegen, wo das Auto steht. Das gilt vor allem für die Touren Nummer 3 und 6.
Wie du die Unterkunft in den Beskiden auswählst
Die schönsten Touren sind über das ganze Gebirge verteilt, und zwischen der Lysá hora und Velké Karlovice bist du mit dem Auto rund eine Stunde unterwegs, von Nýdek aus fast anderthalb. Die Wahl der Basis entscheidet deshalb darüber, wie viele Tage du auf den Kämmen verbringst und wie viele hinter dem Steuer.
1. Je nachdem, wohin du willst
Für die Mährisch-Schlesischen Beskiden (Lysá hora, Smrk, Kněhyně) wohnst du in Ostravice oder Trojanovice. Für die Vsetínské vrchy und die Javorníky (Soláň, Kohútka) sind Velké Karlovice oder Horní Bečva besser. Eine Nacht direkt auf dem Kamm, also in Pustevny, hat einen großen Vorteil: Morgens und abends hast du die Aussicht für dich, weil die Tagesgäste unten sind.
2. Je nachdem, was in der Nähe liegt
Bei drei und mehr Nächten lohnt es sich, einmal umzuziehen, statt jeden Tag hin- und herzufahren. Zwei Nächte unter der Lysá hora und zwei in der Walachei decken beide Gesichter der Beskiden besser ab als vier Nächte an einem Ort in der Mitte.
3. Je nachdem, welchen Service du wirklich nutzt
Nach einer ganztägigen Kammwanderung ist Wellness das, wofür sich ein Aufpreis lohnt, und das Angebot in den Beskiden ist überdurchschnittlich. Achte auch auf Halbpension: In den Bergdörfern bekommst du am Sonntagabend oft nirgends mehr etwas zu essen. Wer mit dem Zug anreist, sucht am besten entlang der Strecke Ostrava – Frýdlant – Ostravice, anderswo ist der Nahverkehr dünn. Mehr Adressen nach Region findest du in unserem Überblick Beskiden Unterkunft.
Tipps für die besten Hotels in den Beskiden
Fünf Häuser, die in den Beskiden seit Jahren ihr Niveau halten. Die Preise ändern sich mit der Saison,
deshalb findest du bei jedem gleich einen Link zur aktuellen Verfügbarkeit.
Miura Hotel, Čeladná. Designhotel mit eigener Sammlung zeitgenössischer Kunst, Wellness und dem Golfplatz hinter dem Zaun. Die teuerste Option in den Beskiden und zugleich die einzige, wegen der Leute auch ohne Wanderpläne herkommen. Preise und Termine vergleichen →
Horský hotel Sepetná, Ostravice. Der Klassiker unter der Lysá hora. Pool, Saunen, Restaurant und vor allem die Lage: Zum kürzesten Aufstieg auf die Lysá hora sind es von hier ein paar Minuten mit dem Auto. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Familien. Preise und Termine vergleichen →
Hotel Freud, Ostravice. Modernes Hotel mit Wellness direkt im Tal der Ostravice, zwanzig Minuten zu Fuß vom Bahnhof. Die Wahl für alle, die mit dem Zug kommen und sich nicht ums Auto kümmern wollen. Preise und Termine vergleichen →
Resort Valachy, Velké Karlovice. Drei Hotels (Horal, Lanterna, Galik) mit gemeinsamem Wellnessbereich und Aquapark. Die beste Wahl, wenn zwei Familien mit Kindern unterwegs sind und auch bei Regen Programm brauchen. Preise und Termine vergleichen →
Hotel Bauer, Bílá. Direkt am Skigebiet Bílá, im Winter an der Piste, im Sommer am Start leichter Touren. Gut für Familien mit kleineren Kindern, die nicht jeden Tag umziehen wollen. Preise und Termine vergleichen →
💡 Tipp: In den Beskiden sind die Unterkünfte zu anderen Zeiten ausgebucht als in den Alpen. Kritisch sind
die Wochenenden von September bis November, wenn alle wegen der Herbstfarben kommen, sowie die tschechischen Weihnachts-
und Frühjahrsferien. Im Mai und Juni findest du dagegen auch kurzfristig etwas.
Alle Unterkünfte in den Beskiden ansehen →
Wie es weitergeht
Einen Überblick über die Gipfel, die Kämme und das Wegenetz der tschechischen Beskiden bekommst du in Beskiden wandern in Tschechien.
Im Winter bieten sich Langlaufloipen in Tschechien an, fürs Rad dann Radtouren und Ausflüge.
Häufige Fragen
Welche Wanderung in den Beskiden hat die beste Aussicht?
Was die Fernsicht angeht, gewinnt die Runde von Nýdek auf die Velká Čantoryje. Der rund 29 Meter hohe Aussichtsturm steht auf dem Grenzkamm in 995 Metern Höhe, und bei guter Sicht siehst du von dort nicht nur das Ostrauer Becken und den Ballungsraum Katowice, sondern auch die Kleine Fatra und die Tatra. Die beste Aussicht ohne großen Turm bietet der Kamm der Javorníky ab der Bumbálka.Welche Rundwanderung in den Beskiden lohnt sich am meisten?
Das beste Verhältnis von Aussicht und Anstrengung haben die Runde von Kunčice pod Ondřejníkem über die Skalka (16,6 km, 680 Höhenmeter) und die Runde von Dolní Bečva auf den Radhošť (12,5 km, 690 Höhenmeter). Beide beginnen und enden am selben Ort und passen deshalb, wenn du mit dem Auto kommst.Kommt man in den Beskiden ohne Auto zu den Wanderungen?
Ja, und meist ist das sogar bequemer. Der Zug hält direkt in Ostravice, Kunčice pod Ondřejníkem, Veřovice, Frenštát, Bystřička, Návsí und Bocanovice. Mit dem Bus kommst du zur Bumbálka, nach Nýdek und nach Dolní Bečva. Bei Verbindungen am Wochenende prüf immer auch die Rückfahrt.Wann ist die Fernsicht in den Beskiden am besten?
Von Mitte Oktober bis Ende November, wenn es über der Inversion klar ist und die Sicht so weit reicht wie sonst nie im Jahr. In der Sommerhitze liegt dagegen oft Dunst in der Luft, und die entfernteren Kämme verschwinden. Zum Fotografieren gehst du in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang oder in der letzten vor Sonnenuntergang los.Warum fehlen die Kněhyně und der Travný in der Liste?
Weil auf beide Gipfel heute kein markierter Weg führt. Die Markierung vom Sattel auf die Kněhyně wurde schon 2004 wegen des Naturschutzgebiets Kněhyně – Čertův mlýn aufgehoben, die Wege auf den Travný wurden am 1. Mai 2020 zum Schutz des Auerhuhns aufgelassen. Außerhalb markierter Wege darfst du dort nicht gehen, deshalb gehören die Gipfel nicht in einen Artikel über schöne Touren.Wie schwer ist die Kammwanderung über die Javorníky ab Bumbálka?
Sie ist 20,6 km lang, hat 810 Höhenmeter im Aufstieg und 720 im Abstieg, das sind etwa sieben Stunden Gehzeit. Technisch schwierig ist das Gelände nicht, das Problem sind die Länge und die wenigen Abstiege vom Kamm. Plan sie nicht an einem kurzen Wintertag und nimm mindestens zwei Liter Wasser mit.Wo kann man unterwegs essen und trinken?
Am besten versorgt bist du auf dem Kamm über dem Teschener Land mit den Hütten Prašivá, Ropička und Godula und am Ondřejník mit dem Blockhaus Ondřejníček und dem Gasthaus Opálená. Auf dem Smrk ab Ostravice gibt es dagegen unterwegs gar nichts, Essen und Wasser musst du selbst mitnehmen.Welche Wanderungen in den Beskiden gehen auch im Winter?
Am sichersten sind die niedrigeren Runden, also der Ondřejník und die Gegend um den Vsacký Cáb, wo zudem Langlaufloipen gespurt werden. Der Smrk und die Überschreitung der Javorníky verlangen Wintererfahrung, am Smrk kam 2006 sogar ein Mensch in einer Lawine ums Leben. Rechne im Winter mit kürzeren Tagen und mit Eis auf den festgetretenen Wegen.
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