Natur in Tschechien: 24 Naturwunder von der Böhmischen Schweiz bis zur Pálava
Aktualizováno 28.9.2026
Wer an Tschechien denkt, denkt meistens an Prag, an Bier und an Burgen. Dabei beginnt die eigentliche Überraschung oft erst hinter der Grenze: Aus der Sächsischen Schweiz läufst du ohne Übergang in die Böhmische Schweiz, der Bayerische Wald geht nahtlos in den Böhmerwald über, und vom Riesengebirge bis zum Altvater ziehen sich Kämme, auf denen du stundenlang kaum jemanden triffst. Natur in Tschechien heißt vier Nationalparks, Dutzende Landschaftsschutzgebiete und mehr als 40.000 Kilometer markierte Wanderwege. Die Frage ist also nicht, ob es sich lohnt, sondern was zu dir passt: ein Spaziergang mit dem Kinderwagen, eine Tagestour durch eine Felsenstadt, der Aufstieg auf den höchsten Berg des Landes oder der Blick in eine der tiefsten Schluchten Europas.Wir sind hier zu Hause und haben für dich die Köpfe zusammengesteckt. Herausgekommen sind 24 Naturwunder aus allen Regionen, vom Prebischtor im Norden bis zu den Kalkfelsen der Pálava ganz im Süden Mährens. Viele davon liegen näher an Dresden, Passau oder Wien als an Prag. Hoffentlich ist für dich etwas dabei.
Natur in Tschechien auf einen Blick
Die schönsten Felsen: Adersbacher und Weckelsdorfer Felsenstadt, Prachauer Felsen im Böhmischen Paradies, Prebischtor in der Böhmischen Schweiz.
Die höchsten Berge: Schneekoppe (Sněžka, Riesengebirge, 1.603 m) und Altvater (Praděd, Altvatergebirge, 1.491 m).
Urwald und Seen: der Kubany-Urwald am Boubín und die Gletscherseen im Böhmerwald.
Unter der Erde: die Macocha-Schlucht und die Punkva-Höhlen im Mährischen Karst.
Leicht und mit Kindern: Pálava, Soos, Kokořín, Hans-Heiling-Felsen.
Natur in Tschechien: Reisezeit, Anreise und Schwierigkeit
Drei Dinge entscheiden darüber, ob ein Ausflug gelingt: Jahreszeit, Schwierigkeit und Wetter. Am schönsten ist die tschechische Natur im Frühling und im Herbst. Im Mai und Juni blüht alles und die Wälder sind frisch grün, im September und Oktober färben sich die Buchen, und an Felsen und Wasserfällen ist deutlich weniger los als in den Sommerferien. Der Sommer ist gut für die Berge und zum Baden, aber an den bekanntesten Orten (Prebischtor, Macocha, Adersbach) wartest du dann an der Kasse und suchst lange einen Parkplatz. Denk daran, dass in Sachsen, Bayern und Tschechien die Ferien sich überschneiden, im Juli und August triffst du auf den Wegen viele Landsleute.Zur Anreise: Die Böhmische Schweiz erreichst du von Dresden in etwa einer Stunde (rund 55 Kilometer), den Böhmerwald von Passau in anderthalb Stunden, und die Pálava liegt von Wien nur knapp 90 Kilometer entfernt. Aus Berlin sind es bis Hřensko gut 250 Kilometer, ins Riesengebirge nach Pec pod Sněžkou rund 360. Für die tschechischen Autobahnen brauchst du eine elektronische Vignette, die du online beim staatlichen Portal edalnice.gov.cz kaufst. 2026 kostet die Zehn-Tages-Vignette 300 Kč (rund 12 €), die für einen Tag 230 Kč. Viele Naturziele erreichst du aber ohnehin über Landstraßen, dort gilt keine Vignettenpflicht. Bezahlt wird in Kronen, Karte geht fast überall, am Parkautomaten und an kleinen Kiosken lohnt sich trotzdem etwas Bargeld.Und die Schwierigkeit hängt davon ab, mit wem du unterwegs bist. Leicht und mit Kindern schaffst du die Pálava, Soos, die Hans-Heiling-Felsen oder die Kokořín-Pilzfelsen, kurze Runden auf festen Wegen. Mittelschwer sind die Felsenstädte (Adersbach, Prachauer Felsen) und die Pfade im Böhmerwald, wo es über Leitern, Treppen und Wurzeln geht. Anspruchsvoll sind die Aufstiege zu Fuß auf Schneekoppe und Altvater und längere Kammwanderungen im Riesengebirge und im Altvatergebirge. Wer genau das sucht, findet ausgewählte Touren in unserem Artikel Bergwandern in Tschechien.
💡 Tipp: Zu den bekanntesten Orten fährst du am besten gleich morgens oder erst am späten Nachmittag. Ab etwa zehn Uhr kommen die Busse, und am Prebischtor und an der Macocha bilden sich Schlangen. Früh am Morgen hast du die Felsen fast für dich und das Licht zum Fotografieren ist schöner.
24 Tipps für die schönste Natur in Tschechien
1. Prebischtor und Böhmische Schweiz
Das größte natürliche Sandsteintor Europas, mit einer Spannweite von 26,5 Metern, ist das Wahrzeichen des Nationalparks Böhmische Schweiz (České Švýcarsko) bei Hřensko. Für dich als Besucher aus Sachsen ist es praktisch die Fortsetzung der Sächsischen Schweiz: Das Elbsandsteingebirge endet nicht an der Grenze. Rund um das Tor lässt sich ein ganzer Tag füllen, mit den Klammen der Kamnitz, in denen du ein Stück mit dem Kahn fährst, und mit Aussichtspunkten hoch über dem Elbtal.
Was dich erwartet: Prebischtor, das Schlösschen Falkennest (Sokolí hnízdo), die Kamnitzklammen, die Aussichtspunkte Marienfelsen (Mariina skála) und Prebischtor-Aussicht.
Schwierigkeit: mittelschwer, von Hřensko steigst du etwa eine Stunde zum Tor hinauf.
💡 Tipp: Auf den Bogen selbst darfst du nicht, er ist zu empfindlich geworden. Der Bereich am Falkennest mit Blick auf das Tor kostet Eintritt, zuletzt veröffentlicht waren um die 125 Kč (rund 5 €) für Erwachsene. Seit dem Waldbrand von 2022 werden die Wege schrittweise erneuert, und die Nationalparkverwaltung warnt im ganzen Gebiet vor umstürzenden Bäumen. Prüf vor der Tour die aktuellen Sperrungen auf npcs.cz. Unterkünfte in der Umgebung findest du hier: Unterkunft in der Böhmischen Schweiz →
2. Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt
Eine der größten Felsenstädte Mitteleuropas und für uns das beeindruckendste Felsenlabyrinth des Landes. Zusammen bilden die Adersbacher und Weckelsdorfer Felsen mit gut 1.800 Hektar das größte nationale Naturreservat Tschechiens. Zwischen den Sandsteintürmen schlängelt sich ein Rundweg zu einem kleinen See, auf dem du ein Stück mit dem Boot fahren kannst.
Was dich erwartet: die Adersbacher Felsen mit See und Wasserfall, die angrenzenden Weckelsdorfer Felsen, die Wolfsschlucht (Vlčí rokle) als Verbindung.
Schwierigkeit: mittelschwer, der kostenpflichtige Rundweg misst laut Betreiber 3,5 Kilometer und dauert etwa zwei Stunden, mit engen Durchgängen und vielen Stufen.
💡 Tipp: Einen festen Zeitslot musst du nicht buchen, aber die Tickets werden vor allem online verkauft und sind dort günstiger, an der Kasse am Eingang gibt es sie laut Betreiber nur ohne Garantie. Für Erwachsene rechne 2026 mit bis zu 250 Kč (rund 10 €). In der Hauptsaison ist die Felsenstadt regelmäßig überfüllt, kauf das Ticket also vorab und am besten gleich mit Parkplatz. Günstiger und entspannter: Parke kostenlos in Teplice nad Metují und fahr mit dem Zug, der stündlich nach Adršpach pendelt.
3. Prachauer Felsen (Böhmisches Paradies)
Eine Sandsteinfelsenstadt bei Jičín mit bizarren Türmen und Säulen, die bis zu 40 Meter hoch werden. Das Netz aus Aussichtspunkten, Leitern und schmalen Stiegen macht sie zum idealen Felsenausflug, den auch ältere Kinder schaffen. Der Eintritt ist kostenpflichtig, dafür sind die Wege gut gepflegt.
Was dich erwartet: drei markierte Rundwege zwischen den Türmen und mehrere Aussichtspunkte über den Wäldern des Böhmischen Paradieses (Český ráj).
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer, je nach gewählter Runde.
4. Felsenstadt Hrubá Skála (Böhmisches Paradies)
Die zweite Felsenperle des Böhmischen Paradieses liegt zwischen der Burg Valdštejn und dem Schloss Hrubá Skála: Hunderte Felsmassive und frei stehende Sandsteintürme, die höchsten messen bis zu 60 Meter. Die klassische Runde verbindet drei wunderbare Aussichtspunkte, von denen du über ein Meer aus Felsnadeln schaust.
Was dich erwartet: die Aussichten Mariánská, Kapelník und Adamovo lože, Schloss Hrubá Skála, die Burg Valdštejn.
Schwierigkeit: mittelschwer, mit Wurzeln, Treppen und Leitern.
5. Riesengebirge und Schneekoppe
Der höchste Berg Tschechiens (Sněžka, 1.603 m) und um ihn herum das ganze Riesengebirge mit Gletscherkaren, Hochmooren und Wasserfällen. Auf den Gipfel fährst du mit der Seilbahn von Pec pod Sněžkou, oder du steigst zu Fuß über den Rosenberg (Růžová hora) hinauf. Oben stehst du genau auf der Grenze zu Polen.
Was dich erwartet: Schneekoppe, der Pantschefall (Pančavský vodopád, mit rund 150 Metern der höchste Wasserfall Tschechiens), die Elbquelle, der Blick auf die Schneegruben auf polnischer Seite, das Aupa-Hochmoor (Úpská rašelina).
Schwierigkeit: anspruchsvoll zu Fuß, leicht mit der Seilbahn.
💡 Tipp: Auf den Kämmen ist es auch im Sommer kühl und windig. Nimm Jacke und Mütze mit, das Wetter schlägt hier innerhalb von Minuten um.
6. Böhmerwald: Boubín und die Gletscherseen
Der Böhmerwald (Šumava) steht für Ruhe und Weite. Auf bayerischer Seite heißt er Bayerischer Wald, und beide Nationalparks bilden zusammen eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Der Urwald am Boubín (Kubany-Urwald) ist ein Rest des ursprünglichen Waldes mit Bäumen, die Hunderte Jahre alt sind, und in den Karen unter den Gipfeln liegen die Gletscherseen Laka, Plešné und Černé jezero (Schwarzer See).
Was dich erwartet: der Boubín mit Aussichtsturm, der Lakasee und der Plöckensteiner See, der Lehrpfad Povydří entlang der Vydra, die Moore bei Modrava.
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer (Povydří ist gemütlich, der Aufstieg auf den Boubín länger).
💡 Tipp: Im Böhmerwald lohnt sich eine Übernachtung, die Entfernungen sind groß. In der Kernzone des Nationalparks gehst du nur auf markierten Wegen, manche Pfade sind saisonal gesperrt, und derzeit meldet die Parkverwaltung unter anderem die Schließung des Aussichtsturms am Moor Soumarské rašeliniště. Aktuelle Sperrungen findest du auf npsumava.cz. Unterkunft im Böhmerwald →
7. Mährischer Karst: Macocha und Punkva-Höhlen
Die bekannteste Schlucht Tschechiens: Der trockene Teil der Macocha ist 138 Meter tief, und ganz unten schimmern die Seen des unterirdischen Flusses Punkva. Die Führung durch die Punkva-Höhlen (Punkevní jeskyně) endet mit einer Bootsfahrt auf dem Fluss unter der Erde, und dabei kommst du auch auf den Grund der Schlucht.
Was dich erwartet: die obere und untere Aussichtsbrücke über der Macocha, die Punkva-Höhlen mit Bootsfahrt, die Seilbahn, die Höhlen Balcarka und Kateřinská.
Schwierigkeit: leicht (zu den Brücken kommst du auch mit der Seilbahn).
💡 Tipp: Die Tickets für die Punkva-Höhlen reservierst du online auf caves.cz. Die Höhlenverwaltung empfiehlt die Reservierung ausdrücklich, reservieren kannst du bis zu einem Jahr im Voraus. Im Sommer und an Wochenenden sind die Führungen oft Tage vorher ausgebucht. Von Wien bist du in knapp zweieinhalb Stunden hier.
8. Beskiden
Bewaldete Kämme ganz im Osten, an der Grenze zur Slowakei, wo man für gemütliche Touren und weite Ausblicke hingeht. Das Symbol der Mährisch-Schlesischen Beskiden ist die Lysá hora (1.323 m). Am Rand liegt das Wildgehege Hukvaldy mit frei lebendem Damwild, und auf dem Radhošť-Kamm steht die Statue des slawischen Gottes Radegast.
Was dich erwartet: Lysá hora, Pustevny und Radhošť, Wildgehege Hukvaldy, Velký Polom.
Schwierigkeit: mittelschwer (der Aufstieg auf die Lysá hora ist knackig).
Das zweithöchste Gebirge Tschechiens mit dem Altvater (Praděd, 1.491 m) und einem Sendeturm mit Aussichtsplattform. Rundherum findest du Hochmoore, Wasserfälle und Blockmeere, und weil das Altvatergebirge (Hrubý Jeseník) weit im Osten liegt, ist es selbst im Sommer deutlich ruhiger als das Riesengebirge.
Was dich erwartet: Altvater, der Große Kessel (Velká kotlina), das Hochmoor Reihwiesen (Rejvíz) mit dem Großen Moossee (Velké mechové jezírko), die Wasserfälle der Weißen Oppa (Bílá Opava).
Schwierigkeit: mittelschwer bis anspruchsvoll (an der Weißen Oppa geht es über Leitern und Stege).
Weiße Kalkfelsen über Mikulov (Nikolsburg), dazwischen Weinberge und Trockenrasen, wie man sie eher im Süden erwarten würde. Unter der Pálava, bei Dolní Věstonice, wurde die berühmte Venus von Dolní Věstonice gefunden, eine der ältesten Keramikfiguren der Welt. Die leichte Kammrunde bietet Blicke auf die Stauseen Nové Mlýny, und Wien ist nur eine gute Stunde entfernt.
Was dich erwartet: Děvín, der Heilige Berg (Svatý kopeček) in Mikulov, die Ruine Dívčí hrady, die Pollauer Berge, in der Nähe das Schloss Lednice.
Schwierigkeit: leicht, ideal mit Kindern und im Frühling oder Herbst.
Der kleinste Nationalpark Tschechiens im Süden Mährens, wo sich die Thaya in ein tiefes Tal mit Mäandern und Weinbergen gräbt. Auf der anderen Flussseite liegt der österreichische Nationalpark Thayatal, die beiden Parks schützen zusammen dasselbe Tal. Ruhe, Heideflächen und viele Aussichtspunkte.
Was dich erwartet: der Aussichtspunkt Sealsfieldův kámen, die Eislöcher (Ledové sluje), die Burgruine Nový Hrádek, die Heide bei Havraníky.
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer.
12. Elbsandsteine und Tyssaer Wände
Das Felsgebiet westlich der Böhmischen Schweiz gehört zum Landschaftsschutzgebiet Elbsandsteingebirge (Labské pískovce). Die Tyssaer Wände (Tiské stěny) sind ein weitläufiges Sandsteinlabyrinth mit engen Durchgängen, Kinder lieben es genauso wie Fotografen. Für Wege und Markierungen verlangt die Gemeinde Tisá einen Beitrag, rechne also mit einem kleinen Eintritt.
Was dich erwartet: die Großen und Kleinen Tyssaer Wände, der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník) mit seinem steinernen Aussichtsturm von 1864, einem der ältesten im Land.
Schwierigkeit: leicht (die Runde durch die Wände ist kurz, aber abenteuerlich).
13. Kokořínsko: das Land des Dichters Mácha
Eine romantische Landschaft aus Sandsteintälern, pilzförmigen Felsen und Kiefernwäldern rund um die Burg Kokořín. Das Schutzgebiet trägt den Namen des Dichters Karel Hynek Mácha, den in Tschechien jedes Schulkind kennt. Die Stille hier ist wie gemacht für einen gemütlichen Ausflug ohne Menschenmassen.
Was dich erwartet: das Tal Kokořínský důl, die Pilzfelsen (Kokořínské pokličky) bei Mšeno, die Burg Kokořín, der nahe Hirschberger Großteich (Máchovo jezero).
Schwierigkeit: leicht.
14. Kaiserwald und Soos
Die Bäderecke Westböhmens mit Mooren und Mineralquellen, von Nürnberg in rund zwei Stunden erreichbar. Das Nationale Naturreservat Soos bei Františkovy Lázně (Franzensbad) liegt zwar schon im Egerer Becken und nicht mehr im Kaiserwald selbst, ist aber das Highlight der Gegend: Auf einem Holzsteg gehst du über ein Moor, in dem Kohlendioxid aus der Erde blubbert, vorbei an Mineralquellen und kleinen Schlammvulkanen.
Was dich erwartet: das Reservat Soos mit seinen Mofetten und dem kleinen Museum, die Moore bei Kladská im Kaiserwald (Slavkovský les), die Naturreservate um Mariánské Lázně (Marienbad).
Schwierigkeit: leicht, Soos erkundest du auf einem Lehrpfad, das schafft jeder. Der Eintritt ist kostenpflichtig.
15. Křivoklátsko (Pürglitzer Wald)
Ausgedehnte Wälder und tiefe Täler am Fluss Berounka, seit 1977 Biosphärenreservat der UNESCO. Seit Jahren wird darüber verhandelt, das Gebiet zum fünften Nationalpark Tschechiens zu machen, ausgerufen ist er bislang aber nicht. Über allem thront die königliche Burg Křivoklát (Pürglitz).
Was dich erwartet: Burg Křivoklát, das Tal der Berounka, Lehrpfade, die Skryjer Seen (Skryjská jezírka).
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer.
16. Oberpfälzer Wald auf tschechischer Seite: die Wiesen bei Capartice
Ein stiller, oft übersehener Winkel direkt an der Grenze zu Bayern, im Landschaftsschutzgebiet Český les. Das ehemalige Grenzgebiet mit dem Eisernen Vorhang hat sich in wilde Natur verwandelt. Die Wiesen bei Capartice (Capartické louky) gehören zu den wertvollsten Wiesenflächen des Schutzgebiets, im Frühsommer blühen hier Orchideen.
Was dich erwartet: der Lehrpfad Capartické louky, der Čerchov (Schwarzkopf) mit dem Aussichtsturm Kurzova věž, Lehrpfade durch verschwundene Grenzdörfer.
Schwierigkeit: mittelschwer.
17. Adlergebirge
Ein Grenzkamm zu Polen mit Hochmooren, Bunkern aus den Dreißigerjahren und dem Kammweg Jiřího z Poděbrad. Deutlich weniger Trubel als im Riesengebirge, dafür viel Ruhe.
Was dich erwartet: die Deschneyer Großkoppe (Velká Deštná, höchster Gipfel, 1.115 m), die Schlucht Zemská brána an der Wilden Adler, das Hochmoor Jelení lázeň.
Der tiefste bekannte überflutete Süßwasserabgrund der Welt. Seit 2022 ist eine Tiefe von über 519 Metern bestätigt: rund 70 Meter trockene Schlucht bis zur Wasseroberfläche und 450 Meter, bis zu denen ein Tauchroboter unter Wasser vorgedrungen ist. Den Grund hat bis heute niemand erreicht, Forscher schätzen die Gesamttiefe auf 800 bis 1.200 Meter. Von der Aussichtsplattform schaust du auf den kleinen See tief unten in der Schlucht.
Was dich erwartet: Aussichtspunkte über dem Abgrund, ein Lehrpfad, das nahe Bad Teplice nad Bečvou und die Zbrašov-Aragonithöhlen.
Schwierigkeit: leicht, ein kurzer Spaziergang zur Aussicht.
19. Hans-Heiling-Felsen (bei Karlovy Vary)
Eine Gruppe von Granittürmen über der Eger (Ohře), nur ein Stück von Karlovy Vary (Karlsbad) entfernt. Um die Svatošské skály rankt sich die Sage vom versteinerten Hochzeitszug, im deutschen Sprachraum als Sage von Hans Heiling bekannt. Der flache Weg am Fluss entlang ist ideal für einen Familienausflug.
Was dich erwartet: die Hans-Heiling-Felsen und der Lehrpfad von Doubí am Ufer der Eger entlang.
Schwierigkeit: leicht, flacher Weg am Fluss.
20. Braunauer Wände und Ostaš
Ein dramatischer Sandsteinkamm im Braunauer Land (Broumovsko) mit Ausblicken weit ins Land, dazu die Felsenstadt auf dem Tafelberg Ostaš voller geheimnisvoller Durchgänge. Ein super Tipp, wenn du Felsen willst, aber ohne die Massen von Adersbach.
Was dich erwartet: der Aussichtspunkt an der Kapelle Hvězda (Stern), der Felskamm der Braunauer Wände, die Felsenstadt Ostaš, die nahen Weckelsdorfer Felsen.
Schwierigkeit: mittelschwer.
21. Isergebirge und Mumlava-Wasserfall
Das Gebirge im Norden Böhmens ist bekannt für weite Hochmoore, Heidelbeeren und sanfte Kämme, auf denen im Winter die Langläufer ihre Spuren ziehen. Der Mumlava-Wasserfall (Mumlavský vodopád) bei Harrachov liegt genau an der Grenze zum Riesengebirge und gehört genau genommen schon zum Riesengebirgsnationalpark. Er ist knapp zehn Meter hoch, bis zu zehn Meter breit und einer der wasserreichsten Wasserfälle Tschechiens, und hin führt ein gemütlicher Weg, den du auch mit dem Kinderwagen schaffst.
Was dich erwartet: Mumlava-Wasserfall, das Hochmoor bei Jizerka, Smědava, der Aussichtsturm Štěpánka.
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer (zur Mumlava ist es von Harrachov nur ein kurzes Stück auf einem Waldweg).
Sanfte Kuppen über Liberec (Reichenberg) und einer der bekanntesten Aussichtsberge des Landes. Der Jeschken (Ještěd, 1.012 m) gehört geologisch zwar nicht zum Lausitzer Gebirge, sondern zum eigenen Jeschkenkamm, liegt aber gleich nebenan. Der Sendeturm mit Hotel auf seinem Gipfel ist eines der bekanntesten Bauwerke Tschechiens. Ein Stück westlich steht die Panská skála, deren regelmäßige Basaltsäulen man Orgelpfeifen nennt.
Was dich erwartet: Turm und Hotel auf dem Jeschken, die Panská skála bei Kamenický Šenov (Steinschönau), der Kleis (Klíč), die Felsenburg Sloup v Čechách.
Schwierigkeit: leicht (auf den Jeschken fährt auch eine Seilbahn).
23. Rešov-Wasserfälle (Niederes Gesenke)
Einige der schönsten Wasserfälle Mährens, wo sich das Flüsschen Huntava durch eine felsige Klamm über Kaskaden und Stromschnellen zwängt. Der Rundweg führt über Holzstege und Treppen direkt über dem Wasser.
Was dich erwartet: die Kaskaden der Rešov-Wasserfälle, Holzstege durch die Klamm, die nahe Burgruine Rešov.
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer (Treppen und Stege).
Routen, Parkplätze und Anfahrt haben wir in Rešov Wasserfälle beschrieben.
24. Böhmischer Karst und Steinbruch Velká Amerika
Eine Kalklandschaft südwestlich von Prag mit tiefen Steinbrüchen, Höhlen und der Burg Karlštejn. Der geflutete Steinbruch Velká Amerika mit seinem türkisfarbenen Wasser wird gern als tschechischer Grand Canyon bezeichnet.
Was dich erwartet: der Aussichtspunkt über der Velká Amerika, die Höhlen von Koněprusy, die Burg Karlštejn, das Felsental mit dem Kloster Svatý Jan pod Skalou.
Schwierigkeit: leicht, bis zur Kante des Steinbruchs geht es eben.
💡 Tipp: Der Abstieg zum Wasser der Velká Amerika ist verboten und gefährlich (das Tor ist verschlossen, es drohen Bußgelder). Schau dir den Steinbruch deshalb von den frei zugänglichen Aussichtspunkten oben am Rand an. Die Landschaft rundherum kostet keinen Eintritt.
Natur in Tschechien mit Kindern und ohne große Anstrengung
Wenn du mit kleinen Kindern unterwegs bist oder einfach keine Lust auf steile Anstiege hast, setz auf kurze Runden auf festen Wegen mit einem Höhepunkt am Ende. Diese Tipps funktionieren auch mit Kinderwagen oder mit Kleinkind in der Trage:
Soos bei Franzensbad, ein Holzsteg über das Moor, und das blubbernde Wasser fasziniert Kinder jedes Mal.
Pálava, eine kurze Runde auf den Děvín mit Aussicht, gut kombinierbar mit Lednice oder einem Zoobesuch.
Kokořín-Pilzfelsen, märchenhafte Felspilze auf einem leichten Spaziergang.
Hans-Heiling-Felsen, ein ebener Weg an der Eger, ganz ohne Anstieg.
Tyssaer Wände, ein kurzes, aber abenteuerliches Labyrinth zum Klettern und Verstecken.
Mumlava-Wasserfall, ein gemütlicher Weg von Harrachov bis zum fallenden Wasser, auch mit Kinderwagen machbar.
Macocha mit der Seilbahn, zur Schlucht und zu den Höhlen kommst du ohne anstrengenden Aufstieg. In die Punkva-Höhlen selbst dürfen Kinderwagen allerdings nicht mit, nimm lieber eine Trage.
💡 Tipp: Mit Kindern haben sich bei uns Lehrpfade mit Aufgaben und kleinen Rätseln bewährt, viele Schutzgebiete und Gemeinden bieten sie inzwischen an. Das Kind hat einen Grund weiterzugehen, und du hast deine Ruhe. Die Tafeln sind meist nur auf Tschechisch, eine Übersetzungs-App mit Kamerafunktion hilft.
Praktische Infos für deinen Natururlaub in Tschechien
Die Natur in Tschechien ist gut erreichbar und günstig, die meisten Orte sind frei zugänglich und kostenlos. Bezahlt werden vor allem Parkplätze sowie der Eintritt in Höhlen, Felsenstädte und für Bootsfahrten. Ein paar Dinge solltest du im Blick behalten:
Parken: An den bekannten Orten (Adersbach, Prebischtor, Macocha) rechne mit etwa 100 bis 200 Kč (rund 4 bis 8 €) pro Tag und in der Saison mit vollen Parkplätzen. Komm früh.
Eintritt: Höhlen und Felsenstädte kosten Eintritt, 2026 für Erwachsene grob zwischen 90 und 350 Kč (rund 4 bis 14 €), in den Punkva-Höhlen etwa 350 Kč. Oft lohnt sich eine Online-Reservierung, bei den Punkva-Höhlen und in Adersbach kann es ohne Ticket im Voraus in der Hochsaison eng werden.
Schuhe und Kleidung: In den Felsenstädten und in den Bergen gibt es Wurzeln, Treppen und Leitern, feste Schuhe sind Pflicht, auf den Kämmen auch im Sommer eine Jacke.
Wasser und Proviant: In den Nationalparks ist die nächste Hütte oft weit, nimm genug Wasser mit.
Regeln: In Nationalparks und Reservaten bleibst du auf den markierten Wegen, pflückst nichts, machst kein Feuer, und Hunde müssen oft an die Leine. Wildcampen ist in den Schutzgebieten verboten.
Notruf: Die europäische Notrufnummer 112 funktioniert auch in Tschechien, im Riesengebirge und Böhmerwald ist zusätzlich die Bergwacht (Horská služba) unterwegs.
Willst du mit dem eigenen Auto mehrere Ziele verbinden? Dann hilft dir unser Überblick Tschechien mit dem Auto. Und wenn dein Vierbeiner mitkommt, lies Tschechien mit Hund.
💡 Tipp: Du willst zur Natur noch ein Erlebnis dazubuchen, eine Bootsfahrt, eine Höhlenführung oder eine Seilbahnfahrt? Tickets und Touren in Tschechien kannst du vorab online reservieren: Erlebnisse und Ausflüge in Tschechien →
Übernachten, wenn aus dem Ausflug ein Wochenende wird
Bei Naturzielen lohnt es sich, möglichst nah am Startpunkt der Tour zu schlafen, denn so sparst du dir morgens eine Stunde Fahrt und den Kampf um den Parkplatz. Am häufigsten übernachtest du in Berghütten und Bauden, Pensionen am Fuß der Berge oder auf Campingplätzen.
Am günstigsten: ein Stellplatz auf dem Campingplatz oder ein Bett in einer Touristenherberge, grob zwischen 350 und 700 Kč (etwa 14 bis 28 €) pro Person und Nacht.
Mittelklasse: ein Doppelzimmer in einer Pension für etwa 1.500 bis 2.500 Kč (rund 60 bis 100 €) mit Frühstück.
Direkt an der Route: Berghütten, bei denen du für die Lage zahlst und dafür ohne Auto losgehst. Sie sind oft lange im Voraus ausgebucht.
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: das Altvatergebirge, das tschechische Erzgebirge und das Böhmisch-Mährische Hochland, wo die Natur genauso schön ist und die Preise niedriger als im Riesengebirge.
Wo erlebe ich in Tschechien Natur am besten mit Kindern?
Setz auf kurze Runden mit einem Höhepunkt am Ende: Soos mit dem blubbernden Moor, die Pálava, die Kokořín-Pilzfelsen, die Hans-Heiling-Felsen an der Eger oder die Tyssaer Wände. Zur Macocha und zu den Höhlen im Mährischen Karst kommst du mit der Seilbahn, ganz ohne anstrengenden Aufstieg. Kinderwagen dürfen in die Punkva-Höhlen allerdings nicht mit.Wo ist die Natur in Tschechien am schönsten?
Das ist Geschmackssache, am häufigsten genannt werden aber die Felsenstädte (Adersbach, Prachauer Felsen und Hrubá Skála), die Böhmische Schweiz mit dem Prebischtor, das Riesengebirge und das Altvatergebirge sowie der wilde Böhmerwald. Im Süden Mährens führen die Pálava und das Thayatal. Tschechien hat vier Nationalparks: Riesengebirge, Böhmerwald, Podyjí und Böhmische Schweiz.Wohin in Tschechien für ein Natur-Wochenende?
Für zwei Tage eignen sich der Böhmerwald (Boubín und die Gletscherseen), das Riesengebirge mit der Schneekoppe, das Böhmische Paradies mit seinen Felsenstädten oder das Altvatergebirge mit dem Altvater. Aus Bayern liegt der Böhmerwald am nächsten, aus Sachsen die Böhmische Schweiz. Bei längeren Anfahrten lohnt sich eine Übernachtung direkt vor Ort, damit du nicht den halben Tag im Auto sitzt.Wann ist die beste Reisezeit für die Natur in Tschechien?
Mai und Juni (alles blüht und ist grün) sowie September und Oktober (bunte Wälder, weniger Menschen). Der Sommer ist gut für die Berge und die Seen, an den bekanntesten Orten ist dann aber viel los. Im Winter sind die verschneiten Kämme wunderschön, aber eher etwas für Erfahrene.Welche Naturziele in Tschechien sind kostenlos?
Der Großteil der Natur ist frei zugänglich: die Pálava, die Wege im Böhmerwald, das Kokořínsko, die Braunauer Wände, der Aussichtspunkt an der Velká Amerika und auch der Aufstieg auf die Schneekoppe zu Fuß. Bezahlen musst du vor allem Parkplätze, Höhlen, Felsenstädte wie Adersbach und die Prachauer Felsen, die Tyssaer Wände, das Reservat Soos und Bootsfahrten.Welche Felsenstadt in Tschechien ist die schönste?
Die größte und für viele die beeindruckendste ist die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt. Im Böhmischen Paradies sind die Prachauer Felsen und die Felsenstadt Hrubá Skála wunderschön. Ruhigere Alternativen ohne Menschenmassen sind die Tyssaer Wände und die Felsenstadt Ostaš.Wo gibt es schöne Natur in der Nähe von Prag?
Von Prag aus schnell erreichbar sind der Pürglitzer Wald mit dem Tal der Berounka, das Kokořínsko, das Böhmische Paradies und der Böhmische Karst mit der Velká Amerika und dem Felsental von Svatý Jan pod Skalou. Direkt in der Stadt findest du Natur im Prokop-Tal (Prokopské údolí), in der Wilden Šárka (Divoká Šárka) und im Wildgehege Hvězda.Muss ich für Naturausflüge in Tschechien etwas reservieren?
Für die Wanderwege selbst nicht, sie sind frei zugänglich. Eine Reservierung lohnt sich aber für kostenpflichtige Höhlen und Felsenstädte: Die Punkva-Höhlen im Mährischen Karst empfehlen sie ausdrücklich, und in Adersbach bekommst du Tickets an der Kasse in der Saison nur ohne Garantie. Online sind sie dort außerdem günstiger.Was ist der höchste Berg und der tiefste Abgrund Tschechiens?
Der höchste Berg ist die Schneekoppe (Sněžka) im Riesengebirge mit 1.603 Metern. Der tiefste bekannte überflutete Süßwasserabgrund der Welt ist die Hranická propast mit einer bestätigten Tiefe von über 519 Metern, ihren Grund hat bisher niemand erreicht.Wo findest du in Tschechien die schönsten Wasserfälle?
Zu den schönsten gehören der Pantschefall im Riesengebirge (der höchste Tschechiens), der Mumlava-Wasserfall bei Harrachov, die Wasserfälle der Weißen Oppa im Altvatergebirge und die Rešov-Wasserfälle im Niederen Gesenke, wo du auf Holzstegen über der Klamm gehst.Was kostet ein Naturausflug in Tschechien?
Die Natur selbst kostet nichts. Rechne vor allem mit Parkgebühren (etwa 100 bis 200 Kč, also rund 4 bis 8 € pro Tag an bekannten Orten), Eintritt für Höhlen und Felsenstädte (etwa 90 bis 350 Kč, rund 4 bis 14 €), Sprit und, wenn du über die Autobahn anreist, der Vignette ab 230 Kč. Ein Familienausflug kostet dich so meist nur ein paar Dutzend Euro.
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