Aktualizováno 7.10.2026
Die Gorropu-Schlucht (sardisch Gola su Gorropu) ist der Ort, an dem Sardinien plötzlich gar nicht mehr nach Strandurlaub aussieht. Mitten im Kalkgebirge Supramonte im Osten der Insel ragen die Felswände rund 500 Meter in die Höhe, und an den engsten Stellen stehen sie so dicht beieinander, dass du mit ein paar Sprüngen auf der anderen Seite wärst. Eine Straße führt nicht hinein, eine Seilbahn auch nicht. Du kommst nur zu Fuß hin, oder ein Stück mit dem Jeep und den Rest wieder zu Fuß.
Genau an dieser Frage entscheidet sich der ganze Ausflug: Welchen Weg nimmst du? Der kürzeste führt vier Kilometer vom Pass hinunter und dieselben vier Kilometer wieder hinauf, im Sommer oft in der prallen Sonne. Ein zweiter verläuft fast eben am Fluss entlang, ist aber doppelt so lang. Ein dritter kürzt mit dem Jeep ab. Und in der Schlucht selbst warten riesige weiße Felsblöcke, über die du auf allen vieren kletterst. Hier vergleichen wir alle vier Wanderungen, Eintritt, Parken und Jeep-Transfer. Wie du die ganze Reise planst, steht in unserem Guide zum Sardinien-Urlaub.
Gorropu-Schlucht auf einen Blick
- Der Eintritt in die Schlucht kostet 6 € für Erwachsene und 4 € für Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren. Bezahlt wird nur bar und nur an der Kasse direkt am Eingang der Schlucht, Tickets im Voraus gibt es nicht (offizielle Website gorropu.info, Stand 27. 9. 2026).
- Einlass ist von 10:00 bis 16:30 Uhr, um 17:00 Uhr müssen alle draußen sein. Geöffnet ist täglich. Der Betreiber empfiehlt einen Besuch zwischen Mitte März und Mitte November.
- Der kürzeste Weg startet am Pass Genna Silana (1.017 m, Straße SS125): rund 4 km und 600 bis 700 Höhenmeter bergab. Der Rückweg bergauf ist der Teil, über den alle schimpfen.
- Am bequemsten geht es über das Campo Base Gorropu an der SS125: Ein Jeep bringt dich zum Fluss, danach läufst du etwa 45 Minuten auf einem einfachen Pfad.
- Am schönsten und längsten ist die Wanderung ab der Brücke Sa Barva bei Dorgali: etwa 7 km pro Richtung am Flüsschen Flumineddu entlang, mit nur rund 200 Höhenmetern.
- In der Schlucht gibt es drei farbig markierte Abschnitte. Grün schafft fast jeder, Gelb heißt Klettern über Felsblöcke mit Händen und Füßen, Rot ist für Erfahrene und stellenweise nur mit Kletterausrüstung machbar.
- Nach starkem Regen und im Winter bleibst du draußen. Das Flüsschen kann sich innerhalb weniger Stunden in eine Strömung verwandeln, die Felsblöcke bewegt, und nasser Kalkstein ist glatt wie Seife.
Was die Gorropu-Schlucht so besonders macht
Gorropu (italienisch Gola di Gorropu, vor Ort liest du auch Gorroppu oder Su Gorropu) liegt an der Grenze der Gemeinden Urzulei und Orgosolo, im Herzen des Supramonte. Gegraben hat sie der Rio Flumineddu, der von den Hängen des Gennargentu herabfließt. Den größten Teil des Jahres siehst du in der Schlucht allerdings kein Wasser: Es fließt unter dem Schotter und durch unterirdische Karstgänge und tritt erst am unteren Eingang wieder an die Oberfläche, wo es Gumpen bildet.
Die offizielle Website des Betreibers nennt eine Länge von rund 1,5 km, eine Tiefe von etwa 500 m unterhalb des Gipfels Punta Cucuttos (888 m) und an den engsten Stellen eine Breite von nur 4 bis 5 Metern. Wenn du irgendwo von „fünf Kilometern“ liest, ist das ganze eingeschnittene Tal gemeint. Zwischen den hohen Wänden gehst du tatsächlich etwa anderthalb Kilometer.

Der Kalkstein unter deinen Füßen war einmal Meeresboden, und laut Betreiber stecken in den Wänden versteinerte Muscheln, Seeigel und Schnecken. Hier wächst außerdem die endemische Akelei Aquilegia nuragica, eine der am stärksten bedrohten Pflanzen des Mittelmeerraums. Sie blüht etwa von Mitte Mai bis Anfang Juni.
Gorropu-Schlucht: Eintritt, Öffnungszeiten und Kasse
Die Schlucht wird von der Firma Chìntula aus Urzulei betrieben, dem offiziellen Konzessionär. Alles Wichtige steht auf gorropu.info. Entscheidend ist, wo du bezahlst: Kasse und Infopunkt stehen weder am Parkplatz noch am Start der Wanderung, sondern ganz unten am Eingang der Schlucht. Die Wege dorthin sind kostenlos, bezahlt wird nur der Zutritt zur Schlucht selbst.
| Was | Preis / Zeit (2026) | Hinweis |
|---|---|---|
| Eintritt Erwachsene (ab 18 Jahren) | 6 € | Nur bar, nur an der Kasse am Eingang |
| Eintritt Kinder und Jugendliche 6 bis 17 Jahre | 4 € | Für jüngere Kinder nennt die offizielle Website keinen Preis |
| Einlass in die Schlucht | täglich 10:00 bis 16:30 Uhr | Um 17:00 Uhr müssen alle draußen sein |
| Empfohlene Saison | Mitte März bis Mitte November | Außerhalb davon gibt es eingeschränkten oder keinen Service |
| Jeep zurück zum Campo Base | 18 € pro Person | Buchung an der Kasse, Preis laut Blogs aus 2024 und 2025 |
| Jeep hin und zurück ab Campo Base | 28 € pro Person | Preis laut einem Blog von 2024, vor Ort prüfen |
| Parken am Genna Silana | kostenlos | Am Straßenwärterhaus und gegenüber auf der anderen Straßenseite |
| Parken an der Brücke Sa Barva | in der Saison kostenpflichtig | Quellen nennen 4 bis 10 € pro Tag, im Winter oft kostenlos |
Eintritt und Öffnungszeiten stammen von der offiziellen Website gorropu.info (Stand 27. 9. 2026), die Preise für Jeep und Parken aus Blogs und Bewertungen von Besuchern. Ältere Artikel nennen 5 € und 3,50 € Eintritt und Einlass von 10:30 bis 16:00 Uhr, das gilt nicht mehr.
💡 Nimm genug Bargeld in kleinen Scheinen mit, mehr als du denkst. An der Kasse geht nichts mit Karte. Rechne den Eintritt für die ganze Gruppe ein, den Jeep zurück, falls dir unterwegs die Kraft ausgeht, und die Parkgebühr an der Sa Barva. Für eine vierköpfige Familie mit zwei Teenagern kommen so schnell über 100 € in Scheinen zusammen. Wer zum Geldholen umkehren muss, läuft zwei Stunden extra.
4 Wanderungen zur Gorropu-Schlucht
Zur Gorropu-Schlucht führen Wege von vier Seiten, und jeder ist ein anderer Ausflug. Längen und Höhenmeter sind Richtwerte, die Quellen weichen um ein paar hundert Meter voneinander ab.
| Startpunkt | Länge pro Richtung | Höhenmeter | Dauer hin und zurück (ohne Schlucht) | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| 1. Genna Silana (Pass an der SS125) | 4 bis 4,6 km | 600 bis 700 m runter und wieder rauf | 4 bis 5 Std. | Trittsichere Wanderer mit guten Knien |
| 2. Campo Base Gorropu + Jeep | ca. 2 km zu Fuß | minimal | ca. 2 Std. inklusive Jeep | Familien, weniger Trainierte, alle ohne Lust auf Anstiege |
| 3. Brücke Sa Barva (bei Dorgali) | 6,7 bis 7 km | ca. 200 m | 4 bis 5 Std. | Wer lieber lange als steil geht |
| 4. Sedda ar Baccas, Weg B-502 | 12 km | ca. 200 m, technisches Gelände | ganzer Tag | Erfahrene, am besten mit Guide |
Zur Gehzeit kommen ein bis zwei Stunden in der Schlucht selbst.
1. Vom Pass Genna Silana: der Klassiker, der erst auf dem Rückweg wehtut
Der Pass Genna Silana (auch Ghenna ‘e Sìlana geschrieben) liegt auf 1.017 Metern bei Kilometer 183 der SS125 zwischen Dorgali und Baunei. Er ist der häufigste Startpunkt und zugleich der tückischste: Erst geht es nur bergab, und bergauf musst du, wenn du schon müde bist, nachmittags und oft in der Sonne. Geparkt wird kostenlos vor dem ehemaligen Straßenwärterhaus oder auf dem Parkplatz gegenüber. Gleich daneben ist die Bar Silana, auf der anderen Straßenseite das Gorropu Hotel.
Der Weg B-505 ist mit rot-weißen Markierungen an Steinen und Ästen gekennzeichnet, stellenweise auch mit grünen Pfeilen. Bleib auf dem Weg, im Karst wird aus einer Abkürzung schnell ein Verirren. Er führt durch einen Wald aus Steineichen, Erdbeerbäumen und Wacholder, vorbei an steinernen Hirtenhütten (pinnettos) und mit Blicken ins Tal des Flumineddu. Unten warten Gumpen, eine Quelle mit Trinkwasser (achte rechts auf die sardische Flagge) und die Kasse.
Sardegnaturismo.it rechnet mit einer Stunde bergab und doppelt so viel zurück. Blogger, die den Weg selbst gegangen sind, eher mit anderthalb bis zwei Stunden runter und rund drei Stunden rauf. Wir würden mit der langsameren Variante planen und einen ganzen Tag einplanen. Wer unten merkt, dass der Aufstieg nicht mehr drin ist, muss ihn nicht gehen: Von der Kasse läufst du etwa 50 Minuten (rund 2 km) zu den Jeeps des Betreibers und lässt dich für 18 € pro Person zum Campo Base bringen. Von dort fährt ein Shuttle nur den Fahrer zum Auto am Genna Silana. Den Transfer machst du an der Kasse aus.

Vom Genna Silana gibt es noch eine Aussichtsvariante: einen Abschnitt des Fernwanderwegs Sentiero Italia (Etappe 016c) auf die Punta Cucuttos, den Gipfel über der Schlucht auf rund 890 Metern, von dem du von oben in die Klamm schaust. Die Tour passt für Tage, an denen es in der Schlucht nass ist.
2. Vom Campo Base Gorropu: der leichteste Weg, ein Stück mit dem Jeep
Das Campo Base Gorropu ist die Basis des Betreibers an der SS125 bei Kilometer 190,5, auf dem Vorsprung Su Cungiadeddu auf 830 Metern. Vom Genna Silana sind es mit dem Auto 5 Minuten, von Dorgali 10, von Urzulei und Cala Gonone 20 Minuten. Dort gibt es einen Infopunkt, Touren zum Buchen, einen Ausrüstungsverleih, eine Bar und einen Picknickplatz.
Von hier bringt dich ein Jeep in etwa 20 Minuten über eine Schotterpiste hinunter zum Schafstall Su Monte Orrùbiu am Fluss, danach gehst du rund 2 km auf einem einfachen Pfad am Flumineddu entlang, das dauert etwa 45 Minuten. Zurück geht es auf demselben Weg zum Jeep. Der Betreiber empfiehlt diese Variante ausdrücklich „für alle, die nicht viel laufen können oder wollen“. Eine offizielle Preisliste für den Jeep gibt es online nicht (die Preise in der Tabelle stammen aus Blogs), frag also telefonisch oder an der Basis nach. Mit dem Mietwagen würden wir die Piste zum Schafstall nicht fahren.
3. Von der Brücke Sa Barva: der längste, flachste und für uns schönste Weg
Diesen Weg haben wir nach langem Abwägen der Routen selbst genommen, und er war richtig klasse. Er startet auf der Nordseite, auf dem Gemeindegebiet von Dorgali, an der Brücke Sa Barva über den Flumineddu (sardisch S’Abba Arva, „weißes Wasser“). Von Dorgali sind es mit dem Auto etwa 12 km durch das Tal von Oddoene, zwischen Cannonau-Weinbergen. An der Brücke gibt es einen großen Parkplatz, in der Saison kostenpflichtig, und einen Imbiss. Mehr Infrastruktur erwartet dich unterwegs nicht.
Markiert ist der Weg mit kleinen rot-weißen Rechtecken auf Steinen. Nach ein paar hundert Metern steigst du zu einem Holztor hinauf, danach geht es immer geradeaus am Flussbett entlang, ohne Abzweigungen, durch einen Wald, der nach Rosmarin und Strohblumen duftet. Die Website dorgali.org rechnet mit zweieinviertel Stunden bis zur Schlucht, Strictly Sardinia mit 4 bis 5 Stunden hin und zurück (insgesamt etwa 14 km). Mit Besichtigung der Schlucht solltest du eher 6 bis 7 Stunden einplanen.
Am liebsten mögen wir ihn, weil am Ende kein großer Anstieg wartet und er an Gumpen vorbeiführt, in denen du baden kannst. Das Wasser ist selbst im August kalt, und nach vier Stunden Gehen ist es genau das, was du willst.

4. Sedda ar Baccas und der Weg B-502: für Erfahrene
Der vierte Zugang kommt von der anderen Seite, vom Gemeindegebiet Urzulei, über den anspruchsvollen Wanderweg Sedda ar Baccas – Gorropu (B-502). Er ist rund 12 Kilometer lang, überwindet etwa 200 Höhenmeter und bringt dich zum südlichen (oberen) Eingang der Schlucht, wo der Fluss hineinfließt. Du brauchst passende Ausrüstung und am besten einen Guide, denn das obere Ende der Schlucht gehört zum schwierigsten, roten Abschnitt. Die längste Variante ist die Durchquerung der gesamten Schlucht an einem Tag (rund 8 Stunden), nur mit Guide und nur für Fitte. Der Betreiber bietet sie als Trek „Integrale“ an.
Anfahrt zu den Startpunkten
Aus Deutschland kommst du am einfachsten per Flug nach Olbia oder Cagliari, in der Saison gibt es auch Direktflüge (aktuellen Flugplan prüfen). Wer mit dem eigenen Auto anreist, nimmt die Fähre aus Genua oder Livorno nach Olbia. Ohne Auto wird es zur Gorropu-Schlucht allerdings kompliziert. Die nächsten Orte sind Dorgali, Urzulei und Cala Gonone am Meer. Ungefähre Fahrzeiten laut Strictly Sardinia:
- Olbia – Dorgali 103 km, etwa anderthalb Stunden über die SS131 mit Abzweig Richtung Dorgali und dann über die SS129.
- Olbia – Urzulei (Richtung Genna Silana) 136 km, etwa 2 Stunden, ab Dorgali weiter über die SS125.
- Cagliari – Urzulei 164 km, etwa 2,5 Stunden über SS554 und SS125 via Tortolì.
- Cagliari – Dorgali 221 km, etwa 2 Stunden 45 Minuten über SS131 und SS129.
Zur Brücke Sa Barva ab Dorgali fährst du nach Schildern, nicht nach Navi: von der SS125 auf die Umgehung Viale J. F. Kennedy, nach etwa einem Kilometer hinter dem Kreisverkehr rechts in die Via Bachelet, dann links auf die Straße ins Tal von Oddoene und weiter den Schildern „Gorroppu“ und „Tiscali“ nach. Ab Cala Gonone biegst du direkt hinter dem Tunnel links Richtung Baunei ab, nach etwa einem Kilometer rechts und dann links in die Via per Oddoene. Google Maps schickt dich gern auf dem „kürzesten“ Weg von der SS125 über eine Schotterpiste, die für einen Mietwagen nichts ist. Wenn du unsicher bist, fahr über Dorgali.
Zum Genna Silana und zum Campo Base geht es über die SS125, schmal und kurvig, also rechne mit langsamerer Fahrt, als die Karte anzeigt. Der ARST-Bus Nr. 303 fuhr einmal täglich früh am Morgen von Arbatax, Tortolì, Baunei und Santa Maria Navarrese über den Pass und am frühen Nachmittag zurück (Stand Januar 2024). Auf so eine knappe Verbindung würden wir keinen Ausflug bauen. Ohne Auto ist eine geführte Tour mit Abholung vom Hotel deutlich einfacher.
In der Schlucht: Grün, Gelb, Rot
Ab der Kasse geht es etwa anderthalb Kilometer in die Schlucht hinein, unterteilt in drei Abschnitte mit farbigen Punkten. Je tiefer du gehst, desto schwieriger wird es.
- Der grüne Abschnitt umfasst ungefähr die ersten 500 Meter. Pfeile zeigen den Weg, du gehst zwischen riesigen Felsblöcken über Schotter und Sand, und fast jeder gesunde Mensch schafft das. Schon hier siehst du das Eindrucksvollste: die Wände über dir und einen schmalen Streifen Himmel.
- Im gelben Abschnitt gibt es keinen ausgetretenen Pfad mehr. Du bewegst dich über große weiße Felsblöcke, oft mit Hilfe der Hände, manchmal zwängst du dich zwischen ihnen durch. Der Kalkstein ist vom Wasser poliert und hat einen hellen Belag, er ist also auch im Trockenen rutschig. Du brauchst Geschick und einen sicheren Tritt, aber keine Kletterkenntnisse.
- Der rote Abschnitt ist für erfahrene Bergwanderer. Ständiges Klettern über riesige glatte Blöcke, laut mehreren Quellen stellenweise auch mit Seil und Abseilausrüstung. Wenn du dich beim Klettern auf allen vieren nicht sicher fühlst, dreh vor dem ersten roten Punkt um.
Die meisten kehren im grünen Abschnitt oder am Anfang des gelben um, und das ist auch richtig so. Wir würden für die Schlucht selbst eine bis anderthalb Stunden einplanen: Solange es Spaß macht, gehen wir weiter, sobald wir uns um die Knöchel sorgen, gehen wir zurück. Der tiefere Teil der Schlucht ist nicht markiert, und in der engen Klamm kann man sich durchaus verlaufen.

Mit Guide oder auf eigene Faust?
Die Wege 1 bis 3 schaffst du allein, wenn du Bergwandern gewohnt bist. Die Markierung ist gut, und unterwegs triffst du andere Leute. Ein Guide lohnt sich in diesen Fällen:
- Weg B-502 und Durchquerung der ganzen Schlucht. Hier ist ein Guide Pflicht, kein Luxus.
- Wenn du kein Auto hast. Organisierte Touren beinhalten meist die Abholung vom Hotel in Dorgali, Orosei oder Cala Gonone. Laut Strictly Sardinia starten sie bei etwa 50 € pro Person inklusive Transport.
- Bei unsicherem Wetter. Der Betreiber bittet ausdrücklich darum, dass du dich bei schlechter Vorhersage vor dem Aufbruch bei Chìntula meldest (die Telefonnummern stehen auf gorropu.info).
Chìntula selbst bietet drei Tourentypen an: „Più facile“ ab Campo Base mit Jeep, „Panoramica“ ab Genna Silana mit Rückfahrt im Jeep und „Integrale“ für Fitte. Auch Hotels in der Umgebung vermitteln Guides.

Dorgali: Wanderung durch die Gorropu-Schlucht mit Offroad-Transfer und Mittagessen

Ab Cala Gonone: Wanderung in die Gorropu-Schlucht mit Mittagessen

Beste Reisezeit: Saison, Hitze und Hochwasser
Außerhalb der Saison von Mitte März bis Mitte November rät der Betreiber vom Besuch ab: Bei schlechtem Wetter fallen Steine, die Tage sind kurz, und der Service (Jeeps, Kasse, Hilfe) läuft eingeschränkt oder gar nicht.
Innerhalb der Saison gilt eine einfache Regel: Frühling und Herbst ja, Juli und August nur frühmorgens. Die Schlucht selbst ist schattig und kühl, schlimmer ist der Weg dorthin. Der Hang am Genna Silana ist stellenweise ohne Schatten, und Claudia Tavani von Strictly Sardinia, gebürtige Sardin, nennt den Aufstieg schon im Juni „definitiv zu heiß“. Als besten Monat sieht sie den April, wenn alles blüht. Wir würden im April, im Mai oder Ende September und im Oktober fahren. Im Oktober wird es allerdings früh dunkel, und du musst um 17:00 Uhr aus der Schlucht draußen sein und danach noch zum Auto laufen.
Hochwasser ist hier keine theoretische Gefahr. Bei starkem Regen, vor allem im Herbst und Winter, füllt sich das trockene Flussbett mit Wasser. Beim Hochwasser im November 2013 schob der angeschwollene Flumineddu Felsblöcke vor sich her und veränderte den Grund an der Mündung der Schlucht. Nach kräftigem Regen oder einem Gewitter gehst du auch ein, zwei Tage danach nicht hinein, verfolgst die Warnungen des Zivilschutzes (allerta meteo) und rufst im Zweifel den Betreiber an.
💡 Brich so auf, dass du um zehn an der Kasse bist. Die Schlucht öffnet um 10:00 Uhr und muss um 17:00 Uhr leer sein. Wer zur Öffnung an der Kasse steht, hat die Schlucht fast für sich, bevor die Jeep-Gruppen kommen, und kann den Aufstieg zum Genna Silana nach dem Mittag mit Reserve angehen. Vom Genna Silana heißt das: Start gegen acht, ab Sa Barva noch eine halbe Stunde früher.
Was an die Füße und in den Rucksack gehört
Die Gorropu-Schlucht ist kein Spaziergang in Flipflops, auch wenn du im August Leute triffst, die es versuchen.
- Feste Wanderschuhe mit gutem Profil, am besten knöchelhoch. Strictly Sardinia rät ausdrücklich von Laufschuhen ab. Sandalen und Sneaker bitte nicht, auf glattem Kalk rutschst du damit wie auf Eis.
- Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person, im Sommer mehr. Unterwegs gibt es keine Quelle, erst unten an der Kasse sprudelt Trinkwasser.
- Verpflegung für den ganzen Tag. Laut einer Bloggerin packt dir das Gorropu Hotel am Genna Silana ein Lunchpaket, wenn du es am Vorabend bestellst.
- Faltbare Trekkingstöcke, die du am Rucksack festmachen kannst. Beim Ab- und Aufstieg am Genna Silana helfen sie, in der Schlucht brauchst du die Hände frei.
- Eine Schicht mehr. Unten in der Schlucht ist es spürbar kühler als oben, vor allem im Frühling und Herbst.
- Badesachen und Wasserschuhe, wenn du ab Sa Barva gehst oder in den Gumpen am Eingang baden willst.
- Eine Offline-Karte auf dem Handy, auf Empfang in den Bergen kannst du dich nicht verlassen.
Gorropu-Schlucht mit Kindern
Das geht, aber mit Bedacht. Mit kleineren Kindern würden wir den Zugang über das Campo Base mit Jeep wählen, wo du nur etwa 45 Minuten fast eben gehst, oder den Weg ab Sa Barva, wenn die Kinder lange Strecken gewohnt sind. Der Aufstieg zum Genna Silana ist für kleine Beine eine Plackerei und lässt sich nur mit dem Jeep abkürzen. In der Schlucht würden wir mit Kindern im grünen Abschnitt bleiben, höchstens noch ganz am Anfang des gelben, wo man unter Aufsicht über die Felsblöcke klettern kann. Für die meisten Kinder ist das ohnehin der beste Teil.
Gorropu und Tiscali an einem Tag?
Tiscali ist ein Nuraghendorf, versteckt in einer Doline auf einem Berggipfel im Supramonte. Von der Brücke Sa Barva gehst du am Flumineddu entlang zu den steilen Stufen von Surtana und weiter hinauf. Alternativ erreichst du Tiscali aus dem Tal von Lanaittu (auf der Seite von Oliena) in etwa anderthalb Stunden über einen alten Köhlerpfad. Der Eintritt ins Gelände kostet extra, aktuellen Preis und Öffnungszeiten prüfst du am besten vor Ort.
Wir würden beides nicht kombinieren. Gorropu ab Sa Barva ist für sich schon ein Tagesausflug von 6 bis 7 Stunden, und Tiscali ist ein weiterer anstrengender Aufstieg. Sinnvoller finden wir es, in Dorgali oder Cala Gonone zu übernachten und jeden Ort an einem eigenen Tag zu besuchen, Tiscali zum Beispiel ab Lanaittu.

Dorgali: Supramonte – ganztägige Offroad-Jeeptour mit Wanderung

Ein bisschen Geschichte und Legenden
Der Kalkstein, in den die Schlucht gegraben ist, entstand vor 190 bis 60 Millionen Jahren auf dem Meeresboden. Die Schlucht selbst ist viel jünger. Am Anfang stand eine tektonische Verwerfung, in die sich der Flumineddu hineinfraß: Das Wasser von den Nordhängen des Gennargentu schliff, polierte und löste das Gestein, bis ein Einschnitt von über fünfhundert Metern Tiefe entstanden war. Hinter dem Namen steckt übrigens nichts Romantisches, „gorropu“ bedeutet im örtlichen Dialekt einfach Abgrund oder ausgehöhlte Stelle.
Fertig ist diese Arbeit nicht. Im November 2013 zog der Zyklon Cleopatra über Sardinien, der vor allem rund um Olbia mehr als fünfzehn Todesopfer forderte, und die angeschwollenen Flüsse im Supramonte zeigten damals, warum man nach Regen nicht in die Schlucht geht (mehr dazu oben im Abschnitt über Hochwasser).
Menschen waren hier lange vor den Touristen. Laut Betreiber hatte die Gorropu-Schlucht in der Bronzezeit eine Verteidigungsfunktion: Den unteren Eingang bewachte die Nuraghe Sa Domu de s’Orcu, den oberen Teil die Nuraghe Presetu Tortu und darüber die noch mächtigere Nuraghe Mereu. Dieselbe nuragische Kultur baute ein Stück weiter das Dorf Tiscali.
Zu so einem düsteren Ort gehören auch Legenden. Die mündliche Überlieferung erzählt von Sa Mama de Gorropu, der „Mutter von Gorropu“, einem furchterregenden Wesen, das in der Schlucht lebt. In stürmischen Nächten sollen die bösen sos Drullios aus ihr herauskriechen und Menschen, Tiere und sogar Hirtenhütten mitnehmen. Und auch Sa Tentassione wohnt hier, also der Teufel, dem die Leute ihre Seele für irdischen Reichtum verschrieben. Gut ausgegangen ist es laut den Geschichten für keinen. Die Version, dass der Teufel genau um zwölf Uhr mittags durch die Schlucht zieht, findest du vor allem auf Reiseblogs, in offiziellen Quellen haben wir sie nicht gefunden.
Ein paar Dinge sind aber belegt. Der Wind in der Schlucht kann laut Betreiber so stark werden, dass er einen ganzen Vogelschwarm gegen die Wand schleudert. Die Akustik ist so gut, dass du an manchen Stellen angeblich ein Flüstern auf zweihundert Meter hörst. Und die Akelei Aquilegia nuragica wächst nirgendwo sonst auf der Welt, nur in einigen wenigen Exemplaren genau hier. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) zählt sie zu den 50 am stärksten bedrohten Pflanzen des Mittelmeerraums. Wenn du sie im Mai siehst, fotografier sie gern, pflücken auf keinen Fall.
Unterkünfte in der Nähe der Gorropu-Schlucht
Wenn du zur Öffnung um zehn an der Kasse sein willst, möchtest du morgens nicht zwei Stunden von Olbia aus fahren. Drei Orte bieten sich an:
Dorgali ist die praktischste Basis. Von hier sind es 10 Minuten zum Campo Base, es liegt am nächsten an der Brücke Sa Barva, hat Läden und Restaurants und liegt mitten in den Cannonau-Weinbergen. Für Ausflüge ins Landesinnere, also Gorropu, Tiscali und das Tal von Lanaittu, ist es für uns die beste Wahl. Unterkünfte in Dorgali.
- Agriturismo Conca’ e Janas (Dorgali): Agriturismo direkt an der SS125, über die du zum Campo Base und zum Genna Silana fährst, du musst morgens also nicht durch den Ort. Es gibt ein Restaurant mit regionaler Küche, einen Garten und einen privaten Parkplatz, auf Booking 9,0 aus 108 Bewertungen. Eine gute Wahl, wenn du dort zu Abend essen willst, wo du schläfst.
- Ghivine Albergo Diffuso (Dorgali): ein Albergo diffuso, also ein Hotel, dessen Zimmer über mehrere Häuser im Ortskern verteilt sind, an der Via Roma. Rundherum Bars und Läden, das Frühstück gibt es auch glutenfrei, Bewertung 9,1 aus über 800 Bewertungen. Ideal, wenn du abends durch den Ort bummeln und morgens zur Brücke Sa Barva starten willst.
- Hotel Villa Cedrino (Dorgali): Drei-Sterne-Hotel am Cedrino-See mit Garten, Außenpool, Restaurant und kostenlosem Parkplatz, Bewertung 9,4. Es liegt hinter Dorgali Richtung See, zu den Startpunkten ist es also etwas weiter, dafür kannst du nach einem ganzen Wandertag direkt ins Wasser springen.
Cala Gonone ist das Küstendorf unterhalb von Dorgali, durch einen Tunnel davon getrennt. Zum Campo Base sind es 20 Minuten, abends bist du am Meer, und morgens kannst du aufs Boot in den Golf von Orosei. Wer Gorropu mit Baden verbinden will, ist hier am glücklichsten. Ausführlich stellen wir den Ort im Artikel über Cala Gonone vor. Unterkünfte in Cala Gonone.
- Guest House Dolce Vita (Cala Gonone): kleinere Pension an der Promenade Lungomare Palmasera, 200 Meter vom Strand Spiaggia Centrale, mit Bar und Balkonen mit Meerblick. Bewertung 8,8. Die einfachere Variante für alle, die tagsüber ohnehin in den Bergen sind.
- Hotel Resort Nuraghe Arvu (Cala Gonone): Resort unter einem Felshang etwa 500 Meter vom Strand, die Zimmer haben einen eigenen Eingang vom Garten, dazu ein Außenpool im Park, ein Spielplatz und kostenloses Parken. Bewertung 8,4, vor allem für Familien.
- Margaida Boutique Hotel & SPA (Cala Gonone): Vier-Sterne-Hotel 200 Meter von der Spiaggia Centrale, mit saisonalem Pool, Bar und teils Zimmern mit Balkon zum Meer. Bewertung 9,0. Eher die Belohnung zum Ende der Woche als die Nacht vor der Wanderung.

Cala Gonone: Bootsausflug zur Cala Mariolu und Cala Goloritzè

Cala Gonone: Bootstour im Golf von Orosei mit Badestopps

Führung durch die Grotta del Bue Marino mit Stopp am Strand Cala Luna
Urzulei ist ein Bergdorf auf der Südseite, Heimatgemeinde des Schluchtbetreibers und Ausgangspunkt für den Weg B-502. Hier ist es ruhig, die Bergluft ist frisch, und es gibt ein paar kleinere Pensionen und B&Bs. Zum Campo Base sind es 20 Minuten. Unterkünfte in Urzulei.
- B&B Su Biancu (Urzulei): B&B in der Via San Basilio mit Terrasse und Bergblick, Klimaanlage und privatem Parkplatz. Das Frühstück gibt es auch vegetarisch oder vegan. Bewertung 9,6 aus fast 250 Bewertungen, für ein Dorf mit einer Handvoll Pensionen ein starker Wert.
- Sa domu ‘eccia (Urzulei): ein ganzes kleines Ferienhaus in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert an der Via Roma, mit einem Schlafzimmer, voll ausgestatteter Küche und Garten. Bewertung 9,7 aus 45 Bewertungen. Für Paare, die selbst kochen und ihre Ruhe haben wollen.
Und dann gibt es noch die Variante für alle, die als Allererste losgehen wollen: das Gorropu Hotel am Pass Genna Silana, auf der anderen Straßenseite vom Start des Wanderwegs. Morgens überquerst du die Straße und gehst los. Die Zimmer blicken auf den Supramonte, das Frühstück gibt es als Buffet, im Restaurant wird sardisch gekocht, und geparkt wird kostenlos, auf Booking hat das Hotel 8,5 aus über 300 Bewertungen. Abends gibt es dort allerdings nur den Berg und die Bar, kein Dorf.
Häufige Fragen
Was kostet der Eintritt in die Gorropu-Schlucht?
In der Saison 2026 zahlen Erwachsene ab 18 Jahren 6 €, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 4 €. Bezahlt wird nur bar an der Kasse direkt am Eingang der Schlucht, Tickets im Voraus gibt es nicht. Die Wanderwege zur Schlucht selbst sind kostenlos.
Wie sind die Öffnungszeiten der Gorropu-Schlucht?
Die Schlucht ist täglich geöffnet, Einlass ist von 10:00 bis 16:30 Uhr, und um 17:00 Uhr müssen alle draußen sein. Der Betreiber empfiehlt einen Besuch zwischen Mitte März und Mitte November, außerhalb davon ist der Service eingeschränkt, und bei schlechtem Wetter droht Steinschlag.
Wie lange dauert die Wanderung zur Gorropu-Schlucht?
Plane einen ganzen Tag ein. Vom Pass Genna Silana sind es etwa 1,5 bis 2 Stunden bergab und rund 3 Stunden zurück bergauf, ab der Brücke Sa Barva etwa zweieinviertel Stunden pro Richtung fast eben. Dazu kommen ein bis zwei Stunden in der Schlucht. Am kürzesten ist die Variante ab Campo Base mit Jeep, bei der du nur etwa 45 Minuten pro Richtung gehst.
Welche ist die leichteste Wanderung zur Gorropu-Schlucht?
Am leichtesten ist der Zugang über das Campo Base Gorropu an der SS125: Ein Jeep bringt dich zum Fluss, danach gehst du etwa 2 km auf einem einfachen Pfad. Von den reinen Fußwegen ohne Jeep ist der Weg ab der Brücke Sa Barva bei Dorgali körperlich am sanftesten, mit nur rund 200 Höhenmetern, dafür aber etwa 7 km pro Richtung.
Ist die Gorropu-Schlucht die tiefste Schlucht Europas?
Nein. Am tiefsten ist die Tara-Schlucht in Montenegro mit rund 1.300 m, und auch die französische Verdonschlucht ist tiefer. Die Gorropu-Schlucht mit ihren etwa 500 m hohen Wänden gilt als tiefste Schlucht Italiens und als eine der tiefsten Europas. Die offizielle Website nennt sie den „eindrucksvollsten Canyon Europas“, was eher Werbung als Messung ist.
Kann man die Gorropu-Schlucht mit Kindern besuchen?
Ja, aber nimm den Zugang über das Campo Base mit Jeep oder ab der Brücke Sa Barva und bleib in der Schlucht im grünen Abschnitt. Der Rückweg hinauf zum Genna Silana ist für Kinder sehr anstrengend. Kinder von 6 bis 17 Jahren zahlen 4 € Eintritt.
Braucht man für die Gorropu-Schlucht einen Guide?
Für die Wege ab Genna Silana, ab der Brücke Sa Barva und ab Campo Base nicht, sie sind markiert, und geübte Wanderer schaffen sie allein. Pflicht ist ein Guide auf dem Weg Sedda ar Baccas (B-502) und bei der Durchquerung der ganzen Schlucht. Geführte Touren mit Abholung in Dorgali, Orosei oder Cala Gonone starten bei etwa 50 € pro Person.
Wann ist die beste Zeit für die Gorropu-Schlucht?
Im Frühling und Herbst, am besten im April, Mai, Ende September und im Oktober. Im Juli und August ist der Aufstieg aus der Schlucht in der Hitze sehr anstrengend, im Winter und nach starkem Regen drohen Hochwasser, Steinschlag und rutschige Felsen. Nach kräftigem Regen gehst du nicht in die Schlucht.
Wie es weitergeht
- Sardinien-Urlaub: wie du auf die Insel kommst, ob sich ein Mietwagen lohnt, was die Reise kostet und welcher Teil der Insel zu dir passt.
- Cala Gonone: die beste Basis am Meer für Gorropu, Tiscali und Bootstouren im Golf.
- Golf von Orosei: die Buchten Cala Luna, Cala Mariolu und Cala Goloritzé, Boote und Wanderungen über dem Meer direkt unter dem Supramonte.
- Sardinien Sehenswürdigkeiten: Überblick über die ganze Insel, wenn Gorropu nicht dein einziges Ziel ist.
- Wetter auf Sardinien: Temperaturen und Niederschläge nach Monaten, damit du weißt, wann Wandern angenehm ist.
- Sardinien: worauf du achten solltest: Waldbrände, Straßen, Tiere auf der Fahrbahn und weitere Dinge, die du vor einem Ausflug in die Berge wissen solltest.
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