Italien · 7.10.2026

Alghero Sehenswürdigkeiten: 25 Tipps für Altstadt, Strände und Ausflüge

Sardinie, Alghero

Aktualizováno 7.10.2026

In Alghero grüßt dich der Bäcker mit „bon dia“ statt mit „buongiorno“, und jedes Straßenschild steht hier zweimal da: auf Italienisch und auf Katalanisch. Der Grund liegt fast 700 Jahre zurück. Mitte des 14. Jahrhunderts eroberte die Krone von Aragón die Stadt, vertrieb die Einwohner und holte Siedler aus Katalonien, Valencia, Mallorca und Aragón. Die Neuen blieben, ihre Sprache auch, und die Italiener nennen Alghero bis heute Barceloneta, das kleine Barcelona.

Was dich erwartet: eine ummauerte Altstadt auf einer Landzunge im Meer, auf deren Mauern abends ganz Alghero zum Sonnenuntergang flaniert. Strände, die du zu Fuß erreichst oder mit dem Stadtbus für einen Euro. Und rundherum das Kalksteinkap Capo Caccia, der Naturpark Porto Conte, ein Nuraghendorf, das älter ist als Rom, prähistorische Gräber auf der UNESCO-Welterbeliste und eines der größten Weingüter der Insel. Unsere Liste der Alghero Sehenswürdigkeiten hat 25 Tipps, bewusst mehr, als in eine Woche passen. So kannst du dir aussuchen, was zu dir passt.Stadtmauer von Alghero über dem Meer, dahinter die pastellfarbenen Häuser der Altstadt und der Glockenturm der Kathedrale Santa Maria

Die Stadtmauer und der Glockenturm der Kathedrale Santa Maria. Oben auf den Bastionen verläuft die Promenade, unten liegt die felsige Küste. Foto: Basilicofresco, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Alghero Sehenswürdigkeiten und Infos auf einen Blick

  • Lage: im Nordwesten Sardiniens, Provinz Sassari. Rund 42.000 Einwohner, damit die fünftgrößte Stadt der Insel.
  • Der Flughafen Alghero-Fertilia liegt etwa 10 km vom Zentrum entfernt. Der ARST-Bus der Linie ALFA kostet 1 € und fuhr im Sommer 2026 alle 30 Minuten.
  • Die Altstadt ist eine ZTL-Zone, ohne Genehmigung darfst du nicht hineinfahren.
  • Stadtstrände gibt es zwei: Lido San Giovanni und Maria Pia. Nach Le Bombarde, Lazzaretto und Mugoni kommst du mit dem Bus.
  • Das Alghero Ticket für 35 € deckt die Neptungrotte, beide archäologischen Stätten und die städtischen Museen ab. Die Grotte allein kostet 18 €.
  • Für die Stadt reicht ein Tag, für die Umgebung zwei bis drei. Mit Ausflügen nach Bosa, an La Pelosa und nach Asinara füllst du eine Woche.
  • Die besten Monate sind Juni und September. Das Meer ist warm, und es ist deutlich weniger los als im August.

Alghero Sehenswürdigkeiten: 25 Tipps für die Stadt und die Umgebung

Wir arbeiten uns von der Stadtmauer nach außen vor: zuerst die Altstadt, dann Strände und Natur, die du mit dem Stadtbus erreichst, danach Orte, für die sich ein Auto lohnt, und zum Schluss Tagesausflüge.

Altstadt und Hafen

Das historische Zentrum schaffst du zu Fuß in einer Stunde. Das glatte Kopfsteinpflaster ist schon bei Trockenheit rutschig und bei Regen erst recht, also heb dir die dünnsohligen Sandalen für den Strand auf.

1. Stadtmauer und Bastionen bei Sonnenuntergang

Wenn du in Alghero nur eine Sache machst, dann diese. Die Mauern, auf Italienisch bastioni, umschließen die Altstadt zur Seeseite hin, und oben verläuft eine Fußgängerpromenade von der Porta a Mare bis zum Turm Torre di Sulis. Weil Alghero an der Westküste liegt, geht die Sonne direkt über dem Meer unter, und am Horizont zeichnet sich die Silhouette des Capo Caccia ab.

Auf dem Bastione Marco Polo reiht sich ein Restaurant ans nächste, abends ist hier alles voll. Wir holen uns lieber ein Eis oder ein Glas zum Mitnehmen und setzen uns ein Stück weiter auf die Mauer, wo niemand auf einen Tisch wartet.

2. Die katalanischen Gassen der Altstadt

Die Straßenschilder gibt es in zwei Versionen, italienisch und katalanisch. Laut der letzten Sprachumfrage ist das algheresische Katalanisch für etwa ein Viertel der Einwohner Muttersprache, im Alltag benutzt es knapp ein Fünftel, verstehen können es aber fast neun von zehn. Seit 1997 ist es offiziell anerkannt. Katalanisch wirkt auch die Stadt selbst: gotische Portale, enge gepflasterte Gassen und honigfarbene Häuser.

Am schönsten sind die Gassen zwischen der Via Principe Umberto und der Stadtmauer. Dort hängt Wäsche über der Straße, und morgens hörst du nur einen Besen und ein Radio aus einem offenen Fenster.

3. Kathedrale Santa Maria und ihr Glockenturm

An der Kathedrale Santa Maria Immacolata wurde über 150 Jahre gebaut, deshalb hat sie ein gotisches Presbyterium, ein Renaissance-Schiff und eine klassizistische Fassade. Am schönsten ist der achteckige Glockenturm mit seinem pyramidenförmigen Dach aus bunter Majolika. Vom Umgang aus blickst du über die Dächer der Altstadt bis aufs Meer. Die Öffnungszeiten ändern sich je nach Saison.

4. Kloster San Francesco und sein Kreuzgang

Für uns die schönste Kirche der Stadt, auch wenn man ihr das auf den ersten Blick nicht ansieht. Die Franziskaneranlage entstand Ende des 14. Jahrhunderts im Stil der katalanischen Gotik und bekam nach dem Einsturz eines Teils im Jahr 1593 eine Renaissancefassade. Der eigentliche Grund für einen Besuch ist aber der Kreuzgang, in dem im Sommer Kammerkonzerte stattfinden.

Achte auf die Statue von Christus an der Säule, die in der Karwoche in der Prozession durch die Stadt getragen wird. Die Algheresen nennen sie lo rosegat, „der Angenagte“. Der Eintritt in die Anlage kostet 6 €.

5. Kirche San Michele mit der bunten Kuppel

Diese Kuppel siehst du auf jeder zweiten Postkarte aus Alghero. Sie ist mit glänzenden bunten Majolikaziegeln gedeckt und leuchtet von der Stadtmauer aus wie ein riesiges Mosaik. Geweiht ist die Kirche dem heiligen Michael, dem Schutzpatron der Stadt.

Von den historischen Kirchen lohnen noch zwei einen kurzen Halt: Santa Barbara, die älteste Kirche der Stadt, und Nostra Signora del Carmelo beim Turm San Giacomo mit ihrem vergoldeten Altarretabel.

6. Piazza Civica, Porta a Mare und Caffè Costantino

Der Hauptplatz der Altstadt, den du vom Hafen aus durch das Tor Porta a Mare betrittst. Hier steht der Palazzo d’Albis aus dem 16. Jahrhundert, in dem der Überlieferung nach 1541 Kaiser Karl V. abstieg. Im Erdgeschoss sitzt das Caffè Costantino, das bekannteste Café der Stadt.

Der Kaffee an der Piazza Civica kostet mehr als zwei Straßen weiter. Wir trinken ihn hier einmal wegen des Platzes und gehen danach in die Bars, in denen die Einheimischen am Tresen stehen.

7. Torre di Porta Terra

Der 23 Meter hohe Turm aus dem 14. Jahrhundert war eines der beiden Haupttore der Stadt, das zur Landseite. Heute sind darin eine Touristeninformation mit kleiner Ausstellung und eine Terrasse mit Blick über die Dächer, und hier wird auch das Alghero Ticket verkauft. Kommst du mit dem Bus an, ist das der natürliche Startpunkt für deinen Rundgang.

8. Die Türme an der Uferpromenade: Sulis, San Giacomo und Sant’Elmo

Der Torre di Sulis am Südende der Promenade trägt den Namen von Vincenzo Sulis, einem Revolutionär des 19. Jahrhunderts, der hier 22 Jahre im Gefängnis saß. Weiter am Ufer entlang stehen der Torre di San Giacomo und der Torre di Sant’Elmo.

Unser Tipp: Lauf die Stadtmauer einmal in ganzer Länge ab, vom Hafen über den Bastione Magellano bis zum Torre di Sulis, und geh durch die Gassen zurück. Das sind etwa eine Stunde gemütliches Gehen, und du siehst dabei fast alles, was die Altstadt zu bieten hat.

9. Korallenmuseum und Korallenschmuck

Alghero liegt an der Korallenriviera, der Riviera del Corallo, und rote Koralle wird hier seit der Antike gefischt. Die Koralle aus den Tiefen vor dem Capo Caccia gehört zu den besten im Mittelmeer, und die Ernte ist streng reguliert. Ihre Geschichte erzählt das Museum MACOR (Museo del Corallo) in einer Jugendstilvilla in der Via XX Settembre 8. Der Eintritt kostet 7 €.

Echte sardische Koralle ist teuer und wird mit Zertifikat verkauft, billige Koralle vom Markt ist so gut wie sicher keine echte. Wer ein Souvenir ohne schlechtes Gewissen sucht, schaut sich besser nach sardischem Filigranschmuck aus Gold und Silber um.

10. Archäologisches Museum und weitere städtische Museen

Wenn du nicht zu den Nuraghen und Gräbern im Umland fährst oder sehen willst, was dort gefunden wurde, geh ins archäologische Museum MUSA unweit der Kathedrale. Ausgestellt sind Funde aus Anghelu Ruju, Palmavera und der römischen Villa Sant’Imbenia. Der Eintritt kostet 7 €.

11. Hafen, Festung Maddalena und Fischmarkt

Der Hafen liegt unterhalb der Mauern an der Nordseite der Altstadt. Von hier starten die Boote zur Neptungrotte, Katamarane zum Baden in den Buchten unter dem Capo Caccia und Touren zu den Delfinen. Am Hafen steht die Forte della Maddalena, eine Festung der Genueser Familie Doria, die Alghero Anfang des 12. Jahrhunderts als befestigten Hafen gegründet hat.

Für frischen Fisch, Gemüse und Käse aus der Gegend geh in die Markthalle Mercato Civico. Wer eine Ferienwohnung mit Küche hat, kauft hier fürs Abendessen besser ein als im Supermarkt.

Altstadtführungen mit Guide GetYourGuide
Alghero: Rundgang durch die Altstadt mit einheimischem Guide

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Stadtführung durch Alghero mit einheimischem Guide

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Preise und Bewertungen sind Richtwerte (GetYourGuide, Oktober 2026).

12. Die Stadtstrände Lido San Giovanni und Maria Pia

Vom Hafen führt die Via Garibaldi nach Norden, und dahinter beginnt der Lido San Giovanni, der Hauptstrand der Stadt mit hellem Sand, mehr als einen Kilometer lang. Er ist voll ausgestattet, mit Bars und Verleih für Liegen, Stand-up-Paddles und Kajaks. Liege und Sonnenschirm kosten ungefähr 20 bis 25 € am Tag.

Weiter nördlich Richtung Fertilia schließt der Strand Maria Pia an, etwa 1,2 Kilometer lang. Er ist ruhiger und naturbelassener: Hinter dem Sand liegen Dünen mit Wacholder und ein Pinienwald, das Wasser wird langsam tiefer, und der Strand ist barrierefrei zugänglich. Uns gefällt Maria Pia besser, weil man im Schatten der Pinien sogar die Mittagshitze aushält.

Alghero Strände und Natur, die du mit dem Stadtbus erreichst

Nördlich der Stadt schwingt sich die Küste in die Bucht von Porto Conte. Alles in diesem Abschnitt schaffst du ohne Auto: Seit Juni 2026 fährt die Stadtlinie 5 (früher Regionallinie 9321) zum Stadttarif nach Porto Conte und zum Capo Caccia, und von Mai bis September kommt der saisonale Beach Bus dazu.

13. Le Bombarde und Lazzaretto

Die zwei beliebtesten Strände der Umgebung, etwa zehn Kilometer vom Zentrum entfernt, direkt nebeneinander und mit gemeinsamem Parkplatz. Le Bombarde ist ein durchgehender Strand mit feinem hellem Sand, flachem Einstieg und voller Ausstattung, also ideal für Familien. Lazzaretto ist eher eine Reihe kleinerer Buchten mit glasklarem Wasser, über denen ein alter Wachturm steht.

Das Meer ist hier spürbar kühler als an den Stadtstränden, was im August eher ein Vorteil ist. Im Juli und August ist der Parkplatz schon am Vormittag voll, früh zu kommen lohnt sich also.

Strand Le Bombarde bei Alghero mit türkisfarbenem flachem Wasser und hellem Sand, im Hintergrund eine bewaldete Landzunge mit Turm
Le Bombarde. Rechts auf der Landzunge siehst du den Wachturm über dem Nachbarstrand Lazzaretto. Foto: Silvia Franceschetti, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

14. Der Strand Mugoni in der Bucht von Porto Conte

Rund ein Kilometer feiner Sand am Ende einer geschützten Bucht, etwa zehn Kilometer von Alghero. Das Meer ist hier flach und fast immer ruhig, weil die Bucht von drei Seiten abgeschirmt ist, und gegenüber siehst du das Capo Caccia. Ein paar Bars und Liegenverleihe gibt es, aber alles wirkt einheimischer als in Le Bombarde.

Nicht jeder Bus hält hier, also frag beim Einsteigen den Fahrer, ob er an der „Spiaggia Mugoni“ stoppt. Uns ist dieser Strand der liebste in der ganzen Gegend, vor allem an Tagen, an denen es an der offenen Küste stürmt und das Wasser hier trotzdem glatt ist wie ein Teich.

15. Naturpark Porto Conte und der Wald Le Prigionette

Die Bucht von Porto Conte und die Hügel ringsum sind als regionaler Naturpark geschützt. Herzstück ist der Staatswald Le Prigionette: Kiefern, Macchia, Blicke auf das Capo Caccia und Wege für Wanderer und Radfahrer, auf denen du Wildeseln, Hirschen und vielen Vögeln begegnest. Am Eingang gibt es ein Infozentrum und einen Fahrradverleih.

Das Ticket für den Park kaufst du als Eintritt ins Ökomuseum Porto Conte, zu dem auch die Museen in der Casa Gioiosa und die römische Villa Sant’Imbenia gehören. Das Monatsticket kostet 9 €, das Familienticket für einen Erwachsenen und zwei Kinder 15 €, und wer mit dem Auto durch den Park fahren will, zahlt 2 € pro Erwachsenem extra. Geöffnet ist ungefähr von April bis Oktober, dienstags bis sonntags.

Für einen kürzeren Spaziergang eignet sich das Kap Punta Giglio auf der anderen Seite der Bucht, mit den Resten einer Militärbatterie aus dem Zweiten Weltkrieg und Blick direkt auf die Klippen des Capo Caccia.

16. Nuraghe Palmavera

Nuraghen sind steinerne Türme aus der Bronzezeit, die die Nuraghenkultur etwa zwischen 1800 und 1100 v. Chr. errichtete, und es gibt sie nirgendwo sonst auf der Welt. Palmavera liegt im Park Porto Conte an der Straße SS127bis, etwa zehn Kilometer von Alghero, und gehört zu den am besten erhaltenen im Norden der Insel. Um zwei Türme und eine Mauer gruppieren sich Dutzende Rundhütten.

Die Grundführung kostet 7 €, das Kombiticket mit der Nekropole Anghelu Ruju 12 €. Geöffnet ist von Mai bis September von 10 bis 19 Uhr, im April und Oktober bis 18 Uhr und im Winter nur vormittags. Du erreichst Palmavera mit dem Bus nach Porto Conte. Am besten kommst du direkt zur Öffnung, denn mittags gibt es hier kein bisschen Schatten.

Steinmauern der Nuraghe Palmavera bei Alghero mit dem Eingang zum Hauptturm und Resten der umliegenden Bauten
Der Haupteingang der Nuraghe Palmavera. Die Steine halten seit über 3.000 Jahren ohne Mörtel zusammen. Foto: Falk2, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

17. Capo Caccia und Sonnenuntergang über der Insel Foradada

Das Kalksteinkap, das von der Stadtmauer Algheros aus wie ein schlafender Riese aussieht. Es liegt etwa 25 Kilometer von der Stadt entfernt, die Klippen fallen hier mehr als hundert Meter senkrecht ins Meer, und ganz vorn steht ein Leuchtturm.

Oben gibt es einen Parkplatz und Aussichtspunkte mit Blick auf die kleine Insel Foradada mit ihrem Loch, die Insel Piana und an klaren Tagen bis nach Stintino. Der Sonnenuntergang ist hier aus unserer Sicht sogar noch schöner als von der Stadtmauer, weil die Sonne ins offene Meer sinkt. In der Saison ist der Parkplatz abends oft voll, und von Juni bis Oktober darfst du an der Straße zur Neptungrotte nur auf ausgewiesenen Plätzen parken.

Alghero auf Sardinien, Blick über die Küste
Alghero, Sardinien

18. Neptungrotte (Grotta di Nettuno)

Die bekannteste Sehenswürdigkeit im ganzen Nordwesten ist eine Tropfsteinhöhle unter den Klippen des Capo Caccia, mit einem unterirdischen Salzwassersee. Du kommst mit dem Boot vom Hafen in Alghero hin (von April bis November) oder zu Fuß über die Treppe Escala del Cabirol mit ihren 654 Stufen. Der Eintritt kostet 18 €, das Boot zahlst du extra. Bei Wellengang und starkem Wind bleibt die Grotte geschlossen, und von Juni bis Oktober brauchst du ein vorab gekauftes Ticket. Boote, Treppe, Shuttlebus und Reservierung erklären wir ausführlich in unserem Artikel über die Neptungrotte.

Sehenswürdigkeiten in Alghero und Umgebung, für die sich ein Auto lohnt

Wir mieten meistens ein Auto, damit wir auch ins Umland fahren können und uns nicht mit Busfahrplänen herumschlagen müssen. Deshalb haben wir auch Tipps außerhalb der Stadt für dich.

19. Nekropole Anghelu Ruju

Etwa zehn Kilometer nördlich von Alghero, an der Straße nach Porto Torres, liegt die größte prähistorische Grabstätte Sardiniens. Entdeckt wurde sie 1903 durch Zufall, beim Bau eines Hofs für das Weingut Sella e Mosca. Archäologen legten hier 38 in den Sandstein gehauene Gräber frei, die man auf Sardinien domus de janas nennt, Feenhäuser. Die ältesten stammen aus der späten Jungsteinzeit, etwa 3200 bis 2800 v. Chr.

Im Juli 2025 hat die UNESCO die domus de janas in die Liste des Welterbes aufgenommen, und Anghelu Ruju gehört dazu. In die Grabwände sind Symbole gemeißelt, darunter stilisierte Stierhörner. Der Eintritt kostet 7 €, günstiger ist das Kombiticket mit Palmavera oder das Alghero Ticket.

20. Weingut Sella e Mosca und der Wein der Gegend

Gegenüber der Nekropole, auf der anderen Straßenseite, liegt Sella e Mosca, eines der bekanntesten Weingüter Italiens, gegründet 1899. Hier entstehen Vermentino, Cannonau und vor allem Torbato, eine seltene weiße Rebsorte, die das Weingut vor dem Verschwinden bewahrt hat. Kellerführungen mit Verkostung gibt es nach vorheriger Reservierung, die Vinothek ist täglich geöffnet. Die Preise für Verkostungen hängen von der Zahl der Weine ab, aktuelle findest du auf der Website des Weinguts.

Wer es kleiner mag, probiert die Genossenschaftskellerei Cantina Santa Maria la Palma mit Weinen aus Cannonau und Cagnulari oder das Familienweingut Rigàterri. Wer fährt, sollte beim Probieren vorsichtig sein, die Straße zurück in die Stadt ist kurvig.

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Preise und Bewertungen sind Richtwerte (GetYourGuide, Oktober 2026).

21. Porto Ferro und der See Baratz

Ein wilder Strand an der offenen Westküste, versteckt hinter dichtem Kiefernwald und bewacht von drei aragonesischen Wachtürmen. Anders als in der ruhigen Bucht von Porto Conte rollen hier die Wellen an, deshalb ist Porto Ferro das Surfrevier der Gegend, mit der Surfschule Bonga für Anfänger und Fortgeschrittene. Am Strand steht eine einfache Holzbar, in der du zum Sonnenuntergang ein Bier trinken kannst.

Gleich hinter den Stränden liegt der Lago di Baratz, der einzige natürliche See Sardiniens, den du zu Fuß oder auf dem Pferderücken umrunden kannst. Für uns ist das der beste Ort für Tage, an denen in Mugoni und Le Bombarde kein Handtuch mehr Platz hat.

22. Delfine, Schnorcheln und die Grotte Nereo

Das Meer zwischen dem Capo Caccia und der Insel Piana ist ein Meeresschutzgebiet, in dem Große Tümmler leben. Am besten fährst du mit den Meeresbiologen von Progetto Natura hinaus: Von Juni bis Oktober verbinden sie Delfinbeobachtung mit Schnorcheln, im Frühjahr und Herbst geht es nur zu den Delfinen. Bei Wind werden die Touren verschoben.

Vom Hafen legen auch Tagesboote und Katamarane ab, die das Capo Caccia umrunden und zum Baden in den Buchten Cala de la Barca oder Cala Tramariglio halten. Erfahrene Taucher zieht es in die Grotte Nereo, die größte Unterwasserhöhle des Mittelmeers. Wer an Land bleibt und schwindelfrei ist, kann sich an den Klettersteig Via ferrata del Cabirol wagen, der auf einem Felsband hoch über dem Meer verläuft. Im Sommer liegt er allerdings den ganzen Tag in der Sonne.

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Preise und Bewertungen sind Richtwerte (GetYourGuide, Oktober 2026).

Tagesausflüge ab Alghero

Lust auf mehr? Diese Ziele lohnen einen ganzen Tag.

23. Bosa und die Küstenstraße SP105

Bosa liegt etwa 45 Kilometer südlich von Alghero und ist für uns die schönste Kleinstadt Sardiniens. Auf der Küstenstraße SP105 brauchst du mit dem Auto etwa eine Dreiviertelstunde: Die Straße führt hoch über den Klippen entlang, unterwegs liegen der Aussichtspunkt Sa Mesa de S’Atentu mit Blick zurück auf Alghero und das Naturreservat Grifone, in dessen Felsen Gänsegeier brüten.

Bosa selbst, das sind der Fluss Temo mit seiner Palmenpromenade und den alten Gerbereien, die pastellfarbenen Häuser des Viertels Sa Costa, die am Hang kleben, und darüber die Burg Malaspina. Probier den süßen Wein der Gegend, Malvasia di Bosa. Zum Baden hast du unterhalb der Stadt den Strand Bosa Marina und etwas weiter das Felsbad Cane Malu und die Bucht Cumpoltitu, zu beiden musst du ein Stück laufen.

24. Stintino und der Strand La Pelosa

Eine Autostunde nördlich liegt La Pelosa, der Strand, wegen dem viele überhaupt in den Nordwesten Sardiniens fliegen. Eine flache Lagune mit Wasser wie im Aquarium, weißer Sand und auf der kleinen Insel vor dem Strand ein aragonesischer Wachturm aus dem 16. Jahrhundert.

In der Saison 2026, vom 15. Mai bis 15. Oktober, dürfen täglich höchstens 1.500 Menschen an den Strand. Der Zugang kostet 3,50 €, Kinder unter 12 Jahren sind frei, und reserviert wird ausschließlich auf der offiziellen Website spiaggialapelosa.it: 500 Plätze kannst du jederzeit im Voraus buchen, 1.000 werden 48 Stunden vor dem jeweiligen Tag freigegeben. Unter dein Handtuch gehört eine feste Strandmatte, und bevor du gehst, spülst du dir die Füße ab, damit kein Sand mitgenommen wird. Wofür es an sardischen Stränden überall Bußgelder gibt, haben wir in unserem Artikel Sardinien: worauf du achten solltest zusammengestellt. Von Juni bis September fährt vom Flughafen und von Alghero ein Saisonbus von Sardabus nach Stintino.

25. Nationalpark Asinara und die weißen Esel

Die Insel ganz an der Nordwestspitze Sardiniens war zuerst Quarantänestation, dann jahrzehntelang ein Hochsicherheitsgefängnis und erst danach Nationalpark. Hier leben seltene weiße Esel, Albinos.

Von Alghero fährst du mit dem Auto nach Stintino und von dort mit dem Schnellboot zum Hafen Fornelli, weitere Boote legen in Porto Torres ab. Private Autos sind auf der Insel nicht erlaubt, unterwegs bist du mit dem E-Bike, dem Touristenbähnchen, mit Guide im Geländewagen oder zu Fuß. Für einen Tag ist ein geführter Ausflug am praktischsten, denn die Insel ist groß und die Strände liegen weit auseinander.

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Ab Stintino: Ausflug nach Asinara im Minivan

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Ab Stintino: Segeltörn nach Asinara mit Mittagessen

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Ab Stintino: Halbtägiger Segeltörn nach La Pelosa

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Eintrittspreise in Alghero und Umgebung

Die meisten Sehenswürdigkeiten in der Stadt und im Umland verwaltet die städtische Stiftung Fondazione Alghero, die sie auch im Paket als Alghero Ticket verkauft.

WasVoller PreisHinweis
Neptungrotte18 €ermäßigt 10 € (6 bis 17 Jahre), Kinder unter 6 frei; Boot extra
Korallenmuseum MACOR / archäologisches Museum MUSA7 €ermäßigt 5 €
Kloster San Francesco6 €Kinder unter 12 frei
Nuraghe Palmavera / Nekropole Anghelu Ruju7 €Kombiticket 12 €; Anghelu Ruju ermäßigt 5 €
Ökomuseum und Park Porto Conte9 € (Monatsticket)Jahresticket 12 €, Aufpreis fürs Auto im Park 2 €
Alghero Ticket35 €Familienticket 70 € für 2 Erwachsene und 3 Kinder bis 17 Jahre
Strand La Pelosa3,50 €15.5. bis 15.10., Reservierung Pflicht, Kinder unter 12 frei
Stadtbus ARST1 €auch die Linie zum Flughafen und nach Porto Conte

💡 Wann sich das Alghero Ticket lohnt. Neptungrotte, Palmavera, Anghelu Ruju und Korallenmuseum kosten einzeln zusammen 39 €, also mehr als das Alghero Ticket für 35 €, und dabei warst du noch gar nicht in San Francesco oder im archäologischen Museum. Wer die Grotte und mindestens zwei weitere Orte sehen will, spart. Wer nur für Strände und die Grotte kommt, kauft Einzeltickets. Das Alghero Ticket gibt es online auf algheroexperience.it, an den Kassen der beteiligten Stätten, in der Touristeninformation in der Via Cagliari 2 oder im Torre di Porta Terra.

Wie lange in Alghero bleiben?

  • 1 Tag: Altstadt, Kathedrale, Stadtmauer zum Sonnenuntergang, Baden am Lido San Giovanni oder in Maria Pia.
  • 2 bis 3 Tage: dazu Neptungrotte und Capo Caccia, Porto Conte mit Palmavera, Mugoni oder Le Bombarde, Weinprobe bei Sella e Mosca.
  • 4 bis 7 Tage: Alghero als Basis für den ganzen Nordwesten. Dazu Bosa über die SP105, Anghelu Ruju, La Pelosa in Stintino, Asinara, Porto Ferro und Sassari, die zweitgrößte Stadt der Insel, mit dem Auto rund 40 Minuten entfernt.

Wo in Alghero übernachten

Die wichtigste Entscheidung sind nicht die Sterne, sondern das Parken: Die Altstadt liegt in der ZTL-Zone. Entweder wohnst du in den Gassen und lässt das Auto am Hafen stehen, oder du übernachtest außerhalb der Mauern mit eigenem Parkplatz und läufst ins Zentrum. Die Regionen der Insel und die Arten von Unterkünften vergleichen wir ausführlich in unserem Artikel Unterkünfte auf Sardinien.

  • Altstadt. Die meiste Atmosphäre, B&Bs in Steinhäusern, abends zwei Schritte zur Stadtmauer. Nachteile: Lärm aus den Bars in der Saison und Koffer auf Kopfsteinpflaster. Für Paare und alle ohne Auto.
  • Uferpromenade und Viertel am Lido. Zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß ins Zentrum, nah am Stadtstrand, einfacheres Parken. Der beste Kompromiss für den ersten Besuch.
  • Fertilia und Strand Maria Pia. Ruhe, Pinien, Familienhotels mit Pool und Campingplätze am Strand, nah am Flughafen. Ins Zentrum fährst du mit dem Bus oder dem Rad.
  • Porto Conte und Capo Caccia. Natur, Mugoni und Palmavera gleich um die Ecke, abends Stille. Ohne Auto ist es hier umständlicher.
  • Hinterland und Weinberge. Agriturismi und Weingut-Resorts im Landesinneren. Nur mit Auto.

Konkrete Tipps haben wir für Alghero selbst, für Fertilia sowie für Stintino und Bosa, wo sich eine Übernachtung lohnt, wenn du nach dem Ausflug abends nicht zurückfahren willst. In jeder Gegend findest du Adressen für verschiedene Budgets, für eine besondere Nacht in Alghero dann die Villa Las Tronas, über die wir weiter unten schreiben. Die Booking-Bewertungen gelten für September 2026.

Alghero: Altstadt, Hafen und Lido

  • Aigua (Altstadt): Zimmer in einem historischen Haus innerhalb der ZTL, 150 Meter vom Hafen und fünf Gehminuten von der Kathedrale. Das Frühstück bereitest du dir selbst zu, die Zutaten warten bei der Ankunft im Zimmer, dazu gibt es Mikrowelle und Wasserkocher. Für Paare ohne Auto, die die Stadtmauer direkt vor der Tür haben wollen.
  • San Francesco Heritage Hotel (Altstadt): Hotel in einem Kloster aus dem 14. Jahrhundert, 200 Meter von der Kathedrale. Die Zimmer sind schlicht und klimatisiert, morgens gibt es ein süßes italienisches Frühstück und abends kannst du in der Hotelbar sitzen. Richtig für alle, die innerhalb der Mauern schlafen wollen, aber mit Rezeption statt Ferienwohnung.
  • Hotel Catalunya (am Hafen): Vier-Sterne-Hotel gegenüber dem Jachthafen, fünf Gehminuten zur Altstadt. Es steht schon außerhalb der Mauern, die ZTL ist also kein Thema, und im obersten Stock liegt die Blau Skybar. Das Restaurant serviert nur Frühstück.
  • Hotel Florida (Lido San Giovanni): Am Strand Lido San Giovanni, 800 Meter vom historischen Zentrum, mit zwei Pools, zwei Whirlpools und Zimmern mit Balkon, manche mit Meerblick. Frühstück als Buffet. Ein guter Kompromiss für Familien: Strand unter dem Fenster und zu Fuß ins Zentrum.

Fertilia und Le Bombarde

  • Hotel Fertilia (Fertilia): Zwischen Pinien, fünf Gehminuten vom Strand und fünf Autominuten vom Flughafen, mit kostenlosem Parkplatz und dem sardischen Restaurant Da Bruno. Auf Booking mit 8,1 bewertet. Passt für die erste oder letzte Nacht und für alle, die mit dem Auto unterwegs sind.
  • Hotel Dei Pini (Strand Le Bombarde): Liegt direkt am Strand Le Bombarde im Park Porto Conte, mit eigenem Strandabschnitt, Pool mit Meerblick und kostenlosem Parkplatz. Vor dem Hotel hält der Bus ins Zentrum von Alghero. Für alle, die morgens direkt ins Wasser und abends Ruhe wollen.
  • Camping Village Laguna Blu (Fertilia): Campingplatz mit Zimmern und Mobilheimen, 20 Meter vom Strand und etwa 4 km von Alghero. Mit Supermarkt, Restaurant mit Pizzeria, Spielplatz, Waschküche und kostenlosem Parkplatz, auf Booking mit 7,9 bewertet. Die günstigere Variante für Familien, ohne Auto kommst du von hier allerdings schlechter weg.

Stintino und La Pelosa

  • Residence Hotel La Pelosetta (Stintino, La Pelosa): Apartments mit Küchenzeile direkt am Strand La Pelosa, jedes mit Meerblick, Parken kostenlos. Der Haken: Laut Booking gibt es nur Deckenventilatoren, keine Klimaanlage. Bewertung 7,8.
  • Hotel Silvestrino (Stintino): Im Ort, 100 Meter vom Meer und fünf Autominuten von La Pelosa. Klimatisierte, einfach eingerichtete Zimmer und ein bekanntes Restaurant mit Fisch und sardischen Weinen. Wer abends am Hafen bummeln will, ist hier besser aufgehoben als am Strand.
  • Hotel Cala Reale (Stintino): Anlage aus mehreren Gebäuden am Golf von Asinara, mit Pool, Tennisplätzen und Spielplatz. Zum Meer ist es ein Kilometer, nach La Pelosa drei. Auf Booking mit 8,9 bewertet, für Familien mit Kindern wohl die bequemste Wahl in Stintino.

Bosa

  • Palazzo Pischedda (Bosa): Boutiquehotel 50 Meter von der alten Brücke Ponte Vecchio, Zimmer mit Blick auf den Temo oder die Burg Malaspina, Restaurant mit Terrasse und kostenloser Parkplatz, was im alten Bosa keine Selbstverständlichkeit ist. Bewertung 8,9.
  • Corte Fiorita Albergo Diffuso (Bosa): Ein „verstreutes Hotel“ in zwei historischen Häusern, eines am Ufer des Temo, das andere 200 Meter weiter Richtung Zentrum. Zimmer und Apartments, manche mit Balkon oder Aussicht. Für alle, die zwischen den bunten Häusern wohnen wollen, zum Meer sind es etwa 3 km.
  • Hotel Isola Rossa (Bosa Marina): 250 Meter vom Hauptstrand in Bosa Marina, mit Pool im schattigen Garten und Bar. Bewertung 8,6. Für alle, die vor allem wegen des Meeres nach Bosa fahren und in die Stadt nur zum Bummeln wollen.

Wer selbst suchen will, findet hier Unterkünfte in Alghero oder, für Familien und Ruhe am Strand Maria Pia, Unterkünfte in Fertilia. Wer eine Nacht woanders verbringen und den Ausflug nach La Pelosa verlängern will, sucht Unterkünfte in Stintino, und für eine Übernachtung unterwegs auf der SP105 Unterkünfte in Bosa.

Wenn du dir eine Nacht gönnen willst, die du nicht vergisst: Die bekannteste Adresse der Stadt ist die Villa Las Tronas Hotel & SPA, einst Residenz der italienischen Königsfamilie, auf einem Felsvorsprung über dem Meer, ein paar Gehminuten von der Stadtmauer.

Rechne mit der Kurtaxe. Seit 2026 erhebt Alghero sie ganzjährig in gleicher Höhe, und gezahlt wird nur für die ersten sieben Nächte am Stück:

Art der UnterkunftTaxe pro Person und Nacht
Hotel ab 4 Sternen4 €
Hotel bis 3 Sterne, B&B, Ferienwohnung, Campingplatz (Stellplatz für Zelt oder Wohnwagen)2 €
Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz mit Mietunterkunft des Platzes1 €

Für Juli und August sind die besten Adressen am Meer lange im Voraus ausgebucht. Buch mit kostenloser Stornierung und ruhig schon ein halbes Jahr vorher.

Ein bisschen Geschichte: Warum man in Alghero Katalanisch spricht

Am Anfang stehen die Genuesen. Die Familie Doria baute hier einen befestigten Hafen, laut dem regionalen Tourismusportal Sardegna Turismo zwischen 1102 und 1112. Archäologen datieren die Entstehung der Stadt nach Grabungen in der Altstadt allerdings erst auf die Mitte des 13. Jahrhunderts. So oder so war Alghero ein genuesischer Stützpunkt, der den Nordwesten der Insel und die Korallenfischerei kontrollierte.

Die Wende kam mit der Krone von Aragón. Am 27. August 1353 schlug die aragonesisch-katalanische Flotte die Genuesen in der Schlacht von Porto Conte, und wenige Tage später zog der Befehlshaber Bernat de Cabrera in die Stadt ein. Die Einwohner rebellierten noch im selben Herbst, sodass 1354 König Peter IV. der Zeremoniöse persönlich anreiste. Die Belagerung zog sich hin, Hitze und Malaria setzten dem Heer zu, und erst im November 1354 ergab sich die Stadt. Dann geschah das, was Alghero bis heute besonders macht: Der König vertrieb die sardischen und genuesischen Bewohner und besiedelte die Stadt mit Menschen aus Katalonien, Valencia, Mallorca und Aragón. Nach einem weiteren Aufstand 1372 wiederholte sich die Vertreibung. Daher der Spitzname Barceloneta, kleines Barcelona, und daher das Katalanisch auf den Schildern.

Das katalanische Alghero war vor allem eine Festung. Die genuesische Stadtmauer mit 26 Türmen hielten die Aragonesen zunächst nur instand, den großen Umbau ließ im 16. Jahrhundert Ferdinand der Katholische ausführen. Fertig wurde nur die Seeseite. 1501 erhielt Alghero den Titel einer königlichen Stadt, und 1541 machte Kaiser Karl V. hier Station. Bis heute stehen die komplette Mauer über dem Meer, acht Türme aus dem 16. Jahrhundert in der Stadt und elf weitere Wachtürme entlang der Küste. Die Landseite begann man nach 1867 abzureißen, als Alghero von der Liste der strategischen Festungen gestrichen wurde.

Das Geld brachte die Koralle. Die neuen Bewohner erhielten vom König 1355 eine Reihe von Privilegien und 1375 auch die Befreiung von der Korallensteuer, die andere Fischer in Höhe eines Fünftels ihres Fangs zahlten. Im Hafen ankerten jahrhundertelang Korallenboote aus Katalonien, Ligurien, der Provence und Kampanien. Die Fischer legten einen Teil ihres Fangs in die Kasse Caixa del Corall als Altersvorsorge, und aus derselben Kasse wurden auch Kapellen in der Kathedrale bezahlt.

Die katalanische Ära endete nach dem Spanischen Erbfolgekrieg. Nach einer kurzen österreichischen Herrschaft fiel Sardinien 1720 an das Haus Savoyen, das in den 1760er-Jahren Italienisch als Amtssprache einführte. Auf der Straße und in den Familien sprach man aber weiter Katalanisch, zurückgedrängt wurde es erst im 20. Jahrhundert. 1997 erkannte Sardinien die Sprache an, 1999 der italienische Staat als Minderheitensprache.

Anreise nach Alghero aus Deutschland

Wir sind geflogen, aber es gibt natürlich auch andere Wege.

  • Mit dem Flugzeug. Der Flughafen Alghero-Fertilia, offiziell Riviera del Corallo, ist einer der drei großen Flughäfen Sardiniens. Direktflüge aus Deutschland gibt es nur in der Saison, und das Angebot wechselt von Jahr zu Jahr, also prüf den aktuellen Flugplan. Mehr Auswahl hast du oft nach Olbia oder Cagliari. Flüge, Fähren und Routen über die ganze Insel besprechen wir in unserem Planer Sardinien-Urlaub.
  • Mit dem eigenen Auto und der Fähre. Am nächsten an Alghero legen die Fähren in Porto Torres an. Von Genua fährt GNV von Mai bis Oktober täglich nach Porto Torres, die Überfahrt dauert etwa 12 bis 13 Stunden. Von Porto Torres sind es dann noch rund 37 Kilometer bis Alghero.
  • Vom Flughafen in die Stadt. Die Bushaltestellen liegen rechts vom Ankunftsterminal, etwa 150 Meter vom Eingang. Ins Zentrum fährt die ARST-Stadtlinie ALFA, Endhaltestelle ist die Via Catalogna an der Altstadt. Das Ticket kostet 1 €, und im Sommer 2026 (vom 22. Juni bis 15. September) fuhr der Bus alle 30 Minuten von 5:00 bis 23:26 Uhr. Tickets bekommst du am Automaten im Terminal, in den Apps DropTicket, Tabnet oder Around Sardinia oder im Bus, wo du seit Juni 2026 ohne Aufpreis kontaktlos mit Karte oder Handy zahlen kannst. Bar beim Fahrer kostet es 50 Cent mehr.
  • Von Olbia und Cagliari. Von Olbia sind es etwa 136 Kilometer, von Cagliari 243. Vom Flughafen Olbia fährt ein Direktbus von Sun Lines, nur mit Reservierung. Mit dem Zug geht es über Sassari, wo du in den Regionalzug nach Alghero umsteigst (dort gelten keine Trenitalia-Tickets). Vom Flughafen Alghero fahren außerdem Busse nach Sassari, Bosa, Nuoro und über Oristano nach Cagliari.
  • Mit dem Mietwagen. Ein Auto mietest du direkt am Flughafen. Für die Stadt brauchst du es nicht, für die Weingüter, Bosa und La Pelosa ist es praktisch. Mietwagenfirmen, Versicherung und Kaution erklären wir im Artikel Sardinien buchen.

Unterwegs in der Stadt, ZTL und Parken in Alghero

Seit dem 22. Juni 2026 tragen die ARST-Stadtlinien die neuen Nummern 1 bis 6, Umsteigeknoten ist die Via Catalogna. Tickets kaufst du genauso wie für die Flughafenlinie, in der Stadt gibt es zusätzlich 27 ARST-Verkaufsstellen, vor allem Tabakläden und Zeitungskioske.

Die Altstadt ist eine ZTL (zona a traffico limitato), also eine Zone mit beschränkter Zufahrt, die von Kameras überwacht wird. Ohne Genehmigung dürfen Nicht-Anwohner nicht hinein, und das Bußgeld kommt per Post auch nach Deutschland, gern erst Monate später. Wer innerhalb der Mauern wohnt, klärt am besten vorab mit dem Gastgeber, ob er das Kennzeichen zum Ausladen der Koffer bei der Stadt anmeldet.

Geparkt wird rund um den Hafen und entlang der Uferpromenade. Blaue Linien sind gebührenpflichtig (Automat oder App), weiße meist kostenlos, gelbe sind für Anwohner, Lieferverkehr oder Menschen mit Behinderung reserviert. Im August lohnt es sich, weiter weg vom Hafen zu parken und ein paar Minuten zu laufen.

Beste Reisezeit für Alghero

Der Sommer ist trocken und heiß (im Juli und August tagsüber im Schnitt 32 °C), im Juni und September sind es um die 28 °C, der Winter ist mild und regnerisch. Die besten Monate sind für uns Juni und September. Im Juli und August kommen die Italiener, und rund um Ferragosto Mitte August ist wirklich überall alles voll. April und Mai sind ideal zum Wandern in Porto Conte und am Capo Caccia, das Meer ist zum Baden aber noch kalt. Der Oktober ist oft noch warm, nur regnet es mehr, und gegen Monatsende schließen die ersten Strandbars.

Achte auf den Wind. Wenn der Mistral aus Nordwesten bläst, schließt die Neptungrotte und Bootstouren werden verschoben, dafür gibt es in Porto Ferro Wellen für Surfer. Das Wetter Monat für Monat inklusive Wassertemperatur findest du in unserem Artikel Wetter auf Sardinien.

Zu den Festen, die sich lohnen, gehören die Karwoche (Setmana Santa) mit nächtlichen Prozessionen durch die Altstadt, das Silvesterfest Cap d’Any de l’Alguer mit Konzerten und mehrtägigem Programm und am 29. September das Fest des Stadtpatrons, des heiligen Michael.

Was du in Alghero essen solltest

Die Küche Algheros ist sardisch mit katalanischem Akzent: vor allem Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Fleisch, Käse und Pasta stehen reichlich auf der Karte.

  • Aragosta alla catalana, Langusten nach katalanischer Art. Gekochte Languste mit rohen Tomaten und Zwiebeln, das bekannteste und teuerste Gericht der Stadt.
  • Polpo all’agliata, Oktopus in einer Soße aus Tomaten, getrockneten Tomaten und Knoblauch.
  • Culurgiones, von Hand geflochtene Teigtaschen mit Kartoffeln, Pecorino und Minze, und Malloreddus, kleine sardische Nocken.
  • Seadas (Sebadas), frittierte Teigtasche mit geschmolzenem jungem Käse, mit Honig übergossen.
  • Menjar blanc, ein Milchpudding aus Alghero katalanischen Ursprungs.
  • Mirto, ein dunkler Likör aus Myrtenbeeren, den man nach dem Essen trinkt.

Zum Wein: Vermentino und Torbato zu Fisch, Cannonau und Cagnulari zu Fleisch, die süße Malvasia di Bosa zum Dessert.

Einheimische wie ausländische Reiseführer nennen immer wieder dieselben Adressen: die Pizzeria Al Vecchio Mulino in der Altstadt, günstige Focaccia und belegte Brote in der Bar Focacceria Milese am Hafen, sardische Küche in der Trattoria Lo Romanì und das Mabrouk, das Restaurant einer Fischerfamilie, in dem es keine Karte gibt und auf den Tisch kommt, was an dem Tag angelandet wurde. Für Süßes geht man in die Konditorei Roberto Murgia Dolci in Corso.

Wer abends die Stadt von oben sehen will, fährt hoch in die Blau Skybar im neunten Stock des Hotels Catalunya.

Was wir anders machen würden

Wir würden nicht nur zum Sonnenuntergang auf die Stadtmauer gehen. Abends ist es dort wunderschön, aber voll. Die schönsten Momente auf den Bastionen sind morgens gegen acht, wenn Einheimische joggen, die Fischer in den Hafen zurückkehren und auf der Promenade mehr Möwen als Menschen unterwegs sind.

Wir würden Gerichte probieren, von denen wir noch nie gehört haben. Languste nach katalanischer Art bestellt jeder, der Lust hat, Geld auszugeben. Wir würden lieber Menjar blanc probieren, Seadas mit bitterem Honig und Wein aus der Rebsorte Torbato, die dir sonst fast nirgends begegnet.

Wir würden nicht überall hinfahren. La Pelosa, Asinara, Bosa, Capo Caccia und die Grotte in einer Woche bedeuten mehr Stunden im Auto als am Strand. Such dir zwei Ausflüge aus und verbring die restlichen Tage in Mugoni, mit einem Buch und einem langen Mittagessen.

Häufige Fragen zu Alghero

Was muss man in Alghero gesehen haben?
In der Stadt die Stadtmauer mit der Promenade über dem Meer, die katalanische Altstadt, die Kathedrale Santa Maria mit Glockenturm, das Kloster San Francesco, die Kirche San Michele mit der bunten Kuppel und das Korallenmuseum. In der Umgebung die Strände Le Bombarde und Mugoni, den Park Porto Conte, die Nuraghe Palmavera, das Capo Caccia mit der Neptungrotte, die Nekropole Anghelu Ruju und das Weingut Sella e Mosca.

Wie komme ich vom Flughafen Alghero ins Zentrum?
Mit dem ARST-Stadtbus der Linie ALFA, Endhaltestelle Via Catalogna, das Ticket kostet 1 €. Im Sommer 2026 fuhr er alle 30 Minuten von 5:00 bis 23:26 Uhr. Im Bus kannst du ohne Aufpreis kontaktlos mit Karte zahlen.

Welche sind die schönsten Strände in Alghero?
Direkt in der Stadt der Lido San Giovanni und der ruhigere Strand Maria Pia mit Pinienwald. Etwa zehn Kilometer nördlich liegen Le Bombarde und Lazzaretto mit kühlerem Wasser und in der Bucht von Porto Conte das ruhige, flache Mugoni. Zum Surfen fährst du nach Porto Ferro. Eine Stunde entfernt ist La Pelosa, für die du den Zugang vorab reservieren musst.

Warum spricht man in Alghero Katalanisch?
1354 eroberte die Krone von Aragón die Stadt und ersetzte die ursprünglichen Bewohner durch Siedler aus Katalonien, Valencia, Mallorca und Aragón. Ihre Sprache hat sich bis heute gehalten und ist seit 1997 offiziell anerkannt, deshalb sind die Schilder in der Altstadt zweisprachig.

Wie viele Tage braucht man für Alghero?
Für die Stadt allein reicht ein Tag. Mit zwei bis drei Tagen schaffst du auch die Strände, den Park Porto Conte, die Nuraghe Palmavera und die Neptungrotte. Für vier bis sieben Tage ist Alghero eine gute Basis für Ausflüge nach Bosa, an La Pelosa und nach Asinara.

Brauche ich in Alghero ein Auto?
Für die Altstadt und die wichtigsten Strände nicht. Zu den Stadtstränden läufst du, und nach Le Bombarde, Mugoni, Palmavera und zum Capo Caccia fährt die Stadtlinie 5. Ein Auto lohnt sich für die Weingüter, Anghelu Ruju, Porto Ferro, Bosa und La Pelosa.

Wie ist das Wetter in Alghero im Oktober?
Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur liegt bei etwa 24 °C, die Tiefsttemperatur bei etwa 14 °C. Es regnet mehr als im Sommer, im Schnitt rund 75 mm im Monat. Für Spaziergänge und Ausflüge ist der Oktober ein guter Monat, gegen Ende schließen allerdings schon die Strandbars.

Wie geht es weiter?

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