Schweiz · 27.10.2026

Basel Sehenswürdigkeiten: 18 Tipps, Rheinschwimmen, Preise und Hotels

Aktualizováno 27.10.2026

Stell dir eine Stadt vor, in der die Leute im Sommer schwimmend zur Arbeit kommen. In Basel ist das kein Witz: Man stopft Hemd und Schuhe in einen wasserdichten Beutel in Fischform, springt in den Rhein und lässt sich von der Strömung drei Kilometer weit am Münster vorbeitragen. Von den Basel Sehenswürdigkeiten ist der Fluss für uns deshalb die wichtigste, noch vor Rathaus und Münster. Dazu kommen rund vierzig Museen, einige davon Weltklasse, und das in einer Stadt mit gerade einmal etwa 176.000 Einwohnern. Nach Zürich und Genf ist Basel die drittgrößte Stadt der Schweiz, und gemessen an ihrer Größe hat sie aus unserer Sicht mehr Kunst als jede andere in Europa.

Für alle aus Baden-Württemberg liegt Basel praktisch vor der Haustür, von Freiburg aus bist du in einer knappen Stunde da, und der Badische Bahnhof ist sogar ein deutscher Bahnhof auf Schweizer Boden. Die meisten Listen zu Basel hören nach Rathaus und Münster auf. Wir haben 18 Tipps in der Stadt und direkt an ihren Rändern gesammelt, dazu Ausflüge in drei Länder, die Anreise aus Deutschland und das, was in der Schweiz am meisten interessiert: was es kostet und wo man sparen kann. Da hat Basel einen großen Trumpf. Wer hier übernachtet, fährt gratis Tram und zahlt in vielen Museen ein Viertel weniger.

Basel Sehenswürdigkeiten im Überblick

  • Wer in Basel schläft, fährt gratis. Jeder Gast in Hotel, Hostel, B&B oder Ferienwohnung bekommt beim Check-in die BaselCard: Tram und Bus kostenlos und 25 % Rabatt auf Museen, Zoo und Rheinschiffe (basel.com).
  • Aus Süddeutschland bist du schnell da. Von Freiburg sind es gut 70 km, von Stuttgart rund 265 km, von Frankfurt rund 330 km. ICE und IC fahren direkt bis Basel Badischer Bahnhof und Basel SBB.
  • Mit dem Auto brauchst du für Schweizer Autobahnen die Vignette für 40 CHF (ca. 43 €). Wer nur nach Basel will, kommt auch ohne Schweizer Autobahn in die Stadt.
  • Rheinschwimmen ist das Sommervergnügen Nummer eins. Ins Wasser nur ab 18 °C. Meist steigt man unterhalb des Museum Tinguely ein und treibt rund drei Kilometer am Kleinbasler Ufer entlang. Den Wickelfisch-Beutel gibt es ab 20 CHF.
  • Das Kunstmuseum ist gratis an jedem ersten Sonntag im Monat und an ausgewählten frühen Abenden, sonst kostet die Sammlung 25 CHF (ca. 27 €).
  • Die Fondation Beyeler lässt alle bis 25 Jahre gratis rein, Erwachsene zahlen ab dem 18.10.2026 30 CHF. Hin fährst du mit der Tram 6 aus dem Zentrum.
  • Drei Länder an einem Nachmittag. Das Dreiländereck erreichst du mit der Tram 8, der Vitra Campus im deutschen Weil am Rhein liegt ein paar Busstationen hinter der Grenze.
  • Die Basler Fasnacht 2027 beginnt am Montag, 15.2., um 4 Uhr früh und dauert genau 72 Stunden. Sie gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO, Unterkünfte sind Monate im Voraus weg.

Anreise nach Basel aus Deutschland

Basel liegt im nordwestlichen Zipfel der Schweiz, direkt an der Grenze zu Deutschland und Frankreich. Die A5 aus Karlsruhe und Freiburg führt fast bis an den Stadtrand, und mit dem Badischen Bahnhof hat die Deutsche Bahn hier sogar einen eigenen Bahnhof. Keine andere große Schweizer Stadt ist aus Deutschland so leicht zu erreichen.

Mit dem Zug. Das ist aus Deutschland die bequemste Variante. ICE und IC fahren über die Rheintalbahn (Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg) bis Basel Badischer Bahnhof und weiter nach Basel SBB, aus Frankfurt bist du in rund drei Stunden da. Aus Norddeutschland gibt es zusätzlich Nachtzüge Richtung Zürich mit Halt in Basel, die aber nicht täglich in allen Varianten fahren, also schau vorher in die Fahrplanauskunft. Aus Freiburg und dem Markgräflerland kommst du auch mit dem Regionalzug bis zum Badischen Bahnhof. Basel hat übrigens drei internationale Bahnhöfe: Basel SBB und Basel SNCF teilen sich ein Gebäude, der Badische Bahnhof liegt auf der anderen Rheinseite in Kleinbasel.

Mit dem Auto. Von Freiburg sind es rund 72 km (knapp eine Stunde), von Karlsruhe rund 195 km (zwei Stunden), von Stuttgart rund 265 km (knapp drei Stunden), von Frankfurt rund 330 km und von München rund 395 km (viereinhalb Stunden ohne Stau). Bis zur Grenze fährst du auf deutschen Autobahnen, für die Schweizer Autobahnen brauchst du die Vignette für 40 CHF (2026, ca. 43 €), als Klebevignette oder als E-Vignette, die an dein Kennzeichen gebunden ist. Sie gilt vom 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des Folgejahres, eine kürzere Variante gibt es nicht, du zahlst also auch für einen einzigen Tag den vollen Preis. Die E-Vignette kaufst du am besten nur auf der offiziellen Seite e-vignette.ch. Wenn du nur nach Basel willst und nicht weiter in die Schweiz, kommst du auch ohne Autobahn in die Stadt: Stell im Navi schon vor der Grenze „Mautstraßen meiden“ ein.

Mit dem Flugzeug. Aus Nord- und Ostdeutschland kann sich ein Flug lohnen. Der Flughafen EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg (Code BSL) steht komplett auf französischem Boden, ist aber in einen französischen und einen Schweizer Sektor geteilt. Nach Basel gehst du auf der Schweizer Seite raus: Aus der Ankunftshalle im Schweizer Sektor fährt der Bus 50 alle 7 bis 10 Minuten von halb fünf Uhr morgens bis Mitternacht zum Bahnhof Basel SBB, die Fahrt dauert rund 20 Minuten (euroairport.com). Welche Direktflüge aus Deutschland es gerade gibt, ändert sich je nach Saison, also prüfe das direkt bei den Airlines.

Mit dem Fernbus. FlixBus fährt aus vielen deutschen Städten nach Basel. Das ist die günstigste, aber auch die unbequemste Variante.

💡 Lass das Auto in der Garage und geh zu Fuß. Die Altstadt ist größtenteils Fußgänger- und Tramzone. Unter dem Bahnhof Basel SBB liegt das Parking Centralbahn, wo du tagsüber (7 bis 19 Uhr) 3,50 CHF pro angefangene halbe Stunde auf Ebene P1 und 2,50 CHF auf P2 und P3 zahlst, höchstens 35 bzw. 25 CHF für 24 Stunden (parking.ch). Die unteren Ebenen sind also günstiger. Im Hotel bekommst du dann die BaselCard und fährst in der Stadt gratis Tram.

Was kostet Basel und wie du sparst

Die Schweiz ist teuer, und Basel liegt preislich auf dem Niveau von Zürich. Der Unterschied: Viele der schönsten Sehenswürdigkeiten in Basel kosten keinen Rappen. Der Rhein, das Schwimmen darin, der Spaziergang durch die Altstadt, das Münster, der Rathaushof, der Tinguely-Brunnen, das Dreiländereck und der Blick von der Pfalz sind gratis. Bezahlt wird vor allem für Museen, und davon gibt es so viele, dass man schnell mehr ausgibt als geplant.

BaselCard. Das ist die größte Ersparnis. Jeder, der in Basel in Hotel, Hostel, B&B oder Ferienwohnung übernachtet, bekommt sie beim Check-in für den ganzen Aufenthalt. Du kannst sie auch als Web-App aufs Handy laden, die fast offline funktioniert. Enthalten sind (basel.com):

  • freie Fahrt mit Bus und Tram in der Stadt,
  • 25 % Rabatt auf den Eintritt in 26 Museen, unter anderem Kunstmuseum, Fondation Beyeler, Antikenmuseum, Augusta Raurica, Basler Papiermühle und Cartoonmuseum,
  • 25 % Rabatt auf Zoo, Sightseeing-Bus, öffentliche Altstadtführung, Kursschiffe auf dem Rhein und den Läckerli-Workshop,
  • E-Bike-Verleih am Bahnhof SBB für 25 CHF pro Tag.

Achtung an der Grenze: Für die Fahrt zum Vitra Campus in Deutschland oder nach Frankreich gilt die BaselCard nicht, weil dort ihre Zone endet. Die Rabatte gibt es pro Attraktion nur einmal, und sie lassen sich nicht mit anderen kombinieren.

Wenn du nicht in Basel übernachtest. Ein Ticket für eine Zone kostet 4,20 CHF und gilt eine Stunde, die Kurzstrecke bis vier Haltestellen 2,60 CHF für eine halbe Stunde (Tarifverbund Nordwestschweiz, tnw.ch). Die Altstadt ist aber so klein, dass du sie ohnehin zu Fuß abläufst.

Museumspass. Wer vor allem wegen der Kunst kommt und mehrere Städte in der Region abklappert, kann sich den Museums-PASS-Musées überlegen. Er gilt in 345 Museen, Schlössern und Gärten in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich, unter anderem im Kunstmuseum und in der Fondation Beyeler. Für ein Wochenende in Basel lohnt sich aber eher die BaselCard, die du ja gratis bekommst.

Swiss Travel Pass und Halbtax. Der Swiss Travel Pass kostet für Erwachsene in der 2. Klasse 254 CHF für 3 Tage und 309 CHF für 4 Tage, die Swiss Half Fare Card für 150 CHF pro Monat gibt 50 % Rabatt auf die meisten Tickets (SBB, Preise gültig bis 31.12.2026). Für Basel allein ist das überflüssig. Sinnvoll wird es erst, wenn du von hier weiter nach Bern, Luzern und in die Berge fährst.

Essen. Im Restaurant gelten Schweizer Preise, die einen auch beim dritten Besuch noch überraschen. Wir machen es wie überall in der Schweiz: mittags etwas aus den Take-away-Theken von Coop und Migros, dazu Brot vom Bäcker und ein Picknick auf den Stufen am Kleinbasler Rheinufer, wo im Sommer die halbe Stadt sitzt. Abends dann ein Essen im Restaurant, das sich lohnt. Probier Basler Läckerli, harte Honiglebkuchen mit kandierten Früchten, und wenn du zur Fasnacht kommst, auch die Mehlsuppe aus geröstetem Mehl.

Wasser. In Basel gibt es über zweihundert Brunnen. Aus fast allen kannst du trinken, die Ausnahmen tragen ein Schild „Kein Trinkwasser“. Eine eigene Flasche ist hier die beste Investition.

PostenPreis in CHF (2026)Ca. in Euro
BaselCard für Übernachtungsgäste (ÖV gratis)gratis0
ÖV-Ticket 1 Zone, 1 Stunde4,204,50
Münstertürme (Erwachsene)66,40
Kunstmuseum, Sammlung / mit Sonderausstellung25 / 3027 / 32
Fondation Beyeler (Erwachsene ab 26 Jahren)3032
Museum Tinguely (Erwachsene)1819
Zoo Basel (Erwachsene / Kinder)22 / 1024 / 11
Wickelfisch-Beutel fürs Rheinschwimmenab 20ab 21
Swiss Travel Pass 3 Tage, 2. Klasse254272
Autobahnvignette4043
Parking Centralbahn am Bahnhof, max. 24 h (P1)3537

Die Preise stammen von den offiziellen Seiten der Betreiber (Basel Tourismus, TNW, Basler Münster, Kunstmuseum Basel, Fondation Beyeler, Zoo Basel, SBB, parking.ch), beim Museum Tinguely von Schweiz Tourismus. Die Umrechnung ist ein Richtwert bei 1 CHF ≈ 1,07 €. Der Vitra Campus liegt in Deutschland, dort zahlst du in Euro.

Basel Sehenswürdigkeiten: 18 Tipps für Stadt und Umgebung

Die Tipps folgen ungefähr der Lage: zuerst die Altstadt auf dem linken Ufer (Grossbasel), dann der Rhein und Kleinbasel auf dem rechten Ufer, danach die Museen und zum Schluss Orte am Stadtrand sowie Termine, für die sich eine Reise zu einem bestimmten Datum lohnt. Die meisten der ersten zehn Tipps schaffst du an einem Tag zu Fuß.

1. Altstadt Grossbasel

Die Altstadt liegt erhöht auf dem linken Rheinufer und gehört zu den am besten erhaltenen der Schweiz. Steile Gassen und Treppen ziehen sich zwischen Marktplatz, Münster und Spalentor hin und her, gesäumt von Zunfthäusern, bemalten Fassaden und Erkern. Am bekanntesten ist der Spalenberg, der vom Marktplatz aus bergauf führt und voller kleiner Läden und Cafés ist. Uns gefallen aber die Parallelgassen weiter oben besser, Heuberg und Nadelberg, wo kaum noch jemand unterwegs ist, und hinter dem Münster die stille Augustinergasse mit Blick in die Gärten über dem Fluss.

Plane für die Altstadt mindestens drei Stunden ein und geh am Morgen oder gegen Abend. Wer Erklärungen möchte, schließt sich der öffentlichen Altstadtführung von Basel Tourismus an: Von April bis Oktober täglich am Nachmittag und am Wochenende auch vormittags, im Winter nur samstags, mit BaselCard zu drei Vierteln des Preises (basel.com).

2. Marktplatz und das rote Rathaus

Das Rathaus am Marktplatz kannst du nicht übersehen. Es ist knallrot, mit Turm, goldenen Details und Fresken über die ganze Fassade, und wurde Anfang des 16. Jahrhunderts nach dem großen Erdbeben gebaut. Nach dem Beitritt Basels zur Eidgenossenschaft im Jahr 1501 kam die Fassade mit den Wappen Basels und der damals elf Kantone auf den Zinnen dazu. Bis heute tagen hier die Kantonsregierung und das hundertköpfige Parlament, der Grosse Rat.

In den Innenhof darfst du gratis hinein, werktags von 8 bis 17 Uhr, am Wochenende ist geschlossen (basel.com). Der Hof mit der bemalten Treppe und den Arkaden ist aus unserer Sicht schöner als die Fassade, und wenn du morgens kommst, hast du ihn fast für dich. Auf dem Marktplatz findet werktags ein Markt mit Obst, Gemüse und Blumen statt.

Das rote Rathaus in Basel am Marktplatz mit Turm, Erker und Fresken an der Fassade
Das Basler Rathaus am Marktplatz. Fresken, Erker und Turm sind die meistfotografierte Fassade der Stadt. Foto: GabrielleMerk, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

3. Das Basler Münster und seine zwei Türme

Das Münster aus rotem Sandstein mit zwei schlanken Türmen und dem bunt glasierten Ziegeldach ist das Wahrzeichen der Stadt. Die romanische Kathedrale wurde 1019 geweiht, nach dem Erdbeben von 1356 gotisch wieder aufgebaut und ist seit der Reformation 1529 protestantisch. Drinnen liegt das Grab von Erasmus von Rotterdam, der einen großen Teil seines Lebens in Basel verbrachte und hier seine Bücher drucken ließ.

Der Eintritt ins Münster ist frei. Im Sommerhalbjahr ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, samstags bis 16:30 Uhr und sonntags ab etwa 11:30 Uhr nach dem Gottesdienst bis 17 Uhr. Im Winterhalbjahr werktags von 11 bis 16 Uhr, samstags bis 16:30 Uhr und sonntags von 11:30 bis 16 Uhr (baslermuenster.ch).

Auf die Türme Georgsturm und Martinsturm führen über eine enge Wendeltreppe rund 250 Stufen. Der Aufstieg kostet 6 CHF (ca. 6,40 €), Senioren und Studierende zahlen 4 CHF, Kinder bis 14 Jahre nichts. Letzter Einlass ist eine halbe Stunde vor Schließung des Münsters. Zwischen 12:00 und 12:20 Uhr bleibt der Aufgang wegen des Mittagsgebets zu, und gleichzeitig dürfen höchstens 30 Personen oben sein. Kurios: Allein darfst du nicht hinauf, man lässt nur Gruppen ab zwei Personen hoch. Vom 1. bis 23. Dezember gibt es werktags zwischen 16 und 18 Uhr meist einen beleuchteten Nachtaufstieg über der weihnachtlichen Stadt zum gleichen Preis.

Das Basler Münster mit zwei Türmen und buntem Dach über dem Rhein, Blick von Kleinbasel
Das Münster über dem Rhein vom rechten Ufer aus. Rechts darunter sieht man das Seil der Fähre. Foto: M.Strīķis, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

4. Die Pfalz und der Kreuzgang

Hinter dem Münster liegt die Pfalz, eine Terrasse hoch über dem Fluss mit Kastanienbäumen und einer Mauer, auf die man sich setzen kann. Sie ist frei zugänglich und für uns der beste Aussichtspunkt in Basel, besser als der Turm: Direkt unter dir fließt der Rhein, gegenüber liegt Kleinbasel und dahinter der Schwarzwald. Wer nicht auf den Turm will, verpasst hier nichts. Von der Terrasse führen Treppen hinunter zum Fluss und zur Fähre Leu.

Gleich nebenan liegt der gotische Kreuzgang, täglich ab 8 Uhr bis zur Dämmerung geöffnet, spätestens bis 20 Uhr. Er ist kühl, still und fast leer, auch wenn draußen auf dem Münsterplatz viel los ist.

5. Mittlere Brücke und Lällekönig

Die Mittlere Brücke verbindet die Altstadt mit Kleinbasel. An dieser Stelle stand schon 1225 die erste Brücke über den Rhein, und lange war sie der einzige feste Übergang über den Fluss zwischen Bodensee und Meer. Die heutige Steinbrücke stammt von 1905. In der Mitte steht eine Kopie des Käppelijochs, einer kleinen Kapelle an der Stelle, an der bis ins 17. Jahrhundert Strafen vollstreckt wurden.

Bevor du hinübergehst, schau an der Schifflände auf Grossbasler Seite an die Hausecke. Dort hängt der Lällekönig, ein Königskopf, der seine Zunge Richtung Kleinbasel herausstreckt. So ziehen sich die beiden Stadthälften seit jeher gegenseitig auf. Von der Brücke hast du den besten Blick auf das Münster und die Häuser über dem Fluss, und abends, wenn die Lichter angehen, bleiben wir dort jedes Mal eine Weile stehen.

6. Rheinfähren ohne Motor

Über den Rhein pendeln in Basel vier kleine Holzfähren: Wilde Maa bei St. Alban, Leu unterhalb des Münsters, Vogel Gryff beim Klingental und Ueli bei St. Johann. Sie haben keinen Motor. Sie hängen an einem Seil, das quer über den Fluss gespannt ist, der Fährmann dreht das Ruder, und die Strömung schiebt das Boot von allein ans andere Ufer. Die Überfahrt dauert ein paar Minuten, bezahlt wird direkt beim Fährmann.

Für uns ist das die schönste Art, in Basel von einem Ufer zum anderen zu kommen, und vom Wasser aus hast du den besten Blick auf das Münster. Die Fähren sind traditionelle Boote, die von einem Verein betrieben werden, keine Touristenattraktion, nutz sie also ruhig einfach als Verkehrsmittel. Im Winter und bei Hochwasser fahren sie seltener oder gar nicht. Eine offizielle Preisliste haben wir auf den Seiten der Betreiber nicht gefunden, der Fahrpreis ist aber symbolisch.

7. Rheinschwimmen

Das ist Basel. Im Sommer verwandelt sich das ganze Kleinbasler Ufer in einen einzigen Strand, und die Einheimischen schwimmen in die Stadt, aus der Stadt oder einfach so. Die Kleider kommen in den Wickelfisch, einen bunten wasserdichten Beutel in Fischform, der genau hier in Basel erfunden wurde. Du packst die Sachen hinein, rollst das offene Ende sieben Mal ein, verschließt es, und dann schwimmt der Fisch wie eine Boje neben dir her. Du bekommst ihn in der Touristeninformation und in Läden ab 20 CHF (basel.com), und er ist gleichzeitig das beste Souvenir aus Basel.

Der übliche Einstieg ist am Ufer unterhalb des Museum Tinguely, von dort trägt dich die Strömung rund drei Kilometer am Kleinbasler Ufer entlang. Geübte Schwimmer steigen zwischen Wettsteinbrücke und Johanniterbrücke ein. Eine Karte mit Ein- und Ausstiegen gibt die Rettungsorganisation SLRG heraus, alles inklusive aktueller Wassertemperatur und Pegelstand zeigt die kostenlose BachApp. Basel Tourismus empfiehlt, nur zu schwimmen, wenn das Wasser über 18 °C hat und der Pegel unter 650 cm liegt. Die Strömung ist stark, Brücken und Schiffe sind echte Hindernisse, also nur als sicherer Schwimmer, nie allein und nie nach Alkohol.

Wer zum ersten Mal geht, kann sich im Juli und August jeden Dienstag einer Gruppe mit ausgebildeten Rettungsschwimmern anschließen. Treffpunkt ist um 17:45 Uhr unterhalb des Museum Tinguely, eine Anmeldung vorab ist nötig. Einmal pro Sommer findet das offizielle Basler Rheinschwimmen statt, dann ist der Fluss voller bunter Fische, und die Teilnahme ist gratis.

Schwimmer mit bunten Wickelfisch-Beuteln im Rhein in Basel neben der Holzfähre Leu
Rheinschwimmer mit Wickelfischen, dazwischen die Fähre Leu unterhalb des Münsters. Foto: Martin Kraft, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

💡 Dir ist die Strömung zu heftig? Dann geh ins Rheinbad. Am Ufer stehen zwei Flussbäder im Jugendstil, das Rheinbad Breite und das Rheinbad St. Johann, je nach Wetter von Mai bis September geöffnet. Dort kannst du dich umziehen, in den Fluss steigen und dich hinlegen. Die Einheimischen laufen am Ufer flussaufwärts, springen ins Wasser und lassen sich zurück zum Bad treiben.

8. Kleinbasel, Rheinpromenade und Buvetten

Das rechte Ufer ist eine andere Welt als die Altstadt gegenüber. Es ist flach, mit der Promenade am Oberen und Unteren Rheinweg, mit Treppen bis ans Wasser und im Sommer mit Buvetten: kleinen Bars und Ständen unter freiem Himmel, wo es ein Bier, etwas zu essen und nach dem Schwimmen Zeit zum Trocknen gibt. Kleinbasel ist insgesamt weniger touristisch, studentischer, und abends ist hier mehr los als in der Altstadt.

Wir würden uns am frühen Abend auf die Stufen am Wasser setzen, wenn die Sonne hinter dem Münster gegenüber untergeht und ganz Grossbasel rot leuchtet. Das kostet nichts und ist für uns der schönste Moment des Tages in Basel. Auf der Promenade gibt es im Sommer Konzerte und Open-Air-Kino.

9. Spalentor und die Stadttore

Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung, gebaut zwischen 1362 und 1398, sind drei Tore übrig. Das schönste ist das Spalentor am Westrand der Altstadt, ein gotisches Tor aus der Zeit um 1400 mit bunt glasiertem Ziegeldach, Figuren und einem Fallgitter, das du immer noch über deinem Kopf siehst. Vom Marktplatz bist du über den Spalenberg in zehn bis fünfzehn Minuten dort.

Die beiden anderen sind das St. Alban-Tor im Osten mit erhaltenen Holztüren und das St. Johanns-Tor im Norden am Rhein. Wenn du gern zu Fuß gehst, lassen sie sich zu einer Runde um die Altstadt entlang der früheren Stadtmauer verbinden, die durch Parks und ruhige Viertel führt.

Durchgang durch das Spalentor in Basel mit Fallgitter und Zinnen über dem inneren Bogen
Blick durch das Spalentor aus der Stadt hinaus. Oben hängt das Fallgitter, dahinter die Zinnen des Vorwerks. Foto: Zairon, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

10. Tinguely-Brunnen

Auf dem Theaterplatz beim Stadttheater, ein paar Schritte vom Barfüsserplatz, stehen in einem flachen Becken zehn schwarze Maschinen des Schweizer Bildhauers Jean Tinguely. Er baute den Brunnen 1977 an der Stelle, wo früher die Bühne des alten Theaters stand, und die Maschinen bewegen sich bis heute, drehen sich, plätschern und spritzen sich gegenseitig mit Wasser an wie Schauspieler, die auf der Bühne geblieben sind. Die Basler nennen ihn Fasnachtsbrunnen.

Er ist rund um die Uhr und gratis zugänglich. Am schönsten ist er abends, wenn er beleuchtet ist, und an frostigen Tagen, wenn an den Maschinen Eiszapfen wachsen. Wer Tinguely mag, geht weiter in sein Museum (Tipp 12).

Tinguely-Brunnen auf dem Theaterplatz in Basel mit beweglichen schwarzen Maschinen im Becken
Der Tinguely-Brunnen auf dem Theaterplatz, rechts das Theatergebäude. Foto: EinDao, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

11. Kunstmuseum Basel

Wenn du in Basel nur Zeit für ein Museum hast, dann für dieses. Den Grundstock der Sammlung bildet das Amerbach-Kabinett, das die Stadt 1661 kaufte, und deshalb gilt das Kunstmuseum als älteste öffentlich zugängliche Kunstsammlung der Welt. Es gibt eine große Sammlung von Hans Holbein dem Jüngeren, alte Meister vom Oberrhein und dann einen Sprung über die Impressionisten und Picasso bis in die Gegenwart. Das Museum hat drei Häuser: das Hauptgebäude, den Neubau, der unterirdisch damit verbunden ist, und das Gegenwart für zeitgenössische Kunst.

Der Eintritt in die Sammlung kostet 25 CHF (ca. 27 €), mit Sonderausstellung 30 CHF, Studierende von 20 bis 25 Jahren 12 CHF und Jugendliche von 13 bis 19 Jahren 12 CHF. Mit BaselCard zahlst du für die Sammlung 18,75 CHF. Gratis ist die Sammlung an jedem ersten Sonntag im Monat, dienstags, donnerstags und freitags von 17 bis 18 Uhr und mittwochs von 17 bis 20 Uhr. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr, montags geschlossen. Das Gegenwart ist bis 28.11.2026 wegen des Aufbaus einer Ausstellung geschlossen (kunstmuseumbasel.ch).

Für die Sammlung brauchst du mindestens zwei bis drei Stunden. Wir würden am Mittwoch um fünf Uhr nachmittags gehen: drei Stunden gratis und das Museum fast für uns allein.

12. Museum Tinguely

Das Museum Jean Tinguely liegt im Solitude-Park direkt am Rheinufer in Kleinbasel, entworfen hat es der Tessiner Architekt Mario Botta. Drinnen stehen Tinguelys Maschinen in voller Größe, die auf Knopfdruck losrattern, quietschen, scheppern und lauter Unsinn machen. Es ist ein Museum, in dem selbst Leute lachen, die moderne Kunst sonst nicht ausstehen können, und Kinder wollen gar nicht mehr gehen. Weil es direkt am Ufer steht, hast du den Rhein immer im Blick.

Erwachsene zahlen 18 CHF (ca. 19 €), Studierende 12 CHF und Kinder bis 16 Jahre in Begleitung Erwachsener nichts. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, donnerstags meist bis 21 Uhr, montags geschlossen (Schweiz Tourismus). Unterhalb des Museums liegt auch der beliebteste Einstieg zum Rheinschwimmen, du kannst also beides zu einem Sommernachmittag verbinden.

13. Fondation Beyeler in Riehen

Die Privatsammlung von Hildy und Ernst Beyeler umfasst über 500 Werke der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst und hängt in einem Bau von Renzo Piano in Riehen am Stadtrand von Basel. Hinter den großen Fenstern liegen Wiesen, Weiden und Reben am Fuß des Schwarzwalds, man schaut also abwechselnd auf Monet und auf Kühe. Neu gehören zum Museum auch die Bauten von Peter Zumthor, das Wyss Museum, der Ammann Pavilion und das Erlen Gatehouse, dazu ein Park mit alten Bäumen und Teichen.

Ab dem 18.10.2026 zahlen Erwachsene 30 CHF (ca. 32 €), mit BaselCard 23 CHF, und Besucher bis einschließlich 25 Jahre haben freien Eintritt. Gratis ist es auch mit dem Museums-PASS-Musées, der Swiss Museum Pass gilt hier dagegen nicht. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr (fondationbeyeler.ch). Tickets mit Zeitfenster kaufst du am besten online, bei großen Ausstellungen gibt es Schlangen. Aus dem Zentrum fährt die Tram 6 bis zur Haltestelle Fondation Beyeler.

14. Vitra Campus in Weil am Rhein

Gleich hinter der Grenze, im badischen Weil am Rhein, liegt das Gelände des Möbelherstellers Vitra, und dorthin fährt man wegen der Architektur. Das Design Museum hat Frank Gehry entworfen, das Feuerwehrhaus Zaha Hadid, das Schaudepot und das VitraHaus Herzog & de Meuron. Im Schaudepot ist eine Sammlung von Stühlen und Möbeln des 20. Jahrhunderts ausgestellt, und bis 9.5.2027 läuft dort eine große Ausstellung zum 100. Geburtstag von Verner Panton. Es gibt auch den Aussichtsturm mit Rutsche, den Slide Tower, von April bis September täglich, im Winter nur nachmittags und bei schönem Wetter.

Das Vitra Design Museum kostet 16 €, das Kombiticket mit dem Schaudepot 23 € und die Architekturführung 18 € (design-museum.de). Museum und Schaudepot sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet (vitra.com). Ab dem Claraplatz fährt der Bus 55 bis zur Haltestelle Vitra, die BaselCard gilt hier aber nicht mehr, weil du schon in Deutschland bist. Nimm für den Grenzübertritt Personalausweis oder Reisepass mit.

15. St. Alban und die Papiermühle

Am Ostrand der Altstadt, unterhalb des St. Alban-Tors, liegt das Viertel am St. Alban-Teich, einem Kanal, der hier von der Birs abzweigt. Jahrhundertelang trieb das Wasser Mühlräder an, man mahlte Getreide und vor allem stellte man Papier her, von dem die Basler Drucker lebten. Heute ist es die ruhigste und aus unserer Sicht romantischste Ecke Basels: der Kanal, weinberankte Häuser, Mühlräder und ein Stück weiter ein Park am Rhein mit Resten der Stadtmauer.

In einer der Mühlen sitzt die Basler Papiermühle, ein Museum für Papier, Schrift und Druck, in dem du selbst Papier schöpfen und Lettern setzen kannst. Mit BaselCard ist sie ein Viertel günstiger. Hier legt auch die Fähre Wilde Maa an, und das Basel Youth Hostel steht gleich nebenan, St. Alban ist also eine gute Basis, wenn du ruhig wohnen möchtest.

16. Zoo Basel (Zolli)

Der Zoo, den die Basler Zolli nennen, ist der älteste der Schweiz, eröffnet 1874 und nur wenige Gehminuten vom Bahnhof SBB entfernt. Es gibt Elefanten, Löwen, Flusspferde, Okapis, Geparden, ein Vivarium mit der Unterwasserwelt und für die Kleinsten einen Kinderzoo mit Haustieren. Im Winter, wenn es unter zehn Grad hat, gehen die Pinguine gegen elf Uhr auf einen Spaziergang durch den Zoo.

Die Tageskarte kostet 22 CHF für Erwachsene, 20 CHF für Senioren, 16 CHF für Jugendliche und 10 CHF für Kinder. Im Preis steckt ein freiwilliger Naturschutzfranken, und wer ihn nicht zahlen möchte, bekommt an der Kasse ein um einen Franken günstigeres Ticket. Euro-Scheine werden angenommen, Münzen nicht, das Wechselgeld gibt es in Franken. Geöffnet ist täglich: November bis Februar von 8 bis 17:30 Uhr, im März, April, September und Oktober bis 18 Uhr und von Mai bis August bis 18:30 Uhr (zoobasel.ch). Mit BaselCard ist der Eintritt 25 % günstiger. Mit Kindern solltest du für den Zoo mindestens einen halben Tag einplanen.

17. Dreiländereck am Rhein

Im Norden der Stadt, im Rheinhafen bei Kleinhüningen, treffen sich die Schweiz, Deutschland und Frankreich. Der eigentliche Dreiländerpunkt liegt mitten im Fluss, am Schweizer Ufer erinnert rund 150 Meter davon entfernt ein Metallpylon daran. An der Spitze der Mole kannst du so stehen, dass du in beide Nachbarländer gleichzeitig schaust. Ringsum liegen Containerschiffe, Kräne und Hafenbars, romantisch ist das nicht, aber spannend anzusehen.

Hin kommst du mit der Tram 8 bis zur Haltestelle Kleinhüningen und dann zu Fuß. Wer die drei Länder wirklich an einem Nachmittag haben will, geht weiter zur Dreiländerbrücke, einer Fuß- und Radbrücke über den Rhein zwischen Weil am Rhein und dem französischen Huningue. Auf der einen Seite Deutschland, auf der anderen Frankreich und im Rücken die Schweiz.

18. Fasnacht und andere Termine, für die sich die Reise lohnt

Die Basler Fasnacht ist der größte Karneval der Schweiz und steht seit 2017 auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Mit dem rheinischen Karneval in Köln oder Mainz hat sie wenig zu tun. Sie beginnt am Montag nach Aschermittwoch Punkt 4 Uhr früh, wenn im ganzen Zentrum die Lichter ausgehen und Hunderte Gruppen (Cliquen) mit Piccolos, Trommeln und riesigen beleuchteten Laternen die Altstadt füllen. Das ist der Morgestraich. Danach folgen drei Tage und drei Nächte, die die Basler bescheiden „die drey scheenschte Dääg“ nennen, die drei schönsten Tage. 2027 beginnt der Morgestraich am Montag, 15. Februar (fasnacht.ch). Such dir für diese Tage sehr früh eine Unterkunft. Und beim Morgestraich bitte kein Handylicht und kein Blitz: Der ganze Zauber lebt davon, dass die Stadt dunkel ist und nur die Laternen leuchten.

Weitere Termine im Kalender:

  • Herbstmesse, das große Volksfest mit Tradition seit 1471. 2026 läuft sie vom 24.10. bis 8.11. auf mehreren Plätzen in der Stadt, auf dem Petersplatz mit dem Geschirrmarkt bis 10.11. (bs.ch).
  • Weihnachtsmarkt auf dem Münsterplatz und dem Barfüsserplatz, 2026 vom 26.11. bis 23.12., täglich von 11 bis 20:30 Uhr, am letzten Tag bis 18 Uhr (bs.ch).
  • Art Basel, die wichtigste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst, findet 2027 vom 17. bis 20. Juni in der Messe Basel statt (Schweiz Tourismus). In diesen Tagen sind die Hotels voll und teuer.

Ausflüge von Basel

Basel ist eine gute Basis, weil du von hier in unter einer Stunde mit dem Zug in drei Länder kommst. Alle Tagesausflüge gehen ohne Auto.

Augusta Raurica. Die Reste einer Römerstadt etwa zwanzig Kilometer von Basel, mit gut erhaltenem antikem Theater, Tempeln, einem rekonstruierten Römerhaus und einem Museum. Das Freigelände ist gratis, Museum und Römerhaus kosten 8 CHF, mit BaselCard weniger. Von März bis Oktober ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von November bis Februar Dienstag bis Sonntag von 10 bis 15 Uhr (museums.ch). Mit dem Zug fährst du bis Kaiseraugst, von dort ist es ein kurzer Fußweg.

Rheinfelden. Ein kleines mittelalterliches Städtchen am Rhein, rund eine Viertelstunde mit dem Zug von Basel. Hübsche Altstadt, eine Brücke über den Fluss ins deutsche Rheinfelden, die Brauerei Feldschlösschen und ein Thermalbad. Ideal für einen halben Tag.

Colmar. Ein Bilderbuchstädtchen im Elsass mit Fachwerkhäusern und dem Viertel La Petite Venise am Kanal. In Frankreich, knapp eine Stunde mit dem Zug ab Basel SNCF. Besonders schön im Advent.

Freiburg im Breisgau. Wenn du ohnehin über Freiburg anreist, lohnt sich auf dem Rückweg ein Halt: Münster, bunte Gassen und die Bächle neben den Gehwegen. Mit dem Zug sind es je nach Verbindung 40 Minuten bis eine Stunde.

Weitere Schweizer Städte. Von Basel fahren Züge in unter einer Stunde nach Zürich und Bern, und auch nach Luzern gibt es direkte Verbindungen, du kannst Basel also gut mit anderen Städten zu einer Schweiz-Reise verbinden. Wie das geht, beschreiben wir in unseren Artikeln über Zürich und Luzern. Basel selbst liegt an keinem See, der nächste große ist der Zürichsee.

Unterkünfte und Hotels in Basel

Übernachten in Basel ist teuer und während großer Messen, der Art Basel und der Fasnacht noch teurer. Zu jedem Zimmer bekommst du aber die BaselCard, also hat auch ein Hotel etwas außerhalb des Zentrums den Nahverkehr inklusive. Beim ersten Besuch würden wir in der Altstadt oder in Kleinbasel am Rhein wohnen, wo abends am meisten los ist. Wer sparen will, schaut ins Gundeldinger Quartier hinter dem Bahnhof SBB.

  • Grand Hotel Les Trois Rois steht direkt am Rheinufer in der Altstadt bei der Mittleren Brücke und gehört zu den ältesten Stadthotels Europas. Hier wohnten Napoleon, Pablo Picasso, Thomas Mann und Queen Elizabeth II. Der Preis ist entsprechend.
  • Boutique & Design Hotel Volkshaus Basel ist ein Vier-Sterne-Designhotel in Kleinbasel mit Garten, Terrasse und Bar, ein paar Minuten von der Rheinpromenade. Eine gute Wahl, wenn du dort wohnen willst, wo man im Sommer schwimmt und abends am Wasser sitzt.
  • Motel One Basel ist ein einfaches, modernes Hotel zu vernünftigen Preisen nahe dem Barfüsserplatz, rund 200 Meter vom Münster und der Pfalz. Die Zimmer sind eher klein, aber die Lage in der Altstadt ist kaum zu schlagen.
  • Basel Youth Hostel ist ein Design-Hostel im ruhigen St.-Alban-Viertel direkt beim St. Alban-Tor und nah am Rhein. Altes Gebäude trifft modernes Interieur, zum Aufenthalt gibt es das ÖV-Ticket dazu.
  • Hostel by Hyve Basel ist ein günstiges Hostel rund 300 Meter vom Bahnhof SBB (Ausgang Gundeldingen), mit Gemeinschaftsküche und Café. Ins Zentrum sind es zu Fuß eine Viertelstunde oder ein paar Stationen mit der Tram.

Alle Hotels findest du bei Booking.com, die Preise hängen vom Termin ab und sind während der Messen deutlich höher. Weitere Möglichkeiten findest du im Unterkunftsangebot für Basel.

Beste Reisezeit für Basel

Juli und August sind Rheinsaison. Der Fluss erwärmt sich auf über 18 °C, die Buvetten an der Promenade haben geöffnet, die Rheinbäder laufen und die ganze Stadt lebt am Wasser. Die Durchschnittstemperatur im Sommer liegt um 20 °C, der regenreichste Monat ist meist der Juni, oft aber nur mit kurzen Gewittern.

Frühling und Herbst sind ideal für Altstadt und Museen. Es ist weniger los, die Hotels sind meist günstiger, und zum Laufen den ganzen Tag ist das Wetter angenehmer. Ende Oktober und Anfang November kommt noch die Herbstmesse dazu.

Der Winter gehört den Museen, dem Weihnachtsmarkt und im Februar oder März der Fasnacht. Es regnet und ist oft neblig, aber Kunstmuseum, Beyeler und Tinguely haben das ganze Jahr geöffnet.

Wir würden Ende Juni oder in der ersten Septemberhälfte fahren: Das Wasser ist schon oder noch warm genug zum Schwimmen, aber Ferienandrang und Art-Basel-Preise sind vorbei. Schau nur nach, ob nicht gerade eine große Messe alle Hotels belegt.

Ein bisschen Geschichte

Auf dem Hügel, wo heute das Münster steht, lag schon im 1. Jahrhundert vor Christus ein keltisches Oppidum. Die Römer ersetzten es durch ein befestigtes Lager und gründeten ein Stück flussabwärts die große Stadt Augusta Raurica. Der Name Basilia taucht zum ersten Mal im Jahr 374 auf, als Kaiser Valentinian hier mit seinem Heer lagerte. Im 8. Jahrhundert zog das Bistum von Augusta Raurica hierher, und die Basler Bischöfe regierten die Stadt danach als Fürsten bis zur Reformation.

Im 13. Jahrhundert entstand die erste Rheinbrücke an der Stelle der heutigen Mittleren Brücke, und am anderen Ufer wuchs um sie herum Kleinbasel. 1356 traf die Stadt eines der stärksten Erdbeben, an die sich Mitteleuropa erinnert, und zusammen mit den Bränden zerstörte es den größten Teil Basels. Aus den Trümmern entstand die gotische Stadt, durch deren Reste du heute läufst.

Aus dem Geschichtsunterricht kennen viele Basel wegen des Konzils. Von 1431 bis 1449 tagte hier das Basler Konzil und verhandelte unter anderem mit den Hussiten aus Böhmen. Das Ergebnis waren die Basler Kompaktaten von 1436. 1460 wurde hier die erste Universität der Schweiz gegründet, an der Erasmus von Rotterdam, Paracelsus und später Friedrich Nietzsche lehrten. 1501 trat Basel der Eidgenossenschaft bei, 1529 nahm es die Reformation an und wurde dank Druckern und Papiermühlen zu einem Zentrum des europäischen Buchdrucks.

1833 zerfiel der Kanton nach Streit zwischen Stadt und Land in Basel-Stadt und Basel-Landschaft, und die beiden Hälften haben bis heute nicht wieder zusammengefunden, zuletzt lehnte das Baselbiet die Fusion 2014 in einer Abstimmung ab. 1897 berief Theodor Herzl hier den ersten Zionistenkongress ein. Aus den Chemiefabriken und Färbereien am Rhein wuchsen im 20. Jahrhundert die Pharmakonzerne, heute Novartis und Roche, die den Kanton zum reichsten der Schweiz machten. Mäzene aus diesem Umfeld stehen auch hinter einem Teil der Sammlungen, für die wir heute herkommen.

Was wir anders machen würden

Basel verführt zum Museumsmarathon. Kunstmuseum am Vormittag, Beyeler am Nachmittag, Tinguely am Abend und Vitra am nächsten Morgen. Das geht, mit BaselCard sogar günstiger, aber nach dem dritten Museum schaust du die Bilder an, als würdest du durch einen Katalog blättern. Wir würden eins oder zwei auswählen und den Rest der Zeit der Stadt lassen.

Denn das Beste an Basel hängt in keinem Museum. Es ist, am anderen Ufer aus der Fähre zu steigen und nicht zu wissen, wohin als Nächstes. Vom Spalenberg in eine Gasse abzubiegen, die bergauf geht, und oben einen kleinen Platz mit Brunnen zu finden, auf dem niemand ist. Sich in Kleinbasel auf die Stufen zu setzen und zuzuschauen, wie Leute mit bunten Fischen an dir vorbeischwimmen.

Probier Dinge aus, die du nicht kennst. Ein Stück Läckerli aus der Bäckerei statt aus dem Laden am Bahnhof, eine kleine Buvette am Ufer, wo die Einheimischen hingehen, oder ein Restaurant in Kleinbasel, über das du nirgends gelesen hast. Und wenn Sommer ist und du dich traust, geh in den Rhein. Das Gefühl, wenn dich die Strömung am Münster vorbeiträgt, ersetzt kein Aussichtspunkt.

Und lass das Handy ruhig in der Tasche. Der Morgestraich, für den Leute aus der ganzen Schweiz anreisen, wird schließlich so gefeiert, dass das Licht ausgeht. Die Basler wissen, dass man manche Dinge einfach erleben muss.

Häufige Fragen zu Basel

Welche Basel Sehenswürdigkeiten schafft man an einem Tag?
Die Altstadt mit dem roten Rathaus am Marktplatz, das Münster und die Pfalz dahinter, eine Überfahrt mit der Fähre über den Rhein, ein Spaziergang an der Kleinbasler Promenade, die Mittlere Brücke und der Tinguely-Brunnen. Wenn Zeit bleibt, nimm noch ein Museum dazu, am besten das Kunstmuseum. Alles ist zu Fuß oder mit ein paar Tramstationen erreichbar.

Wie kommt man aus Deutschland am besten nach Basel?
Am bequemsten mit dem Zug: ICE und IC fahren über Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe und Freiburg bis Basel Badischer Bahnhof und Basel SBB, ab Frankfurt in rund drei Stunden. Mit dem Auto sind es von Freiburg rund 72 km, von Stuttgart rund 265 km und von Frankfurt rund 330 km. Für Schweizer Autobahnen brauchst du die Vignette für 40 CHF.

Liegt der Flughafen Basel in der Schweiz?
Nein. Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg liegt komplett auf französischem Gebiet, hat aber einen französischen und einen Schweizer Sektor. Nach Basel gehst du über den Schweizer Sektor raus, von dort fährt der Bus 50 alle 7 bis 10 Minuten zum Bahnhof Basel SBB.

Was ist die BaselCard und wer bekommt sie?
Eine kostenlose Karte für alle, die in Basel in Hotel, Hostel, Pension oder Ferienwohnung übernachten. Du bekommst sie beim Check-in, sie gilt für den ganzen Aufenthalt. Enthalten sind freie Fahrt mit Tram und Bus in der Stadt und 25 % Rabatt auf Museen, Zoo, Rheinschiffe und Stadtführungen. Für Fahrten nach Deutschland und Frankreich gilt sie nicht, also auch nicht zum Vitra Campus.

Kann man in Basel im Rhein schwimmen?
Ja, im Sommer ist das die liebste Sommerbeschäftigung der Basler. Meist steigt man unterhalb des Museum Tinguely ein und treibt rund drei Kilometer mit der Strömung. Die Sachen kommen in den wasserdichten Wickelfisch, der ab 20 CHF kostet. Basel Tourismus empfiehlt das Schwimmen nur ab 18 °C Wassertemperatur und nur für sichere Schwimmer. Im Juli und August kannst du dich dienstags einer Gruppe mit Rettungsschwimmern anschließen.

Wie viele Tage sollte man für Basel einplanen?
Für Altstadt, Münster und Rhein reicht ein voller Tag. Mit zwei Tagen kommen Kunstmuseum, Fondation Beyeler oder Tinguely dazu, mit drei auch Vitra, das Dreiländereck und ein Ausflug nach Augusta Raurica oder Colmar. Wer vor allem wegen der Kunst kommt, bleibt gern länger.

Wann ist die Basler Fasnacht 2027?
Die Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4 Uhr früh mit dem Morgestraich und dauert genau 72 Stunden. 2027 beginnt sie am Montag, 15. Februar, und endet am Donnerstag, 18. Februar, um 4 Uhr früh. Sie gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Mit welcher Währung zahlt man in Basel?
Mit Schweizer Franken (CHF), 1 CHF entspricht etwa 1,07 €. Karten werden fast überall akzeptiert. Viele Stellen nehmen auch Euro an, das Wechselgeld gibt es aber in Franken und zu einem schlechteren Kurs. Auf dem Vitra Campus in Deutschland zahlst du in Euro.

Wohin als Nächstes

  • Zürich: die größte Stadt der Schweiz, knapp eine Stunde mit dem Zug von Basel.
  • Luzern: Kapellbrücke, Löwendenkmal und Ausflüge auf Pilatus und Rigi.
  • Genf: Jet d’Eau, UNO und die französische Seite der Schweiz.
  • Zermatt: der Bergort unter dem Matterhorn, den du von Basel aus mit dem Zug erreichst.

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