Aktualizováno 27.10.2026

Banken, Uhren und Preise, bei denen man zweimal auf den Kassenbon schaut: Das ist das Bild, das die meisten von Zürich im Kopf haben, und ganz falsch ist es nicht. Aber geh vom Hauptbahnhof aus einfach fünf Minuten Richtung Fluss. Dann stehst du an glasklarem, grünem Wasser, in dem im Sommer Büroleute ihre Mittagspause verbringen, links und rechts ziehen sich mittelalterliche Gassen den Hang hinauf, und am Ende der Straße liegt der See, hinter dem an klaren Tagen die Alpen weiß leuchten. Die Zürich Sehenswürdigkeiten liegen erstaunlich nah beieinander: Zürich ist zwar die größte Stadt der Schweiz, das Zentrum aber ist klein und komplett zu Fuß machbar.
Für viele aus Süddeutschland ist Zürich ein Katzensprung, von Freiburg oder Stuttgart aus bist du in zwei bis drei Stunden da. Wir haben 18 Tipps zusammengestellt, was du in Zürich sehen und erleben solltest: Kirchen und Aussichtspunkte, Museen, Baden im Fluss. Dazu die Anreise aus Deutschland, Preise in Franken mit Umrechnung in Euro, was die Zürich Card wirklich abdeckt, wo du sparen kannst und wo du gut schläfst. Den Rheinfall und andere Ausflüge haben wir in einen eigenen Teil gepackt, weil sie von Zürich aus nur eine kurze Zugfahrt entfernt sind.
Zürich Sehenswürdigkeiten im Überblick
- Das Zentrum ist klein. Die Altstadt liegt zwischen Hauptbahnhof und See auf beiden Ufern der Limmat. Mit ein paar Pausen bist du in zwei bis drei Stunden einmal durch.
- Die Zürich Card kostet 29 CHF für 24 Stunden und 56 CHF für 72 Stunden (ca. 31 und 60 €). Drin sind der Nahverkehr, der Zug vom Flughafen, die Fahrt auf den Uetliberg, eine kleine Seerundfahrt und freier Eintritt in viele Museen (zuerich.com). Ab dem 13. Dezember 2026 gelten neue Preise.
- Das Grossmünster wird bis 2029 saniert. Kirche und Karlsturm sind offen, auf deinen Fotos wird aber wohl ein Gerüst zu sehen sein.
- Die Chagall-Fenster im Fraumünster sind das bekannteste Kunstwerk der Stadt. Der Eintritt kostet 5 CHF, mit der Zürich Card ist er gratis.
- Zürich hat rund 1.200 Brunnen, und aus den meisten fließt Trinkwasser. Wasser in Flaschen musst du hier nicht kaufen.
- Im Sommer wird mitten in der Stadt gebadet, im Fluss und im See. Einige der städtischen Bäder kosten nichts.
- Aus Deutschland kommst du bequem mit dem Zug, Auto oder Flugzeug. Von Stuttgart sind es rund 220 km, von München gut 300 km. In der Schweiz brauchst du eine Vignette für 40 CHF (ca. 43 €).
- Der Rheinfall, gemessen an der Wassermenge der größte Wasserfall Europas, liegt keine Stunde Zugfahrt von Zürich entfernt.
Zürich Sehenswürdigkeiten: 18 Tipps in der Stadt
Um Zürich zu verstehen, folgst du am besten dem Fluss. Die Limmat fließt aus dem Zürichsee nach Norden und teilt die Altstadt in zwei Hälften. Auf dem rechten, östlichen Ufer liegen das Niederdorf mit seinen Kneipen und das Grossmünster, auf dem linken der Lindenhof, das Fraumünster, die Kirche St. Peter und die Bahnhofstrasse. Im Zentrum führen mehrere Brücken über das Wasser, du kannst also im Zickzack hin und her laufen und verpasst nichts.
1. Niederdorf und das rechte Ufer der Altstadt
Das Niederdorf, von den Einheimischen liebevoll „Dörfli“ genannt, ist der lebendigste Teil der Altstadt. Die Hauptachse, die Niederdorfstrasse, läuft vom Central parallel zum Fluss bis zum Grossmünster. Von ihr zweigen Gassen den Hang hinauf ab, in denen kleine Läden, Antiquariate und alte Zunfthäuser stehen. Tagsüber wird hier eingekauft, abends verwandelt sich die Straße in eine Kneipenmeile.
Uns gefallen die Seitengassen oberhalb der Hauptstraße am besten, zum Beispiel rund um Rindermarkt und Neumarkt. Dort ist kaum noch jemand unterwegs, und du findest Cafés ohne Touristenkarte. In der Spiegelgasse steht das Cabaret Voltaire, in dem 1916 der Dadaismus geboren wurde. Es ist bis heute in Betrieb, und mit der Zürich Card kommst du kostenlos hinein.
2. Grossmünster und Karlsturm
Die beiden steinernen Türme des Grossmünsters sind das Wahrzeichen von Zürich, und du siehst sie von fast überall. Der Legende nach hat Karl der Große die Kirche an der Stelle gegründet, an der die Stadtheiligen Felix und Regula begraben lagen. Die heutige romanische Basilika entstand zwischen 1100 und 1220. Ab 1519 predigte hier Huldrych Zwingli, und vom Grossmünster aus verbreitete sich die Reformation in der gesamten Deutschschweiz. Darum ist der Innenraum so schlicht, ganz ohne Altarschmuck, wie es Zwinglis Vorstellung von einer Kirche entsprach.
Der Eintritt in die Kirche ist frei, fotografieren darfst du drinnen nicht. Auf den Südturm, den Karlsturm, führen 187 Stufen, und oben wartet einer der besten Ausblicke auf Stadt und See. Der Turm ist von März bis Oktober montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar bis 17 Uhr, sonntags erst nach dem Gottesdienst. Der Eintritt kostet 5 CHF (ca. 5 €), Kinder und Studierende zahlen 2 CHF, mit der Zürich Card ist der Aufstieg gratis (zuerich.com).
Seit Januar 2025 und noch bis 2029 wird das Grossmünster saniert. Die Kirche bleibt offen, nur ein Teil der Fassade kann hinter Gerüsten verschwinden. Ein Stück flussabwärts steht die kleine spätgotische Wasserkirche, wo Felix und Regula der Legende nach hingerichtet wurden.
3. Fraumünster und die Chagall-Fenster
Gegenüber, auf der anderen Seite der Münsterbrücke, ragt der schlanke grüne Turm des Fraumünsters auf. Im Jahr 853 gründete Ludwig der Deutsche hier ein Frauenkloster für seine Tochter Hildegard. Heute kommen die Leute wegen der Fenster. Den fünfteiligen Glasfensterzyklus im Chor und die Rosette im südlichen Querschiff hat Marc Chagall entworfen, die Fenster im nördlichen Querschiff stammen von Augusto Giacometti.
Das schönste Licht hast du am Vormittag, wenn die Sonne von Osten in den Chor fällt. Geöffnet ist von März bis Oktober montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr, im Winter bis 17 Uhr, sonntags nach dem Gottesdienst. Der Eintritt kostet 5 CHF, Kinder bis 16 Jahre und Studierende kommen gratis hinein, mit der Zürich Card ebenfalls (zuerich.com). Im Chor herrscht Fotoverbot, was wir ehrlich gesagt gut finden: So schaut man sich die Fenster wenigstens wirklich an.
Der Münsterhof vor der Kirche ist der größte Platz der Altstadt und wird von historischen Häusern gesäumt.
4. St. Peter und das größte Kirchenzifferblatt Europas
Nur ein paar Schritte vom Fraumünster entfernt steht die älteste Pfarrkirche Zürichs. Ihr Turm trägt ein Zifferblatt mit 8,7 Metern Durchmesser, das als größtes Kirchenzifferblatt Europas gilt. Die Uhr siehst du von den Brücken und vom Lindenhof aus. Innen ist die Kirche barock, hell und im Gegensatz zum Grossmünster ziemlich verziert. Der Eintritt ist frei.
5. Lindenhof
Der Lindenhof ist ein grüner Hügel über dem linken Limmatufer. Hier stand einst ein römisches Kastell mit der Zollstation Turicum, später eine karolingische Pfalz. Heute ist es ein Park mit Linden, Bänken und einem großen Schachbrett, auf dem mit kniehohen Figuren gespielt wird. Von der Aussichtsterrasse hast du den schönsten Blick auf das Niederdorf, das Grossmünster und die Universität über der Stadt.
Hierher würden wir als Allererstes gehen, gleich nach der Ankunft, weil du von oben verstehst, wie das Zentrum aufgebaut ist. Außerdem ist es der beste Ort für ein Picknick mit Einkäufen aus dem Coop, wenn du keine Zürcher Restaurantpreise zahlen willst. Der Zugang ist frei und rund um die Uhr möglich.

6. Augustinergasse und die Schipfe
Vom Lindenhof führen zwei der fotogensten Ecken des linken Ufers hinunter. Die Augustinergasse ist eine kurze Gasse zwischen St. Peter und der Bahnhofstrasse, mit bunten Häusern und hölzernen Erkern. Die Schipfe ist eine Zeile alter Handwerkerhäuser direkt am Wasser unterhalb des Lindenhofs, früher das Viertel der Fischer und Schiffsleute. Heute sind im Erdgeschoss Werkstätten und kleine Läden, und am Ufer stehen ein paar Bänke, auf denen fast nie jemand sitzt.
7. Bahnhofstrasse und Paradeplatz
Die Bahnhofstrasse zieht sich rund einen Kilometer vom Hauptbahnhof bis zum See und gehört zu den teuersten Einkaufsstraßen der Welt. Autos fahren hier nicht, nur Trams, deshalb ist sie auch dann angenehm zum Flanieren, wenn du nichts kaufst. Auf halber Strecke liegt der Paradeplatz mit den Zentralen der Großbanken, das Symbol des Schweizer Bankwesens schlechthin.
Am Paradeplatz sitzt die Confiserie Sprüngli, berühmt für ihre kleinen Macarons namens Luxemburgerli, und am Anfang der Straße beim Bahnhof gibt es einen großen Lindt-Laden. Ab dem vorletzten Donnerstag im November hängt über der Bahnhofstrasse die Weihnachtsbeleuchtung „Lucy“ aus rund 23.000 Lichtkristallen. Für uns ist das die schönste Zeit für einen Besuch, weil die Luxusmeile am Abend zum Adventsspaziergang wird.
8. Seeufer, Bürkliplatz und Schifffahrt auf dem Zürichsee
Die Bahnhofstrasse endet am Bürkliplatz direkt am See. Von hier legen die Ausflugsschiffe der ZSG ab, und dienstags und freitags vormittags findet ein Bauernmarkt statt. In beide Richtungen führen Uferpromenaden: nach Westen entlang des Mythenquais zum Arboretum, nach Osten über die Quaibrücke vorbei an Oper und Sechseläutenplatz bis ins Seefeld.
Am günstigsten ist die kleine Seerundfahrt. Sie dauert rund anderthalb Stunden, umrundet das untere Seebecken und gilt mit einem normalen ZVV-Ticket für die Zonen 110, 140 und 150 sowie mit der Zürich Card. Du kannst dich aufs Deck setzen und unterwegs aussteigen, wenn du magst, und mit einem späteren Schiff zurückfahren. Längere Fahrten über den ganzen Zürichsee, etwa nach Rapperswil, sind die bessere Wahl, wenn du sehen willst, wie der See abseits der Stadt aussieht.
9. Baden in der Limmat und im Zürichsee
Das ist für uns das Beste an Zürich überhaupt. Das Wasser im Fluss und im See ist so sauber, dass im Sommer die halbe Stadt darin schwimmt, und die Badeanstalten, hier „Badi“ genannt, liegen mitten im Zentrum. Das hölzerne Frauenbad am Stadthausquai aus den 1880er-Jahren ist tagsüber nur für Frauen geöffnet, der Eintritt kostet 8 CHF (ca. 9 €). Abends wird daraus die Barfussbar, in die alle dürfen (zuerich.com). Das Gegenstück für Männer, das Männerbad, liegt im Schanzengraben und ist kostenlos.
Ein Stück flussabwärts folgen der Obere und der Untere Letten. Dort schwimmt man in der Limmat, lässt sich wie die Einheimischen von der Strömung treiben und klettert dann über Leitern wieder heraus. Am See liegen das Strandbad Mythenquai am Westufer und das Seebad Tiefenbrunnen am Ostufer. Die Saison läuft ungefähr von Mai bis September, die Öffnungszeiten hängen vom Wetter ab, also schau am Vortag am besten auf die Website der Stadt.
💡 Pack die Badesachen ein, auch wenn du „nur“ in die Stadt fährst. In der Mittagspause in die Limmat zu springen, ist das Zürcherischste, was du im Sommer erleben kannst, und viele Bäder kosten keinen Rappen. Steig aber nur an den markierten Stellen in die Strömung: Die Limmat fließt schneller, als sie aussieht, und herauskommst du nur dort, wo Leitern sind.
10. Zürichhorn und Chinagarten
Am Ostufer des Sees, im Quartier Seefeld, liegt der Park Zürichhorn mit großen Liegewiesen am Wasser, einem Restaurant und einem Open-Air-Kino. Hin kommst du mit den Tramlinien 2 und 4. Gleich daneben liegt der Chinagarten, ein Geschenk der Partnerstadt Kunming, mit Teich, Pavillons und kleinen Brücken. Er hat saisonal geöffnet, ungefähr von März bis Oktober, und laut Zürich Tourismus ist der Eintritt frei. Wir würden ihn mit einem Spaziergang am Ufer ab Bellevue verbinden, das ist rund eine halbe Stunde zu Fuß am Wasser entlang.
11. Polybahn und Polyterrasse
Der rote Wagen der Polybahn fährt seit 1889 vom Central hinauf zum Hauptgebäude der ETH, die Fahrt dauert nur ein paar Minuten. Oben liegt die Polyterrasse, von der du über die Dächer der Altstadt auf den See und bei gutem Wetter bis zu den Alpen schaust. An der ETH hat Albert Einstein studiert und später auch gelehrt.
12. Landesmuseum Zürich
Das Gebäude direkt hinter dem Hauptbahnhof sieht aus wie ein Schloss mit Türmchen und Innenhof und wurde 1898 eröffnet. Drinnen erwartet dich ein Gang durch die Schweizer Geschichte von der Urzeit bis ins 20. Jahrhundert, eine Sammlung gotischer Kunst, Waffen und historischer Wohnräume sowie ein moderner Anbau mit Wechselausstellungen. An einem Regentag ist das die beste Adresse im Zentrum.
Der Eintritt kostet 13 CHF (ca. 14 €), Kinder bis 16 Jahre und Inhaber der Zürich Card kommen gratis rein. Ab dem 5. Januar 2027 steigt der Eintritt auf 18 CHF. Montags ist geschlossen, sonst von 10 bis 17 Uhr (zuerich.com und Mitteilung des Museums). Seit Oktober 2026 schließt das Museum auch donnerstags schon um 17 Uhr.
13. Kunsthaus Zürich
Das größte Kunstmuseum der Schweiz steht am Heimplatz oberhalb der Altstadt und ist seit dem Erweiterungsbau von David Chipperfield wirklich riesig. In der Sammlung hängen Werke von Alberto Giacometti, Ferdinand Hodler, Johann Heinrich Füssli, Picasso, Monet, Matisse und vielen anderen. Ein Ticket für Sammlung und Ausstellungen kostet 31 CHF (ca. 33 €). Mit der Zürich Card ist die Sammlung gratis, für Ausstellungen zahlst du einen Aufpreis. Montags ist geschlossen, donnerstags bis 20 Uhr geöffnet (zuerich.com).
14. Museum Rietberg
Das Museum für außereuropäische Kunst ist in mehreren Villen im Rieterpark über dem See in Enge untergebracht. Die Sammlung mit Kunst aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien umfasst über 23.000 Objekte. Selbst wenn dich asiatische Bronzen kaltlassen, lohnt sich allein der Park mit Seeblick für einen Spaziergang. Der Eintritt kostet 18 CHF (ca. 19 €), mit der Zürich Card gratis, montags ist geschlossen (zuerich.com).
15. Lindt Home of Chocolate in Kilchberg
Das Schokoladenmuseum von Lindt steht in Kilchberg am Seeufer, mit der S8 oder S24 rund eine Viertelstunde vom Hauptbahnhof und dann zehn Minuten zu Fuß. Die Leute kommen wegen des Schokoladenbrunnens in der Eingangshalle und wegen der interaktiven Ausstellung über Geschichte und Herstellung der Schokolade, an deren Ende verkostet wird.
Erwachsene zahlen 17 CHF (ca. 18 €), Kinder von 8 bis 15 Jahren 10 CHF, mit der Zürich Card gibt es 20 % Rabatt (zuerich.com). Brunnen, Shop und Café sind auch ohne Ticket zugänglich. Die Tickets werden für feste Zeitfenster verkauft und sind für den gleichen Tag oft ausverkauft, kauf sie also vorher online. Gleich in der Nähe gibt es noch das Lindt Factory Outlet Kilchberg mit günstigeren Packungen.
16. FIFA Museum
Das Fußballmuseum in Enge, nicht weit vom Bahnhof Enge, zeigt die Geschichte der Weltmeisterschaften, den Original-Pokal und interaktive Stationen bis hin zu einem riesigen Fußball-Flipper. Erwachsene zahlen 26 CHF (ca. 28 €), Kinder unter 6 Jahren nichts, und mit der Zürich Card ist der Eintritt ebenfalls frei. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr (museums.ch und zuerich.com). Für uns ist das ein typisches Beispiel, bei dem sich die Zürich Card von selbst bezahlt macht: FIFA Museum und Landesmuseum an einem Tag kosten ohne Karte mehr als die Karte.
17. Zürich West und Frau Gerolds Garten
Das ehemalige Industrieviertel hinter dem Bahnhof im Kreis 5 ist das jüngste Gesicht von Zürich. Aus Fabriken wurden Lofts, Clubs und Restaurants, unter dem Eisenbahnviadukt gibt es Läden und eine Markthalle, und im Sommer lockt Frau Gerolds Garten, ein Gartenrestaurant mit Bar zwischen Containern und Beeten. Hierher gehen die Zürcher am Abend, wenn sie keine Lust auf das touristische Niederdorf haben. Wer lieber Bier trinkt als Museen besucht, sollte sich hier einen Abend freihalten.
18. Uetliberg, der Hausberg von Zürich
Der Uetliberg (869 m) ist ein bewaldeter Bergrücken über dem Westen der Stadt. Vom Hauptbahnhof fährt die S10 vom unterirdischen SZU-Gleis in rund 20 Minuten hinauf. Von der Endstation sind es zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuß zum Aussichtsturm und zum Hotel Uto Kulm. Oben liegen dir die ganze Stadt und der See zu Füßen, an klaren Tagen auch die Alpenkette. Die Fahrt auf den Uetliberg ist in der Zürich Card enthalten.
Am schönsten finden wir es, nicht auf demselben Weg zurückzufahren, sondern über den Grat auf dem Planetenweg zu wandern, einem Themenweg mit Modellen der Planeten, bis zur Felsenegg. Das sind rund zwei Stunden gemütliches Gehen. Auf der Felsenegg gibt es ein Restaurant, und von dort schwebst du mit der Luftseilbahn nach Adliswil hinunter und fährst mit der S4 zurück nach Zürich. Im Winter wird vom Uetliberg aus geschlittelt.

Was noch, wenn Zeit bleibt
Zürich hat jede Menge Museen, und in 18 Tipps passt nicht alles hinein. Wer Tiere mag, fährt mit dem Tram zum Zoo Zürich auf dem Zürichberg mit der Masoala-Halle, die einen Regenwald Madagaskars nachbildet. Für Kinder gibt es das Illusionsmuseum WOW Museum, für Uhrenfans das kleine Uhrenmuseum Beyer im Zentrum, für Designfans das Museum für Gestaltung beim Bahnhof und für den Abend die Sternwarte Urania mitten in der Stadt. Und wer ein Thermalbad auf dem Dach einer ehemaligen Brauerei mit Blick über die Stadt sucht, probiert das Hürlimannbad & Spa.
Ausflüge ab Zürich
Zürich ist der größte Bahnknoten der Schweiz, in einer Stunde erreichst du von hier die halbe Schweiz. Darum lohnt es sich unserer Meinung nach, in der Stadt zu wohnen und von hier aus loszufahren, statt von Hotel zu Hotel zu ziehen.
Rheinfall, der größte Wasserfall Europas
Bei Neuhausen stürzt der Rhein über eine 150 Meter breite Felsstufe 23 Meter in die Tiefe, im Sommer fließen hier rund 600.000 Liter Wasser pro Sekunde hinunter (Angaben des ZVV). Es ist der beliebteste Ausflug ab Zürich und einer der wenigen, die auch in einem halben Tag gehen. Mit dem Zug bist du je nach Verbindung in knapp einer Stunde dort, entweder direkt an der Haltestelle Schloss Laufen am Rheinfall unterhalb des Schlosses am Südufer oder in Neuhausen am Nordufer.
Den Wasserfall kannst du von beiden Ufern aus kostenlos anschauen. Kostenpflichtig ist das Gelände von Schloss Laufen mit den Aussichtsplattformen, die bis über das Wasser reichen: Erwachsene zahlen 5 CHF, Kinder ab 6 Jahren 3 CHF (zuerich.com). Boote bringen dich in die Gischt unter dem Wasserfall und auf den Felsen in der Mitte. Uns gefällt der Blick vom Weg zwischen Bahnhof und Ufer am besten, noch bevor du bei den Plattformen ankommst.

Mit dem Schiff nach Rapperswil
Das Städtchen mit Schloss am oberen Ende des Zürichsees erreichst du mit dem Schiff ab Bürkliplatz, zurück geht es mit dem Zug. Die Fahrt über den ganzen See ist langsam und entspannt, für uns die beste Art, einen warmen Nachmittag zu verbringen.
Baden und Winterthur
Zwei kleinere Städte, beide in einer halben Stunde mit dem Zug erreichbar und auch von Schweiz Tourismus empfohlen. Baden hat Thermalbäder und eine hübsche Altstadt über der Limmat, Winterthur ist eine Museumsstadt und ein gutes Ziel für einen Regentag.
Kloster Einsiedeln
Ein barockes Benediktinerkloster mit der Wallfahrtskirche der Schwarzen Madonna, der wichtigste Wallfahrtsort der Schweiz. Es liegt in den Hügeln am Sihlsee und ist ein ruhiger Gegenpol zur quirligen Stadt.
Luzern, Bern und Zermatt
Nach Luzern bist du mit dem Zug rund eine Stunde unterwegs. Ein Tagesausflug geht, wir würden der Stadt aber mindestens eine Nacht geben, weil Pilatus und Rigi auch dazugehören. Alles dazu steht in unserem Guide Luzern Sehenswürdigkeiten. Ähnlich nah liegt Bern, die Bundesstadt. Nach Nordwesten, an der Grenze zu Deutschland und Frankreich, liegt Basel. Wer in die Berge will, kommt von Zürich mit dem Zug bis nach Zermatt unter dem Matterhorn. Das ist eine längere Fahrt mit Umsteigen, aber ohne Auto, denn nach Zermatt darfst du ohnehin nicht mit dem Auto fahren.
Anreise nach Zürich aus Deutschland
Mit dem Flugzeug
Aus Nord- und Westdeutschland ist Fliegen oft am schnellsten, mehrere große deutsche Flughäfen haben Direktflüge nach Zürich, und in der Luft bist du meist nur gut eine Stunde. Der Flughafen Zürich liegt rund zehn Kilometer vom Zentrum entfernt. Vom unterirdischen Bahnhof unter dem Terminal fahren alle paar Minuten Züge zum Hauptbahnhof, die Fahrt dauert 10 bis 15 Minuten. Das Ticket ab Flughafen ist in der Zürich Card enthalten: Wenn du die Karte ab der Landung gültig machst, musst du dich um den Zug in die Stadt nicht mehr kümmern.
Mit dem Zug
Zürich ist von Deutschland aus gut ans Bahnnetz angebunden. Aus dem Westen und Norden fährst du mit dem ICE oder IC über Karlsruhe und Freiburg nach Basel. Einige Züge fahren bis Zürich HB durch, sonst steigst du in Basel SBB um und bist in rund einer Stunde in Zürich. Aus München gibt es direkte EuroCity-Züge über Lindau, aus Stuttgart Verbindungen über Singen. Wegen Bauarbeiten ändern sich Fahrpläne und Umstiege immer wieder, prüf deine Verbindung also in der DB- oder SBB-Auskunft. Wer aus Norddeutschland kommt, sollte sich auch die Nachtzüge anschauen, dann bist du morgens ausgeschlafen in der Stadt.
Mit dem Auto
Von Freiburg sind es rund 150 km, von Stuttgart rund 220 km, von München gut 300 km und von Frankfurt rund 410 km. Ohne Stau brauchst du von Stuttgart gut zweieinhalb Stunden, von München etwa dreieinhalb. Aus Baden-Württemberg geht es über Singen und Schaffhausen oder über Basel, aus Bayern über Lindau, Bregenz und St. Gallen. Auf dem österreichischen Stück der A14 von der Grenze bei Hörbranz bis Hohenems, also auch durch den Pfändertunnel bei Bregenz, brauchst du seit Dezember 2019 keine österreichische Vignette.
In der Schweiz brauchst du eine Autobahnvignette. Sie kostet 40 CHF (ca. 43 €), es gibt sie als Klebevignette oder als E-Vignette, die an dein Kennzeichen gebunden ist, und die Vignette 2026 gilt vom 1. 12. 2025 bis 31. 1. 2027 (BAZG). Eine Kurzzeitvignette gibt es nicht. Die E-Vignette kaufst du am besten nur auf der offiziellen Seite via.admin.ch.
Das Auto lässt du in Zürich besser stehen. Parken im Zentrum ist teuer: Das Parkhaus Urania an der Altstadt kostet tagsüber 4 CHF pro Stunde und 45 CHF pro Tag, nachts und sonntags 2 CHF pro Stunde (parking.ch). Günstiger ist es, das Auto an einem Park-and-Ride-Platz bei einer S-Bahn-Station am Stadtrand abzustellen und mit dem Zug hineinzufahren.
Unterwegs in Zürich und die Zürich Card
Den Nahverkehr in der Stadt und im Umland betreibt der Zürcher Verkehrsverbund ZVV. Die Tickets gelten in Trams, Bussen, S-Bahnen, Bergbahnen und auf den städtischen Schiffen. Die Stadt Zürich bildet die Zone 110, die als zwei Zonen zählt. Ein Einzelticket für eine Stunde in der Stadt kostet 4,70 CHF (ca. 5 €), ein Kurzstreckenticket für eine halbe Stunde 2,80 CHF (ZVV). Ab dem 13. Dezember 2026 erhöht der ZVV die Preise leicht, das Einzelticket soll laut Vorschlag 4,80 CHF kosten. Tickets bekommst du am Automaten an der Haltestelle oder in der App SBB Mobile bzw. ZVV.
Das Zentrum ist aber so klein, dass du meistens zu Fuß gehst. Öffis brauchst du vor allem für den Weg vom Flughafen, auf den Uetliberg, zum Zoo und zu Museen außerhalb der Altstadt.
Die Zürich Card kostet 29 CHF für 24 Stunden und 56 CHF für 72 Stunden, Kinder von 6 bis 15 Jahren zahlen 19 bzw. 37 CHF, Kinder unter 6 nichts. Ab dem 13. Dezember 2026 gelten neue Preise, entscheidend ist dabei der Beginn der Gültigkeit, nicht das Kaufdatum (zuerich.com). Die Karte umfasst:
- beliebig viele Fahrten in der 2. Klasse mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in der Stadt und im näheren Umland (Zonen 110, 111, 121, 140, 150, 154 und 155), inklusive Zug zum Flughafen und zurück,
- die Fahrt auf den Uetliberg,
- die kleine Seerundfahrt, die Mini-Rundfahrt und die Limmatschiffe,
- freien Eintritt in viele Museen, unter anderem Landesmuseum, Kunsthaus (Sammlung), Museum Rietberg, FIFA Museum, Museum für Gestaltung, Cabaret Voltaire, Fraumünster und Karlsturm,
- Rabatte, zum Beispiel 20 % im Lindt Home of Chocolate, 10 % im Zoo Zürich, 15 % in ausgewählten Restaurants und 50 % auf eine geführte Altstadttour.
Für den Rheinfall gilt die Karte nicht, er liegt außerhalb der abgedeckten Zonen.
Was kostet Zürich und wie du sparst
Zürich gehört zu den teuersten Städten der Welt, da gibt es nichts schönzureden. Ein paar Tage kannst du hier trotzdem mit vernünftigem Budget verbringen, wenn du weißt, wofür sich das Geld lohnt und wofür nicht. Die Preise stammen von den offiziellen Seiten der Anbieter und von Zürich Tourismus, die Umrechnung in Euro ist ein Richtwert (1 CHF ≈ 1,07 €).
| Posten | CHF (2026) | ca. € |
|---|---|---|
| Zürich Card 24 h / 72 h (Erwachsene) | 29 / 56 | 31 / 60 |
| Einzelticket Stadt für 1 Stunde (Zone 110) | 4,70 | 5 |
| Kurzstreckenticket | 2,80 | 3 |
| Karlsturm am Grossmünster | 5 | 5 |
| Fraumünster mit Chagall-Fenstern | 5 | 5 |
| Landesmuseum (bis 4. 1. 2027) | 13 | 14 |
| Kunsthaus (Sammlung und Ausstellungen) | 31 | 33 |
| Museum Rietberg | 18 | 19 |
| Lindt Home of Chocolate | 17 | 18 |
| FIFA Museum | 26 | 28 |
| Frauenbad | 8 | 9 |
| Schloss Laufen am Rheinfall | 5 | 5 |
| Schweizer Autobahnvignette 2026 | 40 | 43 |
| Parkhaus Urania, Tagestarif | 45 | 48 |
Welches Ticket lohnt sich?
Bist du zwei, drei Tage in Zürich und willst in zwei Museen, lohnt sich die Zürich Card fast immer. Die Rechnung ist simpel: Landesmuseum und FIFA Museum kosten zusammen 39 CHF, die Karte für 24 Stunden 29 CHF, und die Fahrten mit Tram und Bus hast du obendrauf.
Reist du nach Zürich weiter durch die Schweiz, schau dir die landesweiten Tickets der SBB an. Der Swiss Travel Pass für drei Tage in der 2. Klasse kostet 254 CHF (ca. 272 €) und deckt Züge, Busse, Schiffe und den Nahverkehr in den Städten ab. Die Swiss Half Fare Card für 150 CHF (ca. 160 €) gilt einen Monat und halbiert die Preise für Züge, Busse, Schiffe, die meisten Bergbahnen und den Nahverkehr in über 90 Städten. Diese Preise gelten bis 31. 12. 2026 (sbb.ch). Nur für Zürich lohnt sich keins von beiden, die Zürich Card ist günstiger.
Sparen beim Essen und Trinken
- Wasser aus dem Brunnen. Zürich hat rund 1.200 Brunnen, und aus den meisten fließt Trinkwasser. Nimm eine Flasche mit, statt Wasser zu kaufen.
- Die Supermärkte Coop und Migros haben Take-aways und Fertiggerichte, die deutlich billiger sind als ein Restaurant. Einen großen Coop und eine große Migros findest du direkt im Hauptbahnhof, dort ist auch sonntags offen, während die meisten Läden in der Stadt sonntags geschlossen haben.
- Picknick statt Mittagessen. Lindenhof, das Ufer am Bürkliplatz, das Zürichhorn oder die Wiese am Letten sind Orte, an denen auch die Einheimischen ihre Mittagspause verbringen.
- Das Hiltl nahe der Bahnhofstrasse ist ein vegetarisches Restaurant von 1898 und gilt als das älteste der Welt. Am Buffet zahlst du nach Gewicht, die Menge bestimmst du also selbst.
- Die Zürich Card bringt in ausgewählten Restaurants 15 % Rabatt.
Für ein traditionelles Abendessen würden wir das Geld aber trotzdem ausgeben. Die Zürcher Spezialität ist das Zürcher Geschnetzelte, Kalbfleischstreifen in Rahmsauce mit Champignons, dazu Rösti. Probieren kannst du es zum Beispiel im Zeughauskeller, einer Bierhalle im historischen Zeughaus nahe dem Paradeplatz.
Wo übernachten in Zürich?
Die Unterkunft ist in Zürich der größte Posten im Budget. Am praktischsten wohnst du im Zentrum oder nahe am Hauptbahnhof, denn dann erreichst du alles zu Fuß und startest deine Ausflüge direkt am Bahnhof. Wir haben Hotels in verschiedenen Preisklassen und Vierteln ausgesucht und alle auf Booking.com geprüft:
- Zurich Youth Hostel (Mutschellenstrasse 114): die günstigste vernünftige Option in der Stadt, eine Schweizer Jugendherberge in Wollishofen am See. Ins Zentrum sind es ein paar Stationen mit dem Tram, und im Mehrbettzimmer schläfst du für einen Bruchteil des Hotelpreises.
- 25hours Hotel Langstrasse (Langstrasse 150): Designhotel im Kreis 4, rund einen Kilometer vom Hauptbahnhof. Rund um die Langstrasse liegt das lebhafteste Ausgehviertel von Zürich, also eher etwas für alle, die abends losziehen wollen, nicht für die, die Ruhe suchen.
- Motel One Zürich nahe dem Paradeplatz: kleine, aber moderne Zimmer zu einem Preis, der für Zürcher Verhältnisse günstig ist, und zu Fuß ist alles nah. Für einen kurzen Städtetrip für uns das beste Verhältnis von Preis und Lage.
- Hotel Marta (Zähringerstrasse 36): kleineres Hotel im Niederdorf, ein paar Minuten vom Bahnhof, eingerichtet im Stil der 50er-Jahre. Du wohnst in der Altstadt und bist in zehn Minuten am Grossmünster.
- Hotel Adler Zürich (Rosengasse 10): traditionelles Hotel in einer Gasse gleich bei der Niederdorfstrasse, mit Schweizer Restaurant im Erdgeschoss, in dem Fondue serviert wird. Eine gute Wahl, wenn du mitten im Geschehen wohnen willst.
- Storchen Zürich (Weinplatz 2): historisches Hotel direkt an der Limmat gegenüber dem Rathaus, mit Terrasse über dem Fluss. Für einen besonderen Anlass, wenn du vom Fenster aus aufs Grossmünster schauen willst.
Weitere Möglichkeiten findest du über die Unterkunftssuche für Zürich. Am stärksten steigen die Preise während Messen, Kongressen und großer Events. Wenn dein Termin feststeht, buch also frühzeitig.
Ein bisschen Geschichte
Dort, wo die Limmat aus dem See fließt, lebten schon in der Jungsteinzeit Menschen, später die keltischen Helvetier. Die Römer richteten hier um 15 v. Chr. eine Zollstation ein und nannten die Siedlung Turicum. Der Zoll lag auf dem Hügel, den wir heute Lindenhof nennen, und aus dem lateinischen Namen wurde im Lauf der Jahrhunderte Zürich.
Zu den christlichen Anfängen der Stadt gehört die Legende der Geschwister Felix und Regula, die aus der römischen Legion geflohen und in Zürich enthauptet worden sein sollen. Über ihrem Grab steht das Grossmünster. Im Jahr 853 gründete Ludwig der Deutsche am anderen Ufer ein Frauenkloster, das heutige Fraumünster, und die Stadt wuchs zwischen zwei mächtigen kirchlichen Institutionen. 1262 wurde Zürich freie Reichsstadt. Im 14. Jahrhundert entmachtete Bürgermeister Rudolf Brun den Kaufmannsadel und übergab die Macht den Handwerkerzünften, die Zürich dann über Jahrhunderte regierten. Ihre Zunfthäuser stehen bis heute am Limmatquai und am Münsterhof. 1351 trat Zürich der Eidgenossenschaft bei.
Die große Wende kam 1519, als Huldrych Zwingli im Grossmünster zu predigen begann. Zürich wurde zum Zentrum der Schweizer Reformation, die Bilder verschwanden aus den Kirchen, und die Stadt wurde zu einem strengen protestantischen Gemeinwesen, das mit Textilien, Handel und später mit Banken reich wurde. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Zürich zum Industrie- und Eisenbahnzentrum des Landes, und bei zwei großen Eingemeindungen 1893 und 1934 kamen die umliegenden Gemeinden dazu. Deshalb ist die Stadt heute in zwölf Bezirke aufgeteilt, die Kreise, und die Einheimischen benutzen sie wie eine Adresse: „Ich wohne im Kreis 4“ klingt ganz anders als „im Kreis 7“.
Im 20. Jahrhundert trafen sich hier Künstler und Emigranten, 1916 entstand im Cabaret Voltaire der Dadaismus, und an der ETH studierte Albert Einstein. Heute hat Zürich rund 452.000 Einwohner, in der ganzen Agglomeration über eine Million, und ist das Finanzzentrum der Schweiz. Die Bankentürme stehen aber vor allem außerhalb der Altstadt, und so hat sich das Zentrum den Maßstab bewahrt, den es schon vor fünfhundert Jahren hatte.
Wann nach Zürich reisen?
Zürich ist eine Ganzjahresstadt, sieht aber in jeder Jahreszeit anders aus. Am wärmsten ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur um 19 °C, am kältesten der Januar mit etwa 1 °C (MeteoSchweiz, Normwert 1991–2020). Am meisten regnet es im Sommer, meist in kurzen Gewittern.
Von Juni bis August ist Zürich am lebendigsten. Die Bäder in Fluss und See sind offen, die Leute sitzen bis in die Nacht am Ufer, und auf den Uetliberg geht man zum Sonnenuntergang. Gleichzeitig ist das die teuerste Zeit für Unterkünfte. Mai und September sind für uns der beste Kompromiss: Du kannst den ganzen Tag zu Fuß unterwegs sein, das Wasser ist im September noch warm, und die Hotels sind etwas günstiger. Im November und Dezember geht die Weihnachtsbeleuchtung an der Bahnhofstrasse an und die Weihnachtsmärkte öffnen, rechne aber mit Nebel und kurzen Tagen. Im Januar und Februar ist Zürich ruhig, und von hier aus kommst du gut zum Skifahren, zum Beispiel in die Flumserberge.
Was wir anders machen würden
Zürich verleitet dazu, von Museum zu Museum zu hetzen, weil sich die Zürich Card ja nur „lohnt“, wenn du möglichst viel mitnimmst. Wir würden das nicht so machen. Hätten wir nur einen Tag, würden wir morgens auf den Lindenhof und ins Fraumünster gehen und den Rest des Tages am Wasser verbringen: am Ufer entlangspazieren, uns auf die Stufen an der Limmat setzen, im Sommer am Letten in den Fluss springen und abends auf den Uetliberg fahren. Ein Museum, höchstens zwei.
Die besten Momente in Zürich stehen für uns auf keiner Liste. Es sind die Gassen des Niederdorfs oberhalb der Hauptstraße, wo kaum Touristen hinkommen, die kleinen Cafés im Kreis 4 und 5 und ein Abend an der Schipfe, wenn nur ein paar Leute am Wasser sitzen. Probier etwas, das du nicht kennst: Zürcher Geschnetzeltes, Luxemburgerli von Sprüngli, ein lokales Bier oder einen Wein von den Hängen über dem See.
Und du musst nicht alles schaffen. Rheinfall, Lindt, Rapperswil und Luzern warten auch beim nächsten Besuch noch auf dich. Lieber drei Dinge in Ruhe, das Handy in der Tasche, als zehn im Laufschritt mit Google Maps in der Hand. Zürich ist keine Stadt zum Abhaken. Es ist eine Stadt, in der du dich am besten ans Wasser setzt und den anderen beim Baden zuschaust.
Häufige Fragen
Welche Zürich Sehenswürdigkeiten schafft man an einem Tag?
Fang auf dem Lindenhof an, von dort siehst du die ganze Altstadt. Dann geht es weiter zum Fraumünster mit den Chagall-Fenstern und zur Kirche St. Peter mit dem größten Kirchenzifferblatt Europas, über die Münsterbrücke zum Grossmünster und hinauf auf den Karlsturm. Am Nachmittag spazierst du durchs Niederdorf und über die Bahnhofstrasse zum See, im Sommer springst du in die Limmat, und abends fährst du mit der S10 auf den Uetliberg.
Wie viele Tage braucht man für Zürich?
Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt reicht ein Tag, das Zentrum ist klein und zu Fuß machbar. Mit zwei bis drei Tagen schaffst du auch Museen, den Uetliberg und einen Ausflug zum Rheinfall oder ins Lindt Home of Chocolate. Willst du auch nach Luzern oder in die Berge, plane weitere Tage ein und bleib in Zürich wohnen, denn von hier fahren überallhin direkte Züge.
Lohnt sich die Zürich Card?
Meistens ja, wenn du vom Flughafen kommst und ins Museum willst. Die Karte kostet 29 CHF für 24 Stunden und 56 CHF für 72 Stunden (zuerich.com, ab 13. Dezember 2026 gelten neue Preise). Sie enthält den Nahverkehr samt Zug vom Flughafen, die Fahrt auf den Uetliberg, die kleine Seerundfahrt und freien Eintritt zum Beispiel ins Landesmuseum, ins Kunsthaus (Sammlung), ins FIFA Museum, ins Fraumünster und auf den Turm des Grossmünsters. Zum Vergleich: Ein Einzelticket in der Stadt kostet 4,70 CHF pro Stunde, das Landesmuseum 13 CHF und das FIFA Museum 26 CHF.
Kann man in Zürich in der Limmat schwimmen?
Ja, und es ist eines der schönsten Dinge, die du im Sommer in Zürich machen kannst. Gebadet wird im See und in der Limmat mitten in der Stadt, in den städtischen Badeanstalten. Das Frauenbad am Stadthausquai ist tagsüber nur für Frauen und kostet 8 CHF, das Männerbad im Schanzengraben ist gratis, und im Fluss schwimmst du am Oberen und Unteren Letten. Die Saison dauert ungefähr von Mai bis September.
Wie kommt man vom Flughafen Zürich ins Zentrum?
Mit dem Zug vom Bahnhof direkt unter dem Terminal. Die Züge zum Hauptbahnhof Zürich HB fahren alle paar Minuten, die Fahrt dauert 10 bis 15 Minuten. Das Ticket ist in der Zürich Card enthalten, sonst kaufst du es am Automaten oder in der App SBB Mobile.
Ist Zürich teuer?
Ja, Zürich gehört zu den teuersten Städten der Welt. Ein Einzelticket im Nahverkehr kostet 4,70 CHF (ca. 5 €), der Eintritt in Museen 13 bis 31 CHF, und die Unterkunft ist der größte Posten im Budget. Sparen kannst du mit Trinkwasser aus den Brunnen, Essen vom Take-away bei Coop und Migros, Picknicks am See und der Zürich Card, die Verkehr und viele Eintritte abdeckt.
Wie kommt man aus Deutschland am besten nach Zürich?
Aus Süddeutschland am einfachsten mit dem Auto oder Zug: Von Stuttgart sind es rund 220 km, von München gut 300 km, in Deutschland zahlst du keine Maut, in der Schweiz brauchst du aber die Vignette für 40 CHF. Mit dem Zug geht es über Basel, aus München mit dem EuroCity über Lindau. Aus Nord- und Westdeutschland ist ein Direktflug nach Zürich oft am schnellsten, vom Flughafen bist du in einer Viertelstunde in der Stadt.
Wie weit ist es von Zürich zum Rheinfall?
Der Rheinfall bei Neuhausen liegt knapp eine Stunde Zugfahrt von Zürich entfernt, entweder bis zur Haltestelle Schloss Laufen am Rheinfall oder bis Neuhausen. Den Wasserfall kannst du von beiden Ufern kostenlos anschauen, die Aussichtsplattformen am Schloss Laufen kosten 5 CHF für Erwachsene. Die Zürich Card gilt für diese Fahrt nicht.
Wie es weitergeht
- Schweizer Seen: der Zürichsee und weitere Seen, wo man baden kann, wohin die Schiffe fahren und wo man übernachtet.
- Luzern Sehenswürdigkeiten: Kapellbrücke, Pilatus und Rigi, eine Stunde mit dem Zug von Zürich.
- Bern: die Bundesstadt mit Lauben, Bären und Schwimmen in der Aare.
- Basel: Rhein, Museen und Rheinschwimmen mit dem Wickelfisch.
- Genf: Jet d’Eau, UNO und CERN am anderen Ende des Landes.
- Zermatt: das autofreie Dorf unter dem Matterhorn, das du von Zürich aus mit dem Zug erreichst.
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