Aktualizováno 27.10.2026
Banken, Diplomaten und Uhren, die so viel kosten wie ein Kleinwagen: Das ist das Bild, das die meisten von Genf im Kopf haben. Ganz falsch ist es nicht. Wer aber hinfährt, merkt schnell, dass die schönsten Genf Sehenswürdigkeiten gar nichts oder fast nichts kosten. Die Wasserfontäne Jet d’Eau, die Altstadt auf dem Hügel, der Quai mit Blick auf den Mont Blanc, ein Seebad auf der Mole für zwei Franken, das CERN und die Dauerausstellung des größten Museums der Stadt. Und wenn du im Hotel oder Hostel übernachtest, bekommst du Bus, Tram und Boot für den ganzen Aufenthalt geschenkt.
Genf ist also eine teure Stadt, die man trotzdem mit normalem Reisebudget schafft, wenn man weiß, wo man spart. Wir haben 16 Tipps zusammengestellt: was du in der Stadt sehen solltest, was es 2026 kostet, wie du aus Deutschland hinkommst, wo du schläfst und wohin es am dritten Tag geht, wenn es dich nach zwei Tagen Stadt in die Berge zieht.

Genf Sehenswürdigkeiten im Überblick
- Die zweitgrößte Stadt der Schweiz (rund 211.000 Einwohner) liegt am Südwestzipfel des Genfersees, dort, wo die Rhone aus dem See fließt. Man spricht Französisch und zahlt in Schweizer Franken.
- Anreise aus Deutschland: Direktflüge gibt es unter anderem ab Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München. Mit dem Zug geht es über Basel, mit dem Auto sind es ab Freiburg rund 320 km. Für die Schweizer Autobahn brauchst du die Vignette für 40 CHF (ca. 43 €).
- Gratis-Nahverkehr für Übernachtungsgäste. Wer in einer registrierten Unterkunft im Kanton Genf schläft, bekommt die Geneva Transport Card für Busse, Trams, Züge und die Mouettes-Boote während des ganzen Aufenthalts.
- Vieles ist kostenlos: Jet d’Eau, Altstadt, Parks, die Kathedrale (ohne Türme), die Dauerausstellung des Musée d’art et d’histoire und das CERN Science Gateway nach Anmeldung.
- Was kostet: Kathedralentürme 7 CHF, UNO-Führung 25 CHF, Rotkreuzmuseum 15 CHF, Patek Philippe Museum 10 CHF, Mole der Bains des Pâquis 2 CHF (ca. 7,50 €, 27 €, 16 €, 10,70 € und 2,15 €).
- Führungen im Palais des Nations sind schnell ausgebucht. Die Termine für den Folgemonat schaltet die UNO immer am 20. des Monats frei, und du brauchst Reisepass oder Personalausweis.
- Für die Stadt reichen zwei Tage, der dritte gehört einem Ausflug: Mont Salève, Lausanne, Montreux mit Schloss Chillon oder das französische Annecy.
Anreise nach Genf aus Deutschland
Von allen großen Schweizer Städten liegt Genf am weitesten von Deutschland entfernt. Die Stadt klebt förmlich an der französischen Grenze: Der Kanton ist auf drei Seiten von Frankreich umgeben, mit dem Rest der Schweiz verbindet ihn nur ein schmaler Streifen am See. Aus Süddeutschland ist das Auto oder der Zug eine echte Option, aus dem Norden und Westen ist das Flugzeug meist die schnellste Wahl.
Mit dem Flugzeug
Am schnellsten geht es in die Luft. Der Flughafen Genf (Code GVA) wird direkt von mehreren deutschen Flughäfen angeflogen, unter anderem von Berlin und Hamburg (easyJet), Düsseldorf (Eurowings) sowie Frankfurt und München. Die Preise schwanken stark: Günstige Tickets findest du vor allem außerhalb des Sommers und außerhalb der Skisaison, wenn halb Europa über Genf in die Alpen fliegt. Im Grundpreis steckt bei den Billigfliegern meist nur ein kleines Handgepäckstück. Welche Strecke gerade wie oft bedient wird, prüfst du am besten direkt bei der Airline.
Der Flughafen liegt nur ein paar Kilometer vom Zentrum entfernt, und der Bahnhof ist direkt unter der Ankunftshalle. Bis zum Hauptbahnhof Genève-Cornavin brauchst du mit dem Zug etwa sieben Minuten. In der Gepäckausgabe steht ein Automat, der laut Flughafen und Verkehrsbetrieb ein Gratisticket für 80 Minuten in ganz Genf ausgibt, du brauchst nur deine Bordkarte. Achtung: Der Automat steht noch vor dem Ausgang, zurück kommst du nicht mehr. Wenn dir deine Unterkunft die Geneva Transport Card schon vorab geschickt hat (siehe unten), fährst du einfach damit.
Mit dem Auto
Mit dem Auto lohnt sich Genf vor allem aus dem Südwesten. Laut Routenplaner sind es ab Freiburg im Breisgau rund 320 km (knapp vier Stunden ohne Stau), ab Stuttgart rund 450 km, ab Frankfurt und München jeweils knapp 600 km und ab Köln gut 700 km. Die übliche Route führt über Basel und Bern oder über Biel am Jurasüdfuß entlang. Für die Schweizer Autobahnen brauchst du die Vignette für 40 CHF (ca. 43 €). Eine Kurzzeitvignette gibt es nicht, die Vignette 2026 gilt vom 1. Dezember 2025 bis 31. Januar 2027 und lässt sich auch als E-Vignette online kaufen (ans Kennzeichen gebunden). Ohne Vignette drohen 200 CHF Buße, und die Vignette musst du trotzdem kaufen.
Parken im Genfer Zentrum ist teuer und knapp. Besser lässt du das Auto bei der Unterkunft, wenn sie eigene Parkplätze hat, oder auf einem der P+R-Parkplätze am Stadtrand. Der größte ist Genève-Plage am See mit knapp 900 Plätzen, und der Kanton bietet ein Tagesticket an, das Parken und eine Tageskarte für den Nahverkehr kombiniert. Die aktuellen P+R-Preise findest du auf der Website der Fondation des Parkings.
Mit Zug und Fernbus
Mit dem Zug fährst du aus Deutschland mit ICE oder IC bis Basel SBB und von dort mit dem Intercity weiter nach Genf, ab Basel sind es knapp drei Stunden. Wer aus Süddeutschland kommt, kann auch über Zürich fahren. Am meisten Sinn ergibt die Bahn, wenn du Genf mit anderen Schweizer Städten kombinierst, etwa mit Zürich, Bern oder Luzern. Zwischen Lausanne und Genf fahren die Züge im Takt, die Fahrt dauert 40 bis 50 Minuten.
Am günstigsten, aber auch am längsten ist der Fernbus. FlixBus fährt aus mehreren deutschen Städten nach Genf, oft mit Umstieg oder als Nachtfahrt. Nicht jede Verbindung gibt es täglich, also lieber früh planen.
Unterwegs in Genf und die Geneva Transport Card
Das Zentrum ist klein. Vom Bahnhof Cornavin bist du in fünf Minuten am See und in zwanzig Minuten in der Altstadt. Zum CERN, zur UNO oder nach Carouge nimmst du aber besser die Tram.
Geneva Transport Card: Nahverkehr gratis für Hotelgäste
Das ist die größte Ersparnis der ganzen Reise. Wer in einer bei Geneva Tourism registrierten Unterkunft schläft (Hotels, Hostels und ein Teil der übrigen Unterkünfte), bekommt die persönliche Geneva Transport Card gratis. Etwa drei Tage vor der Ankunft schickt dir die Unterkunft einen Link oder ein Formular, danach landet die Karte auf deinem Handy. Hast du über Booking gebucht, geht die E-Mail an die anonymisierte Adresse, die Booking verwendet. Schau also auch im Spam-Ordner nach. Gäste ohne E-Mail bekommen die Karte an der Rezeption.
Laut Geneva Tourism und dem Verkehrsbetrieb TPG gilt die Karte während des ganzen Aufenthalts in der Zone 10, also im gesamten Kanton Genf mit Ausnahme der Exklave Céligny, für Busse und Trams der TPG, Züge der SBB (CFF) und die Mouettes genevoises. Sie gilt schon für die Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft, und mehrere gemeinsam reisende Personen können auf einer Karte stehen. Bei Ferienwohnungen und privaten Vermietern gilt sie nur, wenn der Gastgeber registriert ist. Frag also vor der Buchung nach.
Eintritte oder Rabatte sind nicht dabei, dafür gibt es den kostenpflichtigen Geneva City Pass.
TPG-Tickets, wenn du keine Karte hast
Laut Tarif des Kantons Genf kostet ein 60-Minuten-Ticket in der Zone 10 3 CHF (ca. 3,20 €), die Tageskarte 10 CHF (ca. 10,70 €) und ab 9 Uhr morgens 8 CHF. Die Tageskarte gilt bis fünf Uhr früh am nächsten Tag, und am Wochenende fahren für 10 CHF zwei Personen, die zusammen unterwegs sind. Tickets gibt es an den Automaten an den Haltestellen (mit Kartenzahlung) oder in der TPG-App, entwerten musst du nichts. Für Besucher am wichtigsten sind die Trams 12 und 18 (Carouge), die 18 fährt bis zur Endstation CERN.
Mouettes: die gelben Boote über die Bucht
Die Mouettes genevoises pendeln seit 1897 über die Genfer Bucht, an 365 Tagen im Jahr, auf vier Linien zwischen den Stationen Molard, Pâquis, Eaux-Vives, Port Noir und De-Chateaubriand. Sie gehören zum gleichen Tarif wie die Trams, mit TPG-Ticket oder Geneva Transport Card fährst du also ohne Aufpreis. Für uns ist das der schönste öffentliche Nahverkehr der Schweiz: fünf Minuten auf dem Wasser, der Jet d’Eau zum Greifen nah, und am anderen Ufer bist du schneller als zu Fuß über die Brücke.
Geneva City Pass
Der kostenpflichtige Pass von Geneva Tourism gilt 24, 48 oder 72 Stunden, wahlweise mit oder ohne Nahverkehr. Er bringt dir freien oder ermäßigten Eintritt in etwa 50 bis 60 Attraktionen. Als Beispiele nennt die offizielle Website das Reformationsmuseum (sonst 13 CHF), die Seilbahn auf den Salève hin und zurück (sonst 18 €), die Rundfahrt Geneva Tour (sonst 20 CHF) oder eine halbe Stunde Tretboot (sonst 16 CHF). Auch das Rotkreuzmuseum ist damit gratis. Die aktuellen Preise des Passes prüfst du direkt auf geneve.com, im Winter gibt es dort oft Rabatte.
Lohnt er sich? Dann, wenn du an ein bis zwei Tagen mindestens drei kostenpflichtige Dinge schaffst, zum Beispiel Salève, ein Museum und eine Schifffahrt. Wer vor allem durch die Stadt laufen und zur UNO will, braucht ihn nicht (die UNO-Führung ist nicht enthalten). Mit dem Swiss Travel Pass hast du freien Eintritt ins Rotkreuzmuseum und in weitere Museen, die beim Schweizer Museumspass mitmachen.
Genf Sehenswürdigkeiten: 16 Tipps für die Stadt
Wir haben die Genf Sehenswürdigkeiten grob nach ihrer Lage sortiert: zuerst der See, dann die Altstadt auf dem Hügel, danach das internationale Viertel im Norden mit UNO und Rotem Kreuz, das CERN vor der Stadt und zum Schluss Carouge und der Zusammenfluss der Flüsse im Süden. An einem Tag schaffst du den See mit der Altstadt, am zweiten UNO, CERN und Carouge.
1. Jet d’Eau, die Fontäne über dem See
Das Wahrzeichen der Stadt und eines der wenigen Dinge, die du praktisch von überall siehst. Die Fontäne schießt rund 500 Liter Wasser pro Sekunde 140 Meter in die Höhe, das Wasser verlässt die Düse mit etwa 200 km/h. Angefangen hat alles 1886 ganz nüchtern: als Sicherheitsventil des Wassernetzes, das Überdruck abließ. Den Genfern gefiel der Strahl so sehr, dass die Stadt ihn behielt, als das Ventil längst nicht mehr gebraucht wurde, und nach und nach eine Attraktion daraus machte.
Zur Fontäne kommst du über die Mole Jetée des Eaux-Vives vom Park Jardin Anglais aus. Der Zugang ist frei, und bei Wind gibt es eine Dusche, bevor du das Handy wegstecken kannst. Am schönsten finden wir den Jet d’Eau aber aus der Ferne: von der Pont du Mont-Blanc, vom Deck einer Mouette oder morgens vom Quai du Mont-Blanc, wenn auf der Promenade noch Ruhe herrscht.
Betrieben wird der Jet d’Eau von den Genfer Stadtwerken SIG. Bei starkem Wind und Frost ist er aus, und jeden Herbst wird er für einige Wochen gewartet. 2025 war er vom 29. Oktober bis 21. November außer Betrieb. Wenn du im November oder im Winter kommst, schau auf der Website der SIG oder der Stadt nach. Einen Zeitplan für 2026 haben wir in den offiziellen Quellen nicht gefunden.
2. Jardin Anglais und die Blumenuhr
Der Park am See liegt direkt neben der Mole zur Fontäne. Hauptattraktion ist die Blumenuhr (L’horloge fleurie) von 1955, ein Zifferblatt aus Tausenden Pflanzen, die die Gärtner mehrmals im Jahr neu setzen, sodass die Uhr nie zweimal gleich aussieht. Sie geht auf die Sekunde genau, wie es sich für eine Schweizer Uhr gehört. Ein kurzer Fotostopp, kein Halbtagesprogramm, aber auf dem Weg zum Jet d’Eau kommst du ohnehin vorbei.
3. Mit der Mouette über die Bucht
Die günstigste Schifffahrt auf dem Genfersee, denn eigentlich ist es Nahverkehr. Wir empfehlen die Linie M2 von Pâquis nach Eaux-Vives: Du fährst an der Fontäne vorbei und steigst am anderen Ufer beim Jardin Anglais aus. Wer länger auf dem Wasser sein will, findet am Quai die Ausflugsschiffe und Raddampfer der CGN, die über den ganzen See bis Lausanne und Montreux fahren.
4. Bains des Pâquis
Die steinerne Mole mit dem Seebad von 1932 ragt vom Quai du Mont-Blanc in den See, und für die Genfer ist sie so etwas wie das Wohnzimmer der Stadt. Im Sommer wird hier gebadet und in der Sonne gelegen, das ganze Jahr über hat die Buvette des Bains geöffnet, wo du mit Blick auf den Jet d’Eau frühstücken kannst und in der kalten Jahreszeit Fondue bekommst. Der Eintritt auf die Mole kostet 2 CHF (ca. 2,15 €), geöffnet ist täglich, die Zeiten richten sich nach dem Wetter.
Von Mitte September bis Mitte Mai wird das Bad zu Sauna, Hammam und türkischem Bad. Laut offizieller Website kostet dieser Bereich 22 CHF, montags 15 CHF, und du brauchst zwei große Handtücher (oder leihst sie für 5 CHF pro Stück). Wer abgehärtet ist, kühlt sich direkt im See ab. Uns gefällt die Mole abends am besten, wenn es über dem Salève dunkel wird und an der Promenade die Hotels aufleuchten.
5. Altstadt und Place du Bourg-de-Four
Die Vieille Ville thront auf dem Hügel über dem See, und hier hört Genf auf, sich wie ein Bankenplatz zu benehmen. Gepflasterte Gassen bergauf, Treppen, Durchgänge zwischen den Häusern und mittendrin die Place du Bourg-de-Four, der älteste Platz der Stadt, auf dem einst ein römischer Markt stand. Heute ist er ein Platz voller Cafés mit Brunnen und der beste Ort für den Morgenkaffee, bevor die Touristen wach werden.
Gleich in der Nähe steht das Rathaus Hôtel de Ville mit einer schrägen, gepflasterten Rampe statt Treppen, über die man früher zu Pferd ins Obergeschoss reiten konnte. Darunter liegt die Promenade de la Treille mit einer Bank, die die Stadt offiziell als längste historische Holzbank der Welt führt: Sie misst 120,21 Meter. Von hier schaust du auf den Parc des Bastions und bei gutem Wetter bis zum Salève. Ebenfalls in der Altstadt steht das Maison Tavel, das älteste erhaltene Wohnhaus der Stadt. Heute ist es ein Stadtmuseum mit einem großen Modell von Genf aus der Zeit, bevor die Stadtmauern geschleift wurden.

6. Kathedrale Saint-Pierre
Über der Altstadt ragen die Türme der Cathédrale Saint-Pierre auf. Gebaut wurde sie ab dem 12. Jahrhundert an der Stelle viel älterer Kirchen, 1536 wurde sie reformiert, und Johannes Calvin predigte hier. Deshalb ist sie innen überraschend leer: Die Protestanten entfernten Altäre und Bilder, geblieben sind Steinmauern, Glasfenster und ein schlichter Holzstuhl, den man Calvins Stuhl nennt. Die Fassade mit Säulenvorhalle erinnert eher an einen antiken Tempel und stammt erst aus dem 18. Jahrhundert.
Der Eintritt in die Kathedrale ist frei. Auf die Türme führen 157 Stufen, der Eintritt kostet 7 CHF (ca. 7,50 €, Senioren 5 CHF, Jugendliche 4 CHF). Von Oktober bis Ende Mai sind die Türme montags bis samstags von 10 bis 17.30 Uhr und sonntags ab Mittag geöffnet, im Sommer länger, Einlass bis eine halbe Stunde vor Schluss. Oben siehst du die ganze Stadt, den See, den Jura und die Alpen. Unter der Kathedrale liegt eine archäologische Fundstätte mit Resten älterer Kirchen und des Bischofssitzes, Eintritt 8 CHF, Audioguide inklusive.
An der Seite der Kathedrale schließt die gotische Makkabäerkapelle (Chapelle des Macchabées) an. Gestiftet hat sie Kardinal Jean de Brogny, der hier auch begraben liegt. Er leitete von 1414 bis 1418 das Konzil von Konstanz, jene Versammlung, die 1415 den tschechischen Reformator Jan Hus zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilte. Wer vom Bodensee kommt, findet hier also ein Stück Konstanzer Geschichte.
7. Reformationsmuseum und Auditoire de Calvin
Direkt neben der Kathedrale steht das Musée international de la Réforme (MIR). Ein kleines, aber klug gemachtes Museum darüber, wie die Reformation Genf und Europa verändert hat: zwölf Säle, Lutherbildnisse von Cranach, ein Brief Calvins, kostenloser Audioguide in vierzehn Sprachen. Der Eintritt kostet 13 CHF, mit dem Geneva City Pass ist er frei. Bis 24. Januar 2027 läuft hier eine Ausstellung über den Maler Ferdinand Hodler. Gegenüber steht das Auditoire de Calvin, eine schlichte gotische Kapelle, in der Calvin lehrte.
8. Parc des Bastions und Reformationsdenkmal
Unterhalb der Altstadtmauern liegt der Park mit der Universität und riesigen Schachbrettern, an denen das ganze Jahr über gespielt wird, umringt von Zuschauern mit Ratschlägen. Entlang des ehemaligen Festungsgrabens zieht sich das Reformationsdenkmal (Mur des Réformateurs), ein rund 100 Meter langes Monument mit fünf Meter hohen Statuen von Calvin, Farel, Beza und Knox. Der Grundstein wurde 1909 zum 400. Geburtstag Calvins gelegt, fertig war das Denkmal 1917. Im Dezember findet hier oft ein Weihnachtsmarkt statt.
9. Musée d’art et d’histoire
Das größte Museum Genfs und eines der größten der Schweiz, von der Urgeschichte über ägyptische und römische Funde, Waffen und Musikinstrumente bis zu Gemälden. Hier hängt auch der Altar von Konrad Witz mit dem Wunderbaren Fischzug, auf dem Christus über den Genfersee geht und im Hintergrund der Salève zu erkennen ist. Die Dauerausstellung ist kostenlos, das Museum arbeitet nach dem Prinzip „zahl, so viel du willst“ mit einer empfohlenen Summe von 5 bis 20 CHF. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags länger, montags geschlossen. Der ideale Plan B, wenn es regnet.
10. Patek Philippe Museum
Auch wenn du dir keine Uhr für den Preis eines Autos kaufen willst: Dieses Museum ist einen Nachmittag wert. In einem vierstöckigen Gebäude im Viertel Plainpalais stehen rund 2.500 Uhren, Automaten und Emailminiaturen aus fünf Jahrhunderten, von den ersten tragbaren Uhren um 1500 bis heute. Der Eintritt kostet 10 CHF (ca. 10,70 €), unter 18 Jahren ist er frei. Achte auf die Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag nur von 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr, sonntags und montags geschlossen.
11. Palais des Nations (UNO) und Broken Chair
Den Palais des Nations baute man in den 1930er-Jahren für den Völkerbund, heute ist er der europäische Sitz der Vereinten Nationen. Die Führung dauert etwa eine Stunde und geht durch die Sitzungssäle, darunter der Menschenrechtssaal mit der Decke von Miquel Barceló. Laut offizieller UNO-Website kostet sie 25 CHF für Erwachsene (ca. 27 €), 22 CHF für Studierende und Senioren, 14 CHF für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren und 13 CHF für Kinder von 6 bis 13 Jahren, dazu kommt eine Gebühr des Buchungssystems.
Die Plätze für Einzelbesucher sind begrenzt und schnell weg. Die Termine für den Folgemonat werden immer am 20. des Monats freigeschaltet. Jeder Besucher braucht einen gültigen Reisepass, ein Personalausweis aus einem Schengen-Staat reicht. Vor Ort musst du 30 Minuten früher sein, denn es gibt eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen. Der Besuchereingang ist das Pregny Gate an der Avenue de la Paix 14, gegenüber dem Gebäude des Roten Kreuzes. Der Palast wird gerade renoviert, die Route kann sich also ändern, und einzelne Säle sind manchmal ohne Vorwarnung geschlossen.
Auf der Place des Nations vor dem Palast steht der Broken Chair, ein zwölf Meter hoher Holzstuhl mit gebrochenem Bein. Die Organisation Handicap International stellte ihn als Protest gegen Landminen und Streumunition auf, eigentlich nur für ein paar Monate. Er blieb. Anschauen kostet nichts, genauso wie die Allee der Flaggen hinter dem Zaun.

12. Internationales Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum
Ein paar Minuten zu Fuß durch den Parc Ariana von der UNO. Das Rote Kreuz gründete 1863 der Genfer Henri Dunant, und das Museum zeigt, was humanitäre Arbeit in der Praxis bedeutet: drei Bereiche über Menschenwürde, die Suche nach vermissten Angehörigen und Naturkatastrophen. Am stärksten ist für uns die Kartei der Kriegsgefangenen aus dem Ersten Weltkrieg, Millionen Karteikarten in Regalen. Leichte Kost ist das nicht, und wer in Genf vor allem abschalten will, den kann es kalt erwischen.
Laut offizieller Website kostet der Eintritt 15 CHF (ca. 16 €), ermäßigt 10 CHF (12 bis 22 Jahre, über 65), Kinder unter 12 Jahren sind frei. Kostenlos ist er auch mit Geneva City Pass oder Swiss Travel Pass. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, montags geschlossen. Vom Bahnhof Cornavin fahren die Busse 8 und 20 zur Haltestelle Appia.
13. Botanischer Garten
Zwischen UNO und See liegen die Conservatoire et Jardin botaniques, einer der ältesten botanischen Gärten der Schweiz, gegründet 1817. Gewächshäuser, Alpinum, Arboretum und ein kleines Tiergehege, der Eintritt in den Garten ist frei. Passt gut zusammen mit UNO und Rotem Kreuz an einem Tag, als Verschnaufpause zwischen den Museen.
14. CERN Science Gateway
Das größte Labor für Teilchenphysik der Welt, der Ort, an dem das Higgs-Boson entdeckt und das World Wide Web erfunden wurde. Das Besucherzentrum Science Gateway hat Renzo Piano entworfen, drinnen gibt es interaktive Ausstellungen über das Universum und die Quantenwelt. Der Eintritt ist frei, du musst dich aber vorher anmelden, auf visit.cern. Geöffnet ist dienstags bis sonntags, die Ausstellungen von 9 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr), montags geschlossen. Führungen und Workshops haben begrenzte Plätze, ein Teil wird erst am Besuchstag vergeben. Komm also am besten gleich morgens.
Du fährst mit der Tram 18 bis zur Endstation CERN, vom Zentrum etwa eine halbe Stunde. Den 27 Kilometer langen Beschleuniger unter der Erde siehst du nicht, trotzdem ist das CERN für uns eines der besten Dinge, die Genf zu bieten hat, auch für Leute, die in Physik eine Vier hatten.
15. Carouge
Ein paar Stationen mit der Tram 12 oder 18 über die Arve, und du bist in einer anderen Stadt. Carouge ließ das Königreich Sardinien im 18. Jahrhundert als Konkurrenz zum calvinistischen Genf bauen, und so sieht es auch aus: niedrige Häuser mit Fensterläden, Innenhöfe mit Gärtchen, Plätze mit Platanen und einer Kirche. Zu Genf kam Carouge erst 1816. Heute ist es ein Viertel mit Handwerksateliers, Vintage-Läden, Cafés und Bars, auf der Place du Marché ist mittwochs und samstags vormittags Markt. Abends sind hier mehr Einheimische als Touristen unterwegs, deshalb gehen wir hier gern essen.

16. Pointe de la Jonction, wo sich zwei Farben treffen
Am Westrand der Stadt fließt die trübe, graubraune Arve, die aus den Gletschern rund um Chamonix kommt, in die klare, blaugrüne Rhone. Ein Stück hinter dem Zusammenfluss strömen beide noch in zwei Farben nebeneinander, bevor sie sich vermischen. Zur Spitze der Landzunge läufst du am Quai oder am Fluss entlang aus dem Zentrum etwa eine halbe Stunde. Im Sommer baden die Genfer hier und lassen sich von der Rhone treiben, das würden wir aber den Einheimischen überlassen, die den Fluss kennen.
Der Weg führt an der Plaine de Plainpalais vorbei, einem großen Platz mit Lebensmittelmarkt am Dienstag-, Freitag- und Sonntagvormittag und Flohmarkt am Mittwoch und Samstag. Auf dem Flohmarkt kannst du einen halben Vormittag verbringen und wenig Geld ausgeben, was man vom Rest von Genf nicht behaupten kann.
Was kostet Genf und wie du sparst
Genf gehört zu den teuersten Städten der Welt, und im Restaurant merkst du das sofort. Die gute Nachricht: Eintritte und Nahverkehr sind im Vergleich zu Essen und Übernachtung günstig, und die Hälfte der Tipps oben kostet gar nichts. Die Preise in der Tabelle stammen von den offiziellen Websites der Betreiber, die Umrechnung in Euro ist ein Richtwert (1 CHF ≈ 1,07 €).
| Was | Preis (2026) | Ca. in Euro |
|---|---|---|
| ÖPNV-Ticket 60 Minuten (Zone 10) | 3 CHF | 3,20 € |
| ÖPNV-Tageskarte / ab 9 Uhr | 10 CHF / 8 CHF | 10,70 € / 8,60 € |
| Geneva Transport Card (Übernachtungsgäste) | kostenlos | 0 € |
| Jet d’Eau, Altstadt, Parks, Kathedrale | kostenlos | 0 € |
| Türme der Kathedrale Saint-Pierre | 7 CHF | 7,50 € |
| Archäologische Fundstätte unter der Kathedrale | 8 CHF | 8,60 € |
| Reformationsmuseum (MIR) | 13 CHF | 13,90 € |
| Führung im Palais des Nations (UNO) | 25 CHF | 27 € |
| Rotkreuzmuseum | 15 CHF | 16 € |
| Patek Philippe Museum | 10 CHF | 10,70 € |
| Musée d’art et d’histoire, Dauerausstellung | freiwilliger Eintritt | ab 0 € |
| CERN Science Gateway | kostenlos (Anmeldung) | 0 € |
| Mole Bains des Pâquis / Sauna in der Wintersaison | 2 CHF / 22 CHF | 2,15 € / 23,50 € |
| Seilbahn auf den Salève hin und zurück (Frankreich) | 18 € | wird in Euro bezahlt |
| Autobahnvignette Schweiz 2026 | 40 CHF | 43 € |
Restaurantpreise haben wir bewusst nicht in die Tabelle geschrieben, sie schwanken von Lokal zu Lokal und lassen sich nicht seriös prüfen. Rechne damit, dass ein Abendessen im Restaurant spürbar teurer ist als in Deutschland und auch Fast Food nicht billig ist. So kommst du trotzdem gut durch:
- Die Supermärkte Coop und Migros haben Fertiggerichte, Salate und Brot, Migros auch Selbstbedienungsrestaurants. Ein Picknick am Quai oder im Parc des Bastions ist das günstigste Mittagessen der Stadt.
- Das Mittagsmenü (plat du jour) ist in Restaurants deutlich günstiger als das Abendessen. Iss die Hauptmahlzeit also mittags.
- Kauf kein Wasser. Aus den Brunnen in Schweizer Städten fließt Trinkwasser, Ausnahmen sind mit „eau non potable“ beschildert. Eine eigene Flasche spart jeden Tag ein paar Franken.
- Übernachte in einer registrierten Unterkunft, dann ist der Nahverkehr gratis. Ähnlich läuft es zum Beispiel in Bern, Basel oder Luzern, aber längst nicht überall.
- Mit Karte zahlst du fast überall. Euro werden manchmal angenommen, das Wechselgeld bekommst du aber in Franken und zu einem schlechteren Kurs.
💡 Trag dir die UNO-Führung in den Kalender ein. Willst du zum Beispiel im Juni in den Palais des Nations, öffnet das Buchungssystem die Juni-Termine am 20. Mai. Am Tag der Freischaltung ist fast noch alles frei, eine Woche später gibt es nur noch Reste. Und ohne Reisepass oder Personalausweis kommst du auch mit Ticket nicht hinein.
Ausflüge ab Genf
Genf ist eine gute Basis. In einer Stunde bist du mit dem Zug am anderen Ende des Sees, in knapp einer Stunde mit dem Bus in Frankreich, und der Hausberg liegt gleich hinter der Grenze. Wer nur drei Tage hat, sollte zwei der Stadt widmen und den dritten einem dieser Ausflüge.
Mont Salève, der Balkon von Genf
Der Kalkrücken südlich der Stadt ist für die Genfer der Hausberg, obwohl er komplett in Frankreich liegt. Die Kabinenbahn bringt dich in knapp fünf Minuten auf 1.100 Meter, oben hast du ganz Genf, den See und das Mont-Blanc-Massiv vor dir, dazu ein Panoramarestaurant, Wanderwege und einen Startplatz für Gleitschirmflieger. Hin und zurück kostet laut Geneva Tourism 18 € für Erwachsene, mit Geneva City Pass ist die Fahrt gratis.
Du kommst mit dem Bus 8 bis zur Haltestelle Veyrier-Douane und von dort in ein paar Minuten zu Fuß über die Grenze zur Talstation. Nimm Ausweis oder Pass mit und denk daran, dass oben in Euro bezahlt wird. Vom 2. bis 26. November 2026 ist die Seilbahn wegen Wartung geschlossen, ab 27. November fährt sie wieder. Am liebsten fahren wir am Nachmittag hoch und warten, bis über dem See die Lichter der Stadt angehen.

Lausanne und die Weinberge des Lavaux
Mit dem Zug ab Cornavin etwa 40 bis 50 Minuten, mehrmals pro Stunde. Lausanne klebt an einem steilen Hang über dem See, hat eine gotische Kathedrale, eine Altstadt bergauf und das Olympische Museum am Ufer. Gleich hinter der Stadt beginnen die Terrassenweinberge des Lavaux, UNESCO-Welterbe, durch die du zu Fuß von Winzerdorf zu Winzerdorf wandern und mit dem Zug zurückfahren kannst.
Montreux und Schloss Chillon
Montreux am Ostende des Sees ist berühmt für sein Jazzfestival und die Freddie-Mercury-Statue am Quai. Ein Stück weiter steht auf einem Felsen direkt im Wasser Schloss Chillon, das meistbesuchte Schloss der Schweiz. Von Genf geht es mit dem Zug über Lausanne, im Sommer auch mit dem CGN-Schiff über den ganzen See: langsamer, aber viel schöner. Den Eintritt fürs Schloss prüfst du auf chillon.ch, eine aktuelle Preisliste für 2026 haben wir nicht gefunden.
Annecy (Frankreich)
Ein Städtchen mit Kanälen, einem alten Gefängnis auf einer Insel mitten im Fluss und einem See, der zu den saubersten Europas zählt. Von Genf sind es etwa 40 bis 45 km, mit dem Bus (FlixBus, BlaBlaCar Bus) rund 50 Minuten. Es liegt in Frankreich, also Ausweis und Euro einpacken.
Yvoire und Chamonix
Das mittelalterliche Dorf Yvoire am französischen Seeufer ist voller Blumen, in der Saison kommst du von Genf mit dem Schiff hin. Chamonix unter dem Mont Blanc liegt etwa anderthalb Stunden mit dem Auto entfernt und lohnt sich für einen ganzen Tag, am besten mit der Seilbahn auf die Aiguille du Midi.
Wer weiter in die Berge will, fährt von Genf mit dem Zug am See entlang und durchs Rhonetal nach Zermatt unter das Matterhorn.
Wo übernachten in Genf
Die Unterkunft ist in Genf der größte Posten der Reise, und weil der Nahverkehr mit der Übernachtung gratis ist, musst du nicht unbedingt mitten im Zentrum wohnen. Welches Viertel für wen passt:
- Pâquis und rund um den Bahnhof Cornavin: am praktischsten. Ein paar Minuten zum See, der Zug zum Flughafen um die Ecke, viele günstigere Lokale mit Küche aus aller Welt. Abends ist das Viertel lebendig und stellenweise etwas schäbig.
- Altstadt: am schönsten, aber am teuersten, und Hotels gibt es nur wenige.
- Eaux-Vives: am anderen Seeufer, ruhiger, mit den Parks La Grange und Eaux-Vives.
- Carouge und Vororte (Lancy, Petit-Lancy): günstiger und mit der Tram in ein paar Minuten im Zentrum.
Geprüfte Tipps über Booking in verschiedenen Preisklassen:
- City Hostel Geneva (Pâquis): Hostel beim Bahnhof, etwa 750 Meter vom See, mit Gemeinschaftsküche, Schlafsälen und Privatzimmern mit Gemeinschaftsbad. Gäste bekommen einen Gutschein für den Nahverkehr und Rabatt im Rotkreuzmuseum. Das günstigste vernünftige Bett im Zentrum.
- Geneva Hostel (Pâquis): Hostel in einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert etwa 250 Meter vom See, mit Frühstück jeden Tag, Küchenzeile und Zimmern mit eigenem oder Gemeinschaftsbad. Die Geneva Transport Card ist inklusive.
- Hotel Rousseau (Zentrum, Saint-Gervais): Hotel in einem historischen Gebäude, 2015 renoviert, 300 Meter vom Bahnhof Cornavin und 200 Meter vom See. Moderne Zimmer, Frühstück gegen Aufpreis. Mittelklasse, von der aus du alles zu Fuß erreichst.
- Hotel Cornavin (am Bahnhof): Vier-Sterne-Hotel direkt gegenüber dem Bahnhof, mit Frühstücksraum im achten Stock und Blick über die Stadt, in der Lobby hängt ein riesiges Pendel über neun Etagen. Tim-und-Struppi-Fans kennen das Haus vielleicht aus einem der Comic-Abenteuer. Gäste bekommen ein Ticket für den Nahverkehr.
- Hôtel Les Armures (Altstadt): Luxushotel in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert direkt bei der Kathedrale, mit historischen Interieurs und eigenem Restaurant. Wenn einmal im Leben, dann hier.
Weitere Möglichkeiten in der ganzen Stadt findest du über Unterkünfte in Genf. Bevor du eine Ferienwohnung buchst, frag beim Gastgeber nach, ob er dir die Geneva Transport Card ausstellt. Sonst zahlst du für den Nahverkehr.
Ein bisschen Geschichte
Genf ist älter, als es aussieht. Die keltischen Allobroger hatten hier ein befestigtes Städtchen namens Genava an einer Furt über die Rhone. Die Römer eroberten es um 120 vor Christus, und 58 vor Christus hielt Julius Caesar hier die Helvetier auf, die über den Fluss nach Gallien wollten. Im Mittelalter regierten Bischöfe die Stadt, und die Herzöge von Savoyen rangen mit ihnen um Einfluss.
Die Wende kam im 16. Jahrhundert. Die Genfer Bürger verbündeten sich mit Bern und Freiburg, nahmen 1536 die Reformation an und riefen die Republik aus. Noch im selben Jahr kam der französische Reformator Johannes Calvin in die Stadt und machte aus Genf das „protestantische Rom“: eine strenge Stadt ohne Tanz und Luxus, in die verfolgte Protestanten aus Frankreich, Italien und Deutschland flohen. Sie brachten ihr Handwerk mit, darunter die Uhrmacherei, der Genf bis heute seinen Ruf verdankt. Calvins Genf hatte auch eine dunkle Seite: 1553 ließ Calvin den Theologen Michael Servet in Genf verbrennen.
In der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember 1602 versuchte der Herzog von Savoyen, die Stadt zu überfallen, seine Soldaten stiegen schon auf Leitern die Mauern hinauf. Die Verteidiger schlugen sie zurück, und daran erinnert Genf bis heute mit dem Fest L’Escalade: Man zieht in historischen Kostümen durch die Straßen und zerschlägt Schokoladentöpfe voller Marzipan.
Nach den Napoleonischen Kriegen, in denen Genf kurz zu Frankreich gehörte, wurde es 1815 der 22. Kanton der Schweiz. Im 19. Jahrhundert riss die Stadt ihre Mauern ab und wuchs, 1863 gründete Henri Dunant hier das Rote Kreuz, und 1920 kam der Völkerbund. Von ihm blieben der Palais des Nations und die Rolle, die Genf bis heute hat: ein neutraler Ort, an dem sich Staaten an den Verhandlungstisch setzen. Rund 210.000 Menschen leben hier, und fast die Hälfte von ihnen hat keinen Schweizer Pass.
Beste Reisezeit für Genf
Mai, Juni, September und Oktober sind für uns die beste Zeit: angenehm warm zum Laufen, weniger Leute und Hotels etwas günstiger als im Sommer. Im Sommer lebt der ganze Quai, du kannst im See und in den Bains des Pâquis baden, und in der Stadt gibt es mehr Open-Air-Konzerte. Die Übernachtungspreise sind dann allerdings am höchsten.
Herbst und Winter haben ihren eigenen Reiz: Fondue auf der Mole der Bains des Pâquis, Sauna mit Abkühlung im See, rund um den 11. Dezember das Escalade-Fest und danach die Weihnachtsmärkte. Bedenke nur, dass Jet d’Eau und Salève-Seilbahn im Herbst einige Wochen gewartet werden (die Seilbahn 2026 vom 2. bis 26. November) und die Fontäne auch bei starkem Wind und Frost abgeschaltet wird. Und im Dezember strömen Skifahrer auf dem Weg in die Alpen durch Stadt und Flughafen, Flüge und Hotels am Wochenende werden dann teurer.
💡 Fahr dienstags bis freitags morgens zum CERN. Montags ist das Science Gateway geschlossen, am Wochenende ist es voller Familien. Die kostenlose Anmeldung ist Pflicht, und wer an einer Führung teilnehmen will, muss früh da sein, denn ein Teil der Plätze wird erst vor Ort vergeben und die Kapazität ist klein.
Was wir anders machen würden
Wir würden nicht versuchen, alle Institutionen abzuhaken. UNO, Rotes Kreuz, CERN, Reformation, Uhren. Jedes für sich ist spannend, aber fünf „ernste“ Museen in zwei Tagen sind zu viel. Wir würden zwei auswählen und den Rest der Zeit dem See schenken.
Wir würden mehr ziellos herumlaufen. Das Beste an Genf sind für uns nicht die Sehenswürdigkeiten, sondern die Altstadtgassen, die nirgendwohin führen, die Innenhöfe in Carouge und die Lokale in Pâquis, wo libanesisch, eritreisch oder portugiesisch gekocht wird und man abends draußen sitzt. In keinem Reiseführer steht etwas über sie, und genau deshalb lohnt es sich, hinzugehen.
Wir würden mehr Lokales probieren. Barschfilets aus dem See, die Genfer Wurst Longeole, Weißwein aus der Rebsorte Chasselas, die direkt im Kanton wächst, und im September Zwetschgenkuchen. Genf ist nach dem Wallis und der Waadt der drittgrößte Weinbaukanton der Schweiz, und kaum jemand weiß das.
Und wir würden mehr einfach nur dasitzen. Auf der Mole der Bains des Pâquis, auf der Bank an der Treille oder oben auf dem Salève, das Handy in der Tasche. Der Jet d’Eau sprudelt auch, ohne dass man ihn zum zwanzigsten Mal fotografiert.
Häufige Fragen
Ist Genf teuer?
Ja, Genf gehört zu den teuersten Städten der Welt, vor allem bei Unterkunft und Restaurants. Sparen kannst du trotzdem viel: Gäste registrierter Unterkünfte fahren gratis Bus und Tram, viele Sehenswürdigkeiten kosten nichts, und Museumseintritte liegen bei etwa 10 bis 15 CHF. Beim Essen helfen Coop und Migros, das Mittagsmenü und Wasser aus den Brunnen.
Wie komme ich aus Deutschland nach Genf?
Am schnellsten mit dem Flugzeug, Direktflüge gibt es unter anderem ab Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München. Mit dem Zug fährst du über Basel, ab dort sind es knapp drei Stunden. Mit dem Auto sind es ab Freiburg rund 320 km, ab Frankfurt oder München knapp 600 km, und du brauchst die Schweizer Vignette für 40 CHF.
Wie komme ich vom Flughafen Genf in die Innenstadt?
Mit dem Zug vom Bahnhof unter der Ankunftshalle, bis zum Hauptbahnhof Cornavin dauert es etwa sieben Minuten. In der Gepäckausgabe steht meist ein Automat mit einem Gratisticket für 80 Minuten in ganz Genf, und mit der Geneva Transport Card fährst du ebenfalls ohne zu zahlen.
Was ist die Geneva Transport Card und wer bekommt sie?
Eine persönliche Karte für den gesamten Nahverkehr im Kanton Genf (Busse, Trams, Züge und die Mouettes-Boote) für die ganze Dauer deines Aufenthalts. Gratis bekommt sie jeder, der in einer bei Geneva Tourism registrierten Unterkunft übernachtet. Die Unterkunft schickt sie etwa drei Tage vor der Ankunft per E-Mail.
Welche Sprache spricht man in Genf?
Amtssprache ist Französisch, Genf liegt in der französischsprachigen Schweiz. In Hotels, Museen und den meisten Restaurants kommst du mit Englisch durch, Deutsch hilft dagegen weniger als in Zürich oder Bern. In kleineren Museen sind die Beschriftungen oft nur auf Französisch.
Wie viele Tage braucht man für Genf?
Für die Stadt selbst zwei Tage: den ersten für See und Altstadt, den zweiten für UNO, Rotes Kreuz oder CERN und Carouge. Der dritte Tag passt für einen Ausflug auf den Salève, nach Lausanne, Montreux oder ins französische Annecy.
Wann ist der Jet d’Eau in Betrieb?
Den größten Teil des Jahres täglich, in der warmen Jahreszeit von morgens bis zur Dämmerung, abends ist er oft beleuchtet. Bei starkem Wind und Frost wird er abgeschaltet, außerdem jeden Herbst für einige Wochen zur Wartung (2025 vom 29. Oktober bis 21. November). Den aktuellen Stand melden die Genfer Stadtwerke SIG.
Kann man in Genf im See baden?
Ja. Am beliebtesten sind die Bains des Pâquis auf der Mole am Quai, Eintritt 2 CHF. Die Einheimischen baden auch an anderen Stränden rund um den See und in der Rhone. Im Sommer ist das Wasser angenehm, Abgehärtete schwimmen hier das ganze Jahr und kühlen sich nach der Sauna direkt im See ab.
Weiterlesen
- Schweizer Seen: der Genfersee und weitere Seen zum Baden, für Schifffahrten und mit guten Unterkünften.
- Bern: die Hauptstadt mit Lauben, Bären und Schwimmen in der Aare.
- Luzern: die Holzbrücke Kapellbrücke, Pilatus und Rigi.
- Zürich: die größte Stadt der Schweiz, Altstadt und Ausflug zum Rheinfall.
- Basel: Schwimmen im Rhein, Museen und das Dreiländereck.
- Zermatt: das autofreie Dorf unter dem Matterhorn und wie du hinkommst.
Potřebujete pomoct s cestováním?
-
Ubytování 🏨
Vyberte si to nejlepší ubytování, ať už jste kdekoliv, přes Booking.com. -
Půjčení auta 🚗
Auto si snadno najdete přes Booking.com, kde máte často slevu díky ubytování, nebo Rentalcars.com, kde porovnáte nabídky většiny půjčoven. -
Zážitky 🎟️
Přes GetYourGuide.com si vyberete z nejrůznějších výletů i zážitků po celém světě, navíc se zrušením zdarma do 24 h předem.
