Aktualizováno 27.10.2026
Kaum eine Hauptstadt Europas hat so einen schlechten Ruf wie Bukarest. In Rankings landet sie gern unter den hässlichsten Metropolen des Kontinents, die meisten Reisenden kennen nur den Flughafen, von dem aus es weiter in die Karpaten oder ans Schwarze Meer geht, und der erste Blick aus dem Taxi auf graue Plattenbauten macht es nicht besser. Wer aber zwei Tage bleibt, merkt schnell: Die Bukarest Sehenswürdigkeiten gehören zu den spannendsten auf dem Balkan. Ein orthodoxes Kloster von 1724, versteckt zwischen Bars. Eine Buchhandlung in einem ehemaligen Bankhaus. Jugendstilpaläste aus der Zeit, als man die Stadt „Klein-Paris“ nannte. Und gleich daneben das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt, für das ein Diktator ein Fünftel der historischen Innenstadt abreißen ließ. Bukarest in Rumänien ist eine Stadt der Gegensätze im wörtlichen Sinn, und genau das macht sie für uns so reizvoll.
In diesem Artikel findest du unsere 16 Tipps, was du in Bukarest sehen solltest, dazu alles zur Führung durch den Parlamentspalast, zum Weg vom Flughafen in die Stadt, zu den Preisen in Lei und Euro, zu den besten Vierteln zum Übernachten und zu Tagesausflügen. Einen Überblick über das ganze Land bekommst du in unserem Artikel Rumänien Sehenswürdigkeiten.

Bukarest Sehenswürdigkeiten und Tipps auf einen Blick
- Die Hauptstadt Rumäniens hat 1,7 Millionen Einwohner (Volkszählung 2021) und liegt im flachen Süden des Landes am Fluss Dâmbovița, rund 60 km von der Donau und der bulgarischen Grenze entfernt. Bezahlt wird in Lei (RON), 1 Leu entspricht grob 0,20 €.
- Aus Deutschland fliegst du direkt, zum Beispiel ab Frankfurt, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Dortmund, Nürnberg oder Berlin. Mit dem Zug geht es über Wien oder Budapest, mit dem Auto sind es ab München rund 1.470 km.
- Vom Flughafen ins Zentrum fährt rund um die Uhr der Bus 100 für 3 Lei (ca. 0,60 €, mit Karte direkt im Bus bezahlt) oder in etwa 20 Minuten der Zug zum Bahnhof Gara de Nord.
- Den Parlamentspalast reservierst du telefonisch mindestens 24 Stunden vorher. Der Eintritt kostet 85 Lei (ca. 17 €), ohne Reisepass oder Personalausweis kommst du nicht hinein.
- Die meisten Museen sind montags geschlossen, das Nationale Kunstmuseum und das Museum des rumänischen Bauern auch dienstags.
- Kostenlos sind die Altstadt Lipscani, Stavropoleos, Cărturești Carusel, die Calea Victoriei, der Revolutionsplatz und die Parks Cișmigiu und Herăstrău.
- Für die Stadt reichen zwei bis drei Tage. Den dritten nutzt du am besten für einen Ausflug nach Snagov und Mogoșoaia, in die Therme oder mit dem Zug zum Schloss Peleș.
Anreise nach Bukarest aus Deutschland
Mit dem Flugzeug
Der mit Abstand bequemste Weg. Bukarests großer Flughafen heißt Henri Coandă (Code OTP), wird aber nach dem Ort, in dem er liegt, meist einfach Otopeni genannt. Aus Deutschland gibt es Direktflüge von mehreren Airlines: Lufthansa fliegt ab Frankfurt und München, Eurowings ab Düsseldorf und Stuttgart, Wizz Air unter anderem ab Berlin, Köln/Bonn, Dortmund, Nürnberg und Stuttgart, dazu die rumänische TAROM ab Frankfurt. Der Flug dauert je nach Abflugort gut zwei bis knapp drei Stunden. Die Billigflieger passen ihre Strecken allerdings ständig an, deshalb lohnt sich ein Blick in eine Flugsuchmaschine kurz vor der Buchung.
Der kleine Flughafen Băneasa im Norden der Stadt wird heute vor allem von Privatfliegern genutzt, Linienflüge aus Deutschland landen dort nicht.
Mit dem Zug
Eine direkte Verbindung aus Deutschland gibt es nicht, du fährst zuerst nach Wien oder Budapest. Ab Wien rollt der Nachtzug Dacia über Budapest bis nach Bukarest, ab Budapest fahren außerdem weitere Nachtzüge über Brașov. Allein für die Strecke Budapest–Bukarest brauchst du 14 bis 15 Stunden, Platzreservierungen sind Pflicht, es gibt Liege- und Schlafwagen. Die Fahrpläne ändern sich jedes Jahr im Dezember, aktuelle Verbindungen findest du bei der ungarischen MÁV oder der rumänischen CFR Călători. Das ist langsam, aber wer zwei Wochen durch Rumänien reist, kann mit dem Zug in Bukarest ankommen und zum Beispiel über Brașov zurückfahren.
Mit dem Auto
Von München nach Bukarest sind es über Österreich und Ungarn rund 1.470 Kilometer, ab Berlin etwa 1.690 und ab Frankfurt um die 1.780 Kilometer, also mindestens zwei Tage Fahrt. Neben der rumänischen Vignette Rovinieta (seit 1. Oktober 2026 für Autos mit Euro-6-Norm 30 Lei für 10 Tage, grob 6 €) brauchst du je nach Route auch Vignetten für Österreich oder Tschechien und die Slowakei sowie für Ungarn. In Bukarest selbst würden wir aber nicht Auto fahren: Der Verkehr ist dicht, Parkplätze im Zentrum sind knapp und mit der Metro kommst du überall hin. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, nimm ein Hotel mit Parkplatz und lass den Wagen stehen.
Vom Flughafen in die Stadt und Nahverkehr in Bukarest
Der Flughafen Otopeni liegt rund 17 Kilometer nördlich des Zentrums. Du hast drei sinnvolle Möglichkeiten.
Bus 100. Die Expresslinie, die die früher bekannte Linie 783 ersetzt hat, fährt rund um die Uhr: tagsüber alle 15 Minuten, nachts alle 30 Minuten. Sie fährt über die Piața Victoriei und Universitate bis zur Piața Unirii, je nach Verkehr brauchst du ins Zentrum etwa 45 Minuten. Es gilt das normale Stadtticket für 3 Lei (ca. 0,60 €), am einfachsten hältst du deine Kreditkarte direkt an den Entwerter im Bus. Achtung: Wegen Bauarbeiten am Flughafen hält der Bus seit April 2026 nicht mehr an der Ankunftshalle, sondern an der Haltestelle vor dem Abflugterminal, die jetzt Aeroport Henri Coandă heißt.
Zug zum Hauptbahnhof Gara de Nord. Ab dem Bahnhof am Flughafen fährt etwa alle 40 Minuten ein Zug, auch nachts, die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Es gibt zwei Bahngesellschaften (CFR Călători und Transferoviar) mit unterschiedlichen Preisen, 2026 kostete ein Ticket ungefähr 6,50 bis 11 Lei (ca. 1,30 bis 2,20 €). Du kaufst es vorher am Automaten oder am Schalter, im Zug geht das nicht mehr. Vom Gara de Nord geht es mit der Metro weiter.
Taxi, Bolt oder Uber. In Bukarest funktionieren beide Apps, eine Fahrt zwischen Zentrum und Flughafen kostet je nach Verkehr etwa 60 bis 100 Lei (ca. 12 bis 20 €), in der Rushhour auch mehr. Wenn du ein normales Taxi willst, bestell es in der Ankunftshalle am Touchscreen-Automaten, der dir einen Zettel mit der Wagennummer ausdruckt. Fahrer, die dich am Ausgang ansprechen, lässt du am besten stehen.
Eine Metro zum Flughafen (Linie M6) ist im Bau, fährt 2026 aber noch nicht.
Metro, Straßenbahn und Bus
Bukarest hat ein Metronetz mit fünf Linien, das fast alles abdeckt, was du als Tourist brauchst: Piața Unirii (Altstadt), Universitate, Izvor (Parlamentspalast), Piața Romană, Piața Victoriei, Aviatorilor (Herăstrău, Triumphbogen) und Gara de Nord. Straßenbahnen, Trolleybusse und Busse betreibt der städtische Verkehrsbetrieb STB, die Metro dagegen die eigene Gesellschaft Metrorex, deshalb gibt es auch getrennte Tickets.
- Metro: Einzelfahrt 5 Lei, Tagesticket 12 Lei, 72-Stunden-Ticket 35 Lei (ca. 1, 2,40 und 7 €, Metrorex-Tarif seit Januar 2025). Im Frühjahr 2026 wurde eine Erhöhung der Einzelfahrt auf 7 Lei beschlossen, das Verkehrsministerium hat sie im Juni aber wieder zurückgenommen. Am Drehkreuz hältst du einfach deine Kreditkarte oder dein Handy an den Leser. Für eine zweite Person drückst du „+“ und hältst die Karte noch einmal hin.
- Straßenbahn und Bus (STB): 90-Minuten-Ticket 3 Lei, 24-Stunden-Ticket 8 Lei, 72-Stunden-Ticket 20 Lei. Du hältst die Karte an den Entwerter im Fahrzeug, alternativ geht es mit der App 24Pay.
- Kombiticket für Metro und STB: 24 Stunden für 18 Lei, 72 Stunden für 49 Lei (ca. 3,60 und 9,80 €, STB-Tarif). Das lohnt sich, wenn du viel herumfährst.
Für zwei Tage in der Stadt würden wir vorab nichts kaufen und jede Fahrt einzeln mit Karte zahlen. Das Zentrum zwischen Parlamentspalast, Altstadt und Athenäum lässt sich ohnehin gut zu Fuß erkunden.
Bukarest Sehenswürdigkeiten: unsere 16 Tipps
Wir haben die Tipps grob nach ihrer Lage sortiert: vom Parlamentspalast über die Altstadt und die Calea Victoriei nach Norden zu den Parks und zum Triumphbogen. Den ersten Tag schaffst du komplett zu Fuß (Tipps 1 bis 10), für den Norden (11 bis 15) nimmst du die Metro. Eine Sache solltest du wissen: Die meisten Museen in Bukarest haben montags geschlossen, manche auch dienstags.
1. Parlamentspalast
Das „Haus des Volkes“, wie es unter Ceaușescu hieß, ist nach dem Pentagon das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt und laut Guinness-Buch das schwerste Gebäude überhaupt. Es hat über 1.100 Räume, 12 Stockwerke über und 8 unter der Erde und eine Grundfläche von rund 330.000 m². Gebaut wurde ab 1984 nach den Plänen der damals erst 28-jährigen Architektin Anca Petrescu, und als Ceaușescu 1989 starb, war es noch nicht fertig. Für den Bau verschwand ein großer Teil des Viertels auf dem Hügel Dealul Spirii mit Kirchen, Klöstern und Tausenden Häusern. Heute sitzen hier beide Kammern des Parlaments, ein Konferenzzentrum und das Museum für zeitgenössische Kunst (MNAC).
Drinnen erwartet dich eine Parade aus rumänischem Marmor, Kristalllüstern und Teppichen, die eigens für die einzelnen Säle gewebt wurden. Die Führung geht durch mehrere Prunksäle und Flure und meist auch auf den Balkon mit Blick auf den Bulevardul Unirii. Trotzdem siehst du nur einen Bruchteil des Gebäudes. Am stärksten bleibt bei uns das Gefühl für die schiere Größe hängen: Flure, durch die ein Bus fahren könnte, und das Wissen, dass all das in einer Zeit gebaut wurde, in der die Menschen für Brot Schlange standen.
So klappt die Führung 2026 (laut Besucherzentrum des Parlaments):
- Reservierung ist Pflicht. Für 1 bis 9 Personen telefonisch mindestens 24 Stunden vorher unter +40 733 558 102 oder +40 733 558 103 (erreichbar 9 bis 16 Uhr), Gruppen ab 10 Personen per E-Mail mindestens drei Tage vorher. Offizielle Online-Reservierungen oder Online-Tickets gibt es nicht, Angebote im Internet laufen über Vermittler mit Aufschlag.
- Eintritt für die Standardführung: Erwachsene 85 Lei (ca. 17 €), Studierende von 19 bis 26 Jahren 55 Lei, Kinder von 7 bis 18 Jahren 40 Lei, Kinder bis 6 Jahre frei. Bezahlt wird vor Ort.
- Geöffnet täglich 9 bis 17 Uhr, an Feiertagen und bei Parlamentsveranstaltungen geschlossen.
- Nimm deinen Reisepass oder Personalausweis im Original mit, der Führerschein reicht nicht. Sei mindestens 15 Minuten vorher da, es gibt eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, und Flüssigkeiten darfst du nicht mitnehmen.
- Der Besuchereingang liegt an der Seitenstraße Izvor (Str. Izvor 2–4), nicht am Platz vor der Hauptfassade. Die nächste Metrostation ist Izvor.
2. Bulevardul Unirii und die Brunnen an der Piața Unirii
Vom Balkon des Palastes blickst du schnurgerade auf den Bulevardul Unirii, einen Boulevard, den Ceaușescu ein Stück länger und breiter bauen ließ als die Champs-Élysées in Paris. Gesäumt wird er von Blöcken mit Luxuswohnungen für Parteikader, deren Fassaden denen des Palastes gleichen, und in der Mitte zieht sich ein Band aus Brunnen bis zur Piața Unirii. Nirgends verstehst du besser, was das „Centrul Civic“ bedeutete: nicht ein einzelnes Gebäude, sondern ein ganzes Viertel als Kulisse.
Die Brunnen an der Piața Unirii haben eine abendliche Musikshow (Simfonia Apei), 2026 lief sie aber nur bis Ende Juni. Seit dem 30. Juni sind die Brunnen wegen Reparaturen an der Konstruktion unter dem Platz abgeschaltet, frühestens 2027 sollen sie wieder laufen. Wir würden den Boulevard trotzdem einmal komplett ablaufen, am besten gegen Abend, wenn der Palast am Ende angestrahlt wird.
3. Altstadt Lipscani
Das historische Zentrum zwischen dem Fluss Dâmbovița und dem Bulevardul Regina Elisabeta ist das, was vom Bukarest vor Ceaușescu am Stück übrig geblieben ist. Die Straßen tragen die Namen der Zünfte und Händler, die hier ihre Läden hatten: Lipscani nach den Kaufleuten, die Waren aus Leipzig brachten, Șelari nach den Sattlern, Covaci nach den Schmieden. Vor zwanzig Jahren bröckelte hier noch der Putz, heute ist die Altstadt eine Fußgängerzone mit einem Restaurant neben dem anderen. Tagsüber wirkt sie wie jedes andere Touristenzentrum, nachts wie eine einzige große Bar.
In der Altstadt steht auch der Hanul lui Manuc, eine ehemalige Karawanserei von 1808 mit hölzernen Galerien rund um den Innenhof, und Bukarests berühmtestes Bierlokal Caru’ cu Bere aus dem späten 19. Jahrhundert mit neugotischem Interieur, wo du auf einen Tisch oft warten musst. Ein paar Schritte von Stavropoleos entfernt liegen außerdem das Nationalmuseum für Geschichte Rumäniens und gegenüber der CEC-Palast mit seiner Glaskuppel.
4. Alter Fürstenhof (Curtea Veche)
Das älteste Stück Bukarest. Vom Sitz der walachischen Fürsten, wo Vlad III. der Pfähler 1459 die Urkunde mit der ersten Erwähnung der Stadt unterzeichnete, sind vor allem Mauerreste, Gewölbekeller und eine Büste von Vlad selbst geblieben, mit der sich jeder fotografiert, der hierherkommt. Gleich daneben steht die Kirche Biserica Curtea Veche (Sankt Anton) von 1559, die älteste erhaltene Kirche der Stadt. Das Museum auf dem Gelände ist allerdings seit November 2015 geschlossen, 2026 wurden die Sicherungsarbeiten erst vorbereitet, die Ruinen siehst du also nur von außen durch den Zaun. Die Kirche ist für Gläubige geöffnet. Für Dracula-Fans ist das unserer Meinung nach ein authentischerer Ort als Schloss Bran, über das wir in unserem Artikel über das Dracula-Schloss schreiben.
5. Kloster Stavropoleos
Wenn wir dir in Bukarest nur einen einzigen Ort zeigen dürften, wäre es dieser. Die kleine Kirche von 1724 ließ der griechische Mönch Ioanichie bauen, und sie ist ein Paradebeispiel für den Brâncoveanu-Stil, eine walachische Mischung aus Renaissance, byzantinischen und orientalischen Elementen: Steinsäulen mit geschnitzten Ranken, Bögen wie in Istanbul und eine Fassade voller Heiligenfresken. Im Hof hinter der Kirche gibt es ein Lapidarium mit Steinkreuzen und Freskenfragmenten, die aus den unter Ceaușescu abgerissenen Kirchen gerettet wurden. Das Kloster hat einen eigenen byzantinischen Chor und eine Bibliothek.
Es ist ein lebendiges Kloster, also verhalte dich leise und fotografiere nicht während des Gottesdienstes. Es liegt mitten im trubeligsten Teil der Altstadt, und genau dieser Kontrast macht den Besuch zum Erlebnis.

6. Buchhandlung Cărturești Carusel
Ein weißes Atrium über mehrere Etagen, Wendeltreppen, Säulen und Balkone mit schmiedeeisernen Geländern. Das Gebäude in der Strada Lipscani 55 ließ die Bankiersfamilie Chrissoveloni Ende des 19. Jahrhunderts bauen, die Kommunisten verstaatlichten es und machten ein Kaufhaus daraus, nach der Revolution verfiel es. 2015 eröffnete die Kette Cărturești hier nach der Sanierung eine Buchhandlung, und seitdem ist sie einer der meistfotografierten Orte der Stadt. Neben Büchern (teils auf Englisch) findest du Schreibwaren, Schallplatten, Geschenke rumänischer Designer und oben ein Café.
Geöffnet ist ab zehn Uhr vormittags bis spät am Abend. Wer ein Foto ohne Menschenmassen will, kommt gleich morgens, wer Atmosphäre sucht, trinkt abends einen Kaffee im obersten Stock.

7. Calea Victoriei und die Passagen
Die älteste und eleganteste Prachtstraße Bukarests führt vom Fluss knapp drei Kilometer nach Norden, und an ihr steht das meiste von dem, wofür man die Stadt einst „Klein-Paris“ nannte. Am Südende der CEC-Palast (1900) und das Nationalmuseum für Geschichte Rumäniens im ehemaligen Postpalast mit einer Kopie der Trajanssäule und dem rumänischen Kronschatz. Weiter nördlich folgen der Palast des Nationalen Militärkreises, das Odeon-Theater, der ehemalige Königspalast, das Athenäum und der Cantacuzino-Palast mit dem George-Enescu-Museum.
Zwischen der Calea Victoriei und der Altstadt lohnen sich zwei Passagen. Die Pasajul Macca-Vilacrosse aus der Mitte des 19. Jahrhunderts hat die Form eines Hufeisens, ein Glasdach und ein Shisha-Café neben dem anderen. Die Pasajul Victoria ist eine schmale Gasse, über der im Sommer bunte Regenschirme hängen, und vermutlich das meistgepostete Bukarest-Motiv auf Instagram. Die Schirme hängen allerdings nur in der warmen Jahreszeit.
8. Revolutionsplatz
Auf der Piața Revoluției schlug am 21. Dezember 1989 Ceaușescus letzte Rede vom Balkon des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei in Pfiffe und Buhrufe um, am nächsten Tag floh der Diktator vom Dach desselben Gebäudes mit dem Hubschrauber. Den Balkon gibt es noch, im Gebäude sitzt heute das Innenministerium. Gegenüber steht das Denkmal der Wiedergeburt, eine weiße Pyramide mit einer aufgespießten „Kartoffel“ an der Spitze, die in Bukarest jeder nur „Kartoffel am Spieß“ nennt. Rund um den Platz findest du die Zentrale Universitätsbibliothek mit dem Reiterstandbild von König Carol I., die kleine Backsteinkirche Kretzulescu von 1722 und den ehemaligen Königspalast.
Im Königspalast ist das Nationale Kunstmuseum Rumäniens (MNAR) mit zwei Galerien untergebracht: rumänische Kunst von mittelalterlichen Ikonen bis ins 20. Jahrhundert (darunter der Bildhauer Brâncuși) und europäische Malerei mit El Greco, Rembrandt oder Rubens. Eine Galerie kostet 32 Lei, alle Galerien 60 Lei und das ganze Gebäude samt historischen Königssälen 80 Lei (ca. 6,40, 12 und 16 €, Preisliste des MNAR). Jeden ersten Mittwoch im Monat ist der Eintritt frei. Geöffnet ist Mittwoch bis Freitag 10 bis 18 Uhr und am Wochenende 11 bis 19 Uhr, montags und dienstags geschlossen. An den Fassaden rund um den Platz findest du noch Einschusslöcher vom Dezember 1989.
9. Rumänisches Athenäum
Der runde Konzertsaal mit Kuppel und ionischen Säulen von 1888 ist für uns das schönste Gebäude in Bukarest. Entworfen hat ihn der französische Architekt Albert Galleron, das Geld dafür kam aus einer öffentlichen Sammlung unter dem Motto „Gebt einen Leu für das Athenäum“. Hier sitzt die George-Enescu-Philharmonie. Innen zieht sich ein rund 70 Meter langes Fresko um den ganzen Saal, das die rumänische Geschichte von der römischen Eroberung Dakiens bis zur Vereinigung 1918 erzählt.
Den Saal kannst du entweder bei einem Konzert oder bei einer Führung sehen. Führungen verkaufte 2026 eine private Agentur über Eventim für 170 Lei (ca. 34 €), auf der offiziellen Website der Philharmonie konnten wir den Preis nicht bestätigen. Am besten gehst du unserer Meinung nach direkt ins Konzert: Du siehst Saal und Fresko und hörst dazu, warum hier seit 1888 musiziert wird. Programm und Karten findest du auf der Website der George-Enescu-Philharmonie.

10. Cișmigiu-Park
Der älteste öffentliche Park Bukarests stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und liegt nur ein paar Schritte vom Universitätsplatz entfernt. Angelegt hat ihn der deutsche Gartenarchitekt Carl Meyer auf einem ehemaligen Sumpf. Heute ist er rund 16 Hektar groß, hat einen See, auf dem du im Sommer Ruderboote leihen und im Winter Schlittschuh laufen kannst, und die Rotunde der Schriftsteller mit Büsten rumänischer Literaten. Anders als der riesige Herăstrău ist das ein Park „für zwischendurch“, die perfekte Pause zwischen Altstadt und Calea Victoriei.
11. Museum des rumänischen Bauern
Wenn du nur Zeit für ein Museum hast, nimm dieses. Das Muzeul Național al Țăranului Român in einem Backsteinbau an der Șoseaua Kiseleff, nicht weit von der Piața Victoriei, dreht sich um das ländliche Rumänien: Trachten, Keramik, Hinterglasikonen, Kreuze und ein komplettes Holzhaus, das aus einem Dorf hierher versetzt wurde. Die Ausstellung ist ungewöhnlich gemacht, eher wie eine Installation als wie Vitrinen mit Beschriftungen.
Laut Website des Museums kostet der Eintritt 20 Lei (ca. 4 €), Senioren zahlen 10 und Studierende 5 Lei. Geöffnet ist Mittwoch bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Einlass in Gruppen um 10:00, 11:30, 13:00, 14:30 und 16:00 Uhr, montags und dienstags geschlossen. Tickets gibt es auch online.
12. Triumphbogen
Der Bukarester Arcul de Triumf an der Șoseaua Kiseleff ist 27 Meter hoch und bekam seine heutige Gestalt aus Stein 1936. Vorher stand hier ein provisorischer Bogen aus Holz und Gips, gebaut für die Parade der siegreichen Truppen nach dem Ersten Weltkrieg. Er erinnert an die Entstehung Großrumäniens 1918. Du kannst hinein und oben auf die Aussichtsplattform: Laut Verwaltung des Denkmals ist der Bogen das ganze Jahr außer montags geöffnet, im Winter (November bis März) Dienstag bis Sonntag 9 bis 17 Uhr, der Eintritt kostet 15 Lei (ca. 3 €). Um den Bogen kreist der Verkehr in einem Kreisel, fotografieren kannst du ihn am besten vom Gehweg an der Kiseleff aus.
Auf dem Weg von der Piața Victoriei nach Norden liegt an der Kiseleff auch das Naturkundemuseum Grigore Antipa, eines der besten Museen der Stadt für Kinder, mit Tierdioramen und dem Skelett eines urzeitlichen Rüsseltiers, des Deinotheriums. Eintritt 32 Lei (ca. 6,40 €), Studierende 8 Lei, montags geschlossen.
13. König-Michael-I.-Park (Herăstrău)
Der größte Park Bukarests umschließt den Herăstrău-See im Norden der Stadt und ist über hundert Hektar groß. 2017 wurde er zu Ehren des letzten rumänischen Königs umbenannt, die meisten Einheimischen sagen aber weiter Herăstrău. Hier wird gejoggt und Rad gefahren, man leiht sich ein Boot oder sitzt in einem der Restaurants am Wasser. Wer den ganzen See umrunden will, sollte ein paar Stunden einplanen. Die nächsten Metrostationen sind Aviatorilor und Piața Victoriei, vom Eingang am Triumphbogen sind es nur ein paar Minuten zu Fuß.
14. Dorfmuseum Dimitrie Gusti
Am Ufer des Herăstrău-Sees liegt eines der ältesten Freilichtmuseen Europas. Gegründet hat es der Soziologe Dimitrie Gusti 1936, heute stehen hier über 300 Bauten aus allen Ecken Rumäniens: Holzkirchen aus der Maramureș, Windmühlen, Grubenhäuser aus Oltenien, Höfe aus Siebenbürgen und Schilfhütten aus dem Donaudelta. Die Häuser wurden abgebaut und hier wieder aufgebaut, du kannst hineinschauen, und in manchen wird Kunsthandwerk verkauft. Der Eintritt kostet für Erwachsene 40 Lei (ca. 8 €), für Studierende 10 Lei, Kinder bis sechs Jahre sind frei. Montags und dienstags zahlst du die Hälfte, weil die meisten Häuser dann geschlossen sind. Im Winter ist das Gelände täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet (laut Museum), der Eingang liegt an der Kiseleff 28–30, nicht weit vom Triumphbogen.
Für uns ist das der beste Ort für Familien mit Kindern und der schnellste Weg, in zwei Stunden durch ganz Rumänien zu reisen. Und wer wegen der Berge und Dörfer nach Rumänien fährt, sieht hier schon mal, was ihn erwartet.

15. Ceaușescu-Villa in Primăverii
Wenn dir der Parlamentspalast zeigt, wie Ceaușescu auf die Menschen wirken wollte, zeigt dir seine private Villa im Viertel Primăverii, wie er lebte. Die Casa Ceaușescu (Palatul Primăverii) war von den 1960er-Jahren bis Dezember 1989 der Familiensitz des Diktators und seiner Frau Elena. Du siehst die Kinderzimmer, Elenas Garderobe mit Pelzmänteln, ein privates Kino, Badezimmer mit vergoldeten Details und ein Hallenbad mit Mosaik. Anders als der Palast ist das ein Haus, in dem man tatsächlich wohnen konnte, und gerade deshalb wirkt es noch beklemmender.
Besichtigen kannst du die Villa nur mit Führung (auf Rumänisch oder Englisch), sie dauert 45 Minuten. Laut offizieller Website brauchst du eine Reservierung oder ein Online-Ticket, der Standardeintritt kostet 85 Lei (ca. 17 €), mit Dokumentarfilm 115 Lei, Kinder unter sieben Jahren sind frei. Die Preise unterscheiden sich auf der Website allerdings an zwei Stellen, prüf sie also bei der Reservierung. Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Fotografieren ist drinnen verboten. Die nächste Metrostation ist Aviatorilor.
16. Markt Obor
Wer sehen will, wie Bukarest isst, wenn es gerade nicht im Touristenrestaurant sitzt, fährt zur Piața Obor, dem größten Markt der Stadt. In der Betonhalle und rundherum gibt es Obst, Gemüse, Käse, Wurst, eingelegtes Gemüse und Gewürze, draußen stehen Stände mit gegrillten Mici (Mititei), kleinen Hackfleischröllchen mit Senf, die man im Stehen isst. Touristen triffst du hier kaum. Der Markt liegt direkt an der gleichnamigen Metrostation der Linie M1, ein paar Stationen vom Zentrum.
Was kostet Bukarest?
Bukarest gehört zu den günstigsten Hauptstädten der EU, auch wenn die Preise im Zentrum in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Ein Überblick über Eintritte und Nahverkehr (Umrechnung 1 Leu ≈ 0,20 €):
| Posten | Preis (2026) | Ungefähr in Euro |
|---|---|---|
| Führung Parlamentspalast (Erwachsene) | 85 Lei | 17 € |
| Ceaușescu-Villa (Standardführung) | 85 Lei | 17 € |
| Dorfmuseum Dimitrie Gusti | 40 Lei | 8 € |
| Nationales Kunstmuseum, eine Galerie | 32 Lei | 6,40 € |
| Museum des rumänischen Bauern | 20 Lei | 4 € |
| Triumphbogen, Palast Mogoșoaia | 15 Lei | 3 € |
| Metro, Einzelfahrt | 5 Lei | 1 € |
| Bus oder Straßenbahn, 90 Minuten (auch Bus 100 zum Flughafen) | 3 Lei | 0,60 € |
| Metro + Nahverkehr 24 Stunden | 18 Lei | 3,60 € |
| Therme, Zone Galaxy 3 Stunden (Mo–Do) | 71 Lei | 14 € |
Beim Essen hilft der nutzerbasierte Preisvergleich Numbeo: ein günstiges Essen im Restaurant um die 13 €, ein Abendessen zu zweit im Mittelklasse-Restaurant etwa 51 €, ein halber Liter Bier im Lokal rund 3,40 € und ein Cappuccino um die 3 €. In der Altstadt zahlst du einen Aufschlag, ein paar Straßen weiter und in Kantinen mit Mittagsmenü (meniul zilei) wird es günstiger. Für ein schnelles Frühstück gibt es Bäckereien mit gefülltem Gebäck, zum Beispiel Covrigi, salzige Brezeln, die in Bukarest an jeder Ecke verkauft werden.
Tagesausflüge ab Bukarest
Kloster Snagov
Etwa 30 bis 40 Kilometer nördlich von Bukarest liegt auf einer kleinen Insel im Snagov-See ein Kloster, in dem der Überlieferung nach Vlad III. Țepeș begraben ist. Vor dem Altar liegt eine Steinplatte mit seinem Porträt, ob er wirklich darunter ruht, konnten Historiker aber nie bestätigen. Auf die Insel führt seit 2019 ein Fußgängersteg, ein Boot brauchst du also nicht mehr. Eintritt und Öffnungszeiten konnten wir auf offiziellen Seiten nicht prüfen, Bargeld ist vor Ort aber praktisch. Wenn dich die Dracula-Legende packt, lies weiter in unserem Artikel über das Dracula-Schloss.
Palast Mogoșoaia
Den Backsteinpalast knapp hinter dem nordwestlichen Stadtrand ließ um 1700 der walachische Fürst Constantin Brâncoveanu bauen, derselbe, nach dem der Brâncoveanu-Stil des Klosters Stavropoleos benannt ist. Die Loggia mit Arkaden spiegelt sich im See, drumherum liegt ein großer Park, in den die Bukarester am Wochenende zum Picknick fahren. Der Eintritt in den Palast kostet 15 Lei (ca. 3 €), Fotografieren im Inneren 20 Lei und Parken 10 Lei. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag, von Oktober bis April 9 bis 17 Uhr, im Sommer 10 bis 18 Uhr (Centrul Brâncoveanu). Wir würden Mogoșoaia und Snagov zu einem halben Tag mit Auto oder Bolt verbinden, beide liegen in derselben Richtung.
Therme București
Die Thermal- und Wellnessanlage in Balotești hinter dem Flughafen gehört zu den größten Europas: Becken mit Thermalwasser, Rutschen in der Zone Galaxy, die Ruhezone Palm mit Palmen unter einer Glaskuppel und die Saunawelt Elysium. Laut Preisliste der Therme (2026) kosten drei Stunden in der Zone Galaxy werktags 71 Lei und am Wochenende 81 Lei, ein ganzer Tag 141 bzw. 151 Lei, die teuerste Zone Elysium 132 bis 217 Lei. Geöffnet ist täglich, freitags und samstags bis Mitternacht. Aus Bukarest fährt der Stadtbus 442 ab der Piața Presei Libere über den Flughafen dorthin. Für uns das ideale Programm für einen Regentag oder den Nachmittag vor dem Rückflug am Abend.
Sinaia und Schloss Peleș
Der schönste Ausflug in die Berge. Durch das Prahova-Tal fahren ab Gara de Nord Züge Richtung Brașov, die in Sinaia halten, die schnellen Verbindungen brauchen etwa anderthalb Stunden. Über dem Städtchen steht das Neorenaissance-Schloss Peleș, die Sommerresidenz der rumänischen Könige mit geschnitzten Interieurs, und oberhalb von Sinaia und dem Nachbarort Bușteni beginnen die Wanderungen ins Bucegi-Gebirge. Mehr über die rumänischen Gebirge liest du in unserem Artikel Berge in Rumänien.
Brașov und Siebenbürgen
Der IC von Bukarest nach Brașov braucht knapp zweieinviertel Stunden, und tagsüber gibt es viele Verbindungen. Für einen Tag ist das aber zu knapp: Brașov, Bran und Râșnov sind etwas für zwei bis drei Tage, am besten kombiniert mit Sibiu, Sighișoara und den Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen.
Schwarzes Meer
Der schnellste Zug von Bukarest nach Constanța braucht nur gut zwei Stunden, und im Sommer fahren doppelt so viele. Für einen Tagesausflug ist das weit, für zwei bis drei Tage am Meer ist Bukarest aber ein guter Ausgangspunkt. Welcher Badeort zu dir passt, von Mamaia bis Vama Veche, erfährst du in unserem Artikel Rumänien am Meer.
Wo übernachten in Bukarest?
Unterkünfte sind in Bukarest deutlich günstiger als in westeuropäischen Metropolen, für den Preis eines durchschnittlichen Hotels in München schläfst du hier in einem historischen Gebäude mitten im Zentrum. Entscheidend ist vor allem das Viertel:
- Altstadt (Lipscani) und rund um Universitate: alles zu Fuß erreichbar, auch der Parlamentspalast. Abends und nachts ist es aber laut, besonders am Wochenende. Wenn du hier schlafen willst, frag nach einem Zimmer zum Hof oder in einem oberen Stockwerk.
- Calea Victoriei, Cișmigiu und Piața Amzei: für uns der beste Kompromiss. Zehn Minuten zu Fuß in die Altstadt, aber ruhigere Nächte und schönere Straßen.
- Piața Romană und Piața Victoriei: Geschäfts- und Büroviertel, gut angebunden mit der Metro und dem Bus 100 zum Flughafen, nah an Herăstrău und Dorfmuseum.
- Rund um den Gara de Nord: günstige Hotels und Hostels am Bahnhof, praktisch für eine Nacht vor dem Frühzug. Für mehrere Nächte würden wir ins Zentrum gehen.
Unsere Empfehlungen über Booking in verschiedenen Preisklassen:
- Moxy Bucharest Old Town (Altstadt): modernes Designhotel in der Strada Doamnei, 500 Meter von Stavropoleos und 350 Meter von der Metro Universitate. Eher kleine, funktionale Zimmer, Bar mit Lounge und Garage. Für alle, die mitten in der Altstadt wohnen wollen und keine historischen Interieurs brauchen.
- Capitol Hotel (Calea Victoriei): Hotel in einem Gebäude von 1901 direkt an der Calea Victoriei 29, nah am Cișmigiu-Park und 400 Meter von der Metro Universitate. Klassische Zimmer, eigenes Restaurant und Parkplätze. Für uns das beste Preis-Lage-Verhältnis.
- Hotel Cismigiu (Cișmigiu): Jugendstilbau von 1912 am Bulevardul Regina Elisabeta neben dem Cișmigiu-Park, 700 Meter von der Altstadt, mit Tiefgarage. Die weißt du in Bukarest zu schätzen, wenn du mit dem Auto kommst.
- The Marmorosch Bucharest (Altstadt): Luxushotel im Palast der ehemaligen Bank Marmorosch Blank in der Strada Doamnei, mit Hallenbad, Sauna, Wellness, Restaurant und Bar. Wenn schon einmal im Leben, dann hier.
Weitere Optionen in der ganzen Stadt, auch Hostels und Apartments, findest du unter Unterkünfte in Bukarest. Bei günstigen Angeboten in der Altstadt lies die Bewertungen wegen des Lärms, und bei älteren Häusern darfst du ruhig fragen, ob das Gebäude erdbebensicher verstärkt wurde. Bukarest liegt in einer seismisch aktiven Zone, und die gefährdetsten Häuser markiert die Stadt mit einem roten Punkt (bulină roșie) an der Fassade.
Sicherheit, Geld und praktische Tipps
- Bukarest ist eine sichere Stadt, Gewaltkriminalität ist selten. Die übliche Vorsicht gilt in vollen Metrozügen, am Gara de Nord und nachts in der Altstadt.
- Vorsicht bei Kartenterminals in Bars und Clubs. Das tschechische Außenministerium weist darauf hin, dass das Personal von Restaurants und vor allem Nachtlokalen im historischen Zentrum von Bukarest manchmal versucht, ein Vielfaches der Rechnung ins Terminal einzutippen. Der Schaden kann in die Tausende Euro gehen. Schau aufs Display, bevor du die Karte hinhältst, und gib das Terminal nicht aus der Hand.
- Die Währung ist der rumänische Leu (RON, Plural Lei), grob 0,20 € pro Leu. Mit Karte zahlst du fast überall, auch im Nahverkehr, Bargeld ist auf dem Markt und in kleinen Lokalen praktisch. Geld tauschst du nur in Banken und offiziellen Wechselstuben, nie auf der Straße.
- Taxi nur per App (Bolt, Uber) oder vorbestellt. Unmarkierte Autos und Fahrer, die dich am Flughafen oder Bahnhof ansprechen, sind oft der teuerste Teil der Reise.
- Leitungswasser ist laut dem städtischen Wasserversorger Apa Nova trinkbar und wird regelmäßig kontrolliert. In alten Häusern lass es kurz laufen.
- Streunende Hunde, für die Bukarest früher berüchtigt war: Laut tschechischem Außenministerium hat sich die Lage deutlich verbessert, vorsichtig solltest du vor allem außerhalb der Stadt und auf Rastplätzen sein.
Beste Reisezeit für Bukarest
Bukarest liegt im Flachland weit weg vom Meer und hat Kontinentalklima: heiße Sommer und kalte Winter. Am schönsten ist es für uns von April bis Juni sowie im September und Oktober, wenn es um die 15 bis 25 °C hat, die Parks grün oder bunt sind und du den ganzen Tag zu Fuß unterwegs sein kannst. Im Juli und August liegt der Tagesdurchschnitt bei etwa 22 °C, nachmittags sind aber 30 °C normal und auch 38 °C keine Ausnahme. Der aufgeheizte Beton der breiten Boulevards strahlt dann bis tief in die Nacht. Im Winter liegen die Temperaturen um null Grad, oft mit Wind und Schnee, dafür gibt es Weihnachtsmärkte und die niedrigsten Hotelpreise.
Für die Stadt selbst reichen zwei bis drei Tage. Wer noch einen Ausflug in die Berge oder ans Meer anhängen will, plant vier bis fünf ein.
Ein bisschen Geschichte
Der Legende nach gründete ein Hirte namens Bucur die Stadt, und im Rumänischen wird ihr Name mit dem Wort bucurie verbunden, Freude. Die belegte Geschichte ist nüchterner. Zum ersten Mal taucht Bukarest in einer Urkunde vom 20. September 1459 auf, die hier der walachische Fürst Vlad III. ausstellte, genannt Țepeș, der Pfähler. Ja, genau der, dessen Beiname Dracula sich vierhundert Jahre später der irische Schriftsteller Bram Stoker für seinen Vampir auslieh. Aus der Fürstenburg am Fluss Dâmbovița wurde der Alte Fürstenhof (Curtea Veche), und 1659 wurde Bukarest anstelle von Târgoviște dauerhaft zur Residenz der walachischen Fürsten.
Die folgenden zwei Jahrhunderte waren alles andere als ruhig. Die Walachei zahlte Tribut an das Osmanische Reich, die Fürsten setzte der Sultan ein, die Stadt wurde mehrmals von Habsburgern und Russen besetzt, und 1847 zerstörte ein Brand große Teile davon. Die Wende kam 1859, als die Walachei und die Moldau einen gemeinsamen Fürsten wählten, Alexandru Ioan Cuza. 1862 wurde Bukarest Hauptstadt des vereinigten Rumäniens, ab 1881 eines Königreichs.
Dann begann die Ära, die die Bukarester bis heute am meisten lieben. Die rumänische Elite studierte in Paris, die Stadt holte französische Architekten, baute Boulevards, das Athenäum, den CEC-Palast und später den Triumphbogen. Daher der Spitzname Klein-Paris. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Kommunismus und 1965 Nicolae Ceaușescu. Das Erdbeben vom 4. März 1977 lieferte ihm den Vorwand für einen Umbau, zu dem er sich angeblich bei einem Besuch in Nordkorea 1971 inspirieren ließ: die alten Viertel auf dem Hügel Dealul Spirii (damals Uranus) abreißen und an ihrer Stelle das Centrul Civic mit dem Haus des Volkes errichten, dem heutigen Parlamentspalast. Kirchen, Klöster, Krankenhäuser und Tausende Häuser fielen.
Das Regime endete im Dezember 1989. Die Revolution begann in Timișoara und schwappte am 21. Dezember nach Bukarest über, wo die Rede des Diktators vom Balkon am heutigen Revolutionsplatz in Pfiffen unterging. Ceaușescu floh am nächsten Tag mit dem Hubschrauber vom Dach des Gebäudes und wurde an Weihnachten nach einem Schnellprozess zusammen mit seiner Frau hingerichtet. Während der Revolution starben im ganzen Land über tausend Menschen. Seitdem kommt die Stadt langsam wieder zu sich: Rumänien ist seit 2004 in der NATO und seit 2007 in der Europäischen Union, und die Altstadt, die Ceaușescu nicht mehr abreißen konnte, hat sich von bröckelnden Häusern nach und nach in eine einzige große Fußgängerzone verwandelt.
Was wir anders machen würden
Wir würden nicht einer Liste hinterherjagen. Die sechzehn Tipps oben sind ein Angebot, keine Pflicht. Bukarest ist weitläufig, wegen der breiten Boulevards sind die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten länger, als sie auf der Karte aussehen, und im Sommer ist es heiß. Wir würden uns den Palast, eine Ecke der Altstadt und einen Park aussuchen und den Rest des Tages dem Zufall überlassen.
Wir würden öfter in Seitenstraßen abbiegen. Das Beste an Bukarest sind nicht die großen Sehenswürdigkeiten, sondern die alten Villen mit Gärten rund um die Straßen Mântuleasa und Popa Nan oder im Viertel Cotroceni, kleine Kirchen, versteckt in Hinterhöfen zwischen Plattenbauten, und Cafés, die in keinem Reiseführer stehen. Einfach verlaufen.
Wir würden essen, was wir nicht kennen. Ciorbă de burtă, Kuttelsuppe mit Sahne und Essig, die Rumänen auch gegen den Kater essen. Zacuscă aus gerösteter Paprika und Aubergine. Papanași, frittierte Quarkkrapfen mit Schmand und Marmelade, die in keine Diätkategorie passen. Dazu ein Glas Wein aus Dealu Mare, einem Weinbaugebiet rund hundert Kilometer von der Stadt. Am besten isst man unserer Meinung nach dort, wo die Karte nur auf Rumänisch ist und die Bedienung sie dir geduldig mit Händen und Füßen übersetzt.
Und wir würden öfter einfach nur sitzen. Auf einer Bank am See im Cișmigiu, auf der Wiese am Herăstrău oder im Hof von Stavropoleos, wo es fünf Minuten von den lautesten Bars der Stadt plötzlich still ist. Ohne Handy in der Hand.
Häufige Fragen zu Bukarest
Welche Bukarest Sehenswürdigkeiten schaffe ich an einem Tag?
Morgens die Führung durch den Parlamentspalast (vorab reserviert), dann zu Fuß über den Bulevardul Unirii in die Altstadt Lipscani mit dem Kloster Stavropoleos, dem Alten Fürstenhof und der Buchhandlung Cărturești Carusel. Nachmittags die Calea Victoriei entlang über den Revolutionsplatz zum Athenäum und abends zurück in die Altstadt zum Essen. Für das Dorfmuseum und den Herăstrău-Park brauchst du einen zweiten Tag.
Muss ich die Führung durch den Parlamentspalast vorher reservieren?
Ja. Das Besucherzentrum des Parlaments nimmt Reservierungen für 1 bis 9 Personen telefonisch mindestens 24 Stunden vorher an (+40 733 558 102 oder 103, 9 bis 16 Uhr), Gruppen per E-Mail mindestens drei Tage vorher. Der Eintritt für Erwachsene kostet 85 Lei (ca. 17 €) und wird vor Ort bezahlt. Du brauchst deinen Reisepass oder Personalausweis im Original und solltest wegen der Sicherheitskontrolle 15 Minuten früher da sein.
Wie komme ich vom Flughafen Otopeni in die Innenstadt von Bukarest?
Am günstigsten mit dem Bus 100, der rund um die Uhr fährt und für 3 Lei (ca. 0,60 €) in etwa 45 Minuten über die Piața Victoriei und Universitate bis zur Piața Unirii fährt, das Ticket zahlst du mit Karte direkt im Bus. Schneller geht es mit dem Zug zum Bahnhof Gara de Nord (ca. 20 Minuten, Ticket 6,50 bis 11 Lei je nach Bahngesellschaft) und von dort weiter mit der Metro. Bolt oder Uber kosten 60 bis 100 Lei (ca. 12 bis 20 €).
Ist Bukarest sicher für Touristen?
Ja. Gewaltkriminalität ist selten. Pass in vollen Metrozügen und am Gara de Nord auf Taschendiebe auf, meide unmarkierte Taxis und achte vor allem in Nachtlokalen in der Altstadt auf das Kartenterminal: Dort wird laut tschechischem Außenministerium manchmal ein Vielfaches der Rechnung eingetippt.
Was kostet ein Metro-Ticket in Bukarest?
Eine Einzelfahrt mit der Metro kostet 5 Lei (ca. 1 €), das Tagesticket 12 Lei und das 72-Stunden-Ticket 35 Lei. Am Drehkreuz hältst du einfach deine Kreditkarte oder dein Handy an den Leser. Straßenbahnen und Busse haben eigene Tickets (3 Lei für 90 Minuten), und für beide Systeme gibt es ein gemeinsames 24-Stunden-Ticket für 18 Lei.
Wie viele Tage brauche ich für Bukarest?
Für die Stadt zwei bis drei Tage: den ersten für Parlamentspalast, Altstadt und Calea Victoriei, den zweiten für Dorfmuseum, Herăstrău, Triumphbogen und die Ceaușescu-Villa. Der dritte Tag eignet sich für einen Ausflug nach Snagov und Mogoșoaia, in die Therme oder mit dem Zug nach Sinaia zum Schloss Peleș.
Wie ist das Wetter in Bukarest und wann ist die beste Reisezeit?
Kontinental: Im Juli und August sind über 30 °C normal, im Winter liegen die Temperaturen um null Grad, oft mit Wind und Schnee. Am angenehmsten ist es im Frühling von April bis Juni sowie im September und Oktober, wenn es um die 15 bis 25 °C hat.
Welche Währung hat Bukarest und kann ich mit Euro zahlen?
In Bukarest zahlst du mit dem rumänischen Leu (RON, Plural Lei), 1 Leu entspricht grob 0,20 €. Der Euro ist kein offizielles Zahlungsmittel. Mit Karte zahlst du fast überall, auch in Metro und Bus, Bargeld ist auf dem Markt und in kleinen Lokalen praktisch.
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