Aktualizováno 27.10.2026
Ein Rumänien-Urlaub am Meer hat mit Mallorca oder der Adria wenig gemeinsam. Statt Felsbuchten und Inseln erwarten dich breite Sandstrände, flaches Wasser und Preise, die spürbar unter denen in Kroatien oder Italien liegen. Dazu Badeorte, die im Sozialismus gebaut und nach römischen Göttern benannt wurden. Wir sind die Schwarzmeerküste abgefahren und stellen dir 10 Badeorte von Nord nach Süd vor: was sie unterscheidet, wie du aus Deutschland hinkommst und für wen sich das rumänische Meer lohnt und für wen eher nicht.
Kurz und knapp: Rumänien Urlaub am Meer
- Die rumänische Küste ist rund 245 Kilometer lang. Die Badeorte reihen sich von Mamaia im Norden bis Vama Veche an der bulgarischen Grenze. Den Norden bis zur ukrainischen Grenze nimmt das Donaudelta ein.
- Die Strände sind breit und sandig und fallen sanft ins Wasser ab. Für Familien mit kleinen Kindern ist das ein großer Pluspunkt.
- Mamaia ist der größte und lebhafteste Badeort. Er liegt auf einem schmalen Landstreifen zwischen dem Meer und dem Siutghiol-See.
- Vama Veche ist das Gegenteil: ein ehemaliges Fischerdorf mit Hippie-Flair und Nachtleben direkt am Strand.
- Eine ganze Gruppe von Badeorten trägt Götternamen: Olimp, Neptun, Jupiter, Saturn und Venus. Hier geht es ruhiger und familiärer zu.
- Das Meer ist flach und warm, aber weniger salzig und weniger klar als die Adria. Zum Schnorcheln fährst du besser woanders hin.
- Aus Deutschland sind es mit dem Auto 1.700 bis 2.000 Kilometer. Die meisten fliegen deshalb nach Bukarest und fahren von dort rund zweieinhalb Stunden ans Meer.
- Wo übernachten: Mamaia und Constanța für Rundum-Service, Eforie für Kuren, Neptun und Olimp für Familien, Mangalia als ruhige Basis im Süden und Vama Veche für Pensionen und Nachtleben. Konkrete Hotels findest du weiter unten.

Rumänien am Meer: für wen es passt und für wen nicht
Damit du keine Zeit verlierst, gleich vorweg. Die rumänische Küste ist eine gute Wahl, wenn du:
- mit kleinen Kindern reist und breiten Sand und flaches Wasser ohne Kiesel und Felsen suchst.
- weniger ausgeben willst als am Mittelmeer, vor allem fürs Essen und Trinken.
- Strand mit Ausflügen verbinden möchtest, denn Constanța, das Donaudelta und antike Ausgrabungen liegen gleich um die Ecke.
- dich an sozialistischer Architektur nicht störst, die an Teilen der Küste das Bild prägt.
Schau dich dagegen lieber anderswo um, wenn du:
- glasklares Wasser zum Schnorcheln willst. Das Schwarze Meer ist flach, weniger salzig, und unter Wasser siehst du wenig.
- Felsbuchten und Inseln suchst. Die rumänische Küste ist flach und sandig.
- keine lange Anreise in Kauf nehmen möchtest. Mit dem Auto bist du zwei bis drei Tage unterwegs, und Direktflüge gibt es nur nach Bukarest.
Rumänien Urlaub am Meer: 10 beliebte Badeorte von Nord nach Süd
Wo lohnt sich dein Rumänien-Urlaub am Meer wirklich?
1. Mamaia
Der wichtigste und größte Badeort liegt nördlich von Constanța auf einem schmalen Landstreifen, der das Schwarze Meer vom Siutghiol-See trennt. Auf der einen Seite hast du also das Meer, auf der anderen einen Süßwassersee, und Wassersport geht auf beiden.
Mamaia ist zugleich der lebhafteste Ort der ganzen Küste: Hotels, Clubs, ein Aquapark und eine Seilbahn über dem Ort. Der Strand ist breit und feinsandig. Wer Rundum-Service will und mit Trubel leben kann, ist hier richtig.
Ein paar Zahlen zur Orientierung: Der Landstreifen ist etwa 8 Kilometer lang und nur rund 300 Meter breit, von den meisten Hotels läufst du also ein paar Minuten zum Meer. Die Kabinenbahn Telegondola fährt seit 2004 rund zwei Kilometer über den Ort, vom Eingang auf der Seite von Constanța bis zum Abschnitt am ehemaligen Kasino. Schneller verstehst du nirgends, wie schmal dieser Streifen eigentlich ist. Am Südende bei Constanța liegt der Aquapark Aqua Magic. Der Süden ist lebhafter, mit Bars und Clubs, das nördliche Mamaia Nord geht es meist ruhiger an, und ganz im Norden gibt es auch Campingplätze.
Uns wäre Mamaia für eine ganze Woche zu wenig. Als Basis für Ausflüge nach Constanța, nach Histria und an die wilden Strände im Norden ergibt es aber Sinn.
2. Constanța
Rumäniens größter Hafen und das Zentrum der Region, kein klassischer Badeort. Hierher kommt man vor allem wegen der Geschichte: Constanța ist eine der ältesten Städte Rumäniens, mit antiker Vergangenheit, einem Kasino an der Promenade und einem Archäologiemuseum mit römischem Mosaik. Einen Strand gibt es auch, die Stadt selbst ist aber spannender als das Baden.
Der wichtigste Grund für einen Stopp ist das Jugendstil-Kasino von 1910 auf der Klippe über dem Meer. Es stand jahrelang leer und ist seit 2025 nach der Restaurierung wieder für Besucher geöffnet. Besichtigt wird es mit Ticket, das die Kasse im Gebäude und die offizielle Website cazinoul.com verkaufen. Laut der Website ist dienstags geschlossen (Preise am besten dort prüfen). Vom Kasino führt die Promenade zum Genueser Leuchtturm, ein paar Schritte weiter liegen der Ovid-Platz mit der Statue des Dichters, das Archäologiemuseum, ein großes römisches Mosaik und die große Moschee, eine Erinnerung daran, dass die Stadt bis 1878 osmanisch war. Zum Baden werden meist der Stadtstrand Plaja Modern mit sanftem Einstieg ins Wasser oder die Plaja 3 Papuci empfohlen.
Wir würden Constanța als einen langen Tag einplanen: vormittags Altstadt und Kasino, nachmittags Strand, abends Promenade. Die Stadt passt auch gut, wenn du ohne Auto unterwegs bist, denn aus Bukarest fährt ein Zug hierher, und das Zentrum erkundest du zu Fuß.

3. Eforie Nord und Eforie Sud
Zwei Badeorte südlich von Constanța mit langer Kurtradition. Gleich nebenan liegt der Salzsee Techirghiol mit seinem Heilschlamm, für den die Leute auch außerhalb der Badesaison anreisen. Ruhiger als Mamaia und günstiger.
Der Strand von Eforie Nord ist rund vier Kilometer lang und stellenweise etwa hundert Meter breit. Steinerne Wellenbrecher unterteilen ihn allerdings in Abschnitte, im nördlichen Teil gehst du deshalb stellenweise über Steine ins Wasser. Eforie Nord ist lebhafter, mit Promenade und Aquapark, Eforie Sud ist stiller. Von Constanța kommst du mit dem Zug bis zum Bahnhof Eforie Nord oder mit dem Bus hin, und der Techirghiol-See beginnt direkt hinter dem Ort. Wer eine Schlammpackung ausprobieren will, hat sie hier gleich um die Ecke. Und falls dir das nach Rentnerprogramm klingt: Genau das ist die Geschichte, die du vom rumänischen Meer mit nach Hause nimmst.

4. Costinești
Der klassische Studentenbadeort. Der jüngste und günstigste Teil der Küste, mit Campingplätzen, Hostels und einem Nachtleben, das kein Ende kennt. Für Familien mit Kindern ist das nichts.
Costinești liegt etwa 30 Kilometer südlich von Constanța, du kannst also auch für einen Nachmittag herfahren, wenn du woanders wohnst. Neben Stränden und Bars hat der Ort zwei Erkennungszeichen: einen weißen Obelisken und vor allem das Wrack der Evangelia, die hier 1968 auf Grund lief und bis heute ein Stück vor dem Ufer vor sich hin rostet. Es ist eines der meistfotografierten Motive der Küste. Klettere aber nicht darauf und schwimm auch nicht hin, die Konstruktion ist alt und gefährlich.

5. Olimp
Der erste der Badeorte mit Götternamen und der nördlichste der ganzen Gruppe. Ruhiger und eher auf Familien ausgerichtet.
Olimp liegt etwa 7 Kilometer nördlich von Mangalia, direkt neben dem Wald Comorova, und gehörte im Sozialismus zu den teuersten und exklusivsten Orten der Küste. Ein praktischer Hinweis: Zwischen den Stränden und einem Teil der Hotels liegt ein hohes Steilufer, praktisch eine Klippe. Die Aussicht von oben ist schön, an den Strand geht es aber über Treppen. Wenn du mit Kinderwagen reist oder jemand dabei ist, der schlecht zu Fuß ist, frag beim jeweiligen Hotel nach, wie man zum Wasser kommt.
6. Neptun
Der grünste Ort der ganzen Gruppe, umgeben von Parks und kleinen Seen. Im Sozialismus stand hier eine Parteiresidenz, und das merkt man daran, wie durchdacht der Ort angelegt ist. Für uns der angenehmste Kompromiss zwischen Ruhe und Infrastruktur.
Für das Grün sorgen der Wald Comorova im Westen und die beiden Seen Neptun I und Neptun II mitten im Ort, auf denen du Tretboote leihen kannst. Im August, wenn der Großteil der Küste kahl und schattenlos ist, macht das mehr aus, als man denkt. Neptun und Olimp gehen heute praktisch ineinander über, du hast während eines Aufenthalts also mehrere Strände zur Auswahl, alle nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
7. Jupiter, Cap Aurora und Venus
Kleinere Badeorte zwischen Neptun und Saturn, mit Hotels und für Familien. Nichts Spektakuläres, aber solide und günstiger als Mamaia.
Zwischen Jupiter und Venus liegt noch das winzige Cap Aurora, das in Angeboten oft unter den Nachbarorten läuft. Venus wurde 1972 offiziell eröffnet, die Hotels stehen im Grünen und tragen bis heute meist Frauennamen. Kleinere Buchten teilen den Strand in schmalere Abschnitte, dahinter liegt eine Lagune. Wer Neubauten erwartet, wird enttäuscht. Wer einfach Strandurlaub ohne Disco unter dem Fenster will, wird hier fündig.
8. Saturn
Der südlichste der Götter-Badeorte, direkt neben der Stadt Mangalia. Breiter Strand und Hotels in einer Reihe am Wasser.
9. Mangalia
Eine Hafenstadt mit antiker Vergangenheit und Kurbetrieb, die zugleich als Verkehrsknoten für die Badeorte der Umgebung dient.
Wo heute Mangalia liegt, stand einst die griechische Stadt Callatis. Ihre Überreste und Funde zeigt das Archäologiemuseum, ein guter Plan B für einen Regentag. In der Stadt steht außerdem eine Moschee aus dem 16. Jahrhundert. Der Strand gehört zu den breitesten der Küste, und Mangalia hat eine starke Kurtradition: Meerwasser, Sapropelschlamm und Schwefelquellen. Es ist eher eine Stadt am Meer als ein Resort, aber von einer Unterkunft aus erreichst du die ganze Südhälfte der Küste, von Saturn bis Vama Veche, das rund 12 Kilometer entfernt liegt.
10. Vama Veche und 2 Mai
Vama Veche ist der südlichste Punkt der rumänischen Küste, direkt an der bulgarischen Grenze, und eine völlig andere Welt. Ein ehemaliges Fischerdorf, berühmt für seine Hippie-Atmosphäre. Im Sozialismus flüchtete man hierher vor dem Regime, und bis heute kommen Leute, die kein Hotel wollen. Geschlafen wird auf Campingplätzen und in Pensionen, am Strand spielt Livemusik, und Schluss ist erst am Morgen.
Das benachbarte 2 Mai ist die ruhigere Variante davon: kleiner, stiller und mit ähnlich ungezwungener Stimmung.
Wegen der Grenzzone entstanden hier im Sozialismus keine großen Hotels, und der Ort wurde zum Zufluchtsort für Intellektuelle und alle, die für eine Weile aus dem Blickfeld verschwinden wollten. Heute ist die Bebauung dichter, und ein paar moderne Hotels sind dazugekommen. Der Strand mit Bars direkt im Sand, Gitarren und einem Südende, an dem FKK geduldet wird, lebt aber immer noch in einem anderen Rhythmus als der Rest der Küste. Er ist schmaler und stellenweise steiniger, Badeschuhe sind hier sinnvoll. Wenn du Vama ohne das größte Gedränge erleben willst, fahr im Juni oder September. Und Achtung an der Grenze: Bulgarien zahlt seit 2026 mit dem Euro, für einen Abstecher nach Süden brauchst du also zwei Währungen.

Die Badeorte im Überblick
| Badeort | Lage | Für wen | Worauf du dich einstellen solltest |
|---|---|---|---|
| Mamaia | direkt nördlich von Constanța | Rundum-Service, Nachtleben, Aquapark | in der Saison der belebteste Ort der Küste |
| Constanța | Hauptstadt der Küste | Sehenswürdigkeiten, Anreise ohne Auto | Stadtstrände |
| Eforie Nord und Sud | etwa 15 km südlich von Constanța | Kur, Schlamm aus dem Techirghiol, Familien | Wellenbrecher, stellenweise Steine beim Einstieg |
| Costinești | etwa 30 km südlich von Constanța | Studenten, Party | im August voll und laut |
| Olimp und Neptun | etwa 38 km südlich von Constanța | Familien, Schatten im Wald Comorova | in Olimp Treppen zum Strand |
| Jupiter, Cap Aurora, Venus, Saturn | zwischen Neptun und Mangalia | ruhiger Strandurlaub | ältere Hotels |
| Mangalia | Süden, etwa 12 km von Vama Veche | Ruhe, Kur, Basis für den Süden | eher Stadt als Resort |
| Vama Veche und 2 Mai | an der bulgarischen Grenze | Pensionen, Camping, Musik | Lärm bis zum Morgen, schmalerer Strand |
Wilde Strände: Meer ohne Massen
Die Badeorte sind nicht die ganze Geschichte. Die rumänische Küste hat auch Abschnitte ohne Hotel, Liege und Kiosk, und genau die sind oft der Grund, warum Leute wiederkommen. Stell dich darauf ein, dass es dort keine Duschen, keinen Schatten und keinen Laden gibt und dass du einen Teil davon nur über unbefestigte Wege erreichst.
- Vadu. Ein Dorf in der Gemeinde Corbu im Kreis Constanța und einer der bekanntesten wilden Strände. Er liegt im Norden der Küste Richtung Donaudelta, ist breit und praktisch unbebaut. Man kommt wegen der Ruhe hierher und weil man von hier aus nur Sand und Meer sieht.
- Corbu. Der benachbarte Abschnitt mit demselben Charakter, etwas leichter erreichbar als Vadu.
- Vorsicht bei Gostinu. Manche Reiseführer und Websites zählen ihn zu den Stränden am Meer, dabei liegt Gostinu im Kreis Giurgiu an der Donau, gegenüber von Bulgarien, und hat mit dem Schwarzen Meer nichts zu tun. Ein schöner Flussstrand, nur trennt ihn die ganze Breite Südrumäniens vom Meer.
- Sfântu Gheorghe. Ein kleines Fischerdorf direkt im Donaudelta, dort, wo der südliche Donauarm ins Meer mündet. Ein Badeort ist das nicht, eher das Ende der Welt: Die Menschen leben vom Fischfang und davon, Besucher durchs Delta zu führen. Du erreichst den Ort nur übers Wasser ab Tulcea, und es ist der abgelegenste Strand der rumänischen Küste. Im Dorf gibt es Pensionen, einen Campingplatz und Glamping, aber keine Hotelanlagen.
An die wilden Strände nimmst du alles selbst mit. Wasser, Essen, Sonnenschirm und einen Müllbeutel. Die meisten Abschnitte liegen in einem Schutzgebiet, das ans Donaudelta anschließt, Zelten und Feuermachen ist also nicht überall erlaubt, wo es dir gerade passt. Für Vadu, Corbu und das Delta brauchst du außerdem eine Zugangsgenehmigung für das Biosphärenreservat (permis de acces), die die Reservatsverwaltung ARBDD online oder per SMS ausstellt. Fahr nicht mit dem Auto auf den Strand und informier dich über die Regeln vor Ort, die Bußgelder sind empfindlich.
Thermalbad Băile Felix und weiteres Hinterland
Wenn sich der Badeurlaub verlängert oder du mit dem Auto quer durch Rumänien fährst, lohnt es sich zu wissen, dass das Land auch eine starke Kurtradition hat. Die bekannteste Adresse ist das Thermalbad Băile Felix im Westen bei Oradea, wo du ein paar Tage im Thermalwasser verbringen kannst.
Die Thermalbäder im Landesinneren liegen allerdings am genau entgegengesetzten Ende des Landes, an einem Tag lässt sich das mit der Küste nicht verbinden. Interessant ist das vor allem, wenn du aus Deutschland über Ungarn mit dem Auto anreist und die Fahrt aufteilen willst, denn Oradea liegt kurz hinter der ungarischen Grenze. Oder wenn du eine Rundreise durch das Banat und Siebenbürgen planst.
Wie ist das Schwarze Meer zum Baden?
Ein paar Dinge, die du vorher wissen solltest, weil sie anders sind als an der Adria oder am Mittelmeer:
- Das Wasser ist weniger salzig. Wegen der Donau und anderer Zuflüsse hat das Schwarze Meer nur etwa halb so viel Salz wie das Mittelmeer. Du treibst darin schlechter, dafür brennt es weniger in den Augen.
- Es ist flach und wärmt sich schnell auf. Im Sommer erreicht es angenehme Temperaturen oft früher als das Mittelmeer.
- Unter Wasser siehst du wenig. Schnorcheln und Tauchen lohnen sich hier nicht.
- Der Boden ist sandig, Badeschuhe brauchst du also nicht, für Familien eine echte Erleichterung im Vergleich zu Kroatien. Ausnahmen sind die Abschnitte an den steinernen Wellenbrechern, etwa in Eforie, und ein Teil des Strands in Vama Veche.
- Ebbe und Flut gibt es praktisch nicht, dein Handtuch kannst du also den ganzen Nachmittag liegen lassen.
- Quallen tauchen ab und zu auf, vor allem im Spätsommer, gefährliche Arten sind aber nicht dabei.
Anreise: so kommst du aus Deutschland ans rumänische Meer
- Mit dem Flugzeug geht es am einfachsten nach Bukarest. Direktflüge gibt es unter anderem ab Frankfurt, München, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin, Köln/Bonn, Dortmund und Nürnberg, angeboten von Lufthansa, Eurowings, Wizz Air und TAROM. Von Bukarest bis Constanța sind es auf der Autobahn rund 230 Kilometer, mit dem Auto rechne mit zweieinhalb Stunden. Constanța hat zwar einen eigenen Flughafen, Mihail Kogălniceanu, etwa 25 Kilometer außerhalb der Stadt, Direktflüge dorthin sind aber vor allem saisonal und Charter, reguläre Verbindungen aus Deutschland solltest du nicht einplanen. Prüf das am besten bei der Buchung.
- Mit dem Zug kommst du von Bukarest schnell nach Constanța, von dort fahren Busse in die Badeorte. Die schnellsten Züge schaffen die 225 Kilometer laut Fahrplan 2025/2026 in etwa zweieinviertel Stunden, im Sommer fahren mehr. Einige Sommerzüge fahren weiter nach Süden bis Eforie, Neptun und Mangalia. Aktuelle Verbindungen findest du bei CFR Călători.
- Mit dem Auto sind es nach Constanța ab München rund 1.700 Kilometer, ab Berlin rund 1.900 und ab Frankfurt rund 2.000 Kilometer, über Österreich oder Tschechien und die Slowakei und dann quer durch Ungarn. Die meisten teilen die Strecke auf zwei bis drei Tage mit Übernachtung in Ungarn oder im Westen Rumäniens. Unterwegs brauchst du die Vignetten der Transitländer und die rumänische Vignette, die rovinietă. Das letzte Stück führt von Bukarest über die Autobahn A2 und auf ihr bei Fetești und Cernavodă über die Donau, und diese Brücke kostet extra, unabhängig von der rovinietă. Nach dem Tarif, der seit September 2025 gilt, zahlst du mit dem Pkw 19 Lei (rund 3,80 €) pro Richtung. Bezahlen kannst du online über das Portal der CNAIR oder an Tankstellen entlang der Strecke, per SMS geht es nur mit rumänischem Kennzeichen.
- Zwischen den Badeorten fahren Busse und in der Saison Sammel-Minibusse (maxitaxi), von Constanța nach Mamaia und Eforie auch Stadtbusse. Ein Auto lohnt sich vor allem für die wilden Strände und das Delta.
- Als Pauschalreise: Auch deutsche Reiseveranstalter haben Hotels an der rumänischen Schwarzmeerküste im Programm. Dann musst du dich weder um den Transfer noch um tausende Kilometer am Steuer kümmern.
Die rovinietă ist Pflicht. Die elektronische rumänische Vignette wird auf das Kennzeichen registriert und gilt auf den meisten Hauptstraßen, nicht nur auf Autobahnen. Kauf sie vor der Reise online auf der offiziellen Website erovinieta.ro oder spätestens am Grenzübergang, denn sie muss schon gültig sein, sobald du auf eine rumänische Straße fährst. Kontrolliert wird per Kamera, und das Bußgeld kommt auch nachträglich. Der Preis hängt von der Gültigkeitsdauer ab, und seit 2026 ändern sich die Tarife. Die aktuellen Preise nimmst du deshalb am besten direkt von der offiziellen Website.
Beste Reisezeit für den Rumänien Urlaub am Meer
- Juni: Die Strände sind halb leer, die Preise niedriger, und das Wasser ist schon angenehm.
- Juli und August: Hochsaison, am wärmsten, aber auch am vollsten und am teuersten. Der August ist der wärmste Monat.
- September: für uns die beste Wahl. Das Meer ist vom Sommer noch warm, die Massen sind weg, und die Unterkünfte werden günstiger. Gegen Ende September schließt allerdings ein Teil der Strandbars und Hotels.
- Außerhalb der Saison: Die Badeorte machen praktisch dicht, Kurorte wie Eforie haben dank der Schlammbäder aber das ganze Jahr geöffnet.
Was du mit dem Meer verbinden kannst
Das ist der Hauptgrund, warum das rumänische Meer spannender sein kann, als es auf den ersten Blick wirkt. In Reichweite liegen ein paar Dinge, die du anderswo nicht bekommst:
- Das Donaudelta, das größte Flussdelta Europas und UNESCO-Biosphärenreservat. Hinein geht es mit dem Boot ab Tulcea, und es ist eines der besten Vogelbeobachtungsgebiete Europas. Plane einen ganzen Tag ein, am besten mit Übernachtung.
- Histria, die Reste der ältesten antiken Stadt auf dem Gebiet Rumäniens, gegründet von griechischen Kolonisten.
- Constanța mit Kasino und Mosaik.
- Der Techirghiol-See mit Heilschlamm bei Eforie.
- Bulgarien gleich nebenan. Von Vama Veche sind es nur ein paar Kilometer bis zu den ersten bulgarischen Badeorten, das lässt sich gut verbinden.
Wenn du das Meer mit den Bergen oder mit Siebenbürgen zu einer Reise verbinden willst, findest du Ideen in unseren Tipps zu den Sehenswürdigkeiten in Rumänien und im Überblick über die Berge in Rumänien.
Ein bisschen Geschichte der rumänischen Küste
Die Badeorte mit ihren Betonhotels sind das Jüngste an dieser Küste. Schon im 7. Jahrhundert vor Christus landeten hier griechische Kolonisten aus Milet und gründeten Histria, das Historiker heute für die erste Stadt auf dem Gebiet Rumäniens halten. Weitere Kolonien folgten: Tomis an der Stelle des heutigen Constanța und Callatis, das heutige Mangalia. Nach Tomis schickte Kaiser Augustus im Jahr 8 nach Christus den Dichter Ovid ins Exil. Er verbrachte hier den Rest seines Lebens und beklagte sich in seinen Versen über die Kälte, die Barbaren und den Wind. Ironie der Geschichte: Heute steht seine Statue auf dem Hauptplatz von Constanța, und die Einheimischen lassen nichts auf ihn kommen.
Nach Römern und Byzanz wechselten sich hier Bulgaren, Tataren und für Jahrhunderte die Osmanen ab. An Rumänien fiel die nördliche Dobrudscha mit Constanța erst nach dem Russisch-Türkischen Krieg 1878. Der junge Staat baute den verschlafenen Hafen mit ein paar tausend Einwohnern zu seinem wichtigsten Seehafen aus. 1906 entstand in Mamaia das erste Seebad, und 1910 wurde das Kasino auf der Klippe eröffnet, ein Symbol dafür, wie sich das junge Rumänien am Meer präsentieren wollte.
Die zweite große Welle kam mit dem Sozialismus. In den 1960er- und 1970er-Jahren ließ das Regime von Nicolae Ceaușescu südlich von Constanța eine Kette neuer Badeorte bauen und nach Göttern und Planeten benennen: Olimp, Neptun, Jupiter, Venus, Saturn. Olimp war Parteifunktionären und ausländischen Gästen vorbehalten, Neptun bekam Grün und Seen. Nur Vama Veche blieb außen vor, weil in der Grenzzone nicht gebaut wurde, und genau deshalb wurde daraus ein Ort, an dem man etwas freier atmen konnte. Wenn du also zwischen den Plattenbauhotels von Jupiter spazierst, denk daran, dass ein paar Kilometer weiter die Reste einer griechischen Stadt liegen, die über zweieinhalbtausend Jahre alt ist.
Praktische Infos für deinen Urlaub am rumänischen Meer
- Dokumente. Rumänien ist EU-Mitglied und seit dem 1. Januar 2025 auch vollwertiger Teil des Schengen-Raums, Personalausweis oder Reisepass genügen also. Die Grenzkontrollen an den Landgrenzen wurden abgeschafft.
- Währung. Bezahlt wird in rumänischen Lei (RON), Euro werden meist nicht angenommen. Ein Leu entspricht etwa 0,20 €. Hotels und größere Restaurants nehmen Karte, für Strandbuden und kleinere Orte nimm Bargeld mit.
- Gesundheit. Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC, meist auf der Rückseite deiner Gesundheitskarte) hast du Anspruch auf notwendige Behandlung in staatlichen Einrichtungen. Die Qualität des rumänischen Gesundheitswesens schwankt aber von Region zu Region, und Zuzahlungen können hoch sein. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist hier wirklich sinnvoll.
- Notruf. Die europäische Notrufnummer 112 funktioniert im ganzen Land, auch an der Küste, und die Leitstellen sprechen Englisch.
- Leitungswasser. In den Badeorten ist es aufbereitet und technisch trinkbar, schmeckt aber schlecht, und die Einheimischen trinken es normalerweise nicht. Wasser in Flaschen ist günstig.
- Handy und Daten. Rumänien ist in der EU, Telefonieren und Surfen funktionieren also per Roaming wie zu Hause.
- Sicherheit. Die Küste ist ein ganz normales Urlaubsgebiet. An den Stränden und in Clubs pass auf deine Sachen auf, wie überall in der Hochsaison.
- Wetter. An der Küste ist das Klima milder als im Landesinneren. Die Saison reicht von Mitte Juni bis Anfang September, im Juli und August liegen die Temperaturen um die dreißig Grad, das Wasser hat 23 bis 26 Grad. Mai und September sind angenehm für Spaziergänge, das Meer ist dann aber meist kalt.
- Maut. Für rumänische Straßen brauchst du die elektronische Vignette rovinieta. Du kaufst sie online oder an Tankstellen, kontrolliert wird per Kamera. Ohne sie droht ein Bußgeld.
Wo übernachten am rumänischen Meer
- Mamaia für Rundum-Service, Clubs und Aquapark.
- Neptun und Olimp für Familien, die Ruhe und Grün suchen.
- Eforie für Kurprogramm und niedrigere Preise.
- Costinești für junge Leute und kleines Budget.
- Vama Veche und 2 Mai für Camping und lockere Atmosphäre.
Unten findest du ein paar konkrete Tipps für die wichtigsten Standorte. Wir haben Hotels mit guten Gästebewertungen auf Booking in verschiedenen Preisklassen ausgewählt. Die Preise ändern sich in der Saison von Woche zu Woche, deshalb nennen wir keine, die aktuellen siehst du nach dem Klick.
Mamaia
- Iaki Conference & Spa Hotel: großes Vier-Sterne-Hotel mitten im Ort mit eigenem Strand, Außenpools und Wellness. Die sichere Wahl, wenn du alles an einem Ort haben willst.
- Bavaria Blu Hotel and Conference Centre: vier Sterne, etwa 20 Meter vom Strand, mit saisonalem Außenpool.
- Splendid Conference & Spa Hotel – Adults Only: Hotel nur für Erwachsene am Hauptboulevard, für Paare, die Mamaia ohne Kindergeschrei am Pool wollen.
Constanța
- Continental Forum Constanta: Stadthotel im Zentrum, von dem du zu Fuß zum Kasino und in die Altstadt kommst.
- Hotel Bulevard: am Boulevard Richtung Mamaia, mit Wellness, zum Strand etwa 900 Meter.
- Hotel Megalos: eine weitere Option an derselben Straße zwischen Stadt und Mamaia, gut als günstigere Basis.
Eforie Nord
- Mirage Medspa Hotel: im nördlichen Teil von Eforie Nord neben Promenade und Strand, mit Hallenbad und Kuranwendungen gegen Aufpreis.
- STEAUA DE MARE – Eforie Resort: direkt am Strand und mit eigenem Kur- und Therapiezentrum, falls du auch wegen des Schlamms kommst.
- Hotel Evia: Drei-Sterne-Hotel, das auch Reiseveranstalter für Aufenthalte in Eforie im Angebot haben.
Neptun, Olimp und Jupiter
- Hotel Agora: in Neptun, mit saisonalem Außenpool und Garten, zum Strand in Olimp etwa 1,3 Kilometer.
- STEAUA DE MARE – Olimp Resort: in Olimp, für Familien, die den ruhigeren Teil der Küste suchen.
- Hotel Cometa: in Jupiter, mit Garten und Parkplatz, zum Strand etwa 600 Meter.
Mangalia
- Hotel Corsa und Hotel Solymar: kleinere Hotels nebeneinander in der Straße Frumoasei, eine gute ruhige Basis für den Süden der Küste.
- Vila Theo: Pension mit sehr guten Gästebewertungen für alle, die kein Hotel wollen.
Vama Veche
- Hotel La John: Hotel in der Straße Falezei, wenn du in Vama ein normales Hotelzimmer willst.
- Artelier Vama Veche: kleinere Unterkunft mit guten Gästebewertungen.
- OZ Vacances: eine weitere kleine Unterkunft im Ort, wenn du es einfacher magst.
Unterkünfte an der rumänischen Küste kannst du auch allgemein vergleichen, zum Beispiel alle Unterkünfte in Mamaia, in Eforie Nord, in Neptun, in Mangalia oder in Vama Veche.
💡 Für die Hochsaison früh buchen. Im Juli und August füllen sich die besten Hotels in Mamaia und Eforie auch mit Pauschalgästen. Im Juni und September hast du auch kurzfristig noch Auswahl und zahlst weniger.
Was wir anders machen würden
Das rumänische Meer verführt dazu, sich ein Hotel auszusuchen, sich auf die Liege zu legen und nach zehn Tagen wieder aufzustehen. Klar, auch das ist Urlaub. Wir würden die Küste beim nächsten Mal aber nicht als einen einzigen Ort sehen. Der Unterschied zwischen Mamaia und Vama Veche ist größer als zwischen manchen Ländern, und es lohnt sich, beides zu erleben: vormittags Familienstrand in Neptun, abends eine Bar im Sand unter der Steilküste in Vama.
Die stärksten Erlebnisse stehen hier unserer Meinung nach in keiner Liste von Badeorten. Es ist Fisch in einer einfachen Fischerkneipe, in der niemand Englisch spricht, die ersten Sarmale und Mici mit Senf, ein rumänischer Wein aus der Dobrudscha, von dem zu Hause noch nie jemand gehört hat. Probier dich durch, koste, bieg in die Straße hinter der Promenade ab, wo keine Stände mit aufblasbaren Krokodilen mehr stehen.
Und du musst nicht alles schaffen. Donaudelta, Histria, Kasino, Schlammpackung, Schiffswrack, wilder Strand im Norden: Das ist Programm für drei Urlaube, nicht für einen. Lieber zwei Dinge in Ruhe als sechs im Auto. Und lass ab und zu das Handy im Rucksack, setz dich in Vadu in den Sand und schau zu, wie die Sonne über der Steppe untergeht. Das Foto davon wird sowieso nie so, wie es in echt aussah.
Häufige Fragen zum Rumänien Urlaub am Meer
Wie sind die Strände in Rumänien?Breit und sandig, mit sanftem Einstieg ins Wasser und Sandboden, Badeschuhe brauchst du also nicht. Die Küste ist flach, ohne Felsbuchten und Inseln, und damit eine gute Wahl für Familien mit kleinen Kindern.
Welcher Badeort in Rumänien ist der richtige für mich?Mamaia für Rundum-Service und Nachtleben, Neptun und Olimp für ruhigen Familienurlaub, Eforie für Kurprogramm und niedrigere Preise, Costinești für Studenten und Vama Veche für Camping und lockere Atmosphäre. Constanța ist eher Stadt als Badeort.
Wie komme ich aus Deutschland ans Schwarze Meer in Rumänien?Am einfachsten mit dem Flugzeug nach Bukarest, Direktflüge gibt es unter anderem ab Frankfurt, München, Düsseldorf, Stuttgart und Berlin. Von dort sind es mit Auto oder Zug gut zwei Stunden bis Constanța. Mit dem Auto sind es ab München rund 1.700 Kilometer, die meisten teilen die Strecke auf zwei bis drei Tage auf.
Ist das Schwarze Meer in Rumänien gut zum Baden?Ja, aber es ist anders als die Adria. Es ist flach, wärmt sich schnell auf und ist deutlich weniger salzig, du treibst darin also schlechter. Unter Wasser siehst du wenig, Schnorcheln und Tauchen lohnen sich hier nicht.
Brauche ich in Rumänien eine Vignette?Ja, sie heißt rovinietă, ist elektronisch und wird auf das Kennzeichen registriert. Sie gilt auf den meisten Hauptstraßen, nicht nur auf Autobahnen. Kontrolliert wird per Kamera, das Bußgeld kann also auch nachträglich kommen. Am besten kaufst du sie vor der Reise online auf erovinieta.ro.
Wann ist die beste Reisezeit fürs rumänische Meer?Der September, wenn das Meer vom Sommer noch warm ist, die Massen weg sind und die Unterkünfte günstiger werden. Auch der Juni ist gut, mit halb leeren Stränden und niedrigeren Preisen. Im Juli und August ist es am wärmsten, aber auch am vollsten und am teuersten.
Was kann man am rumänischen Meer außer Baden unternehmen?Einen Ausflug ins Donaudelta, das größte Flussdelta Europas und UNESCO-Biosphärenreservat, für den du einen ganzen Tag einplanen solltest. Dazu das antike Histria, Constanța mit Kasino und römischem Mosaik und den Salzsee Techirghiol mit Heilschlamm bei Eforie.
Was unterscheidet Vama Veche von den anderen Badeorten?Es ist der südlichste Punkt der rumänischen Küste an der bulgarischen Grenze und ein ehemaliges Fischerdorf, berühmt für seine Hippie-Atmosphäre. Geschlafen wird auf Campingplätzen und in Pensionen statt in Hotels, am Strand spielt Livemusik, und Schluss ist erst am Morgen. Die ruhigere Variante ist das benachbarte 2 Mai.
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