Reisen · 26.10.2026

Korfu Urlaub: Welche Küste, wo übernachten, was es kostet

Korfu dovolná

Aktualizováno 26.10.2026

Auf Korfu kann man sich den Urlaub ziemlich leicht verderben. Nicht, weil es zu wenig schöne Ecken gäbe, im Gegenteil. Die Insel ist über sechzig Kilometer lang und hat vier Küsten, die sich anfühlen wie vier verschiedene Inseln. Wer das ignoriert, sitzt am Ende jeden zweiten Tag zwei Stunden im Auto. Oder er kommt eine Woche lang nicht aus der Hotelanlage heraus, weil das nächste Dorf hinter dem Berg liegt.

Ein guter Korfu-Urlaub entscheidet sich deshalb nicht bei der Hotelwahl, sondern einen Schritt vorher: bei der Frage, auf welche Seite der Insel du fährst. Im Osten ist das Meer ruhig und die Stadt nah. Im Westen warten Steilküsten, Sonnenuntergänge und Wellen. Der Norden ist am grünsten und am weitesten vom Flughafen entfernt, der Süden am günstigsten und am widersprüchlichsten. Wenn diese Entscheidung sitzt, ergibt sich der Rest fast von selbst.

Korfu Urlaub: alles auf einen Blick

  • Der Flughafen liegt praktisch in der Stadt. Nach Gouvia und Perama sind es 8 km, nach Benitses 11 km, nach Roda im Norden aber 40 km (Entfernungen laut Katalog des Veranstalters Blue Style, Stand 13.09.2026). In der Saison gibt es Direktflüge von vielen deutschen Flughäfen.
  • Erst die Küste wählen, dann das Hotel. Osten für ruhiges Wasser und Familien, Westen für Strände und Sonnenuntergänge, Norden für Grün und Ruhe, Süden für die günstigsten Angebote.
  • Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat für uns die erste Septemberhälfte. Das Meer ist so warm wie sonst nie im Jahr, die Preise sind gefallen und die Insel atmet wieder durch.
  • Die Klimaabgabe zahlst du extra, sie ist im Reisepreis nicht enthalten: in der Saison etwa 15 € im Fünf-Sterne-Hotel, 10 € bei vier, 5 € bei drei Sternen und 2 € in niedrigeren Kategorien, jeweils pro Zimmer und Nacht.
  • Ein Mietwagen lohnt sich schon für drei Tage pro Woche. Korfu ist zerklüftet, die Busse fahren sternförmig von der Inselhauptstadt aus, und zwischen zwei Badeorten an derselben Küste geht es mit dem Bus meist über die Stadt.
  • Mit dem Mietwagen von Korfu darfst du nicht nach Albanien übersetzen. Die Reederei schreibt das direkt in den Fahrplan (Ionian Seaways, Stand 13.09.2026). Ein Ausflug nach Saranda läuft deshalb zu Fuß und mit örtlichen Verkehrsmitteln.
  • Korfu ist die regenreichste griechische Insel. Im Sommer merkst du davon nichts, in der Vor- und Nachsaison schon, und genau deshalb ist sie so grün. Die Details stehen in unserem Artikel zum Wetter auf Korfu.
  • Am günstigsten kommst du mit einer Pauschalreise auf die Insel. Last-Minute-Angebote mit Flug und All inclusive für sieben Nächte im September lagen bei mitteleuropäischen Veranstaltern bei umgerechnet etwa 480 bis 600 € pro Person (Stand 13.09.2026). Ab Deutschland können die Preise abweichen, das Prinzip ist dasselbe.

Anreise nach Korfu: Flug und Fähre

Korfu hat einen eigenen internationalen Flughafen (Code CFU), und der liegt so nah an der Stadt, dass du die Alte Festung aus dem Taxifenster siehst, bevor du die Hoteladresse herausgesucht hast. Das ist eines der Dinge, die auf Korfu besser funktionieren als auf den meisten griechischen Inseln: Du landest und bist zwanzig Minuten später im Hotel.

Mit dem Flugzeug. Von Deutschland aus ist das der Normalfall. In der Saison fliegen Ferienflieger und Low-Cost-Airlines wie Condor oder Eurowings direkt nach Korfu, ab großen Flughäfen wie Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin oder Stuttgart, aber oft auch ab kleineren Regionalflughäfen. Welche Strecken gerade bedient werden, ändert sich von Sommer zu Sommer, also schau in den aktuellen Flugplan deines Abflughafens. Ein großer Teil der Plätze wird als Pauschalreise verkauft. Wer nur den Flug sucht, wird eher bei den Billigairlines fündig. Die Direktflüge laufen von Frühjahr bis Herbst, im Winter gibt es praktisch keine und du fliegst über Athen.

Mit der Fähre vom griechischen Festland. Die kürzeste Verbindung führt von Igoumenitsa nach Korfu, mit der normalen Fähre dauert das etwa anderthalb Stunden. Die Schiffe fahren mehrmals täglich, und das ist die übliche Wahl, wenn du mit dem Auto durch Griechenland reist. Fahrpläne und Preise ändern sich allerdings jede Saison, prüfe sie also direkt bei der Reederei und nicht in Artikeln.

Mit dem Auto und der Fähre aus Italien. Wer mit dem eigenen Wagen anreisen will, fährt meist durch Italien und setzt von einem Hafen an der Adria mit der Fähre nach Griechenland über. Das ist die mit Abstand langsamste Variante und lohnt sich eigentlich nur, wenn Korfu eine Station einer längeren Griechenlandreise ist. Welche Häfen gerade Korfu direkt anlaufen und wann, erfährst du bei den Reedereien.

Mit der Fähre aus Albanien. Von Saranda nach Korfu brauchst du je nach Schiff 30 bis 45 Minuten mit dem schnellen Katamaran oder 55 bis 70 Minuten mit der Fähre (Fahrplan von Ionian Seaways, Stand 13.09.2026). Das ist die kürzeste internationale Überfahrt in diesem Teil Europas und gleichzeitig der beste Grund, Korfu mit einer Reise durch Albanien zu verbinden. Zwei Dinge solltest du wissen: Du checkst eine Stunde vor Abfahrt ein, das Boarding schließt eine halbe Stunde vorher. Und außerhalb der Saison fährt oft nur eine einzige Verbindung am Tag (von Januar bis Anfang März um 9:00 Uhr).

Mit dem Mietwagen nicht nach Albanien. Die Reederei vermerkt ausdrücklich im Fahrplan, dass Mietwagen von Korfu nicht nach Albanien mitgenommen werden dürfen. Wenn du einen Ausflug nach Saranda oder nach Butrint planst, lässt du das Auto also im Hafen von Korfu stehen und nimmst drüben einen Transfer, ein Taxi oder eine organisierte Tour. Genau dieses Detail erfahren viele erst eine Stunde vor dem Ablegen, und dann ist es zu spät.

Zwei türkisfarbene Buchten, getrennt von einer grünen felsigen Landzunge an der Küste von Korfu

Korfu: Ostküste oder Westküste?

Das ist für uns die wichtigste Entscheidung des ganzen Urlaubs, und die meisten Kataloge handeln sie mit einem Satz ab. Korfu hat vier Seiten, und jede davon kann etwas anderes.

Die Ostküste blickt nach Albanien, die Meerenge dazwischen ist stellenweise nur wenige Kilometer breit. Das Meer ist dort deshalb fast immer ruhig, die Strände sind überwiegend aus Kieseln, und zum Flughafen ist es von hier am nächsten. Das ist die Küste für Familien mit kleinen Kindern, für alle, die im Urlaub nicht hinterm Steuer sitzen wollen, und für jeden, der abends in die Stadt möchte. Der Haken: Sonnenuntergänge gibt es hier nicht, die Sonne verschwindet hinter dem Berg in deinem Rücken.

Die Westküste ist die Seite, für die Korfu fotografiert wird. Klippen, die ins Meer fallen, tiefe Buchten, lange Sandstrände und das offene Ionische Meer bis hinüber nach Italien. Das Meer kann hier aber unruhig sein, Wellen sind keine Seltenheit. Paare und Fotografen kommen voll auf ihre Kosten, genauso alle, denen Wellen nichts ausmachen oder die sie sogar suchen. Mit kleinen Kindern würden wir den Strand hier sehr sorgfältig auswählen.

Die Nordküste ist am grünsten und am weitesten vom Flughafen entfernt. Der Transfer dauert bis zu einer Stunde, dafür bekommst du Ruhe, Berge in Sichtweite und Badeorte, die mehr sind als Hotel plus Straße. Der Norden hat außerdem die eigenartigste Küste der ganzen Insel: Das Meer hat dort Gänge und Kanäle in den weichen Sandstein gefressen.

Sandsteinklippen und der schmale Meereskanal Canal d’Amour bei Sidari im Norden von Korfu mit Liegen und Sonnenschirmen
Der Canal d’Amour bei Sidari an der Nordküste. Genau das meinen wir mit den Gängen im Sandstein: Das Meer hat sie in den weichen Fels gewaschen, und du kannst durch sie hindurchschwimmen. Foto: Maksym Kozlenko, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Südküste ist am günstigsten und am stärksten zweigeteilt. Ein Teil ist ruhig, familiär und flach, ein anderer ist das Partyzentrum der ganzen Insel. Wer auf Korfu Ruhe sucht, sollte zweimal prüfen, wo genau das Hotel steht. Wer das Gegenteil sucht, weiß ohnehin, wohin.

KüsteFür wenMeer und SträndeVom Flughafen
Osten (Gouvia, Dassia, Ipsos, Barbati, Nissaki)Familien, erster Besuch, alle ohne Lust aufs FahrenRuhig, vor allem Kiesel8 bis 25 km
Westen (Paleokastritsa, Glyfada, Agios Gordios, Ermones)Paare, Fotografen, Fans von SonnenuntergängenSand und Kiesel, oft mit Wellen17 bis 30 km
Norden (Sidari, Roda, Acharavi, Kassiopi)Wer Grün, Ruhe und weniger Beton willFlache Sandstrände, im Nordwesten Klippen34 bis 40 km
Süden (Benitses, Moraitika, Messonghi, Kavos)Günstigste Angebote, aber auch NachtlebenLange, flache Strände11 bis 50 km
Korfu-Stadt und UmgebungWer wegen Kultur und Essen kommt, nicht nur wegen des MeeresStrände erst ein Stück außerhalb3 km

Die Entfernungen vom Flughafen stammen aus dem Katalog des Veranstalters Blue Style (Stand 13.09.2026), Kavos ist anhand der Straße nachgerechnet.

Korfu: Wo am besten wohnen?

Auf Korfu kannst du in vier ziemlich unterschiedlichen Arten von Unterkunft wohnen, und der Unterschied zwischen ihnen ist größer als der zwischen den Sternen.

Große All-inclusive-Resorts machen den Großteil der Pauschalangebote aus. Sie liegen meist im Osten und im Norden, haben einen eigenen Strand oder liegen ein paar Meter davon entfernt, und ihr größter Vorteil ist, dass du dich um nichts kümmern musst. Der größte Nachteil: Viele Gäste verlassen sie die ganze Woche nicht. Darunter sind auch Adressen, die auf Korfu jeder kennt, etwa das Blue Princess im Süden, das Golden Mare in Barbati im Osten oder das Aeolos Beach Resort bei Perama. Jedes davon steht aber woanders und bedeutet einen anderen Urlaub, auch wenn alle unter demselben Etikett All inclusive verkauft werden.

Kleine Familienhotels und Apartments funktionieren auf Korfu am besten, wenn du ein Auto hast. Sie sind meist günstiger, stehen im Dorf statt in der Einöde, und das Abendessen gibt es in der Taverne gegenüber. Davon gibt es auf Korfu viele, weil die Insel schon vom Tourismus lebte, bevor die großen Resorts gebaut wurden.

Wohnen in Korfu-Stadt ist eine eigene Kategorie. Das ist kein Badeurlaub, sondern ein Städteurlaub am Meer. In der Altstadt gibt es Pensionen in venezianischen Häusern mit hohen Decken, zum Strand fährst du ein paar Kilometer, und abends bist du in der einzigen griechischen Stadt, die aussieht wie Italien. Für uns persönlich ergeben zwei, drei Nächte dort am Ende des Aufenthalts am meisten Sinn.

Villen und Häuser im Nordosten sind die teuerste und ruhigste Variante. Die Gegend zwischen Nissaki und Kassiopi ist traditionell das Revier der Briten, hier werden ganze Häuser mit Pool über dem Meer vermietet. Für das Geld eines Fünf-Sterne-Resorts bekommst du Privatsphäre, musst aber selbst fahren und kochen.

Bucht mit Hafen in Kassiopi im Nordosten von Korfu, Häuser im Grünen darüber und albanische Berge jenseits der Meerenge
Kassiopi, das nördliche Ende dieser Gegend. Unten die Bucht mit Booten und Tavernen, darüber Häuser zwischen Olivenbäumen und jenseits der Meerenge die albanischen Berge. Foto: Z thomas, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Worauf du bei der Wahl des Ortes achten solltest

  • Rechne die Entfernung vom Flughafen in Stunden um, nicht in Kilometer. Die Straßen auf Korfu sind eng und kurvig. Vierzig Kilometer nach Roda sind in der Praxis eine Stunde Fahrt, keine halbe.
  • Finde heraus, ob das Dorf vom Hotel zu Fuß erreichbar ist. Davon hängt ab, ob du deine Abende in Tavernen oder im Hotelrestaurant verbringst. Auf Korfu ist das für uns der größte Unterschied zwischen einem guten und einem langweiligen Urlaub.
  • Prüfe, wie der Strand beschaffen ist. Der Osten ist großteils Kiesstrand. Das ist nichts Schlechtes, das Wasser ist dadurch klarer, aber mit Kindern sind Badeschuhe praktisch, und mit der Luftmatratze macht es weniger Spaß.
  • Vorsicht bei Hotels „am Strand“ auf der anderen Straßenseite. Auf Korfu verläuft an weiten Teilen der Küste die Hauptstraße, und „0 m zum Strand“ heißt manchmal, dass du über die Straße musst.
  • Buche früh. Korfu gehört zu den meistgebuchten griechischen Reisezielen, und die besten Adressen für Juli und August sind oft schon im Frühjahr weg.

Unterkünfte vergleichen wir nach einzelnen Orten, nicht für die ganze Insel, denn „Korfu“ in der Suchmaske wirft dir Orte durcheinander, die fünfzig Kilometer auseinanderliegen. Hier die Links zu den einzelnen Badeorten: Unterkünfte in Korfu-Stadt für den Städteurlaub, Unterkünfte in Paleokastritsa für die Westküste, Unterkünfte in Acharavi und Unterkünfte in Sidari für den Norden, Unterkünfte in Benitses für den ruhigen Süden und Unterkünfte in Kavos für eine ganz andere Art von Urlaub.

Flache Felsplatte über klarem türkisfarbenem Wasser mit hohen Klippen dahinter an der Küste von Korfu

Korfu Urlaub: Was kostet er wirklich?

Korfu ist nicht die billigste griechische Insel, liegt aber weit unter Santorini oder Mykonos. Im Katalog eines Spezialisten für Premiumurlaub, den wir am 10.09.2026 durchgesehen haben, lag der Median pro Zimmer und Nacht für zwei Personen auf Korfu bei umgerechnet rund 316 €, auf Mykonos bei rund 896 €. Im normalen Segment ist der Abstand kleiner, die Richtung aber dieselbe.
Pauschalreise. Am günstigsten kommst du mit einem Paket inklusive Flug nach Korfu. In den Angeboten mitteleuropäischer Veranstalter, die wir am 13.09.2026 durchgesehen haben, begannen Viertagesreisen bei umgerechnet knapp 400 €, und Last-Minute-Angebote für sieben Nächte mit All inclusive im September lagen bei etwa 480 bis 600 € pro Person. Wer Flug und Hotel getrennt bucht, kommt in der Hauptsaison meist nicht unter diese Beträge. Ab Deutschland können die Preise anders aussehen, vergleiche also mit den aktuellen Angeboten.

Klimaabgabe. Griechenland erhebt von Gästen eine Abgabe für Klimaresilienz, und die ist im Reisepreis nicht enthalten. Du zahlst sie bar oder mit Karte an der Rezeption, und sie wird pro Zimmer und Nacht berechnet, nicht pro Person. Laut Angaben von Reiseveranstaltern (Blue Style, Stand 13.09.2026) sind es in der Saison etwa 15 € im Fünf-Sterne-Hotel, 10 € bei vier Sternen, 5 € bei drei Sternen und 2 € in niedrigeren Kategorien. Eine Woche im Vier-Sterne-Hotel kostet dich also rund 70 € extra. Außerhalb der Hauptsaison sind die Sätze niedriger, das Ministerium ändert sie aber von Zeit zu Zeit, also prüfe das bei der Buchung.

Mietwagen. Der Mietwagen ist auf Korfu der Posten, der am stärksten schwankt. Im Juli und August kostet ein Kleinwagen deutlich mehr als im Mai oder Oktober, und in der Hauptsaison lohnt es sich, früh zu reservieren, weil die Insel nur begrenzt Autos hat. Konkrete Preise ändern sich von Woche zu Woche, schau sie dir also erst an, wenn du wirklich buchst.

Essen und Trinken. In einer normalen Taverne abseits der großen Badeorte isst du günstiger als im Resort, und für uns ist das das am besten ausgegebene Geld des ganzen Urlaubs. Korfu hat seine eigene Küche, die sich vom Rest Griechenlands unterscheidet: Vier Jahrhunderte unter Venedig haben Pastitsada, Sofrito und so viel Pasta hinterlassen, dass du manchmal vergisst, wo du bist.

Was du vorher einrechnen solltest: Zum Reisepreis kommen die Klimaabgabe (pro Zimmer und Nacht), Transfer oder Mietwagen, falls nicht inklusive, und der Strandtag mit Liegen. Zwei Liegen mit Sonnenschirm kosten an den großen Stränden von Korfu fast immer Geld, und über eine Woche summiert sich das. An kleineren Stränden ohne Service zahlst du nichts, musst aber Wasser und Schatten selbst mitbringen.

Mietwagen auf Korfu: sinnvoll oder nicht?

Unsere Antwort: ja, aber nicht für die ganze Woche.

Korfu hat einen öffentlichen Nahverkehr, der sternförmig funktioniert: Die blauen Stadtbusse fahren im Umland der Inselhauptstadt, die grünen Überlandbusse von Korfu-Stadt in die Badeorte. Das Problem: Willst du von einem Badeort in den nächsten, musst du meist über die Hauptstadt, auch wenn es auf der Karte nur ein paar Kilometer an der Küste entlang aussieht. Für einen Ausflug geht das, für eine Inselrundfahrt geht dabei der ganze Tag drauf.

Das Auto ist aber auch nicht immer ideal. Die Bergstraßen sind eng, in Korfu-Stadt findest du kaum einen Parkplatz, und in Paleokastritsa ist Parken in der Saison ein Kampf. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Nimm dir das Auto für drei bis vier Tage mitten im Aufenthalt, fahr damit beide Küsten ab und bleib den Rest der Woche am Meer und in Laufweite.

Wenn du gar nicht fahren willst, such dir die Ostküste oder die Umgebung der Hauptstadt aus. Von dort kommst du mit dem Bus fast überall hin, und organisierte Bootsausflüge entlang der Westküste ersetzen das, was du sonst mit dem Auto abfahren würdest.

Sandstrand mit ruhigem Wasser und einer grün bewaldeten Landzunge in einer Bucht auf Korfu

Korfu Urlaub: die beste Reisezeit

Die Saison auf Korfu kannst du auf zwei Arten lesen. Die eine sind Temperaturen und Niederschläge, darüber schreiben wir an anderer Stelle. Die andere sind Preise, Menschenmassen und die Frage, was überhaupt geöffnet hat, und daran entscheidet sich der Urlaub deutlich öfter.

Die Hauptsaison dauert von Mitte Juni bis Mitte September. Es ist heiß, trocken und voll. Die letzten beiden Juliwochen und der ganze August sind die teuerste Zeit des Jahres, weil sich dann die Sommerferien in Deutschland, Italien und mehreren anderen Ländern überschneiden.

Mai und Anfang Juni sind die schönste Zeit, wenn dich das noch kühle Meer nicht stört. Die Insel ist grün, alles blüht, die Preise sind niedriger, und in Paleokastritsa findest du einen Parkplatz. Wir selbst kommen am liebsten genau dann, weil Korfu anders aussieht als im August, wenn das Gras verbrannt ist.

Der September ist der beste Kompromiss und für uns überhaupt der beste Monat auf Korfu. Das Wasser ist so warm wie das ganze Jahr nicht, der große Ansturm ist vorbei, und die Preise sind gefallen. Die zweite Septemberhälfte ist allerdings schon deutlich wechselhafter.

Der Oktober ist für uns die Zeit zum Entdecken, nicht zum Liegen. Mitte des Monats schließen die meisten Strandbetriebe und ein Teil der Hotels, aber wer wegen der Berge, der Dörfer und der Stadt kommt, hat alles für sich.

Im Winter sehen wir Korfu als Städteziel. Direktflüge gibt es nicht, die Badeorte sind geschlossen, aber die Hauptstadt lebt, und zusammen mit einem Abstecher nach Albanien wird daraus ein spannendes langes Wochenende. Konkrete Temperaturen, Niederschläge und Wassertemperaturen nach Monaten findest du in unserem Artikel zum Wetter auf Korfu.

Wie lange Urlaub auf Korfu?

Sieben Nächte sind auf Korfu ein vernünftiges Minimum, vierzehn sind nicht zu viel. Die Insel ist groß genug, dass du sie nicht von einem Ort aus abdecken kannst, und zerklüftet genug, dass die Fahrten dauern.

Die Aufteilung, die für uns am besten funktioniert: vier Tage am Meer an einer Küste, zwei Tage mit dem Auto auf der anderen Seite der Insel und zum Schluss zwei Nächte in Korfu-Stadt. Wer mit kleinen Kindern reist, kann den zweiten Punkt ruhig streichen und an einem Ort bleiben. Wer zehn Tage oder länger bleibt, sollte überlegen, den Aufenthalt auf zwei Standorte zu verteilen, Norden und Süden, denn so sparst du dir eine Menge Kilometer.

Wovon wir auf jeden Fall abraten: jeden Tag einen anderen Ausflug zu planen. Dafür ist Korfu zu langsam und zu heiß, und es ist der sicherste Weg, erschöpft aus dem Urlaub zurückzukommen. Eine Liste mit Orten zur Auswahl findest du in unserem Überblick über die Sehenswürdigkeiten auf Korfu, und die ist absichtlich länger als das, was sich schaffen lässt.

Praktisches, das du vorher wissen solltest

  • Dokumente. Griechenland gehört zur EU und zum Schengenraum, ein gültiger Personalausweis reicht. Auch für einen Ausflug nach Albanien genügt der Personalausweis, obwohl Albanien nicht in der EU ist.
  • Währung und Zeit. Bezahlt wird mit Euro, und in Griechenland ist es eine Stunde später als in Deutschland. Der Rückflug wirkt deshalb kürzer, als er wirklich ist.
  • Strom. Dieselben Steckdosen wie zu Hause, 220 V, einen Adapter brauchst du nicht.
  • Wasser. Leitungswasser wird auf Korfu üblicherweise getrunken, der Geschmack ist aber von Ort zu Ort verschieden, und im Süden der Insel schmeckt man es oft. Wasser in Flaschen bekommst du überall.
  • Straßen. Die Hauptstraßen sind in Ordnung, die Dorfstraßen in den Bergen eng und ohne Leitplanken. In die Buchten geht es oft über steile Serpentinen hinunter, auf denen zwei Autos nur in Ausweichbuchten aneinander vorbeikommen.
  • Kumquat. Eine kleine Zitrusfrucht, die praktisch nur hier wächst, und der Likör daraus ist das typischste Mitbringsel von Korfu. Er kostet ein paar Euro und ist ein besseres Geschenk als ein Kühlschrankmagnet.

Korfu Urlaub: häufige Fragen

Was kostet ein Urlaub auf Korfu?
Am günstigsten ist eine Pauschalreise mit Flug. Bei mitteleuropäischen Veranstaltern begannen Viertagesreisen am 13.09.2026 bei umgerechnet knapp 400 €, und Last-Minute-Angebote für sieben Nächte All inclusive im September lagen bei etwa 480 bis 600 € pro Person. Dazu kommt die Klimaabgabe, die nicht im Preis enthalten ist: je nach Hotelkategorie etwa 2 bis 15 € pro Zimmer und Nacht. Im Premiumsegment lag der Median pro Zimmer und Nacht für zwei Personen auf Korfu bei rund 316 € (Katalog eines Spezialveranstalters, Stand 10.09.2026). Ab Deutschland können die Preise abweichen.

Korfu: Ostküste oder Westküste – welche ist schöner?
Das hängt davon ab, mit wem du reist. Der Osten hat das ruhigste Meer und den kürzesten Transfer, er passt also zu Familien und zu allen, die nicht fahren wollen. Der Westen hat die schönsten Strände und Sonnenuntergänge, dafür kann es Wellen geben. Der Norden ist am grünsten und ruhigsten, liegt aber am weitesten vom Flughafen entfernt. Der Süden hat die günstigsten Angebote und gleichzeitig die größten Unterschiede zwischen ruhigen und lauten Badeorten.

Wie komme ich von Deutschland nach Korfu?
Am einfachsten mit dem Flugzeug. In der Saison gibt es Direktflüge von vielen deutschen Flughäfen, meist mit Ferienfliegern und Low-Cost-Airlines, die Strecken wechseln aber von Jahr zu Jahr. Die Verbindungen laufen von Frühjahr bis Herbst, im Winter fliegst du über Athen. Der Flughafen liegt drei Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernt, der Transfer in die meisten Orte an der Ostküste dauert deshalb keine halbe Stunde. Mit dem Auto geht es über Italien und die Fähre nach Griechenland, das dauert aber deutlich länger.

Brauche ich auf Korfu einen Mietwagen?
Nicht für den ganzen Aufenthalt, aber für einen Teil davon. Die Busse fahren sternförmig von der Hauptstadt aus, zwischen zwei Badeorten an derselben Küste geht es mit dem Bus deshalb oft über Korfu-Stadt. Für uns funktioniert es am besten, das Auto für drei bis vier Tage mitten im Urlaub zu mieten. Wer gar nicht fahren will, wohnt am besten an der Ostküste oder nahe der Hauptstadt.

Kann man von Korfu einen Ausflug nach Albanien machen?
Ja, und es ist die kürzeste internationale Überfahrt in der Gegend. Von Saranda nach Korfu brauchst du 30 bis 45 Minuten mit dem Schnellboot oder 55 bis 70 Minuten mit der Fähre (Fahrplan von Ionian Seaways, Stand 13.09.2026). Der Personalausweis reicht. Achtung: Einen Mietwagen von Korfu darfst du nicht nach Albanien mitnehmen, das steht ausdrücklich bei der Reederei. Du fährst also als Fußgänger hinüber und organisierst auf albanischer Seite einen Transfer.

Wann ist Korfu am günstigsten?
In der Vor- und Nachsaison, also im Mai, Anfang Juni und von Mitte September bis Mitte Oktober. Dann sind Pauschalreisen und Mietwagen am günstigsten, und in den Badeorten findest du einen Parkplatz. Am teuersten sind die letzten Juliwochen und der ganze August, wenn sich die Ferien mehrerer Länder überschneiden.

Ist Korfu gut für einen Urlaub mit Kindern?
Ja, aber achte auf zwei Dinge: wie der Strand beschaffen ist und ob zwischen Hotel und Strand eine Straße verläuft. Die Ostküste hat das ruhigste Meer, aber viele Kiesstrände, Badeschuhe sind dort also praktisch. Flache Sandstrände mit sanftem Einstieg findest du eher im Norden und im Süden der Insel.

Wie lange sollte man auf Korfu bleiben?
Sieben Nächte sind ein vernünftiges Minimum, zehn bis vierzehn Tage sind ideal. Für uns funktioniert die Aufteilung am besten: vier Tage am Meer, zwei Tage mit dem Auto auf der anderen Seite der Insel und zum Schluss zwei Nächte in der Hauptstadt. Bei einem längeren Aufenthalt lohnt es sich, einmal umzuziehen und an zwei verschiedenen Küsten zu wohnen.

Wie geht es weiter?

  • Sehenswürdigkeiten auf Korfu: konkrete Orte von den venezianischen Festungen über das Achilleion bis zum Canal d’Amour. Wann und wohin weißt du jetzt, fehlt nur noch, was du dort machst.
  • Wetter auf Korfu: Luft- und Wassertemperaturen nach Monaten, Niederschläge und die Antwort darauf, warum Korfu grüner ist als der Rest Griechenlands.
  • Welche griechische Insel passt zu mir? Einundzwanzig Ziele für Familien, Paare, Party und Ruhe, falls du noch überlegst, ob es wirklich Korfu sein soll.
  • Wohin im September ans Meer: warum der September der beste Monat fürs Mittelmeer ist und wie sich Korfu im Vergleich mit anderen Zielen schlägt.
  • Sehenswürdigkeiten in Albanien: Wenn du Korfu mit dem Festland gegenüber verbinden willst, findest du hier fünfunddreißig Tipps von dort.

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