Tschechien · 16.10.2026

Skigebiet Keilberg (Klínovec): Pisten, Skipass-Preise, Fichtelberg-Verbund und Nachtskifahren

Aktualizováno 1.11.2026

Wer am Fichtelberg im Lift sitzt, schaut direkt hinüber: Auf der anderen Seite des Tals steht der Keilberg, tschechisch Klínovec, mit 1.244 m der höchste Gipfel des Erzgebirges und 30 Meter höher als der Fichtelberg. Von Chemnitz bist du in gut einer Stunde dort, von Dresden oder Leipzig in rund zwei. Auf den Gipfel bringen dich drei schnelle Vierersesselbahnen mit orangefarbenen Hauben, und von oben fährst du nach Norden ins Dorf Loučná pod Klínovcem (Böhmisch Wiesenthal), nach Süden bis hinunter nach Jáchymov (Sankt Joachimsthal) oder auf einem langen Skiweg hinüber zum Neklid bei Boží Dar (Gottesgab). Mit einem Mehrtagesskipass fährst du außerdem kostenlos mit dem Skibus zurück nach Sachsen an den Fichtelberg.

Das Skigebiet Keilberg hat aber auch Schattenseiten, die in keinem Prospekt stehen. An Wochenenden und Feiertagen sind die Parkplätze früh voll und an den Liften bilden sich Schlangen, der Tagesskipass gilt am Fichtelberg nicht, und abends ist nur eine einzige Piste beleuchtet. Wir haben zusammengetragen, welche Pisten und Bahnen es am Keilberg gibt, was der Skipass im Winter 2026/27 kostet, wie der Verbund mit Oberwiesenthal funktioniert, wohin mit Kindern, wo du parkst und wo du übernachtest.

Skigebiet Keilberg auf einen Blick

  • Gefahren wird ungefähr zwischen 750 und 1.244 m: am Nordhang über Loučná pod Klínovcem, am Südhang über Jáchymov und am benachbarten Neklid. Der Betreiber nennt 31,5 km Pisten, 5 Sesselbahnen, 8 Schlepplifte und 5 Förderbänder für Kinder.
  • Der Tagesskipass für Erwachsene kostet im Winter 2026/27 an der Kasse 1.250 Kč (ca. 50 €), für Kinder (Jahrgang 2012 bis 2020) 750 Kč, für Senioren 1.130 Kč. Kinder ab Jahrgang 2021 fahren gratis. Im Onlineshop ist der Skipass meist günstiger.
  • Mehrtagesskipässe ab 1,5 Tagen gelten automatisch auch am Fichtelberg, zusammen sind das 47 km Pisten. Zwei Tage kosten 2.440 Kč (ca. 98 €). Ein Tagesskipass gilt auf der deutschen Seite nicht.
  • Nachtskifahren gibt es von 18 bis 21 Uhr auf der blauen Dámská, einer der längsten Flutlichtpisten Tschechiens. Der Abendskipass kostet 690 Kč (ca. 28 €), Tages- und Saisonskipässe gelten abends nicht.
  • Parken ist kostenlos, auf mehr als 2.000 Plätzen in Loučná pod Klínovcem, unter der Jáchymovská-Piste und am Neklid. Am Wochenende solltest du vor 9 Uhr da sein.
  • Die Saison gehört zu den längsten in Tschechien. Im Winter 2025/26 lief der Betrieb am Keilberg 135 Tage. Den Saisonstart 2026/27 hat das Skigebiet noch nicht bekannt gegeben, in den letzten Jahren ging es Anfang Dezember los.

Skigebiet Keilberg in Zahlen

Hinter dem Skiareál Klínovec steht die Firma des Unternehmers Petr Zeman, die das Gebiet seit der Privatisierung Anfang der 90er-Jahre besitzt. Ein Skipass deckt heute drei Teile ab: den Keilberg selbst mit Nord- und Südhang, den per Skiweg angebundenen Neklid bei Boží Dar und die kleinen Kinderskigebiete Za Prahou und Hranice direkt in Boží Dar.

Wie groß das Skigebiet ist, hängt davon ab, wen du fragst, denn jede Quelle zählt etwas anderes. Das tschechische Portal SNOW.cz kommt für den Keilberg allein auf 18,2 km Pisten, ein älterer Text auf der Website der Stadt Jáchymov auf 18 km, der Betreiber für das ganze Gebiet einschließlich Neklid und Boží Dar auf 31,5 km. Darin stecken auch Skiwege und die gut fünf Kilometer lange Verbindung Rondo. In die Tabelle haben wir die Angaben aus der offiziellen Pisten- und Liftübersicht übernommen.

KennzahlSkigebiet Keilberg (Klínovec)
Höhenlageca. 750 bis 1.244 m (Talstation der Bahn aus Jáchymov 752 m), bis zu 490 m Höhenunterschied auf einer Piste
Pisten31,5 km laut Betreiber inklusive Neklid und Boží Dar, blau, rot und schwarz, am längsten Lázeňská (3,4 km) und Jáchymovská (2,95 km)
Bahnen5: Vierersesselbahnen Mapy.com Express, CineStar Express, Dámská und Přemostěná, am Neklid die Dreiersesselbahn Štikovka
Schlepplifte und Förderbänder8 Schlepplifte (U Zabitého, Miniareál, Slalomák, zwei am Neklid, drei in Boží Dar) und 5 Förderbänder für Kinder
Beschneiungauf den meisten Pisten, laut SNOW.cz 9,6 km am Keilberg selbst
Betriebszeitenmeist 9 bis 16 Uhr
Nachtskifahren18 bis 21 Uhr auf der Dámská, an ausgewählten Wochentagen
Parkenkostenlos, über 2.000 Plätze auf den Parkplätzen P1 bis P7
VerbundInterskiregion Fichtelberg–Klínovec, 47 km Pisten mit dem Mehrtagesskipass
BetreiberSKIAREÁL KLÍNOVEC s.r.o., Loučná pod Klínovcem 207, Infotelefon +420 415 240 240
Bergstation einer Vierersesselbahn mit orangefarbenen Hauben auf dem Gipfel des Keilbergs im Nebel, ringsum Skifahrer und verschneite Fichten
Bergstation einer der Haubensesselbahnen auf dem Keilberg, Februar 2023. Nebel und Raureif sind hier oben nichts Besonderes. Foto: Britta Beck, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Pisten am Keilberg: Nordhang, Jáchymov und Neklid

Im Grunde besteht der Keilberg aus drei Welten. Der Nordhang über Loučná pod Klínovcem ist der Hauptbereich und am vollsten, mit eher kurzen Pisten, die du in einem Zug durchfährst. Am Südhang über Jáchymov liegen die beiden längsten Abfahrten des Gebiets. Und der Neklid bei Boží Dar ist kleiner, ruhiger und fest in der Hand der Snowboarder. Die Bergstationen am Nordhang liegen nah beieinander, sodass du leicht zwischen den Pisten wechselst. Zur Jáchymovská musst du laut SNOW.cz von der Hauptbahn etwa 100 Meter skaten.

Die Schwierigkeitsgrade richten sich in diesem Text nach der offiziellen Betriebsübersicht (die Daten übernimmt auch HolidayInfo). Die erste Zahl ist die Länge in Metern, die zweite der Höhenunterschied.

Nordhang: Dámská, Pařezovka, U Zabitého und Přemostěná

Dámská („Damenpiste“, blau, 1.450 m, 230 m) ist die meistbefahrene Piste am Keilberg. Sie ist sanft, schwingt in leichten Kurven ins Tal, wurde 2018 verbreitert und führt an der gleichnamigen beheizten Haubensesselbahn entlang. Morgens ideal zum Einfahren, gegen Mittag voller Anfänger. Abends liegt sie unter Flutlicht.

Pařezovka (rot, 1.500 m, 285 m) ist für uns die angenehmste Piste am Nordhang. Mittelbreit, stellenweise wellig, gut überschaubar, und sie endet direkt an der Hauptbahn CineStar Express. 2011 hat das Skigebiet sie fast auf die doppelte Länge gebracht. In der Mitte quert sie auf einer Brücke die Straße, danach fällt ein kurzes, steileres Stück ab.

U Zabitého („Beim Erschlagenen“, schwarz, 850 m, 180 m) ist die einzige schwarze Piste am Nordhang und eine der ältesten am Keilberg. Woher der Name kommt, weiß heute niemand mehr genau. Erzählt wird von einem Toten, der hier gefunden wurde, aber auch von einem tödlich verunglückten Rennläufer. Hinauf geht es mit einem Bügellift, den SNOW.cz eine legendäre „Tatrapoma“ nennt, und laut derselben Quelle ist die Piste eher auf dem Papier schwarz: Die breite „Trommel“ in der Mitte ist gut einsehbar und nicht besonders schwierig.

Přemostěná („die Überbrückte“, rot, 1.650 m, 243 m) ist die längste Piste am Nordhang. Oben hat sie eine S-Kurve und dort, wo sie über die Straßenbrücke führt, eine deutliche Kuppe. Sie wird von der langsameren Vierersesselbahn Přemostěná (früher Suzuki) bedient, deshalb ist hier meist weniger los. Daran schließt das frühere Gebiet des Sportvereins TJ Jáchymov an, mit dem roten Slalomák (500 m, 150 m) und der sanften blauen Turistická (1.700 m, 243 m), auf die sich nicht so viele verirren.

Unten am Hang liegt das Übungsgelände Pod Zámečkem (blau, 450 m) mit dem Miniareál, der Skicross-Strecke SCross und dem Funpark. Ein guter Ort für die ersten Schwünge, nur am Samstagvormittag ist dort viel Betrieb.

Südhang: Jáchymovská und Lázeňská

Jáchymovská (rot, 2.950 m, 490 m) entstand in der Saison 2014/15 zusammen mit der Bahn aus Jáchymov, und SNOW.cz nennt sie treffend eine Autobahn. Sie ist 50 bis 100 Meter breit. Nach dem flachen Start am Gipfel folgt ein langer Mittelteil, der allmählich steiler wird, dann ein schmalerer Quergang, eine Kurve und zum Schluss ein steilerer, breiter Zielhang bis zur Talstation. Drei Kilometer am Stück spürst du in den Oberschenkeln, und für uns ist das die beste Abfahrt am Keilberg.

Lázeňská („Kurpiste“, blau, 3.400 m, 490 m) ist die längste Piste des Gebiets und endet ebenfalls an der Talstation in Jáchymov. Über sie kommt auch vom Gipfel ins Tal, wem die rote Jáchymovská zu schwer ist. Der Eigentümer des Skigebiets zählte sie 2025 in einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny zusammen mit der Jáchymovská zu den längsten Pisten Tschechiens.

Unter der früheren Einersesselbahn verläuft die ursprüngliche, schmale Freeride-Jáchymovská (zwei schwarze Abschnitte, zusammen 2,5 km). Sie wird nicht präpariert und nur bei genug Naturschnee geöffnet. Das Skigebiet ergänzt, dass Freerider bei passenden Bedingungen etwa zwei Kilometer unpräparierte Strecken zur Verfügung haben.

💡 Prüf die Bahn aus Jáchymov, bevor du losfährst. Der Mapy.com Express führt über eine sehr windige Trasse und steht bei starkem Wind still. SNOW.cz rät, auf die Infotafel am Kreisverkehr in Jáchymov zu schauen, wir würden schon vor der Abfahrt zu Hause den Liftstatus auf klinovec.cz öffnen. Fährt die Südbahn nicht, nimm den Weg über Boží Dar zu den Parkplätzen in Loučná.

Neklid, Rondo und Boží Dar

Seit 2018 verbindet ein Skiweg den Keilberg mit dem benachbarten Neklid. In der offiziellen Übersicht heißt er Spojovací cesta Rondo (Verbindungsweg Rondo), eine blaue Abfahrt mit 5,2 km Länge und 500 m Höhenunterschied. Am Neklid gibt es die Dreiersesselbahn Štikovka, zwei Schlepplifte und sechs Pisten: die blaue Křižná, die roten Levá, U Pomy, Moser und Karásek I und die schwarze Karásek II. Es ist der kleinere und ruhigere Teil des Gebiets, und wenn am Nordhang zu viel los ist, flüchten wir am liebsten hierher.

Um die Verbindung zwischen Keilberg und Neklid wird seit Jahren gestritten: Ist das ein Forstweg oder eine ohne Genehmigung gebaute Piste? Gerichte haben Beamte und den Bauherrn rechtskräftig verurteilt, im August 2026 reichte die Oberste Staatsanwältin eine weitere Verwaltungsklage ein. Das Skigebiet hat im September 2025 aber angekündigt, dass nichts wieder aufgeforstet wird und alle Pisten und Verbindungen voll in Betrieb sind. Sollte sich das im Lauf des Winters ändern, siehst du es in der Betriebsübersicht auf der Website.

In Boží Dar gehören zwei kleine Kinderskigebiete zum Areal, Za Prahou und Hranice, mit blauen Pisten bis 600 Meter und drei Schleppliften. Sie eignen sich für die ersten Tage auf Skiern, und der Keilberg-Skipass gilt auch dort.

Snowparks und Skitouren

Der große CineStar Snowpark liegt am Neklid zwischen den Pisten Moser und Karásek. Er hat fünf Plattformen mit Kickern in zwei Größen, Rails, Boxen, ein Wallride und eine Wave Line voller Wellen und Steilkurven. Freestyle hat am Neklid eine lange Tradition, im Frühjahr findet hier der RETRO JAM statt. Der kleinere Funpark Klínovec mit einer leichteren Funline und eigenem Lift liegt im Miniareál am Nordhang. Beide Parks sind von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

Skitourengeher haben am Keilberg ein eigenes Netz markierter Routen an den Pistenrändern, von kurzen Aufstiegen unter der Dámská-Bahn bis zur 2,8 km langen Stará Jáchymovská vom Parkplatz P5 auf den Gipfel. Für jede Route gibt das Skigebiet an, ob sie nur morgens, nur abends oder den ganzen Tag von 6:30 bis 21:30 Uhr freigegeben ist. Vorgeschrieben sind ein rotes Blinklicht, auch bei guter Sicht, und höchstens 5 Meter Abstand zum Pistenrand.

Bahnen und Betriebszeiten

Das Rückgrat des Gebiets sind drei kuppelbare Vierersesselbahnen mit orangefarbenen Hauben. Mehr davon hat laut dem Eigentümer kein anderes Skigebiet in Tschechien. Die erste, den CineStar Express, baute das Areal 2011 anstelle von drei alten Schleppliften. Die Bahn aus Jáchymov fährt seit Dezember 2014 und ersetzte einen Einersessellift von 1965. Einige Bahnen wurden in den letzten Jahren nach Sponsoren umbenannt, auf älteren Karten findest du deshalb noch Prima Express (heute Mapy.com Express) und Suzuki (heute Přemostěná).

BahnVon wo nach woLängeKapazität
A Mapy.com Expressvon Jáchymov (752 m) auf den Gipfel, mit Haube, für Jáchymovská und Lázeňská2.168 m2.400 Pers./h
B CineStar ExpressHauptbahn am Nordhang, mit Haube, erschließt alle Nordpisten1.250 m2.400 Pers./h
D Dámskávon Loučná pod Klínovcem auf den Gipfel, mit Haube und Sitzheizung, fährt auch abends1.240 m2.200 Pers./h
C PřemostěnáVierersesselbahn ohne Haube zu Přemostěná, Slalomák und Turistická1.050 m2.400 Pers./h
K Neklid ŠtikovkaDreiersesselbahn am Neklid beim Snowpark1.000 m1.900 Pers./h

Pisten und Bahnen laufen meist von 9 bis 16 Uhr, abends von 18 bis 21 Uhr nur die Dámská. Die Kassen öffnen 15 Minuten vor dem Liftstart und schließen spätestens 15 Minuten nach Betriebsende. Zum Nachtskifahren öffnen sie eine halbe Stunde vor Beginn und schließen um 19:30 Uhr. Im Frühjahr, wenn nur noch ein Teil des Gebiets läuft, ändern sich Betriebszeiten und Preise, schau dann auf die Website.

Dank des Nordhangs über 1.000 Metern und der Beschneiung dauert die Saison am Keilberg meist lang. Im Winter 2025/26 wurde 135 Tage gefahren, und Mitte April lief die Nordseite noch. Den Start der Saison 2026/27 hat das Skigebiet noch nicht bekannt gegeben. In den Vorjahren ging es zum Beispiel am 8. Dezember 2023 und am 6. Dezember 2024 los.

Orangefarbene Hauben der Vierersesselbahn von Jáchymov auf den Keilberg über einem Spielplatz an der Bergstation, im Hintergrund das Erzgebirge im Abendlicht
Die Sesselbahn aus Jáchymov kurz unter dem Gipfel des Keilbergs an Silvester, als auf den Wiesen ringsum nur Kunstschnee lag. Foto: ŠJů, Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Skipass-Preise im Skigebiet Keilberg (2026/27)

Anders als viele andere Skigebiete hat der Keilberg seine Preise für den Winter 2026/27 schon im Herbst veröffentlicht, und zwar mit festen Kassenpreisen in tschechischen Kronen. Die Skipässe kommen auf Chipkarten mit 50 Kč (ca. 2 €) Pfand. Bei Kindern und Senioren verlangt die Kasse einen Ausweis mit dem Geburtsjahr. Im Onlineshop verspricht das Skigebiet „die günstigsten Preise der ganzen Saison“, den konkreten Onlinepreis siehst du aber erst beim Kauf. Die Euro-Beträge in den Tabellen sind nur grobe Umrechnungen (1 € ≈ 25 Kč).

Die Kategorien richten sich nach dem Geburtsjahr: Kinder gratis gilt für Jahrgang 2021 und jünger, Kinder für Jahrgang 2012 bis 2020, Erwachsene für 1965 bis 2011 und Senioren für 1964 und älter. Inhaber des tschechischen Schwerbehindertenausweises ZTP zahlen den Seniorenpreis, Kinder mit ZTP fahren gratis.

Skipass, Winter 2026/27 (Kasse)ErwachseneKinderSenioren
1 Tag1.250 Kč (50 €)750 Kč (30 €)1.130 Kč (45 €)
4 Stunden1.130 Kč (45 €)680 Kč (27 €)1.020 Kč (41 €)
3 Stunden1.060 Kč (42 €)640 Kč (26 €)950 Kč (38 €)
Nachmittag 14 bis 16 Uhr500 Kč (20 €)300 Kč (12 €)450 Kč (18 €)
Abend 18 bis 21 Uhr690 Kč (28 €)410 Kč (16 €)620 Kč (25 €)
Abend 19 bis 21 Uhr560 Kč (22 €)340 Kč (14 €)500 Kč (20 €)
Punktekarte 100 Punkte1.250 Kč (50 €)750 Kč (30 €)1.130 Kč (45 €)
Saisonkarte Keilberg17.500 Kč (700 €)10.500 Kč (420 €)15.750 Kč (630 €)

Tages-, Stunden-, Punkte- und Saisonkarten gelten nur am Keilberg (inklusive Neklid und Boží Dar), nicht am Fichtelberg und nicht beim Nachtskifahren. Die Punktekarte lohnt sich, wenn du nur ein paar Fahrten machst: Der Mapy.com Express kostet 20 Punkte, die übrigen Sesselbahnen 15, die Schlepplifte 5 bis 10 Punkte. Die Punkte gelten den ganzen Winter.

Mehrtagesskipässe gelten in der gesamten Interskiregion Fichtelberg–Klínovec. Senioren zahlen hier den Erwachsenenpreis, ermäßigt sind nur Kinder.

Mehrtagesskipass InterskiregionErwachseneKinder
1,5 Tage (ganzer Tag + zweiter Tag bis 13 Uhr oder ab 12 Uhr + ganzer zweiter Tag)2.140 Kč (86 €)1.280 Kč (51 €)
2 Tage2.440 Kč (98 €)1.460 Kč (58 €)
3 Tage3.560 Kč (142 €)2.140 Kč (86 €)
4 Tage4.630 Kč (185 €)2.780 Kč (111 €)
5 Tage5.630 Kč (225 €)3.380 Kč (135 €)
6 Tage6.560 Kč (262 €)3.940 Kč (158 €)
7 Tage7.440 Kč (298 €)4.460 Kč (178 €)
3 aus 5 Tagen / 5 aus 7 Tagen3.660 / 5.780 Kč (146 / 231 €)2.200 / 3.470 Kč (88 / 139 €)
Saisonkarte Interskiregion18.500 Kč (740 €)11.100 Kč (444 €)

Ein paar Dinge, die du wissen solltest:

  • An der Kasse kannst du keinen Skipass im Voraus für die nächsten Tage kaufen. Stunden-, Tages- und Mehrtageskarten gelten ab dem Kauftag und sind ab dem ersten Drehkreuz an dich gebunden.
  • Einzelfahrten mit den Bahnen B, C, D oder K kosten 250 Kč (ca. 10 €), Berg- und Talfahrt mit der Dámská 310 Kč. Der Mapy.com Express aus Jáchymov kostet 310 Kč bergauf und 380 Kč (ca. 15 €) hin und zurück. Praktisch für Begleiter ohne Ski, die auf den Gipfel wollen.
  • Der CzechSkipass 2026/27, eine tschechienweite Saisonkarte für 17.990 Kč (Erwachsene, ca. 720 €), gilt tagsüber auch am Keilberg. Verkauft wird er hier aber nur im Büro des Skigebiets in Loučná pod Klínovcem 207.
  • Schulgruppen und Gruppen ab 15 Personen haben eine eigene, günstigere Preisliste. Für Schulen gilt sie nur an Werktagen und nur am Keilberg und in Boží Dar, nicht am Fichtelberg.
  • Im Herbst gibt es oft Rabatt auf Saisonkarten. Im September 2025 verkaufte das Skigebiet sie im Onlineshop mit bis zu 30 % Nachlass.

💡 Für zwei Tage lohnt sich der Mehrtagesskipass. Zwei Tageskarten hintereinander kosten 2.500 Kč, der Zweitagesskipass 2.440 Kč, und er gilt zusätzlich am Fichtelberg. Und wer am Samstag erst zum Mittagessen ankommt, nimmt den Skipass für 1,5 Tage für 2.140 Kč, der ab 12 Uhr und den ganzen Sonntag gilt.

Nachtskifahren am Keilberg

Abends wird am Keilberg auf der blauen Piste Dámská gefahren: 1.450 Meter lang, 230 m Höhenunterschied, bis zu 45 m breit. Das Skigebiet führt sie als eine der längsten Flutlichtpisten Tschechiens und präpariert sie vor dem Abendbetrieb jedes Mal neu. Hinauf geht es mit der Vierersesselbahn Dámská mit Haube und Sitzheizung, und die weißt du an einem Januarabend auf dem Erzgebirgskamm mehr zu schätzen als alles andere.

Das Nachtskifahren läuft von 18 bis 21 Uhr nach einem Plan, den das Skigebiet auf der Seite Večerní lyžování (Nachtskifahren) veröffentlicht. Im Winter 2023/24 waren das Mittwoch, Freitag und Samstag bis Mitte März. Die Kasse öffnet um 17:30 Uhr und schließt um 19:30 Uhr. Der Abendskipass kostet im Winter 2026/27 für Erwachsene 690 Kč (ca. 28 €), ab 19 Uhr 560 Kč. Tages-, Mehrtages- und Saisonskipässe gelten abends nicht. Geparkt wird kostenlos in Loučná pod Klínovcem (P1, P2, P3), an der Dámská haben abends die Après-Ski Bar und ein Imbissstand offen.

Für uns ist das Nachtskifahren am Keilberg vor allem etwas für Leute aus der Gegend, für die es heißt: nach der Arbeit noch auf die Piste. Aus Dresden oder Leipzig würden wir für drei Stunden auf einer einzigen blauen Piste nicht anreisen, als Abschluss eines Skitags am Fichtelberg oder am Neklid ergibt es aber Sinn. Bedenke auch, dass am Fichtelberg abends länger und günstiger gefahren wird (mehr dazu unten). Einen Überblick über weitere Flutlichtpisten in Tschechien findest du in unserem Artikel zum Nachtskifahren.

Verbund mit dem Fichtelberg: die Interskiregion

Der Keilberg und der Fichtelberg über Oberwiesenthal sind die beiden größten Skigebiete des Erzgebirges und stehen sich über das Tal des Grenzbachs Pöhlbach (Polava) gegenüber. Zusammen bilden sie die Interskiregion Fichtelberg–Klínovec mit 47 km Pisten. Auf Skiern verbunden sind sie nicht, zwischen beiden Bergen pendelt ein Skibus.

Die wichtigste Regel: Am Fichtelberg gilt nur ein Skipass ab 1,5 Tagen, egal ob am Keilberg oder am Fichtelberg gekauft. Ein Tagesskipass vom Keilberg gilt in Deutschland nicht, und umgekehrt genauso. Wer nur einen Tag Zeit hat und beide Berge fahren will, braucht zwei Skipässe.

Verschneiter Keilberg mit Sendeturm auf dem Gipfel und Pistenschneisen über einer Inversionswolkendecke, Blick vom Fichtelberg über vereiste Fichten
Der Keilberg mit Sendeturm und Pistenschneisen über der Inversion, fotografiert vom Fichtelberg. Genau diesen Blick hast du von der anderen Seite der Interskiregion. Foto: Rdc (bearbeitet von Ch vik), Wikimedia Commons, gemeinfrei

Skibus zwischen Keilberg und Fichtelberg

Zwischen den Gebieten fährt die kostenlose Linie A: Klínovec, Parkplatz Háj, Lesní Zámeček, Neklid, Boží Dar an der Kirche, Sachsenbaude und Fichtelberg. Im Winter 2025/26 fuhr sie vom 25. Dezember bis 15. März einmal pro Stunde, ab Háj von 9 bis 16 Uhr mit Mittagspause, vom Fichtelberg zurück von 9:30 bis 16:30 Uhr. Von Boží Dar zum Fichtelberg brauchte der Bus laut Fahrplan 10 Minuten. Vorsicht bei Websites, die von einem Skibus alle zehn Minuten schreiben, das stimmt nicht.

Die weiteren Linien B, C und D durch die umliegenden Orte kosteten 20 Kč für Erwachsene und 10 Kč für Kinder, die unbegrenzte SKIBUS-Karte für den ganzen Winter 200 Kč (ca. 8 €). Manche Unterkünfte geben sie ihren Gästen gratis.

Der Fichtelberg in Zahlen

Der Fichtelberg (1.215 m) ist 30 Meter niedriger als der Keilberg und der höchste Berg Sachsens. Gefahren wird ab 911 m auf 10 Pisten mit 15,5 km Länge. Hinauf bringen dich die Fichtelberg-Schwebebahn, die älteste Luftseilbahn Deutschlands (1.175 m, 303 m Höhenunterschied), eine Vierersesselbahn und vier Schlepplifte. Betrieb ist täglich von 9 bis 16:30 Uhr, die Schwebebahn fährt bis 17 Uhr. Am Haupthang brennt das Flutlicht bis 21 Uhr.

Auf der deutschen Seite zahlst du in Euro, und die Preise hängen von drei Saisonzeiten ab (Vorsaison bis 18.12.2026, Hauptsaison bis 28.2.2027, Nachsaison ab 1.3.2027). In der Nachsaison kostet am Fichtelberg der Tagesskipass für Erwachsene 36 €, für Kinder von 7 bis 15 Jahren 28 €, das Nachtskifahren von 16:30 bis 21 Uhr 26 €. Auf jeden Skipass kommen 2 € Kartenpfand. Abends fährst du am Fichtelberg also länger und günstiger als am Keilberg.

Rote Kabine der Fichtelberg-Schwebebahn am Seil unterhalb des Fichtelberggipfels, gelbe Stütze und darunter Oberwiesenthal und grüne Hügel
Eine Kabine der Fichtelberg-Schwebebahn kurz unter der Bergstation, darunter Oberwiesenthal. Im Winter sind diese Hänge Pisten der Interskiregion. Foto: Salino01, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Für die Zukunft ist von einer Kabinenbahn die Rede, die den Keilberg direkt über das Tal mit Oberwiesenthal verbinden soll. Der Eigentümer des Keilbergs beschrieb sie 2025 als Projekt mit einem deutschen Partner in der Vorbereitungsphase, allein die Vorbereitung soll mindestens drei Jahre dauern. Bis dahin bleibt es beim Skibus.

Keilberg mit Kindern: Kinderpark, Skischule und Skiverleih

Für kleine Kinder gibt es am Keilberg den Dětský park u Huga (Kinderpark bei Hugo) mit zwei Förderbändern, einem Märchenslalom und einer kurzen Übungspiste. Kinder bis 6 Jahre fahren hier gratis, alle anderen zahlen 100 Kč für einen halben und 150 Kč (ca. 6 €) für einen ganzen Tag. Mit gültigem Keilberg-Skipass ist der Eintritt frei. Insgesamt hat das Gebiet fünf Förderbänder für Kinder, eins davon im Kinderskigebiet Hranice in Boží Dar. Ältere Anfänger machen auf der Dámská weiter, die das Skigebiet auch für Skikurse empfiehlt, wenn dort gerade nicht viel los ist.

Die offizielle Skischule des Gebiets ist die Ski School Klínovec. Sie sitzt an der Talstation des Mapy.com Express (Adresse Jáchymov 1065) und unterrichtet Ski und Snowboard, Kinder ab 3 Jahren. Du musst spätestens 48 Stunden vorher reservieren, und Anfängerkurse finden nur im Kinderpark statt. Die auf der Website veröffentlichten Preise:

Skischule1 Person2 Personen3 Personen
1 Lektion, 50 Min. (nur Kinder, Anfänger, Kinderpark)1.100 Kč (44 €)1.500 Kč (60 €)1.800 Kč (72 €)
2 Lektionen, 100 Min.1.900 Kč (76 €)2.500 Kč (100 €)3.300 Kč (132 €)
4 Lektionen, 200 Min.3.600 Kč (144 €)4.100 Kč (164 €)5.400 Kč (216 €)
2 Lektionen auf der Piste mit bevorzugtem Liftzugang2.490 Kč (100 €)3.680 Kč (147 €)5.070 Kč (203 €)

Gruppenunterricht für vier Personen kostet 3.600 Kč für zwei Lektionen, jede weitere Person 900 Kč (ca. 36 €). Der bevorzugte Liftzugang beim Unterricht auf der Piste ersetzt den Skipass, aber nur für die Dauer der Lektion.

Der Skiverleih ist an derselben Adresse. Ein Economy-Carving-Set (Ski oder Snowboard, Schuhe, Stöcke) kostet 490 Kč (ca. 20 €) pro Tag, Premium 650 Kč, ein Kinderset bis 140 cm 390 Kč, ein Helm 150 Kč. Leihen kannst du auch Tourenski (Set 890 Kč) und Kleidung. Der Service mit Schleifen und Wachsen (Malý Top) kostet 490 Kč. Das Skigebiet behält sich Preisänderungen während der Saison vor.

Mit kleinen Kindern würden wir einen Werktagvormittag und den Nordhang wählen: Vom Parkplatz in Loučná sind es nur ein paar Schritte zur Dámská, zu den Imbissständen und zu den Toiletten. Auf die Jáchymovská würden wir Kinder erst mitnehmen, wenn sie auf einer roten Piste überall anhalten können. Sie ist lang, oben flach und unten steil, und wer bis ganz hinunter fährt, muss mit der Bahn wieder hinauf.

Langlaufen rund um den Keilberg

Keilberg und Boží Dar sind auch ein Ziel für Langläufer. Von der Talstation der Dámská-Bahn führt ein maschinell gespurter Abschnitt der Erzgebirgsmagistrale (Krušnohorská lyžařská magistrála) nach Horní Halže (Oberhals), laut dem Langlaufportal Svět běžek etwa 8,5 km lang. Die ganze Magistrale führt weiter über Boží Dar bis Bublava (Schwaderbach), der mittlere Teil ist aber nicht immer gespurt. Wie viele Loipenkilometer das Skigebiet unterhält, steht auf seiner Website unterschiedlich (einmal 50 km, anderswo 146 km), wir halten uns deshalb einfach daran, dass es genug zu laufen gibt.

Die meisten Loipen liegen rund um Boží Dar. Die Tourismusagentur des Erzgebirges beschreibt einen 30-Kilometer-Rundkurs über Myslivny, Mrtvý rybník, Červená jáma, das verschwundene Dorf Háje und die Kapelle in Mílov, mit den Einkehrmöglichkeiten Krmelec und Maringotka unterwegs. Gespurt wird dort von der gemeinnützigen Gesellschaft 1. krušnohorská. Und auf der anderen Seite der Grenze hat Oberwiesenthal weitere 75 km Loipen. Wohin es in Tschechien sonst noch zum Langlaufen geht, liest du in unserem Artikel Langlauf in Tschechien.

Anreise ins Skigebiet Keilberg und Parken

Das Skigebiet hat zwei Haupteinstiege: Loučná pod Klínovcem im Norden (Parkplätze P1, P2, P3 an der Dámská und am CineStar Express) und Jáchymov im Süden (P4, P5 unter der Jáchymovská-Piste). Die dritte Möglichkeit ist der Neklid bei Boží Dar (P6, P7). Alle Parkplätze sind kostenlos, der Betreiber nennt über 2.000 Stellplätze. Der Hauptparkplatz unter der Dámská ist asphaltiert, der unter der Jáchymovská nur befestigt.

Mit dem Auto aus Sachsen, Berlin und Bayern

Aus Sachsen ist der Keilberg das nächstgelegene große Skigebiet auf der tschechischen Seite. Die Fahrzeiten haben wir mit einem Routenplaner berechnet, ohne Stau und Schnee:

  • Aus Chemnitz, Dresden und Leipzig fährst du über Annaberg-Buchholz nach Oberwiesenthal und über die Grenze nach Boží Dar. Von dort geht es entweder hinunter nach Jáchymov zu den Parkplätzen P4 und P5 oder hinüber nach Loučná zu P1 bis P3. Von Chemnitz sind es rund 60 km und gut eine Stunde, von Dresden und Leipzig jeweils rund 150 km und etwa zwei Stunden. Auf dieser Strecke fährst du in Tschechien keine Autobahn, eine Vignette brauchst du also nicht.
  • Aus Berlin sind es rund 330 km und knapp vier Stunden, ebenfalls über Sachsen und Oberwiesenthal. Für einen Tagesausflug ist das zu weit, für ein Wochenende mit Übernachtung passt es.
  • Aus Bayern fährst du über die A93 und Cheb (Eger) Richtung Karlovy Vary (Karlsbad) und dann über Ostrov nach Jáchymov. Von Nürnberg sind es rund 240 km und gut zweieinhalb Stunden, von München rund 320 km und gut dreieinhalb Stunden. Wenn du dabei die Autobahn D6 benutzt, brauchst du die tschechische E-Vignette (edalnice.gov.cz). Von Karlsbad sind es laut Betreiber nur 15 km bis zum Skigebiet. In Jáchymov biegst du am Kreisverkehr rechts ab zu den Parkplätzen P4 und P5 unter der Jáchymovská.

Bist du gerade in Prag, rechnet das Skigebiet mit 120 km, je nach Route über Chomutov nach Loučná oder über die Autobahn D6 und Karlsbad nach Jáchymov.

Das Hauptproblem am Keilberg sind die vollen Parkplätze an Wochenenden und Feiertagen. Bewertungen auf Snow-forecast und SNOW.cz beschreiben Tage, an denen nach 9 Uhr nirgends mehr ein Platz frei war und die Leute bis zum Neklid ausweichen mussten. Das Skigebiet selbst rät an Spitzentagen (zwischen Weihnachten und Silvester, an Wochenenden und in den tschechischen Winterferien), bis 9 Uhr anzukommen oder erst nach 16 Uhr zum Nachtskifahren zu kommen. Das können wir unterschreiben. Aus Dresden oder Leipzig würden wir am Samstag spätestens um sechs losfahren.

Ohne Auto: Bahn, Bus und Skibus

Ohne Auto kommst du von deutscher Seite am einfachsten über Oberwiesenthal hin, zum Beispiel mit der Schmalspurbahn Fichtelbergbahn ab Cranzahl oder mit dem Bus. Vom Fichtelberg fährt dann im Winter der kostenlose Skibus der Linie A über Boží Dar zum Keilberg (siehe oben). Die genauen Verbindungen für deinen Reisetag findest du in der Fahrplanauskunft.

Bist du gerade in Prag, gibt es den Expressbus CITY SKI, mit dem das Skigebiet zusammenarbeitet. Er fährt mehrmals pro Woche um 7 Uhr ab der Metrostation Dejvická in Prag (und ab dem Rondel in Plzeň). Im Preis sind Fahrt und Tagesskipass enthalten: 1.300 Kč (ca. 52 €) unter der Woche und 1.400 Kč am Wochenende. Der Bus parkt unter der Dámská und fährt nach Liftschluss zurück. Da allein der Tagesskipass an der Kasse 1.250 Kč kostet, ist das für uns die günstigste Art, am Keilberg Ski zu fahren. Mit Zug und Bus kommst du außerdem über Karlovy Vary und Jáchymov nach Boží Dar, Verbindungen findest du auf idos.cz.

Mit dem Wohnmobil

Im Winter dürfen Wohnmobile nur auf dem Parkplatz P2 in Loučná pod Klínovcem stehen, und nur mit bestätigter Reservierung über das Formular auf der Website des Skigebiets. Eine Nacht mit Strom kostet 400 Kč (ca. 16 €), ohne Strom 250 Kč, dazu kommen 500 Kč Pfand (nur bar) für die Karte und den Schlüssel zu Duschen und WC. Es gibt 16 Plätze mit Strom und 8 ohne, eine Entsorgungsstation fehlt. Wohnwagen-Gespanne dürfen im Winter auf keinen der Parkplätze.

Essen am Keilberg

Die Gastronomie am Keilberg ist vor allem Selbstbedienung und Imbiss, die Preise sind Bergpreise. Bezahlen kannst du überall in Kronen und in Euro, mit Karte nur an manchen Stellen. Die Übersicht laut Skigebiet:

  • Restaurace Pod Pařezem an der Talstation des CineStar Express, Selbstbedienung, fertige Gerichte und Gerichte nach Bestellung, täglich 10 bis 16 Uhr. Daneben die Après-Ski Bar CineStar.
  • Après-Ski Bar Dámská und Občerstvení pod Dámskou (Imbiss unter der Dámská) in Loučná, mit Hotdogs, Burgern, Langos, Pizza und Palatschinken. Beide haben auch beim Nachtskifahren offen.
  • Horní Imbiss auf dem Gipfel bei den Bergstationen von Dámská und CineStar Express, tschechische Klassiker, Germknödel mit Vanillesoße und Bombardino.
  • Restaurace U Staré Lanovky an der Bergstation der Bahn aus Jáchymov, mit fester Speisekarte.
  • Après-Ski Bar Jägermeister mit Grill an der Talstation des Mapy.com Express in Jáchymov und Občerstvení Moser mit Kamin an der Štikovka am Neklid.

SNOW.cz ergänzt noch die Pizzeria Sulla Neve am Ende der Pařezovka. Wer am Tisch bedient werden und sich Zeit lassen will, dem würden wir raten, zum Mittagessen nach Boží Dar abzufahren. Dort gibt es mehrere Restaurants und eine kleine Brauerei.

Unterkünfte am Skigebiet Keilberg

Der Keilberg war lange vor allem ein Berg für einen Tag, und direkt an den Pisten gibt es weniger Unterkünfte als etwa im Riesengebirge, das räumt auch der Eigentümer ein. Zur Wahl stehen drei Standorte: Loučná pod Klínovcem direkt unter dem Nordhang, Boží Dar (die höchstgelegene Stadt Mitteleuropas) zwischen Keilberg und Neklid und der Kurort Jáchymov unter dem Südhang. Die vierte Möglichkeit ist Oberwiesenthal auf der deutschen Seite. Wir haben fünf Unterkünfte ausgewählt, die wir auf Booking gefunden haben und bei denen Name und Ort zusammenpassen:

  • Sportcentrum Klínovec (Loučná pod Klínovcem). Pension direkt im Skigebiet, Booking nennt Ski-in/Ski-out und Skipassverkauf im Haus. Zimmer mit eigenem Bad und Kühlschrank, Frühstücksbuffet. Für alle, die morgens als Erste am Lift stehen wollen.
  • Hotel Praha (Boží Dar). Hotel mit Wellness, Hallenbad und Whirlpool, laut Booking ebenfalls mit Ski-in/Ski-out. Parken kostet extra. Eine gute Wahl, wenn Skifahren und Erholung zusammengehören.
  • Hotel Zelený Dům (Boží Dar). Historisches Gebäude von 1542 im Zentrum von Boží Dar, etwa 150 Meter von den Pisten, mit Restaurant mit tschechischer Küche und kostenlosem Skibus. Parken am Haus ist gratis.
  • Hotel Radium Palace (Jáchymov). Großes Kurhotel in einem Park mit Hallenbad, Sauna und Kuranwendungen mit Radonwasser. Zur Talstation der Bahn auf den Keilberg sind es mit dem Auto ein paar Minuten. Für alle, die nach der Piste in die Kur wollen.
  • AHORN Hotel Am Fichtelberg (Oberwiesenthal). Großes Hotel mit Hallenbad, Fitnessraum und Restaurant, etwa 1,7 km vom Fichtelberg. Wenn du einen Mehrtagesskipass hast und abwechselnd in Deutschland und Tschechien fahren willst, ist das eine praktische Basis.

Weitere Unterkünfte findest du für Loučná pod Klínovcem und Boží Dar. Hütten und Pensionen im ganzen Gebirge haben wir in der Übersicht Unterkünfte im tschechischen Erzgebirge zusammengestellt.

Wenn gerade kein Skiwetter ist

Wenn der Wind so stark bläst, dass die Bahnen stillstehen, oder wenn die halbe Familie nicht Ski fährt, gibt es gleich unterhalb des Berges ein paar gute Ziele. In Jáchymov hat das Aquacentrum Agricola ein Schwimmbecken, eine Rutsche, Whirlpools und die Saunawelt Saunový důl Agricola („Saunabergwerk“), in Boží Dar führt der kurze Ježíškova cesta (Christkindweg) über Bohlenstege durch das Gottesgaber Moor (Božídarské rašeliniště). Jáchymov gehört außerdem zur Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří auf der UNESCO-Welterbeliste, und von hier stammt der Taler, der dem Dollar seinen Namen gab.

Auf der deutschen Seite kannst du vom Fichtelberg auf der Rodelbahn abfahren, und Oberwiesenthal hat eine Kunsteisbahn. Auf den Gipfel des Keilbergs kommst du auch zu Fuß, den steinernen Aussichtsturm am geschlossenen Hotel hat Boží Dar renovieren lassen. Mehr Tipps für das ganze Gebirge findest du in unserem Artikel Tschechisches Erzgebirge: Wanderungen und Ausflugsziele.

Ein bisschen Geschichte: von Sprungschanzen zu Hauben-Sesselbahnen

Auf dem Gipfel des Keilbergs stand schon ab 1817 ein Aussichtsturm. Den heutigen steinernen Turm eröffnete der Erzgebirgsverein aus Sankt Joachimsthal 1884 als Kaiser-Franz-Josef-Turm, und 1893 kam ein Anbau mit Gästezimmern dazu, der bis zum Ersten Weltkrieg zu einem Hotel mit vierzig Zimmern wuchs. Die Ausflügler kamen aus den Karlsbader Bädern, erst mit der Kutsche, später mit dem Bus über die neue Straße bis auf den Gipfel.

Skigefahren wurde hier ab der Zwischenkriegszeit. Zuerst auf natürlichen Sprungschanzen, an denen sich tschechische und deutsche Springer trafen. Reste der größten sind laut Skigebiet bis heute im sogenannten Fuchsloch zu sehen. Dann wurden die ersten Pisten Dámská und U Zabitého in den Wald geschlagen. Nach 1945 lag der Keilberg im Grenzgebiet, und das Skifahren kehrte erst in den 60er-Jahren zurück: der erste Schlepplift an der U Zabitého, 1965 der Einersessellift aus Jáchymov, 1968 der Schlepplift an der Dámská und in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre die neuen Pisten Přemostěná und Pařezovka.

1991 kaufte bei der sogenannten kleinen Privatisierung eine Privatfirma das Gebiet, die heute Petr Zeman als Alleineigentümer gehört. Die Wende kam um 2010, als man sich nach seinen Worten entschied, „sich voll darauf zu konzentrieren“. Seitdem sind nach seinen Angaben deutlich über eine Milliarde Kronen (über 40 Mio. €) in das Skigebiet geflossen: CineStar Express 2011, Bahn und Piste Jáchymovská im Winter 2014/15, die Dámská mit Sitzheizung, die Verbindung zum Neklid 2018 und die Lázeňská. Aus einem regionalen Skiberg, der nach Zemans Worten von der Größe her „vielleicht in der zweiten Zehnergruppe“ der tschechischen Skigebiete lag, wurde eines der größten des Landes.

Das historische Hotel auf dem Gipfel verfällt derweil. Boží Dar, dem es gehört, zog im März 2025 einen Antrag auf EU-Fördermittel für die Sanierung über mehr als 400 Millionen Kronen (rund 16 Mio. €) zurück, und im Herbst 2026 war von einem möglichen Verkauf die Rede. SNOW.cz zählt die verfallenden Gebäude auf dem Gipfel zu den Minuspunkten des Skigebiets, und wir stimmen zu, auch wenn das holzverkleidete Hotel mit seinem Turm immer noch seinen Charme hat.

Rot gestrichenes hölzernes Berghotel auf dem Gipfel des Keilbergs mit steinernem Aussichtsturm, davor parkende Autos und Schneereste
Das geschlossene Berghotel mit dem steinernen Aussichtsturm auf dem Gipfel des Keilbergs, am letzten Tag des Jahres. Foto: ŠJů, Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Was wir anders machen würden

Der Keilberg verführt dazu, alles abzufahren: Jáchymovská, Lázeňská, Pařezovka, das Rondo zum Neklid, mit dem Skibus zum Fichtelberg und abends noch die Dámská. Das ist machbar, aber vor allem im Auto, in Schlangen und im Skibus. Die besten Tage am Keilberg sind für uns nicht die mit den meisten Kilometern.

Du musst nicht überall hin. Wenn am Nordhang zu viel los ist, nimm einfach den Südhang und fahr die Jáchymovská immer wieder. Drei Kilometer auf einer breiten Piste werden dir an einem Tag nicht langweilig, und die Bahn aus Jáchymov ist meist ruhiger als der CineStar Express.

Probier etwas aus. Statt noch einen Langos am Lift zu essen, fahr mit dem Skibus nach Boží Dar oder nach Oberwiesenthal und kehr in einem Lokal ein, das nirgends empfohlen wird. Böhmische und sächsische Küche haben jeweils ihre eigenen Knödel und Soßen, und den Unterschied schmeckst du hier an der Grenze am besten. In Jáchymov kannst du den Tag in der Sauna einer alten Bergbaustadt ausklingen lassen.

Und oben an der Bergstation, wo du bei klarem Wetter über Oberwiesenthal zum Fichtelberg schaust, bleib kurz stehen. Lass das Handy in der Tasche. Die Inversion unter dir, Frost auf der Skibrille und die Stille zwischen zwei Abfahrten merkst du dir auch ohne Foto.

Häufige Fragen zum Skigebiet Keilberg

Was kostet der Skipass am Keilberg?
Im Winter 2026/27 kostet der Tagesskipass an der Kasse 1.250 Kč (ca. 50 €) für Erwachsene, 750 Kč für Kinder (Jahrgang 2012 bis 2020) und 1.130 Kč für Senioren (Jahrgang 1964 und älter). Vier Stunden kosten 1.130 Kč, der Nachmittagsskipass von 14 bis 16 Uhr 500 Kč. Kinder ab Jahrgang 2021 fahren gratis. Im Onlineshop des Skigebiets ist der Skipass meist günstiger.

Gilt der Skipass vom Keilberg auch am Fichtelberg?
Nur der Mehrtagesskipass. Ein Skipass ab 1,5 Tagen, am Keilberg oder am Fichtelberg gekauft, gilt automatisch in der ganzen Interskiregion mit 47 km Pisten. Tages-, Stunden- und Punktekarten gelten nur am Keilberg. Der Zweitagesskipass kostet 2.440 Kč (ca. 98 €) für Erwachsene und 1.460 Kč für Kinder.

Wann ist Nachtskifahren am Keilberg und was kostet es?
Abends wird von 18 bis 21 Uhr auf der blauen Piste Dámská gefahren, die von einer Sesselbahn mit Haube und Sitzheizung bedient wird. Die Tage legt der Plan auf der Website des Skigebiets fest, im Winter 2023/24 waren es Mittwoch, Freitag und Samstag. Der Abendskipass kostet 690 Kč (ca. 28 €) für Erwachsene, ab 19 Uhr 560 Kč. Tages- und Saisonskipässe gelten abends nicht.

Was kostet das Parken im Skigebiet Keilberg?
Parken ist kostenlos. Das Skigebiet hat über 2.000 Plätze auf den Parkplätzen in Loučná pod Klínovcem (P1 bis P3), unter der Jáchymovská-Piste (P4, P5) und am Neklid (P6, P7). An Wochenenden und Feiertagen werden sie schnell voll, das Skigebiet rät, bis 9 Uhr anzukommen.

Wie viele Pistenkilometer hat der Keilberg?
Der Betreiber nennt 31,5 km Pisten einschließlich Neklid, Boží Dar und Skiwegen, der Keilberg allein hat laut SNOW.cz rund 18 km. Am längsten sind die blaue Lázeňská (3,4 km) und die rote Jáchymovská (2,95 km) mit 490 m Höhenunterschied. Zusammen mit dem Fichtelberg sind es mit dem Mehrtagesskipass 47 km.

Wie komme ich ohne Auto zum Keilberg?
Von deutscher Seite am einfachsten über Oberwiesenthal, das du mit der Fichtelbergbahn ab Cranzahl oder mit dem Bus erreichst. Vom Fichtelberg fährt im Winter der kostenlose Skibus der Linie A über Boží Dar zum Keilberg. Aus Prag gibt es den Expressbus CITY SKI ab der Metrostation Dejvická mit Abfahrt um 7 Uhr, inklusive Tagesskipass für 1.300 Kč unter der Woche und 1.400 Kč am Wochenende.

Ist der Keilberg gut zum Skifahren mit Kindern?
Ja. Der Kinderpark Dětský park u Huga hat zwei Förderbänder und einen Märchenslalom, Kinder bis 6 Jahre fahren dort gratis. Die Ski School Klínovec unterrichtet Kinder ab 3 Jahren, eine 50-Minuten-Lektion für ein Kind ohne Vorkenntnisse kostet 1.100 Kč (ca. 44 €). Ein Kinderset im Verleih kostet 390 Kč pro Tag. Für die ersten eigenen Abfahrten ist die blaue Dámská am besten.

Wann beginnt die Skisaison am Keilberg?
Den Saisonstart 2026/27 hat das Skigebiet noch nicht bekannt gegeben. In den letzten Wintern ging es Anfang Dezember los (8.12.2023, 6.12.2024), gefahren wird meist bis Ende März, auf der Nordseite auch bis in den April. Der Winter 2025/26 dauerte am Keilberg 135 Tage.

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