Albanien · 26.10.2026

Llogara Pass in Albanien: Passstraße oder Tunnel, Wandern, Übernachten

Aktualizováno 26.10.2026

Am Llogara Pass fährt man langsam, auch wenn man gar nicht in Eile ist. Die Straße, auf Albanisch Qafa e Llogarasë, schraubt sich von Vlora durch dichten Kiefernwald auf 1.027 Meter hinauf. Und dann, hinter einer einzigen Kurve, öffnet sich der Wald, und unter dir liegt das Ionische Meer. Nicht irgendein blauer Streifen am Horizont, sondern die ganze albanische Riviera auf einmal: der helle Strand von Palasa, die Dächer von Dhërmi und Wasser, das von oben fast unwirklich blau aussieht.

Wir sind zum ersten Mal am späten Nachmittag über den Llogara-Pass gefahren, als die Sonne direkt ins Meer sank, und haben so oft angehalten, dass wir für zwanzig Kilometer anderthalb Stunden gebraucht haben. Bereut haben wir keine Minute. Seit 2024 kannst du den ganzen Pass in sieben Minuten durch einen Tunnel umfahren, und viele machen das heute, ohne zu ahnen, was ihnen entgeht. Dabei kostet die alte Strecke nur ein paar Dutzend Minuten mehr. Und eine Nacht oben im Nationalpark und eine Nacht unten am Strand sind zwei völlig verschiedene Urlaube.

Llogara Pass auf einen Blick

  • Lage: Straße SH8 zwischen Vlora und der albanischen Riviera, im Keraunischen Gebirge oberhalb von Dhërmi.
  • Passhöhe: 1.027 m.
  • Nationalpark Llogara: gegründet 1966, Fläche 10,1 km².
  • Pass oder Tunnel: Der Llogara-Tunnel (eröffnet im Juli 2024, rund 6 km) verkürzt die Strecke von etwa 30 Minuten auf 7. Die alte Passstraße bleibt offen und kostenlos.
  • Maut im Tunnel: beschlossen sind 250 Lek (etwa 2,50 €) pro Richtung, Stand 18. Juli 2026 wurde sie aber nicht kassiert. Nimm sicherheitshalber ein paar Lek in bar mit.
  • Höchster Gipfel über dem Pass: Maja e Çikës, 2.045 m. Direkt über dem Sattel ragt die Maja e Qorrës (2.018 m) auf.
  • Beste Reisezeit: für uns Mai, Juni, September und Oktober. Im Hochsommer ist es oben voll und unten heiß, im Winter gibt es Nebel und Schnee.
  • Übernachten: oben im Nationalpark (kühl, still, Wald) oder unten in Dhërmi und Himara (Meer, Trubel, Saisonpreise).
  • Pack einen Pulli ein. Oben ist es oft mehrere Grad kühler als am Strand, und der Wind bläst kräftig.

Wo der Llogara Pass liegt und warum alle davon schwärmen

Das Keraunische Gebirge steigt im Süden Albaniens direkt aus dem Meer auf, und genau das macht den Llogara Pass so besonders: Nirgends sonst im Land hast du einen Zweitausender und einen Badestrand im selben Blickfeld. Die SH8 klettert von Vlora über die Orte Orikum und Dukat nach oben, überquert den Sattel auf 1.027 Metern und stürzt sich dann in Serpentinen hinunter zu den ersten Dörfern der Riviera: Palasa, Dhërmi, Vuno, Himara.

Aussichtsplattform am Llogara Pass hoch über der albanischen Riviera, im Hintergrund die Insel KorfuDie Aussichtsplattform am Llogara Pass, im Hintergrund Korfu. Foto: Albinfo, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.

Der Wald ringsum steht als Nationalpark Llogara unter Schutz, und das schon seit 1966. Mit rund 10,1 km² ist der Park klein, reicht aber praktisch vom Meeresspiegel bis zu den Gipfeln des Keraunischen Gebirges. Der höchste davon, die Maja e Çikës, misst 2.045 Meter und ist der höchste Berg an Albaniens Küste. Hier wachsen Kiefern und Tannen, die der Seewind über Jahrzehnte in eine Richtung gebogen hat, bis sie aussehen wie Fahnen.

Direkt über dem Sattel thront die Maja e Qorrës (2.018 m). Wer Lust hat, steigt vom Pass in etwa drei Stunden hinauf. Aber mal ehrlich: Die allermeisten Besucher kommen wegen dieser einen Kurve und des Blicks, der sich dort öffnet. Und schon dafür lohnt sich der Umweg, finden wir.

Ein bisschen Geschichte für die Kaffeepause. Der Pass heißt auch Qafa e Cezarit, Caesars Pass. Antiken Quellen zufolge zog Gaius Julius Caesar im Jahr 48 v. Chr. mit seinen Legionen hier hinüber. Er landete unten am Strand von Palasa, den du vom Aussichtspunkt aus wie auf dem Präsentierteller siehst, und marschierte über diesen Sattel ins Landesinnere, gegen Pompeius.

Llogara Pass oder Tunnel? Die wichtigste Entscheidung vor der Fahrt

Bis Juli 2024 gab es keine Wahl: Von Vlora an die Riviera ging es nur über den Sattel. Dann wurde der Llogara-Tunnel eröffnet, eine rund sechs Kilometer lange Röhre unter dem Berg und der längste Straßentunnel Albaniens. Die Strecke, für die man früher etwa eine halbe Stunde brauchte, schrumpfte auf sieben Minuten. Das Nordportal liegt bei Dukat, das Südportal unten bei Palasa an der Riviera. Beide Routen trennen und treffen sich also an denselben Stellen, nur dass die alte dazwischen einen Kilometer höher hinaufsteigt.

Eins muss man klar sagen: Die alte Passstraße ist weiterhin offen und weiterhin kostenlos. Der Tunnel hat sie nicht ersetzt, er umgeht sie nur. Weil Navis aber auf Zeit optimieren, schlagen dir Google Maps und Co. standardmäßig fast immer den Tunnel vor. Schau dir die Route vor dem Losfahren auf der Karte an: Verläuft sie fast gerade durch den Berg, bist du im Tunnel. Schlängelt sie sich, ist es die richtige.

Südportal des Llogara-Tunnels mit Betondach über der Einfahrt und einem Auto, das in der Röhre verschwindetDas Südportal des Llogara-Tunnels bei Palasa, eröffnet im Juli 2024. Das ist die schnelle Variante: sieben Minuten und null Aussicht. Foto: Tubjjni, CC0, Wikimedia Commons.
Alte PassstraßeLlogara-Tunnel
Fahrzeit für den Abschnittetwa 30 Minuten, mit Fotostopps gern 1,5–3 Stundenetwa 7 Minuten
Aussichtder Grund, warum du hier bistkeine
GebührkostenlosStand 18. Juli 2026 nicht erhoben, beschlossen sind 250 Lek (etwa 2,50 €) pro Richtung, 500 Lek (etwa 5 €) hin und zurück
Wann sinnvollbei klarem Wetter, beim ersten Besuch, auf dem Roadtripbei Nebel, Regen, nachts, wenn dir in Serpentinen schlecht wird

Die Tunnelmaut haben die albanischen Behörden im April 2026 beschlossen, am 18. Juli 2026 wurde aber immer noch nichts kassiert: Kameras am Tor lesen die Kennzeichen, Personal steht an der Schranke, nur Geld nimmt niemand. Ein offizielles Startdatum gab es nicht. Rechne also damit, dass die Gebühr jederzeit auftauchen kann. Ein paar hundert Lek in bar im Auto zu haben, ist ohnehin eine gute Idee.

Was wir machen würden: Richtung Süden über den Pass, zurück durch den Tunnel. So genießt du die Serpentinen einmal, hast die Aussicht aus der besseren Richtung (du fährst aufs Meer zu, nicht davon weg) und sparst auf dem Rückweg, wenn du meist müde bist und noch etwas anderes schaffen willst, eine halbe Stunde.

Anreise zum Llogara Pass: aus Deutschland, mit dem Auto und ohne

Aus Deutschland kommst du am schnellsten mit dem Flugzeug nach Tirana. Direktflüge gibt es von mehreren deutschen Flughäfen, welche Airlines an welchen Tagen fliegen, wechselt aber von Saison zu Saison, also schau in den aktuellen Flugplan. Vom Flughafen Tirana sind es auf der Straße rund 190 Kilometer bis zum Sattel, gut drei Stunden Fahrt. Eine beliebte Alternative ist ein Flug nach Korfu und die kurze Fähre hinüber nach Saranda. Von dort fährst du an der Riviera entlang nach Norden, bis zum Pass sind es etwa 85 Kilometer und gut zwei Stunden. Wer mit dem eigenen Auto oder Wohnmobil kommt, nimmt oft eine Fähre aus Italien nach Durrës, von dort sind es gut 160 Kilometer bis zum Llogara Pass.

Vor Ort ist das Auto am bequemsten, das gilt in Albanien fast überall. Die Straße ist asphaltiert und in gutem Zustand, aber schmal, steil und voller enger Kurven. Fahr bei Tageslicht, lass dir Zeit und rechne damit, dass dich jemand an Stellen überholt, an denen er es nicht sollte. Mit dem Wohnmobil oder einem größeren Transporter ist die Passstraße deutlich mehr Arbeit.

Blick vom Llogara Pass auf die Serpentinen, die zur Küste mit den Stränden von Palasa und Drymades hinunterführenBlick vom Sattel nach unten. Der helle Streifen mitten am Hang ist die alte Straße, die sich so bis zu den Stränden von Palasa und Drymades windet. Foto: Albinfo, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
VonEntfernung und FahrzeitHinweis
Vlora → Passetwa 40 km, 45–60 MinutenNordanfahrt, der Anstieg beginnt hinter Orikum und Dukat
Pass → Dhërmietwa 15–20 km, rund 30 MinutenSerpentinen hinunter zu den ersten Stränden der Riviera
Tirana → Llogaraetwa 180 km, rund 3 Stundenüber Vlora, typischerweise die erste Etappe Richtung Riviera

Ohne Auto geht es auch. Busse und Furgons (Sammeltaxis im Minibus) fahren auf der Linie Vlora–Saranda über den Pass, dazu gibt es direkte Verbindungen von Tirana nach Himara. Der Haken: Die Busunternehmen geben nirgends an, ob ein bestimmter Bus über den Sattel oder durch den Tunnel fährt, und seit der Tunnel offen ist, ändert sich das. Wenn dir die Aussicht wichtig ist, frag vor dem Einsteigen den Fahrer. Und rechne nicht fest mit einem Halt am Aussichtspunkt.

Die zweite Möglichkeit ist ein Tagesausflug ab Vlora oder ab den Orten an der Riviera. Die meisten Riviera-Touren schließen den Aussichtspunkt am Llogara-Pass ein und haben einen Fotostopp im Programm. Einfacher kommst du nicht auf den Pass, wenn du nicht selbst fahren willst.

Achtung beim Parken. An der Hauptaussichtsplattform gibt es wenig Platz, und im Sommer stehen nachmittags Autos am Straßenrand mitten in der Kurve. Am besten kommst du morgens vor neun, bevor die ersten Reisebusse eintreffen, oder nach fünf Uhr nachmittags, wenn das Licht direkt aufs Meer fällt und die Busse weg sind.

Was du am Llogara Pass außer einem Foto aus dem Auto machen kannst

Aussichtsplattform mit Blick bis nach Korfu

Der Klassiker. Ein Geländer am Rand des Abgrunds, unter dir ein Kilometer Leere und dann die Küste, die sich nach Süden schwingt. Bei guter Sicht erkennst du von der Plattform sogar Korfu. Am meisten genossen haben wir hier aber nicht die Plattform selbst, sondern ein Stück daneben: Dort kannst du ein paar hundert Meter am Grat entlang von den Leuten weggehen und hast denselben Blick für dich allein.

Pisha e Flamurit, die Fahnenkiefer

Das Wahrzeichen des Parks. Eine einzelne Kiefer, die der Seewind über Jahrzehnte so geformt hat, dass alle Äste in eine Richtung zeigen, wie eine Fahne im Wind. Sie steht an einem der leichten Rundwege im Park, und der Fünf-Minuten-Abstecher erzählt dir mehr über diesen Ort als der ganze Aussichtspunkt: So bläst es hier immer.

Die Kiefer Pisha e Flamurit im Nationalpark Llogara, die Äste vom Wind in eine Richtung gebogenPisha e Flamurit, die „Fahnenkiefer“ des Nationalparks Llogara. Foto: Albinfo, CC0, Wikimedia Commons.

Paragliding

Hoher Startplatz, warmes Meer direkt darunter und verlässliche Thermik. Deshalb ist Llogara einer der besten Paragliding-Spots in Albanien, und in der Saison bieten hier mehrere Agenturen Tandemflüge an. Gestartet wird am Hang beim Sattel, geflogen über der Küste, gelandet unten an den Stränden rund um Palasa. Auch wenn du selbst nicht fliegst, ist der Startplatz ein toller Aussichtspunkt, und fast immer breitet dort gerade jemand seinen Schirm aus.

Mit dem Fahrrad über den Pass

Llogara gehört zu den bekanntesten Anstiegen auf dem Balkan und hat seit Mai 2025 auch den Ritterschlag des großen Radsports: Die dritte Etappe des Giro d’Italia, von Vlora nach Vlora, kletterte von der südlichen Meerseite hinauf. Die misst vom Meer bis zum Sattel rund 10,5 Kilometer bei durchschnittlich 7,4 Prozent Steigung. Die Nordrampe ab Dukat ist länger und etwas sanfter, etwa 13,7 Kilometer und 861 Höhenmeter mit durchschnittlich 6,5 Prozent, an der steilsten Stelle aber über zehn. Schatten gibt es auf der Straße kaum, im Sommer fährst du also früh am Morgen oder gar nicht. Durch den Tunnel würden wir mit dem Rad nicht fahren, sechs Kilometer in einer geschlossenen Röhre mit Autoverkehr sind nichts fürs Fahrrad. Rauf und runter also über die alte Straße.

Besucherzentrum und Infotafeln

Unterhalb des Sattels steht ein neueres Besucherzentrum des Nationalparks, in dem du etwas über die Natur hier und die markierten Wege erfährst. Die Öffnungszeiten prüfst du am besten vor Ort, außerhalb der Saison ist es oft geschlossen.

Bunker

Auf dem Weg nach oben stößt du auf Betonbunker aus der Zeit des kommunistischen Regimes, unter anderem an einem ehemaligen Militärposten über der Riviera. In Albanien stehen sie überall, aber hier haben sie die beste Adresse von allen.

Wandern am Llogara Pass: die beliebtesten Touren

Der Sattel ist ein natürlicher Ausgangspunkt für mehrere markierte Wege, insgesamt hat der Park rund acht davon, vom Spaziergang bis zur ordentlichen Bergtour. Diese drei werden am häufigsten gegangen:

RouteLänge und GehzeitHöhenmeterSchwierigkeit
Rundweg durch den Nationalpark Llogara14 km, etwa 5 Stunden682 mleicht
Überschreitung der Maja e Qorrës (2.018 m) nach Dukat16 km, etwa 8 Stunden1.355 mschwer
Auf die Maja e Çikës (2.045 m), den höchsten Berg der albanischen Küste16 km, etwa 9 Stunden1.420 mschwer

Eine kürzere Variante für alle, die nicht den ganzen Tag in den Bergen verbringen wollen: vom Sattel nach Westen an den Antennen vorbei über den Gipfel der Maja e Thanasit (1.352 m) und dann hinunter zum Besucherzentrum und zum Touristendorf unterhalb des Passes. Insgesamt rund zehn Kilometer und ein schöner Kompromiss zwischen Grat und Wald.

Wer mehr als einen Tag hat, kann vom Pass zu einer mehrtägigen Überschreitung der Küstenberge aufbrechen: hinauf zur Maja e Qorrës, unterhalb ihres Gipfels auf den Hauptkamm und auf ihm bis zur Maja e Çikës. Das ist einer der schönsten Treks des Landes und ein völlig anderes Albanien als das am Strand.

Worauf du beim Wandern achten solltest. Der Grat ist ausgesetzt, Schatten gibt es kaum, und das Wetter schlägt schnell um. Unterwegs gibt es kein Wasser, nimm also alles mit, was du brauchst. Und pack auch im Sommer eine zusätzliche Schicht ein: Auf 2.000 Metern mit Wind vom Meer kann es gut fünfzehn Grad kälter sein als am Strand.

Beste Reisezeit für den Llogara Pass

Die Aussicht lohnt sich immer. Alles drumherum ändert sich im Lauf des Jahres aber ziemlich stark.

  • Mai und Juni: für uns die beste Kombination. Der Wald ist grün, die Wege leer, die Temperaturen angenehm zum Wandern, und unten kann man schon baden.
  • Juli und August: die Straße ist am vollsten, der Aussichtspunkt überlaufen und unten an der Küste herrscht eine Hitze, die an den Stränden regelmäßig über dreißig Grad liegt. Oben ist es erträglicher, aber die Parkplatzsuche ist die Hölle.
  • September und Oktober: das Meer noch warm, deutlich weniger Leute, Ruhe auf den Wegen. Wenn wir einen einzigen Monat wählen müssten, wäre es der September.
  • Winter: Schnee, Nebel und gelegentliche Sperrungen oben. Dann ergibt der Tunnel auch für alle Sinn, die sonst über den Sattel fahren würden.

Und noch einmal der Pulli, denn genau daran scheitert jeden Sommer jemand. In Vlora fährst du bei zweiunddreißig Grad im T-Shirt los, eine Stunde später stehst du auf tausend Metern im Wind und zitterst. Bei einem Ausflug, bei dem es vor allem um die Aussicht geht, ist das unnötig schade.

Übernachten am Llogara Pass: oben im Park oder unten am Meer

Diese Entscheidung ist am Llogara Pass wichtiger, als es aussieht. Der Sattel trennt zwei völlig verschiedene Welten, die nur zwanzig Fahrminuten auseinanderliegen, und je nachdem, auf welcher Seite du schläfst, hast du einen anderen Urlaub.

Oben im Nationalpark

Unterhalb des Sattels liegt das sogenannte Touristendorf Llogara: eine Ansammlung von Hotels, Pensionen und Bergrestaurants zwischen den Kiefern, aufgereiht entlang der Straße. Du schläfst im Wald, nachts hörst du nur den Wind, und morgens ist es auf der Terrasse selbst im August kalt. Die Restaurants hier sind bekannt für Lamm vom Spieß und Bergkäse, also für die Küche der albanischen Berge, nicht der Küste.

Für wen das passt: für alle, die wandern und früh am Morgen loswollen. Für Familien, denen im August die warmen Nächte an der Küste zu schaffen machen. Für jeden, der nach einer Woche am Strand eine Nacht Stille sucht. Und ehrlich gesagt auch für alle, die die lange Etappe von Tirana nach Süden fahren und die Serpentinen nicht im Dunkeln nehmen wollen.

Was du dafür in Kauf nimmst: Ans Meer musst du mit dem Auto, zu Fuß kommst du nicht an den Strand. Abends gibt es außer dem Restaurant deines Hotels nichts zu tun. Und außerhalb der Saison ist oben ziemlich tote Hose, ein Teil der Betriebe schließt. Die Unterkünfte sind meist günstiger als in erster Reihe in Dhërmi, aber nicht dramatisch, die Adresse ist gefragt.

Konkret stehen hier zum Beispiel das Hotel Alpin Llogara und das Llogora Tourist Village (auf Booking als Te’Dreri – Llogora Tourist Village gelistet). Die Preise ändern sich jede Saison, vergleichen lohnt sich also erst mit deinem konkreten Reisedatum.

Unterkünfte in Llogara und rund um den Pass ansehen →

Unten in Dhërmi und Palasa

Dhërmi ist das erste Riviera-Dorf unterhalb der Serpentinen und die klassische Antwort auf die Frage, wo man nach dem Pass schläft. Es hat zwei Gesichter: das alte Steindorf Dhërmi am Hang und den Strandteil unten am Wasser, wo sich in der Saison die meisten Hotels, Bars und die Musik ballen. Das benachbarte Palasa ist ruhiger und hat einen langen Kieselstrand, genau den, auf den du vom Aussichtspunkt hinunterschaust.

Der lange Strand von Palasa mit einer Hotelanlage am Meer, von oben vom Llogara Pass fotografiertPalasa von oben. Hinter dem Strandstreifen siehst du die neue Resortanlage, die hier innerhalb weniger Jahre entstanden ist. Foto: Liridon, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.

Für wen das passt: für alle, die vor allem ans Meer wollen und den Pass als Bonus unterwegs mitnehmen. Für alle, die abends aus dem Hotel treten und die Füße ins Wasser halten wollen.

Was du dafür in Kauf nimmst: Im Juli und August ist Dhërmi eine der teureren Adressen an der Riviera, und im Strandteil ist es abends laut. Einen ruhigen Urlaub suchst du hier in der Hauptsaison vergeblich.

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Unten in Himara

Himara liegt ein Stück weiter südlich, ist eher ein Städtchen als ein Badeort und hat auch außerhalb der Saison ein normales Leben: Geschäfte, eine Promenade, ein paar kleinere Strände in Gehweite und weitere Buchten ringsum. Übernachten ist hier meist günstiger als in Dhërmi, und für Bootsausflüge hast du es nicht weit.

Für wen das passt: für einen längeren Aufenthalt an der Riviera, wenn du von einem Standort aus die Umgebung erkundest. Für Reisende ohne Auto, denn hierher fahren Busse, und von hier kommst du weiter.

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Auf der Nordseite: Vlora, Orikum, Dukat

Wenn du spät aus Tirana kommst, hat es keinen Sinn, den Pass nachts zu überqueren. Vlora liegt rund vierzig Kilometer vom Sattel entfernt, hat die größte Auswahl an Unterkünften in der Gegend und die volle Infrastruktur, und morgens fährst du bei Tageslicht und im schönsten Licht auf den Pass. Wir nutzen diese Variante gern: in Vlora übernachten, morgens um sieben hinauf zum Sattel, den Aussichtspunkt fast für uns allein haben und erst dann ans Meer hinunterfahren.

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Unser Tipp, wenn du nur eine Nacht hast. Schlaf oben. Ans Meer kommst du jederzeit, Strände gibt es in Albanien Hunderte, aber eine Nacht im Kiefernwald einen Kilometer über dem Ionischen Meer bekommst du nirgendwo sonst. Am Morgen fährst du ans Wasser und hast den Rest des Urlaubs den Strand.

Was du mit dem Llogara Pass unterwegs verbinden kannst

Der Pass ist eine Brücke zwischen zwei Teilen Albaniens, und kaum jemand fährt nur seinetwegen hin. Auf der Nordseite hast du Vlora mit den Buchten von Karaburun und der Insel Sazan, auf der Südseite beginnt die ganze Riviera, die erst in Ksamil endet. Auf dem Weg von Tirana kannst du zum antiken Apollonia bei Fier abbiegen, und wer zwischen Bergen und Meer noch eine Stadt einbauen will, nimmt Berat dazu.

Wenn du deine Route entlang der Küste erst planst, fang mit unserem Überblick über die schönsten Strände in Albanien an. Und wenn du noch überlegst, ob du überhaupt mit dem Auto nach Albanien fahren sollst, lies unseren Artikel, wie sicher Albanien ist. Dort geht es auch um Straßen und Fahrstil.

Was wir anders machen würden

Würden wir noch einmal über den Llogara-Pass fahren, dann langsamer, und wir würden uns weniger auf den einen Aussichtspunkt konzentrieren, den jeder von Instagram kennt. Die Plattform ist schön, aber zugleich der vollste Ort am ganzen Pass: Man knipst zwischen Reisebussen fünf Fotos und fährt weiter. Dabei reicht es, zwei Kurven weiter zu fahren, am Straßenrand zu parken und ein paar hundert Meter zu laufen. Derselbe Blick, keine Menschen, und plötzlich hörst du den Wind in den Kiefern statt der Motoren.

Außerdem würden wir uns Zeit für etwas nehmen, das am Llogara Pass fast niemand macht: von der Hauptstraße hinunter in den Wald gehen. Der Park ist klein, die Wege sind markiert, und schon ein einstündiger Spaziergang zwischen den gebogenen Kiefern erzählt dir mehr über diesen Ort als die Aussicht. Wir haben das beim ersten Mal ausgelassen, weil uns das Meer lockte, und das war ein Fehler. Das Meer ist morgen auch noch da.

Und zum Schluss: Du musst nicht beides schaffen. Unsere erste Fahrt über den Pass war eine Hetzjagd mit dem Ziel, Himara „noch vor Einbruch der Dunkelheit“ zu erreichen. Eigentlich sind wir nur durch etwas Wunderschönes hindurchgefahren und haben dabei an den Check-in gedacht. Bleib lieber oben, iss Lamm in einem Bergrestaurant, lass das Handy im Auto und schau eine halbe Stunde einfach aufs Meer hinunter. Das Beste am Llogara Pass kann man nicht fotografieren, man kann nur dastehen und schauen.

Häufige Fragen zum Llogara Pass

Wie hoch ist der Llogara Pass?Der Sattel liegt auf 1.027 Metern über dem Meer. Die Straße steigt praktisch vom Meeresspiegel an, du sammelst die Höhenmeter also auf einer kurzen Strecke. Der höchste Berg über dem Pass, die Maja e Çikës, misst 2.045 Meter.

Kostet der Llogara-Tunnel Maut?Stand 18. Juli 2026 wurde keine erhoben. Beschlossen wurde die Gebühr im April 2026: 250 Lek (etwa 2,50 €) pro Pkw und Richtung, 500 Lek (etwa 5 €) hin und zurück. Ein Starttermin wurde aber nicht offiziell bekannt gegeben. Nimm sicherheitshalber Bargeld in Lek mit. Die alte Passstraße ist kostenlos.

Ist die alte Passstraße seit der Tunnel-Eröffnung noch befahrbar?Ja, sie ist offen und kostenlos geblieben. Der Tunnel umgeht sie nur. Pass aber beim Navi auf: Es schlägt standardmäßig den schnelleren Tunnel vor, also prüf die Route vor der Abfahrt auf der Karte.

Ist die Fahrt über den Llogara Pass gefährlich, auch mit dem Wohnmobil?Die Straße ist asphaltiert und gepflegt, aber schmal, steil und voller Serpentinen. Gefährlich wird sie vor allem nachts, bei Nebel und im Winter, wenn hier Schnee fällt. Mit einem größeren oder ungewohnten Fahrzeug wie einem Wohnmobil brauchst du mehr Zeit. Wer sich die Berge nicht zutraut, nimmt den Tunnel.

Komme ich ohne Auto zum Llogara Pass?Ja, Busse und Furgons zwischen Vlora und Saranda fahren über den Pass, ebenso Verbindungen von Tirana nach Himara. Die Unternehmen geben aber nicht an, ob ein bestimmter Bus über den Sattel oder durch den Tunnel fährt, also frag den Fahrer. Die zweite Möglichkeit sind Tagesausflüge ab Vlora und ab den Orten an der Riviera.

Wie viel Zeit sollte ich für den Llogara Pass einplanen?Die reine Überfahrt schaffst du in einer halben Stunde, mit Stopps an den Aussichtspunkten solltest du aber ein bis zwei Stunden rechnen. Mit Mittagessen in einem Bergrestaurant oder einem kurzen Spaziergang durch den Park wird daraus schnell ein halber Tag.

Wann ist die beste Reisezeit für den Llogara Pass?Für uns Mai, Juni, September und Oktober. Dann ist es am schönsten zum Wandern, die Sicht ist meist klar und oben ist nicht viel los. Im Juli und August ist am Aussichtspunkt Gedränge und Parken schwierig, im Winter musst du mit Schnee und Nebel rechnen.

Wie ist das Wetter am Llogara Pass, ist es oben auch im Sommer kühl?Ja, und das überrascht die Leute regelmäßig. Auf tausend Metern ist es oft mehrere Grad kühler als unten am Strand, dazu weht der Wind vom Meer. Lass auch im August einen Pulli oder eine Jacke im Auto.

Lohnt es sich, oben im Park oder unten am Meer zu übernachten?Das hängt davon ab, was du vom Urlaub willst. Oben gibt es Stille, Wald, kühle Nächte und Bergküche, ans Meer musst du aber mit dem Auto. Unten in Dhërmi und Himara hast du den Strand um die Ecke, dafür in der Saison Trubel und höhere Preise. Wenn du nur eine Nacht hast, empfehlen wir oben, ans Meer kommst du jederzeit.

Kann man am Llogara Pass Paragliding machen?Ja, Llogara gehört zu den besten Paragliding-Spots in Albanien. In der Saison bieten hier mehrere Agenturen Tandemflüge an, gestartet wird am Sattel, gelandet unten an den Stränden rund um Palasa. Aktuelle Preise und Termine erfragst du am besten direkt bei der Agentur, sie ändern sich.

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